Sturmland

Miriam Georg
Historischer Roman
599 Seiten
erschienen Rowohlt Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Rowohlt Verlag für das Rezensionsexemplar

Ein wunderbarer Start der Sturmland-Saga

Klappentext:
Niemand darf erfahren, wer Cora wirklich ist! Die Reedertochter muss aus ihrem alten Leben in Hamburg fliehen und nimmt unter falschem Namen eine Stelle als Hauslehrerin im Seebad Norderney an. Doch die Nordsee ist unberechenbar. Schon kurz nach ihrer Ankunft bringt Cora sich und ihre Schülerin Emmi in Lebensgefahr …

Der Tagelöhner Onnen beobachtet das Unglück. Kein Wunder, dass die unwissenden Badegäste ständig in Seenot geraten. Ausgerechnet mit dieser Gouvernante soll er nun zusammenarbeiten. Weil er dringend Geld braucht, nimmt er den Job an.

Von Tag zu Tag kommen Cora und Onnen sich näher. Doch Onnen hat eine Vergangenheit auf seiner Heimatinsel Borkum, die er fest in sich verschlossen hält. Und Cora hat Menschen in Hamburg, die sie verzweifelt zurückholen wollen.

Aber das darf nicht passieren. Niemand darf erfahren, wer Cora ist und was sie getan hat …

„Sturmland“ ist der erste Band der Sturmland-Saga von Miriam Georg.
Die Autorin hat mich schon mit einigen Romanen begeistert, und immer, wenn ein neuer Roman erscheint, bin ich schon ganz aufgeregt, dieses Buch zu lesen.

Cora ist die Tochter eines Reeders aus Hamburg. Nach dem Tod ihrer Mutter verlässt Cora Hamburg, um eine Stelle als Gouvernante für die 10-jährige Tochter Emmi, die Tochter des Architekten Alexander Klaasen, anzutreten. Emmi soll sich auf Norderney erholen, die Seeluft ist gut gegen die Symptome der Tuberkuloseerkrankung.
Doch kurz nach dem Eintreffen auf Norderney, geraten Cora und Emmi in Gefahr.
Inselbewohner und der Tagelöhner Onnen sorgen für ihre Rettung. Onnen wird von Alexander Klaasen beschäftigt, um auf Emmi und Cora aufzupassen.
Onnen nimmt die Stelle nur an, weil er dringend Geld braucht. Die Gouvernante ist ihm unsympathisch. Und trotzdem nähern sich beide nach einiger Zeit an.

Miriam Georg hat interessante Charaktere entworfen und lebendig werden lassen.
Cora war mir vom ersten Augenblick an sympathisch. Sie ist eine wissbegierige und intelligente Frau. Das war in dieser Zeit und in den Kreisen, in denen Cora verkehrt ist, nicht üblich. Sie hat Hamburg verlassen und ein Geheimnis, von dem niemand erfahren darf, mitgenommen.

Auch Onnen ist ein wichtiger Charakter. Zu Beginn konnte ich ihn nicht einschätzen. Je länger ich ihm gefolgt bin, umso sympathischer wurde er mir. Auch Onnen hat ein Geheimnis. Von seinem Leben auf Borkum darf niemand erfahren.

Miriam Georg erzählt die Geschichte sehr interessant. Es ist nicht nur eine Liebesgeschichte auf Norderney. Die Autorin vermittelt ihren Leser*innen die Anfänge der Seenotrettung auf eine unterhaltsame und auch auf eine interessante Art.

Die beiden Charaktere Cora und Onnen stehen für die verschiedenen Gesellschaftsschichten. Cora kommt aus gutem Haus und hatte nie Geldsorgen. Onnen ist Tagelöhner und lebt quasi von der Hand in den Mund.

Die Zeit, die 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts, spiegelt die Autorin realistisch wider.
Der Schreibstil von Miriam Georg ist flüssig und gut verständlich. Gekonnt lässt sie die Spannung in der Geschichte stetig ansteigen.

„Sturmland“ ist ein Roman mit romantischen wie auch dramatischen Szenen. Ich freue mich schon auf den 2. Band „Salzwind“, der schon am 6. 10. erscheinen soll.

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