Ist doch schön hier

Miriam Burdelski
Roman
376 Seiten
erschienen im Blessing Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Blessing Verlag für das Rezensionsexemplar

Ein Roadtrip gegen das Vergessen

Klappentext:
Als Liesel ihre Großmutter Emmi auf eine Reise in die ehemalige Provinz Ostpreußen begleitet, sucht sie mehr als nur einen Ort, sie sucht Antworten. Antworten auf die Fragen, die zwischen den Generationen stehen, auf die Geheimnisse, die sich in vergilbten Kalendern und in Emmis Schweigen verstecken. Zwischen Birkenalleen, alten Gutshäusern und dem Rauschen der Ostsee entfaltet sich eine Geschichte von Verlust und Hoffnung, von Schuld und Liebe. Doch je näher Liesel der Vergangenheit kommt, desto deutlicher spürt sie: Heimat ist kein Ort, den man auf der Landkarte findet. Heimat sind die Menschen, die bleiben, wenn alles andere verschwindet.

„Ist doch schön hier“ ist der neue Bestsellerroman von Mirjam Burdelski.

Liesel nimmt ihre geliebte Großmutter Emmi mit auf einen Roadtrip in Emmis Vergangenheit. Begleitet werden sie von Jascha, der im Seniorenheim arbeitet, wo Liesels Großmutter lebt.
Großmutter Emmi driftet mit ihrer Demenz immer mehr in die Vergangenheit ab.
Jascha schlägt vor, mit Emmi nach Polen, in die Region des früheren Ostpreußens zu fahren, um ihrer Vergangenheit näher zu sein.
Auf dem Weg dorthin wird Liesel immer wieder mit der Demenz ihrer Großmutter konfrontiert. Kommt aber auch ihrer Familiengeschichte ein Stück näher.

Mirjam Burdelski lässt ihre Charaktere richtig lebendig werden. Es sind richtige Herzensmenschen.
Liesel ist eine beeindruckend starke, junge Protagonistin. Ihre Hartnäckigkeit und der Mut, sich der Familiengeschichte zu stellen, tragen die Geschichte.
Großmutter Emmi mit ihrer Demenz wird authentisch beschrieben. Die Autorin zeigt die Tragik der Krankheit mit ihrer Verwirrung und Angst sehr genau auf.
Jascha ist eine polnische Pflegekraft. Er ist eine gute Stütze und so etwas wie ein Ruhepol. Er ist sehr geduldig und einfühlsam. Genau das, was Liesel zur Unterstützung auf der Reise braucht.
Melanie, Liesels Mutter bleibt zu Hause zurück. Sie leidet unter Depressionen.
Doch in Liesels Gedanken ist Melanie immer dabei. Auch für Melanie wird die Familiengeschichte aufbereitet.

Miriam Burdelski spannt einen großen Bogen zwischen der Trostlosigkeit der Wohnung in Deutschland, dem Pflegeheim und Kudern im ehemaligen Ostpreußen.
Die Landschaft in Polen wird anschaulich beschrieben. Die weiten Birkenalleen und die maroden Gutshäuser konnte man sich gut vorstellen.
In Emmi erwachen Erinnerungen an ihr früheres zu Hause und an die Flucht.

Miriam Burdelski überzeugt mit ihrer Sprache. Die Autorin kann gut mit Worten jonglieren.
Der Schreibstil der Autorin ist flüssig, gut verständlich und klar. Sie verzichtet auf zu viele Schnörkel.
Die Themen Flucht, Schuld und auch das Altwerden, sind gut in die Geschichte integriert.

Auf mich hatte die Geschichte eine Sogwirkung, ich konnte kaum aufhören zu lesen.

„Ist doch schön hier“ ist ein tief berührender und nachhaltig beeindruckender Generationenroman.

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