Die Klippe – Ort ohne Wiederkehr

S. K. Tremayne
Thriller
412 Seiten
Übersetzt aus dem Englischen von Susanne Wallbaum
erschienen im Droemer Knaur Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Droemer Knaur Verlag für das Rezensionsexemplar

Pageturner mit Gänsehautmomenten

Klappentext:
Chamäleon Otto hilft ihr bei Entscheidungen und ihre Oma ist ihr Tor zur Welt: Die forensische Psychologin Karenza Bray lebt zurückgezogen an der einsamen Küste Cornwalls, seit ihre kleine Tochter auf tragische Weise ums Leben kam.
Als ihr Ex-Mann, Staatsanwalt in Truro, sie um Unterstützung bei einem Fall bittet, will Karenza erst ablehnen. Doch es geht um traumatisierte Kinder, die ihre Hilfe brauchen. Die Mutter der beiden wurde tot an der Steilküste gefunden, jetzt beschuldigen sich der fünfjährige Solomon und die zehnjährige Grace gegenseitig des Mordes.
Bald zieht der rätselhafte Fall Karenza immer tiefer in seinen Bann. Im prächtigen Gutshaus der Familie haben die Schatten Geheimnisse, Solomon spricht mit Geistern und Grace führt eindeutig irgendetwas im Schilde. Karenza vertraut fest auf die Wissenschaft. Ein haunted house, nicht euer Ernst?! Doch dann sieht und hört sie Dinge, die nicht da sein können.

„Die Klippe – Ort ohne Wiederkehr“ ist der 1. Band der Psychothrillerreihe The Roseland von S. K. Tremayne.

Im Mittelpunkt steht die forensische Psychologin Karenza Bray. Seit dem Tod ihrer Tochter hat Karenza sich zurückgezogen. Auch als ihr Ex-Mann, ein Staatsanwalt, sie in einem Fall um Hilfe bittet, möchte sie erst ablehnen.
Doch es geht um zwei Kinder, deren Mutter tot aufgefunden wurde. Also entscheidet sich Karenza doch, in diesem Fall zu helfen. Das Kuriose ist, die beiden Kinder beschuldigen sich gegenseitig des Mordes an der Mutter. Karenza taucht tief in die Familiengeschichte ein und kann nicht glauben, auf was sie stößt.

S. K. Tremayne versteht es, schnell Spannung aufzubauen und diese auch bis zum Ende aufrechtzuerhalten. Auch für einige Gänsehautmomente sorgt der Autor.

Die Charaktere sind gut gezeichnet und vielschichtig.
Karenza war mir gleich sympathisch. Sie ist selbst von der Vergangenheit gezeichnet. Dem Fall begegnet sie mit Logik und guten Schlussfolgerungen.

Die Geschwister Grace und Solomon haben mein Mitleid geweckt. Ihr Verhalten konnte ich zu Beginn nicht verstehen. Im Laufe der Geschichte und dem, was man alles erfahren hat, haben mir sehr leidgetan.

Der Schreibstil von S. K. Tremayne ist flüssig und gut verständlich.
Mich hat er mit seinem neuen Thriller schnell gefesselt.

„Die Klippe – Ort ohne Wiederkehr“ ist der ist ein gelungener Auftakt der neuen Thrillerreihe. Ich freue mich schon jetzt auf weitere Bände.

Filmriss auf Immenhof: Trippel. Trappel. Tot.

Karsten Dusse
Roman
316 Seiten
erschienen im Heyne Verlag
Meine Bewertung:
4 von 5 Sternen

Vielen Dank an das Bloggerportal und den Heyne Verlag für das Rezensionsexemplar

Tod auf Immenhof

Klappentext:
Die Kriminalpsychologin Sophia, geschieden, zweifache Teenager-Mutter und frisch getrennt, schenkt sich zum 45. Geburtstag ein Wochenende auf Gut Immenhof, für Sie der sehnsuchtsvolle Inbegriff von heiler Welt und Geborgenheit. Nach einer Retro-Party mit Pony-Romantik und Wodka Red Bull wacht sie allerdings mit einem Filmriss neben der abgetrennten Hand ihres Ex-Freundes auf. Da sie offenbar selbst ein Motiv für die Tat hatte, ermittelt sie lieber gleich gegen sich. Zwischen Kindheitsidyll und Mord rekonstruiert sie die Nacht und findet dabei überraschend zu sich selbst zurück.

Mit seinem Roman „Filmriss auf Immenhof: Trippel. Trappel. Tot.“ entführt Karsten Dusse seine Leser*innen an einen Ort, der einst Filmgeschichte geschrieben hat. Auf den Immenhof.

Karsten Dusse hat wie gewohnt, skurrile Charaktere ins Leben gerufen.
Die Kriminalpsychologin Sophia trägt die Geschichte fast im Alleingang.
Sie erwacht nach einer Retro-Party und neben ihr liegt nicht etwa ihr Ex-Freund, nein, sein Arm liegt neben ihr.
Sophia hat zwar mit dem Gedanken gespielt, ihren Ex zu beseitigen. An den vergangenen Abend kann sie sich jedoch kaum erinnern.
Jetzt ermittelt Sophia gegen sich selbst und arbeitet dabei ihre Vergangenheit auf.

Die Kulisse des Immenhof hat bei mir Kindheitserinnerungen wach werden lassen. Ich habe Immenhof geliebt.
So war die Atmosphäre für mich auch das Kernstück der Geschichte:
Die zuckersüße Nostalgie-Sehnsucht des Immenhof-Hotels habe ich genossen.
Im Gegensatz dazu stand ein Gewaltverbrechen, das aufgeklärt werden muss.
Ein Kontrast zwischen romantischer Nostalgie und skurriler Krimikomödie sorgt für viel Ironie.

Karsten Dusse hat einen flüssigen und gut verständlichen Schreibstil. Seinen bösen Humor setzt er punktgenau ein.
Der Roman lebt von scharfzüngigen Dialogen und absurden Einfällen bei der Spurensuche.

„Filmriss auf Immenhof: Trippel. Trappel. Tot.“ Ist eine Krimikomödie mit nostalgischem Hintergrund.

Das Versprechen der weißen Wolke

Christiane Lind
Historischer Roman
520 Seiten
erschienen bei Independently published
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an Christiane Lind für das Rezensionsexemplar

Historischer Roman mit realem Hintergrund

Klappentext:
Hamburg, 1842: Als der große Brand ihr Zuhause vernichtet, bleibt Julie Seeghers und ihrer Familie nur ein Ausweg, die Auswanderung nach Neuseeland. Die Überfahrt auf der St. Pauli wird zur Prüfung, und in der rauen Siedlung Nelson warten weder Wohlstand noch Sicherheit auf die Auswanderer.
Während Julies Familie unter dem Druck der Fremde zu zerbrechen droht, verstrickt sich ihre Schwester Karoline in eine hoffnungslose Affäre. Auch Julie muss erkennen, dass in einer Welt voller Pflicht und Erwartungen nicht das Herz über das eigene Schicksal entscheidet.

Mit ihrem Roman „Das Versprechen der weißen Wolke“ veröffentlicht Christiane Lind eine fesselnde und tiefgründige Familiensaga.

1842 wütete ein großer Brand in Hamburg, bei dem viele Menschen ihr Hab und Gut verloren haben.
So auch die Familie Seeghers. Die Familie beschließt, mit ihren beiden Töchtern Julie und Karoline nach Neuseeland auszuwandern.
Sie besteigen das Schiff St. Pauli, um sich am anderen Ende der Welt ein neues Leben aufzubauen. Die Überfahrt dauert mehrere Monate, die Familie muss sich auf engstem Raum zusammenfinden.
Aber das ist nur ein Vorgeschmack. Noch ahnen sie nicht, welche Entbehrungen sie in der Siedlung Nelson in Neuseeland erwarten.

Wie von Christiane Lind gewohnt, beschreibt sie die Handlungsorte sehr anschaulich.
Den Beginn nimmt die Geschichte im rußgeschwärzten Hamburg.
Darauf folgt die klaustrophobische Enge auf dem Auswandererschiff. Der schärfste Kontrast entfaltet sich jedoch mit der Ankunft in Neuseeland.
Nelson, Neuseeland, empfängt Julie und Karoline und die Familie nicht mit dem erträumten Wohlstand, sondern mit Regen, Schlamm und provisorischen Unterkünften. Nahrung, Arbeit und ein Heim müssen mühsam errungen werden. Doch inmitten aller Unsicherheit entstehen erste Freundschaften und die Hoffnung, ein Zuhause finden zu können.
Christiane Lind zeichnet die historische Siedlung Nelson nicht als idyllisches Paradies, sondern als eine raue, improvisierte Pioniersiedlung.
Die wilde Natur des Landes wird dabei selbst zu einer Art Protagonist. Sie ist atemberaubend schön, fordert den Siedlern jedoch gleichzeitig alles ab.

Im Mittelpunkt stehen die recht unterschiedlichen Schwestern Julie und Karoline.
Julie ist mit ihrer ruhigen Art so etwas wie der Anker der Familie. Sie denkt rational, nimmt die Gegebenheiten hin, die nicht zu ändern sind. Julie wächst aber auch über sich hinaus, wenn es um das Überleben der Familie geht.
Karoline hingegen ist emotional und impulsiv. Sie sorgt für einige dramatische Wendungen in der Geschichte.

Christiane Lind versteht es hervorragend, eine dichte, beinahe greifbare Atmosphäre herzustellen.
Ihr Schreibstil ist flüssig und gut verständlich.
Die Erzählung ist so intensiv, dass man bei der Überfahrt das Meer spürt und das Salz riechen kann.

Man spürt beim Lesen, wie viel Herzblut Christiane Lind in die Recherche für die Geschichte gesteckt hat.
Die fiktive Geschichte ist in einen historisch überlieferten Rahmen gebettet.
Der Hamburger Brand so wie die Überfahrt der St. Pauli sind historisch überliefert.

Auch die Einbindung der indigenen Kultur Neuseelands möchte ich erwähnen.
Christiane Lind beschreibt das tiefe Naturverständnis der Maori mit großem Respekt und Verstand, ohne dabei in Klischees zu verfallen.

„Das Versprechen der weißen Wolke“ ist ein rundum gelungener historischer Roman, der weit über eine Auswanderergeschichte hinausgeht.

Die Rache trägt Prada

Lauren Weisberger
Roman
432 Seiten
erschienen im Second Chances Verlag
Übersetzt aus dem amerikanischen Englisch von Regina Rawlinson und Martina Tichy
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an NetGalley für das Rezensionsexemplar

Der Teufel kommt zurück

Klappentext:
Zehn Jahre sind vergangen, seit Andrea Sachs dem legendären Modemagazin Runway und seiner gefürchteten Chefin Miranda Priestly den Rücken gekehrt hat. Heute ist Andy eine erfolgreiche Magazinherausgeberin, arbeitet Seite an Seite mit ihrer besten Freundin und steht kurz vor ihrer Traumhochzeit. Endlich scheint ihr Leben genau dort zu sein, wo sie es haben wollte. Doch manche Kapitel lassen sich nicht einfach abschließen und manche Menschen verschwinden nie ganz. Als Miranda Priestly erneut die Bühne betritt, gerät Andys sorgfältig aufgebautes Glück ins Wanken. Denn Miranda hat nichts von ihrer Macht verloren. Und sie bekommt fast immer, was sie will.

„Die Rache trägt Prada“ von Lauren Weisberger wurde vom Second Chances Verlag neu aufgelegt:

Wer den Film gesehen hat, der hat beim Lesen dieses Buchs schnell Bilder im Kopf.

Andrea Sachs und Miranda Priestly sind zurück.
Andrea bringt heute selbst erfolgreich ein Brautmagazin heraus. Emily Charlton, die einst ihre Gegnerin war, ist heute ihre Geschäftspartnerin.
Jetzt steht Andreas Hochzeit mit Max Harrison, einem wohlhabenden Erben eines Medienkonzerns, bevor.
Doch in der Beziehung fängt es an zu kreiseln. Andrea erfährt, dass die Mutter von Max von Beginn an gegen die Beziehung war. Jetzt steht Andrea vor einer großen Entscheidung und zudem ist sie schwanger.
Da betritt Miranda Priestly wieder die große Bühne und diesmal hat sie ein Angebot für Andrea im Gepäck.

Lauren Weisberger hat ihre Charaktere gut gezeichnet. Aufgrund des Films hatte ich als Miranda Priestly immer Meryl Streep vor Augen.

10 Jahre sind vergangen und die Charaktere haben sich verändert.
Andrea ist nicht mehr die naive junge Frau, die sich verbiegt, nur um ihrer Chefin alles recht zu machen, was ein haltloses Unterfangen war.
Sie hat ihre Erfahrungen genutzt und ist heute selbst eine erfolgreiche Herausgeberin eines Magazins.
Emily Charlton, einst ihre größte Feindin, ist heute ihre beste Freundin und Geschäftspartnerin.
Auch Miranda Priestly kehrt zurück auf die große Bühne. Sie beherrscht nicht mehr die ganze Geschichte, hat aber ihre wirksamen Auftritte.

Der Schreibstil von Lauren Weisberger ist flüssig und gut verständlich.
Der Humor der Autorin besticht durch seine Bissigkeit.

Für alle Leser*innen, die den 1. Band „Der Teufel trägt Prada“ lieben, ist der 2. Band „Die Rache trägt Prada“ Pflichtprogramm.

Jenseits des Scheins

Anna Johannsen
Kriminalroman
286 Seiten
erschienen im Edition M Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Spannender Plot, tolle Protagonisten

Klappentext:
Jakob Berger, der Ehemann der aufstrebenden Bundestagsabgeordneten Beate Meyerdirks, wird während eines Campingkurztrips in Goslar als vermisst gemeldet. Wegen der möglichen Brisanz des Falls werden die LKA-Ermittler Hanna Will und Jan de Bruyn zur Unterstützung des lokalen SoKo-Teams hinzugezogen.
Die Menschen in Bergers Umfeld beschreiben ihn einerseits als Feingeist und Kunstliebhaber, andererseits aber auch als Mann, der es mit der ehelichen Treue nicht immer so genau nimmt.
Während Hanna und Jan verschiedensten Spuren nachgehen, tritt eine Journalistin mit brisanten Informationen zur Abgeordneten Meyerdirks an das Ermittlerteam heran, allerdings nicht ohne Eigennutz: Sie verlangt im Gegenzug Details zum Vermisstenfall. Wurde Berger eine seiner Liebschaften zum Verhängnis oder steckt möglicherweise sogar seine Ehefrau hinter seinem mysteriösen Verschwinden?

„Jenseits des Scheins“ ist der 5. Fall der Krimireihe „Ein Fall für Hanna Will & Jan de Bruyn“ von Anna Johannsen. Je mehr Bände ich von dieser Reihe lese, desto spannender finde ich sie.
Die Autorin ist mir schon seit vielen Jahren gut bekannt. Ich liebe ihre Krimireihen „Die Inselkommissarin“, „Enna Andersen“ und „Ein Fall für Hanna Will & Jan de Bruyn“.

Vom LKA wurde ein kleines Special-Team zusammengestellt zur Unterstützung bei besonders kniffeligen Fällen.
Das Team besteht aus der Hauptkommissarin Hanna Will.
Sie setzt auf die unkonventionelle Art bei ihren Ermittlungen. Für sie heißt es, ans Ziel kommen, den Täter finden, egal auf welchem Weg.
Vor ihrer Polizeikarriere war sie bei der Bundeswehr und da im Auslandseinsatz.

Der Zweite im Bunde ist Jan de Bruyn.
Er ist Kriminalpsychologe und sehr engagiert in seinem Beruf.
Er kann sich gut in die Täter hineinversetzen. Bei diesem Fall fällt es ihm schwer, ein Täterprofil zu erstellen.

Nach anfänglichen Schwierigkeiten haben sich Hanna und Jan aneinander gewöhnt, sind mittlerweile sogar eine Beziehung eingegangen.

In diesem Band werden die beiden Ermittler nach Goslar geschickt. Hier wird der Ehemann einer Bundestagsabgeordneten vermisst. Wegen der bekannten Ehefrau ist hier Fingerspitzengefühl gefragt.
Es gibt verschiedene Ermittlungsansätze, die, wie es scheint, alle ins Leere führen. Doch die Ermittler geben so schnell nicht auf und bohren immer tiefer.
Bis es dann auch verschiedene Szenarien gibt. Bei einer davon spielt auch die Ehefrau eine Rolle.

Anna Johannsen schafft es auch mit ihrem 5. Band der Krimireihe, mich beim Lesen in Atem zu halten.
Eins haben alle drei Krimireihen der Autorin gemeinsam, sie führen die Leser*innen immer zu verschiedenen schönen Orten.

Die Charaktere sind wieder sehr gut gezeichnet. Es macht Freude, sie bei den Ermittlungen zu begleiten.
Auch was das Privatleben der Charaktere betrifft, hat man schon einiges erfahren. Jetzt sind Hanna und Jan ein Paar und Hanna anscheinend auch schwanger. Jetzt weiß Hanna nicht recht, wie sie damit umgehen soll.

Das Setting ist Goslar, eine Stadt in Niedersachsen. Anna Johannsen bringt den Leser*innen auf schöne Art immer andere Orte näher.

Der Schreibstil der Autorin ist gut verständlich und fesselnd.
Mir gefällt immer wieder, dass sie schnell zur Sache kommt, nicht lange unnütze Worte um die Dinge macht.
Auch das Verhältnis zwischen den Ermittlungen und dem Privatleben der Ermittler ist immer gut ausgewogen.

„Jenseits des Scheins“ ist ein unterhaltsamer und spannender Krimi.
Ich freue mich schon auf den nächsten Fall mit Hanna Will und Jan de Bruyn.

Die Patin von New York

Felicity Whitmore
Roman
349 Seiten
erschienen im dtv Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den dtv Verlag für das Rezensionsexemplar

Das Erbe der Patin

Klappentext:
Zur feierlichen Enthüllung eines Denkmals für ihre Vorfahren, die als ›Eltern der Waisen‹ verehrt werden, trägt Mallory Taunton ein wertvolles Diamantcollier, ein Erbstück. Da erhebt sich ein Mann und behauptet, Jesse und Georgiana Birnbaum seien keineswegs soziale Wohltäter gewesen, sondern Mitglieder der Organisation von Fredericka Mandelbaum, New Yorks berüchtigter Verbrecherkönigin. Auch das Collier sei Diebesgut, seiner Familie vor 150 Jahren entwendet. Auf der Spur der Diamanten enthüllt sich eine unglaubliche Geschichte.

„Die Patin von New York“ ist ein vielschichtiger Familienroman von Felicity Whitmore.
Inspiriert wurde die Autorin von der legendären Gangsterin Fredericka Mandelbaum.

Felicity Whitmore hat starke Charaktere gezeichnet und lebendig werden lassen.

Fredericka Mandelbaum (die Patin) ist eine historisch überlieferte Person. Sie verleiht dem Roman nicht nur den Titel, sondern ist auch die Stärke der Geschichte.
Von der Autorin wird sie als intelligente und charismatische Frau dargestellt. Eine richtige Anführerin.

Jesse und Georgiana Birnbaum gelten als Wohltäter. Sie werden als „Eltern der Waisen“ bezeichnet und sie werden mit einem Denkmal gewürdigt. Jetzt kommt die Behauptung auf, dass sie keine Wohltäter waren, sondern Mitglieder der Organisation von Fredericka Mandelbaum.

Mallory Taunton ist die Protagonistin der Gegenwart. Ihr wird vorgeworfen, dass das Schmuckstück, das sie bei der Enthüllung des Denkmals trägt, Diebesgut ist. Und auch, dass ihre Vorfahren Jesse und Georgiana Birnbaum in Wahrheit keine Wohltäter waren. Mallory beginnt, in die Vergangenheit einzutauchen.

Felicity Whitmore erzählt die Geschichte in zwei Zeitebenen.
In der Gegenwart begleiten die Leserinnen Mallory Taunton bei ihren Nachforschungen. In der zweiten Zeitebene, der Vergangenheit, erleben die Leserinnen alle das hautnah, was Mallory Taunton in der Gegenwart mühsam ans Tageslicht bringt.

Der Schreibstil von Felicity Whitmore ist flüssig und gut verständlich. Die Handlungsorte werden anschaulich beschrieben. Die Autorin lässt historische Gegebenheiten leicht in die Geschichte einfließen. Dabei gelingt es Felicity Whitmore gut, die zwei Zeitebenen zu trennen. In die Gegenwart genauso wie in die Vergangenheit einzutauchen.

„Die Patin von New York“ ist ein Roman, den ich mit großer Freude gelesen habe.

Your Darkness-So finster der See

Mario Bekeschus und Michaela Metzner
Thriller
336 Seiten
erschienen im Gmeiner Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

ielen Dank an den Gmeiner Verlag für das Rezensionsexemplar.

Albtraum im Urlaubsparadies

Klappentext:
Die Sehnsucht nach Freiheit führt Louisa an den Gardasee, doch ihr Neuanfang samt eigener Boutique wird zum Albtraum. Anonyme Nachrichten, rätselhafte Vorfälle, das Gefühl, beobachtet zu werden. Schutz findet sie bei ihrem charismatischen Vermieter Pino, dem sie rasch näherkommt. Als die Bedrohung eskaliert, flieht Louisa nach Berchtesgaden. Dort begegnet sie dem smarten Jakob und glaubt, ihrem Stalker entkommen zu sein. Doch Zweifel bleiben. Wer meint es ehrlich und wer spielt mit ihr? Bald muss Louisa erkennen, dass Leidenschaft und Obsession gefährlich nah beieinanderliegen. Und dass die Dunkelheit sie noch immer bei jedem Schritt verfolgt.

„Your Darkness“ ist ein spannender Thriller von Mario Bekeschus und Michaela Metzner.
Der Autor und die Autorin haben beide ihre Stärken eingebracht und so ist ein spannender Romantic-Thriller entstanden.

Die Charaktere sind realistisch und glaubwürdig gezeichnet.
Louisa ist hin- und hergerissen zwischen dem Mut zu einem Neuanfang und ihrer Angst vor dem unsichtbaren Verfolger.

Pino und Jakob sind die zwei Männer, die Louisa Schutz bieten. Sie bleiben etwas unscharf, sodass mir nicht klar war, ob sie wirklich hilfsbereit sind, oder gehören sie zu der Bedrohung die über Louisa schwebt.

Dann ist da noch der Verfolger. Er bleibt lange im Nebel. Jeder könnte es sein.

Der Schreibstil des Autorenduos ist flüssig und gut verständlich.
Bemerkenswert ist, wie harmonisch die Stile der beiden Autoren verschmelzen. Man merkt dem Text nicht an, dass zwei unterschiedliche Federn am Werk waren.
Die wechselnden Perspektiven verleihen den Leser*innen einen tiefen Einblick von verschiedenen Seiten auf die Geschichte.
Die Kapitel sind recht kurz, so wird man schnell dazu verführt, immer weiterzulesen.

Auch das Setting wird gut beschrieben. Der schöne Gardasee und die Bergwelt von Berchtesgaden verleihen dem Thriller schon fast ein Urlaubsfeeling.

„Your Darkness ist ein Thriller, den ich mit großer Freude gelesen habe.

Die Leuchtturmschwester

Lori Kilian
Roman
374 Seiten
erschienen im dtv Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den dtv Verlag für das Rezensionsexemplar

Eine bewegende Reise zu den Äußeren Hebriden

Klappentext:
1923, Schottland: Nach Jahren fern der Heimat kehrt Eliza als Krankenschwester auf die windgepeitschten Äußeren Hebriden Schottlands zurück. Dort soll sie die abgelegen wohnenden Leuchtturmwärterfamilien versorgen – und sie hofft, ihrer Schwester Màiri wieder nahe zu sein. Doch die raue Inselwelt, das Misstrauen der Bewohner und die Erinnerungen an eine Nacht, die ihr Leben für immer veränderte, stellen sie auf die Probe. Dann begegnet sie Aidan, einem Arzt, der sich nach einem Kriegstrauma als Leuchtturmwärter in die Einsamkeit geflüchtet hat. Zwischen Stürmen, gefährlichen Einsätzen und stillen Stunden am Meer muss Eliza lernen, Schuld loszulassen – und entscheiden, ob sie den Mut hat, ihrem Herzen ein zweites Mal zu vertrauen.

In ihrem historischen Roman „Die Leuchtturmschwester“ entführt die Autorin Lori Kilian ihre Leser*innen nach Schottland in das Jahr 1923.
Inspiriert von den historischen Überlieferungen der mutigen „District Nurses“ zeichnet die Autorin ein tiefgründiges Bild von Schuld, Heilung und der ungezähmten Kraft des Meeres.

Lori Kilian hat starke Charaktere gezeichnet und lebendig werden lassen.

Eliza ist eine pflichtbewusste, innerlich zerrissene Protagonistin. Eine Frau, die trotz eigener seelischer Wunden unermüdlich für das Wohl anderer kämpft.

Màiri ist Elizas jüngere Schwester. Die Leser*innen lernen sie auf ihrer Hochzeit kennen. Und hier begegnen sich Eliza und Màiri auch nach längerer Zeit wieder. Ihr Verhältnis zueinander ist angespannt.

Aidan ist ein Leuchtturmwärter mit einem tiefen Trauma. In seinem Leben vor dem Krieg war er Arzt. Eliza fühlt sich zu ihm hingezogen und möchte erfahren, warum Aidan die Einsamkeit des Leuchtturms gewählt hat und nicht mehr als Arzt tätig ist.

Mir gefallen die Charaktere sehr gut und ich habe sie allesamt schnell ins Herz geschlossen.

Lori Kilian beschreibt den Handlungsort, die Äußeren Hebriden, sehr anschaulich. Ich konnte mir die raue Landschaft und das gewaltige Meer gut vorstellen. Im Gegensatz dazu sind die weiten weißen Strände ein toller Gegensatz.

Die Atmosphäre der Geschichte wechselt zwischen Melancholie und Hoffnung.
Der Leitsatz des Buches „Solange das Licht nicht erlischt, ist alles gut“ gefällt mir so gut, dass ich ihn hier erwähnen möchte.

Der Schreibstil von Lori Kilian ist flüssig und gut verständlich. Das schwere Leben auf den Äußeren Hebriden wird gut vermittelt.

„Die Leuchtturmschwester“ ist ein ergreifender und atmosphärischer Historischer Roman, den ich mit Freude gelesen habe.

„Die Gejagte – sie weiß nicht, wer sie ist. Er schon.“

Rene Anour
Thriller
397 Seiten
erschienen im Heyne Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Heyne Verlag für das Rezensionsexemplar

Beklemmende Survival Tripp durch den Dschungel

Klappentext:
Ohne jede Erinnerung wacht Jess mitten im Dschungel auf, verletzt und in Handschellen. Ein schwerverletzter Mann, dem sie zur Hilfe eilt, hat sichtlich Angst vor ihr. Als endlich Hilfe eintrifft, tötet der vermeintliche Retter plötzlich den Verletzten und eröffnet die Jagd auf Jess. Hals über Kopf flüchtet sie tiefer in den dunklen Regenwald, weg vom Verfolger, weg vom Fundort. Allein im Dschungel muss Jess nicht nur um ihr Leben kämpfen, sondern auch um ihre Erinnerungen. Wie ist sie hierhergekommen? Wo genau ist sie überhaupt? Und wer jagt sie? Ihre Vergangenheit als Biologin in Berlin könnte der Schlüssel für ihre Situation sein. Und ihre einzige Chance die raue Natur zu überleben. Aber ihr Verfolger scheint ihr immer einen Schritt voraus.

„Die Gejagte – sie weiß nicht, wer sie ist. Er schon.“ Ist ein Survival-Thriller von René Anour.

René Anour hat in diesem Thriller seine Kenntnisse von Flora und Fauna einfließen lassen.
Die Atmosphäre ist beängstigend. Überall lauert Gefahr.
Der Dschungel scheint der größte Feind von Jess zu sein. Aber hier lässt sich auch gut ein Versteck vor den Verfolgern finden.
Der Dschungel ist hier nicht nur ein Hintergrund, sondern ein eigenständiger, pulsierender Charakter. Der Dschungel wirkt bedrohlich, feucht und unberechenbar.
Beim Lesen bekommt man genau wie Jess, Angst, dass hinter jedem Blatt der Jäger lauert, oder eine tödliche Gefahr, die von der Tier- und Pflanzenwelt ausgeht.

Die Charaktere sind richtig lebendig und voller Rätsel.
Jess ist eine sehr starke Protagonistin. Sie wacht gefesselt im Dschungel auf und kann sich an nichts erinnern.
Ihr messerscharfer Verstand hilft ihr, die richtigen Schlüsse zu ziehen. Langsam blitzen auch immer Erinnerungsstücke auf.
Ihre Kenntnisse als Biologin werden zu ihrer mächtigsten Waffe, um in der rauen Natur zu überleben.
Der „Fuchs“, wie der Verfolger genannt wird, ist ein eiskalter Feind. Er mutet an wie ein Schatten, der immer wieder zu erahnen ist.
Das ist für Jess furchteinflößender, als wenn er ihr direkt gegenüberstehen würde.

Der Schreibstil von René Anour ist flüssig und gut verständlich. Die zwei Erzählebenen, die der Autor gewählt hat, machen die Geschichte spannend.
Die Leserinnen begleiten Jess bei ihrer Flucht durch den Dschungel. Die zweite Ebene sind die Erinnerungsblitze, die immer wieder aufkeimen, und so bekommen die Leserinnen langsam ein Gesamtbild.
Die eingestreuten biologischen Fakten fließen unterhaltsam in die Geschichte ein.

„Die Gejagte“ ist ein hochspannender Pageturner, der geschickt wissenschaftliche Details mit purem Nervenkitzel verbindet.

Das schwimmende Café von Kopenhagen

Annabel French
Roman
351 Seiten
erschienen im dtv Verlag
Übersetzt aus dem Englischen von Anne Rudelt
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den dtv Verlag für das Rezensionsexemplar

Roman mit traumhaftem Setting

Klappentext:
Mit einem gebrochenen Herzen flieht Milly nach Kopenhagen, um ihre beste Freundin dabei zu unterstützen, ein schwimmendes Café zu retten. Dabei trifft sie auf Theo, wortkarg, charmant und unverschämt attraktiv. Inmitten von duftenden Zimtschnecken, heißem Kaffee und dänischem Lebensgefühl knistert es gewaltig. Doch als das Ende des Sommers naht, müssen sich die beiden der Frage stellen, ob sie bereit sind, ihrer Liebe eine Chance zu geben.

„Das schwimmende Café von Kopenhagen“ ist der 3. Band der Trilogie „Love and the City“ von Annabel French.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht Milly. Nach einer missglückten Beziehung braucht sie eine Auszeit. Da kommt die Einladung von Ada, ihrer Freundin seit Kindertagen, gerade recht. Ada ist Mitbesitzerin eines Cafés in Kopenhagen, das nicht so läuft wie erwartet. Außerdem muss Ada beruflich für einige Zeit Kopenhagen verlassen und Milly könnte sich in dieser Zeit etwas im Café einbringen.
In Kopenhagen trifft Milly auf Theo und es fängt gewaltig an zu knistern.

Annabel Frenchn hat sympathische Charaktere entworfen. Natürlich Milly, die eine Auszeit in Kopenhagen sucht. Milly ist durch und durch Geschäftsfrau. Mir war sie gleich sympathisch.
Der Gegenpol ist Theo, der kreative Bäcker. Zwischen den beiden entsteht eine schöne Liebesgeschichte.

Annabel French erzählt die Geschichte mit einer schönen Leichtigkeit und mit Gefühl.
Das Café beschreibt die Autorin sehr anschaulich. Ich hatte den Geruch von Kaffee und Zimtschnecken in der Nase.
Auch Kopenhagen wird anschaulich beschrieben. Eine Stadt, die ich mir schon lange ansehen möchte.

Annabel French hat einen erfrischenden, flüssigen und gut verständlichen Schreibstil.
Ich konnte das schon bald nicht mehr aus der Hand legen.

„Das schwimmende Café von Kopenhagen“ ist ein ganz bezaubernder Roman.
Ich habe alle 3 Bände mit großer Freude gelesen.

Love and the City:
Band 1 Der schwimmende Blumenladen von Amsterdam
Band 2 Die schwimmende Buchhandlung von Venedig
Band 3 Das schwimmende Café von Kopenhagen