Eine zu viel

Samantha Hayes
Thriller
411 Seiten
erschienen im dtv Verlag
Übersetzt aus dem Englischen von Anne Rudelt
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den dtv Verlag für das Rezensionsexemplar

Spannender Psychothriller

Klappentext:
Nach dem Tod des Familienvaters Ray lädt Mutter Connie ihre drei Töchter samt Partnern und Kindern in eine abgelegene schottische Lodge ein. Zehn Tage sollen sie dort verbringen: nachtrauern, zusammenrücken, vielleicht neu beginnen. Doch Connie hütet ein brisantes Geheimnis: Rays Testament – und die Wahrheit, die es an die Oberfläche bringen wird. Während Connie den richtigen Moment für ihre Offenbarung sucht, kippt die Stimmung wie das Wetter in den Highlands. Wer steht zu wem? Und was geschieht, wenn die größte Gefahr nicht draußen lauert, sondern mit am Tisch sitzt?

„Eine zu viel“ ist ein Thriller mit Hochspannung von Samantha Hayes.

Ray ist gestorben. Connie lädt ihre Töchter mit Familie in eine schottische Lodge ein. Hier möchte die Familie zusammen trauern, den Tod des Vaters und Ehemanns verarbeiten. Connie will aber auch ein Geheimnis lüften, das mit der Testamentseröffnung eine Wahrheit ans Licht bringen wird.

Samantha Hayes lässt die Spannung gleich im Prolog aufblitzen.
Die Familie Hunter ist eine Familie voller Geheimnisse, Eifersucht und Verletzungen. Am Ende ist einer von ihnen tot.
Das Drama spielt sich in den schottischen Highlands, in einem abgelegenen Ferienhaus ab. Die Leser*innen folgen den einzelnen Familienmitgliedern. Es hat den Anschein eines normalen Familienurlaubs, doch wenn man den Prolog gelesen hat, wartet man auf jeder Seite darauf, dass das Unausweichliche passiert.

Die Autorin spielt mit der Psyche ihrer Leser*innen. Die unterschwellige Spannung ist allgegenwärtig.
Dazu wird die Geschichte noch aus wechselnden Perspektiven erzählt, was der Spannung zuträglich ist.

Die Charaktere sind recht unterschiedlich und sehr lebendig.
Ich habe ein bisschen gebraucht, um die einzelnen Familienmitglieder auseinanderhalten zu können. Nach einiger Zeit ist mir das aber gut gelungen.

Samantha Hayes hat einen flüssigen, gut verständlichen und vor allem fesselnden Schreibstil. Die eingebauten Wendungen sorgen dafür, dass es bis zum Ende spannend bleibt.

„Eine zu viel“ ist ein spannender Thriller, der mit der Psyche seiner Leser*innen spielt.

Das Hotel am Rande des Zusammenbruchs

Theresa und Joseph Prammer
Kriminalroman
302 Seiten
erschienen bei HaymonKrimi
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an Haymon Krimi für das Rezensionsexemplar

Kriminalroman mit herrlich schrägem Humor

Die Fassade bröckelt und einer der Balkone hängt schief, da hilft auch die Toplage ein bisschen abseits von Reichenau an der Rax nichts mehr. Das Wellnesshotel „Perfekt“ hat seine besten Tage definitiv schon vorgestern hinter sich gelassen.
Die Rettung des maroden Hauses naht scheinbar in Gestalt eines wohlhabenden Investors, der sich zu einer Inkognito-Inspektion angekündigt hat. Das ohnehin gestresste Personal versucht verzweifelt herauszufinden, welcher der wenigen, kauzigen Hotelgäste der besagte Geldgeber ist. Doch das Timing für den großen Deal könnte nicht schlechter sein: Ausgerechnet jetzt stürzt der herrische, cholerische Hotelbesitzer Felix Perfekt aus dem Fenster und landet, im Garten auf einer übergroßen Buddhastatue. Da sich das verbliebene Team eine Schließung oder polizeiliche Ermittlungen mitten im Investorenbesuch nicht leisten kann, wird der Vorfall kurzerhand vertuscht. Als dann auch noch Felix’ eineiiger Zwillingsbruder Florian aufkreuzt, bricht das absolute Verwechslungschaos aus. Wer ist Gast, wer Angestellter, wer der Investor und wer der Mörder?

Das Autorenduo Theresa und Joseph Prammer legt mit „Das Hotel am Rande des Zusammenbruchs“ eine herrlich schräge Kriminalkomödie vor, die ursprünglich auf einem erfolgreichen Theaterstück der Komödienspiele Neulengbach, das von dem Ehepaar gegründet wurde, basiert. Schauplatz des herrlich absurden Geschehens ist das Wellnesshotel „Perfekt“ nahe dem traditionsreichen Sommerfrischort Reichenau an der Rax. Perfekt ist hier allerdings gar nichts mehr: Die Fassade bröckelt, ein Balkon hängt schief, die Sauna ist defekt und das Personal hat seit Monaten kein Gehalt gesehen.

Das Ehepaar Prammer hat lebendige, schrullige und exzentrische Charaktere ins Leben gerufen.
Die Charaktere sind das absolute Herzstück des Romans.
Sophie ist Mitte 30 und Physiotherapeutin. Sie fungiert unfreiwillige als Krisenmanagerin, die versucht, das sinkende Schiff und die absurden Geheimnisse irgendwie zusammenzuhalten.

Felix und Florian Perfekt: Der eine ist ein unausstehlicher, geiziger Hotelchef, der andere sein eineiiger Zwilling, der im perfekten Moment auftaucht, um für maximale Verwirrung zu sorgen.

Der Rest der Belegschaft ist ein eingeschworenes Team, das mit einer kräftigen Dosis Galgenhumor agiert.
Die Stammgäste, die nostalgisch über den K.-u.-K.-Schick hinwegsehen, machen das Ensemble perfekt.

Der Schreibstil von Theresa und Joseph Prammer ist flüssig und gut verständlich. Der Theaterhintergrund der beiden Autoren ist auf jeder einzelnen Seite spürbar. Die Geschichte verzichtet auf langatmige Ausführungen und setzt stattdessen auf ein extrem hohes Erzähltempo und Pointen, die perfekt sitzen.
Die Dialoge zwischen den Charakteren sind spritzig und treiben die Handlung rasant voran.
Der Krimi ist mit einer Prise schwarzem Humor, mit Absurdität und Wiener Schmäh gewürzt.

„Das Hotel am Rande des Zusammenbruchs“ ist weniger ein klassischer Krimi mit akribischer Ermittlungsarbeit, sondern vielmehr eine rasante, rabenschwarze Kriminalkomödie. Ein absolut unterhaltsames, kurzweiliges Buch für alle, die sich bei einem Beinahe-Mord im Hotel „Perfekt“ königlich amüsieren wollen!

Die Klippe

Ulf Kvensler
Thriller
377 Seiten
Übersetzt aus dem Schwedischen von Sabine Thiele
erschienen im Penguin Verlag
Meine Bewertung:
4 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Penguin Verlag für das Rezensionsexemplar

Psychothriller

Zum Inhalt
Marcus passiert das, was wohl jeder Autor fürchtet. Nach einem Bestseller kommt nichts mehr. Er bringt einfach keine gute Geschichte mehr zu Stande.
Da wird er von Ernst, einem Bekannten aus einem Schreibseminar kontaktiert. Er hat einen Kriminalroman geschrieben und möchte den, unter einem Pseudonym veröffentlichen. Marcus bietet seine Hilfe an und reicht das Manuskript an seine Agentin weiter.
Die Agentin ist der Meinung, dass das Manuskript von Marcus ist. Sie ist überzeugt davon, dass es ein Bestseller werden wird. Auch der Verlag ist davon überzeugt. Das Buch soll allerdings unter dem Namen von Marcus erscheinen. Der eigentliche Autor ist angetan von der Idee, dass Marcus das Buch unter seinem Namen veröffentlicht.
Das Buch wird tatsächlich ein Bestseller. Doch dann kommt es zu Unstimmigkeiten zwischen Marcus und Ernst. Ernst stellt immer mehr Forderungen an Marcus. Und Marcus verstrickt sich in einem Gerüst aus Lügen. Bis das Unvermeidbare passiert.

„Die Klippe“ ist der neue Thriller von Ulf Kvensler.
Nachdem mich „Der Ausflug“ und „Die Insel“ mich gefesselt hatten, war ich auf das neue Werk gespannt.

Ulf Kvensler beginnt die Geschichte ruhig. Die Leser*innen ahnen zwar schnell, dass es zwischen Marcus und Ernst kein gutes Ende nehmen wird. Aber bis dahin dauert es eine Weile.
Als es dann zu den Unstimmigkeiten zwischen den beiden Charakteren kommt, baut der Autor eine düstere Atmosphäre auf.
Auch zwischen Marcus und seiner Frau wird die Stimmung immer schlechter und man ahnt, dass auch das kein gutes Ende nehmen kann.

Zwischendrin gibt es immer wieder Rückblenden in die Vergangenheit und die Leser*innen erfahren, wie sich Marcus und Ernst bei einem Schreibseminar kennengelernt haben.

Ulf Kvensler hat seine Protagonisten sehr gut gezeichnet, sie wirken richtig lebendig.

Der Schreibstil von Ulf Kvensler ist flüssig und gut verständlich. Bei diesem Buch dauert es allerdings etwas, bis die Spannung einsetzt. Auch zwischendrin gibt es immer wieder einmal Stellen, die etwas langatmiger sind.

„Die Klippe“ ist kein actiongeladener Thriller, eher ein ruhiger Psychothriller, wo man auch viel zwischen den Zeilen lesen kann.

So kalt die Nacht

Marika Neitz
Kriminalroman
400 Seiten
erschienen bei SAGA Egmont
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an NetGalley für das Rezensionsexemplar

spannend von Anfang bis Ende

Klappentext:
Eine grausame Mordserie erschüttert Köln. Scheinbar wahllos entführt ein Unbekannter ältere Menschen, fesselt sie und lässt sie dann unbarmherzig verhungern.
Kommissarin Anna Melcher wird auf den Fall angesetzt. Seit ihrer Scheidung leidet die Ermittlerin unter Panikattacken, die sie vor den Kollegen zu verheimlichen versucht. Und gerade jetzt kann Anna sich kein Zeichen der Schwäche erlauben, denn der gnadenlose Täter hat ein weiteres Opfer in seiner Gewalt. Ohne forensische Spuren bleibt Anna allerdings nichts übrig, als in der Vergangenheit der Opfer nach Verbindungen zu suchen. Und tatsächlich: Ein Hinweis führt sie zurück in die achtziger Jahre zu einem grausamen Fall von Kindesmisshandlung. Gemeinsam mit ihrem neuen Partner, dem pedantischen Frieder Tann, muss Anna jetzt schnell handeln. Doch das ist leichter gesagt als getan: Denn Frieder hält wenig von Annas unkonventionellen Ermittlungsmethoden und der Täter steht kurz davor, sein entsetzliches Werk zu vollenden.

„So kalt die Nacht“ ist der 1. Band der Reihe „Die Fahndung“ von Marika Neitz.

In Köln passieren grausame Morde. Menschen werden entführt und wie es scheint, lässt man sie einfach verdursten.
Kommissarin Anna Melcher übernimmt den Fall. Verstärkung bekommt sie von
Frieder Tann, ein Kollege, der eher als Schreibtischtäter überzeugt und nicht gerne in der Öffentlichkeit ermittelt.
Lange gibt es keine Zusammenhänge zwischen den Opfern. Doch dann weist alles auf einen Fall von Kindermisshandlung in den 1980er Jahren hin.

Marika Neitz hat interessante Charaktere zum Leben erweckt.
Die beiden Ermittler gefallen mir gut. Sie schwimmen nicht im üblichen Mainstream, sondern stechen heraus.
Kommissarin Anna Melcher ist zwar eine starke Frau, die sich im Dienst immer wieder beweisen muss. Dazu kommen noch Probleme mit ihrem pubertierenden Sohn. Doch gegen ihre Panikattacken kommt sie nicht an. Anna versucht, die Attacken zu verheimlichen, doch ihrem neuen Kollegen Frieder Tann kann sie nichts vormachen.

Frieder Tann ist sehr pedantisch. Er hat für fast alles Rituale. Mit Menschen tut er sich richtig schwer. Er zeigt eindeutige Züge des Asperger-Syndroms. Wenn man ihn näher kennenlernt, ist es aber ein sehr ehrlicher Mensch, der mir schnell sympathisch war.

Der Fall wird spannend erzählt. Lange gab es keine Zusammenhänge zwischen den Opfern. Doch als sich herausstellt, wie die einzelnen Opfer zusammenpassen, geht es Schlag auf Schlag.
Das Ende war dann trotz allem überraschend, aber stimmig.

Marika Neitz hat einen flüssigen und leicht verständlichen Schreibstil. Ich wurde schnell, wie durch einen Sog, in die Geschichte hineingezogen.

„So kalt die Nacht“ ist ein spannender Kriminalroman. Ich freue mich schon jetzt auf den 2. Band „So dunkel das Herz“, der im Januar 2027 erscheinen soll.

Ein unglücklicher Tod

Peter Grainger
Kriminalroman
283 Seiten
Übersetzt aus dem Englischen von Eva Regul
erschienen im Diogenes Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Diogenes Verlag für das Rezensionsexemplar

Gelungener Auftakt einer neuen Krimireihe

Klappentext:
Nach einem internen Ermittlungsverfahren hätte man DC Smith bei der Polizei von Norfolk gern in Rente geschickt. Zu alt, zu eigensinnig, zu charakterstark befand man, doch Smith lebt für seinen Beruf und schert sich wenig darum, was seine Vorgesetzten gern hätten. Er bekommt einen Routinefall zugeteilt. der Unfalltod eines Siebzehnjährigen, doch was sich da vor Smith eröffnet, ist nichts weniger als die Frage nach Recht oder Gerechtigkeit.

„Ein unglücklicher Tod“ ist der 1. Band der Reihe „Ein Fall für DC Smith“ von Peter Grainger.

DC Smith arbeitet bei der Polizei in Norfolk. Nach einer unfreiwilligen Auszeit ist er wieder am Start. Seinen Vorgesetzten wäre es lieber, Smith würde sich für den angebotenen Ruhestand entscheiden. Davon will Smith aber nichts hören. So wird Smith ein Routinefall, ein Unfalltod zugeteilt.
Smith bekommt zur Unterstützung den jungen DC Chris Waters zugeteilt, den er allerdings erst mit der Polizeiarbeit vertraut machen muss. Noch ahnen sie nicht, welche Ausmaße der Fall annehmen wird.

Peter Grainger hat seine Charaktere gut gezeichnet und zum Leben erweckt.
DC Smith ist ein erfahrener Polizist und er arbeitet nicht immer nach Vorschrift. Seine unkonventionelle Art hat ihm schon manchen Ärger eingebracht.
DC Chris Waters ist ganz neu in diesem Job. Er hat ein schnelles Auffassungsvermögen und man kann schon ahnen, dass er einmal ein guter Polizist wird. Mit DC Smith zusammenzuarbeiten, war sein Wunsch. Von seinem Vater, der auch Polizist war, hat er schon viel von Smith gehört.

Peter Grainger erzählt den Fall mit all seinen Ausläufern spannend. Zu Beginn sieht alles nach einem Unfall aus, aber Smith ahnt, dass mehr dahintersteckt. Doch Smith fängt an, Dinge zu hinterfragen. Eine unerklärliche Kopfwunde und genauso wenig erklärbare Abdrücke auf der Brust genügen Smith, um an ein Verbrechen zu denken. Er fängt an. die letzten Stunden des Opfers zu rekonstruieren.

Peter Grainger beschreibt außer den Ermittlungen auch die Sparmaßnahmen bei der Polizei. Immer weniger Mitarbeiter stehen zur Verfügung. Trotz allem muss die Arbeit weitergehen und die Ermittlungen müssen zu schnellen Erfolgen führen.

Der Schreibstil von Peter Grainger ist flüssig, gut verständlich und fesselnd.
„Ein unglücklicher Tod“ ist ein gelungener Auftakt der Krimireihe. Da es im Original schon 17 Bände gibt, denke ich, dass es bald neue Fälle mit DC Smith geben wird.

Racheflamme

Tina N. Martin
Thriller
541 Seiten
erschienen im Blanvalet Verlag
Übersetzt aus dem Schwedischen von Leena Flegler
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Blanvalet Verlag für das Rezensionsexemplar

Spannender Thriller aus Schweden

Klappentext:
Luleå, Nordschweden: Auf der Hauptbühne des Stadttheaters steht eine mit ätzender Flüssigkeit gefüllte Badewanne. Die Analyse der Säure ergibt Spuren von menschlichem Blut. Idun Lind übernimmt gemeinsam mit Calle Brandt und Tareq Shaheen die Ermittlungen. Sie kommen einem Täter auf die Spur, der vor nichts zurückschreckt, um seine Opfer in den Wahnsinn zu treiben, bevor er sie auf grausamste Weise tötet

„Racheflamme“ von Tina N. Martin ist der 5. Band der Thriller-Reihe „Kommissarin Lind ermittelt“ aus Schweden.

Im Mittelpunkt stehen die zwei Ermittler Idun Lind und Calle Brand. Calle ist oft etwas ruppig, arbeitet aber schon länger gut mit Idun zusammen.

Kriminalkommissarin Idun Lind arbeitet in der Abteilung für Kapitalverbrechen im nordschwedischen Luleå.
Sie ist eine toughe Ermittlerin, die vor nichts zurückschreckt.
Mit ihrem Kollegen Calle Brand arbeitete sie immer gerne und gut zusammen.

Auch auf Tareq treffen wir wieder, er leitet eine Ermittlungseinheit bei der Abteilung Kapitalverbrechen in Stockholm. Er ist ein elegant gekleideter großer Mann mit dunklem Bart.

Die Ermittler gefallen mir gut und ich begleite sie mit Freude seit dem 1. Band.

Schon der Prolog sorgt für Gänsehautmomente und lässt auf viel Spannung hoffen.
Und es wird auch wieder sehr spannend.

Die Ermittler werden in ein Theater gerufen. Eine Badewanne mit Säure und menschlichem Blut. Jetzt geht es darum, herauszufinden, was passiert ist. Da geschieht schon der nächste Mord und die Ermittler stecken mitten in einem brenzligen Fall.

Die Ermittlungen sind schwierig und gehen nur langsam voran. Vor allem die Rückblenden, in denen man einer unbekannten Person folgt, sorgen für Spannung.

Der Schreibstil von Tina N. Martin ist fesselnd, flüssig und gut verständlich.
Die einzelnen Szenen werden von der Autorin so beschrieben, dass man sie sich gut vorstellen kann.
Mit ihren Ermittlern hat die Autorin großartige Charaktere geschaffen. Idun Lind finde ich besonders sympathisch.
Die Autorin baut von Beginn an Spannung auf und hält sie auch bis zu Ende aufrecht.
Es macht Spaß, zu rätseln, wer der Täter ist, aber auch als ich einen Verdacht hatte, war mir das Motiv bis zum Ende unklar.

Das soll der letzte Band der Reihe gewesen sein. Das macht mich schon ein bisschen traurig. Ich wäre den Ermittlern gerne noch eine Weile länger gefolgt.

Die „Kommissarin Lind ermittelt“ Reihe:
Band 1: Apfelmädchen
Band 2: Gewittermann
Band 3: Schattenschwester
Band 4: Sturmschreie
Band 5: Racheflamme

Sylt Hass

Jona Jensen
Kriminalroman
254 Seiten
erschienen im Selfpublishing
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an Jona Jensen für das Rezensionsexemplar

Gelungener Auftakt einer neuen Sylt-Krimireihe

Klappentext:
In Kampen auf Sylt bricht der erfolgreiche
während eines Familienfestes tot zusammen. Für Hauptkommissarin Mona Fedder ist schnell klar, dass es sich um Mord handelt. Ausgerechnet jetzt ermittelt sie mit einem neuen Kollegen: Dominik Kirschbaum, jung, unerfahren und viel zu arglos für diesen Job.

Während die beiden sich als Team noch finden müssen, dringen sie tief in die Abgründe der Ahrens-Familie vor: fünf Kinder, ein Streit ums Erbe und brodelnder Hass. Offenbar war der angesehene Firmenchef Ahrens ein Familientyrann. Doch nicht nur seine Kinder hatten noch eine Rechnung mit ihm offen.

„Sylt Hass“ ist der erste Band der Reihe Fedder und Kirschbaum ermitteln von Jona Jensen.

Der Unternehmer Helmut Ahrens feiert im Kreise der Familie seinen 80. Geburtstag. Als er beim Essen eine Bombe platzen lässt und sich danach in sein Schlafzimmer zurückzieht, wird er dort von seiner verstoßenen, drogenabhängigen Tochter überrascht. Kurz darauf ist Ahrens tot. Vergiftet!
Den Ermittlern ist klar, der Täter muss einer der Anwesenden sein.

Das Ermittlerduo ist grandios.
Hauptkommissarin Mona Fedder ist eine erfahrene Ermittlerin. Ihr wird jetzt ein neuer Kollege zur Seite gestellt. Dominik Kirschbaum ist jung und unerfahren. Dabei hat Mona Fedder andere Probleme, als Kindermädchen für den jungen Dominik Kirschbaum zu spielen. Monas 16-jährige Tochter beginnt sich abzunabeln, sie hat ihren ersten Freund, besucht Partys und kommt nicht immer zur verabredeten Zeit nach Hause. Das erschüttert die vorher freundliche Mutter-Tochter-Beziehung.

Dominik Kirschbaum bringt für die Leser*innen frischen Wind in die Krimiwelt.
Er beginnt seine erste Stelle bei der Kripo. Dominik geht die Sache mit Leichtigkeit und Naivität an. Doch Mona Fedder muss im Laufe des Falls feststellen, dass Dominik sich gar nicht so schlecht anstellt.

Mona und Dominik beleuchten jeden aus der Familie Ahrens. Dabei müssen sie feststellen, dass der eine oder andere schon ein Motiv für den Mord vorzuweisen hat.
Aber auch das Opfer Helmut Ahrens war kein sympathischer Geselle.

Jona Jensen erzählt die Geschichte von Beginn an spannend und hält die Spannung auch bis zum Ende aufrecht.
Der Schreibstil von Jona Jensen ist flüssig und gut verständlich.

„Sylt Hass“ ist ein gelungener Auftakt der neuen Krimireihe. Ich freue mich schon auf den 2. Band „Sylt Rache“ der im September erscheinen wird.

Im Morgengrauen

Marc Raabe
Thriller
575 Seiten
erschienen im Ullstein Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Ullstein Verlag für das Rezensionsexemplar

Sehr spannend – eben ein echter Marc Raabe

Klappentext:
Seit Wochen gehen im Netz die Videos einer jungen Frau viral. Ihr Gesicht ist unkenntlich, auf ihrem Unterarm ist ein markantes Eulen-Tattoo. Der Inhalt der Videos: skandalöse Details ihrer Affäre mit dem Bundeskanzler. Ein Fake? Eine Kampagne? Oder die Wahrheit?
Plötzlich verschwindet Kanzler Henrik Westphal spurlos.
In der aufgeheizten Stimmung stoßen BKA-Ermittler Art Mayer und Nele Tschaikowski tief im U-Bahntunnel unter dem Alexanderplatz auf eine entstellte Leiche. Ist es die junge Frau aus den Videos? Und welche Rolle spielt Juli, die Frau des Kanzlers und Arts große Jugendliebe. Als Art plötzlich selbst ins Visier gerät, eskaliert die Situation: Wem kann er noch vertrauen?

„Im Morgengrauen“ ist der 4. Band der Art Mayer-Reihe von Marc Raabe.
Wenn man, wie ich, schon einige Bücher von Marc Raabe gelesen hat, weiß man die nächsten Nächte werden kurz.

Die Ermittler sind wieder einmal einzigartig.
Art Mayer besticht durch seine Coolness.
Er ist Diabetiker, was er allerdings sehr auf die leichte Schulter nimmt.
Seine Handlungsweise ist recht unkonventionell.
Seine Aufklärungsrate spricht für Art Mayer.
Hinter seiner rauen Schale steckt allerdings ein weicher Kern.
Nele Tschaikowsky ist noch recht jung.
Sie trennt Gut und Böse.
Aber es gibt nicht nur Schwarz und Weiß, oft vermischt sich alles zu einem Grau.
Nele ist sehr motiviert; aber auch noch mit wenig Erfahrung.

Nach den üblichen Anfangsschwierigkeiten haben Art und Nele sich zu einem guten Team zusammengerauft.
Mir sind beide schon seit dem ersten Band sehr sympathisch.

Es gibt Videos, die den Bundeskanzler Henrik Westphal und eine junge Frau in intimen Situationen zeigen.
Das Gesicht der Frau ist nicht zu erkennen, nur ein Eulen-Tattoo auf ihrem Unterarm ist zu sehen. Ob das Video echt ist oder ein fake, ist noch nicht bekannt.
Im U-Bahntunnel unter dem Alexanderplatz wird eine Frauenleiche gefunden. Ist es die Frau aus dem Video? Der Bundeskanzler ist verschwunden. Was ist der Grund?
BKA-Ermittler Art Mayer und Nele Tschaikowski haben alle Hände voll zu tun.

Marc Raabe baut gleich am Anfang Spannung auf. Es gibt kein langes Vorgeplänkel, es geht gleich zu Sache.
Und in diesem Tempo geht es dann auch meist weiter.
Man bekommt tiefe psychologische Einblicke in die menschliche Seele.
Seine Charaktere sind gut beschrieben. Die Ermittler haben beide ihr Päckchen zu tragen. Immer wieder werden einige Details aus ihrer Vergangenheit entblättert.

Marc Raabe hat einen fesselnden und gut verständlichen Schreibstil.
Wie immer bei dem Autor kann ich das Buch nicht aus der Hand legen. Ich will nicht essen, trinken und nicht schlafen, ich will nur lesen.
So hat Marc Raabe mir auch mit „Im Morgengrauen“ wieder einige schlaflose Nächte beschert.

Summer Heat: Nicht alle werden überleben

Solveig-Marie Kastner
Thriller
496 Seiten
erschienen im Ullstein Verlag
4 von 5 Sternen

Vielen Dank an NetGalley für das Rezensionsexemplar

Ein Sommer-Thriller

Klappentext:
Mia und Yanis, die einander in einer Ferienanlage an der Algarve begegnen, sind sich sicher, dass dort zwischen atemberaubenden Stränden, rauen Wellen und hoch aufragenden Klippen der Sommer ihres Lebens auf sie wartet. Im exklusiven Platô Beach Resort, das auf einem Plateau an der Steilküste liegt, finden Urlaubsgäste tagsüber Ruhe und Entspannung, während die milden Nächte durchgetanzt werden, das Resort veranstaltet luxuriöse Partys, während derer der Champagner in Strömen fließt. Für Mia und Yanis, die für eine Saison zum Arbeiten an die Algarve gekommen sind, ist das eine ganz neue Welt. Vom ersten Moment an sind beide wie elektrisiert, sie Animateurin, er Barkeeper, und es dauert keine Woche, bis sie sich näherkommen. Dass Mia aus einem bestimmten Grund an die Algarve gekommen ist, ahnt Yanis nicht. Nach einer Weile macht beiden die bedrückende Atmosphäre des Resorts zu schaffen und verwandelt ihre anfängliche Zuneigung in tiefes Misstrauen. Irgendetwas stimmt an diesem Ort nicht. Über den Sommer reiht sich ein seltsames Ereignis ans andere. Und als eine Leiche in der Bucht angespült wird, müssen die beiden sich fragen, ob der jeweils andere wirklich der Mensch ist, für den er sich ausgegeben hat.

„Summer Heat: Nicht alle werden überleben“ ist ein spannender Sommer-Thriller von Solveig-Marie Kastner.

Handlungsort ist Portugal, genauer gesagt die Algarve. Hier verbringen Mia und Yanis einen Sommer im luxuriösen Platô Beach Resort. Mia ist Animateurin und Yogalehrerin und Yanis ist Barkeeper. Mia und Yanis verstehen sich vom ersten Moment an gut. Doch Mia hat ein Geheimnis, sie ist aus einem bestimmten Grund an diesen Ort gekommen. Zwischen Mia und Yanis verändert sich etwas. Aus Zuneigung wird Misstrauen. Und dann taucht eine Leiche am Strand auf.

Solveig-Marie Kastner beschreibt den Handlungsort sehr anschaulich. Die Landschaft der Algarve, das Resort und die luxuriösen Partys, wo der Sekt in Strömen fließt. Ich konnte mir alles gut vorstellen.

Die Charaktere sind gut gezeichnet und lebendig. Ich bin Mia und Yanis gerne durch die Geschichte gefolgt.

Der Schreibstil von Solveig-Marie Kastner ist flüssig, gut verständlich und angenehm zu lesen.
Um in die Geschichte richtig reinzukommen, habe ich etwas Zeit gebraucht. Es hat etwas gedauert, bis die Spannung so richtig eingesetzt hat. Dann hat sich eine geheimnisvolle und zum Teil bedrückende Atmosphäre aufgebaut.

„Summer Heat: Nicht alle werden überleben“ ist ein echter Sommer-Thriller. Genau das richtige Buch für den Urlaub.

Der Tod kennt deinen Namen

Thea Fischer
Thriller
327 Seiten
erschienen im Ullstein Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Ullstein Verlag für das Rezensionsexemplar

Spannender Einblick in die Psyche der Menschen

Klappentext:
Lena Meister verhilft Menschen zu einem neuen Leben. Als Privatermittlerin unterstützt sie Stalking-Opfer, Bedrohte und Lottogewinner dabei, spurlos zu verschwinden. Doch als die junge Michelle in ihrem Büro auftaucht und von einem obsessiven Verfolger berichtet, handelt Lena gegen alle Instinkte. Zu sehr erinnert sie die verzweifelte Frau an ihr früheres Leben, das sie sorgfältig verbirgt. Drei Tage später ist Michelle tot. Und bei der Toten liegt eine Botschaft, die sich eindeutig an Lena richtet. Jemand kennt ihr Geheimnis. Aus der Detektivin wird die Gejagte und Lena muss erkennen: Der Tod kennt ihren Namen.

„Der Tod kennt deinen Namen“ ist ein spannender Thriller von Thea Fischer.

Im Mittelpunkt steht die Privatermittlerin Lena Meister. Ihr Spezialgebiet: Menschen verschwinden zu lassen. Menschen, die sich bedroht fühlen oder aus anderen Gründen von der Bildfläche verschwinden wollen, so wie sie selbst es einst gemacht hat. Sie und ihr Kollege Bernd Niemann verhelfen diesen Menschen zu einer neuen Identität.
Doch als die junge Michelle zu ihr ins Büro kommt, weil sie verfolgt wird, handelt sie aus unerklärlichen Gründen anders. Drei Tage später ist Michelle tot. Bei der Toten wird eine Nachricht gefunden, die nur an Lena gerichtet sein kann.

Ab diesem Moment setzte Spannung ein, auch die Atmosphäre wurde beängstigend. Jemand hat Lena gefunden. Lena wird von diesem Moment an zur Gejagten. Im Laufe der Geschichte erfahren die Leser*innen häppchenweise, was der Grund für Lenas Angst und ihr Untertauchen war.

Thea Fischer erzählt die Geschichte sehr spannend und erzeugt so manchen Gänsehautmoment.

Die Charaktere werden gut in Szene gesetzt und sind lebendig. Lena und Bernd gefallen mir gut. Sie sind ein gutes Team.

Der Schreibstil von Thea Fischer ist flüssig, gut verständlich und fesselnd.
Ich bin schnell tief in die Geschichte eingetaucht und konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen.

„Der Tod kennt deinen Namen“ ist ein spannender Thriller, der die Leser*innen tief in die Psyche des Menschen schauen lässt.