Der geheime Apfelgarten – Getrennte Weiten

Rebekka Eder
Historischer Roman
425 Seiten
erschienen im Rowohlt Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Rowohlt Verlag für das Rezensionsexemplar

Im Schatten der Cholera

Zum Inhalt:
Im Mittelpunkt steht die junge Kea Loop.
Nach dem schmerzhaften Verlust ihrer Mutter findet Kea Zuflucht im verwilderten Apfelgarten der Familie, wo sie versucht, eine ganz besondere Apfelsorte zu züchten.
Doch die Grenzen erschweren das Vorhaben. Finkenwerder ist geteilt, in Hamburg und Preußen. Der ersehnte und vielversprechende Keimling wächst ausgerechnet hinter der Landesgrenze.
Schlimmer noch, der Keimling befindet sich auf dem Land des verfeindeten Nachbarn Rentfeld.
Heimlich überschreitet Kea die Grenze und wird vom Knecht der Familie Rentfeld bemerkt.
Doch Kristen Focke verrät Kea nicht, er unterstützt sie und zwischen den beiden entwickelt sich eine Liebesgeschichte. Doch der Ausbruch der Cholera trennt die beiden.

„Der geheime Apfelgarten – Getrennte Welten“ ist der erste Band der zweiteiligen Elbinsel-Saga von Rebekka Eder.
Die Autorin hat mich schon mit ihrem Roman „Hyazinthenschwestern“ begeistert. Jetzt war ich auf ihr neues Werk gespannt.

Rebekka Eder hat wieder großartige und tiefgründige Charaktere entworfen.
Kea Loop ist eine willensstarke und unerschrockene junge Frau. Ihre Leidenschaft ist die Natur. Ihr Vorhaben ist es, den perfekten Apfel zu züchten.
Kristen Focke ist ein loyaler Knecht, der trotz aller Empathie und Tatkraft beweist.
Seine Verbindung zu Kea überwindet gesellschaftliche Grenzen.
Die Familie Rentfeld dient als Antagonist in dieser Geschichte.
Auch die Nebenfiguren bereichern die Geschichte ungemein.

Rebekka Eder schreibt angenehm flüssig, bildhaft und gut verständlich. Ihre detailreiche Beschreibung sorgt dafür, dass ich schnell Bilder vor Augen hatte.
Die historischen Fakten fließen unterhaltsam und interessant in die Geschichte ein. Mir war nicht bekannt, dass Finkenwerder einst geteilt war.
Der Schrecken der Cholera-Epidemie wird gut widergespiegelt.
Der Wechsel der Erzählperspektive hält die Spannungskurve hoch.
Der Handlungsort Finkenwerder mit seiner Zerrissenheit wird gut vermittelt.

Rebekka Eder schafft es zum einen eine idyllische Atmosphäre mit dem Duft des Apfelgartens zu erzeugen, der sich mit der bedrückenden Atmosphäre der Cholera-Epidemie abwechselt.

„Der geheime Apfelgarten – getrennte Welten“ hat mich begeistert. Ich freue mich schon auf den 2. Band „Der geheime Apfelgarten – Geteilte Träume“, der im April 2027 erscheinen soll.

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