Zwei vernünftige Erwachsene, die sich mal nackt gesehen haben

Anika Decker
Roman
461 Seiten
erschienen im dtv Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den dtv Verlag für das Rezensionsexemplar.

Wunderbar erzählte Geschichte

Klappentext:
Nina: bald fünfzig, geschieden, Mutter von zwei Kindern. Ihren Zustand beschreibt sie so: leichte Aggressionen, aufkommender Zynismus, Brustspannen. Nicht, dass sie ihrem Ex die Ehe mit der jungen Influencerin und »Zwillings-Mama« missgönnen würde, ihr sind lediglich einige Details aufgefallen, die in ihrem Kopf herumgeistern: ihre Anderthalb-Zimmer-Wohnung im Vergleich zur repräsentativen Villa ihres angeblich bankrotten Ex beispielsweise. Doch dann geschieht, was Nina nicht glauben will: Sie verliebt sich in den zwanzig Jahre jüngeren David und bringt damit ihre fragile Lebenskonstellation ins Wanken. Denn jeder hat eine Meinung dazu, inklusive sie selbst, und wenn sie glücklich werden will, muss sie ihr Leben neu aufrollen.

„Zwei vernünftige Erwachsene, die sich mal nackt gesehen haben“ ist der neue Roman von Anika Decker.

Für ihre Geschichte hat die Autorin die unterschiedlichsten Charaktere erschaffen.
Da ist Nina, sie ist Mutter von zwei Kindern, wird 50 und ist geschieden. Auf der Geburtstagsfeier der Zwillinge ihres Ex-Mannes trifft sie natürlich auf ihn und die stolze Zwillingsmutter Lulu. Ihr fallen die großen Unterschiede zwischen seinem und ihrem Leben auf und das macht sie nachdenklich. Er lebt in einer Villa, sie dagegen in einer 1,5 Zimmerwohnung. Er beschäftigt sich mit den Kindern, sie kann sich nicht daran erinnern, dass er bei ihren Kindern jemals auf der Schaukel gesessen hat.
Auf dieser Feier trifft Nina auch David. Er ist 20 Jahre jünger als Nina, doch er bringt sie ihr Leben durcheinander. Beide beginnen eine heiße Affäre.
Dazu gesellt sich noch Zeynep, die Freundin von Nina, mit der sie zusammen bei einer Film- Produktion arbeitet.
Auch Ninas Schwester Lena lernen die Leser*innen kennen. Sie setzt auf Statussymbole und Marken sind ihr sehr wichtig.

Das sind die wichtigsten Charaktere die, die Leser*innen begleiten. Alle sind auf ihre Weise liebenswert und es macht Freude sie zu begleiten.

Es entsteht eine wunderbare Geschichte um die Liebe und die Bedürfnisse eine fast fünfzigjährige Frau. Ihren Mann hat sie nicht verstanden, als er sich in eine jüngere Frau verliebt hat. Dass ihr so etwas selbst einmal passiert und sie sich in einen viel jüngeren Mann verliebt, damit hat sie nicht gerechnet.
Allerdings wird David von Ninas Schwester Lena abgelehnt was zu Zerwürfnissen führt. Als die Mutter der Schwestern erkrankt müssen sie sich zusammenraufen und Hilfe leisten.

Anika Decker erzählt die Geschichte so warmherzig, dass es die reinste Freude ist den Charakteren zu folgen. Die Leser*innen bekommen hautnah mit, wie sich die Protagonisten weiterentwickeln und ihre Stärken erkennen.
Die Geschichte geht aber auch in die Tiefe. Anika Decker, die sich in der Filmbranche sehr gut auskennt, macht auch sexuelle Belästigungen in eben dieser Branche zum Thema.

Anika Decker erzählt die Geschichte aus der Sicht von Nina, was sie den Leser*innen besonders nahebringt. Man bekommt ihre Gefühle und Gedanken hautnah mit.

Der Schreibstil von Anika Decker ist flüssig und gut verständlich. Die Autorin kann gut mit der Sprach umgehen. Das Buch hat so viele schöne Sätze, das man manchmal richtig seufzen muss.

„Zwei vernünftige Erwachsene, die sich mal nackt gesehen haben“ ist eine schöne Geschichte über die Liebe und über einen Neuanfang. Eine Geschichte, die mich begeistert hat.

Paradise Now – Das außergewöhnliche Leben des Karl Lagerfeld

William Middleton
Biografie
608 Seiten
erschienen im Steidl Verlag
Übersetzt aus dem Englischen von Ursula Wulfekamp
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Steidl Verlag für das Rezensionsexemplar

Das Leben einer Ikone

Zum Inhalt:
Karl Lagerfeld war eine Ikone in der Modewelt. Er war durch sein Äußeres sehr bekannt. Immer im Anzug, dunkler Sonnenbrille und Pferdeschwanz. Immer begleitet durch eine Entourage bestehend aus Assistenten,, Models und Stylistinnen

Karl Lagerfeld war für Modelabels wie CHANEL, Fendi und Chloé tätig.
Sein berufliches Leben war öffentlich. Sein privates Leben kannte kaum jemand.
William Middleton durfte Karl Lagerfeld öfter interviewen und lernte dadurch auch ein bisschen den privaten Menschen Karl Lagerfeld kennen.

„Paradise Now – Das außergewöhnliche Leben des Karl Lagerfeld“ ist eine Biografie über das Leben der großen Modeikone von William Middleton.
Schon die Gestaltung ist eines Karl Lagerfeld würdig. Da Buch ist in Leinen gebunden und die Texte werden mit zahlreichen Fotografien untermalt.

Neben seinem beruflichen Leben bekommen die Leser*innen auch ein Bild von dem privaten Karl Lagerfeld. Er war unheimlich belesen, besaß eine große Buchsammlung. Überhaupt war Karl Lagerfeld sehr interessiert an Kunst und war ein großer Sammler.

Auch wenn Karl Lagerfeld in Frankreich gelebt und die Kultur angenommen hat, hatte er doch nie seine deutschen Wurzeln vergessen.

William Middleton hat sehr gute Recherchearbeit geleistet und mit unzähligen Menschen gesprochen. Dadurch hat er den Menschen Karl Lagerfeld mit all seinen Facetten kennengelernt.

William Middleton lässt die Leser*innen teilhaben am Leben von Karl Lagerfeld.
Mit der Biografie „Paradise Now“ setzt er der Modeikone ein Denkmal.

Kalte Erlösung

Leo Born
Thriller
381 Seiten
erschienen bei Bastei Lübbe
Meine Bewertung:
5 von 5 Sterne

Ein Serienmörder geht um

Klappentext:
Kalter Herbstwind weht durch Frankfurts dunkle Straßenschluchten. Hier, zwischen glitzernden Wolkenkratzern und dem Elend des Bahnhofsviertels, ist das Revier der »Krähe«. Hier jagt Kommissarin Mara Billinsky einen psychopathischen Serienmörder, der seine scheinbar zufällig ausgewählten Opfer mit Stacheldraht zu Tode foltert. Als Mara eine heiße Spur zu dem Täter verfolgt, tritt ihr ein mächtiger Strafverteidiger in den Weg: ihr eigener Vater. Doch Mara lässt nicht locker – und bemerkt dabei nicht, wie sich im Hintergrund ein gewaltiger Sturm aus Rache und Verrat zusammenbraut.

„Kalte Erlösung“ ist schon der 9. Fall der Mara Billinsky Reihe von Leo Born.
Auch dieser Fall hat wieder alles was ein guter und spannender Thriller braucht.
Es ist eben ein echter Leo Born.

Mara Billinsky ist eine etwas eigensinnige Ermittlerin die sich von der Masse an Ermittlern die es in den zahlreichen Krimis und Thrillern gibt, deutlich abhebt. Sie hat Ecken und Kanten, ist stur aber vor allem hat sie Biss. Bei ihren Ermittlungen geht sie bis an die Grenze des Erlaubten und manchmal auch darüber hinaus. Aber deswegen lieben wir sie ja auch.
Durch ihr Äußeres, schwarz gefärbtes Haar, mit Kajal schwarz umrandeten Augen, schwarze Kleider und Tattoos stößt sie bei ihren Mitmenschen oft auf Ablehnung.
Mittlerweile hat sie sich bei der Polizei einen Namen gemacht. Aber nicht alle ihre Kollegen mögen Mara.

Bis vor kurzem hat Mara mit ihrem Kollegen Jan Rosen sehr gut zusammengearbeitet. Jan ist das genaue Gegenteil von Mara aber er ist auch ihr Ruhepol. Jan ist in die Abteilung für Internet-Kriminalität gewechselt. Seit dem ist Mara alleine auf weiter Flur. Aber sie ist sowieso kein Teamplayer.

Der oder besser die Fälle sind verzwickt. Mara scheint an mehreren Fronten zu kämpfen. In Frankfurt geht ein Serienmörder um. Seine Opfer scheinen keine Verbindung zueinander zu haben. Mara verzweifelt fast, denn sie kommt in dem Fall nicht weiter. Die einzige Verdächtige, die sie hatte, wurde von ihrem Vater aus der Untersuchungshaft geholt.

Auch die Suche vom internationalen Team nach Polaris geht weiter. Mara hat das Gefühl sie muss sich zerreißen, an allen Fronten kämpfen.
Dazu kommt noch ihr Privatleben mit dem Schwede Nordin, der ihr manchmal viel zu nah ist.
Dank der guten Recherche von Jan Rosen kommen sie Polaris ein Stückchen näher.


Leo Born hat wieder einmal eine spannungsgeladene Atmosphäre geschaffen. Dazu die herbstliche, kühle die auf der Stadt liegt und zusätzlich für ein Kribbeln sorgt.
Das Buch hat mich nach wenigen Seiten wieder in seinen Bann gezogen.
Die Kapitel sind recht kurz und enden oft mit einem Cliffhanger.
Wie oft habe ich gedacht nur noch ein Kapitel und dann….
Schlaf wird eh überbewertet. Ich habe es mir lieber mit „Kalter Erlösung“ und einem roten Sizilianer gemütlich gemacht.

Die Mara Billinsky Reihe ist für mich eine der zurzeit besten deutschen Thriller-Reihen.
„Kalte Erlösung“ wird somit auch wieder zu meinen Highlights des Jahres gehören.
Das Buch kann man auch lesen, wenn man die ersten Bände nicht kennt. Aber die Sucht wird irgendwann jeden befallen.

Jetzt heißt es wieder warten, bis der 10. Band der Reihe erscheint. Ich bin schon jetzt gespannt.

Pechstein sieht schwarz

Judith Bergmann
Kriminalroman
erschienen bei tolino media
Meine Bewertung:
5 von 5 Sterne

Vielen Dank an NetGalley Deutschland für das Rezensionsexemplar

Spannender Krimi mit außergewöhnlichen Ermittlern

Klappentext:
Pechstein, ehemals »sexiest KHK alive« und kürzlich erblindet, ist zurück im Dienst, jetzt allerdings in der neu gegründeten Einheit Cold Cases im LKA. Einzige Kollegin ist Natalia Becks, frühere Vorzeige-Polizistin im Karrieretief.In ihrem ersten Fall nehmen sie die Spur zweier Mädchen auf, die fünfzehn Jahre zuvor spurlos verschwanden. Während Pechstein sich hoch motiviert dem Fall widmet, wird Becks mit einem dunklen Geheimnis aus ihrer Vergangenheit erpresst. Die Suche nach dem Erpresser lässt ihr kaum Zeit für die Ermittlung. Allein kann Pechstein den Fall aber nicht lösen. Und so schwankt das Team zwischen Erfolgswillen, Chaos und Kooperation.

„Pechstein sieht schwarz“ ist ein spannender Krimi mit außergewöhnlichen Ermittlern von Judith Bergmann.

Im ersten Moment hat es den Anschein, als würden„ ausgediente Ermittler in die neu gegründete Cold-Case-Abteilung auf das Abstellgleis gesetzt werden. Um so spannender ist es zu lesen, wie die Ermittler die Fälle angehen und wie sie sich beweisen wollen.
Pechstein ist bekannt als gutaussehender KHK. Bei seinem letzten Einsatz hat er sein Augenlicht verloren. Jetzt 8 Monate später ist er zurück und wird in der Abteilung für Cold Case eingesetzt. Zusammen mit Natalia Becks bildet er das Team.
Natalie Becks ist als engagierte Kommissarin bekannt. Doch nach dem sie von einem Clan entführt wurde, leidet sie unter einer posttraumatischen Belastungsstörung. Auch Natalie wurde in die neue Cold Case Abteilung versetzt.
Im erste Fall den die beiden Bearbeiten, geht es um ein verschwundenes Mädchen.
Die Ermittler stecken viel Energie in den Fall doch die Hinweise gehen in verschiedene Richtungen. Natalie, die von Vergangenheit eingeholt wird, kann sich kaum auf ihre Arbeit konzentrieren. Pechstein fühlt sich alleingelassen auf weiter Flur. Er ist auf eine Zusammenarbeit angewiesen.

Es hat mir beim Lesen großen Spaß gemacht, zu erfahren, wie die beiden Ermittler sich zusammenraufen.
Beide fühlen sich aufs Abstellgleis gestellt, dabei unterschätzen sie die Arbeit an einem Cold Case. Zwar sind die Ermittler nicht so unter Zeitdruck wie bei aktuellen Ermittlungen. Aber auch hier werden Fortschritte erwartet.

Judith Bergmann macht den Leser*innen auch gut verständlich, was es bedeutet als Blinder seine Arbeit wieder aufzunehmen. Eine Arbeit, die nicht nur einen scharfen Verstand fordert, sondern auch ein scharfes Auge.

Der Schreibstil der Autorin ist flüssig, gut verständlich und fesselnd.
Die Charaktere eigenwillig und interessant.
Die Handlung und die Handlungsorte werden gut und spannend beschrieben.

Mir hat es Spaß gemacht Pechstein und Becks bei ihren Ermittlungen über die Schulter zu sehen.
Ich würde mich freuen die beiden Ermittler wiederzutreffen.

Die Schlottermoos Gespensterschule

L. T. Hoffmann
Illustriert von Sameena Jehanzeb
Kinderbuch
Altersempfehlung ab 8 Jahre
175 Seiten
erschienen bei BoD 
Meine Bewertung:
5 von 5 Sterne

Vielen Dank an L. T. Hoffmann für das Rezensionsexemplar

Eine lustige Gespenstergeschichte

Klappentext:
In der Schlottermoos-Gespensterschule steht die Abschlussprüfung bevor. Für die clevere Schülerin Zimbi bedeutet dies, ihren Traum endlich erfüllen zu können: sie will das gespenstischste Gespenst aller Zeiten werden! Dafür muss sie nur die Prüfung als Jahrgangsbeste abschließen.

Wäre da nicht ein Problem: Zimbi kann nicht gespenstern.

Gemeinsam mit dem weniger talentierten Gespensterschüler Dunggel und dem einsamen Rentner Pawel trainiert sie deshalb in der Menschenwelt, um ihre Fähigkeiten zu verbessern.

Doch während sie ihrem Ziel langsam immer näher kommt, hat sie das Gefühl, beobachtet zu werden. Sind sie etwa nicht die einzigen Gespenster in der Menschenwelt

„Die Schlottermoos Gespensterschule – Zimbis Prüfung“ von L. T. Hoffmann ist ein Buch empfohlen für Kinder ab 8 Jahren.
Ich finde, es ist das ideale Buch für die ganze Familie, denn ich habe das Buch auch mit großem Spaß gelesen.
Es macht Freude das Buch mit denn Kindern zusammenzulesen oder auch vorzulesen. Den welches Kind mag keine Gespenstergeschichten?

Wir begeben uns in die Welt der Fantasy und Gespenstergeschichten.
In der Schlottermoos Gespensterschule steht die Prüfung an. Nur was macht so ein Gespenst wie Zimbi, wenn es gar nicht Gespenstern kann?
Es geht zusammen mit dem Gespenst Dunggel in die Menschenwelt und versucht die tollsten Dinge. Dunggel ist aber auch kein besonders begabtes Gespenst. Was da alles passiert müsst ihr unbedingt lesen.

L. T. Hoffmann erzählt die Geschichte so, dass Kinder sie gut verstehen. Keine Angst, die Kinder werden sich nicht sehr gruseln aber oft laut und amüsiert Lachen.
Das kleine Gespenst Zimbi ist richtig liebenswert. Man fiebert richtig mit und wünscht dem Gespenst, dass es endlich richtig Gespenstern lernt.

Die Geschichte ist mit schönen Illustrationen versehen, die den Kindern die Geschichte noch näher bringen.
Der Schreibstil von L. T. Hoffmann ist kindgerecht und ihre Geschichte für Kinder spannend und humorvoll erzählt.

„Die Schlottermoos Gespensterschule – Zimbis Prüfung“ hat mir und meinen Enkeln große Freude bereitet. Ich würde mir mehr solche Gespenstergeschichten wünschen.


Salute – Die letzte Fahrt

Friedrich Kalpenstein
Kriminalroman
315 Seiten
erschienen im Edition M Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sterne

Vielen Dank an Friedrich Kalpenstein für das Rezensionsexemplar

Mörderischer Gardasee

Klappentext:
Als der ehemalige Kommissar und Neu-Barista Paul Zeitler frühmorgens an der Uferpromenade entlangspaziert, wird er auf einen Hundebesitzer aufmerksam, der in voller Montur ins Wasser springt. Grund dafür ist ein Körper, der leblos im See treibt. Doch für den Bootsbauer Vincenzo Morelli kommt jede Hilfe zu spät. Der charismatische Commissario Lanza aus Bardolino ist sich sicher, dass es kein Unfall war.

Da Morelli eine größere Menge Geld bei sich trug, ist die Verwunderung groß. Denn erste Ermittlungen ergeben, dass er hoch verschuldet war. Hat jemand dafür gesorgt, dass er seine Schulden nicht begleichen konnte?

„Salute – Die letzte Fahrt“ ist der 2. Band der Krimireihe „Ein Fall für Lanza & Zeitler“ von Friedrich Kalpenstein.

Friedrich Kalpenstein habe ich durch seine Krimireihe mit Kommissar Tischler kennen- und seine Bücher lieben gelernt.
Die neue Krimireihe, mit Handlungsort Gardasee gefällt mir auch sehr gut. Wer jetzt denkt, dass es am Gardasee ruhiger zugeht, der irrt. Auch hier hat wieder ein Mörder zugeschlagen.

Im Mittelpunkt steht Paul Zeitler. Er ist ehemaliger Kommissar, hat seinen Dienst bei der Polizei in Deutschland quittiert und ein Café in Bardolino am Gardasee eröffnet.
Dass er jetzt schon zum 2. Mal in einen Mordfall verwickelt ist, damit hätte er nicht gerechnet. Eigentlich hat Paul Zeitler nur geholfen die Leiche aus dem See zu ziehen.
Doch, die Katze lässt das Mausen nicht und genauso wenig kann Zeitler das Ermitteln lassen.

Paul Zeitler der ehemalige Kommissar aus Deutschland führt ein bei den Touristen beliebtes Café. Er wird von Leone immer mit den köstlichsten Backwaren beliefert. Mir ist beim Lesen das Wasser im Munde zusammengelaufen.
Paul Zeitler spricht nur ein paar Brocken Italienisch und kommt mit er deutschen Sprache erstaunlich gut zurecht. Klar, die meisten Touristen kommen aus Deutschland und seine Kollegen ringsum verstehen die Sprache auch.

Commissario Lanza mag es gar nicht, wenn Paul Zeitler sich in seinen Fall einmischt. Ich denke aber, er schätzt den Spürsinn von Paul Zeitler mittlerweile. Zumindest hört er den Theorien von Zeitler zu und nimmt sie in seine Ermittlungen auf.

Auch auf die Reporterin Antonia Romana treffen die Leser*innen wieder. Sie besucht Paul gerne in seinem Café und versucht etwas über den Fall zu erfahren.

Das ist das Personal, dass die Leser*innen hoffentlich über viele weitere Bände begleiten dürfen.

Der Handlungsort in dieser Reihe ist der Gardasee. Bei den Beschreibungen bekommt man richtig Fernweh.

Friedrich Kalpenstein baut in seinem Krimi schnell Spannung auf und es ist auch bis zum Ende ein Rätsel wer der Täter ist.
Mit seinem flüssigen und gut verständlichen Schreibstil, den er gerne mit einer Prise Humor würzt, fliegen die Seiten nur so dahin. Ich habe das Buch an zwei Abenden ausgelesen.

Jetzt freue ich mich schon auf den 3. Band „Salute – Das letzte Gebet“ der im Oktober erscheinen soll.

Lebensträume – Ärztin einer neuen Zeit

Svea Lenz
Historischer Roman
601 Seiten
erschienen im Goldmann Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an das Bloggerportal und den Goldmann Verlag für das Rezensionsexemplar.

Die Zeit nach dem 2. Weltkrieg

Klappentext:
Sommer 1961. Vicky und ihr Freund Achim leben in Ostberlin und studieren im Westen Medizin. Als mit dem Mauerbau all ihre Träume über Nacht zu platzen drohen, ergreifen sie die Flucht. Kurz darauf wird Achim verhaftet. Vickys großes Ziel ist die Chirurgie, doch der Berufseinstieg gestaltet sich schwieriger als gedacht. Die Flughafenambulanz in Frankfurt ist eine Notlösung und eine Männerwelt, in der sie sich durchbeißen muss. Zwischen aufregenden Einsätzen und Not-OPs kämpft sie für eine moderne Klinik und wird zur Hausärztin der Frankfurter Halbwelt. Und auch eine neue Liebe scheint auf sie zu warten. Doch Vicky hofft noch immer auf ein Wiedersehen mit Achim.

„Lebensträume“ von Svea Lenz zeigt auf wie der Bau der Mauer Leben verändert hat.

Vicky und ihr Freund Achim haben Lebensträume. Sie leben in Ostberlin und studieren in Westberlin. Doch durch den Bau der Mauer ist das über Nacht nicht mehr möglich. Vicky gelingt die Flucht in den Westen, sie gelangt nach Frankfurt, wo sie an der Flughafenambulanz arbeitet kann. Ihr Traum Chirurgin zu werden ist in weite Ferne gerückt.
Achim hatte nicht so viel Glück, er wurde bei der Flucht verhaftet.

Svea Lenz erzählt die Geschichte sehr authentisch. Handlungsort ist zum großen Teil Frankfurt am Main, meine Heimatstadt. Die Zeit der Handlung wird von der Autorin sehr gut widergespiegelt. Es ist die Zeit des Aufbruchs und der Veränderung. Die Menschen haben den Krieg hinter sich gelassen. Sie wollen wieder leben und was erleben. Die Frauen kämpfen für mehr Freiheit und mehr Rechte.

Die Charaktere, die Svea Lenz ins Leben gerufen hat, sind sympathisch. Vicky ist ein ganz bezaubernder Charakter. Sie ist eine mitfühlende Ärztin und ich habe sie gerne durch die Geschichte begleitet. Ich habe richtig mit Vicky mitgefühlt. Ihr privates Glück habe ich ihr so sehr gewünscht, doch Vicky muss einige Hürden überwinden. Auch ihren Freund Achim kann Vicky nicht vergessen.

Die Autorin hat sich intensiv mit dem Thema Operationen auseinandergesetzt. So sind die Leser*innen bei manchem Notfall hautnah dabei und erleben auch eine OP am Herzen.
Auch die politische Situation im Land bleibt nicht außen vor. In der Geschichte werden die Auschwitzprozesse und auch der Vietnamkrieg, der die Menschen in dieser Zeit beschäftigt hat, erwähnt.

Der Schreibstil von Svea Lenz ist flüssig und gut verständlich. Nach wenigen Seiten bin ich ganz tief in die Geschichte eingetaucht und konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen.

„Lebensträume“ ist ein wahres Lesevergnügen und hat mich tief in der Vergangenheit meiner Heimatstadt blicken lassen.

Lake – Das Haus am dunklen See

Riley Sager
Thriller
403 Seiten
erschienen im dtv Verlag
Übersetzt von Christine Blum
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den dtv Verlag für das Rezensionsexemplar

See des Grauens

Im Mittelpunkt steht Casey Fletcher. Sie ist Schauspielerin und stand bei ihrem letzten Auftritt im Theater alkoholisiert auf der Bühne. Das musst schief gehen. Jetzt hat sie sich im Haus ihrer Mutter am Lake Greene in Vermont vor den Journalisten versteckt. Rundum nur Stille, Natur und der dunkle See. Auch dort spricht Cassey dem Alkohol zu und sie beobachtet ein Paar auf der anderen Seite des Sees.
Das Paar scheint eine harmonische Beziehung zu haben, doch die wendet sich abgrubt in Streitigkeiten und eines Tages ist die Frau verschwunden. Cassey ist davon überzeugt, dass Tom seine Frau beseitigt hat.

„Lake-Das Haus am dunklen Ufer“ ist ein spannender Thriller von Riley Sager.

Die Geschichte beginnt ruhig. Man kann sich erst einmal gut mit Cassey vertraut machen. Die Lage des Hauses, die Stille und die Natur ergeben eine schöne Atmosphäre. Doch durch die Einsamkeit die Cassey erfasst und ihren Zuspruch zum Alkohol lauert im Untergrund etwas, dass man nicht fassen kann.

Die Geschichte wird aus der Sicht von Cassey erzählt. Das Buch ist eingeteilt mit Kapiteln die mit „Jetzt“ und mit „Davor“ überschrieben sind. „Jetzt“, erzählt die Gegenwart und die Leser*innen sind hautnah beim Geschehen dabei. „Davor“, erzählt natürlich, wie es zu dieser Situation kam. Ganz langsam nähern sich die beiden Erzählstränge an und geben eine große Geschichte.

Die Spannung steigert sich langsam aber stetig. Die Charaktere sind gut beschrieben und ihnen hängt zum Teil etwas Geheimnisvolles an.
Die Handlungsorte werden auch gut beschrieben. Vor allem der See ist immer gegenwärtig.
Die Geschichte nimmt immer wieder ungeahnte Wendungen an, was die Spannung natürlich steigert.

„Lake-Das Haus am dunklen Ufer“ war mein erster Thriller von Riley Sager doch bestimmt nicht der Letzte.

Gefährliches Spiel mit Homer

Faruk Međedović
Kurzgeschichte
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an Faruk Međedović für das Rezensionsexemplar

Ein Zusammentreffen und so viel mehr

Ein Zusammentreffen und so viel mehr

„Gefährliches Spiel mit Homer“ von Faruk Međedović erzählt von einem ungewöhnlichen Treffen zwischen Millman Perry, ein Forscher der Harvard Universität und dem Metzger Avdo Međedović.

Der Handlungsort der Geschichte ist Bijelo Polje in Monenegro.
Montenegro ist ein Land von dem ich wenig weiß und das in den vielen Büchern, die ich gelesen habe, nie zur Sprache kam. Ein Grund warum ich Interesse an diesem Büchlein hatte.

Faruk Međedović hat nicht zufällig den gleichen Nachnamen wie sein Protagonist. Der Autor erzählt hier die Geschichte seines Vorfahren.
Es ist das Jahr 1935, Millman Perry sucht eine Person, die, die Gedichte von Homer gesanglich vortragen kann. Da stößt er auf den eher ungebildeten Metzger und Dichter Avdo Međedović, der ihn durch seine Gesangskunst begeistert.
Die Geschichte ist eine Unterhaltung zwischen Millman Perry und Avdo Međedović.
Dabei zeichnet Faruk Međedović ein realistisches Bild von den Menschen und den Traditionen in Montenegro.
Das Treffen zwischen den zwei Protagonisten hat es wirklich gegeben. Der einzelne Wortlaut ist natürlich nicht überliefert. Hier war die Fantasie des Autors gefragt.
Faruk Međedović hat in seiner Geschichte Realität und Fiktion sehr eng verwoben so, dass man es nicht mehr zu trenne vermag.
Besonders gefällt mir die Sprache des Autors, die man als poetisch bezeichnen kann.

„Gefährliches Spiel mit Homer“ ist eine kurze Geschichte über ein Zusammentreffen, über Kunst und über alte Traditionen, die ich gerne gelesen habe.

Wenn die Vergeltung später kommt

Anna-Maria Aurel
Thriller
erschienen bei Anna-Maria Aurel
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an Anna-Maria Aurel für das Rezensionsexemplar

Späte Rache

Klappentext:
Der junge Architekt Greg Viguier fährt in einer Vorstadt von Marseille einen Fahrradfahrer nieder und begeht in Panik Fahrerflucht. Das Unfallopfer stirbt.
Greg weiß nichts davon, er versucht sich zu überzeugen, dass nichts passiert ist.
Doch dort draußen ist jemand, der Rache will und nicht aufgibt, bis er den Schuldigen findet.

Vier Jahre später arbeitet Greg in einem anderen Ort, er ist inzwischen verheiratet und hat einen zweijährigen Sohn.
Er genießt sein ruhiges Familienleben, den Unfall hat er längst verdrängt.
Bis der Drohbrief kommt. Und dabei bleibt es nicht.
Greg reagiert nicht, die Drohungen werden ernster. Und bald geschieht etwas sehr Dramatisches.

„Wenn die Vergeltung später kommt“ ist ein spannender Südfrankreich-Thriller von Anna-Maria Aurel.
Die Autorin ist mir durch ihre Reihe Mörderisches Südfrankreich und ihre Provence Krimis gut bekannt.

Im Mittelpunkt steht Greg Viguier. Greg hat einen Fahrradfahrer angefahren und Fahrerflucht begannen. Natürlich plagt ihn sein schlechtes Gewissen und er versucht sich mit vielen Ausreden zu beruhigen. Was Greg nicht weiß, der Fahrradfahrer stirbt. Nach einiger Zeit hat Greg den Unfall in das Hinterstübchen seines Gehirns gesperrt.
Mittlerweile lebt Greg auch an einem anderen Ort, er verheiratet und hat einen 2-jährigen Sohn. So sehr er sich auch in Sicherheit wiegt, ist da doch jemand der Rache üben will. Es fängt mit einem Drohbrief an, doch dabei bleibt es nicht.

Anna-Maria Aurel baut schnell Spannung auf. Nach dem Unfall und dem Tod des Fahrradfahrers Benjamin lässt sie die Geschichte gleich 4 Jahre nach vorne springen. Die Leser*innen lernen Greg, seine Frau und sein Sohn neu kennen. Aber sie lernen auch Benjamins Familie und seine Freunde kennen.
Dann bekommt Greg den ersten Drohbrief und es liegt etwas Düsteres in der Luft.
Die Leser*innen begleiten in verschiedenen Erzählsträngen Greg und seine Familie und die Mutter sowie die Freundin von Benjamin.
Wer will 4 Jahre nach dem Unfall Rache üben?

Anna-Maria Aurel erzählt die Geschichte atmosphärisch. Sie beschreibt die Handlungsorte anschaulich. Ihre Charaktere sind gut gezeichnet und lebendig.
Die Story wird sehr realistisch erzählt. Aus dem Täter wird ein Opfer. Greg wird bedroht und hat Angst um seine Familie.

Anna-Maria Aurel erzählt die Geschichte so, dass ich niemanden wirklich verurteilen kann. Greg hat einen bösen Fehler gemacht. Er gehört für seine Fahrerflucht bestraft das steht außer Frage. Doch konnte ich mir nicht verkneifen Mitleid für ihn zu empfinden.
Genauso geht es mir mit der anderen Seite. Die Familie, die Freunde sind wütend, auf den Menschen der Fahrerflucht begangen hat, und das mit Recht. Vielleicht könnte Benjamin noch leben, wenn früher Hilfe gekommen wäre.

Anna-Maria Aurel hat einen flüssigen, gut verständlichen und vor allem fesselnden Schreibstil.
Mit Spannung habe ich die Geschichte verfolgt und konnte wieder einmal das Buch kaum aus der Hand legen.

„Wenn die Vergeltung später kommt“ ist ein spannender Thriller, den ich mit Freude gelesen habe.