Die Reise der Pilgerin

Christiane Lind
Historischer Roman
368 Seiten
erschienen im Selfpublishing
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an Christiane Lind für das Rezensionsexemplar

Gelungener Auftakt der Pilgerinnen-Saga

Zum Inhalt:
Die Geschichte beginnt im mittelalterlichen Braunschweig. Die junge Leonore von Calven begibt sich scheinbar aus reinem Glauben auf eine beschwerliche Wallfahrt nach Jerusalem. Ihr Pilgergewand dient jedoch nur als Tarnung. Der wahre, hochbrisante Grund ihrer Reise muss unter allen Umständen im Verborgenen bleiben.
Auf dem gefährlichen Weg in die Heilige Stadt schließt sie sich einer Reisegruppe an. Fast jeder ihrer Begleiter hütet dabei eigene, dunkle Geheimnisse. Als die Lage eskaliert und Leonore in Lebensgefahr gerät, wird sie von dem muslimischen Karawanenführer Nadim gerettet. Diese schicksalhafte Begegnung wirft nicht nur ihre Mission, sondern auch ihr gesamtes christliches Weltbild über den Haufen. Es entspinnt sich eine hochemotionale, verbotene Liebesgeschichte zwischen den Fronten der Religionen.

„Die Reise der Pilgerin“ von Christiane Lind ist ein fesselnder historischer Roman, der seine Leser*innen direkt in die Epoche der Kreuzzüge entführt.

Die Charaktere sind gut gezeichnet und richtig lebendig.
Leonore von Calven: Eine starke und mutige Frau, die sich nicht in die typische passive Frauenrolle ihrer Zeit drängen lässt. Ihre Entwicklung von der pflichtbewussten Tochter zur eigenständigen Denkerin ist glaubhaft dargestellt.

Nadim: Der sarazenische Karawanenführer bricht mit den typischen westlichen Vorurteilen der damaligen Epoche. Er ist gebildet, tolerant und zeigt Leonore die reiche Kultur des Orients.

Auch die Nebencharaktere sind farbenfroh und vielschichtig gezeichnet.

Die Handlungsorte werden von Christiane Lind anschaulich beschrieben.
Das mittelalterliche Braunschweig ist düster, von starren christlichen Konventionen und den Vorbereitungen auf den Kreuzzug geprägt.
Das Heilige Land und Jerusalem sind farbgewaltig, lebendig und voller Exotik. Die Autorin beschreibt die Gerüche, Märkte, die Gelehrsamkeit und die Hitze des Orients so bildhaft, dass man als Leser*in das Gefühl hat, selbst durch die Wüste zu reiten.

Der Schreibstil von Christiane Lind ist von der ersten Seite an fesselnd.
Die Autorin vermittelt ihren Leser*innen viel von ihrem historischen Wissen.

„Die Reise der Pilgerin“ ist ein interessanter historischer Roman, genauso, wie ich es gerne lese.

Schokoladenblut

Radka Denemarková
Historischer Roman
568 Seiten
erschienen bei Hoffmann & Campe
Übersetzt aus dem amerikanischen Tschechischen von Eva Profousová
Meine Bewertung:
4 von 5 Sternen

ielen Dank an Hoffmann und Campe für das Rezensionsexemplar

Eine Zeitreise durch das 19. Jahrhundert

Klappentext:
Mitte des 19. Jahrhunderts sitzt die Schriftstellerin Božena Němcová in ihrer kleinen Schreibstube und verfasst mit schwerer Hand ein patriotisches Märchen, an dessen Botschaft sie selbst nicht glaubt. George Sand, ihre französische Zeitgenossin, konnte sich den Zwängen der Konventionen widersetzen und schreibt mit leichter Feder Romane. Auf der anderen Seite des Atlantiks gründet J.D. Rockefeller, der erste Milliardär der Weltgeschichte, sein Imperium auf einem dickflüssig-braunen Rohstoff. In ihrem neuen Meisterwerk erzählt Radka Denemarková auf fulminante Weise die Geschichte des 19. Jahrhunderts und seiner Protagonisten: weltumspannend, hochaktuell, brillant.

„Schokoladenblut“ ist eine interessante Zeitreise durch das 19. Jahrhundert von Radka Denemarková.
Im Mittelpunkt stehen die französische Schriftstellerin George Sand, die durch Männerkleidung und ein freies Leben die patriarchalen Normen ihrer Zeit herausfordert.
Die Schriftstellerin Božena Němcová, deren Werke heute noch zu den vielgelesenen Klassikern gehören.
Und J. D. Rockefeller als männliches Gegenstück.
Im Laufe der Geschichte tauchen immer weitere Namen bekannter Persönlichkeiten auf, wie z. B. Karolina Svetlá und George Eliot.

Die Handlung des Romans entfaltet sich als ein dichtes Bild, das das 19. Jahrhundert mit der Gegenwart verknüpft.

Die Frauen in diesem Roman stehen für das Ungleichgewicht zwischen Mann und Frau. J. D. Rockefeller steht für Macht, Geld und Kapitalismus, der sich auf dem Rücken der Frauen, Armen und der Kolonien aufbaut.

Radka Denemarková hat ein gewaltiges Werk (568 Seiten) in einer gewaltigen Sprache veröffentlicht.
Die Charaktere werden gut beschrieben. Einige der Protagonisten sind historisch überlieferte Persönlichkeiten, andere sind fiktive Figuren. Der Roman hat sehr viele Protagonisten, die im Laufe der Geschichte ihren Auftritt haben. Manche bleiben länger, manche geben nur ein kurzes Gastspiel. Hier wäre ein Personenverzeichnis mit kurzen Angaben zu den Personen hilfreich gewesen.

Der Schreibstil der Autorin ist gut verständlich, allerdings manchmal etwas sperrig. Ich habe Zeit zum Lesen gebraucht, die man dem Werk auch unbedingt zugestehen sollte. Die vielen Themen, die das Buch umfasst, und seine Komplexität fordern die volle Aufmerksamkeit der Leser*innen.

„Schokoladenblut“ ist kein leichter Roman, aber ich bin froh, mich auf dieses Werk eingelassen zu haben.

Guten Morgen, schönes Wetter heute

Tanja Kokoska
Roman
346 Seiten
erschienen im dtv Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den dtv Verlag für das Rezensionsexemplar

Ein Wohlfühlroman

Klappentext:
Diesmal ist es etwas anderes. Darauf hofft Ina jedes Mal, wenn sie sich verliebt. Doch es geht immer schief. Sie arbeitet in einem Tattoo-Studio und wohnt mit ihrem Sohn Henry in der Siedlung »Am Kastanienbaum«, irgendwo mitten in einer großen Stadt. Dort gibt es noch mehr Menschen wie Ina, 1.583 genauer gesagt.
Sie leben nah beisammen und bleiben doch allein. Da ist Herr Bello, der am liebsten im Faltenrock tanzt. Samy, der davon träumt, eine Ente zu streicheln. Und Frau Arslan, die Gedichte in Pralinenschachteln versteckt. Sie alle eint die Sehnsucht nach Glück und Verbundenheit.
Eines Tages macht Baggerfahrer Paco eine schicksalhafte Entdeckung: Eine Weltkriegsbombe liegt unter der Erde. Darauf geschieht in der Siedlung etwas Wundersames. Die Menschen kommen einander näher, als es möglich schien. Und Ina begegnet dem Mann, mit dem es etwas anderes ist.

„Guten Morgen, schönes Wetter heute“ ist ein warmherziger Roman von Tanja Kokoska.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht Ina. Ina arbeitet in einem Hotel und in einem Tattoo-Studio und lebt mit ihrem 17-jährigen Sohn Henry zusammen. Ina lebt in einer Stadt mit 1.583 anderen Menschen. Doch sie fühlt sich allein, wie viele der anderen Menschen auch.
Als bei Bauarbeiten eine Bombe aus dem 2. Weltkrieg gefunden wird, müssen die Anwohner ihre Wohnungen verlassen. Dabei werden die Menschen aufeinander aufmerksam, lernen sich kennen und rücken ein Stück enger zusammen.

Tanja Kokoska hat für diese Geschichte wunderbare Charaktere zum Leben erweckt.
Außer Ina und ihrem Sohn Henry lernen die Leser*innen noch einige andere Charaktere besser kennen.
Da sind Herr und Frau Arsalan, sie führen zusammen ein Lebensmittelgeschäft in der Siedlung. Frau Arsalan sehnt sich nach Glück, aber die Sorge um ihre Mutter, die in der Türkei zurückgeblieben ist, lässt sie nicht los.

Herr Bello war früher in einem Möbelhaus tätig, jetzt verbringt er seine Zeit mit Malen nach Zahlen oder tanzt im Faltenrock.

Samy führt die Gaststätte in der Siedlung. Er stammt aus Sri Lanka und auch er hat Träume. Gerne würde er einmal den Eiffelturm sehen oder eine Ente streicheln.

Auch die Witwe Frau Kaiser ist einsam. Ihr einziger Sohn lebt in Japan.

Ein bunter Reigen unterschiedlichster Protagonisten. Die sich näher kennenlernen und aufeinander aufmerksam werden.
Tanja Kokoska gibt jedem der Charaktere eine eigene Persönlichkeit. Ich habe sie alle schnell in mein Herz geschlossen.
So viele unterschiedliche Menschen, die eng beieinander leben und doch irgendwie allein sind.
Es macht Freude mitzuerleben, wie die Menschen sich langsam besser kennenlernen und sich annähern.

Tanja Kokoska erzählt die Geschichte mit viel Gefühl und in einer ganz wunderbaren Sprache. Dabei ist der Schreibstil der Autorin flüssig und gut verständlich.
Auf eine ganz wunderbare Weise verarbeitet die Autorin die Themen Einsamkeit, Freundschaft und Nachbarschaft.
Das Buch hat mir beim Lesen ein Lächeln ins Gesicht gezaubert.

„Guten Morgen, schönes Wetter heute“ ist ein Wohlfühlroman, den ich mit Freude gelesen habe.

Im Morgengrauen

Marc Raabe
Thriller
575 Seiten
erschienen im Ullstein Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Ullstein Verlag für das Rezensionsexemplar

Sehr spannend – eben ein echter Marc Raabe

Klappentext:
Seit Wochen gehen im Netz die Videos einer jungen Frau viral. Ihr Gesicht ist unkenntlich, auf ihrem Unterarm ist ein markantes Eulen-Tattoo. Der Inhalt der Videos: skandalöse Details ihrer Affäre mit dem Bundeskanzler. Ein Fake? Eine Kampagne? Oder die Wahrheit?
Plötzlich verschwindet Kanzler Henrik Westphal spurlos.
In der aufgeheizten Stimmung stoßen BKA-Ermittler Art Mayer und Nele Tschaikowski tief im U-Bahntunnel unter dem Alexanderplatz auf eine entstellte Leiche. Ist es die junge Frau aus den Videos? Und welche Rolle spielt Juli, die Frau des Kanzlers und Arts große Jugendliebe. Als Art plötzlich selbst ins Visier gerät, eskaliert die Situation: Wem kann er noch vertrauen?

„Im Morgengrauen“ ist der 4. Band der Art Mayer-Reihe von Marc Raabe.
Wenn man, wie ich, schon einige Bücher von Marc Raabe gelesen hat, weiß man die nächsten Nächte werden kurz.

Die Ermittler sind wieder einmal einzigartig.
Art Mayer besticht durch seine Coolness.
Er ist Diabetiker, was er allerdings sehr auf die leichte Schulter nimmt.
Seine Handlungsweise ist recht unkonventionell.
Seine Aufklärungsrate spricht für Art Mayer.
Hinter seiner rauen Schale steckt allerdings ein weicher Kern.
Nele Tschaikowsky ist noch recht jung.
Sie trennt Gut und Böse.
Aber es gibt nicht nur Schwarz und Weiß, oft vermischt sich alles zu einem Grau.
Nele ist sehr motiviert; aber auch noch mit wenig Erfahrung.

Nach den üblichen Anfangsschwierigkeiten haben Art und Nele sich zu einem guten Team zusammengerauft.
Mir sind beide schon seit dem ersten Band sehr sympathisch.

Es gibt Videos, die den Bundeskanzler Henrik Westphal und eine junge Frau in intimen Situationen zeigen.
Das Gesicht der Frau ist nicht zu erkennen, nur ein Eulen-Tattoo auf ihrem Unterarm ist zu sehen. Ob das Video echt ist oder ein fake, ist noch nicht bekannt.
Im U-Bahntunnel unter dem Alexanderplatz wird eine Frauenleiche gefunden. Ist es die Frau aus dem Video? Der Bundeskanzler ist verschwunden. Was ist der Grund?
BKA-Ermittler Art Mayer und Nele Tschaikowski haben alle Hände voll zu tun.

Marc Raabe baut gleich am Anfang Spannung auf. Es gibt kein langes Vorgeplänkel, es geht gleich zu Sache.
Und in diesem Tempo geht es dann auch meist weiter.
Man bekommt tiefe psychologische Einblicke in die menschliche Seele.
Seine Charaktere sind gut beschrieben. Die Ermittler haben beide ihr Päckchen zu tragen. Immer wieder werden einige Details aus ihrer Vergangenheit entblättert.

Marc Raabe hat einen fesselnden und gut verständlichen Schreibstil.
Wie immer bei dem Autor kann ich das Buch nicht aus der Hand legen. Ich will nicht essen, trinken und nicht schlafen, ich will nur lesen.
So hat Marc Raabe mir auch mit „Im Morgengrauen“ wieder einige schlaflose Nächte beschert.

Das Geheimnis der Frauern

Sonja Roos
Roman
443 Seiten
erschienen im Goldmann Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Goldmann Verlag für das Rezensionsexemplar

Ein wunderschöner Roman

„Das Geheimnis der Frauen“ ist ein wunderschöner Roman von Sonja Roos.
Für mich ist es der erste Roman von Sonja Roos, aber ich bin mir sicher, es werden noch viele folgen.

Die Geschichte hat zwei Zeitebenen. In der Gegenwart, die in dem Roman im Jahr 2014 angesiedelt ist, hat die Hauptprotagonistin Lulu Streit mit ihrem Arbeitgeber und gleichzeitigem Partner. Lulu arbeitet in einem Nobelrestaurant auf Sylt. Jetzt fährt sie zurück in den Westerwald, in ihr Elternhaus. Mit 34 Jahren wieder bei ihren Eltern zu wohnen, fällt ihr nicht leicht.
Lulus Eltern haben lange die Dorfkneipe „Dorfkrug“ geführt, die seit Generationen in Familienbesitz ist. Doch nach einem Herzinfarkt von Lulus Vater ist der „Dorfkrug“ geschlossen.
In Lulus Innerem wächst die Idee, die Tradition weiterzuführen und den „Dorfkrug“ zu modernisieren und neu zu eröffnen. Den Gedanken schiebt Lulu allerdings erst einmal zur Seite.
Lulus Großvater Max freut sich, seine Enkelin wieder in der Nähe zu haben. Er fühlt sich seit dem Tod seiner Frau einsam. Als Lulu einen Stapel ungeöffneter Briefe aus England bei ihrem Großvater findet, wird er ärgerlich. So oft Lulu und ihre Schwester nachbohren, Großvater Max bleibt verschlossen.

Die 2. Zeitebene ist im Jahr 1945, kurz vor Ende des 2. Weltkriegs, angesiedelt.
Max ist ein 10-jähriger Junge. Sein Vater ist an der Front, seine Mutter Grete schenkt ihm wenig Zuneigung. Die verteilt sie lieber an die Soldaten. Seine Bezugsperson ist seine Tante Hanni. Sie versorgt ihn wie eine Mutter. So oft sie ihm beteuert, dass seine Mutter ihn liebt und mit den anderen Männern nur schäkert, damit es ihnen besser geht, versteht Max nicht.
Als ein britischer Pilot mit seinem Flugzeug abgeschossen wird, verstecken Hanni und Grete den Engländer. Hanni pflegt ihn gesund und entwickelt das erste Mal Gefühle für einen Mann. Doch Grete kann auch dem Piloten nicht widerstehen. Das führt zu einem Streit zwischen den Schwestern.

Sonja Roos erzählt die Geschichte unterhaltsam und spannend. Dabei kann ich nicht sagen, welcher Handlungsstrang mir am besten gefallen hat. Beide Zeitebenen waren gleichermaßen spannend und interessant.
Die Handlungsstränge haben sich immer abgewechselt, wobei sie manchmal mit einem Cliffhanger endeten.

Die Charaktere wirkten sehr lebendig und waren mir fast alle schnell sympathisch. Lulu mochte ich besonders gerne. Als sie überlegte, nach Sylt zurückzukehren, wollte ich sie schon schütteln. Aber sie ist im Laufe der Geschichte über sich hinausgewachsen und hat ihr Leben in die Hand genommen.
Auch Großvater Max ist ein toller Charakter. Er hat eine besondere Beziehung zu seinen Enkeltöchtern.
In der Vergangenheit, als Max noch ein Kind war, tat er mir eher leid. Er ist in einer schweren Zeit aufgewachsen, und mir kam es so vor, als hätte seine Mutter kein großes Interesse an ihrem Sohn.
Tante Hanni hingegen ist eine Bereicherung für diesen Roman. Eine herzensgute junge Frau. Sie hat immer hinter ihrer Schwester zurückstecken müssen. Mit ihr erleben die Leser*innen aber auch noch eine Überraschung.

Sonja Roos erzählt beide Handlungsstränge gleich stark. Die Autorin vermittelt das Jahr des Kriegsendes sehr authentisch. In dem kleinen Dorf im Westerwald waren die Bombenangriffe zwar nicht so stark wie in den Städten, aber die Frauen – ja es waren nur noch Frauen im Dorf – hatten genug vom Krieg.
Auch die Gegenwart wird sehr realistisch beschrieben. Das kleine Dorf im Westerwald, die Dorfkneipe und die Menschen, die sich fast alle kennen und gegenseitig helfen.

Der Schreibstil von Sonja Roos ist flüssig und gut verständlich. Nach wenigen Seiten bin ich tief in die Geschichte eingetaucht und konnte das Buch kaum aus der Hand legen.

„Das Geheimnis der Frauen“ ist eine interessante Familiengeschichte, die ich mit Freude gelesen habe.

Summer Heat: Nicht alle werden überleben

Solveig-Marie Kastner
Thriller
496 Seiten
erschienen im Ullstein Verlag
4 von 5 Sternen

Vielen Dank an NetGalley für das Rezensionsexemplar

Ein Sommer-Thriller

Klappentext:
Mia und Yanis, die einander in einer Ferienanlage an der Algarve begegnen, sind sich sicher, dass dort zwischen atemberaubenden Stränden, rauen Wellen und hoch aufragenden Klippen der Sommer ihres Lebens auf sie wartet. Im exklusiven Platô Beach Resort, das auf einem Plateau an der Steilküste liegt, finden Urlaubsgäste tagsüber Ruhe und Entspannung, während die milden Nächte durchgetanzt werden, das Resort veranstaltet luxuriöse Partys, während derer der Champagner in Strömen fließt. Für Mia und Yanis, die für eine Saison zum Arbeiten an die Algarve gekommen sind, ist das eine ganz neue Welt. Vom ersten Moment an sind beide wie elektrisiert, sie Animateurin, er Barkeeper, und es dauert keine Woche, bis sie sich näherkommen. Dass Mia aus einem bestimmten Grund an die Algarve gekommen ist, ahnt Yanis nicht. Nach einer Weile macht beiden die bedrückende Atmosphäre des Resorts zu schaffen und verwandelt ihre anfängliche Zuneigung in tiefes Misstrauen. Irgendetwas stimmt an diesem Ort nicht. Über den Sommer reiht sich ein seltsames Ereignis ans andere. Und als eine Leiche in der Bucht angespült wird, müssen die beiden sich fragen, ob der jeweils andere wirklich der Mensch ist, für den er sich ausgegeben hat.

„Summer Heat: Nicht alle werden überleben“ ist ein spannender Sommer-Thriller von Solveig-Marie Kastner.

Handlungsort ist Portugal, genauer gesagt die Algarve. Hier verbringen Mia und Yanis einen Sommer im luxuriösen Platô Beach Resort. Mia ist Animateurin und Yogalehrerin und Yanis ist Barkeeper. Mia und Yanis verstehen sich vom ersten Moment an gut. Doch Mia hat ein Geheimnis, sie ist aus einem bestimmten Grund an diesen Ort gekommen. Zwischen Mia und Yanis verändert sich etwas. Aus Zuneigung wird Misstrauen. Und dann taucht eine Leiche am Strand auf.

Solveig-Marie Kastner beschreibt den Handlungsort sehr anschaulich. Die Landschaft der Algarve, das Resort und die luxuriösen Partys, wo der Sekt in Strömen fließt. Ich konnte mir alles gut vorstellen.

Die Charaktere sind gut gezeichnet und lebendig. Ich bin Mia und Yanis gerne durch die Geschichte gefolgt.

Der Schreibstil von Solveig-Marie Kastner ist flüssig, gut verständlich und angenehm zu lesen.
Um in die Geschichte richtig reinzukommen, habe ich etwas Zeit gebraucht. Es hat etwas gedauert, bis die Spannung so richtig eingesetzt hat. Dann hat sich eine geheimnisvolle und zum Teil bedrückende Atmosphäre aufgebaut.

„Summer Heat: Nicht alle werden überleben“ ist ein echter Sommer-Thriller. Genau das richtige Buch für den Urlaub.

Der Tod kennt deinen Namen

Thea Fischer
Thriller
327 Seiten
erschienen im Ullstein Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Ullstein Verlag für das Rezensionsexemplar

Spannender Einblick in die Psyche der Menschen

Klappentext:
Lena Meister verhilft Menschen zu einem neuen Leben. Als Privatermittlerin unterstützt sie Stalking-Opfer, Bedrohte und Lottogewinner dabei, spurlos zu verschwinden. Doch als die junge Michelle in ihrem Büro auftaucht und von einem obsessiven Verfolger berichtet, handelt Lena gegen alle Instinkte. Zu sehr erinnert sie die verzweifelte Frau an ihr früheres Leben, das sie sorgfältig verbirgt. Drei Tage später ist Michelle tot. Und bei der Toten liegt eine Botschaft, die sich eindeutig an Lena richtet. Jemand kennt ihr Geheimnis. Aus der Detektivin wird die Gejagte und Lena muss erkennen: Der Tod kennt ihren Namen.

„Der Tod kennt deinen Namen“ ist ein spannender Thriller von Thea Fischer.

Im Mittelpunkt steht die Privatermittlerin Lena Meister. Ihr Spezialgebiet: Menschen verschwinden zu lassen. Menschen, die sich bedroht fühlen oder aus anderen Gründen von der Bildfläche verschwinden wollen, so wie sie selbst es einst gemacht hat. Sie und ihr Kollege Bernd Niemann verhelfen diesen Menschen zu einer neuen Identität.
Doch als die junge Michelle zu ihr ins Büro kommt, weil sie verfolgt wird, handelt sie aus unerklärlichen Gründen anders. Drei Tage später ist Michelle tot. Bei der Toten wird eine Nachricht gefunden, die nur an Lena gerichtet sein kann.

Ab diesem Moment setzte Spannung ein, auch die Atmosphäre wurde beängstigend. Jemand hat Lena gefunden. Lena wird von diesem Moment an zur Gejagten. Im Laufe der Geschichte erfahren die Leser*innen häppchenweise, was der Grund für Lenas Angst und ihr Untertauchen war.

Thea Fischer erzählt die Geschichte sehr spannend und erzeugt so manchen Gänsehautmoment.

Die Charaktere werden gut in Szene gesetzt und sind lebendig. Lena und Bernd gefallen mir gut. Sie sind ein gutes Team.

Der Schreibstil von Thea Fischer ist flüssig, gut verständlich und fesselnd.
Ich bin schnell tief in die Geschichte eingetaucht und konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen.

„Der Tod kennt deinen Namen“ ist ein spannender Thriller, der die Leser*innen tief in die Psyche des Menschen schauen lässt.

Schatten Eis

Anne Nørdby
Thriller
486 Seiten
erschienen im Gmeiner Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Gmeiner Verlag für das Rezensionsexemplar

Spannender Thriller aus Dänemark

Klappentext:
»Der Anngiaq ist ein böser Geist. Er riecht Geheimnisse, fühlt sich magisch davon angezogen. Er schleicht sich in dein Leben und vergiftet es langsam. Wie der Kadaver eines verwesenden Tieres, der oben in einem Bachlauf liegt und das Wasser vergiftet, das man unten schöpft und durstig trinkt.«
Ein altes Geheimnis, tief verborgen in Grönlands Geschichte. Wer es ans Licht bringt, muss sterben. So besagt es ein alter Fluch. Marit Rauch Iversen war noch ein Kind, als der Anngiaq ihre Familie in Grönland tötete. Heute arbeitet sie als Super-Recognizerin für die Polizei in Kopenhagen. Den Fluch von damals hat sie längst vergessen. Bis eine Reihe grausamer Morde die dänische Hauptstadt erschüttert.

„Schatten Eis“ ist der 3. Band der Thriller-Reihe um die Super-Recognizerin Marit Rauch Iversen von Anne Nørdby.
Ein Buch, das es wirklich verdient, im Genre Thriller angesiedelt zu sein.
Mir hat mehr als einmal der Atem gestockt und Gänsehaut war ein Dauerzustand.

Die Protagonisten gefallen mir sehr gut.
Die Super-Recognizerin Marit Rauch Iversen ist interessant.
Ich habe schon von Super-Recognizerin gehört und gelesen, Marit aber hier bei ihrer Vorgehensweise schon das 3. Mal über die Schultern zu schauen, war schon interessant.

Kirsten Vinther ist die Leiterin des Ermittlerteams. Sie ist mit Leib und Seele Polizistin.
Sie führt ihr Team mit harter Hand. Ich hatte das Gefühl, sie befürchtet, immer mehr machen zu müssen als ihre Kollegen, hat immer die Befürchtung, nicht zu genügen.
Sie ist die Chefin im Team und lässt das auch jeden spüren.

Jesper Bæk kommt aus einer kleineren Stadt und hat sich nach der Trennung von seiner Frau nach Kopenhagen versetzen lassen.
Seit kurzer Zeit wohnt seine Tochter bei ihm, sie möchte in seine Fußstapfen treten.
Jasper ist ein sehr kluger und engagierter Kriminalkommissar.
Er hat eine gute Auffassungsgabe und kann gut kombinieren.

Auch die anderen Kollegen gefallen mir gut und bereichern das Buch ungemein.

Der Fall ist sehr bizarr und spannend. Der Anngiaq ist ein böser Geist und ist im Glauben der Inuit verwurzelt. Obwohl Marit eine kluge und selbstbewusste Frau ist, glaubt sie an die Mythologie und an den Anngiaq, denn er hat ihre Familie in Grönland getötet.
Jetzt sieht sie sich mit ihrer Vergangenheit konfrontiert.

Anne Nørdby hat bei ihrem neuen Thriller, was Spannung angeht, alle Register gezogen. Ich denke, das kann man kaum überbieten.
Die Autorin erzeugt eine bedrohliche Atmosphäre, die immer und überall gegenwärtig ist. Marit fühlt sich beobachtet und man hat beim Lesen das Gefühl, das Böse lauert schon auf der nächsten Seite.
Das führt dazu, dass ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte.

Anne Nørdby vermittelt ihren Leser*innen auch Interessantes über Grönland und wie die Beziehungen zwischen Grönland und Dänemark sind.

Der Schreibstil der Autorin ist flüssig, gut verständlich und fesselnd. Die Spannung bleibt bis zum Ende der Geschichte erhalten.

„Schatten Eis“. ist eine klare Leseempfehlung.
Wer Spannung liebt, muss das Buch unbedingt lesen.
Es ist aber nichts für schwache Nerven.

Privatermittlerin Marit Rauch Iversen:

  1. Band „Eis. Kalt. Tot.“
  2. Band „Rot. Blut. Tot.“
  3. Band „Schatten Eis“

Erzähl mir alles

Elizabeth Strout
Roman
393 Seiten
erschienen bei Luchterhand
Übersetzt aus dem amerikanischen Englischen von Sabine Roth
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an Luchterhand für das Rezensionsexemplar

Über Liebe und Freundschaft


Klappentext:
Es ist Herbst in Crosby, dem kleinen Küstenstädtchen in Maine. Vor ein paar Jahren ist Lucy Barton, erfolgreiche Schriftstellerin und Mutter zweier erwachsener Töchter, mit ihrem Ex-Mann William hierhergezogen. In ein abseits gelegenes Haus am Meer. Doch die beschauliche Ruhe in Crosby wird gestört, als eine alte Frau spurlos verschwindet. Und auch Lucys Welt gerät still und leise aus dem Lot. Auf den einsamen Spaziergängen mit Bob Burgess, ihrem alten Freund und Vertrauten, sprechen beide über ihr Leben und über das, was hätte sein können. Und dann ist da noch die legendäre Olive Kitteridge, die pensionierte Mathematiklehrerin, die jetzt in einem Altersheim am Stadtrand lebt und auch mit 90 Jahren nichts von ihrem rauen Charme verloren hat. Vorsichtig freunden sich die beiden Frauen an.

„Erzähl mir alles“ ist der neue Roman der Bestsellerautorin Elizabeth Strout.

In dieser Geschichte treffen die Leser*innen auf bekannte Charaktere. Für mich ist es das erste Buch von Elizabeth Strout, ich bin aber ohne Probleme in die Geschichte eingetaucht.
Lucy Barton lebt mit ihrem Exmann in Crosby, einem Küstenstädtchen in Maine.
Lucy ist erfolgreiche Schriftstellerin. Sie unternimmt lange Spaziergänge mit ihrem guten Freund Bob Burgess. Sie erzählen sich gegenseitig aus ihrem Leben. Über Momente, die gut waren im Leben, und über Dinge, die man hätte, besser machen können.

Auch mit Olive, einer pensionierten Mathematiklehrerein freundet sich Lucy an. Hier erfährt man bei Gesprächen viel über das Leben der 90-jährigen Olive.

Elizabeth Strout erzählt die Geschichte in einem angenehm ruhigen Ton. Man bekommt tiefe Einblicke in das Leben der Charaktere. Es geht um Liebe, Freundschaft und um Schuld.

Die Charaktere sind gut gezeichnet und lebendig. Ich habe sie schnell ins Herz geschlossen und bin ihnen gerne gefolgt. Den Gesprächen habe ich gerne gelauscht und tiefe Einblicke in das Leben der Protagonisten gewonnen.

Der Schreibstil von Elizabeth Strout ist flüssig und gut verständlich. Immer wieder wird die Geschichte mit ihrem Humor aufgelockert.

„Erzähl mir alles“ ist ein Roman über Liebe, Freundschaft und das Älterwerden, den ich mit Freude gelesen habe.

Die vergessene Tochter

Soraya Lane
Roman
345 Seiten
Übersetzt aus dem Englischen von Sigrun Zühlke
erschienen im Droemer Knaur Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Droemer Knaur Verlag für das Rezensionsexemplar

Wieder ein bewegendes Schicksal

Klappentext:
Norwegen, 1950: »Ich liebe dich, Amalie, und nur darauf kommt es an«, flüsterte er. »Ich kümmere mich um dich, versprochen. Du musst keine Angst haben.«
London, Gegenwart: Während Charlotte das kleine Kästchen umklammert, in dem sich ein Diamantring und ein norwegisches Wappen verbergen, weiß sie, dass sie endlich nach Hause zurückkehren muss, zu ihrer Familie und ihrer Urgroßmutter Amalie. Im angesehensten Hotel Norwegens tritt sie ihren Traumjob als Chefköchin an und sie begegnet dem charismatischen Chefdesigner Harrison. Doch als sie Amalie mit dem Inhalt des Kästchens konfrontiert, enthüllt ihre Urgroßmutter ein tragisches Geheimnis, das auch Charlottes Welt ins Wanken bringt. Wird Charlotte die Kraft finden, ihren eigenen Weg zu gehen, oder wird sie ihrer Heimat und ihrer Liebe für immer den Rücken kehren?

„Die vergessene Tochter“ ist der 7. Band der Reihe „Die verlorenen Töchter“ von der neuseeländischen Autorin Soraya Lane.

Die Geschichte ist ähnlich aufgebaut wie die der vorherigen Bände und doch wieder so ganz anders.
Wie schon die Frauen in den vorherigen Bänden, so hatte auch in diesem Band eine junge Frau ein geheimnisvolles Holzkästchen bekommen.
In dem Kästchen für Charlotte waren ein Diamantring und ein norwegisches Wappen.
Mit Charlotte reisen die Leser*innen nach Norwegen, in die Heimat von Charlotte.

Die Geschichte hat auch wieder zwei Zeitebenen, einmal die Gegenwart, in der die Leser*innen, die junge Charlotte begleiten. Sie reist wieder nach Hause zu ihrer Familie und ihrer Urgroßmutter Amalie.

Im 2. Handlungsstrang geht es zurück in die 1950er Jahre. Die Leser*innen lernen Amalia kennen. Sie arbeitet als Dienstmädchen im Sognefjord Hotel. Dort verliebt sich Amalia in den Aushilfskoch Oskar. Die beiden genießen einen Sommer lang zusammen. Doch Oskar hat Amalia seine wahre Identität verschwiegen. Er stammt aus einer Unternehmerdynastie und seine Eltern sind mit Amalia als seiner Ehefrau nicht einverstanden.

Soraya Lane erzählt ihre Geschichte mit sehr viel Gefühl und sehr atmosphärisch.
Die Beschreibung der Handlungsorte war für mich wie eine virtuelle Reise.
Ihre Charaktere sind mit viel Liebe zum Leben erweckt.
Der Schreibstil der Autorin ist fesselnd, flüssig und gut verständlich, hat aber auch etwas Geheimnisvolles.
Ich wurde beim Lesen schnell wie durch einen Sog in die Geschichte hineingezogen.
Ich liebe es einfach, wenn in einer Geschichte Geheimnisse aus der Vergangenheit in der Gegenwart aufgedeckt werden.
In der Gegenwart bin ich Charlotte gerne gefolgt und habe ihre Reise und die Gefühle, die sie dabei überkamen, mit Freude begleitet. Die Vergangenheit und die Geschichte von Amalia haben mich sehr berührt.

Ein Geheimnis ist: Es gibt noch eine Schachtel. Diese bekommt im 8. Band Hope und sie wird die Leser*innen nach Paris führen.

Jetzt freue ich mich schon auf den 8. Band „Die verschwiegene Tochter“, der im November 2026 erscheinen soll.