Eine ganz dumme Idee

Frederik Backman
Roman
erschienen im Goldmann Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an das Bloggerportal und den Goldmann Verlag für das Rezensionsexemplar

Tiefgründig und humorvoll

In einer Kleinstadt in Schweden findet einen Tag vor Silvester eine Wohnungsbesichtigung statt.
Eine Gruppe Kaufinteressenten findet sich in der Wohnung ein. Die Personen sind sich untereinander fremd , doch haben sie alle eins gemeinsam, sie stehen vor einem Wendepunkt im Leben.
Die Wohnungsbesichtigung wird unterbrochen als ein Bankräuber in die Wohnung stürmt und die Kaufinteressenten zu Geiseln werden.
Es folgen aufregende Stunden mit ungeahnten Wendungen für die Geiseln, den Bankräuber und die Polizisten.

„Eine ganz dumme Idee“ ist eine humorvolle, tiefgründige und zu Herzen gehende Geschichte von Frederik Backman.
Es ist die Geschichte einer Brücke, eines Banküberfalls, einer Geiselnahme, zweier Polizisten und eine Geschichten über Idioten.
Es ist aber auch die Geschichte von Menschen die sich näher kommen, von Einsamkeit, Herzenswärme, Hilfsbereitschaft und über eine Vater-Sohn-Beziehung.

Am Anfang fand ich das Buch einfach lustig geschrieben und musste beim lesen oft schmunzeln. Aber je weiter ich in die Geschichte eingetaucht bin je tiefgründiger wurde sie für mich.
Es erzählt von verschiedene Menschen die sich völlig fremd sind, deren Schicksal aber miteinander verbunden ist.

Frederik Backman macht in seiner Geschichte immer wieder Andeutungen die, wie er selbst betont mit der Geschichte eigentlich nichts zu tun haben.

Doch nach einigen Kapiteln werden die Dinge wieder aufgegriffen und weiter erzählt. nach und Nnch werden die ganzen Zusammenhänge, das ganze Ausmaß klar.
Immer wieder Überrascht der Autor mit neuen Einzelheiten.
So, dass mich das Buch so gefesselt hat und ich es nicht aus der Hand legen konnte.
Eine Geschichte auf eine solche Art zu erzählen das vermag nur Frederik Backman.

Hatte ich am Anfang des Buchs geschmunzelt, so hatte ich am Ende Tränen in den Augen.

Thereses Töchter

Marta Haberland
Roman
erschienen im Volk Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Volk Verlag für das Rezensionsexemplar

Die starken Frauen von Augustinerbräu

Im Sommer 1844 verstirbt Anton Wagner, der Patron der Augustiner Brauerei.
Zurück bleiben seine Frau Therese und fünf Kinder.
Alle rechnen damit, dass Therese die Brauerei verkauft.
Doch sie nimmt selbst die Geschicke des Unternehmens in die Hand.
In einer Welt die von Männern dominiert wird setzt Therese sich als Bräuin durch.
Auch die nachfolgenden Generationen der Wagner Frauen prägen Augustinerbräu und führen die Geschicke der Brauerei durch schwere Zeiten.
Das Buch blickt hinter die Kulissen von Augustinerbräu und erzählt von Erfolg und Schicksalsschläger der Familie Wagner.

In ihrem Buch „Thereses Töchter“ lässt Marta Haberland die LeserInnen hinter die Kulissen der Augustiner Brauerei schauen.
Was in Frankreich die Champagner Witwen (Mathilde Emilie Perrier, Barbe-Nicole Cliquot und Louise Pommery) waren, dass waren in München die Frauen der Familie Wagner.
Über 4 Generationen lenkten hier die Frauen das Geschick der Brauerei.

Nach dem Tod ihres Mannes übernimmt Therese Wagner die Geschäfte.
Therese ist eine starke Frau die weiß was sie will. Sie muss sich in einer von Männer dominierten Welt durchsetztem.

Bei den nachfolgenden Generationen sind es weiterhin die Frauen die, die Brauerei durch die zum Teil recht stürmischen Zeiten führen. Sei es manchmal auch nur im Hintergrund.

Das Buch „Thereses Töchter“ gewährt einen sehr intimen Eindruck in das Leben der Familie Wagner.
Die Biermarke Augustiner ist wohl vielen bekannt. Nur wenige wissen, dass dahinter eine Familie namens Wagner steht.

Das Buch ist sehr fesselnd geschrieben und hat biografische Züge.
Trotz seines Umfangs hat es sich sehr schnell gelesen. Wenn man erst einmal in der Geschichte drin ist möchte man nicht aufhören mit lesen.

Als Zeitzeugen gibt es einige Fotografien der Familie und der Brauerei.
Das lässt die ganze Geschichte noch authentischer werden.
Für mich war das Leben und wirken der Familie Wagner sehr interessant.

Jane Austen und die Kunst der Worte

Catherine Bell
Roman
erschienen im Aufbau Verlag
Meine Bewertung:
4 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Aufbau Verlag für das Rezensionsexemplar.

Eine Hommage an eine große Schriftstellerin

Die Pfarrerstochter Jane hat nur das Schreiben im Kopf. Ständig hat sie Tinte an ihren Händen.
Ihre Schwester Cass hingegen ist schon verlobt und die Eltern würden auch Jane gerne in feste Hände geben.
Aber Jane kann mit den jungen Männern im Ort nicht viel anfangen.
Da sie gerne auf Bälle geht sind ihr die jungen Männer zum tanzen ganz recht aber heiraten möchte Jane nicht.
Dann lernt sie den jungen Tom Lefroy kennen.
Aber es bleibt ihr großer Traum, einen Roman zu schreiben und zu veröffentlichen.

„Jane Austin und die Kunst der Worte“ ist eine Hommage an die große Jane Austen von Catherine Bell.
Wer kennt Jane Austen nicht. Ihre Bücher sind unvergessen und werden heute noch gerne gelesen.
„Stolz und Vorurteil“ ist eins meiner Lieblingsbücher.

Von der Person hinter den Büchern ist nicht sehr viel überliefert.
Catherine Bell hat sich in die Recherche gestürzt um mehr über die Person zu erfahren.
Die Autorin hat sich durch Biografien und Briefe gearbeitet und Jane Austen zum Leben erweckt.
Wir begleiten Jane Austen und sind bei der Entstehung ihrer Bücher dabei.
So stößt man beim lesen auch immer wieder auf Zitate aus ihren Büchern.
Auch Auszüge von Briefen die sie mit ihrer Schwester gewechselt hat finden sich in der Geschichte wieder.

Vieles wird aus der Sicht von Jane Austen erzählt. Ich finde es ist der Autorin gut gelungen ihre LeserInnen mit der Sprache in die Zeit von Jane Austen zu versetzen.
Auch die Stimmung, egal ob Freude oder Trauer wurde immer sehr gut transportiert.
Es gab schon einige recht schwermütige Passagen in der Geschichte, bei denen ich mit Jane gelitten habe.
Mit diesem Buch hat Catherine Bell mir Jane Austen ein bisschen näher gebracht.

Am Anfang habe ich einige Zeit gebraucht um richtig in die Geschichte einzutauchen und den richtigen Lesefluss zu finden.
Man muss sich am Anfang etwas Zeit nehmen und die Geschichte wirken lassen, wenn das geschehen ist lässt einen das Buch nicht mehr los.

Ein Ort, der sich Zuhause nennt (Winter-Frauen-Trilogie)

Astrid Ruppert
Roman / Familiensaga
erschienen im dtv Verlag
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den dtv Verlag für das Rezensionsexemplar.

Schöner Abschluss einer grandiosen Familiensaga

Charlotte Winter hat sich wie ihre Mutter Lisette der Mode verschrieben.
Sie arbeitet in einer Schneiderei, in einer der besten der Stadt.
Charlotte kann sich mit den Veränderungen die im Land vor sich gehen nicht identifizieren.
Dazu kommt noch eine unerwartete Begegnung.
Charlotte steht an einem Wendepunkt in ihrem Leben und weiß das dieser Schritt eine Menge Mut erfordert.

Maya kennt ihre Großmutter Charlotte nur als ruhige und zufriedene Frau.
Erst jetzt merkt Maya und ihre Mutter Paula wie wenig sie vom Leben ihrer Großmutter und Mutter wirklich wissen.

„Ein Ort, der sich Zuhause nennt“ ist der dritte und letzte Band der Winter-Frauen-Trilogie von Astrid Ruppert.
Im Mittelpunkt der Trilogie stehen Lisette, Charlotte, Paula und Maya. vier Generationen Frauen der Familie Winter.

Auch dieser Band hat wieder mehrerer Zeitebenen.
Die Autorin entführt ihre LeserInnen in die schwersten Jahre der deutschen Geschichte.
Hier wird aus dem Leben von Charlotte erzählt.
Für mich ganz klar die Heldin der Familie Winter.
Genau wie Paula und Maya hätte ich hinter der ruhigen und besonnenen Charlotte nie eine Frau mit so viel Mut und einer solchen Vergangenheit erahnt.
Wie viele Menschen die den Krieg erlebt haben, hat Charlotte ihrer Tochter und ihrer Enkelin nicht alles was sie in den Kriegsjahren erlebt hat erzählt.
Den Beiden wird erste jetzt bewusst wie wenig sie die wahre Charlotte kennen.

Astrid Ruppert erzählt ihre Familiensaga über vier Generationen.
So unterschiedlich die Frauen der Familie Winter auch sein mögen, eins haben alle gemeinsam, keine will sich irgendwelchen Zwängen beugen. Jede der Frauen hat ihre eigene Vorstellung vom Leben und möchte sich selbst verwirklichen.

Alle vier Frauen überzeugen durch ihre Willenskraft und ihre Stärke.
Ich muss es noch einmal sagen, Charlotte ist meine heimliche Heldin.
Ich mag alle vier Frauen, alle waren mir sehr schnell ans Herz gewachsen. Hinter Charlotte hatte ich aber nie so eine aufregende Geschichte vermutet.
Der dritte Band ist wirklich ein krönender Abschluss.

Astrid Ruppert erzählt sehr einfühlsam und facettenreich. Sie vermittelt ihren LeserInnen viel über die jeweilige Zeit und die Veränderungen im Laufe der Jahre.
Aber auch viel über die komplizierte Beziehung zwischen Müttern und Töchtern.

Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und gut verständlich.
Nach ein paar Seiten hat auch der dritte Band mich wieder richtig gefesselt, ich habe das Buch nicht mehr aus der Hand legen können.
Die Winter-Frauen-Trilogie ist für mich eine der besten Familiensagas die ich je gelesen habe.

Wilde Jahre (Winter-Frauen-Trilogie)

Astrid Ruppert
Roman / Familiensaga
erschienen im dtv Verlag
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den dtv Verlag für das Rezensionsexemplar.

Die Winter-Frauen haben mich auch im 2. Band begeistert

Paula ist es in dem kleinen hessischen Dorf in dem sie lebt zu eng.
Sie verspricht sich mehr vom Leben als das was ihre Mutter Charlotte ihr vorlebt.
Beeinflusst von der Musik der Beatles will Paula Sängerin werden.
So zieht es Paula nach England wo sich viele Künstler tummeln. Dort trifft sie auch ihre große Liebe.
Als Paula schwanger wird, nimmt sie sich vor ihr Leben völlig anders zu gestalten.

Maya die weiterhin nach ihren Wurzeln sucht möchte zu ihrem 30. Geburtstag endlich etwas über ihren Vater erfahren.
Dabei lernt sie eine ganz neue Seite ihrer Mutter kennen.
So unterschiedlich Mütter und Töchter der Familie Winter sind so besonders ist ihr Verhältnis zueinander.

„Wilde Jahre“ ist der zweite Band der Winter-Frauen-Trilogie von Astrid Ruppert.
Im Mittelpunkt der Trilogie stehen Lisette, Charlotte, Paula und Maya. vier Generationen Frauen der Familie Winter.

Die Autorin entführt ihre LeserInnen hier in die wilden 1960er und 1970er Jahre.
Da ich Ende der 1950er Jahre geboren bin, habe ich aus dieser Zeit auch einiges mitbekommen.
Besonders die Musik und die verrückte Mode ist mir in Erinnerung geblieben.
Auch einige der hier verwendeten Zitate sind mir nur zu gut bekannt.
Maya begibt sich auf eine diese Zeitreise. Sie reist nach England um die Spuren ihrer Mutter nachzuverfolgen.

Das Ende lässt noch einige Fragen offen. Es folgt ja auch noch ein dritter Band in dem wir dann in die Zeit von Charlotte zurückblicken können.

Astrid Ruppert erzählt ihre Geschichte über vier Generationen.
So unterschiedlich die Frauen der Familie Winter auch sein mögen, eins haben alle gemeinsam, keine will sich irgendwelchen Zwängen beugen. Jede der Frauen hat ihre eigene Vorstellung vom Leben und möchte sich selbst verwirklichen.

Astrid Ruppert erzählt die Geschichte sehr einfühlsam und facettenreich. Sie vermittelt ihren LeserInnen viel über die jeweilige Zeit und die Veränderungen im Laufe der Jahre.
Aber auch viel über die komplizierte Beziehung zwischen Müttern und Töchtern.

Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und gut verständlich.
Nach ein paar Seiten hat auch der zweite Band mich wieder richtig gefesselt, ich habe das Buch nicht mehr aus der Hand legen können.
Jetzt liegt der 3. Band bereit zum lesen.

Sturm in die Freiheit

Jürgen Ehlers
Roman
erschienen im Heyne Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an Jürgen Ehlers für das Rezensionsexemplar

Spannend geschrieben und gut recherchiert

Der U-Boot-Kommandant Wolf Littke gerät in britische Kriegsgefangenschaft.
Er hat die Wahl zwischen dem Tod oder die Beteiligung an der Ermordung Hitlers.
Zusammen mit drei weiteren Männern macht er sich auf den Weg.. Die Männer springen mit dem Fallschirm über Ostpreußen ab.
Dann machen sie sich auf den Weg zum Hauptquartier Wolfsschanze, dass sie in die Luft sprengen wollen.
Doch nicht nur die Hoffnung auf das baldige Kriegsende treibt die Männer an. Jeder für sich hat auch ein privates Motiv.

„Sturm in die Freiheit“ ist der neue Roman von Jürgen Ehlers.
Das Buch ist spannend geschrieben und ich muss dem Autor ein großes Kompliment für seine gute Recherche machen.
Im Nachwort schreibt der Autor, dass einige Details der Realität entsprechen aber auch vieles frei erfunden ist.
Ich finde Jürgen Ehlers hat in seinem Roman Realität und Fiktion so fein miteinander verflochten, dass sie nicht zu trennen ist.

Die Protagonisten sind gut in Szene gesetzt.
Wolf Littke bleibt in der Geschichte keine andere Wahl als an diesem
Himmelfahrtskommando teilzunehmen. Als Kriegsgefangener drohte ihm die Erschießung.

Die anderen Männer sind der Pole Leszek, der Russe Igor und der Jude Aaron.
Schon beim Trainingsprogramm das die vier vor ihrem Einsatz absolvieren müssen spürt man das Misstrauen das die Männer Wolf entgegenbringen.
Außer dem erfolterten Kriegsende habet jeder der Männer auch noch einen privaten Grund sich an dem Einsatz zu beteiligen.

Jürgen Ehlers hat einen flüssigen und leicht verständlichen Schreibstil.
Vor allem macht er nicht so viele Worte drumherum sondern kommt schnell auf den Punkt was mir sehr gut .gefällt
Die Spannung verbreitet sich über das gesamte Buch.
An Hand der Karte auf der Innenseite des Covers und der Beschreibung des Autors kann man sich die Gegend um das Hauptquartier gut vorstellen.
Auch die Zeit und der Schrecken des Krieges wird sehr realistisch vermittelt.

„Sturm in die Freiheit“ hat mich nach ein paar Seiten gepackt. Ich finde, ein spannender und interessanter Roman.

Wir sind schließlich wer

Anne Gesthuysen
Roman
erschienen bei Kiepenheuer & Witsch
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an Kiepenheuer & Witsch für das Rezensionsexemplar

Unterhaltsam und Spannend

Anna und Maria sind Schwestern aber ganz unterschiedlich in ihrer Art.
Als adlige sind sie recht behütet aufgewachsen, haben sich aber sehr unterschiedlich entwickelt.
Maria ist die Zurückhaltende und Ängstlicher der Beiden. Sie fühlt sich mehr zur ihrer Mutter hingezogen die sie auch total verhätschelt.
Anna dagegen ist die Robuste von den Geschwistern. Sie ist stark und hat eine Kämpfernatur.
So wird Anna auch eine der ersten weiblichen Pastorinnen.
Anna ist adlig, geschieden und erst Mitte dreißig.
Die Bürger der Gemeinde Alpen sind ihr gegenüber skeptisch.

Als die Welt von Maria zusammenbricht sucht sie Hilfe bei ihrer Schwester.
Die gut behütete Maria hat in die adligen Kreise geheiratet, einen Grafen. Doch als er verhaftet wird und ihr Sohn verschwindet merkt sie, dass sie sich getäuscht hat.
So verschieden die Schwestern sind, in der Not halten sie zusammen.

„Wir sind schließlich wer“ ist der neue Roman von Anne Gesthuysen. Wie kann es anders sein, stehen auch hier wieder zwei Schwestern im Mittelpunkt.
Maria und Anna haben mir vom ersten Augenblick an gefallen.
Wobei ich sagen muss, ich hatte schneller einen Draht zu Anna.
Sie hat mir von ihrer Art gefallen und mich sehr beeindruckt.
Anna ist eine starke Frau, sie weiß was sie will und ist bereit dafür zu kämpfen.
Maria ist von klein auf von der Mutter verhätschelt worden. Sie ist eine kleine Prinzessin und die ist sie auch geblieben.
Bis das Schicksal es nicht mehr so gut mit ihr meinte.

Anne Gesthuysen beschreibt ihre Schwestern sehr gut. Man kann sich die unterschiedlichen Frauen gut vorstellen.
Es macht Spaß ihre Entwicklung zu erleben und wie sie wieder zueinanderfinden.
Wenn eine in Not ist, ist die andere da.

Die Autorin hat durch das Verschwinden des Jungen in ihre Geschichte auch einen Spannungsteil mit eingebaut.
Das Buch hat mich sehr schnell in seinen Bann gezogen und ich habe es nur widerwillig zur Seite gelegt.

Der Schreibstil von Anne Gesthuysen ist flüssig und leicht verständlich.
Sie schreibt sehr lebensnah und auch ihre Schauplätze und die Menschen die dort leben werden sehr treffend geschildert.

„Wir sind schließlich wer“ ist ein sehr unterhaltsamer Roman von Anne Gesthuysen die mich schon mit ihren vorgänger- Romanen begeistert hat.

Das Geheimnis

Ellen Sandberg
Roman
erschienen im Penguin Verlag
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Penguin Verlag für das Rezensionsexemplar

Eine Geschichte die berührt

München im Jahre 2020.
Ulla steht kurz vor ihrem 60. Geburtstag.
Noch heute leidet sie unter der Zurückweisung ihrer Mutter.
Ulla ist nach der Scheidung ihrer Eltern bei ihrem Vater aufgewachsen, als sie 9 Jahre alt war hat die Mutter den Kontakt zu ihr so gut wie abgebrochen. Den Grund dafür kennt Ulla bis heute nicht.
Jetzt begibt Ulla sich auf den Moarhof am Chiemsee wo ihre Mutter, bis zu ihrem Tod in einer Künstlerkolonie gelebt hat.
Im Haus ihrer Mutter stößt Ulla unverhofft auf Antworten auf die Frage, die sie sich seit ihrer Kindheit stellt.

Moosleitn am Chiemsee, 1975.
Helga lebt in einer Künstlerkolonie auf einem idyllischen Bauernhof.
Sie hat sich ganz ihrer Kunst verschrieben. Bilder, Fotos und Performance.
Der Schlüssel ihrer Kunst liegt in einem traumatischen Erlebnis in Helgas Vergangenheit, dass sich außer ihr keinem erschließt.
Als junge Frau hat sie eine schwerwiegende Entscheidung treffen müssen die sie noch heute verfolgt.

„Das Geheimnis“ ist der neue Roman von Ellen Sandberg.
Wie schon die vorherigen Romane hat auch diese Geschichte verschiedenen Zeitebenen.
Auch wird die Geschichte aus der Perspektive verschiedener Charaktere interessanter erzählt.

Da ist die Gegenwart (2020) in der Ulla kurzerhand ins Haus ihrer Mutter fährt um dort den Sommer im Grünen zu verbringen.
Unerwartet stößt sie auf Antworten, auf die eine Frage die sie seit ihrer Kindheit bewegt.

Dann ist da Luise, eine Nachbarin, die auch schon mit Helga in der Kolonie gelebt hat.
Sie sucht immer wieder den Kontakt zu Ulla wie sie ihn früher auch zu Helga gesucht hat.
Lange hat sich mir nicht erschlossen welch eine Rolle Luise in dieser Geschichte spielt, außer, dass sie das Bindeglied zwischen Gegenwart und Vergangenheit ist.

Und dann natürlich Helga im Jahre 1975. Das ist die Zeitebene der Vergangenheit. Darüber hinaus gibt es Rückblicke in die Nachkriegsjahre wo Helga aus Ostpreußen flüchten musste.
Hier entblättert sich nach und nach „Das Geheimnis“ was Helga mit sich herumträgt und was sie auch in ihrer Kunst auszudrücken versucht.
Zusammen mit Ulla erschließt sich den LeserInnen das Schicksal von Helga zu einem Gesamtbild.
Ellen Sandberg zeigt gekonnt auf, dass ein so traumatisches Erlebnis wie eine Flucht auch noch die nachfolgenden Generationen beeinflussen kann.

Hinter dem Namen Ellen Sandberg verbirgt sich keine geringerer als die Bestsellerautorin Inge Löhnig, die jetzt ihrem fünften Roman unter einem Pseudonym veröffentlicht hat.
Ich denke mit ihren Romanen über bewegende Schicksale ist sie mittlerweile genauso erfolgreich wie mit ihren Krimireihen.
Auch in „Das Geheimnis“ hat die Autorin ein spannendes Thema aufgegriffen und eine interessante Geschichte geschrieben, die auch nach dem das Buch zugeklappt ist noch lange im Gedächtnis bleiben wird.

Ein Cottage in Cornwall

Elisabeth Kabatek
Roman
erschienen im Droemer Knaur Verlag
Meine Bewertung:
4 von 5 Sternen

Vielen Dank an Ehrlich & Anders und an den Droemer Knaur Verlag für das Rezensionsexemplar.

Eine unterhaltsame Reise nach Cornwall

Mit dem Biofarmer Chris hat die 50jährige Margarete endlich ihre große Liebe gefunden.
Doch es ist alles nicht so einfach. Noch ist Chris verheiratet.
Seine hoffentlich bald Exfrau gibt sich aber nicht so einfach geschlagen.
Sie drängt sich in die Beziehung und setzt die Kinder als Joker ein.
Auch Margaretes Mutter kommt aus Stuttgart in das beschauliche Cornwall um ihre Tochter wieder zurückzuholen.
Doch Margarete kann sich ein Leben in Cornwall mit seinen kleinen Dörfern und der steilen Küste gut vorstellen.

„Ein Cottage in Cornwall“ ist der dritte Cornwall Roman von Elisabeth Kabatek.
Für mich ist es das erste Buch der Autorin, die vorherigen Cornwall Romane habe ich nach dem Lesen gleich auf meine Wunschliste gesetzt.

Die LeserInnen reisen mit Margarete nach Cornwall die dort ihre große Liebe gefunden hat.
Hier möchte sie mit Chris ihr Leben teilen.
Doch die noch Ehefrau legt den Beiden Steine in den Weg.
Auch die Mutter kommt aus dem Ländle angereist um Margarete zu überzeugen wieder mit nach Stuttgart zu kommen.
Es beginnt ein Tauziehen zwischen noch Ehefrau, Mutter und der großen Liebe Chris.

Die Protagonisten haben mir durchweg gefallen.
Man erlebt mit ihnen viele schöne Stunden bei Tee und Scones und bekommt viele Eindrücke der schönen Landschaft.

Der Schreibstil von Elisabeth Kabatek ist locker, leicht verständlich und flüssig.
Das lesen ist eine wahre Freude.
Gerne hätte ich noch mehr Zeit in Cornwall verbracht.

Im Schatten der goldenen Akazie

Christiane Lind
Roman
erschienen bei Nova MD
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an Christiane Lind für das Rezensionsexemplar.

Wunderschöner Auftakt einer Australien-Saga

Nach einer großen Enttäuschung durch ihre Schwester nimmt Franziska eine Einladung ihrer Großtante aus Australien an.
Sie reist kurzerhand nach Brisbane um die Schmach die sie zu Hause in Hannover erlitten hat zu vergessen.
Franziska die bisher nichts von ihrer Verwandtschaft in Australien wusste sucht mit ihrer Großtante nach ihren Wurzeln.
Dabei treffen sie auf die Schwestern Catherine und Victoria. Zwei starke Frauen die ein Geheimnis umgibt.

„Im Schatten der goldenen Akazie“ ist der erste Band der Australien-Saga von Christiane Lind.
Die Geschichte hat zwei Zeitebenen.
Einmal die Gegenwart und dann verschlägt es die Leser*innen in die Vergangenheit ans Ende des 19.Jahrhunderts.

In der Gegenwart reist Franziska von Hannover nach Brisbane zu ihrer Großtante die sie bis dato gar nicht kennt.
Gemeinsam begeben sich die beiden auf die Erkundung ihrer Ahnen.
Schnell wird deutlich, dass es da ein interessantes Geheimnis in der Vergangenheit gibt das zu lösen ist.

In der Vergangenheit treffen wir auf die beiden Schwestern Catherine und Victoria.
Nach dem die Mutter gestoben ist halten die Schwestern noch mehr zusammen.
Sie denken nicht wird sie je trennen bis ein Mann in ihr Leben tritt.

Die Protagonisten sind sehr gut in Szene gesetzt und durchaus sympathisch.
Es macht Freude ihnen zu begegnen und Zeit mit ihnen zu verbringen.

Bestechend an der Geschichte ist aber auch das Land Australien.
Es wird so toll beschrieben, dass ich die Landschaft vor meinem inneren Auge sehe.
Es gibt Bücher da läuft beim lesen ein Film im Kopf ab, dieses Buch gehört zweifellos dazu.

Mit ihrem leichten, lockeren und flüssigen Schreibstil macht die Autorin das Lesen leicht.
Christiane Lind erzählt die Geschichte spannend und lässt ein Kapitel gerne mal mit einem Cliffhanger enden so, dass man unbedingt weiterlesen möchte.

„Im Schatten der goldenen Akazie ist ein sehr interessanter, unterhaltsamer und spannender Australien-Roman. Ich könnte immer noch weiterlesen.