Winterschlaf

Mario Petuzzi
Roman
234 Seiten
erschienen im Diogenes Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Diogenes Verlag für das Rezensionsexemplar

Toller Debüt-Roman

Zum Inhalt:
Sobald im Frühjahr der Schnee bis ins Tal schmilzt, schickt der Großvater die zehnjährigen Zwillinge in den Keller, um die Mutter aus ihrem monatelangen, buchstäblichen Winterschlaf zu wecken.
Die Mutter erwacht mit einem Kopf voller Träume.
Die Träume sind jedoch keine gewöhnlichen Träume, sondern besitzen hellseherische Kräfte.

„Winterschlaf“ ist der bemerkenswerte Debüt-Roman von Mario Petuzzi.

Die Charaktere haben keine Namen, was sie märchenhaft wirken lässt.
Da sind die Zwillinge, sie werden nur „die Eine“ und „der Andere“ genannt. Aus ihrer Sicht wird die Geschichte erzählt.
Für die Zwillinge gehört es zur Normalität, dass die Mutter im Winter mehrere Monate im Keller Winterschlaf hält.
Der Großvater, hier Apo genannt, ist das Oberhaupt der Familie. Er führt ein Geschäft mit den Träumen der Mutter. Kaum ist der Winterschlaf beendet, stehen die Menschen schon in der Tür, um von den Träumen zu erfahren.
Die Mutter ist im Winter eine leblose Hülle. Im Sommer ist sie die Heilbringerin.

Sie alle werden den Leser*innen nicht nähergebracht. Man kennt sie nur von der Erzählung der Zwillinge und ist so etwas wie ein stiller Beobachter.

Der Schreibstil von Mario Petuzzi ist fast poetisch zu nennen.
Er passt die Sprache gekonnt den Traumsequenzen und der rauen Realität an.
Mario Petuzzi erzählt die Geschichte in einem ruhigen Ton. Er nimmt sich viel Zeit für ausgiebige Beschreibungen.
Mario Petuzzi lässt viel Spielraum, damit sich die Leser*innen ihre eigene Fantasie spielen lassen können.

„Winterschlaf“ ist ein so anderes Buch und sticht somit aus den vielen literarischen Werken hervor.

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