Ankommen auf dem Jakobsweg

Jana Krok
Roman
240 Seiten
erschienen im Selfpublishing
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an Jana Krok für das Rezensionsexemplar

Der Jakobsweg-eine Herausforderung

Klappentext:
Nur mit ihrem Rucksack und einem Zweifel im Herzen wagt sich Sofia allein auf den Jakobsweg, 790 km bis nach Santiago de Compostela. Ängste und Begegnungen stellen sie auf die Probe, doch Schritt für Schritt entdeckt sie, dass der Camino nicht nur nach Santiago führt, sondern zu einem neuen Verständnis von sich selbst.

„Ankommen auf dem Jakobsweg“ von Jana Krok ist eine Pilgergeschichte und ein Reisebericht mit wertvollen Tipps für alle, die einmal den Jakobsweg gehen möchten.

Im Mittelpunkt steht Sofia. Sie geht den Jakobsweg allein und hat jede Menge Zweifel im Gepäck. Die Leser*innen dürfen sie auf 790 km von Barcelona bis hin nach Santiago de Compostela begleiten. Vier Wochen hat Sofia für den langen Weg eingeplant. In dieser Zeit lernt man Sofia gut kennen, erfährt etwas über ihr Leben und warum sie sich für den Pilgerweg entschieden hat. Während der Pilgerreise hält Sofia stets Kontakt mit ihren Lieben zu Hause. Auch trifft sie immer wieder auf andere Pilger*innen.

Mir war Sofia schnell sympathisch und ich habe ihren Mut bewundert, sich allein auf den langen Weg zu machen.

Gleichzeitig ist das Buch ein Reisebericht, die Leser*innen erfahren viel über die einzelnen Etappen. Man kann lesen, wie man am besten die Tagesetappen plant, welche Ausrüstung unverzichtbar ist und wie man seine Unterkünfte plant.

Der Jakobsweg muss eine ganz eigene Atmosphäre haben, das spürt man in diesem Roman. Das Aufeinandertreffen von verschiedenen Pilgern und die Gespräche nehmen einen großen Teil der Geschichte ein und das habe ich sehr genossen.

Wie die Reise, so ist auch das Buch in einzelne Etappen aufgeteilt. Es sind mal längere und mal kürzere Kapitel. Die Etappen haben unterschiedliche Herausforderungen., das vermittelt Jana Krok hervorragend.

„Ankommen auf dem Jakobsweg“ ist eine Geschichte für alle, die einmal den Jakobsweg gehen möchten. Hier bekommt man einen guten Eindruck und wertvolle Tipps.
Es ist aber auch eine Geschichte für Menschen, die einfach ein gutes Buch über eine starke Frau, über Neuanfang, Mut und Zweifel lesen wollen.

Das Schicksal der Herzogin

Johanna von Wild
Historischer Roman
408 Seiten
erschienen im Gmeiner Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Gmeiner Verlag für das Rezensionsexemplar.

Sibylla, Herzogin von Württemberg

Klappentext:
Sibylla von Anhalt wächst Mitte des 16. Jahrhunderts unbeschwert auf Schloss Dessau auf, teilt das Interesse ihrer Stiefmutter an Heilkräutern und heiratet Friedrich von Mömpelgard. Für beide ist es eine Liebesheirat und die Familie wächst schnell. Doch bald trübt sich das Glück. Als Friedrich Herzog von Württemberg wird, kommt es nicht nur zwischen den Eheleuten, sondern auch mit den Landständen zu Spannungen. Sibyllas einzige Lichtblicke sind die Arzneikammer und die heimlich erblühende Liebe zum Arzt von St. Catharina.

„Das Schicksal der Herzogin“ von Johanna von Wild ist ein historischer Roman über Sibylla von Württemberg.

Johanna von Wild schickt ihre LeserInnen in das 16. Jahrhundert. Die junge Sibylla von Anhalt wächst behütet auf Schloss Dessau auf und lernt von ihrer Stiefmutter alles über Heilkräuter.

Wir lernen Sibylla schon bei ihrer Geburt kennen und begleiten ihren Lebensweg. Sie ist das 4. Kind und wächst in liebevoller Umgebung auf. Schon als Kind lernt sie Friedrich von Mömpelgard kennen. Sein Zuhause ist nicht so liebevoll wie das von Sibylla.
Sibylla und Friedrich heiraten aus Liebe, nicht weil die Eltern die Kinder einander versprochen haben. Die Ehe ist glücklich und die Familie wächst. Erst als Friedrich Herzog von Württemberg wird, ändert sich das. Sibylle ist als Herzogin von Württemberg auf einmal der Unbill ihres Ehemannes ausgesetzt. Sie leidet sehr unter der Veränderung ihres Mannes.
Sibylla findet zurück zu ihren Heilkräutern und lernt den Arzt von St. Catharina kennen.

Johanna von Wild erzählt den Lebensweg von Sibylla emotional und interessant. Mir hat es viel Freude gemacht, Sibylla auf ihrem Weg zu begleiten und ihre Entwicklung mitzuerleben.
Vom kleinen Kind wird sie zur liebenden Frau und später zur Herzogin von Württemberg.
Die Ränkespiele und die Machtkämpfe am Hof setzten ihr zu, dazu kommt noch, dass ihr Ehemann sich sehr verändert und es auch mir der Treue nicht mehr so genau nimmt.

Mir war Sibylla schnell sympathisch und ich habe sie gerne begleitet. Ich habe mit ihr gelacht und mit ihr geweint.

Auch das 16. Jahrhundert wird von Johanna von Wild gekonnt widergespiegelt. Man fühlt sich schnell in diese Zeit versetzt.

Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und leicht verständlich.

Am Anfang ist ein Personenverzeichnis, in dem die realen Persönlichkeiten markiert sind. Das finde ich bei historischen Romanen immer sehr hilfreich.

Mit ihrem Roman „Das Schicksal der Herzogin“ hat mich Johanna von Wild wieder einmal begeistert.

Vermisst – Der Fall Lucas

Christine Brand
Kriminalroman
538 Seiten
erschienen bei Blanvalet
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Blanvalet Verlag für das Rezensionsexemplar

Spannende Cold Case Reihe

Klappentext:
Privatdetektivin Malou Löwenberg ahnt sofort, dass dieser Auftrag anders ist. Ihre Klientin Lana ist todkrank und hat nur noch einen Wunsch, bevor sie stirbt: Sie möchte ihren Bruder Lucas wiedersehen, der seit sechsundzwanzig Jahren als vermisst gilt. Doch der Auftrag hat einen Haken: Lucas will nicht gefunden werden, er verschwand, nachdem er zwei Mädchen ermordet hatte. Je länger Malou recherchiert, desto sicherer ist sie, dass Lucas noch weitere Frauen getötet hat. Eine Reise in eine zutiefst verstörende Vergangenheit beginnt, bis Malou plötzlich selbst zur Zielscheibe wird.

„Vermisst – Der Fall Lucas“ ist der 3. Band mit der sympathischen Privatdetektivin Malou Löwenberg von Christine Brand.

Die Ermittlerin Malou Löwenberg ist eine sympathische Protagonistin, auch wenn ihr Verhalten manchmal merkwürdig ist.
Ihre Vespa hört auf den Namen Bruna. Malou geht in ihrer Freizeit zu Beerdigungen von Verstorbenen, die sie gar nicht kannte und die keine Angehörigen mehr haben. Malou wurde als Baby in einem Korb vor die Tür eines Bestatters gestellt. Bis heute weiß sie nicht, wer ihre Eltern sind.

In diesem Band soll Malou den Bruder einer todkranken Frau finden. Im Sterbebett liegend äußert Lana den Wunsch, ihren Bruder Lucas noch einmal vor ihrem Tode sehen zu wollen.
Doch Lucas hält sich, seit er zwei Mädchen ermordet hat, im Verborgenen.
Für Malou ein aussichtsloser Kampf, den sie aber nicht so einfach aufgeben möchte.
Bei ihren Recherchen stellt sich Malou die Vermutung, dass nicht nur die zwei Mädchen Opfer von Lucas wurden.

Christine Brand schreibt ihre Geschichte sehr spannend. Einmal angefangen, konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Inspirieren lässt sich die Autorin gerne von wahren Begebenheiten.
Die Autorin spielt gekonnt mit den Emotionen der Charaktere und ihren Leser*innen.
Ihre Charaktere werden sehr lebensnah beschrieben. Ich habe Malou gerne bei ihrer Suche nach Lucas begleitet.

Christine Brand erzählt die Geschichte in einem ordentlichen Tempo, doch die Puzzleteile fügen sich nur langsam zusammen.
Die Autorin hat einen fesselnden und flüssigen Schreibstil. Manchmal kam ich kaum zum Luftholen, so hat mich die Story gepackt.

„Vermisst-Der Fall Lucas“ ist ein sehr spannender Kriminalroman und ich freue mich auf weitere Fälle mit Malou Löwenberg.

Wilde Häuser

Colin Barrett
Roman
erschienen im Steidl Verlag
Übersetzt aus dem Englischen von Claudia Glenewinkel und Hans-Christian Oeser
250 Seiten
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Steidl Verlag für das Rezensionsexemplar

Kleinstadtganoven in der irischen Provinz

Klappentext:
Es ist das wichtigste Wochenende des Jahres. Während sich Ballina im Westen Irlands auf ein großes Fest vorbereitet, verschwindet Doll English nach einem Streit mit seiner Freundin Nicky spurlos von einer Party. Sketch und Gabe Ferdia, Kleinstadt-Gauner mit einem Hang zu roher Gewalt, haben den Jugendlichen entführt. Dessen älterer Bruder, der örtliche Dealer Cillian hat seine Schulden nicht bezahlt. Ihr Cousin Dev scheint den Ferdias der ideale Gastgeber für die Geiselnahme zu sein, denn der sanftmütige Riese führt in ländlicher Abgeschiedenheit ein Leben unter dem Radar. Dev wird zum unfreiwilligen Komplizen, doch ausgerechnet er, die personifizierte Untätigkeit, ist Dolls beste Chance zu überleben. Auch Nicky wird in den Rachefeldzug hineingezogen. Verkatert und voller dunkler Vorahnungen macht sie sich auf die Suche nach ihrem Freund. Wie Dev muss sie, um Doll zu retten, eine Entscheidung treffen.

„Wilde Häuser“ von Colin Barrett ist ein Roman mit skurrilen Charakteren und einem bissigen Humor.

Der Roman handelt von Kleinstadtganoven, Dealer, Schulden und Rache.
Colin Barrett entwirft ein atmosphärisch dichtes Porträt der irischen Provinz, das gleichermaßen düster wie tief berührend ist.

Die Charaktere sind skurril.
Da ist Dev, ein sanfter Riese, der unfreiwillig in die Machenschaften seines kriminellen Cousins hineingezogen wird, und die jungen Nicky, die verzweifelt versucht, ihren Platz in einer Welt voller Stillstand zu finden. Barrett zeichnet keine Helden, sondern echte Menschen mit Ecken und Kanten.

Colin Barrett entwirft ein atmosphärisch dichtes Porträt der irischen Provinz, das gleichermaßen düster wie tief berührend ist.

Der Schreibstil ist präzise und atmosphärisch.
Colin Barretts Sprache ist ein Genuss. Er schreibt mit einer Präzision, jedes Wort sitzt, jedes Bild setzt sich im Kopf fest.
Der Autor schafft es, die Tristesse der Kleinstadt Ballina so lebendig zu beschreiben, dass man den Regen förmlich auf der Haut spürt. Dabei verfällt er nie in Klischees, sondern findet für das Alltägliche eine ganz eigene, raue Poesie.

Trotz der harten Themen (Schulden, Entführung, Perspektivlosigkeit) ist das Buch überraschend humorvoll. Es ist dieser typisch irische, beißende Humor, der aus der Ausweglosigkeit geboren wird. Die Dialoge sind staubtrocken und voller schlagfertiger Boshaftigkeiten, die einen immer wieder laut auflachen lassen. Dieser Kontrast zwischen Gewalt und Witz verleiht der Geschichte eine enorme Dynamik.

„Wilde Häuser“ ist ein fesselnder Noir-Roman über Familie, Loyalität und die Enge der Provinz. Ein absolutes Highlight für alle, die literarische Qualität gepaart mit einer packenden Story suchen.

Teuflische Provence

Pierre Lagrange
Kriminalroman
297 Seiten
erschienen im S. Fischer Verlag
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den S. Fischer Verlag für das Rezensionsexemplar

Wie immer spannende Unterhaltung der Extraklasse

Klappentext:
An einem glutheißen provenzalischen Sommertag wird der Chorleiter des Klosters St. Gargas tot zwischen Lavendelsträuchern aufgefunden. Er wurde brutal zu Tode gefoltert. In seiner Hand findet man ein Blatt des ›Teufelsliedes‹, einer verbotenen alten Melodie, die in St. Gargas über Jahrhunderte unter Verschluss gehalten wurde. Ex-Commissaire Albin Leclerc ist klar: Die Lösung zu dem Fall liegt in dem Lied. Mit Hilfe der Handschriftenexpertin Camille Dumont versucht er, den geheimen Code der Musik zu entschlüsseln. Doch als weitere Morde geschehen, zeigt sich: Nichts ist, wie es scheint – und das bevorstehende Chorfestival könnte in einer Katastrophe enden.

„Teuflische Provence“ ist bereits der 14. Band der Reihe mit Commissaire Leclerc von Pierre Lagrange.

Der Autor lässt seine Leser*innen wieder in die Provence reisen.
Die Orte und die Liebe der Menschen zu ihrer Heimat beschreibt Pierre Lagrange wieder einmal sehr stimmungsvoll.

Die eigentlichen Ermittler sind die Polizisten Theroux und Castel. Sie sind mir aus den vorherigen Bänden gut bekannt und sehr sympathisch.
Theroux ist ein guter Ermittler, doch kommt es einem manchmal so vor, als stehe er auf der Leitung.
Es ist zum Schmunzeln, wenn die beiden genervt die Anrufe von Leclerc ignorieren und dieser immer wieder einen Weg findet, um an Informationen aus erster Hand zu kommen.

Leclerc sitzt, wie jeden Morgen, zusammen mit seinem Mops Tyson im Café von Matteo.
Hier kommen oft Streifenwagen vorbei und holen sich einen Kaffee. So erfährt Leclerc oft, was in der Umgebung passiert ist.
So auch heute, Leclerc erfährt von einem Mord im Kloster St. Gargas. Eigentlich war Leclerc schon lange nicht mehr in dem Kloster, was für eine Schande. Zusammen mit Tyson macht er sich auf den Weg zum Kloster. Wie üblich sind Theroux und Castel genervt den Ex-Commissaire wieder an einem Tatort zu sehen. Leclarc macht sich mit den Umständen vertraut und fängt seine eigenen Ermittlungen an.
So müssen die eigentlichen Ermittler wieder einmal feststellen, dass Leclerc ihnen um eine Nasenlänge voraus ist.

Pierre Lagrange erzählt die Geschichte spannend und mit etwas Humor.
Die Charaktere sind facettenreich und lebendig. Die Hauptcharaktere sind aus den vorherigen Bänden gut bekannt und mir schon lange ans Herz gewachsen.

„Teuflische Provence“ ist wieder ein gelungener Krimi. Ich freue mich jetzt schon auf Band 15.
Doch erst einmal startet eine neue Reihe von Pierre Lagrange „Madame Mort und der tote Onkel“ ist der 1. Band und erscheint am 07. Oktober 2026.
Aufmerksame Leser*innen kennen Madame Mort natürlich, es ist die Rechtsmedizinerin Dr. Berthe Saunier, die Leclerc immer mit Schokocroissants besticht. Ich freue mich schon auf das Buch.

Die schwimmende Buchhandlung von Venedig

Annabel French
Roman
371 Seiten
erschienen im dtv Verlag
Übersetzt aus dem Englischen von Anne Rudelt
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den dtv Verlag für das Rezensionsexemplar

Roman mit traumhaftem Setting

Klappentext:
Beth liebt ihr Leben in Venedig, doch als sie ihren Job verliert, ist sie am Boden zerstört. Bis sie zufällig auf einen zum Verkauf stehenden Bücherkahn stößt. Um ihre schwimmende Buchhandlung ›La Libreria delle parole‹ aufzubauen, braucht sie Hilfe – von Marco, einem leidenschaftlichen Kunstförderer. Zwischen den beiden funkt es sofort. Doch schaffen sie es, sich ihren Ängsten zu stellen?

„Die schwimmende Buchhandlung von Venedig“ ist der 2. Band der Trilogie „Love and the City“ von Annabel French.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht Beth. Beth ist eine sympathische junge Frau, die von England nach Venedig gekommen ist und dort in einer Gallery arbeitet. Ihre Stelle und ihre Wohnung werden von einer Stiftung finanziert, die jetzt allerdings das Geld für andere Zwecke benötigt. Kurz gesagt, Beth verliert ihre Stelle und muss sich auch eine andere Wohnung suchen.
Klar ist ihr, sie möchte gerne in Venedig bleiben. Da hört sie von einem alten Bücherkahn, der verkauft werden soll. Beth die immer sehr überlegt und strategisch handelt, kauft spontan die schwimmende Buchhandlung. Ihre Freundin Cesca, hilft beim Umbau der Barke. Als Beth, Cescas Bruder Marció kennenlernt, beginnen ihre Gefühle verrücktzuspielen.

Annabel Frenchn hat sympathische Charaktere entworfen. Natürlich Beth, die einen Neuanfang in Venedig sucht, ist mir besonders sympathisch. Es macht Freude, Beth zu begleiten und ihre Entwicklung mitzuerleben. Die Frau, die immer alles abwägt und sich in Schwarz oder Grau kleidet, handelt auf einmal spontan, aus dem Bauch heraus und sehnt sich nach mehr Farbe bei ihrer Kleidung.

Annabel French erzählt die Geschichte mit einer schönen Leichtigkeit und mit Gefühl.
Die Buchhandlung beschreibt die Autorin sehr anschaulich. Und was für einen schönen Namen die Buchhandlung hat. „ ›La Libreria delle parole“, „Die Bibliothek der Worte“.

Die Geschichte handelt von einem Neuanfang, von Zusammenhalt und von Liebe.
Ja, es wird auch romantisch in der Geschichte, auch wenn da erst einmal ein paar Hürden genommen werden müssen.

Annabel French hat einen erfrischenden, flüssigen und gut verständlichen Schreibstil.
Ich konnte das schon bald nicht mehr aus der Hand legen.

„Die schwimmende Buchhandlung von Venedig“ ist ein ganz bezaubernder Roman.
Ich freue mich schon auf den 3. Band „Das schwimmende Café von Kopenhagen, der schon im Juli erscheinen soll.

Ein guter Blick fürs Böse

Elisabeth Arnott
Kriminalroman
331 Seiten
erschienen bei Hoffmann & Campe
Übersetzt aus dem amerikanischen Englisch von Erika Licht
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

ielen Dank an Hoffmann und Campe für das Rezensionsexemplar

Drei Frauen und ein dunkles Geheimnis


Klappentext:
Kalifornien 1966: Auf den ersten Blick sind Margo, Bev und Elsie gewöhnliche Freundinnen, doch gewöhnlich ist nichts, seit ihre Männer als eiskalte Serienmörder überführt wurden und sich das Auge der Öffentlichkeit erbarmungslos auch auf sie richtet. Wie kann es sein, dass sie nichts von den Abgründen ahnten? Als das Böse nun, Jahre später, erneut zuschlägt und mehrere Frauen brutal ermordet werden, setzen die drei alles daran, den Täter zur Strecke zu bringen. So wird ihr größter Makel plötzlich zu ihrer stärksten Waffe – und sie, die dem Grauen hautnah kamen, lassen sich dieses Mal gewiss nicht blenden.

„Ein guter Blick fürs Böse“ von Elisabeth Arnott ist mehr ein spannender Gesellschaftsroman und gleichzeitig ein Krimi.

Im Mittelpunkt stehen die drei Frauen Margo, Beverly und Elsie. Sie haben sich angefreundet, obwohl sie eigentlich grundverschieden sind, aber ein dunkles Geheimnis verbindet sie, ihre Ehemänner sind Mörder.

Margos Ehemann Stephen ist ein erfolgreicher Politiker gewesen und wurde zum Serienmörder.
Elisabeths Mann ist ein Lehrer, aber auch er wurde zum Serienmörder.
Beverlys Mann Henry, war ein guter Vater und Ehemann. Auch er wurde zum Serienmörder.
Alle drei Männer wurden von der Polizei enttarnt und sitzen im Gefängnis.
Die Frauen hingegen sind den Blicken und der Verurteilung der Menschen ausgesetzt. Keiner glaubt ihnen, dass sie von den Umtrieben ihrer Männer nichts gewusst haben.

Jetzt wird eine tote Frau gefunden und die drei Frauen, die der Meinung sind, einen guten Blick für das Böse zu haben, nehmen sich vor den Mörder zu entlarven.

Elisabeth Arnott erzählt die Geschichte spannend. Man lernt die drei Frauen, die schließlich auch Opfer ihrer Ehemänner sind nach und nach kennen. Die drei Frauen sind recht unterschiedlich. Stück für Stück lernen die Leser*innen ihre Geschichte kennen.

Das Buch spielt in den 1960er-Jahren, was recht gut vermittelt wird. Besonders die damalige Stellung der Frauen kommt gut bei den Leser*innen an.
Auch bei den Ermittlungen spürt man, dass sie weit von der heutigen Zeit entfernt sind.

Elisabeth Arnott erzählt die Geschichte spannend. Die verschiedenen Perspektiven geben einen guten Einblick in das Leben der Charaktere.

Der Schreibstil von Elisabeth Arnott ist flüssig, gut verständlich und fesselnd. Ich habe das Buch an zwei Abenden verschlungen.

„Ein guter Blick fürs Böse“ ist ein Kriminalroman, auch für Leser*innen die nicht so gerne Krimis lesen.

Polarblut-Tödliches Leuchten

Tuva Brø
Kriminalroman
329 Seiten
erschienen im Gmeiner Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

ielen Dank an den Gmeiner Verlag für das Rezensionsexemplar.

Spannung aus Norwegen

Klappentext:
In der eisigen Dunkelheit von Tromsø erschüttert ein brutaler Mord die verschneite Idylle. Der erfolgreiche Tourismusunternehmer Glen Solberg wird vor seinem Haus tot aufgefunden, mit einem Kopfschuss aus nächster Nähe hingerichtet. Noch bevor Anta Thorsen und Hans Vigeland von der Polizei Tromsø Antworten finden können, geschieht ein zweiter Mord. Tief im Schnee, in einer abgelegenen Hütte, wird ein Mann in einen Hinterhalt gelockt und erstochen – ausgerechnet in einer Nacht, in der die Nordlichter besonders hell über den Himmel tanzen. Zwei Tote. Zwei Tatorte. Und es gibt nur stumme Zeugen: die Polarlichter.

„Polarblut – Tödliches Leuchten“ ist ein spannender Kriminalroman aus Norwegen von Tuva Brø.

Die Autorin nimmt ihre Leser*innen mit nach Norwegen, bis hin zum Polarkreis.
Hier geht die Sonne im Sommer nicht unter und im Winter ist es fast den ganzen Tag dunkel, dafür kann man immer wieder die herrlichen Polarlichter sehen.

Der Tourismusunternehmer Glen Solberg wird in ihrem Haus durch einen Kopfschuss ermordet. Anta Thorsen und Hans Vigeland von der Polizei Tromsø nehmen die Ermittlungen auf. Ihnen stehen die Polizisten Harald, Olav und Hedda zur Seite.
Bald schon gibt es einen zweiten Mord. Und die Ermittlungen laufen auf Hochtouren,
Doch die Ermittler haben es selten mit so brutalen Morden zu tun.

Tuva Brø erzählt die Geschichte mit viel Spannung. Die Atmosphäre ist durch die Dunkelheit im Winter recht düster. Einzig die Polarlichter bringen etwas Licht in die Dunkelheit.
Die Landschaft und die Polarlichter am Himmel werden von der Autorin anschaulich beschrieben.

Die Charaktere sind gut gezeichnet. Anta Thorsen und Hans Vigeland sind keine gesichtslosen Protagonisten, die Leser*innen lernen sie gut kennen und bekommen auch einen Einblick in ihr Privatleben.
Sie gefallen mir gut und haben viel Potenzial für weitere Fälle. Ich hoffe ja, dass es sich hierbei um den Auftakt einer Krimireihe handelt.

Tuva Brø hat einen flüssigen und gut verständlichen Schreibstil. Sie erzeugt Spannung, die sie auch über die gesamte Geschichte aufrechterhält.

„Polarblut – Tödliches Leuchten“ ist ein spannender Kriminalroman, der sich gut in die skandinavische Krimiwelt einreihen kann.

Und das Glück duftet nach Wolken und Meer

Susa Bartel
Roman
396 Seiten
erschienen im Droemer Knaur Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Droemer-Knaur Verlag für das Rezensionsexemplar

Ein Roman zum Eintauchen und Träumen

Klappentext:
Viele Jahre ist es her, dass die 33-jährige Kayla zuletzt in ihrer Heimat Irland war: Zu groß ist der Schmerz, den sie dort zurückgelassen hat. Denn ihre Mutter verschwand ohne ein Wort, als Kayla noch ein Kind war. Jetzt zwingt sie der plötzliche Tod ihres Vaters, ins beschauliche Old Quay zurückzukehren. Dort trifft sie nicht nur ihre geliebte Gran und ihre Sandkastenfreundin Maeve wieder, sondern auch ihren Bruder Logan, mit dem sie seit einem schlimmen Streit kaum gesprochen hat. Während langer Spaziergänge am Meer kehren endlich auch die schönen Erinnerungen zu Kayla zurück. Und sie begegnet dem jungen Witwer Nathan, der die zauberhafte Perfumery Wildflowers betreibt. Dann entdeckt Kayla etwas, das die Vergangenheit in neuem Licht erscheinen lässt …

„Und das Glück duftet nach Wollen und Meer“ ist eine Familiengeschichte mit einem Familiengeheimnis von Susa Bartel.

Im Mittelpunkt steht die 33-jährige Kayla, sie war lange nicht mehr in ihrer Heimat Irland. Zu viele schlechte Erinnerungen, zu großen Schmerz verbindet Kayla mit ihrem früheren Zuhause.
Doch der Tod ihres Vaters führt Kayla zurück und sie muss sich den Erinnerungen stellen.
Kayla trifft aber auch auf Menschen, die ihr viel bedeuten, wie ihre Gran und ihre Freundin Maeve. Aber auch ihrem Bruder, mit dem sie seit einem Streit nicht mehr gesprochen hatte, begegnet Kayla.
Und dann ist da der Witwer Nathan, der Licht in Kaylas Vergangenheit bringt.

Was für ein schönere Roma ist Susa Bartel da gelungen. Nach wenigen Seiten wurde ich ganz tief in die Geschichte reingezogen.

Die Charaktere sind liebenswert. Besonders Kayla mochte ich vom ersten Augenblick an. Sie lebt in Berlin, weder ihre Beziehung noch ihr Job laufen optimal. Jetzt muss sie wegen des Todes ihres Vaters nach Irland. Auch dort muss Kayyla sich den Widrigkeiten stellen.
Die Gefühle von Kayla, Wut, Trauer, Einsamkeit und Heimatgefühle werden deutlich vermittelt.

Susa Bartel beschreibt Irland sehr schön. Ich habe die langen Spaziergänge mit Kayla am Meer genossen. Ich konnte das Salz fast riechen.

Der Schreibstil von Susa Bartel ist flüssig und gut verständlich. Mich hat beim Lesen ein Fernweh ergriffen. Ich würde gerne einmal in das Irland von Kayla reisen.

„Und das Glück duftet nach Wollen und Meer“ ist ein wunderschöner Roman, der einen träumen lässt.

Mord ist die beste Beseitigung

Volker Klüpfel
Kriminalroman
341 Seiten
erschienen im Penguin Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Penguin Verlag für das Rezensionsexemplar

Humor trifft auf Spannung

Klappentext:

Wir unterbrechen das Programm für einen Reiseruf: Frau Gabriele Zorn, unterwegs mit einem blauen Audi in Richtung Süden, wird gebeten, sich sofort mit ihrem Ehemann in Verbindung zu setzen!«
Kaum hören Möchtegern-Schriftsteller Tommi und Putzfrau Svetlana den Reiseruf im Radio, rast die Gesuchte auch schon im Auto an ihrem Camper vorbei. Sofort heften sie sich an ihre Fersen und spüren den Wagen auf einem Rastplatz auf. Doch die Frau ist verschwunden. Natürlich wittert Svetlanas Spürnase sofort ein Verbrechen. Ehe Tommi sich’s versieht, stecken sie mitten in ihrem nächsten Kriminalfall. Dabei kommen sie nicht nur schier unglaublichen Verbrechen auf die Spur, sondern begeben sich auch tief in die Abgründe menschlicher Beziehungen. Als Tommi ein bisschen zu tief gräbt, gerät er plötzlich selbst in Lebensgefahr

„Mord ist die beste Beseitigung“ ist der 2. Band der humorvollen Krimireihe „Svetlana und Tommi ermitteln“ von Volker Klüpfel.
Der Autor ist wohl den meisten bekannt durch die kultige Krimireihe mit Kommissar Kluftinger, die er mit Michael Kobr schreibt. Hier jetzt der 2. Band seiner Solo-Reihe.

Dazu hat Volker Klüpfel die unterschiedlichsten Charaktere ins Rennen geschickt. Die ukrainische Putzfrau Svetlana ist einfach eine geniale Protagonistin.
Sie liebt russische Literatur und Sprichwörter. Ihr verdrehtes Deutsch wird so einmalig wiedergegeben, dass man immer wieder schmunzeln muss. Ich habe Svetlana gleich ins Herz geschlossen. Sie weiß auf alles eine Antwort und hat ein großes Herz.

Tommi ist ein Möchtegern-Schriftsteller. Nachdem er den Thriller, den er schreiben wollte, erst einmal zur Seite gelegt hat, möchte er sich jetzt im Genre Romantasy versuchen. Auch hier hat Thommi die haarsträubendsten Ideen.
Wegen einer Finanzflaute lebt er im Wohnwagen, den er von seinem Vater samt Putzfrau geerbt hat. Sein Vater ist in ein Altenheim gezogen und mischt da den Laden auf.
Tommi trauert immer noch seiner Freundin nach, die vorübergehende Auszeit dauert jetzt schon ein Jahr.

Zusammen mit Svetlana hört er einen Reiseruf und kurz darauf fährt er neben dem gesuchten PKW.
Als Svetlana und Tommi auf einen Parkplatz fahren, steht der Wagen der gesuchten Frau verlassen da. Von der Frau keine Spur.
Kurz darauf erscheint der Ehemann der vermissten Frau und bittet Tommi, nach der Frau zu suchen.

Bei seinem Krimi stellt Volker Klüpfel eindeutig den Humor in den Vordergrund. Man hat zu Beginn Zeit, sich wieder mit den Charakteren vertraut zu machen und die sind Volker Klüpfel auf einzigartige Weise gelungen. Das Miteinander zwischen Tommi und Svetlana ist freundschaftlich und herzlich. Svetlana ist zwar Tommis Putzfrau, aber ich würde sie eine Freundin nennen. Ohne sie wäre er doch manchmal völlig aufgeschmissen.
Nach einigen ruhigeren Kapiteln zieht der Autor das Tempo an und die Leser*innen sind genau wie die Charaktere mitten in einer Ermittlung.

Der Schreibstil von Volker Klüpfel ist flüssig und gut verständlich. Die Ermittlungen werden spannend und humorvoll geschildert.

Mir hat der 1. Band „Wenn Ende gut dann alles“ schon gut gefallen. Mit dem 2. Band „Mord ist die beste Beseitigung“ hat Volker Klüpfel noch einmal eine Schippe draufgelegt.