Sonnenberg

Brigitte Glaser
Roman
448 Seiten
erschienen im List Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an NetGalley für das Rezensionsexemplar

Interessanter und unterhaltsamer Roman

Klappentext:
Mitte der Siebzigerjahre ist Johanna die erste in ihrer Familie, die an die Uni geht. Mit ihrer Freundin Luzie zieht sie in eine WG nach Freiburg und genießt neue Freiheiten. Als wenig später ihr Vater stirbt, muss sie jedoch zurück nach Hause und den Winzerbetrieb der Eltern übernehmen. Gemeinsam mit ihrer Mutter und Großmutter bewirtschaftet sie den Hof am Kaiserstuhl. In einer Welt, in der weibliche Arbeitskräfte nur die Hälfte zählen, müssen die Frauen sich behaupten. Erst recht, als Johanna ein Kind bekommt und sich entschließt, es ohne Vater großzuziehen. Erst recht, als sie sich dem Widerstand der Winzer und Bauern, der Bürger aus Freiburg und der Region gegen ein in der Nähe geplantes Kernkraftwerk anschließt. Auch Luzie, die gerade von einer langen Marokkoreise zurück ist, ist an ihrer Seite. Und plötzlich sieht es so aus, als könne man zusammen etwas erreichen.

„Sonnenberg“ von Brigitte Glaser entführt seine Leser*innen in die 1970er Jahre.

Die Freundinnen Johanna und Luzie studieren beide in Freiburg und wohnen zusammen in einer WG. Doch nach einem Streit trennen sich ihre Wege.
Johanna muss nach dem Tod ihres Vaters zurück in den Schwarzwald, um den Winzerbetrieb zu übernehmen. Luzie zieht es für Forschungsarbeiten nach Marokko.
Mit Mutter und Großmutter arbeitet Johanna zusammen auf dem Hof der Familie. Als Johanna schwanger wird, entscheidet sie sich, das Kind ohne Vater großzuziehen.
Als in Wyhl ein Atomkernkraftwerk gebaut werden soll, regt sich Widerstand. Dem schließen sich auch Johanna und Luzie an.

Brigitte Glaser versetzt ihre Leser*innen in eine Zeit, in der die Frauen noch wenig Rechte hatten. Zum Glück gab es Frauen wie Johanna und Luzie, die ihre Rechte einforderten.

Brigitte Glaser hat hervorragende Recherchearbeit geleistet. Ich kann mich noch gut an die Zeit erinnern, als überall die Plakate „Atomkraft, nein danke“ hingen. Die Autorin spiegelt die Zeit des Widerstandes realistisch wider. Die Autorin lässt ihre Leser*innen an der Planung und Entwicklung des Kernkraftwerkes teilhaben.
Auch die politische Entwicklung wird interessant dokumentiert.

Die Charaktere sind lebendig und sympathisch.
Johanna und Luzie sind recht unterschiedlich und ergänzen sich gut.
Johann ist eher die Skeptikerin und Luzie hingegen die Planerin, die an die Zukunft glaubt.

Der Schreibstil von Brigitte Glaser ist wie gewohnt flüssig und gut verständlich.
Die Autorin verknüpft reale Hintergründe in eine fiktive Geschichte.
Wer wie ich, die 1970er Jahre erlebt hat, findet bekannte und interessante Hintergründe zu der Planung und Umsetzung des Kernkraftwerks Wyhl.
Die eingestreuten Worte im Dialekt des Schwarzwalds machen die Geschichte noch authentischer.

„Sonnenberg“ ist wieder ein interessanter und unterhaltsamer Roman von Brigitte Glaser.

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