The Monet Family – Shine Bright Like a Diamond

Weronika Anna Marczak
Roman
713 Seiten
erschienen im Ullstein Verlag
Übersetzt aus dem Polnischen von Marlena Breuer
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Aufbau Verlag für das Rezensionsexemplar

Ein grandioses Reihenende

Klappentext:
Hailie schwebt auf Wolke sieben – mit Adrien fühlt sich alles richtig an. Es könnte so perfekt sein, wenn nur ihre nicht Brüder wären. Denn die dürfen nichts von ihrer Beziehung wissen. Sie haben klare Vorstellungen davon, wen Hailie daten darf, und Adrien steht ganz bestimmt nicht auf ihrer Liste. Hailie weiß keinen anderen Ausweg, als ihre Liebe zu verheimlichen. Doch wie lange kann sie so weitermachen, ohne alles zu verlieren?

„The Monet Family – Shine Bright Like a Diamond“ ist der 7. Band der Family of Secrets Reihe von Weronika Anna Marczak.

Die „Family of Secrets“-Reihe dreht sich rund um die Monet-Geschwister.

Die Geschichte knüpft direkt an den 6. Band an.
Im Mittelpunkt steht Hailie Monet. Ihre Gefühle für Adrian sind stärker denn je.
Doch sie muss sich gegen ihre älteren Brüder behaupten, denn die wären gegen diese Verbindung.
Die Familie muss nach außen hin glänzen und Zusammenhalt signalisieren, doch im Inneren sieht es ganz anders aus.
Die Machtverhältnisse innerhalb der Familie verlagern sich und der Familie droht eine Gefahr.

Die Charaktere sind gut gezeichnet und haben seit dem 1. Band eine große Entwicklung durchlebt.
Hailie Monet, einst schüchternes und zurückhaltendes Mädchen, hat sich zu einer reifen jungen Frau entwickelt. So fordert sie jetzt auch ihren Platz in der Familie ein.
Hailie war mir von Anfang an die sympathischste aus der Familie.

Die Brüder Vincent, Will, Dylan, Shane und Tony sind sich untereinander nicht einig. Das Oberhaupt der Familie ist zweifellos Vincent. Aber auch der kühle Vincent hat seine schwachen Seiten.

Der Schreibstil von Weronika Anna Marczak ist flüssig, bildhaft und emotional.
Die Autorin stellt einen Kontrast zwischen dem glamourösen Luxusleben und der düsteren, bedrohlichen Realität dar.
Die Perspektive aus Sicht von Hailie sorgt dafür, dass die Leser*innen Hailie ganz nahekommen und sogar ihre Gedanken lesen können.
Das Erzähltempo wechselt zwischen ruhigen Momenten und rasender Geschwindigkeit.

Mich hat das Ende der Reihe beeindruckt. Es war ein grandioser Abschluss der Reihe.
Allen Neulesern würde ich empfehlen, zum besseren Verständnis bei Band 1 anzufangen.

Die geheime Mission

Titus Müller
Historischer Roman
339 Seiten
erschienen im Heyne Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an das Bloggerportal und den Heyne Verlag für das Rezensionsexemplar

Zerrissen zwischen Ost und West

Klappentext:
Nela wächst als Tochter einer Kommunistin auf und hilft beim Aufbau in der Sowjetischen Zone. Vom Vater redet die Mutter nur verächtlich, er ist in ihren Augen ein Kollaborateur der Nazis. Nela trifft sich heimlich in Westberlin mit ihm. Je näher sie den Vater kennenlernt, desto mehr erfährt sie über ihn und die tragische Vergangenheit der Familie. Und desto mehr muss sie ihre Ideologie hinterfragen. Als die Lage in den westlichen Sektoren Berlins sich weiter zuspitzt, gesteht ihr der Vater, für die CIA zu arbeiten, und macht sie zur Kurierin zwischen Ost und West. Bald steht Nela zwischen allen Fronten und muss entscheiden, wen sie künftig unterstützen will. Auch Erik, den sie in der Redaktion der »Jungen Welt« kennenlernt, wirft Fragen auf. Wochenlang bleibt er verschwunden und offenbart ihr nicht, wo er war. Wem kann Nela noch vertrauen?

„Die geheime Mission“ ist der 1. Band der Kurierin-Reihe von Titus Müller.

Titus Müller schickt seine Leser*innen zurück in das Jahr 1948.
Der Handlungsort ist das geteilte Berlin.
Im Mittelpunkt steht Nela. Sie lebt im sowjetischen Sektor bei ihrer Mutter.
Die Mutter ist eine Anhängerin des Kommunismus. Über den Vater, der im Westen Berlins lebt, redet sie nur schlecht. Nela sucht nach dem Vater und möchte seine Seite der Wahrheit hören. Noch ahnt sie nicht, wie gefährlich das Treffen werden kann. Der Vater arbeitet als Spion bei der CIA und macht seine Tochter zur Kurierin zwischen Ost und West.

Titus Müller hat seine Charaktere gut gezeichnet und führt sie gekonnt durch die Geschichte.
Die 18-jährige Nela kam mir zu Beginn etwas naiv vor, hat sich aber schnell zu einer selbstbewussten Frau entwickelt. Ihre Zerrissenheit zwischen Mutter und Vater spiegelt die Zerrissenheit des Landes wider.

Ingwelde und Gerhard, die Eltern von Nela, sind so verschieden wie der Westen und der Osten Deutschlands. Jeder glaubt an die Zukunft und daran, dass seine Einstellung die bessere ist. So ist Ingwelde vom sozialistischen System überzeugt, während Gerhard sich beim Geheimnis dagegen auflehnt.

Und Erik, den Nela in der Redaktion der „Jungen Welt“ kennenlernt, sorgt für etwas Romantik in der Geschichte.

Der Schreibstil von Titus Müller ist sehr atmosphärisch, flüssig und fesselnd.
Das zerstörte und hungernde Nachkriegsberlin wird den Leser*innen gekonnt vermittelt.
Die wechselnden Perspektiven machen die Geschichte besonders interessant. Man erfährt nicht nur eine Haltung, sondern kann sich ein gutes Gesamtbild machen.
Die Arbeit des Geheimdienstes wird genauso angesprochen wie die Luftbrücke zwischen West und Ost.

Besonders interessant macht das Buch die realen Hintergründe. Hier setzt der Autor etwas Wissen über die deutsche Vergangenheit voraus. Im Anhang gibt es allerdings auch noch eine detaillierte Aufstellung der historischen Hintergründe.

„Die geheime Mission“ ist ein spannender Spionageroman, der mir Lust auf mehr gemacht hat.

Düstere Gedanken

Toby Winter
Sprecher: Mathias Grimm
Hörbuch – Thriller
Länge: 9 Stunden und 20 Minuten
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an Toby Winter für das Rezensionsexemplar

Nichts für schwache Nerven

Klappentext:
Hallo, ich heiße Florian, meine Freunde nennen mich Flo.
Ich bin ein skrupelloser Serienkiller.
Das mag Sie schockieren, denn ich bin auch ein liebevoller Ehemann und Vater von drei Kindern.
In meinem bevorzugten Jagdrevier am Dortmunder Phoenix-See wird ein Mann brutal ermordet.
Der Mörder lässt die Leiche zurück und zieht damit die Aufmerksamkeit von Polizei und Presse auf sich.
Das macht mich wütend und ich beschließe, Jagd auf meinen Rivalen zu machen.
Doch schon bald bin ich der Gejagte und muss um das Leben meiner Liebsten fürchten.

„Düstere Gedanken“ von Toby Winter ist ein Psychothriller, der aus der Sicht eines Serienmörders erzählt wird.

Im Mittelpunkt steht Florian. Er ist eigentlich ein ganz normaler Mann. Er arbeitet bei einer Bank, ist liebender Vater und Ehemann. Ein sympathischer Mensch, den man mögen muss.
Florian hat aber auch noch eine andere, eine dunkle Seite. Er ist ein Serienmörder.
Wenn das Dunkle in ihm zum Vorschein kommt, entführt er Frauen, foltert und tötet sie.
Jetzt wird die Polizei aufmerksam, da ein anderer Mörder in Florians Revier gejagt hat. Florian macht Jagd auf seinen Rivalen und wird selbst gejagt. Ein Katz-und-Maus-Spiel beginnt.

Toby Winter erzählt die Geschichte in einem ordentlichen Tempo und mit einer dunklen Atmosphäre.
Die Charaktere sind gut gezeichnet und interessant.
Da ist natürlich Florian. Er ist liebender Familienvater und gleichzeitig ein brutaler Mörder. Die dunkle Seite in Florian war allerdings nicht immer da. Erst nach einer Kopfoperation hat sich sein inneres Wesen verändert. Jetzt muss das Böse aus ihm heraus.

Im Gegensatz dazu steht Florians Familie, die ihren Vater und Ehemann nur als lieb und fürsorglich kennen.
Als Leser*in wartet man ständig auf die Aufdeckung von Florians Charaktereigenschaften.

Der Schreibstil von Toby Winter ist flüssig und gut verständlich.
Der Autor erzählt die Geschichte aus wechselnder Perspektive. Die Abschnitte, die aus Sicht von Florian erzählt werden, lassen die Leser*innen Florian ganz nahekommen.
Toby Winter beschreibt die Gewalt recht detailliert, hier musste ich schon manchmal schlucken. Hier werden gute Nerven vorausgesetzt.

Ich habe das Hörbuch gehört. Es wird von Mathias Grimm gelesen. Die Stimme von Mathias Grim ist wandelbar. Er kann mit seiner Stimme gekonnt zwischen Florian dem Familienvater und Florian dem Serienmörder differenzieren. Beim Hören bekommt man das Gefühl, es mit zwei verschiedenen Personen zu tun zu haben.
Mathias Grimm macht das Hörbuch zu einem spannenden Vergnügen.

„Düstere Gedanken“ ist ein wirklich düsterer und hochspannender Thriller.

Die Nachbarin

Nova Winter
Thriller
365 Seiten
erschienen im Ullstein Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Ullstein Verlag für das Rezensionsexemplar

Wem kann man noch vertrauen

Zum Inhalt:
Im Mittelpunkt steht Smilla. Beim Joggen kommt Smilla an einem See vorbei, in dem ein kleiner Junge ums Überleben kämpft. Beherzt springt Smilla ins Wasser, um den Jungen zu retten. Als die Mutter des Jungen erscheint, beschimpft sie Smilla.

In Smilla bleibt ein unerklärliches Gefühl zurück, sie kennt den Jungen, es ist ihr Sohn. Dabei hat Smilla den Jungen noch nie gesehen und war auch nie schwanger gewesen.

Als Smilla die Frau wieder sieht, muss sie feststellen, sie ist ihre Nachbarin. Quentin, der Vater des Jungen, bedankt sich überschwänglich bei Smilla und lädt sie und ihren Mann zum Essen ein. Und Quentin bietet Smilla auch noch einen Job als Patissière in seinem Hotel an.

Kurze Zeit später erfährt Smilla vom Verschwinden des ersten Kindes ihrer Nachbarn, vor sechs Jahren. Dann geschehen seltsame Dinge. Smilla traut sich selbst und auch keinem anderen mehr. Auch nicht ihrem eigenen Ehemann.

„Die Nachbarin“ ist ein spannender Psychothriller von Nova Winter.

Die Autorin hat die Charaktere gut gezeichnet und zum Leben erweckt.
Smilla war mir schnell sympathisch. Sie hat eine schwere Krankheit überstanden und will jetzt einen Neuanfang starten.
Auch Jonas, Smillas Ehemann, war mir schnell sympathisch. Doch im Laufe der Geschichte spürt man, dass er nicht immer ehrlich ist.
Die Nachbarn Quentin und Lou sind etwas seltsam. Lou scheint psychisch labil zu sein, was man versteht, wenn man ihre Geschichte kennt.

Nova Winter baut langsam, aber stetig Spannung auf. Die Geschichte wird aus wechselnden Perspektiven erzählt. Das führt dazu, dass man die Charaktere sehr gut kennenlernt und schnell spürt, dass nicht alles so ist, wie es scheint.

In der 2. Hälfte der Geschichte baut Nova Winter einige Wendungen ein und man weiß wirklich nicht mehr, wem man trauen kann.

Am Ende gibt es einen richtigen Showdown, der die Spannung bis ins Endlose steigen lässt.

Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und gut verständlich. Nova Winter hat mich mit ihrem Thriller „Die Nachbarin“ begeistert.

Eine zu viel

Samantha Hayes
Thriller
411 Seiten
erschienen im dtv Verlag
Übersetzt aus dem Englischen von Anne Rudelt
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den dtv Verlag für das Rezensionsexemplar

Spannender Psychothriller

Klappentext:
Nach dem Tod des Familienvaters Ray lädt Mutter Connie ihre drei Töchter samt Partnern und Kindern in eine abgelegene schottische Lodge ein. Zehn Tage sollen sie dort verbringen: nachtrauern, zusammenrücken, vielleicht neu beginnen. Doch Connie hütet ein brisantes Geheimnis: Rays Testament – und die Wahrheit, die es an die Oberfläche bringen wird. Während Connie den richtigen Moment für ihre Offenbarung sucht, kippt die Stimmung wie das Wetter in den Highlands. Wer steht zu wem? Und was geschieht, wenn die größte Gefahr nicht draußen lauert, sondern mit am Tisch sitzt?

„Eine zu viel“ ist ein Thriller mit Hochspannung von Samantha Hayes.

Ray ist gestorben. Connie lädt ihre Töchter mit Familie in eine schottische Lodge ein. Hier möchte die Familie zusammen trauern, den Tod des Vaters und Ehemanns verarbeiten. Connie will aber auch ein Geheimnis lüften, das mit der Testamentseröffnung eine Wahrheit ans Licht bringen wird.

Samantha Hayes lässt die Spannung gleich im Prolog aufblitzen.
Die Familie Hunter ist eine Familie voller Geheimnisse, Eifersucht und Verletzungen. Am Ende ist einer von ihnen tot.
Das Drama spielt sich in den schottischen Highlands, in einem abgelegenen Ferienhaus ab. Die Leser*innen folgen den einzelnen Familienmitgliedern. Es hat den Anschein eines normalen Familienurlaubs, doch wenn man den Prolog gelesen hat, wartet man auf jeder Seite darauf, dass das Unausweichliche passiert.

Die Autorin spielt mit der Psyche ihrer Leser*innen. Die unterschwellige Spannung ist allgegenwärtig.
Dazu wird die Geschichte noch aus wechselnden Perspektiven erzählt, was der Spannung zuträglich ist.

Die Charaktere sind recht unterschiedlich und sehr lebendig.
Ich habe ein bisschen gebraucht, um die einzelnen Familienmitglieder auseinanderhalten zu können. Nach einiger Zeit ist mir das aber gut gelungen.

Samantha Hayes hat einen flüssigen, gut verständlichen und vor allem fesselnden Schreibstil. Die eingebauten Wendungen sorgen dafür, dass es bis zum Ende spannend bleibt.

„Eine zu viel“ ist ein spannender Thriller, der mit der Psyche seiner Leser*innen spielt.

Sturmland

Miriam Georg
Historischer Roman
599 Seiten
erschienen Rowohlt Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Rowohlt Verlag für das Rezensionsexemplar

Ein wunderbarer Start der Sturmland-Saga

Klappentext:
Niemand darf erfahren, wer Cora wirklich ist! Die Reedertochter muss aus ihrem alten Leben in Hamburg fliehen und nimmt unter falschem Namen eine Stelle als Hauslehrerin im Seebad Norderney an. Doch die Nordsee ist unberechenbar. Schon kurz nach ihrer Ankunft bringt Cora sich und ihre Schülerin Emmi in Lebensgefahr …

Der Tagelöhner Onnen beobachtet das Unglück. Kein Wunder, dass die unwissenden Badegäste ständig in Seenot geraten. Ausgerechnet mit dieser Gouvernante soll er nun zusammenarbeiten. Weil er dringend Geld braucht, nimmt er den Job an.

Von Tag zu Tag kommen Cora und Onnen sich näher. Doch Onnen hat eine Vergangenheit auf seiner Heimatinsel Borkum, die er fest in sich verschlossen hält. Und Cora hat Menschen in Hamburg, die sie verzweifelt zurückholen wollen.

Aber das darf nicht passieren. Niemand darf erfahren, wer Cora ist und was sie getan hat …

„Sturmland“ ist der erste Band der Sturmland-Saga von Miriam Georg.
Die Autorin hat mich schon mit einigen Romanen begeistert, und immer, wenn ein neuer Roman erscheint, bin ich schon ganz aufgeregt, dieses Buch zu lesen.

Cora ist die Tochter eines Reeders aus Hamburg. Nach dem Tod ihrer Mutter verlässt Cora Hamburg, um eine Stelle als Gouvernante für die 10-jährige Tochter Emmi, die Tochter des Architekten Alexander Klaasen, anzutreten. Emmi soll sich auf Norderney erholen, die Seeluft ist gut gegen die Symptome der Tuberkuloseerkrankung.
Doch kurz nach dem Eintreffen auf Norderney, geraten Cora und Emmi in Gefahr.
Inselbewohner und der Tagelöhner Onnen sorgen für ihre Rettung. Onnen wird von Alexander Klaasen beschäftigt, um auf Emmi und Cora aufzupassen.
Onnen nimmt die Stelle nur an, weil er dringend Geld braucht. Die Gouvernante ist ihm unsympathisch. Und trotzdem nähern sich beide nach einiger Zeit an.

Miriam Georg hat interessante Charaktere entworfen und lebendig werden lassen.
Cora war mir vom ersten Augenblick an sympathisch. Sie ist eine wissbegierige und intelligente Frau. Das war in dieser Zeit und in den Kreisen, in denen Cora verkehrt ist, nicht üblich. Sie hat Hamburg verlassen und ein Geheimnis, von dem niemand erfahren darf, mitgenommen.

Auch Onnen ist ein wichtiger Charakter. Zu Beginn konnte ich ihn nicht einschätzen. Je länger ich ihm gefolgt bin, umso sympathischer wurde er mir. Auch Onnen hat ein Geheimnis. Von seinem Leben auf Borkum darf niemand erfahren.

Miriam Georg erzählt die Geschichte sehr interessant. Es ist nicht nur eine Liebesgeschichte auf Norderney. Die Autorin vermittelt ihren Leser*innen die Anfänge der Seenotrettung auf eine unterhaltsame und auch auf eine interessante Art.

Die beiden Charaktere Cora und Onnen stehen für die verschiedenen Gesellschaftsschichten. Cora kommt aus gutem Haus und hatte nie Geldsorgen. Onnen ist Tagelöhner und lebt quasi von der Hand in den Mund.

Die Zeit, die 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts, spiegelt die Autorin realistisch wider.
Der Schreibstil von Miriam Georg ist flüssig und gut verständlich. Gekonnt lässt sie die Spannung in der Geschichte stetig ansteigen.

„Sturmland“ ist ein Roman mit romantischen wie auch dramatischen Szenen. Ich freue mich schon auf den 2. Band „Salzwind“, der schon am 6. 10. erscheinen soll.

Das Hotel am Rande des Zusammenbruchs

Theresa und Joseph Prammer
Kriminalroman
302 Seiten
erschienen bei HaymonKrimi
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an Haymon Krimi für das Rezensionsexemplar

Kriminalroman mit herrlich schrägem Humor

Die Fassade bröckelt und einer der Balkone hängt schief, da hilft auch die Toplage ein bisschen abseits von Reichenau an der Rax nichts mehr. Das Wellnesshotel „Perfekt“ hat seine besten Tage definitiv schon vorgestern hinter sich gelassen.
Die Rettung des maroden Hauses naht scheinbar in Gestalt eines wohlhabenden Investors, der sich zu einer Inkognito-Inspektion angekündigt hat. Das ohnehin gestresste Personal versucht verzweifelt herauszufinden, welcher der wenigen, kauzigen Hotelgäste der besagte Geldgeber ist. Doch das Timing für den großen Deal könnte nicht schlechter sein: Ausgerechnet jetzt stürzt der herrische, cholerische Hotelbesitzer Felix Perfekt aus dem Fenster und landet, im Garten auf einer übergroßen Buddhastatue. Da sich das verbliebene Team eine Schließung oder polizeiliche Ermittlungen mitten im Investorenbesuch nicht leisten kann, wird der Vorfall kurzerhand vertuscht. Als dann auch noch Felix’ eineiiger Zwillingsbruder Florian aufkreuzt, bricht das absolute Verwechslungschaos aus. Wer ist Gast, wer Angestellter, wer der Investor und wer der Mörder?

Das Autorenduo Theresa und Joseph Prammer legt mit „Das Hotel am Rande des Zusammenbruchs“ eine herrlich schräge Kriminalkomödie vor, die ursprünglich auf einem erfolgreichen Theaterstück der Komödienspiele Neulengbach, das von dem Ehepaar gegründet wurde, basiert. Schauplatz des herrlich absurden Geschehens ist das Wellnesshotel „Perfekt“ nahe dem traditionsreichen Sommerfrischort Reichenau an der Rax. Perfekt ist hier allerdings gar nichts mehr: Die Fassade bröckelt, ein Balkon hängt schief, die Sauna ist defekt und das Personal hat seit Monaten kein Gehalt gesehen.

Das Ehepaar Prammer hat lebendige, schrullige und exzentrische Charaktere ins Leben gerufen.
Die Charaktere sind das absolute Herzstück des Romans.
Sophie ist Mitte 30 und Physiotherapeutin. Sie fungiert unfreiwillige als Krisenmanagerin, die versucht, das sinkende Schiff und die absurden Geheimnisse irgendwie zusammenzuhalten.

Felix und Florian Perfekt: Der eine ist ein unausstehlicher, geiziger Hotelchef, der andere sein eineiiger Zwilling, der im perfekten Moment auftaucht, um für maximale Verwirrung zu sorgen.

Der Rest der Belegschaft ist ein eingeschworenes Team, das mit einer kräftigen Dosis Galgenhumor agiert.
Die Stammgäste, die nostalgisch über den K.-u.-K.-Schick hinwegsehen, machen das Ensemble perfekt.

Der Schreibstil von Theresa und Joseph Prammer ist flüssig und gut verständlich. Der Theaterhintergrund der beiden Autoren ist auf jeder einzelnen Seite spürbar. Die Geschichte verzichtet auf langatmige Ausführungen und setzt stattdessen auf ein extrem hohes Erzähltempo und Pointen, die perfekt sitzen.
Die Dialoge zwischen den Charakteren sind spritzig und treiben die Handlung rasant voran.
Der Krimi ist mit einer Prise schwarzem Humor, mit Absurdität und Wiener Schmäh gewürzt.

„Das Hotel am Rande des Zusammenbruchs“ ist weniger ein klassischer Krimi mit akribischer Ermittlungsarbeit, sondern vielmehr eine rasante, rabenschwarze Kriminalkomödie. Ein absolut unterhaltsames, kurzweiliges Buch für alle, die sich bei einem Beinahe-Mord im Hotel „Perfekt“ königlich amüsieren wollen!

Zitronenblüten und Meereszauber

Nelly Berlin
Roman
erschienen im Selfpublishing
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an Nelly Berlin für das Rezensionsexemplar

Ein Sommerroman

Klappentext:
Eigentlich denkt Leonie, ihr Leben läuft gut. Doch dann passiert eine Katastrophe und plötzlich steht sie ohne Job da und ohne Plan, wie es für sie weitergehen könnte.

Jason ist Bassist in einer super erfolgreichen Rockband. Doch dann wird er in einen Skandal verwickelt und muss eilig untertauchen. Wo geht das besser als am wunderschönen Meer von San Michelle?

Allerdings braucht Jason jemanden, der sich um sein Leben kümmert, und Leonie braucht dringend einen Job. Als die beiden aufeinandertreffen, haben sie sehr unterschiedliche Vorstellungen davon, wie das gehen soll.

Während die Zitronenblüten duften und das Meeresrauschen alles verzaubert, stellt Leonie fest, dass Jason ganz anders ist als gedacht und dass das Glück oft nur einen Songtext weit entfernt liegt.

„Zitronenblüten und Meereszauber“ von Nelly Berlin ist ein idealer Sommerroman.

Nelly Berlin hat liebenswerte Charaktere ins Leben gerufen.
Da ist Leonie, die keinen Job mehr hat. Für einen Neustart will sie Kraft im verträumten Örtchen San Michelle sammeln.
Auch der Bassist Jason, der mit seiner Rockband Erfolge feiern konnte, braucht nach einem Skandal einen Neustart.
Ausgerechnet landen beide im selben Hotelzimmer.
Da Jason jemanden braucht, der sein Leben managt, bietet er Leonie den Job an.
Die beiden sind so unterschiedlich, dass man denkt, das kann nicht lange gutgehen.
Doch Sonne und Meer können alles und jeden verzaubern.

Da sind auch noch Vivian und Noah.
Vivien beschäftigt sich mit Kunst und recherchiert zu einem bestimmten Gemälde. Sie ist auf dem Weg, einen Kunstskandal aufzudecken. Da begegnet ihr Noah, der seine Hilfe anbietet. Nur meint es Noah ehrlich?

Nelly Berlin hat hier gleich zwei herzerwärmende Geschichten in einem Roman verpackt.
Die Geschichte von Leonie und Jason ist romantisch und passt zum beeindruckenden Setting von Sonne, Strand und Meer. 
Mit der Geschichte von Vivian und Noah bekommt der Roman so etwas wie Krimi-Vibes.

Der Handlungsort San Michelle wird anschaulich beschrieben.

Der Schreibstil von Nelly Berlin ist wie immer flüssig, gut verständlich und fesselnd. Ich bin tief in die Geschichte versunken und habe das Buch nur schwer zur Seite legen können.

„Zitronenblüten und Meereszauber“ ist wieder einmal ein richtiges Wohlfühlbuch, ideal für den Sommer und den Urlaub.

Frauen mittleren Alters, die zu viel sitzen

Dora Heldt und Anouk Schollähn
Kolumnen
221 Seiten
erschienen im dtv Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den dtv Verlag für das Rezensionsexemplar.

Heitere Alltagsgeschichten

Klappentext:
Von unmöglichen Yogaposen, lauernder Doppelkinngefahr und anderen Freuden: Dora Heldts und Anouk Schollähns humorvolle, lustige, nachdenkliche und tröstliche Kolumnen über Altersunterschiede, Liebesbeziehungen, Mütterweisheiten, Haubentaucher und manche Widrigkeiten, die zu zweit besser auszuhalten sind.
Für alle, die sich fragen, warum Leute ihr Handy beim Telefonieren halten wie ein Knäckebrot, die manchmal auch Probleme haben, aus der Hocke wieder hochzukommen, und die herausfinden wollen, dass sie mit ihren Problemen ganz und gar nicht allein sind.
„Frauen mittleren Alters, die zu viel sitzen“ ist eine Sammlung von Kolumnen von Dora Heldt und Anouk Schollähn.

In diesem Buch spielen sich Dora Heldt und Anouk Schollähn gegenseitig die Bälle zu. Sie schicken sich gegenseitig kurze Kolumnen mit Alltagsthemen, Beobachtungen und eigenen Erfahrungen. Der jeweils andere greift das Thema auf und geht darauf ein oder führt es weiter aus, um dann zu einem anderen Thema zu kommen.
So geht es über eine ganze Reihe von Themen.

Es ist kein Buch, das man in einem Zug durchlesen muss. Man kann sich immer wieder Häppchen vornehmen.

Die Autorinnen sprechen Alltagsthemen an, genauso wie das Alter oder Beziehungen.
Beim Lesen der Kolumnen hatte ich ständig ein Grinsen im Gesicht.
Die beiden Autorinnen erzählen die kurzen Geschichten mit viel Humor und Selbstironie.

„Frauen mittleren Alters, die zu viel sitzen“ ist das ideale Buch, zu dem man zwischendurch immer wieder gerne greift. Es eignet sich aber auch gut als Geschenk für Frauen mittleren Alters oder auch darüber hinaus.

Die Klippe

Ulf Kvensler
Thriller
377 Seiten
Übersetzt aus dem Schwedischen von Sabine Thiele
erschienen im Penguin Verlag
Meine Bewertung:
4 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Penguin Verlag für das Rezensionsexemplar

Psychothriller

Zum Inhalt
Marcus passiert das, was wohl jeder Autor fürchtet. Nach einem Bestseller kommt nichts mehr. Er bringt einfach keine gute Geschichte mehr zu Stande.
Da wird er von Ernst, einem Bekannten aus einem Schreibseminar kontaktiert. Er hat einen Kriminalroman geschrieben und möchte den, unter einem Pseudonym veröffentlichen. Marcus bietet seine Hilfe an und reicht das Manuskript an seine Agentin weiter.
Die Agentin ist der Meinung, dass das Manuskript von Marcus ist. Sie ist überzeugt davon, dass es ein Bestseller werden wird. Auch der Verlag ist davon überzeugt. Das Buch soll allerdings unter dem Namen von Marcus erscheinen. Der eigentliche Autor ist angetan von der Idee, dass Marcus das Buch unter seinem Namen veröffentlicht.
Das Buch wird tatsächlich ein Bestseller. Doch dann kommt es zu Unstimmigkeiten zwischen Marcus und Ernst. Ernst stellt immer mehr Forderungen an Marcus. Und Marcus verstrickt sich in einem Gerüst aus Lügen. Bis das Unvermeidbare passiert.

„Die Klippe“ ist der neue Thriller von Ulf Kvensler.
Nachdem mich „Der Ausflug“ und „Die Insel“ mich gefesselt hatten, war ich auf das neue Werk gespannt.

Ulf Kvensler beginnt die Geschichte ruhig. Die Leser*innen ahnen zwar schnell, dass es zwischen Marcus und Ernst kein gutes Ende nehmen wird. Aber bis dahin dauert es eine Weile.
Als es dann zu den Unstimmigkeiten zwischen den beiden Charakteren kommt, baut der Autor eine düstere Atmosphäre auf.
Auch zwischen Marcus und seiner Frau wird die Stimmung immer schlechter und man ahnt, dass auch das kein gutes Ende nehmen kann.

Zwischendrin gibt es immer wieder Rückblenden in die Vergangenheit und die Leser*innen erfahren, wie sich Marcus und Ernst bei einem Schreibseminar kennengelernt haben.

Ulf Kvensler hat seine Protagonisten sehr gut gezeichnet, sie wirken richtig lebendig.

Der Schreibstil von Ulf Kvensler ist flüssig und gut verständlich. Bei diesem Buch dauert es allerdings etwas, bis die Spannung einsetzt. Auch zwischendrin gibt es immer wieder einmal Stellen, die etwas langatmiger sind.

„Die Klippe“ ist kein actiongeladener Thriller, eher ein ruhiger Psychothriller, wo man auch viel zwischen den Zeilen lesen kann.