So kalt die Nacht

Marika Neitz
Kriminalroman
400 Seiten
erschienen bei SAGA Egmont
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an NetGalley für das Rezensionsexemplar

spannend von Anfang bis Ende

Klappentext:
Eine grausame Mordserie erschüttert Köln. Scheinbar wahllos entführt ein Unbekannter ältere Menschen, fesselt sie und lässt sie dann unbarmherzig verhungern.
Kommissarin Anna Melcher wird auf den Fall angesetzt. Seit ihrer Scheidung leidet die Ermittlerin unter Panikattacken, die sie vor den Kollegen zu verheimlichen versucht. Und gerade jetzt kann Anna sich kein Zeichen der Schwäche erlauben, denn der gnadenlose Täter hat ein weiteres Opfer in seiner Gewalt. Ohne forensische Spuren bleibt Anna allerdings nichts übrig, als in der Vergangenheit der Opfer nach Verbindungen zu suchen. Und tatsächlich: Ein Hinweis führt sie zurück in die achtziger Jahre zu einem grausamen Fall von Kindesmisshandlung. Gemeinsam mit ihrem neuen Partner, dem pedantischen Frieder Tann, muss Anna jetzt schnell handeln. Doch das ist leichter gesagt als getan: Denn Frieder hält wenig von Annas unkonventionellen Ermittlungsmethoden und der Täter steht kurz davor, sein entsetzliches Werk zu vollenden.

„So kalt die Nacht“ ist der 1. Band der Reihe „Die Fahndung“ von Marika Neitz.

In Köln passieren grausame Morde. Menschen werden entführt und wie es scheint, lässt man sie einfach verdursten.
Kommissarin Anna Melcher übernimmt den Fall. Verstärkung bekommt sie von
Frieder Tann, ein Kollege, der eher als Schreibtischtäter überzeugt und nicht gerne in der Öffentlichkeit ermittelt.
Lange gibt es keine Zusammenhänge zwischen den Opfern. Doch dann weist alles auf einen Fall von Kindermisshandlung in den 1980er Jahren hin.

Marika Neitz hat interessante Charaktere zum Leben erweckt.
Die beiden Ermittler gefallen mir gut. Sie schwimmen nicht im üblichen Mainstream, sondern stechen heraus.
Kommissarin Anna Melcher ist zwar eine starke Frau, die sich im Dienst immer wieder beweisen muss. Dazu kommen noch Probleme mit ihrem pubertierenden Sohn. Doch gegen ihre Panikattacken kommt sie nicht an. Anna versucht, die Attacken zu verheimlichen, doch ihrem neuen Kollegen Frieder Tann kann sie nichts vormachen.

Frieder Tann ist sehr pedantisch. Er hat für fast alles Rituale. Mit Menschen tut er sich richtig schwer. Er zeigt eindeutige Züge des Asperger-Syndroms. Wenn man ihn näher kennenlernt, ist es aber ein sehr ehrlicher Mensch, der mir schnell sympathisch war.

Der Fall wird spannend erzählt. Lange gab es keine Zusammenhänge zwischen den Opfern. Doch als sich herausstellt, wie die einzelnen Opfer zusammenpassen, geht es Schlag auf Schlag.
Das Ende war dann trotz allem überraschend, aber stimmig.

Marika Neitz hat einen flüssigen und leicht verständlichen Schreibstil. Ich wurde schnell, wie durch einen Sog, in die Geschichte hineingezogen.

„So kalt die Nacht“ ist ein spannender Kriminalroman. Ich freue mich schon jetzt auf den 2. Band „So dunkel das Herz“, der im Januar 2027 erscheinen soll.

Prada – Sie träumte von Mode und fand die Liebe

Susanne von Berg
Historischer Roman
383 Seiten
erschienen im Aufbau Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Aufbau Verlag für das Rezensionsexemplar

Mode und Liebe

Klappentext:
Italien 1913: Schneiderin Sofia reist aus einem Bergdorf nach Mailand. Ihr Traum: Mode kreieren. Sie findet Arbeit in dem unscheinbaren Lederwarengeschäft »Fratelli Prada«, betrieben von den Brüdern Mario und Martino. Dank Sofias außergewöhnlichen Entwürfen macht sich der Betrieb bald einen Namen in ganz Italien. Und Sofia und Mario kommen sich näher. Die junge Frau könnte nicht glücklicher sein. Doch dann wird klar, dass Mario nicht ehrlich zu ihr war. Und Sofias Traum von Mode und Liebe rückt in weite Ferne.

„Prada – Sie träumte von Mode und fand die Liebe“ ist der neue historische Roman von Susanne von Berg.
Die Autorin entführt ihre Leser*innen ins frühe 20. Jahrhundert und in die schillernde Welt der Mode.
In der Geschichte verwebt Susanne von Berg historische Zeitgeschichte, das Aufblühen der modernen Modeindustrie und die Stärke einer Frau zu einem fesselnden Leseerlebnis.
Im Mittelpunkt steht die Schneiderin Sofia. Ihr großer Traum ist es, in der Welt der Mode Fuß zu fassen. Das Modehaus Prada dient hierbei nicht nur als Kulisse, sondern als Symbol für Innovation, Luxus und den harten Kampf um Anerkennung.

Die Liebesgeschichte zwischen Sofia und Mario wird von Susanne von Berg geschickt in die Haupthandlung integriert. Sie dient als emotionaler Anker für die Protagonistin, während sie versucht, sich in einer von Männern dominierten Branche durchzusetzen.

Sofia ist das Herzstück des Romans. Susanne von Berg zeichnet eine moderne, willensstarke Frau, die zwar von Romantik träumt, ihre Identität und ihre Ziele aber niemals für einen Mann aufgibt. Ihre Verletzlichkeit macht sie nahbar, ihr Ehrgeiz bewundernswert.

Die Modewelt wird durch ein Ensemble aus exzentrischen Designern, strengen Mentorinnen und missgünstigen Konkurrenten lebendig. Jede Figur erfüllt einen klaren Zweck und treibt die Handlung sowie die persönliche Entwicklung der Hauptfigur voran.

Die Handlungsorte, vor allem das elegante Mailand sowie die internationalen Modemetropolen, werden von der Autorin bildhaft beschrieben.

Susanne von Berg überzeugt durch einen sehr eleganten und flüssigen Schreibstil, der
perfekt zum Thema des Buches passt. Sie findet genau die richtige Balance zwischen detailreichen Beschreibungen der Kleidungsstücke und dem Vorantreiben der Handlung. Das Tempo ist gut austariert; dramatische Wendungen wechseln sich mit emotionalen, ruhigen Momenten ab.

Mit „Prada – Sie träumte von Mode und fand die Liebe“ konnte mich Susanne von Berg wieder einmal voll überzeugen.

Das Restaurant der Träume

Julia Kröhn
Historischer Roman
437 Seiten
erschienen bei Bastei Lübbe
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an Julia Kröhn und an Bastei Lübbe für das Rezensionsexemplar

Die Entstehung der Gastronomie

Klappentext:
Paris, 1765: Anne träumt von einem selbstbestimmten Leben, ihre kleine Schwester Aurore von Bildung und Freiheit. Der junge Benoît kennt den Hunger, aber auch den Duft von Rosmarin, Trüffel und Vanille wie kein Zweiter. Gemeinsam wagen sie das Ungeheuerliche: Sie wollen das erste Restaurant der Weltgeschichte eröffnen. Während in Frankreich alle Zeichen auf Revolution stehen, geraten ihre Lebenswege in den Strudel gesellschaftlicher Umwälzungen. Ein sinnlicher, packend erzählter Roman über die Geburt der Gastronomie, über Träume, Leidenschaft und den Mut, seinen Platz in der Welt zu behaupten.

„Das Restaurant der Träume“ von Julia Kröhn ist ein opulenter und atmosphärisch dichter historischer Roman. Das Buch widmet sich der revolutionären Geburtsstunde der modernen Gastronomie.

Im Mittelpunkt steht eine für das 18. Jahrhundert revolutionäre Idee: die Gründung des allerersten Restaurants der Weltgeschichte. Zu dieser Zeit speiste man entweder zu Hause oder musste in zwielichtigen Wirtshäusern essen, was als Tagesgericht angeboten wurde.
Das Restaurant, wie wir es kennen, mit gemütlichen Tischen und einer Speisekarte, auf der der Gast sich Gerichte auswählen konnte, gab es zu dieser Zeit nicht.
Das wollen Anne, Aurore und Benoît ändern. Drei junge Menschen, die von Selbstbestimmung und Freiheit träumen.
Während die drei jungen Menschen dabei sind, sich ihren Traum zu erfüllen, bricht das alte Frankreich zusammen.

Julia Kröhn spiegelt die Zeit der Französischen Revolution gekonnt wider.
Sie zeigt den harten Kontrast zwischen aristokratischer Dekadenz und dem Elend der Straße. Die Revolution bringt Terror und Hinrichtungen mit sich. Das prägt das Schicksal der Figuren.

Das Buch lebt von seinen drei starken, unterschiedlichen Protagonisten.
Anne: Eine junge Frau, die sich nicht in die gesellschaftlichen Zwänge drängen lassen will. Sie kämpft für ein selbstbestimmtes Leben. Sie bringt den unternehmerischen Mut in das Projekt ein.

Aurore: Annes jüngere Schwester. Sie brennt für Bildung, Philosophie und die Ideen der Aufklärung. Sie verkörpert den intellektuellen Geist der kommenden Revolution.

Benoît: Ein junger Mann, der die bittere Armut und den Hunger der Pariser Gassen am eigenen Leib erfahren hat. Er besitzt jedoch einen außergewöhnlichen Geschmackssinn. Er kennt Düfte wie Rosmarin, Trüffel und Vanille wie kein Zweiter. Er ist das kulinarische Herz des Restaurants.

Julia Kröhn glänzt mit einem bildhaften und fundierten Schreibstil.
Sie beschreibt die kulinarischen Kreationen so detailreich, dass man die Aromen von Kräutern und Brühen beim Lesen förmlich riechen kann.
Gleichzeitig webt die Autorin gekonnt all die Schrecken der Französischen Revolution in ihre Geschichte ein.
Der Schreibstil von Julia Kröhn ist flüssig, gut verständlich und mitreißend.
Besonders das letzte Drittel entwickelt durch die historischen Ereignisse eine immense Spannung.

Mit „Das Restaurant der Träume“ hat Julia Kröhn mir wieder einmal schöne Lesestunden geschenkt.

Wirf einen Schatten

Elena Fischer
Roman
288 Seiten
erschienen im Diogenes Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Diogenes Verlag für das Rezensionsexemplar

Ein einfühlsamer Roman

Klappentext:
Joseph ist einsam und hadert mit seinem Schicksal, nicht erst, seit seine Frau Lis mit dem gemeinsamen Sohn in die Stadt gezogen ist, weil sie den Alltag auf dem Hof nicht mehr ausgehalten hat. Wahrlich etwas Besonderes in den Sechzigerjahren auf dem Land. Zum Glück ist da noch Ada, Lis‘ ältere Schwester, mit der sich Joseph schon immer sehr verbunden fühlt. Und dann steht plötzlich die 20-jährige Birdie vor seiner Tür, geschwächt und auf der Flucht vor ihrer Familie. Lis, Ada und Birdie, sie werden ihrem eigenen, aber auch Josephs Leben eine ganz neue Richtung geben.

„Wirf einen Schatten“ ist der neue Roman von Elena Fischer.
Schon der Debütroman von Elena Fischer, „Paradise Garden“, hatte mir gut gefallen, und so war ich schon gespannt auf das neue Werk der Autorin.

Im Mittelpunkt steht Joseph. Er ist ein sehr sensibler Mensch. Er bewältigt seinen Alltag auf dem Hof, denn er ist der Einzige aus seiner Familie, der den Hof hat übernehmen können. Seine Eltern sind gestorben und auch sein Bruder lebt nicht mehr. Zum Leben als Bauer, gehört es auch Tiere zu schlachten. Das fällt Joseph nach all den Jahren immer noch schwer und er verspürt eine gewisse Schuld.
Sein Wunsch, mit der Krankenschwester Lis zusammen den Hof zu bewirtschaften, ist fehlgeschlagen. Lis hat nach der Geburt des gemeinsamen Sohnes den Hof verlassen. Sie hat realisiert, dass sie für das Leben auf dem Land nicht geschaffen ist.
Joseph fühlt sich allein und denkt darüber nach, was das Leben noch für einen Sinn macht. Er träumt sogar davon, sich umzubringen.
Doch da klopft Birdie an seine Tür. Eine junge, geschwächte und kranke Frau. Joseph holt Hilfe bei einer Hebamme und pflegt die junge Birdie gesund.

Auch Ada, Josephs Schwägerin, sorgt sich um ihn. Ada ist eine intellektuelle junge Frau, die sich im Gegensatz zu ihrer Schwester, mit Joseph verbunden fühlt.

Das Ganze verfasst Elena Fischer zu einer spannenden und einfühlsamen Geschichte.
Die Charaktere wirken lebendig und haben mir gefallen.
Besonders Joseph mit seiner Sensibilität, auch seinen Tieren gegenüber. Ich habe mit ihm gefühlt, als er so allein auf seinem Hof war.

Die Geschichte ist in den Jahren 1963/1964 angesiedelt, vieles kann man sich aber auch in der heutigen Zeit vorstellen. Es gibt Rückblicke in die Jahre 1957-1961, in denen die Leser*innen erfahren, wie es zu der Situation in der Gegenwart gekommen ist.

Elena Fischer hat einen angenehm zu lesenden Schreibstil. Ihre Sprache ist ausdrucksstark und einfühlsam.

Mit „Wirf einen Schatten“ konnte Elena Fischer mich wieder beeindrucken.

Ein unglücklicher Tod

Peter Grainger
Kriminalroman
283 Seiten
Übersetzt aus dem Englischen von Eva Regul
erschienen im Diogenes Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Diogenes Verlag für das Rezensionsexemplar

Gelungener Auftakt einer neuen Krimireihe

Klappentext:
Nach einem internen Ermittlungsverfahren hätte man DC Smith bei der Polizei von Norfolk gern in Rente geschickt. Zu alt, zu eigensinnig, zu charakterstark befand man, doch Smith lebt für seinen Beruf und schert sich wenig darum, was seine Vorgesetzten gern hätten. Er bekommt einen Routinefall zugeteilt. der Unfalltod eines Siebzehnjährigen, doch was sich da vor Smith eröffnet, ist nichts weniger als die Frage nach Recht oder Gerechtigkeit.

„Ein unglücklicher Tod“ ist der 1. Band der Reihe „Ein Fall für DC Smith“ von Peter Grainger.

DC Smith arbeitet bei der Polizei in Norfolk. Nach einer unfreiwilligen Auszeit ist er wieder am Start. Seinen Vorgesetzten wäre es lieber, Smith würde sich für den angebotenen Ruhestand entscheiden. Davon will Smith aber nichts hören. So wird Smith ein Routinefall, ein Unfalltod zugeteilt.
Smith bekommt zur Unterstützung den jungen DC Chris Waters zugeteilt, den er allerdings erst mit der Polizeiarbeit vertraut machen muss. Noch ahnen sie nicht, welche Ausmaße der Fall annehmen wird.

Peter Grainger hat seine Charaktere gut gezeichnet und zum Leben erweckt.
DC Smith ist ein erfahrener Polizist und er arbeitet nicht immer nach Vorschrift. Seine unkonventionelle Art hat ihm schon manchen Ärger eingebracht.
DC Chris Waters ist ganz neu in diesem Job. Er hat ein schnelles Auffassungsvermögen und man kann schon ahnen, dass er einmal ein guter Polizist wird. Mit DC Smith zusammenzuarbeiten, war sein Wunsch. Von seinem Vater, der auch Polizist war, hat er schon viel von Smith gehört.

Peter Grainger erzählt den Fall mit all seinen Ausläufern spannend. Zu Beginn sieht alles nach einem Unfall aus, aber Smith ahnt, dass mehr dahintersteckt. Doch Smith fängt an, Dinge zu hinterfragen. Eine unerklärliche Kopfwunde und genauso wenig erklärbare Abdrücke auf der Brust genügen Smith, um an ein Verbrechen zu denken. Er fängt an. die letzten Stunden des Opfers zu rekonstruieren.

Peter Grainger beschreibt außer den Ermittlungen auch die Sparmaßnahmen bei der Polizei. Immer weniger Mitarbeiter stehen zur Verfügung. Trotz allem muss die Arbeit weitergehen und die Ermittlungen müssen zu schnellen Erfolgen führen.

Der Schreibstil von Peter Grainger ist flüssig, gut verständlich und fesselnd.
„Ein unglücklicher Tod“ ist ein gelungener Auftakt der Krimireihe. Da es im Original schon 17 Bände gibt, denke ich, dass es bald neue Fälle mit DC Smith geben wird.

Der Teufel trägt Prada

Lauren Weisberger
Roman
480 Seiten
erschienen im Second Chances Verlag
Übersetzt aus dem amerikanischen Englisch von Regina Rawlinson und Martina Tichy
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an NetGalley für das Rezensionsexemplar

Die Romanvorlage zum Film

Klappentext:
Andrea Sachs ist jung, ambitioniert und hat nicht die geringste Ahnung von Mode. Trotzdem landet sie als persönliche Assistentin bei der gefürchtetsten Frau der New Yorker Modewelt: Miranda Priestly , Chefredakteurin des legendären Magazins Runway . Ein Jahr durchhalten, dann stehen ihr alle Türen offen. So der Plan.

Die Realität? Absurde Aufgaben um drei Uhr morgens, Designer-Stilettos als Überlebensausrüstung und eine Chefin, deren eiskalte Perfektion keine Schwäche duldet. Zwischen Haute Couture und Demütigung verliert Andrea Stück für Stück das, was ihr wirklich wichtig ist: ihre Freundschaften, ihre Liebe, sich selbst.

„Der Teufel trägt Prada“ von Lauren Weisberger wurde vom Second Chances Verlag neu aufgelegt:

Wer den Film gesehen hat, der hat beim Lesen dieses Buchs schnell Bilder im Kopf.

Andrea Sachs tritt die Stelle als Assistentin bei Miranda Priestly an. Schnell ist klar, sie hatte ganz andere Erwartungen an diesen Job.
Genau wie sie stellen sich die meisten Menschen den Job ganz anders vor. Täglich mit der Modepäpstin zusammenzuarbeiten. Täglich die neueste und schönste Mode vor Augen zu haben. Der Job fordert aber auch so einiges von Andrea. Sie muss ihrer Chefin immer zur Seite stehen, wenn es nötig ist, auch nachts.

Lauren Weisberger hat ihre Charaktere gut gezeichnet. Aufgrund des Films hatte ich als Miranda Priestly immer Meryl Streep vor Augen.

Die Autorin vermittelt den Glamour und den Hype der Modewelt sehr gut.

Der Schreibstil von Lauren Weisberger ist flüssig und gut verständlich.
Der Humor der Autorin besticht durch seine Bissigkeit.

Das Buch habe ich bei Ersterscheinung schon einmal gelesen. Da jetzt bald die Fortsetzung „Die Rache trägt Prada“ erscheint, war es mir eine große Freude, den 1. Band noch einmal in seiner Neugestaltung zu lesen.

Tutto Bene

Laura Wagner
Roman
286 Seiten
erschienen im DuMont Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den DuMont Verlag für das Rezensionsexemplar

Tragisch und zugleich leicht und humorvoll

Klappentext:
Mars, Snickers, Happy Cherries – wenn Emma die Späti-Regale aufstockt, sieht sie nur eins: Kalorien. Ihr Studium hat sie abgebrochen, genauso wie den Kontakt zu ihrem Vater, der vermutlich irgendwo auf einer Parkbank seinen letzten Rausch ausschläft. Und auch Emma steht kaum einen Abend ohne Müller-Thurgau durch, die Tasse unter dem Tresen hilft ihr beim Vergessen. Ist doch tutto bene, oder? Nicht. Aber dann ist da plötzlich Ingrid: fünfzehn, rotzfrech und seit Neuestem Schülerpraktikantin im Späti. Nicht nur Udo, der einzig für Schokolade und Energydrinks hinter seinem Gaming-Computer hervorkriecht, mag die neunmalkluge Teenagerin auf Anhieb. Auch Emma lässt Ingrid bald unbedacht in ihr Herz. Unbedacht, denn jetzt muss sie ihre Probleme wirklich angehen – und die steigern sich exponentiell, als sie den Matrosen, der eigentlich Leo heißt, kennenlernt. Er will das, was sie seit Jahren scheut: eine Beziehung, mit allem, was dazugehört. Doch Emma wagt ja noch nicht mal, sich ein Tattoo stechen zu lassen, wie soll sie sich da zu so etwas Großem committen? Sich jemandem auch nur einen Spaltbreit zu öffnen, ist schon schwer genug.

„Tutto Bene“ ist ein tragischer, aber auch leichter und humorvoller Roman von Laura Wagner.

Laura Wagner hat recht unterschiedliche, zum Teil skurrile Charaktere entworfen und zum Leben erweckt.

Im Mittelpunkt steht die Ich-Erzählerin Emma. Sie arbeitet in einem typischen Berliner Späti. Emma leidet unter Bindungsängsten und einer toxischen Beziehung zu sich selbst. Ihr Schutzschild ist ihre Distanz und ihr Sarkasmus. Der Alltag ist von emotionaler Betäubung geprägt. Ihr bester Freund ist der Müller-Thurgau, ihr Begleiter, um den Frust und ihre Probleme zu vergessen.

Die fünfzehnjährige Ingrid ist Schülerpraktikantin im Späti. Sie ist eigentlich das genaue Gegenteil von Emma. Ingrid ist rotzfrech, neunmalklug und erstaunlich reif für ihr Alter. Mit ihrer unbedarften Art knackt sie Emmas harte Schale und bringt eine völlig neue Dynamik in den Laden.

Leo und Emma lernen sich durch eine Dating-App kennen. Emma nennt ihn liebevoll „der Matrose“. Leo versucht, eine engere Verbindung zu Emma aufzubauen. Doch genau davor hat Emma Angst, obwohl sie sich nach der Nähe von Leo sehnt.

Udo ist ein steter Gast im Späti. Er schält sich nur hinter seinem Computer hervor, um Nachschub an Schokolade und Energydrinks zu holen.

Diese vier Charaktere sorgen für tiefgründige, ernste und auch humorvolle Lesestunden.
Emma durchlebt in der Geschichte eine große Entwicklung. Nach und nach bröckelt ihr Schutzpanzer und lässt das verletzte Ich hervorkommen.

Laura Wagner schreibt in einer sehr direkten, frischen und selbstironischen Sprache. Die Kapitel sind kurz, das Erzähltempo ist hoch. Besonders die spritzigen Dialoge sprühen vor trockenem Humor, Wortwitz und treffenden Alltagsbeobachtungen.
Hinter den bissigen Bemerkungen verbirgt sich ein tieferer emotionaler Tiefgang.

„Mit „Tutto Bene“ hat Laura Wagner ein beachtenswertes Debüt hingelegt.

Racheflamme

Tina N. Martin
Thriller
541 Seiten
erschienen im Blanvalet Verlag
Übersetzt aus dem Schwedischen von Leena Flegler
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Blanvalet Verlag für das Rezensionsexemplar

Spannender Thriller aus Schweden

Klappentext:
Luleå, Nordschweden: Auf der Hauptbühne des Stadttheaters steht eine mit ätzender Flüssigkeit gefüllte Badewanne. Die Analyse der Säure ergibt Spuren von menschlichem Blut. Idun Lind übernimmt gemeinsam mit Calle Brandt und Tareq Shaheen die Ermittlungen. Sie kommen einem Täter auf die Spur, der vor nichts zurückschreckt, um seine Opfer in den Wahnsinn zu treiben, bevor er sie auf grausamste Weise tötet

„Racheflamme“ von Tina N. Martin ist der 5. Band der Thriller-Reihe „Kommissarin Lind ermittelt“ aus Schweden.

Im Mittelpunkt stehen die zwei Ermittler Idun Lind und Calle Brand. Calle ist oft etwas ruppig, arbeitet aber schon länger gut mit Idun zusammen.

Kriminalkommissarin Idun Lind arbeitet in der Abteilung für Kapitalverbrechen im nordschwedischen Luleå.
Sie ist eine toughe Ermittlerin, die vor nichts zurückschreckt.
Mit ihrem Kollegen Calle Brand arbeitete sie immer gerne und gut zusammen.

Auch auf Tareq treffen wir wieder, er leitet eine Ermittlungseinheit bei der Abteilung Kapitalverbrechen in Stockholm. Er ist ein elegant gekleideter großer Mann mit dunklem Bart.

Die Ermittler gefallen mir gut und ich begleite sie mit Freude seit dem 1. Band.

Schon der Prolog sorgt für Gänsehautmomente und lässt auf viel Spannung hoffen.
Und es wird auch wieder sehr spannend.

Die Ermittler werden in ein Theater gerufen. Eine Badewanne mit Säure und menschlichem Blut. Jetzt geht es darum, herauszufinden, was passiert ist. Da geschieht schon der nächste Mord und die Ermittler stecken mitten in einem brenzligen Fall.

Die Ermittlungen sind schwierig und gehen nur langsam voran. Vor allem die Rückblenden, in denen man einer unbekannten Person folgt, sorgen für Spannung.

Der Schreibstil von Tina N. Martin ist fesselnd, flüssig und gut verständlich.
Die einzelnen Szenen werden von der Autorin so beschrieben, dass man sie sich gut vorstellen kann.
Mit ihren Ermittlern hat die Autorin großartige Charaktere geschaffen. Idun Lind finde ich besonders sympathisch.
Die Autorin baut von Beginn an Spannung auf und hält sie auch bis zu Ende aufrecht.
Es macht Spaß, zu rätseln, wer der Täter ist, aber auch als ich einen Verdacht hatte, war mir das Motiv bis zum Ende unklar.

Das soll der letzte Band der Reihe gewesen sein. Das macht mich schon ein bisschen traurig. Ich wäre den Ermittlern gerne noch eine Weile länger gefolgt.

Die „Kommissarin Lind ermittelt“ Reihe:
Band 1: Apfelmädchen
Band 2: Gewittermann
Band 3: Schattenschwester
Band 4: Sturmschreie
Band 5: Racheflamme

Harold und der Buchhändler

Camille Pagán
Roman
345 Seiten
erschienen im Rowohlt Verlag
Übersetzt aus dem Englischen von Katharina Naumann
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Rowohlt Verlag für das Rezensionsexemplar

Ein Wohlfühlroman

Klappentext:
Es gibt zwei Arten von Menschen: Hunde-Menschen und die, die dem richtigen Hund noch nicht begegnet sind … Dieser Roman erzählt die herzerwärmende Geschichte von Mischlingshund Harold, der eine wichtige Mission hat: Er will seinem Herrchen Miguel zu neuem Lebensmut verhelfen. Denn Miguel, ein Buchhändler aus Michigan, trauert um seine verstorbene Frau. An manchen Tagen schafft er es nicht einmal, Lakeside Books zu öffnen. Schon bald droht der Buchhandlung das Aus, und Harold muss um seinen gemütlichen Stammplatz zwischen den Bücherregalen fürchten. Er beschließt, Miguel zu helfen und ein neues Frauchen für sie beide zu finden. Auch wenn das bedeutet, dass Harold auf seine alten Tage noch einmal richtig aufdrehen muss!

„Harold und der Buchhändler“ von Camille Pagán ist ein richtiger Roman zum Lesen und Wohlfühlen.

Im Mittelpunkt stehen der Mischlingshund Harold und sein Herrchen Miguel. Mit Miquels Frau ist auch sein Lebensmut gestorben. An manchen Tagen hat Miquel noch nicht einmal die Kraft, seine Buchhandlung zu öffnen. Das ist für Harold traurig, denn er liebt nicht nur sein Herrchen, sondern auch den Platz zwischen den Bücherregalen. Also beschließt Harold: Ein neues Frauchen muss her.
Ich habe Harold gleich in mein Herz geschlossen. Wie lieb und einfühlsam ein Tier sein kann, ist hier deutlich geworden. Wenn er mit seiner feuchten Nase Herrn Miquel angestupst hat. Einfach herzerwärmend.

Auch Miquel hat mir als Charakter gut gefallen. Ich konnte gut mit ihm fühlen und habe seine Trauer verstanden.

Camille Pagán erzählt die Geschichte sehr einfühlsam und mit sehr viel Wärme. In der Geschichte verarbeitet die Autorin Themen wie Trauer, Loslassen, aber auch Neuanfang.
Der Star in der Geschichte ist ohne Zweifel der Mischlingshund Harold. Aus seiner Sicht wird die Geschichte auch erzählt.

Der Schreibstil von Camille Pagán ist flüssig und gut verständlich. Nach ein paar Seiten war ich von der Geschichte gefangen und wollte das Buch nicht m mehr aus der Hand legen.

„Harold und der Buchhändler“ ist ein warmherziger Wohlfühlroman, den ich gerne gelesen habe.

Sylt Hass

Jona Jensen
Kriminalroman
254 Seiten
erschienen im Selfpublishing
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an Jona Jensen für das Rezensionsexemplar

Gelungener Auftakt einer neuen Sylt-Krimireihe

Klappentext:
In Kampen auf Sylt bricht der erfolgreiche
während eines Familienfestes tot zusammen. Für Hauptkommissarin Mona Fedder ist schnell klar, dass es sich um Mord handelt. Ausgerechnet jetzt ermittelt sie mit einem neuen Kollegen: Dominik Kirschbaum, jung, unerfahren und viel zu arglos für diesen Job.

Während die beiden sich als Team noch finden müssen, dringen sie tief in die Abgründe der Ahrens-Familie vor: fünf Kinder, ein Streit ums Erbe und brodelnder Hass. Offenbar war der angesehene Firmenchef Ahrens ein Familientyrann. Doch nicht nur seine Kinder hatten noch eine Rechnung mit ihm offen.

„Sylt Hass“ ist der erste Band der Reihe Fedder und Kirschbaum ermitteln von Jona Jensen.

Der Unternehmer Helmut Ahrens feiert im Kreise der Familie seinen 80. Geburtstag. Als er beim Essen eine Bombe platzen lässt und sich danach in sein Schlafzimmer zurückzieht, wird er dort von seiner verstoßenen, drogenabhängigen Tochter überrascht. Kurz darauf ist Ahrens tot. Vergiftet!
Den Ermittlern ist klar, der Täter muss einer der Anwesenden sein.

Das Ermittlerduo ist grandios.
Hauptkommissarin Mona Fedder ist eine erfahrene Ermittlerin. Ihr wird jetzt ein neuer Kollege zur Seite gestellt. Dominik Kirschbaum ist jung und unerfahren. Dabei hat Mona Fedder andere Probleme, als Kindermädchen für den jungen Dominik Kirschbaum zu spielen. Monas 16-jährige Tochter beginnt sich abzunabeln, sie hat ihren ersten Freund, besucht Partys und kommt nicht immer zur verabredeten Zeit nach Hause. Das erschüttert die vorher freundliche Mutter-Tochter-Beziehung.

Dominik Kirschbaum bringt für die Leser*innen frischen Wind in die Krimiwelt.
Er beginnt seine erste Stelle bei der Kripo. Dominik geht die Sache mit Leichtigkeit und Naivität an. Doch Mona Fedder muss im Laufe des Falls feststellen, dass Dominik sich gar nicht so schlecht anstellt.

Mona und Dominik beleuchten jeden aus der Familie Ahrens. Dabei müssen sie feststellen, dass der eine oder andere schon ein Motiv für den Mord vorzuweisen hat.
Aber auch das Opfer Helmut Ahrens war kein sympathischer Geselle.

Jona Jensen erzählt die Geschichte von Beginn an spannend und hält die Spannung auch bis zum Ende aufrecht.
Der Schreibstil von Jona Jensen ist flüssig und gut verständlich.

„Sylt Hass“ ist ein gelungener Auftakt der neuen Krimireihe. Ich freue mich schon auf den 2. Band „Sylt Rache“ der im September erscheinen wird.