Franziska Jebens
Roman
352 Seiten
erschienen im S. Fischer Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an NetGalley für das Rezensionsexemplar
Wie eine warme Meeresbrise: Ein Roman wie eine Umarmung
Klappentext:
Alles hinter sich lassen und ans Ende der Welt flüchten, danach sehnen wir uns doch manchmal alle. Besonders dann, wenn wir mit unseren Kräften am Ende sind und uns fragen, wie es weitergehen soll. Die Erzählerin der Geschichte träumt nicht nur davon, sondern folgt dieser Sehnsucht. Auf der Suche nach sich selbst landet sie auf einer wilden Insel in der türkisblauen Ägäis, wo die Zeit anderen Gesetzen folgt. Dort trifft sie auf die naturverbundene Hera, die ihr zeigt, was es heißt, wirklich frei und ganz bei sich zu sein.
„Über der Brandung“ von Franziska Jebens ist eine Geschichte über einen Neuanfang.
Nea ist eigentlich eine geschätzte Schriftstellerin. Nur ihr aktueller Roman wird hart kritisiert.
Mit dem Leitsatz „Ich will kein gutes Ende, sondern einen neuen Anfang“ flüchtet sie sich auf eine Insel in der Ägäis. Dort angekommen verabschiedet Nea sich von den digitalen Medien.
Die Begegnung mit den Inselbewohnern gibt Nea neue Kraft. Auch aus der Natur schöpft Nea neue Kraft. Sie nimmt Flora und Fauna in sich auf.
Franziska Jebens hat großartige Charaktere zum Leben erweckt.
Nea, deren Namen die Leser*innen erst spät erfahren, durchläuft Stück für Stück eine beeindruckende Entwicklung.
Hera, eine sehr naturverbundene Frau, führt Nea langsam an die Kräuterheilkunde heran und unterstützt sie bei ihrem Neuanfang.
Auch Meltemi, die anhängliche Ziege, soll erwähnt werden. Sie weicht Nea kaum von der Seite.
Franziska Jebens hat einen flüssigen und gut verständlichen Schreibstil.
Die Autorin verwebt in ihrem Roman tiefgründige Themen, die weit über einen klassischen Urlaubsroman hinausgehen.
Die Geschichte greift das Gefühl der totalen Erschöpfung und Reizüberflutung unserer Leistungsgesellschaft auf. Das Digital-Detox dient hier als notwendige Medizin für die Seele.
Ein weiteres Thema ist die gegenseitige Unterstützung unter Frauen. Der Roman zelebriert weibliche Bindungen, gemeinsame Rituale (wie Vollmond-Rituale) und das gemeinsame Wachsen frei von Konkurrenzdenken.
Die Natur Griechenlands ist nicht nur Hintergrund, sondern Heilerin. Die Kräuterkunde und das Leben im Rhythmus der Gezeiten und Mondphasen zeigen einen Weg zurück zur eigenen Ursprünglichkeit.
Die bildhafte Erzählung von dem glitzernden Meer, dem Duft der Wildkräuter oder dem Prickeln des Salzwassers lässt schnell ein Kopfkino entstehen.
„Über der Brandung“ ist eine Geschichte über einen Neuanfang. Ich habe das Buch mit großer Freude gelesen.
