Christine Wunnicke
Roman
223 Seiten
erschienen im Diogenes Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Diogenes Verlag für das Rezensionsexemplar
Zwei außergewöhnliche Frauen
Klappentext:
Zwei Frauen in Paris, wie sie verschiedener nicht sein könnten: Marie Biheron, die schon im Mädchenalter nach Leichen sucht, um das Innenleben menschlicher Körper zu studieren und zu verstehen; und Madeleine Basseporte, die sich ganz der Anatomie von Blumen verschrieben hat, weil Menschen einen nur von der Arbeit abhalten und meist keine Ahnung haben, was vermehrt auf Männer zutrifft. Auch sie kommen vor, in teils erheiternden Nebenrollen, ein nervöser Bestseller-Autor, ein junger Nichtsnutz und Diderot, der Kaffee trinkt und viel redet.
„Wachs“ ist ein Roman über zwei historische Frauen von Christine Wunnicke.
Die Autorin wurde 2026 mit dem Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet.
Ich habe etwas gebraucht, um mich an den Schreibstil von Christine Wunnicke zu gewöhnen. Die Geschichte hat etliche Zeitsprünge, mit denen man sich erst einmal zurechtfinden muss.
Aber Geduld wird mit einer ungewöhnlichen Geschichte belohnt.
Im Mittelpunkt stehen Marie Biheron und Madeleine Basseporte. Zwei ungewöhnliche Frauen, die wirklich gelebt haben.
Marie Biheron interessiert sich für die Anatomie des Menschen. Dafür betrachtet sie das Innenleben von Leichen und fertigt mit Wachs Modelle an.
Auch Madeleine Basseporte hat sich der Wissenschaft verschrieben. Auch sie interessiert sich für die Anatomie. Allerdings die von Pflanzen.
Die Leserinnen begleiten die beiden so verschiedenen Frauen, die das Leben zusammenführt.
Christine Wunnicke erzählt nicht einfach nur eine Geschichte über zwei Frauen.
Es geht auch um Emanzipation und es ist auch eine leise Liebesgeschichte.
Der Schreibstil von Christine Wunnicke ist nicht einfach zu lesen. Aber die Autorin kann ganz wunderbar mit der Sprache umgehen. Dazu streut Christine Wunnicke noch einen feinen Humor in die Geschichte ein.
Auch lässt Christine Wunnicke Paris des 18. Jahrhunderts lebendig werden.
„Wachs“ ist eine außergewöhnliche Geschichte. Ich habe das Buch gerne gelesen und freue mich auf weitere Lektüre von Christine Wunnicke.
