Die Honigfrauen-Ein Sturm zieht auf

Mirjam Müntefering
Historischer Roman
441 Seiten
erschienen im Blanvalet Verlag
Meine Bewertung:
4 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Blanvalet Verlag für Rezensionsexemplar

Auftakt der Honigfrauen-Saga

Klappentext:
Bergisches Land, 1910. Irma, Enkelin des bekannten Konditormeisters Ludwig Honig, ist glücklich als der attraktive Arno ihr den Hof macht. Doch der unerwartete Tod ihres geliebten Großpapas ändert alles! Neben ihrem guten Freund Eugen bleibt Irma nur die kühle Großmutter Auguste. Die macht eine schockierende Entdeckung: ihr verstorbener Gatte hat nicht nur eine Liebschaft finanziert, sondern die Familie durch den Kauf eines heruntergekommenen Landgasthofs ruiniert. Als Ludwigs uneheliche Tochter und begabte Feinbäckerin Harriet auftaucht, um ihr Erbe einzufordern, müssen die Honigfrauen zusammenhalten.

„Die Honigfrauen – Ein Sturm zieht auf“ ist der 1. Band der Honigfrauen-Saga von Mirjam Müntefering.

Es geht zurück ins frühe 20. Jahrhundert und ins Bergische Land.
Die Geschichte wird aus der Perspektive dreier Frauen erzählt.

Da ist Irma Honig, sie ist die Enkelin des Konditormeisters Ludwig Honig. Nach seinem Tod fühlt sich Irma alleingelassen. Irma unterschätzt ihre Fähigkeiten, die sie langsam herantasten.

Auguste Honig, die Ehefrau und Witwe von Ludwig. Ihr Äußeres wirkt hart, dabei hat sie einen weichen Kern, der nur langsam an die Oberfläche kommt.

Harriet Lenze, Sie ist Ludwigs uneheliche Tochter, von der noch niemand etwas weiß. Harriet hat die Begabung ihres Vaters geerbt, sie ist Feinbäckerin und kommt, um ihr Erbe einzufordern.

Die drei Frauen versprechen schon gute und turbulente Unterhaltung. Diese bekommen die Leser*innen auch.
Nach dem Tod von Ludwig muss Auguste feststellen, dass Ludwig lange Zeit eine Affäre hatte, aus der eine Tochter hervorging.
Außerdem hat er einen Landgasthof gekauft, der ziemlich heruntergekommen ist und die Familie zu ruinieren droht.

Mirjam Müntefering hat interessante Charaktere ins Leben gerufen. Die drei Frauen haben alle ihre Stärken und gefallen mir gut. Zu Beginn bekämpfen sie sich gegenseitig, bis sie spüren, dass sie zusammen so viel stärker sind.

„Ein Sturm zieht auf“, dieser Untertitel passt gut zu diesem Band, denn es scheint alles infrage gestellt, was die Familie bisher ihren Besitz nannte. Doch die drei Frauen zeigen, was in ihnen steckt.

Mirjam Müntefering hat einen flüssigen und gut verständlichen Schreibstil. Gekonnt führt sie ihre Leser*innen zurück in die Anfänge des 20. Jahrhunderts.
Die Familiengeschichte wird unterhaltsam und interessant erzählt, auch wenn manches schon recht vorhersehbar ist.

„Die Honigfrauen – Ein Sturm zieht auf“ ist ein gelungener Auftakt der „Honigfrauen-Saga“ und macht Lust auf den 2. Band“ Die Honigfrauen – Eine neue Heimat“ der im August erscheinen soll.

Die Schwartau-Schwestern

Romy Herold
Historischer Roman
509 Seiten
erschienen im Blanvalet Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Blanvalet Verlag für das Rezensionsexemplar

Die Entstehungsgeschichte der Schwartau Konfitüren

Klappentext:
Fruchtige Süße, als hätte man das Glück in Rubinrot eingefangen. Als die Schwestern Emma und Tilde Fromm 1899 in Rostock den Zug besteigen, um einen Neuanfang in Schwartau zu wagen, ist die geliebte selbstgemachte Erdbeermarmelade natürlich im Gepäck. Die Frauen ahnen nicht, dass dieses kleine Stück Heimat der Grundstein für ein florierendes Familienunternehmen sein wird, dessen Konfitüren die Welt erobern. Doch der Weg dahin ist gespickt mit Intrigen und Widerständen. Und nicht nur ein Mal müssen Emma und Tilde Mut und Ideenreichtum beweisen, um ihren großen Traum Wirklichkeit werden zu lassen.

„Die Schwartau-Schwestern“ von Romy Herold ist eine Geschichte über die Anfänge der bekannten Schwartau-Konfitüre.
Romy Herold hat mich schon mit ihrer Geschichte über Ritter Sport begeistert. Jetzt war ich auf dieses Buch schon gespannt.
Hinter dem Pseudonym Romy Held verbergen sich Eva-Maria Bast und Jørn Precht, die mir beide durch ihre historischen Romane bekannt sind.

Die Geschichte erzählt aus den Jahren 1899 bis 1928 und erzählt von der Erfolgsgeschichte der Schwartau Konfitüre. Es war allerdings kein leichter Weg, den die Schwestern da gegangen sind.
1899 reisen sie von Rostock nach Schwartau. Im Gepäck ihre geliebte und selbstgemachte Erdbeermarmelade.
In Schwartau haben die Brüder schon eine Fabrik für Bohnerwachs.
Da Marmelade immer beliebter wird, wollen die Schwestern diese im großen Umfang herstellen und vermarkten. Die Brüder wagen den Versuch neben dem Bohnerwachs auch die Marmelade zu produzieren.
Bis der Erfolg sich einstellt, sind viele Hindernisse zu überwinden, auch der 1. Weltkrieg ist ein herber Rückschlag für die Schwestern. Doch die lassen sich nicht unterkriegen. Der Erfolg, der bis heute anhält, gibt ihnen Recht.

Romy Herold erzählt mit diesem Roman ein Stück Zeitgeschichte. Die Leser*innen können der Entstehung der Schwartau-Marmeladenfabrik folgen und erfahren am Rande noch einiges aus der Zeit der Handlung.

Die Charaktere werden gut beschrieben. Die Schwestern sind mutige, selbstständige junge Frauen, die mir gut gefallen haben. Am Ende der Geschichte wird die Familie Fromm noch einmal näher beleuchtet, was ich sehr gut finde.

Der Schreibstil des Autorenduos ist flüssig und gut verständlich.
Ich bin schnell ganz tief in die Geschichte eingetaucht und habe das Buch mit über 500 Seiten an zwei Abenden gelesen.

Das Schicksal der Herzogin

Johanna von Wild
Historischer Roman
408 Seiten
erschienen im Gmeiner Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Gmeiner Verlag für das Rezensionsexemplar.

Sibylla, Herzogin von Württemberg

Klappentext:
Sibylla von Anhalt wächst Mitte des 16. Jahrhunderts unbeschwert auf Schloss Dessau auf, teilt das Interesse ihrer Stiefmutter an Heilkräutern und heiratet Friedrich von Mömpelgard. Für beide ist es eine Liebesheirat und die Familie wächst schnell. Doch bald trübt sich das Glück. Als Friedrich Herzog von Württemberg wird, kommt es nicht nur zwischen den Eheleuten, sondern auch mit den Landständen zu Spannungen. Sibyllas einzige Lichtblicke sind die Arzneikammer und die heimlich erblühende Liebe zum Arzt von St. Catharina.

„Das Schicksal der Herzogin“ von Johanna von Wild ist ein historischer Roman über Sibylla von Württemberg.

Johanna von Wild schickt ihre LeserInnen in das 16. Jahrhundert. Die junge Sibylla von Anhalt wächst behütet auf Schloss Dessau auf und lernt von ihrer Stiefmutter alles über Heilkräuter.

Wir lernen Sibylla schon bei ihrer Geburt kennen und begleiten ihren Lebensweg. Sie ist das 4. Kind und wächst in liebevoller Umgebung auf. Schon als Kind lernt sie Friedrich von Mömpelgard kennen. Sein Zuhause ist nicht so liebevoll wie das von Sibylla.
Sibylla und Friedrich heiraten aus Liebe, nicht weil die Eltern die Kinder einander versprochen haben. Die Ehe ist glücklich und die Familie wächst. Erst als Friedrich Herzog von Württemberg wird, ändert sich das. Sibylle ist als Herzogin von Württemberg auf einmal der Unbill ihres Ehemannes ausgesetzt. Sie leidet sehr unter der Veränderung ihres Mannes.
Sibylla findet zurück zu ihren Heilkräutern und lernt den Arzt von St. Catharina kennen.

Johanna von Wild erzählt den Lebensweg von Sibylla emotional und interessant. Mir hat es viel Freude gemacht, Sibylla auf ihrem Weg zu begleiten und ihre Entwicklung mitzuerleben.
Vom kleinen Kind wird sie zur liebenden Frau und später zur Herzogin von Württemberg.
Die Ränkespiele und die Machtkämpfe am Hof setzten ihr zu, dazu kommt noch, dass ihr Ehemann sich sehr verändert und es auch mir der Treue nicht mehr so genau nimmt.

Mir war Sibylla schnell sympathisch und ich habe sie gerne begleitet. Ich habe mit ihr gelacht und mit ihr geweint.

Auch das 16. Jahrhundert wird von Johanna von Wild gekonnt widergespiegelt. Man fühlt sich schnell in diese Zeit versetzt.

Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und leicht verständlich.

Am Anfang ist ein Personenverzeichnis, in dem die realen Persönlichkeiten markiert sind. Das finde ich bei historischen Romanen immer sehr hilfreich.

Mit ihrem Roman „Das Schicksal der Herzogin“ hat mich Johanna von Wild wieder einmal begeistert.

Die Geschichte der Anna de Breuil

Helmuth Boeger
Historischer Roman
586 Seiten
erschienen im Selfpublishing
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an Helmuth Boeger für das Rezensionsexemplar

Eine starke Frau-eine großartige Geschichte

Klappentext:
Bevor sie zur gefürchteten Mylady de Winter wird, ist sie Anna, eine begabte Novizin, gefangen zwischen Klostermauern und den Intrigen der Mächtigen. Ulm, im Jahr 1613: Die Welt steht am Abgrund des Dreißigjährigen Krieges. Die dreizehnjährige Anna de Breuil wird von ihrem Vater, einem katholischen Festungsbauer, in die Obhut des Klarissenklosters Söflingen gegeben. In der Stille der Klausur scheint ihr Weg vorgezeichnet: ein Leben im Gebet, fernab der Wirren der Welt. Doch Anna ist anders. Sie ist hochbegabt und besitzt eine Beobachtungsgabe, die den Jesuiten nicht verborgen bleibt. Was als Ausbildung zur gebildeten Nonne beginnt, entpuppt sich bald als Rekrutierung für ein tödliches Netzwerk. Der Orden erkennt in ihr das perfekte Werkzeug für die Verteidigung des Glaubens und der Krone. Ihr Weg führt sie von den staubigen Straßen der Gascogne bis in die glanzvollen, aber hasserfüllten Hallen des Louvre. In Paris wird sie Teil des geheimnisvollen „Corps Saint-Sacrement“. Zwischen Fechtunterricht, Kryptografie und der gefährlichen Nähe zum jungen König Ludwig XIII. muss Anna lernen, dass Schönheit eine Waffe und Identität nur eine Maske ist. Doch während sie für die Mächtigen spioniert und in die dunkelsten Folterkeller der Bastille blickt, stellt sie sich die alles entscheidende Frage: Wie viel von ihrer eigenen Seele muss sie opfern, um in einer Welt zu überleben, die von Männern regiert wird?

„Die Geschichte der Anna de Breuil“ von Helmuth Boeger erzählt die Vorgeschichte der Romanfigur „Mylady de Winter“ aus „Die drei Musketiere“ von Alexandre Dumas.

Viele Bücherliebhaber kennen „Die drei Musketiere“ und somit auch Mylady de Winter, aber wer war Mylady de Winter wirklich?
In diesem Roman lässt Helmuth Boeger die Romanfigur lebendig werden.

Die Hauptperson ist natürlich Anna de Breuil, die spätere Mylady de Winter.
Anna wächst als Novizin hinter Klostermauern auf. Sie ist hochbegabt, was auch die Nonnen recht schnell merken. Anna hat eine gute Beobachtungsgabe, was der Orden sich zu Nutze macht. So wird Anna im Dreißigjährigen Krieg als geheime Waffe eingesetzt.

Helmuth Boeger erzählt sie Geschichte unterhaltsam und spannend. Nach wenigen Seiten bin ich so tief in die Geschichte eingetaucht, dass ich das Buch kaum noch aus der Hand legen konnte.

Die Charaktere werden gut beschrieben. Besonders Anna de Breuil gefällt mir gut. Es ist sehr spannend ihre große Entwicklung, die sie in diesem Roman durchlebt mitzuerleben. Sie wird von der jungen Anna zu einer selbstbewussten Frau, die sich in einer Welt aus Intrigen und Macht behaupten muss.

Die Handlungsorte werden sehr anschaulich beschrieben. Egal ob Kloster oder der Königshof von Ludwig XIII, man hat schnell Bilder im Kopf.

Der Schreibstil von Helmuth Boeger ist flüssig und gut verständlich. Die Sprache passt sehr gut zu der Zeit der Handlung.

„Die Geschichte der Anna de Breuil“ ist ein spannender und interessanter Roman, den ich mit großer Freude gelesen habe.

Der Fluch des Diamanten

Simon Elson
Historischer Kriminalroman
248 Seiten
erschienen im Selfpublishing
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an Simon Elson für das Rezensionsexemplar

Spannung mit Historie gekonnt verknüpft

Klappentext:
Johanna und Leonhard Maier reisen 1875 inkognito nach Rom, um einen heiklen Auftrag für Preußen zu erfüllen. Doch sie stoßen auf grausame Verbrechen und auf ein Geheimnis, das seit Jahrzehnten verborgen liegt.
In den winkeligen Gassen der Ewigen Stadt regieren Lügner und Mörder. Als die Geschwister selbst ins Visier geraten, wird ihnen klar: Wen der Fluch des Monddiamanten trifft, der bezahlt mit seinem Leben.

„Der Fluch des Diamanten“ ist der 2. Band der Reihe „Geschwister Maier“ von Simon Elson.

Der Autor schickt seine Leser*innen zurück in das Jahr 1875.
Die Geschwister Johanna und Leonhard Maier haben eine Detektei in Berlin. Ein Fall schickt sie bis nach Italien. Hier soll der Sohn des reichen Kanonen-Barons ein Lotterleben führen. Er wurde mehrmals in Frauenkleidern gesehen. Die Detektive sollen dem Einhalt gebieten. Doch was wirklich dahintersteckt, entblößt sich erst ganz langsam.

Simon Elson verbindet gekonnt, klassische Kriminalelemente mit einer dichten historischen Atmosphäre.

Die Charaktere sind gut gezeichnet und wirken lebendig.
Johanna Maier bricht mit den Konventionen ihrer Zeit. Als scharfzüngige und hochintelligente Beobachterin lässt sie sich nicht in das Korsett weiblicher Rollenbilder des 19. Jahrhunderts drängen. Sie besitzt die Gabe, Details wahrzunehmen, die anderen entgehen, dass macht sie zur treibenden Kraft der Ermittlungen.

Leonhard Maier: ist meist der besonnenere Gegenpart. Während Johanna impulsiv und intuitiv agiert, bringt Leonhard die nötige preußische Gründlichkeit und das taktische Geschick mit. Die geschwisterliche Vertrautheit, aber auch die gelegentlichen Reibereien zwischen den beiden, verleihen der Geschichte etwas Menschliches.

Simon Elson beweist hier sein Talent für „dunkle Geschichten.
Die Mischung aus Aberglauben und politischer Intrige ist interessant und spannend zugleich.
Die Zeit der Handlung wird authentisch wiedergegeben. Die Sprache passt gut in die Zeit.

„Der Fluch des Diamanten“ ein spannender historischer Krimi, ich habe das Buch gerne gelesen.

Der Fährmann

Regina Denk
Historischer Roman
380 Seiten
erschienen im Droemer Knaur Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Droemer Knaur Verlag für das Rezensionsexemplar

Fesselnder und tiefgründiger Roman

Zum Inhalt
Die Geschichte ist im Anfang des 20. Jahrhunderts angesiedelt. Hannes Winkler ist Fährmann und darf aus beruflichen Gründen nicht heiraten. Ein Fährmann ist der Gewalt des Wassers ausgesetzt und sollte im Fall eines Unglücks keine zu versorgenden Hinterbliebenen zurücklassen.

Doch Hannes ist in Elisabeth verliebt und Elisabeth hegt auch Gefühle für Hannes, sie ist jedoch Josef Steiner versprochen.
Elisabeths Freundin Annemarie hingegen hegt Gefühle für Josef.

So hat jeder der vier jungen Menschen Gefühle und Träume, die zum Scheitern verurteilt sind.

Der Fährmann Hannes, fährt auf der Salzach immer zwischen Hohenwart und Siegering hin und her. Die Salzach trennt nicht nur die zwei Orte, die durch Freundschaft und Handel eng verbunden sind, sondern auch Deutschland und Österreich. Um so wichtiger ist der Fährmann, der die Verbindung zwischen den 2 Orten ermöglicht.

Als der 1. Weltkrieg ausbricht, gerät das Leben der 4 jungen Menschen und auch die Beziehung zwischen den 2 Orten in einen tiefen Strudel.

Regina Denk erzählt die Geschichte tiefgründig und lässt je weiter man vorankommt, dunkle Wolken aufziehen.

Die Charaktere lernt man zum Teil schon als Jugendliche kennen und verfolgt ihr Leben einige Jahre.
Hannes muss einer Tradition folgen und den Job des Fährmanns übernehme. Das Leben als Fährmann ist der Einsamkeit verschrieben.
Elisabeth ist von den Eltern dem Bauern Josef versprochen. Ein bösartiger und gewaltbereiter Charakter, mit dem ich mich nicht anfreunden konnte.
Annemarie musste schon als junges Mädchen in der Gaststube der Eltern helfen.

Regina Denk lässt die Leser*innen an dem Leben der Charaktere teilhaben. Beim Lesen lernt man die jungen Menschen gut kennen und lieben, oder im Fall von Josef eben zu verachten.

Die Handlungsorte werden von der Autorin anschaulich beschrieben.

Regina Denk erzählt die Geschichte mit viel Tiefgang. Die Traditionen und der zum Teil von den Eltern vorgegebene Lebensweg und der Zwang, der damit verbunden ist, wird gut vermittelt. Auch der Krieg, der 2 befreundete Orte und die dort lebenden Menschen, die wie durch ein Band verbunden sind, spalten will ist anschaulich beschrieben.

Der Schreibstil von Regina Denk ist flüssig und gut verständlich. Dieb Sprache passt großartig in die Zeit der Handlung.

„Der Fährmann“ ist ein fesselnder historischer Roman, den ich mit großem Interesse und mit großer Freude gelesen habe.

Die Bestie von Dresden

Frank Goldammer
Historischer Kriminalroman
349 Seiten
erschienen im dtv Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den dtv Verlag für das Rezensionsexemplar

Krimi und historischer Roman spannend verknüpft

Klappentext:
Der sonnige Mai 1883 wird für die Dresdner zum Schreckensmonat: Aus dem Zoologischen Garten soll ein Tiger ausgebrochen sein und die Stadt unsicher machen. Zeitgleich treibt ein Serienmörder sein Unwesen, der es offenbar auf die Söhne und Töchter reicher Bürger abgesehen hat. Ein äußerst heikler Fall für Kriminalrat Gustav Heller und seinen Assistenten Schrumm. Als ihr Verdacht auf einen Ex-Zuchthäusler fällt, werden sie sofort von dessen ehrgeizigem Anwalt unter Druck gesetzt. Zu Hellers großem Ärger mischt sich auch der vom Zoo wegen des Tigers um Hilfe gebetene Wildtierexperte namens Karl May immer mehr in die Polizeiarbeit ein. Während das Raubtier noch frei herumläuft, geschieht ein weiterer Mord an einer jungen Frau.

„Die Bestie von Dresden ist der 3. Band der Kriminalrat Gustav Heller Reihe von Frank Goldammer.

Der Autor entführt seine Leser*innen nach Dresden in das Jahr 1883.
Im Mittelpunkt steht Gustav Heller, der Großvater von Max Heller aus der Bestseller-Reihe Max Heller.
Gustav Heller ist ein sehr starker Mann mit einem großen Gerechtigkeitsgefühl. Er kann aber auch manchmal ganz schön aufbrausend sein.
Nur sein Assistent Adelbert Schrumm und seine Frau Helene wissen ihn zu nehmen.
Mit seinem Sohn Albert ist er sehr streng. Natürlich möchte er nur das Beste für Albert, aber das erkennt man nicht immer. So hat Albert auch sein Elternhaus verlassen und lebt bei den künftigen Schwiegereltern in eher einfachen Verhältnissen.
Seine Tochter Johanna hingegen vergöttert er, was daran liegt, dass Johanna eine angeborene Herzschwäche hat und ihr Zimmer nur selten verlassen kann.

Es fängt damit an, dass in Dresden aus dem Zoo ein Tiger entlaufen ist. Die Bevölkerung ist in Aufruhr. Auch Gustav Heller und seine Leute sichern das betroffene Gebiet ab, der Tiger allerdings lässt sich nicht Blicken.
Dafür gibt es Opfer eines Mörders. Nach und nach tauchen tote Jugendliche, aus gutem Hause auf. Gustav Heller hat wechselnde Verdächtige und verschiedene Theorien. Beweise hat er allerdings nicht.

Gekonnt hat Frank Goldammer die Zeitenwende geschafft und geht jetzt schon mit dem 3. Band seiner neuen Krimireihe zurück zu Gustav Heller.
Auch wenn Gustav Heller etwas schwierig ist, finde ich ihn als Protagonist sehr interessant.
Er hat sehr innovative Gedanken darüber, was die Ermittlungen erleichtern könnte.
Die Polizei und die Spurensicherung waren zu dieser Zeit lange nicht so ausgerüstet wie heute.
Interessant ist auch die Beschreibung von Dresden im Jahr 1883. Die Fortbewegung war, wenn nicht zu Fuß, dann mit Pferd oder Kutsche. Der Zoo in Dresden war zu dieser Zeit hoch verschuldet. Von dem neuen Tiger versprach man sich mehr Publikum. Doch der war erst einmal entlaufen. Als Kenner von Großtieren und als Berater tritt in diesem Band Karl May auf.

Frank Goldammer hat mich wieder einmal mit seiner Geschichte begeistert.
Er beschreibt die Handlungsorte sowie die Zeit der Handlung sehr eingängig. Man kann sich schnell ein Bild davon machen.
Sein Schreibstil ist flüssig und leicht verständlich. Die Seiten fliegen beim Lesen nur so dahin.
Als treue Leserin der Max-Heller-Reihe hat mich die Gustav Heller Reihe gleich mit ihrem 1. Band in ihren Bann gezogen.
Ich bin auch bei „Die Bestie von Dresden“ wieder schnell tief in die Geschichte eingetaucht.

Jetzt freue ich mich, wenn es einen neuen Fall für den Kriminalrat Gustav Heller geben wird.

Schloss Egeskov

Anne-Grethe Bjarup Riis und Thomas Rydahl
Historischer Roman
524 Seiten
erschienen im Blanvalet Verlag
Übersetzt von Ricarda Essrich
Meine Bewertung:
4 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Blanvalet Verlag für das Rezensionsexemplar

Dänisches Downton Abbey

Klappentext:
Fünen, Dänemark, 1874. Auf Schloss Egeskov herrscht große Aufregung: Graf Frederik soll heiraten. Doch die Verantwortung lastet schwer auf den Schultern des jungen Schlossherrn, während seine Schwester Jessie ganz andere Pläne hat. Sie will nach Paris, zum Studium an der Sorbonne. Doch dann kommt es zu einem tragischen Unfall, woraufhin die Bewohner des Schlosses von den Dienstboten bis zur Herrschaft großen Herausforderungen entgegensehen. Vor allem für Jessie wird sich alles ändern.

„Schloss Egeskov“ von Anne-Grethe Bjarup Riis und Thomas Rydahl entführt die Leser*innen nach Dänemark in die 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts.
Es ist der 1. Band der „Egeskov-Saga“ und ich war sehr gespannt.

Die Geschichte erzählt von Schloss Egeskov, seinen Bewohnern und die Dramen, die sich hinter den Mauern abspielen.

Der Schlossherr Graf Frederik steht kurz vor der Verlobung mit der jungen Komtesse Adele.
Die Schwester des Grafen, Baroness Jessie möchte gerne in Paris leben, zusammen mit dem Sohn des Pastors.

Auch die Angestellten haben Träume, die nur schwer zu verwirklichen sind.

Doch ein Unfall bringt das Leben der Adelsfamilie und das der Angestellten gehörig durcheinander.

Anne-Grethe Bjarup Riis und Thomas Rydahl geben den Leser*innen einen guten Einblick in das Leben auf Schloss Egeskov. Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt und so lernt man die Adelsfamilie und auch die Angestellten gut kennen.

Die Charaktere werden gut beschrieben und realistisch und lebendig dargestellt.
Auch das Schloss, das von Wasser umgeben ist, kann man sich anhand der Beschreibung gut vorstellen.

Der Vergleicht mit Dowton Abbey passt meiner Meinung nach sehr gut. Auch in dieser Geschichte haben die Leser*innen Einblick in das Leben der Adeligen und i das der Angestellten.

Der Schreibstil von Anne-Grethe Bjarup Riis und Thomas Rydahl ist flüssig und gut verständlich. Vor allem ist sie aus einem Guss, man spürt nicht, dass zwei Personen an dieser Geschichte geschrieben haben.

Einiges in der Geschichte entspricht der Realität und einiges ist Fiktion. Die beiden Autoren verweben Realität und Fiktion so fein zu einem großen Ganzen, dass man es nicht mehr zu Trennen vermag.

Ich habe „Schloss Egeskov“ mit Freude gelesen und bin schon auf den 2. Band gespannt.

Die Erfinderin der Freiheit

Elke Becker
Historischer Roman
359 Seiten
erschienen im Heyne Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an das Bloggerportal und den Heyne Verlag für das Rezensionsexemplar

Die Erfindung des BH‘s

Klappentext:
Dresden 1908: Eine neue Zeit beginnt, die Jahre der großen Erfindungen sind angebrochen. Christine arbeitet als Therapeutin im weltbekannten Sanatorium Lahmann. Während ihrer Behandlungen fallen die feinen Damen in ihren engen Korsetts reihenweise in Ohnmacht, was Christine auf eine weltverändernde Idee bringt: Sie entwickelt den ersten Büstenhalter. Die ersten Modelle aus zusammengenähten Stofftaschentüchern und Hosenträgern finden zunächst wenig Anklang in der feinen Gesellschaft, die Damen lehnen das neue Kleidungstück ab. Zum Glück gibt es Julia, Lotta und Amalie, die Christine bei der Weiterentwicklung des BHs unterstützen. Die vier Freudinnen leben in einem gemeinsamen Wohnhaus und befeuern sich gegenseitig beim Ausprobieren und Tüfteln an neuen Ideen. Und sie geben Christine Halt – ganz besonders als der charmante Franz im Sanatorium anreist, der jedoch in Begleitung von Johanna ist.

„Die Erfinderin der Freiheit“ ist ein interessanter historischer Roman von Elke Becker. Die Autorin hat mich schon mit ihrer „Kölln-Saga“ begeistert und ich habe mich sehr auf das neue Buch gefreut.

Es geht zurück ins frühe 20. Jahrhundert. Im Mittelpunkt steht Christine, eine junge Therapeutin in einem weltbekannten Sanatorium. Hier sieht sie all das, was ein enges Korsett mit den Damen anstellt. Wobei eine Ohnmacht noch das Harmloseste ist.
Christine möchte den Frauen zu mehr Freiheit verhelfen. So erfindet Christine den BH. Das erste Stück ist noch ziemlich primitiv, es besteht aus Hosenträgern und Stofftaschentüchern. Damit stößt die junge Frau auch auf Ablehnung in der Frauenwelt.
Mit der Unterstützung von Julia, Amalie und Lotta tüftelt Christine ein vorzeigbares Model aus.

Elke Becker ist mit diesem Roman wieder eine interessante und unterhaltsame Geschichte gelungen.
Die Charaktere sind gut gezeichnet, wie aus dem realen Leben entsprungen.
Dabei ist Christine Hardt tatsächlich eine historisch überlieferte Person. Auch wenn man nicht sehr viel von ihr in Erfahrung bringen kann. So hat Christine Hardt im Sanatorium Lahmann gearbeitet und dort auch feststellen müssen, dass viele Frauen auf Grund des Korsetts missgebildete Organe haben.
So hat Frau Hardt auch 1899 beim Kaiserlichen Patentamt ihren Brusthalter angemeldet.
Dies ist Grund genug für Elke Becker über die Frau zu recherchieren.

Elke Becker erzählt das Leben der 4 Frauen auf eine sehr realistische Art.
So erzählt sie auch die Geschichte abwechselnd aus den Perspektiven der vier Frauen. Man kommt so den Frauen auch näher und kann sich richtig in ihr Denken hineinversetzten.

Der Schreibstil von Elke Becker ist wie immer flüssig und gut verständlich.

Die Autorin hat aus historischen Überlieferungen und ihrer schriftstellerischen Freiheit eine wirklich schöne Geschichte gesponnen.

Mir hat das Lesen von „Die Erfinderin der Freiheit“ viel Freude bereitet.

Die Begine und das dunkle Geheimnis

Silvia Stolzenburg
Historischer Roman
274 Seiten
erschienen im Gmeiner Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Gmeiner Verlag für das Rezensionsexemplar

Spannender Historischer Kriminalroman

Klappentext:
Ulm 1416: Als eine reiche Kaufmannswitwe tot in ihrem Bett aufgefunden wird, bezichtigen böse Zungen die ehemalige Begine Anna Ehinger des Mordes. Die Arznei, die sie der Witwe am Abend ihres Todes verabreicht hat, soll Gift gewesen sein. Zwar glaubt der Rat nicht an Annas Schuld, doch als brutale Morde die Stadt in Angst und Schrecken versetzen und die junge Beginen-Novizin Luzia spurlos verschwindet, beschließt Anna, sich auf die Suche nach dem Schuldigen zu machen. Schnell wird klar: In Ulm geht ein Dämon um, der es auf weit mehr als nur auf die Träume der Kinder abgesehen hat.

„Die Begine und das dunkle Geheimnis“ ist der 8. Band der Reihe „Die Begine von Ulm“ von Silvia Stolzenburg.

Die Autorin schickt ihre Leserinnen, in diesem Historischen Kriminalroman nach Ulm in das Jahr 1416.

Die ehemalige Begine Anna, soll trotz ihrer Heirat die Novizin Luzia in die Wirkung und Anwendung der Heilkräuter einführen.
Als die Kaufmannswitwe Senft tot in ihrem Bett gefunden wird, gerät Anna in Verdacht ihr Gift verabreicht zu haben. Denn Anna hat der Witwe am Abend zuvor eine Medizin gebracht.
Kurz darauf wird die Stadt durch grausame Morde in Atem gehalten und auch die junge Novizin Luzia, die die Tochter des Bürgermeisters ist verschwindet spurlos.
Anna nimmt die Suche nach dem Täter und nach der Novizin auf.

Silvia Stolzenburg erzählt die Geschichte unterhaltsam und spannend.
Für mich ist es das erste Buch der Reihe und ich habe mich mit dem Begriff Begine erst einmal auseinandersetzten müssen. Beginen leben wohl in einer christlichen Gemeinschaft zusammen und haben sich auf das Heilen kranker und armer Menschen spezialisiert. Im Gegensatz zu Nonnen legen Begine kein Gelübde ab.
Das fand ich interessant und Anna hat mir auch gleich gut gefallen.

Silvia Stolzenburg hat interessante und sympathische Charaktere ins Leben gerufen. Sie wirken alle lebendig und wie aus dem echten Leben entsprungen.

Die Zeit der Handlung wird sehr gut widergespiegelt und die Handlungsorte anschaulich beschrieben.

Die Suche nach dem Täter der sein Unwesen in Ulm treibt wird spannend erzählt-

Der Schreibstil von Silvia Stolzenburg ist flüssig und gut verständlich.

„Die Begine und das dunkle Geheimnis“ vereint meine zwei liebsten Genres, Krimi und historischer Roman. Ich habe das Buch mit Freude gelesen.