Keine Angst, Darling

Vera Buck
Thriller
448 Seiten
erschienen bei Bastei Lübbe
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an NetGalley für das Rezensionsexemplar

Nichts ist wie es scheint

Klappentext:
In der Luxussiedlung Sancta Familia in Florida hat Lea endlich, wonach sie sich immer gesehnt hat: ein sicheres Zuhause, eine Tochter, die sie über alles liebt, und einen Mann, der sie auf Händen trägt. Für ihr schillerndes Leben wird sie online von Millionen gefeiert, nur ihre Schwester Paula misstraut der makellosen Inszenierung. Als Lea plötzlich verstummt, reist Paula besorgt von Deutschland nach Florida. Doch in der Sancta Familia ist ihre Schwester nicht. Ihr Mann behauptet, sie sei in einem Retreat. Aber warum gibt es kein Lebenszeichen? Je tiefer Paula in die scheinbar heile Welt der Siedlung eindringt, desto sichtbarer werden die Risse: Strenge Regeln erfordern bedingungslosen Gehorsam. Und Frauen, die sich widersetzen, verschwinden.

„Keine Angst, Darling“ ist ein packender Thriller von Vera Buck.

Im Mittelpunkt steht die Influencerin Lea Graves, die auf ihren Kanälen von Millionen Fans für ihr vermeintlich perfektes 50er-Jahre-Familienleben in der Luxussiedlung Sancta Familia in Florida gefeiert wird. Der Mann verdient das Geld, die Frau steht perfekt gestylt und gehorsam am Herd.

Vera Buck lässt Lea schon gleich zu Beginn verschwinden. Das sorgt schon gleich für Spannung und ich konnte ab diesem Zeitpunkt das Buch nicht mehr aus der Hand legen.

Vera Buck hat ihre Charaktere gut gezeichnet und lebendig werden lassen.

Die Geschwister Lea und Paula haben ein gutes Verhältnis. Daran ändert auch die große Entfernung ihres Lebensmittelpunktes nichts. Schon als Kind musste Paula immer auf Lea aufpassen und so etwas legt man nicht einfach ab.

Lea hegte schon immer den Wunsch nach Sicherheit und Geborgenheit. Das hat sie anfällig für Manipulationen gemacht. Sie wird ein echtes Tradwife und lässt Millionen daran teilhaben. Doch langsam ändert sich ihre Sicht. Ihre Begeisterung für dieses Leben kehrt sich um in Angst.

Ihre Schwester Paula ist genau das Gegenteil. Sie ist verheiratet und berufstätige Mutter.
Seit Kindheit fühlt sie eine Verantwortung für ihre Schwester. Das lässt sie auch nach Florida reisen, als es um ihre Schwester plötzlich still wurde.

Matt, der Ehemann von Lea, ist kontrollsüchtig. Er muss immer wissen, wo seine Frau ist und was sie tut. Dabei wechselt er die Rollen zwischen dem liebevollen und charmanten Ehemann und dem Mann, der alles manipulieren kann.

Vera Buck stellt eine beklemmende Atmosphäre her.
Die Autorin erzählt die Geschichte aus wechselnder Perspektive.
Die Leserinnen begleiten Paula bei der Suche nach Lea. Dabei ist Paula auf dem gleichen Wissensstand wie die Leserinnen.
Von einer anderen Perspektive her erleben die Leserinnen Leas Verwandlung. Als Leserin spürt man die aufkommende Angst von Lea und erwartet, bis das Unvermeidliche passiert.
Dazu kommen noch die Social-Media-Kommentare von Lea, in denen sie die perfekte Ehefrau spielt.
Ganz im Gegensatz dazu sind die Tagebucheinträge von Lea. Sie zeigen die wahren Gefühle auf.

Vera Buck vermittelt auf eine eindringliche Art, was psychische Gewalt mit einem Menschen machen kann. Zeigt auf, wie man einen Menschen manipulieren kann.

Der Schreibstil von Vera Buck ist flüssig, bildhaft und gut verständlich.
Die Autorin erzählt die Geschichte in einem ordentlichen Tempo.
Die Spannung setzt sehr früh ein und bleibt auch bis zum Ende bestehen.

„Keine Angst, Darling“ ist ein Psychothriller, den ich mit großer Spannung gelesen habe.

Teufelsring

Frida Skybäck
Kriminalroman
394 Seiten
erschienen im dtv Verlag
Übersetzt aus dem Schwedischen von Julia Gschwilm
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den dtv Verlag für das Rezensionsexemplar

Spannende Krimireihe aus Schweden

Zum Inhalt:
Die Geschichte beginnt mit einem tragischen Fund. In einem Naturreservat entdeckt eine Familie beim Camping die grausam zugerichtete Leiche des 21-jährigen Mattias Lindqvist. Für das Ermittler-Duo Fredrika Storm und Henry Calment rührt dieser brutale Mord sofort an eine alte, nie verheilte Wunde des kleinen Dorfs Vallkärra. Vor genau fünfzehn Jahren wurde nämlich Mattias‘ Mutter Lena auf exakt dieselbe Weise erschlagen, der Täter wurde nie gefasst und ihr damaliger Partner verschwand spurlos. Die Ermittlungen zwingen das Team zu einer Reise in die Vergangenheit und führen sie tief in ein dichtes Netz aus dörflichem Schweigen, alten Feindschaften und gut gehüteten Familiengeheimnissen.

„Teufelsring“ ist der 4. Band der Krimireihe Fredrika Storm von Frida Skybäck.

Die Autorin hat interessante und facettenreiche Charaktere erdacht.
Das Ermittlerduo besteht aus Fredrika Storm und Henry Calmen.
Fredrika ist noch jung und hochmotiviert, als sie von Kopenhagen zurück in ihre Heimat kommt und die Stelle bei der Mordkommission in Lund antritt. Sie ist in der Gegend aufgewachsen und kennt Land und Leute. Sie ist oft impulsiv und handelt emotional.
Henry Calmen ist der ideale Gegenpol zu Fredrika.
Er kommt aus der schwedischen Großstadt, bringt einen frischen, unvoreingenommenen Blick von außen mit und ist von feinerer, fast schon eleganter Erscheinung.
Schon im ersten Band sind die beiden Ermittler zu einem guten Team zusammengewachsen.

Frida Skybäcks Schreibstil ist flüssig, bildhaft und gut verständlich.
Die Autorin versteht es, das Tempo geschickt zu variieren. So gibt es ruhigere Szenen und dann zieht das Tempo wieder an und die Spannung steigt.
Der Wechsel der Perspektiven und die geschickt eingeflochtenen Wendungen sorgen zusätzlich für Spannung.

„Teufelsring“ ist ein spannender Kriminalroman. Es ist der 4. Band der Reihe, man braucht aber nicht unbedingt Vorkenntnisse, um das Buch zu lesen.

Fredrika Storm-Reihe:
1. Schwarzvogel
2. Eisenblume
3. Schattenmädchen
4. Teufelsring

Das Krähenzimmer

Carolin Frey
Thriller
429 Seiten
erschienen bei Rowohlt Polaris
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Rowohlt Verlag für das Rezensionsexemplar

Spannendes Thriller-Debüt

Zum Inhalt:
Im Mittelpunkt der Geschichte steht Lotta. Sie flüchtet sich nach der Trennung von ihrem Partner nach Geelekow, einem kleinen Ort an der Küste der Ostsee.
Hier hat sie in ihrer Kindheit schöne Sommer im Ferienhaus der Familie ihrer Stiefmutter verbracht. Doch im November sieht alles ganz anders aus. Der Ort ist leer und trostlos. Der Schlüssel liegt aber immer noch am selben Platz und so kann Lotta sich Zutritt zum Haus verschaffen.
Sie bleibt allerdings nicht unbemerkt, denn das Haus gehört zum größten Teil einer Gesellschaft, die es als Ferienhaus vermietet.
Lotta hat Glück und darf im Haus wohnen und für die Gesellschaft im November arbeiten.
Doch schon kurz nach ihrem Eintreffen beschleicht Lotta ein komisches Gefühl. Sie fühlt sich beobachtet und sie hört seltsame Geräusche. Ihre Nachbarin scheint sie zu beobachten.
Doch vieles, was in diesem Haus passiert ist, weiß Lotta noch gar nicht.

„Das Krähenzimmer“ ist das Thriller-Debüt von Carolin Frey.

Die Charaktere sind gut gezeichnet und lebendig.
Lotta und auch die anderen Charaktere waren mir schnell sympathisch. Doch im Laufe der Geschichte wusste ich nicht mehr, wem ich trauen konnte und wem nicht.

Carolin Frey schafft es in ihrem Thriller, für eine ständig bedrohliche Atmosphäre zu sorgen.
Der Plot verspricht viel Spannung. Diese setzt auch gleich zu Beginn ein. Man ahnt schon, dass Lotta nichts Gutes erwartet.
Es geschehen auch immer wieder seltsame Dinge. Lotta hört Geräusche und hat das Gefühl, dass sich noch jemand im Haus befindet. So oft sie es durchsucht, kann sie nichts finden.
Zwischendurch gibt es Ausschnitte aus Tagebucheinträgen und man ahnt schnell, von wem sie sind.
Auch die Gedanken einer weiteren Person kann man zwischendrin lesen.
Wer diese Person ist, kommt aber erst am Ende der Geschichte zum Vorschein.

Der Mittelteil der Geschichte ist etwas langatmig, hier hätte man gut etwas kürzen können. Die Geräusche, die Lotta hört, wiederholen sich immer wieder. Die Bedrohung ist allgegenwärtig, aber es passiert nichts. Erst im letzten Drittel zieht das Tempo an und es wird wieder richtig spannend und das dann auch bis zum Ende.

Der Schreibstil von Carolin Frey ist flüssig und gut verständlich.

„Das Krähenzimmer“ ist ein spannender Psychothriller, der im Mittelteil einige Längen aufweist.

Signora Commissaria und die Insel der Träume

Alexander Oetker
Kriminalroman
272 Seiten
erschienen im Atlantik Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an Hoffmann und Campe für das Rezensionsexemplar

Bravo, Bravisimo

Klappentext:
Mord in der Modewelt: Als die Polizei bei einer Verkehrskontrolle in Santa Croce eine Leiche im Kofferraum entdeckt, führt die Spur direkt in das glamouröse Imperium eines Florentiner Stardesigners. Das originellste Ermittlerteam der Toskana um Giulia Ferrari, den blinden Polizisten Enzo und Luigi, den Barista mit Kripo-Vergangenheit, stürzt sich in einen brisanten Fall voller Intrigen, Affären und Erpressung, während die Commissaria zugleich um ihre totgeglaubte Schwester kämpft, die nach zwanzig Jahren plötzlich wieder in ihr Leben tritt. Ein wendungsreicher, sinnlicher Krimi voll italienischer Sonne zwischen High Fashion, dem langen Arm der Mafia und köstlicher toskanischer Küche.

„Signora Commissaria und die Insel der Träume“ ist eigentlich der 4. Band der Reihe Giulia Ferrari ermittelt. Der 1. Band „Signora Commissaria und die dunklen Geister“ ist unter dem Pseudonym Pietro Bellini bei Droemer Knaur erschienen.

Von Alexander Oetker lese ich die Südfrankreich-Krimis sehr gerne. Mit dieser Reihe macht der Autor einen Abstecher in die Toskana. Auch hier kommen Spannung und das gute Essen nicht zu kurz.

Seine Charaktere sind wieder recht unterschiedlich und gefallen mir sehr gut.
Besonders die Gruppe der Ermittler.

Commissaria Giulia Ferrari hat ihr Elternhaus, das seit 20 Jahren leer stand, wieder bezogen. Sie hat das Haus hergerichtet und den Garten bepflanzt. Sie lebt nach langer Zeit wieder in dem Haus, in dem so viele Erinnerungen hängen, vor allem an ihre liebe Schwester.

Luigi Batista war einst der beste Commissario von Florenz. Heute betreibt er eine Cafébar und hilft nur noch im Notfall bei der Polizei aus. An seiner Seite ist immer sein Hund Tulipan.

Enzo Aleardi ist bei der Polizei meist für die Recherche verantwortlich. Er ist blind und es ist erstaunlich, wie sicher er sich an seinem Arbeitsplatz bewegt. Die Commissaria und Enzo sind mittlerweile liiert.

Der Fall ist recht kompliziert. Im Kofferraum von Signora Cavali wird bei einer Verkehrskontrolle eine Leiche gefunden. Bei dem Toten handelt es sich um David Giotti, den Sohn des reichen und bekannten Florentiner Stardesigners. Natürlich ist Singiora Cavali die Verdächtige Nummer 1, doch sie bestreitet, von der Leiche im Kofferraum gewusst zu haben.
Enzo Aleardi bittet Luigi Batista um Hilfe, da Commissaria Giulia Ferrari im Moment nicht im Dienst ist.

Die Commissaria weilt zur gleichen Zeit auf Sardinien, in der Hoffnung, ihre Schwester nach all den Jahren wiederzufinden.

Alexander Oetker baut gleich zu Beginn Spannung auf. Es macht Freude, dem Ermittlerteam bei seinen Ermittlungen über die Schulter zu schauen.
Dabei lockert der Autor seine Geschichte immer wieder durch Zwischenmenschliches auf, bei dem man die Charaktere besser kennenlernt.
Ich finde das Ermittlerteam einfach genial. Alle drei gefallen mir sehr gut. Manchmal musste ich schmunzeln, wenn Giulia und Luigi sich unterhalten.

Ein Highlight ist auch, wie Alexander Oetker Florenz beschreibt. Erst vor ein paar Jahren habe ich die Stadt besucht und hatte schnell wieder Bilder im Kopf.

Alexander Oetker lässt in der Geschichte den Tag immer mit der Heimkehr von Luigi enden. Seine Frau Carla erwartet ihn schon und es gibt ein leckeres Essen. Das Rezept ist immer zum Nachkochen abgedruckt.

„Signora Commissaria und die Insel der Träume“ ist ein genialer Toskana Krimi.
Ich würde mich freuen, wenn Alexander Oetker die Reihe mit dem großartigen Ermittlerteam noch lange weiterführt.

Die Bestatterin

Kalima Pine
Thriller
erschienen bei DP Digital Publishers
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an Kalima Pine für das Rezensionsexemplar

Düstere Geheimnisse im Westerwald

Klappentext:
Sie arbeitet mit den Toten. Bald gehört sie selbst dazu. Maria Moretti führt das traditionsreiche Bestattungsinstitut ihrer verstorbenen Eltern im Westerwald. Der Tod gehört zu ihrem Alltag. Gefühle dagegen meidet sie seit Jahren. Als sie sich in den Kinderkardiologen Matteo Schönfeld verliebt, scheint ihr Leben endlich eine Wendung zum Guten zu nehmen. Doch dann wird eine grausam verstümmelte Leiche im Grab eines anderen Verstorbenen gefunden, ohne Organe, professionell operiert. Die Ermittlungen führen zu einer Serie rätselhafter Vermisstenfälle: junge, gesunde Menschen, die spurlos verschwanden. Und plötzlich zeigen alle Spuren ausgerechnet auf Marias Bestattungsinstitut. Als Maria das versteckte Notizbuch ihres vor zehn Jahren verstorbenen Vaters entdeckt, beginnt ein Albtraum. Ihr Vater war einem illegalen Organhandel-Ring auf der Spur, und bezahlte dafür mit seinem Leben. Ein tödliches Katz-und-Maus-Spiel beginnt und Maria muss erkennen, dass sie dem Täter nie näher war als jetzt.

„Die Bestatterin“ ist das Thriller-Debüt von Kalim Pine.

Kalima Pine hat recht unterschiedliche Charaktere erschaffen und zum Leben erweckt.

Im Mittelpunkt steht Maria Moretti. Sie führt seit dem Tod ihrer Eltern das Bestattungsinstitut weiter. Sie begegnet den Verstorbenen mit großem Respekt.
Das verlangt sie auch von Toni, der ihr im Bestattungsinstitut hilft.
Eine weitere Angestellte ist Anna, sie sitzt am Empfang und nimmt auch die Telefonate entgegen.
Dani und Markus sind Freunde von Maria. Mit Dani ist Maria schon lange befreundet.
Durch sie hat sie auch Matteo kennengelernt, in den sie sich fast auf den ersten Blick verliebt hat.
Alle Charaktere sind sehr sympathisch bei mir angekommen.
Nur Toni gegenüber war ich skeptisch, ich habe ihm nicht ganz getraut.

Kalima Pine hat einen gut verständlichen, flüssigen und fesselnden Schreibstil.
Durch die kurzen Kapitel wird man zum ständigen Weiterlesen verleitet. Ich konnte das Buch bald nicht mehr zur Seite legen.
Die Autorin baut geschickt Wendungen in den Thriller ein und ich wusste nicht mehr, wer gut und wer böse ist.
Nur eins wurde bald klar: Maria schwebt in großer Gefahr.

Kalima Pine schafft eine recht düstere Atmosphäre. Man hat beim Lesen ständig das Gefühl, gleich passiert etwas Schreckliches.

„Die Bestatterin ist ein absolut gelungener Pageturner, den ich gerne gelesen habe.

Du kriegst mich nicht

Chris Carter
Thriller
458 Seiten
erschienen im Ullstein Verlag
Übersetzt aus dem Englischen von Sybille Uplegger
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Aufbau Verlag für das Rezensionsexemplar

Nichts ist wie es scheint

Zum Inhalt:
Die Geschichte beginnt im Gerichtssaal. Nelson Stewart wird dafür, dass er seiner Ehefrau Samantha Stewart Gewalt angetan hatte und sie an ein Rohr unter dem Waschbecken gekettet hatte, zu dreizehn Jahren Haft verurteilt. Nach der Urteilsverkündung spricht er im Gerichtssaal noch eine Drohung gegen seine Frau aus.

Der Staatsanwalt rät Samantha, sich nach der Scheidung eine neue Identität zuzulegen. Ihren Wohnort in ein anderes Bundesland zu verlegen und die ersten Monate mehrmals umzuziehen. Nach der Scheidung wird Samantha ein Großteil des Vermögens zugesprochen. Aus Samantha Stewart wird Mary Smith.
Mary wechselt öfter ihren Wohnort und 5 Monate nach der Scheidung ist sie in Nashville, Tennessee angekommen. Sie mietet eine kleine Wohnung und hat kaum Besitz. Da merkt Mary, dass sie verfolgt wird. Ihr gelingt es, den Verfolger abzuschütteln, indem sie Nashville verlässt.
Das scheint geglückt und Mary lässt sich nach weiteren 5 Monaten in San Francisco nieder.
Hier begegnet Mary einem Mann, in den sie sich verliebt. Endlich scheint Ruhe und Glück in Marys Leben einzukehren.

„Du kriegst mich nicht“ ist ein spannender Psychothriller von Chris Carter.
Dieses Buch gehört nicht zur bekannten und beliebten Hunter-und-Garcia-Reihe. Es ist so ganz anders und doch ein echter Chris Carter.

Chris Carter hat seine Charaktere gut gezeichnet.
Samantha/Mary war mir schnell sympathisch. Sie hat viel durchgemacht und endlich etwas Glück verdient.

Nelson Stewart erleben die Leser*innen nur vor Gericht. Er ist sehr beherrscht, versucht jede Regung zu vermeiden. Nur am Ende spricht er eine Drohung gegen seine Noch-Ehefrau aus.

Thomas oder Quaddra wie er mit richtigem Namen heißt, scheint endlich Glück in Marys Leben zu bringen. Mir war er schnell sympathisch.

Nachdem Mary sesshaft geworden ist, geht die Geschichte ziemlich ruhig weiter.
Es gibt Rückblicke in Samanthas/Marys Vergangenheit und da spürt man, es ist nicht alles so, wie es scheint.
Dann baut Christ Carter eine Wendung nach der anderen ein. Ich wusste nicht mehr, wo vorne und hinten ist, wem man noch trauen kann. Die Jagd beginnt.

„Du kriegst mich nicht“ ist ein spannender Psychothriller mit unerwarteten Wendungen.

Das Rätsel von St. Florence

Katharina Schendel
Kriminalroman
240 Seiten
erschienen im Gmeiner Verlag
Meine Bewertung:
4 von 5 Sternen

ielen Dank an den Gmeiner Verlag für das Rezensionsexemplar.

Die Nachtschattenschwestern ermitteln

Klappentext:
Zwischen Kräutergarten und Klostermauern lauern dunkle Geheimnisse: In der Abtei St. Florence an der Küste Cornwalls bereiten die drei ungleichen Nonnen des Nachtschattenordens Marguerite, Angelica und Rosemary das jährliche Kräuterfest vor. Doch als eine Influencerin nach dem Genuss des legendären Melissengeists zusammenbricht, fällt der Verdacht ausgerechnet auf die Abtei. Inmitten von Giftpflanzen, alten Legenden und misstrauischen Dorfbewohnern beginnen die drei zu ermitteln, denn ihr Ruf und die Zukunft des Ordens stehen auf dem Spiel.

„Das Rätsel von St. Florence“ ist ein Cornwall-Krimi von Katharina Schendel.

Die Nachtschattenschwestern, Schwester Angelica und Schwester Rosemary, sind die letzten im Kloster St. Florence.
Das Geld ist knapp und im Kloster müssten dringend Instandhaltungsarbeiten gemacht werden.
Ihre Hoffnung liegt auf dem diesjährigen Kräuterfest. Die Schwestern haben extra frischen Melissengeist gebraut, um ihn auf dem Fest zu verkaufen.
Doch als die Influencerin, die den Schwestern bei der Vermarktung helfen will, von dem Melissengeist probiert, bricht sie zusammen.

Die Charaktere sind sympathisch. Ich habe die Schwestern gerne durch die Geschichte begleitet.

Schwester Marguerite ist 49 Jahre alt und die Äbtissin des Klosters. Vor dem Leben im Kloster war sie Botanikerin, und so kümmert sie sich auch hingebungsvoll um den Klostergarten mit all seinen Kräutern und Heilpflanzen.

Schwester Angelica ist 31 Jahre alt und kümmert sich um den Klosterladen und das Café. Einst war sie Journalistin, zieht jetzt aber die Ruhe des Klosters vor. Ihre Leidenschaft sind True-Crime-Podcasts.

Schwester Rosemary ist 63 Jahre alt und somit die älteste Klosterbewohnerin.
Früher war sie Krankenschwester. Sie stellt aus den Kräutern und Heil- und Giftpflanzen, die im Klostergarten wachsen, Tränke und Salben her. Auch sie liebt Kriminalgeschichten, dabei haben es ihr die französischen Krimis angetan.

Außerdem leben noch Pater Ambrosius, ein 5-jähriger Airedale Terrier, und Poppy die 4-jährige Graugans, im Kloster.

Hin und wieder kommt Reverend Blytheim im Kloster vorbei. Er ist den Schwestern nicht gut gesinnt und verbreitet im Dorf böse Gerüchte.

Ein illustrer Verein, den die Leser*innen begleiten dürfen.
Nachdem sich herausstellt, dass im Melissengeist, den die Influencerin getrunken hat, Gift war und als erstes die Schwestern verdächtigt werden, nehmen sie die Ermittlungen selbst in die Hand.

Katharina Schendel erzählt die Geschichte in einem ruhigen Ton. Es wechseln sich Spannung und Humor ab.
Der Schreibstil von Katharina Schendel ist flüssig und gut verständlich.
Der Handlungsort, vorwiegend das Kloster, wird anschaulich beschrieben.

„Das Rätsel von St. Florence“ ist ein spannender und zugleich humorvoller Cosy-Krimi, den ich gerne gelesen habe.

Er lügt

Rebecca Taylor McKay
Thriller
410 Seiten
Übersetzt aus dem Englischen von Silke Jellinghaus
erschienen bei Rowohlt Polaris
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Rowohlt Verlag für das Rezensionsexemplar

Geheimnisse wollen ans Licht

Zum Inhalt:
Rebecca Taylor McKay schickt ihre Leser*innen zurück in das Jahr 1961.
Die 22-jährige Clara Carmichael verbringt mit ihrem reichen und charmanten Ehemann Spencer die Flitterwochen an der Amalfiküste. Alles ist perfekt. Der Palazzo Rosso, in dem das Paar wohnt, bietet einen großartigen Ausblick. Das Meer ist türkisblau und liegt direkt zu ihren Füßen.
Clara wundert sich, dass ihr Mann Italienisch spricht und sie nichts davon weiß.
Als Clara und Spencer auf Vivian und Fred treffen, die am gleichen Ort ihren Urlaub verbringen, reagiert Spencer ungewohnt feindselig. Eine angespannte Atmosphäre spinnt sich um die zwei Paare.
Als Clara dann einen anonymen Zettel bekommt, auf dem steht „Er lügt“, ist klar, hier gibt es einige Geheimnisse, die ans Licht wollen.

„Er lügt“ ist ein spannender Psychothriller von Rebecca Taylor McKay.

Die Charaktere sind gut gezeichnet und man spürt schnell, dass sie einiges zu verbergen haben.

Clara wirkt zu Beginn der Geschichte noch etwas leichtgläubig. Das ändert sich aber schnell und sie wirkt selbstbewusst und entschlossen.

Spencer ist der perfekte Ehemann. Er ist fürsorglich und charmant. Doch sobald er sich nicht mehr ganz unter Kontrolle hat, fängt die Fassade an zu bröckeln.

Vivian und Fred, das zweite Ehepaar, das an der Amalfiküste den Urlaub verbringt, wirken auf den ersten Blick überaus sympathisch.
Doch zwischen Vivian und Spencer scheint etwas zu schwellen.

Die Autorin entführt die Leser*innen an die malerische Amalfiküste in Italien, genauer gesagt nach Positano und in das luxuriöse Hotel Palazzo Rosso.
Die Atmosphäre wechselt immer wieder zwischen Urlaubsfeeling, Sonne, Strand und Meer und einer beklemmenden Stimmung voller Misstrauen.

Rebecca Taylor McKay erzählt die Geschichte in einem ruhigen Tempo. Es bleibt genug Zeit, die schöne Landschaft zu bestaunen. Gekonnt spiegelt die Autorin die 1960er Jahre wider.
Der Schreibstil von Rebecca Taylor McKay ist flüssig und gut verständlich.
Durch die Perspektive aus Sicht von Clara kommt man ihr natürlich ganz nahe. Man kann ihre Gedanken lesen und stellt sich die gleiche Frage, die sich Clara stellt: „Wem kann man noch trauen?“

Rebecca Taylor McKay baut einige Wendungen in die Geschichte ein, was das Ganze noch spannender macht.

„Er lügt“ ist kein actiongeladener Hardcore-Thriller, sondern ein wunderbar atmosphärischer Psychothriller, der von leisen Tönen, psychologischer Tiefe und einem grandiosen Setting lebt.
Ich habe das Buch mit großer Freude gelesen.

Düstere Gedanken

Toby Winter
Sprecher: Mathias Grimm
Hörbuch – Thriller
Länge: 9 Stunden und 20 Minuten
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an Toby Winter für das Rezensionsexemplar

Nichts für schwache Nerven

Klappentext:
Hallo, ich heiße Florian, meine Freunde nennen mich Flo.
Ich bin ein skrupelloser Serienkiller.
Das mag Sie schockieren, denn ich bin auch ein liebevoller Ehemann und Vater von drei Kindern.
In meinem bevorzugten Jagdrevier am Dortmunder Phoenix-See wird ein Mann brutal ermordet.
Der Mörder lässt die Leiche zurück und zieht damit die Aufmerksamkeit von Polizei und Presse auf sich.
Das macht mich wütend und ich beschließe, Jagd auf meinen Rivalen zu machen.
Doch schon bald bin ich der Gejagte und muss um das Leben meiner Liebsten fürchten.

„Düstere Gedanken“ von Toby Winter ist ein Psychothriller, der aus der Sicht eines Serienmörders erzählt wird.

Im Mittelpunkt steht Florian. Er ist eigentlich ein ganz normaler Mann. Er arbeitet bei einer Bank, ist liebender Vater und Ehemann. Ein sympathischer Mensch, den man mögen muss.
Florian hat aber auch noch eine andere, eine dunkle Seite. Er ist ein Serienmörder.
Wenn das Dunkle in ihm zum Vorschein kommt, entführt er Frauen, foltert und tötet sie.
Jetzt wird die Polizei aufmerksam, da ein anderer Mörder in Florians Revier gejagt hat. Florian macht Jagd auf seinen Rivalen und wird selbst gejagt. Ein Katz-und-Maus-Spiel beginnt.

Toby Winter erzählt die Geschichte in einem ordentlichen Tempo und mit einer dunklen Atmosphäre.
Die Charaktere sind gut gezeichnet und interessant.
Da ist natürlich Florian. Er ist liebender Familienvater und gleichzeitig ein brutaler Mörder. Die dunkle Seite in Florian war allerdings nicht immer da. Erst nach einer Kopfoperation hat sich sein inneres Wesen verändert. Jetzt muss das Böse aus ihm heraus.

Im Gegensatz dazu steht Florians Familie, die ihren Vater und Ehemann nur als lieb und fürsorglich kennen.
Als Leser*in wartet man ständig auf die Aufdeckung von Florians Charaktereigenschaften.

Der Schreibstil von Toby Winter ist flüssig und gut verständlich.
Der Autor erzählt die Geschichte aus wechselnder Perspektive. Die Abschnitte, die aus Sicht von Florian erzählt werden, lassen die Leser*innen Florian ganz nahekommen.
Toby Winter beschreibt die Gewalt recht detailliert, hier musste ich schon manchmal schlucken. Hier werden gute Nerven vorausgesetzt.

Ich habe das Hörbuch gehört. Es wird von Mathias Grimm gelesen. Die Stimme von Mathias Grim ist wandelbar. Er kann mit seiner Stimme gekonnt zwischen Florian dem Familienvater und Florian dem Serienmörder differenzieren. Beim Hören bekommt man das Gefühl, es mit zwei verschiedenen Personen zu tun zu haben.
Mathias Grimm macht das Hörbuch zu einem spannenden Vergnügen.

„Düstere Gedanken“ ist ein wirklich düsterer und hochspannender Thriller.

Die Nachbarin

Nova Winter
Thriller
365 Seiten
erschienen im Ullstein Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Ullstein Verlag für das Rezensionsexemplar

Wem kann man noch vertrauen

Zum Inhalt:
Im Mittelpunkt steht Smilla. Beim Joggen kommt Smilla an einem See vorbei, in dem ein kleiner Junge ums Überleben kämpft. Beherzt springt Smilla ins Wasser, um den Jungen zu retten. Als die Mutter des Jungen erscheint, beschimpft sie Smilla.

In Smilla bleibt ein unerklärliches Gefühl zurück, sie kennt den Jungen, es ist ihr Sohn. Dabei hat Smilla den Jungen noch nie gesehen und war auch nie schwanger gewesen.

Als Smilla die Frau wieder sieht, muss sie feststellen, sie ist ihre Nachbarin. Quentin, der Vater des Jungen, bedankt sich überschwänglich bei Smilla und lädt sie und ihren Mann zum Essen ein. Und Quentin bietet Smilla auch noch einen Job als Patissière in seinem Hotel an.

Kurze Zeit später erfährt Smilla vom Verschwinden des ersten Kindes ihrer Nachbarn, vor sechs Jahren. Dann geschehen seltsame Dinge. Smilla traut sich selbst und auch keinem anderen mehr. Auch nicht ihrem eigenen Ehemann.

„Die Nachbarin“ ist ein spannender Psychothriller von Nova Winter.

Die Autorin hat die Charaktere gut gezeichnet und zum Leben erweckt.
Smilla war mir schnell sympathisch. Sie hat eine schwere Krankheit überstanden und will jetzt einen Neuanfang starten.
Auch Jonas, Smillas Ehemann, war mir schnell sympathisch. Doch im Laufe der Geschichte spürt man, dass er nicht immer ehrlich ist.
Die Nachbarn Quentin und Lou sind etwas seltsam. Lou scheint psychisch labil zu sein, was man versteht, wenn man ihre Geschichte kennt.

Nova Winter baut langsam, aber stetig Spannung auf. Die Geschichte wird aus wechselnden Perspektiven erzählt. Das führt dazu, dass man die Charaktere sehr gut kennenlernt und schnell spürt, dass nicht alles so ist, wie es scheint.

In der 2. Hälfte der Geschichte baut Nova Winter einige Wendungen ein und man weiß wirklich nicht mehr, wem man trauen kann.

Am Ende gibt es einen richtigen Showdown, der die Spannung bis ins Endlose steigen lässt.

Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und gut verständlich. Nova Winter hat mich mit ihrem Thriller „Die Nachbarin“ begeistert.