Das Nullarchiv

C. Trojan
Thriller
278 Seiten
erschienen im Selfpublishing
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an C. Trojan für das Rezensionsexemplar

Sehr spannend und gut verständlich geschrieben

Zum Inhalt:
Die Geschichte wird in zwei perfekt aufeinander abgestimmte Zeitebenen erzählt.
Berlin 2026: Die Bauingenieurin Liv Voss findet ihren Mentor, den Leiter des Archivs der ehemaligen Reichspostversuchsstelle, tot im Treppenhaus auf. Alles sieht nach einem Unfall aus, es war aber Mord.
Er hinterlässt Liv Geokoordinaten und ein Bauteil einer historischen Lorenz-Chiffriermaschine. Kurz danach folgt ein digitaler Ausfall, der alles lahmzulegen droht. Der Ursprung führt in die Vergangenheit.
Ostgrönland 1943: Die Ingenieurin Astrid Voss vergräbt das Nullarchiv in das Fundament einer Wetterstation der Wehrmacht. Dabei handelt es sich um einen gewachsten Lochstreifen. Ein kleiner fehlerhafter Code wird Jahrzehnte später zu einer Waffe im Krieg der digitalen Welt.

„Das Nullarchiv“ ist ein Cyberkrimi mit Hochspannung von C. Trojan.
Der Autor verwebt hier gekonnt historische Kryptografie aus dem 2. Weltkrieg mit aktueller und komplexer IT-Sicherheit.

C. Trojan hat interessante und nahbare Charaktere ins Leben gerufen.
Liv Voss ist eine scharfsinnige Frau, die einen guten Blick fürs Detail hat.
Astrid Voss ist das Gegenstück in den 1940er Jahren. Als Frau in einem technischen und militärischen Bereich arbeitet sie mit wilder Entschlossenheit.
Die Dynamik zwischen der analogen Vergangenheit und der hochdigitalisierten Gegenwart spiegelt sich im Denken der beiden Frauen wider.

C. Trojan hat für seinen Thriller gute Recherchearbeit geleistet.
Der Schreibstil des Autors ist flüssig, präzise und gut verständlich.
Die technischen Aspekte werden deutlich, auch für den Laien verständlich erklärt.
Die Grenzen zwischen der Vergangenheit und der Gegenwart sind deutlich gesetzt.
Die Handlungsorte sind gegensätzlich.
Da ist einmal das urbane Berlin, dass durch einen digitalen Kollaps im Chaos zu versinken droht.
Zum anderen das eisige Grönland im Jahre 1943.

„Das Nullarchiv“ ist ein intelligenter und meisterhaft konstruierter Thriller aus der digitalen Welt.
Hier verbinden sich historische Geheimnisse mit modernster Technologie.

Scorpio Rising – Niemand überlebt allein

Jonathan Held
Thriller
413 Seiten
erschienen im Emons Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Emons Verlag für das Rezensionsexemplar

Ein Virus bedroht die Menschheit

Klappentext:
Ein tödlicher Erreger breitet sich in Europa aus. Die Gesellschaft kollabiert, Hunderttausende sterben. Nur wenige Menschen scheinen immun zu sein, keine Auserwählten, nur Zufallsüberlebende einer Katastrophe, die alles verändert. Während sie verzweifelt nach einer Erklärung suchen, wächst der Verdacht, dass »Scorpio« nicht natürlichen Ursprungs ist. Und mit jedem weiteren Tag wird klarer: Sie könnten der Schlüssel zur Rettung sein. Oder die Letzten, die zwischen der Menschheit und ihrem Untergang stehen.

„Scorpio Rising – Niemand überlebt allein“ ist ein fesselnder Thriller von Jonathan Held.

Die Geschichte deckt nur wenige Tage ab. Die Schauplätze sind in Deutschland und Europa verteilt.
Ein Virus namens „Scorpio“ überrollt Europa in Windeseile. Das Virus fordert Hunderttausende Todesopfer. Niemand weiß, wie es entstanden ist.
Die Welt steht vor einer Katastrophe, den Menschen droht der Untergang.
Eine Gruppe junger Leute sucht Schutz in der Abgeschiedenheit einer Almhütte.
Eine Ärztin der US-Luftwaffe in Deutschland versucht, den biochemischen Ursprung des Virus zu entschlüsseln.
Schnell kommt der Verdacht auf, dass Scorpio kein Produkt der Natur ist, sondern künstlich freigesetzt wurde.
Einige Menschen sind immun gegen das Virus, sie tragen eine gutartige Variante in sich.
Sie geraten ins Visier der Mächtigen.

Die Charaktere sind gut gezeichnet. Man kann sie nicht als Helden bezeichnen, sondern als zufällig Überlebende.
Diese Überlebenden, die immun gegen den Virus sind, haben nicht nur viel verloren, sie werden auch als Schlüssel für die Rettung der Menschheit angesehen.

Jonathan Held erzählt die Geschichte in einem rasanten Tempo. Schließlich steht das Leben vieler auf dem Spiel. Die Zeit drängt.
Der Schreibstil des Autors ist flüssig und gut verständlich.
Die Kapitel sind kurz und mit präzisen Zeit- und Ortsangaben versehen.
Die immer wieder wechselnden Perspektiven erzeugen eine extreme Spannung.
Am Ende werden nicht alle meine Fragen beantwortet.
Vielleicht plant Jonathan Held ja eine Fortsetzung.

Sylt Rache

Jona Jensen
Kriminalroman
236 Seiten
erschienen im Selfpublishing
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an Jona Jensen für das Rezensionsexemplar

Mord im Maleratelier

Klappentext:
In Munkmarsch wird der berühmte Sylter Maler Johann Weber tot in seinem Atelier aufgefunden. Ein zerkratztes und mit Farbe übergossenes Gemälde gibt der Polizei Rätsel auf. Warum wurde das Bild zerstört? Und warum passiert das kurz vor einer Ausstellung, die Webers Karriere endgültig krönen sollte?

Schnell wird Hauptkommissarin Mona Fedder und ihrem jungen Kollegen Dominik Kirschbaum klar, dass Johann Weber nicht der Mann war, für den ihn alle hielten. Nicht nur, weil er eine heimliche Geliebte hatte. In seinen düsteren Gemälden verbirgt sich auch eine Schuld, die Jahrzehnte zurückreicht. Eine Schuld, die nie vergessen wurde. Und für die nun vielleicht jemand Rache geübt hat.


„Sylt Rache“ ist der 2. Band der Reihe „Fedder und Kirschbaum ermitteln“ von Jona Jensen.

Der Maler Johann Weber steht kurz vor einer großen Ausstellung, die viele Interessenten der Kunstwelt nach Sylt bringen wird. Jetzt wird er tot in seinem Atelier aufgefunden. Ein Bild des Malers wurde völlig zerstört.
Hauptkommissarin Mona Fedder und ihr junger Kollegen Dominik Kirschbaum ermitteln in diesem Fall.
Als sie sich im näheren Umfeld des Malers umhören, erfahren sie, dass er eine Geliebte hatte. Aber auch sonst war Johann Weber nicht der, für den ihn die meisten hielten.

Das Ermittlerduo ist grandios.
Hauptkommissarin Mona Fedder ist eine erfahrene Ermittlerin. Ihr wurde im 1. Band ein neuer Kollege zur Seite gestellt. Dominik Kirschbaum ist jung und unerfahren. Doch nachdem sie ihren ersten Fall erfolgreich gelöst haben, sind sie schon fast ein eingespieltes Team.

Jona Jensen erzählt die Geschichte von Beginn an spannend und hält die Spannung auch bis zum Ende aufrecht.
Der Schreibstil von Jona Jensen ist flüssig und gut verständlich.
Jona Jensen baut unvorhersehbare Wendungen in die Geschichte ein.
Das Ende war überraschend, aber stimmig.
Auch der Inselflair wird von der Autorin gut vermittelt.

„Sylt Rache“ ist eine gelungene Fortsetzung der Krimireihe.
Ich bin schon auf den 3. Band gespannt.

Finale an der Alster

Anja Marschall
Historischer Kriminalroman
251 Seiten
erschienen im Emons Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Emons Verlag für das Rezensionsexemplar

Spannende Fortsetzung

Klappentext:
1907, Herbst. Kommissar Hauke Sötje ist auf der Flucht, als vermeintlicher Mörder geächtet, wird er getrieben von der Suche nach seiner entführten Tochter. Versteckt in der Hamburger Kanalisation stößt er auf eine Wahrheit, die bis in seine Vergangenheit als Kapitän und in die Welt der Spionage reicht. Eine hochbrisante Liste wird zum Schlüssel eines Komplotts, das ihn alles kosten kann: seine Freiheit, sein Leben und das seiner Tochter.

„Finale an der Alster“ ist ein spannender und interessanter historischer Kriminalroman von Anja Marschall. Es ist der 7. Band der Hauke Sötje Reihe und die Fortsetzung des letzten Bandes „Der Tote an der Alster“.

Kriminalinspektor Hauke Sötje befindet sich in einer scheinbar ausweglosen Lage. Als vermeintlicher Mörder seines Widersachers Graf von Lahn geächtet und von den eigenen Kollegen gejagt, muss er untertauchen.
Doch jetzt wurde seine Tochter entführt und er muss im Verborgenen auf eigene Faust ermitteln.

Hauke Sötje ist Kommissar in Hamburg. Sein Vorgesetzter hält viel von ihm, bei seinen Kollegen hat er eher einen schweren Stand. Das hat vielleicht mit seiner Vergangenheit als Kapitän zu tun.
Jetzt wird aus dem Jäger ein Gejagter.

Anja Marschall erzählt die Geschichte spannend. Die Charaktere sind zum größten Teil sympathisch. Vor allem Hauke Sötje gefällt mir gut und ich habe in diesem Band mit ihm gelitten.
Vor allem sticht die gute Recherche in diesem Kriminalroman hervor. Die Zeit der Handlung wird hier gekonnt widergespiegelt.
Auch die Sprache ist gut an die Zeit angepasst.
Vor jedem Kapitel gibt es unabhängig von der Geschichte einen kurzen Auszug aus einer örtlichen Zeitung. Damit kann man sich gut in die Zeit hineinversetzten.

„Finale an der Alster“ beendet die Krimireihe mit einem rasanten Showdown.

Meertotfrau

Christoph Kastenbauer
Kriminalroman
248 Seiten
erschienen im Selfpublishing
Meine Bewertung:
4 von 5 Sternen

Blutiges Paradies

Klappentext:
Richard Graber war einst einer der härtesten SEK-Beamten Berlins. Heute heißt er Costa Rico, ist Sicherheitschef eines Luxusresorts in Puerto Limón, hat einen deutlichen Bauchansatz, ein Faultier namens Fred Feuerstein als Haustier und ist bekannt für Nächte, die regelmäßig in peinlichen Katastrophen enden.
Doch das Paradies hat Zähne. Vor der Küste metzelt ein Syndikat Haie bei lebendigem Leib, schneidet ihnen die Flossen ab und lässt die Tiere verblutend im Meer treiben, alles für einen Milliarden-Umsatz im bestialischen Finning-Business. Als die Brandung am Hotelstrand die Leiche einer jungen Touristin anspült, Arme und Beine abgehackt, kann Rico das Ganze nicht länger ignorieren. Denn Rico kennt sie. Sehr gut sogar.

„Meertotfrau“ ist der 1. Band der neuen Krimireihe „Costa Rico“ von Christoph Kastenbauer.

Von der Handlung möchte ich nicht viel verraten, denn ohne Spoiler ist mehr als der Klappentext nicht möglich.

Ich habe etwas Zeit gebraucht, um in die Geschichte hineinzukommen. Der Schreibstil ist erst einmal gewöhnungsbedürftig.
Das soll nicht abschrecken, manche Geschichten brauchen einfach etwas Zeit.

Die Charaktere sind gut ausgearbeitet.
Die Hauptfigur ist Richard Graber alias „Costa Rico“. Er war früher SEK-Beamter und wollte in Costa Rica ein ruhigeres Leben führen. Davon zeugen auch sein Bauchansatz und sein oft lethargisches Verhalten. Auf den ersten Blick ein richtiger Antiheld, aber er kann auch anders.
Costa hat ein Haustier namens Fred Feuerstein. Das Faultier sorgt für manch skurrile Szenen.

Der Schreibstil ist zu Beginn etwas gewöhnungsbedürftig und etwas schwierig zu lesen. Das Erzähltempo schwankt zwischen eher in die Länge gezogenen Passagen und dann wieder zu temporeichen Abschnitten.
Das Setting ist mit Costa Rica gut gewählt. Die Postkartenidylle, das türkise Meer und die Sonne, dazu ein Luxusresort, werden gut vermittelt.

Dazu steht im krassen Gegensatz das Thema, das diesem Buch zugrunde liegt. Shark Finning! Haifischen werden oft noch lebend die Flossen abgeschnitten. Der Rest treibt im Meer, wo die Tiere qualvoll verenden.
So grausam dieses Haifischtöten auch zu lesen ist, so wichtig ist es, auf dieses Thema aufmerksam zu machen.

„Meertotfrau“ ist ein nicht ganz einfach zu lesender Kriminalroman, der mich aufgrund des heiklen Themas doch überzeugt hat.

Silberküste

Alexander Oetker
Kriminalroman
323 Seiten
erschienen bei Hoffman und Campe
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an Hoffmann und Campe für das Rezensionsexemplar

Ermittlungen im dicken Winter

Klappentext:
Auf einer entlegenen Waldstraße wird eine Frau angefahren und stirbt. Die Krankenschwester hatte einen gewalttätigen Ehemann, der sofort ins Visier von Commissaire Luc Verlain gerät. Doch schon bald wird klar: Die mutige Frau ermittelte im Fall einiger verdächtiger Todesfälle unter alten Menschen, die in den kleinen Strandorten entlang der Côte d’Argent, der Silberküste, ihren Lebensabend verbrachten. Lucs Team muss kurz vor Weihnachten alle Register ziehen – die Spur führt sie in ein Kloster im Landesinneren, in dem ein sehr charmanter Priester seine Fäden zieht. Ein rätselhafter und berührender Fall im schneereichsten Winter, den die Aquitaine seit Jahrzehnten erlebt hat.

„Silberküste“ ist mittlerweile schon der 11. Aquitaine Krimi von Alexander Oetker.

Luc Verlain der smarte Kommissar, ist mir schon seit dem ersten Band sympathisch.
Auf sein Töchterchen Aurélie ist er sehr stolz, sie ist ein wahrer Sonnenschein. Luc’s Partnerin Anouk ist mittlerweile Leiterin der Police nationale in Bordeaux und somit Luc’s Chefin. Die kleine Aurélie ist, während Anouk und Luc arbeiten, bei Luc’s Vater gut aufgehoben.

Die Leiche einer Frau wird gefunden. Eine Krankenschwester, die sich in den kleinen Dörfern um die alten und kranken Menschen kümmert. Jetzt wurde sie von einem Auto erfasst und einfach im Wald abgelegt. Für Luc Verlain ist schnell klar, das war kein Unfall, das war Mord.
Zusammen mit seiner neuen Partnerin Rose Schillinger übernimmt er die Ermittlungen.
Je tiefer die Ermittler in den Fall eindringen, umso tiefer wird der Graben, der sich vor ihnen auftut.

Alexander Oetker beschreibt wie immer die Handlungsorte sehr anschaulich. Der Winter und die Kälte, die selten für diese Gegend sind, sind fast auf der Haut zu spüren.
Im Gegensatz dazu die Stille und die kleinen Orte ganz ohne Touristen, sorgen für eine heimelige Atmosphäre.
Die Ermittlungen gestalten sich schwierig und nur mit nicht ganz regulären Mitteln lassen sie sich in die richtigen Bahnen leiten.

Yacine Zutouna, der im letzten Band einen tödlichen Schuss abgegeben hat, muss sich jetzt vor Gericht verantworten.
Anouk und auch Luc müssen als Zeugen aussagen.

Die Charaktere sind wieder gut gezeichnet und einige ja schon aus den vorherigen Bänden bekannt. So treffen die Leser*innen auch wieder auf Rose Schillinger, die jetzt fest zum Team gehört und die Krimireihe bereichert.

Alexander Oetker erzeugt recht schnell Spannung, die sich im Laufe der Geschichte immer weiter steigert. Der Schreibstil von Alexander Oetker ist flüssig, leicht verständlich und fesselnd.
Die kurzen Kapitel verleiden dazu, immer weiterzulesen.

Natürlich fehlt auch die Kulinarik nicht. Denn auch während der Ermittlungen muss Luc und sein Team essen und trinken.

„Silberküste“ ist wieder einmal ein richtig guter und spannender Krimi.
Ich freue mich jetzt schon auf den 12. Band, „Dünenfeuer“, der am 3. März 2027 erscheinen soll.

Die Tote in den Salinen

Joachim Mertens
Kriminalroman
428 Seiten
erschienen bei BoD – Books on Demand
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an Joachim Mertens für das Rezensionsexemplar

Bemerkenswertes Debüt

Klappentext.
Eigentlich will Stefan Wagner sich an der Algarve von seiner kräftezehrenden Arbeit als Kommissar erholen. Die Luftveränderung vom verregneten Wuppertal ins sonnige Tavira, die Stadt am Rio Gilão, soll seine leergefahrenen Akkus wieder aufladen. Ausgedehnte Wanderungen in den Salinen, die Gelassenheit der Menschen in dem kleinen Ort, und nicht zuletzt das gute portugiesische Essen: kleine Puzzleteile, um zu entspannen. Doch ein schockierender Leichenfund rüttelt ihn auf. Wer ist die Tote und warum wurde sie so seltsam versteckt? Gemeinsam mit seinem portugiesischen Kollegen Carlos Oliveira begibt er sich auf Spurensuche. Düstere Erinnerungen an ein lang zurückliegendes Ereignis hemmen jedoch Wagners Professionalität. Als eine weitere Leiche auftaucht, erkennt er, dass der Fall weitaus komplizierter ist als zunächst angenommen. Zeugen, die wenig gesehen haben, Polizeiarbeit ohne Fortune. Und Wagner fühlt sich plötzlich allein. Eine weit zurückliegende erschütternde Begebenheit im familiären Umfeld trübt vermehrt seine objektive Sicht. Ist die entscheidende Unterstützung näher, als er glaubt?

„Die Tote in den Salinen“ ist ein bemerkenswertes Debüt von Joachim Mertens.

Gleich zu Beginn kommt es inmitten der weißen Salzbecken der Salinen zu einem Leichenfund.
Kommissar Stefan Wagner ist eigentlich zur Erholung in die Agaven gereist. Jetzt steht er seinem portugiesischen Kollegen Carlos Oliveira bei den Ermittlungen zur Seite.
Schnell sehen die Ermittler sich einem Geflecht aus Korruption und Lügen gegenüber.

Joachim Mertens hat großartige Charaktere ins Leben gerufen. Das ungleiche Ermittlerpaar gefällt mir gut.
Da der deutsche Kommissar Stefan Wagner keine Berechtigung hat, um in Portugal zu ermitteln, steht er seinem Kollegen, der die Ermittlungen übernommen hat, zur Seite.

Der Handlungsort wird von Joachim Mertesn anschaulich beschrieben.
Die Salinen mit ihren schneeweißen Salzhügeln, das tiefblaue Meer und die flirrende Sommerhitze werden den Leser*innen gut vermittelt.

Der Schreibstil von Joachim Mertens ist flüssig und gut verständlich. Der Autor baut schnell Spannung auf und durch unerwartete Wendungen hält er sie auch bis zum Ende aufrecht.

„Die Tote in den Salinen“ ist ein spannender Krimi mit einem schönen Setting. Ich würde mir weitere Bände mit den Ermittlern wünschen.

Alles wird Asche

Nele Neuhaus
Kriminalroman
557 Seiten
erschienen im Ullstein Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Ullstein Verlag für das Rezensionsexemplar

Spannender Taunuskrimi mit gewaltigen Ausmaßen

Klappentext:
Eine Frau stirbt in ihrer brennenden Villa in Kronberg im Taunus. Ein Bauunternehmer hängt kopfüber im Rohbau eines Frankfurter Hochhauses, den Fuß in einem Seil verfangen und qualvoll erstickt.
Was zunächst nach Unfällen aussieht, entpuppt sich als eine brutale und raffinierte Mordserie.
Die Ermittlungen führen das erfahrene Ermittlerduo Oliver von Bodenstein und Pia Sander in den Umkreis des tödlich verunglückten Tech-Milliardärs Patrick Brinkhoff, Entwickler eines bahnbrechenden KI-Chatbots. Während die beiden noch versuchen, das dichte Netz aus Loyalitäten in Brinkhoffs Softwarefirma und Familie zu entwirren, stoßen sie auf weitere Morde, die alle mit Brinkhoff zusammenhängen.

„Alles wird Asche“ ist schon der 12. Band der Taunuskrimi-Reihe von Nele Neuhaus.
Bei den Krimis von Nele Neuhaus spürt man immer, dass die Autorin weiß, wovon sie schreibt.
Sie kennt sich an den Handlungsorten sehr gut aus. Sie kennt die Polizeiarbeit mittlerweile recht gut und weiß, wo sie sich Rat holen kann. So kommen ihre Bücher immer sehr authentisch bei ihren Leser*innen an.

Pia hat ihr Sabbatical vorzeitig beendet. Zwischen ihr und ihrem Mann kriselt es.
So ist Pia froh, wieder beim K11 einsteigen zu können.
Hier bekommt es das Team mit einem komplizierten Fall zu tun.
Pia begleitet ihren Ex-Mann Henning nach Frankfurt. Hier wurde ein Bauunternehmer in seinem Rohbau erhängt.
Da beim K11 in Frankfurt schon eine Vermisstenanzeige einging, arbeiten die Frankfurter und das K11 aus Hofheim zusammen.
Aus dem einen Mord wird eine Mordserie und das K11 muss den Täter stoppen. Die Hinweise führen zu einer Softwarefirma. Tech-Milliardär Patrick Brinkhoff, der eine bahnbrechende KI entwickelt hatte, ist vor einigen Jahren am Mount Everest tödlich verunglückt. Hängen die heutigen Taten mit dem verunglückten Patrick Brinkhoff zusammen?

Pia und Oliver ermitteln mit ihrem Team wie immer auf Hochtouren.
Doch sie finden kein Motiv und keine Spur des Täters. Immer wieder stoßen sie auf
Brinkhoffs Softwarefirma und die Brinkmann-Stiftung.

Nebenbei erfahren die Leser*innen auch wieder einiges aus dem Privatleben der Charaktere. In diesem Band vorwiegend aus dem Leben von Pia.

Nele Neuhaus hat mit ihrem neuen Krimi in puncto Spannung alle Register gezogen.
Die Autorin jongliert mit mehreren Erzählsträngen, bei denen man sich am Anfang manchmal fragt, wie die zur eigentlichen Geschichte gehören.
Nach und nach bekommt man ein immer komplexeres Bild und staunt, welche Ausmaße die ganze Geschichte annimmt.
Nele Neuhaus webt auch einige Informationen über die Entwicklung der KI und deren Können mit ein. Die Abschnitte sind interessant aufgemacht und sind auch für Laien wie mich gut verständlich.

Die Autorin legt immer wieder falsche Spuren. die man als Leser*in nur zu gerne aufnimmt, um sie dann wieder zu verwerfen.

Nele Neuhaus hat wie immer einen fließenden und gut verständlichen Schreibstil. Sie baut Spannung auf, die von Anfang bis Ende anhält.
In diesem komplexen Fall öffnet sie immer wieder neue Türen, aber am Ende ist jede Tür wieder geschlossen und alle Fragen sind beantwortet.

„Alles wird Asche“ war wieder ein Krimi mit Hochspannung. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen.

Jetzt heißt es wieder warten, bis irgendwann hoffentlich der 13. Band erscheint.

Tod in heller Sommernacht

Lisa Sarah Brandstäter
Kriminalroman
478 Seiten
erschienen im Ullstein Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Ullstein Verlag für das Rezensionsexemplar

Spannender Finnland-Krimi

Klappentext:
Eine schöne Sommernacht in der Kleinstadt Porvoo bei Helsinki endet für die junge Studentin Lina tödlich. Ein Auto drängt sie von dem sandigen Waldweg ab und überfährt sie brutal. Die Polizei in dem idyllischen Küstenort nahe Helsinki bittet Kommissarin Leena Victor um Hilfe. Bei ihren Ermittlungen stößt sie auf ein Geflecht aus Widersprüchen, heimlichen Affären und perfekt platzierten Lügen. Als ein zweiter Mord den kleinen Ferienort erschüttert und eine junge Frau spurlos verschwindet, beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit, und Leena Victor versucht, das Mosaik Stück für Stück zusammenzusetzen. Denn unter der gleißenden finnischen Mitternachtssonne lauert ein Täter, dessen Rachedurst noch lange nicht gestillt ist.

„Tod in heller Sommernacht“ ist der 2. Band der Krimireihe „Leena Victor ermittelt“ von Lisa Sarah Brandstäter.

Die Autorin hat lebendig und authentisch wirkende Charaktere geschaffen.
Das Ermittlerduo trägt den Roman mit viel psychologischer Tiefe.
Leena Victor ist eine starke, kompetente und zugleich einfühlsame Ermittlerin.
Sie wirkt menschlich und greifbar, auch weil sie neben dem Fall mit massiven Problemen im eigenen privaten Umfeld zu kämpfen hat.

Sebastian Nyberg ist Leenas Partner. Auch er hat Ecken und Kanten und seine privaten Probleme.

Die beiden Ermittler habe ich im 1. Band schon gut kennengelernt. Mir waren sie schnell sympathisch gewesen.

Der Schreibstil von Lisa Sarah Brandstäter ist flüssig, bildhaft und temporeich.
Die wechselnden Perspektiven lassen die Leser*innen ganz nahe an die Charaktere rankommen.

Auch der Handlungsort wird von der Autorin gut nähergebracht.
Die idyllische, historische Kleinstadt Porvoo nahe Helsinki mit ihren charakteristischen Holzhäusern dient als malerische Kulisse.
Die helle Sommernacht, in der es im Norden Europas nicht dunkel wird, wird den Leser*innen gut vermittelt.

„Tod in heller Sommernacht“ ist ein gelungener 2. Band. Ich freue mich jetzt schon auf den 3. Band „Tod im kalten Abendlicht“, der im Herbst 2027 erscheinen soll.

Amokspiel

Sebastian Fitzek
Thriller
442 Seiten
erschienen im Droemer Knaur Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Droemer Knaur Verlag für das Rezensionsexemplar

Ein Spiel um Leben und Tod

Zum Inhalt:
Im Berliner Radiosender 104.5 werden bei einer Live-Sendung Geiseln genommen. Der Geiselnehmer Jan May macht daraus ein Spiel.
Er ruft jede Stunde eine zufällig gewählte Telefonnummer an. Meldet sich der Teilnehmer sofort nach dem Abheben mit der richtigen Parole, die in der Sendung bekanntgegeben wird, wird eine Geisel freigelassen. Meldet sich der Angerufene aber einfach nur mit seinem Namen oder mit „Hallo“, wird eine Geisel getötet.

„Amokspiel“ ist ein rasanter und nervenzerreißender Psychothriller von Sebastian Fitzek.
Das Buch ist schon 2007 erschienen. Zu Sebastian Fitzeks 20-jährigem Jubiläum hat der Droemer Knaur Verlag das Buch noch einmal in einer ganz besonderen Schmuckausgabe veröffentlicht.
Das Buch ist ein Hingucker, wunderschön und liebevoll gemacht. Als Sebastiaan Fitzek muss man das Buch in seinem Regal stehen haben.

Die Charaktere sind vielschichtig gezeichnet und wirken recht authentisch.
Jan May ist der Geiselnehmer. Ein Amokläufer, der nicht nur als Bösewicht dargestellt wird. Seine Verzweiflung und die Motive hinter seiner Tat verleihen ihm eine tragische Tiefe, die den Leser immer wieder an Gut und Böse zweifeln lässt.

Ira Flint führt die Verhandlungen mit dem Geiselnehmer. Sie ist psychisch sehr labil und stand kurz vor einem Suizid. Gerade das macht sie zu einer perfekten Ansprechpartnerin für den Geiselnehmer.

Sebastian Fitzeks Schreibstil ist bildhaft, direkt und temporeich. Die Kapitel sind kurz und enden nicht selten mit einem Cliffhanger, was dazu führt, dass man immer weiterlesen möchte.
Die wechselnden Perspektiven und die unerwarteten Wendungen führen die Leser*innen immer wieder auf eine falsche Spur.

Sebastian Fitzek schafft eine klaustrophobische Atmosphäre.
Die Spannung setzt sehr früh ein und bleibt bis zum Ende auch erhalten.

„Amokspiel“ ist ein extrem spannender Psychothriller, den ich jetzt nach vielen Jahren gerne noch einmal gelesen habe.