Die Geheimnisse von Rosewell Castle

Corina Bomann
Roman
574 Seiten
erschienen im Penguin Verlag
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Penguin Verlag für das Rezensionsexemplar

Fesselnd und atmosphärisch

Klappentext:
Als Isabel die beeindruckenden Hallen des schottischen Rosewell Castle betritt, spürt sie, dass hier ihre Chance auf ein neues Leben wartet. Absolviert sie die Ausbildung zur Butleresse erfolgreich, wird ihr Einlass gewährt in die glamouröse Welt der Lords und Ladys, sogar das Königshaus stünde ihr offen. Der Weg an die Spitze ist steinig, doch schon bald bietet ihr Garrett Hayes, der Musterschüler, seine Hilfe an. Dankend nimmt sie an, ohne zu ahnen, dass Garrett einen unmoralischen Plan verfolgt.
Eines Tages findet Isabel in der Bibliothek das Foto einer Frau, die ihrer verstorbenen Großmutter Bonnie erstaunlich ähnlich sieht, hatte ihre Großmutter etwa eine Schwester? Und was hatte diese mit Rosewell Castle zu tun? Isabel beginnt, Nachforschungen anzustellen, und stößt auf eine höchst dramatische Liebesgeschichte aus dem Jahr 1969, die enger mit ihrem eigenen Leben verwoben ist, als sie erahnt.

„Die Geheimnisse von Rosewell Castle“ ist der 1. Band einer Dilogie von Corinna Bomann.
Ich habe bisher alle Bücher von Corinna Bomann gelesen und mich schon auf den neuen Roman gefreut.

Diesmal entführt die Autorin ihre Leser*innen in die Welt der Butler und Butleressen. Rosewell Castle ist die Schule für angehende Rosewell Castle. Wenn man hier seinen Abschluss macht, steht einem die Welt des Adels offen.

Isabel hat ihre Arbeitsstelle verloren, auch ihr Freund hat sich von ihr getrennt. Jetzt braucht Isabel einen Neuanfang, und so bewirbt sie sich an der berühmten Schule, um eine Ausbildung als Butleresse zu machen.
Wenn man auf Rosewell Castle seinen Abschluss als Butler oder Butleresse schafft, steht einem die Welt der Häuser des Adels offen.
Der Weg dorthin ist steinig. Unterstützung findet Isabell durch den attraktiven Garrett Hayes.
Im Archiv der Bibliothek entdeckt Isabel ein Foto von einer Frau. Einer Frau, die ihrer verstorbenen Großmutter sehr ähnlich sieht.
Isabel fragt sich, ob ihre Großmutter eine Schwester hatte, die sie nicht kennt. Der Gedanke lässt Isabel nicht mehr los und sie stellt Nachforschungen an,

Die Geschichte hat zwei Handlungsstränge.
In der Gegenwart begleiten die Leser*innen Isabel in Roswell Castle und bei ihren Nachforschungen nach der Frau auf dem Foto.

Der zweite Handlungsstrang führt die Leser*innen in die Vergangenheit. Hier lernen wir Giselle kennen.
Die junge Frau bekommt eine Stelle als Hausdame auf Hallingham Hall.

Corinna Bomann erzählt die Geschichte wieder sehr unterhaltsam und fesselnd. Mir gefallen beide Handlungsstränge sehr gut. Wobei die Gegenwart im Vordergrund steht.
Die Leser*innen erfahren so einiges über die Ausbildung zum Butler oder zur Butleresse. Ich habe mir das nicht so schwierig vorgestellt. Aber klar, wenn man in einem hohen Hause arbeiten möchte, muss jeder Handgriff sitzen. Auch das Verhalten gegenüber den Arbeitgebern muss standesgemäß sein.

Auch die Vergangenheit um Giselle ist interessant. Auch sie hat es als Hausdame auf Hallingham Hall nicht einfach. Ich würde gerne noch mehr über Giselle erfahren.

Corinna Boman hat wieder großartigen Charakteren das Leben geschenkt.
Sie erzählt den Weg zweier Frauen unabhängig voneinander. Als Leser*in ahnt man natürlich, dass die Wege am Ende zusammenführen. Bis dahin ist allerdings noch ein weiter Weg.

Die Handlungsorte werden von Corinna Bomann anschaulich beschrieben. Ich konnte mir das ehrwürdige Rosewell Castle gut vorstellen.

Der Schreibstil von Corinna Bomann ist flüssig, gut verständlich und fesselnd.
Ich bin schnell, tief in die Geschichte eingetaucht und konnte das Buch kaum aus der Hand legen.

Jetzt bin ich auf die Fortsetzung gespannt.
„Die Schatten über Hallingham Hall“ wird im November erscheinen.

Die unbekannte Sally Hemings

Barbara Chase-Riboud
Roman
610 Seiten
Übersetzt aus dem amerikanischen Englisch von Werner Peterlich
erschienen im Diogenes Verlag
Meine Bewertung:
4 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Diogenes Verlag für das Rezensionsexemplar

Interessanter Roman, nicht ganz einfach zu lesen

Klappentext:
Über 200 Jahre wurde unter Verschluss gehalten, dass die wichtigste Frau an der Seite des dritten US-Präsidenten Thomas Jefferson seine Sklavin Sally Hemings war. Erst die international bekannte Künstlerin Barbara Chase-Riboud gab ihr mit diesem Roman eine Identität und ihre eigene Geschichte zurück. In ›Sally Hemings‹ zeichnet sie das Bild einer stolzen, eigenwilligen Frau, die statt Freiheit die Liebe wählte und zeitlebens um ihren Platz in Jeffersons Leben kämpfte.

„Die unbekannte Sally Hemings“ von Barbara Chase-Riboud, erzählt die Geschichte der Frau, die hinter dem US-Präsidenten Thomas Jefferson stand.

Im Mittelpunkt steht Sally Hemings, die wir zu Beginn als ältere Frau kennenlernen. Sie erzählt hier ihre Geschichte.
Sally kam schon als Kind mit ihrer Mutter und ihren Geschwistern auf die Plantage Monticello von Thomas Jefferson.
Als Sally Hemings 15 Jahre alt war, begann ihre Liebesbeziehung mit Thomas Jefferson. Im Laufe der Jahre bekam sie 7 Kinder von Jefferson. Die Beziehung zwischen Sally und Jefferson blieb unentdeckt. Auch ahnte niemand, dass Jefferson der Vater von Sallys Kindern ist.
Erst im Jahre 1998 bestätigte eine DNA-Analyse, was einige vermuteten.

Barbara Chase-Riboud erzählt die Geschichte recht umfangreich, mit einigen Zeitsprüngen.
Ich habe etwas gebraucht, um in die Geschichte reinzukommen. Man sollte diesem Buch auch die nötige Zeit geben.
Die ganzen familiären Verbindungen und Zugehörigkeiten sind auch nicht einfach zu verfolgen. Zum Glück ist dem Buch ein Stammbaum vorangestellt, der „die weisse Familie“ und einmal „die Sklavenfamilie“ aufzeigt. Ja, diese Unterschiede werden hier gemacht, denn Sally ist eine Sklavin und die Beziehung zwischen ihr und Jefferson bleibt geheim.

Barbara Chase-Riboud führt die Leserinnen in ein historisches Amerika, das diese hautnah erleben können. Als Leserin erfährt man viel über das Amerika der 1770er bis zu den 1830er Jahren. Die Zeit wird detailliert und interessant beschrieben.

Barbara Chase-Riboud lässt das Thema Sklaverei auferstehen und gibt auch hier detaillierte Beschreibungen.
Stellenweise ist das Buch eine lange Geschichtskunde, in der man viel Interessantes erfährt.

Der Schreibstil von Barbara Chase-Riboud ist nicht einfach zu lesen. Manchmal sind die Dialoge etwas sperrig. Doch mit der Zeit gewöhnt man sich daran. Bei mir war das Interesse, mehr über Sally zu erfahren, so groß, dass ich immer weiterlesen musste.

Sally Hemings ist ein sehr interessanter Charakter. Sie hat von Barbara Chase-Riboud die Aufmerksamkeit bekommen, die ihr als Frau an der Seite des US-Präsidenten Thomas Jefferson eigentlich auch zusteht.

Gretas Männer

Judith Reusch
Roman
erschienen bei List (Ullstein Verlag)
268 Seiten
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an Judith Reusch für das Rezensionsexemplar

große Leseempfehlung

Klappentext:
Greta war fünfmal verheiratet, und alle Ehemänner bis auf einen sind kurz nach der Hochzeit gestorben. »Die Bienenkönigin« nennt man sie in der Familie. Als ihre Enkelin Lola ihre kleine Tochter nach der unbekannten Großmutter benennt, bricht ein jahrzehntealter Familienkonflikt wieder auf. Warum hat Lolas Mutter Marie den Kontakt zu Greta abgebrochen? Neugierig besucht Lola die 87-Jährige und entdeckt hinter den Gerüchten eine Frau mit einer außergewöhnlichen Lebensgeschichte. Von den 1950er Jahren bis heute entfaltet sich ein bewegendes Panorama weiblicher Selbstbestimmung, tragischer Verluste und unerwarteten Glücks.

„Gretas Männer“ ist ein wundervoller Roman von Judith Reusch.

Im Mittelpunkt steht Greta. Sie war fünfmal verheiratet und vier ihrer Männer sind kurz nach der Hochzeit gestorben. Gerüchte haben sich um Greta gesponnen. Die Familie nahm Abstand von ihr. Jetzt hat Gretas Enkelin ihre Tochter nach ihrer Großmutter benannt und eine alte Geschichte wird aufgerollt.

Als Greta die Geburtsanzeige der kleinen Greta in der Zeitung liest, schreibt sie einen Brief an ihre gleichnamige Urenkelin. Dann nimmt die Geschichte ihren Lauf und lässt auch mich nicht mehr los.
Schon nach wenigen Seiten konnte ich dieses wunderbare Buch nicht mehr zur Seite legen.

Greta ist ein sympathischer Charakter, eine starke Frau, die so viel erlebt hat. Mir hat Greta sehr gut gefallen. Auch Lola, Gretas Enkelin, ist mir schnell ans Herz gewachsen. Sie teilt die Meinungen nicht, die sich die Familie über Greta gebildet hat. Besonders Marie. Lolas Mutter hat früh mit Greta gebrochen.
Lola hält nichts von Vorurteilen und möchte gerne die wahre Geschichte hören.
Und so lernen auch die Leser*innen Gretas Geschichte kennen.

Es geht um vier verstorbene Ehemänner. Um ein Leben mit vielen Schicksalsschlägen und um einen Mutter-Tochter. Konflikt, der seit Jahren brandet.

Judith Reusch erzählt Gretas Geschichte mit viel Gefühl. Es gibt Abschnitte die Greta erzählt, es gibt Rückblicke, Aufzeichnungen und Briefe.

Die Atmosphäre wechselt von unbeschwert und glücklich hin zu Trauer und Hilflosigkeit.

Judith Reusch hat einen angenehmen, klaren und fesselnden Schreibstil.
Mit „Gretas Männer“ hat die Autorin mich begeistert. Auch wenn es noch früh im Jahr ist, weiß ich jetzt schon, das Buch wird zu meinen Highlights 2026 zählen.

Ein Café voller Licht und Farben – Frühling auf Juist

Cara Lindon
Roman
231 Seiten
erschienen im Selfpublishing
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an Cara Lindon für das Rezensionsexemplar

Ein Wohlfühlroman

Klappentext:
Nela liebt ihr Leben auf Juist, es ist so überschaubar wie die Insel selbst. Im Café „Strandgut und Zimt“ duftet es nach Rhabarberkuchen, draußen ziehen die Möwen ihre Kreise, und für ihre Tochter Lotti hat sie einen sicheren Alltag geschaffen. Mehr erwartet sie nicht vom Glück. Bis eines Tages ein Mann im Türrahmen steht, der aussieht, als hätte ihn der Wind vom Strand hereingeweht.
Levin ist Künstler, vergisst beim Malen Zeit und Hunger und trägt ein Geheimnis mit sich, das er lieber verschweigt. Er sieht Dinge, die andere übersehen, besonders Nelas Strandgutkunst und das Leuchten in Lottis Blick. Zwischen Aquarellfarben, gesammeltem Strandgut und den ersten warmen Frühlingstagen wächst eine Nähe, die Nelas sorgfältig geordnetes Leben durcheinanderbringt.
Doch wo Licht ist, sind auch Schatten: Ein Anruf, ein Name aus der Vergangenheit, und Nela merkt, wie brüchig ihr neues Glück ist. Als ihr Ex-Mann auf der Insel auftaucht, muss sie sich entscheiden, ob sie dem Frühling traut – und der Liebe, die leise anklopft.

„Ein Café voller Licht und Farben – ein Frühling auf Juist“ ist der 2. Band der Reihe „Jahreszeiten auf Juist“ von Cara Lindon. Die Autorin hat mich schon mit vielen Büchern begeistert, und mit dieser neuen Reihe ist es ihr wieder gelungen.

Der Frühling kehrt langsam auf Just ein, die Tage werden länger und das Licht leuchtender.

In diesem Band stehen Nela und ihre Tochter Lotti im Mittelpunkt. Nela ist alleinerziehende Mutter, der Mann und Vater von Lotti hat die Familie verlassen. Er kam nicht damit zurecht, dass Lotti „anders“ ist. Dabei ist Lotti so ein liebes und lebensfrohes Kind. Sie mag keine Berührungen, da muss man Rücksicht darauf nehmen.
Nela hat sich vorgenommen, allein für Lotti zu sorgen.
Sie backt Kuchen für das Café „Strandgut und Zimt“ und hilft auch im Café.

Als Nela den Künstler Levin trifft, schlägt ihr Herz schneller. Auch Lotti findet schnell Zugang zu Levin.

Cara Lindon hat wieder einmal liebenswerte Charaktere das Leben geschenkt.
Mir sind Nela und Lotti ganz schnell ans Herz gewachsen.
Auch Levin ist ein liebenswerter Charakter.
Und natürlich treffen die Leser*innen auch wieder den Kater Kiesel aus dem Café und auch die Siamkatze Mopsi hat mein Herz erobert.

Die beiden Kater begrüßen die Leser*innen zu jedem neuen Kapitel.

Mit der Geschichte bekommt man einen guten Einblick, wie es auf Just aussieht, wenn der Frühling langsam auf die Insel kommt. Die Tage werden länger und die Luft ist milder.

Das Café ist ein warmer Ort, wo man gerne verweilt. Ich habe beim Lesen, den Geruch von frischgebackenem Rhabarberkuchen in der Nase gehabt.

Cara Lindon erzählt die Geschichte in einem warmen Ton. Man muss sich beim Lesen einfach wohlfühlen. Die kleine Liebesgeschichte ist einfach schön mitzuerleben.

„Ein Café voller Licht und Farbe – ein Frühling auf Juist“ ist genau das richtige Buch, um es sich mit einem Tee und vielleicht mit einem Stück Rhabarberkuchen gemütlich zu machen.

Jetzt freue ich mich schon darauf, wenn der Sommer auf Juist Einzug hält.

Abgrund

Robert Harris
Roman
501 Seiten
erschienen im Heyne Verlag
Übersetzt aus dem Englischen von Wolfgang Müller
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an das Bloggerportal und den Heyne Verlag für das Rezensionsexemplar

Ein interessanter Roman

Klappentext:
Sommer 1914. Die Welt am Rande der Katastrophe.

In London hat die 26-jährige Venetia Stanley, aristokratisch, klug, unbekümmert, eine Affäre mit Premierminister H. H. Asquith, einem Mann, der mehr als doppelt so alt ist wie sie. Er schreibt ihr wie besessen Liebesbriefe und teilt ihr die heikelsten Staatsgeheimnisse mit.

Während Asquith das Land unfreiwillig in den Krieg gegen Deutschland führt, untersucht ein junger Geheimdienstoffizier die widerrechtliche Enthüllung streng geheimer Dokumente und plötzlich wird aus einer intimen Affäre eine Angelegenheit der nationalen Sicherheit, die den Verlauf der politischen Geschichte verändern wird.

„Abgrund“ ist ein Roman von Bestsellerautor Robert Harris, den es jetzt als Taschenbuch gibt. Ich habe von Robert Harris schon einige Romane gelesen und bin immer wieder begeistert.

Die Geschichte spielt in der Zeit des 1. Weltkriegs.
H. H. Asquith ist zu Beginn bis 1916 Premierminister von Großbritannien.
Gerade am Anfang des Kriegs muss Großbritannien gegenüber Deutschland große Verluste hinnehmen.
Genau in dieser so brenzligen Zeit geht der Premierminister ein Verhältnis mit der wesentlich jüngeren Venetia Stanley ein. Venetia ist klug und bekommt von Asquith so einige Staatsgeheimnisse mit.

Detective Sergeant Paul Deemer, ist ein fiktiver Charakter wird in dieser Geschichte dazu eingesetzt, Spionagefälle aufzudecken.

Robert Harris versteht es gut, Realität und Fiktion fein zu verweben, sodass ein großes, kaum zu trennendes Ganzes entsteht.
In dieser Geschichte treffen die Leser*innen auf einige reale, aber auch auf einige fiktive Charaktere. Hier hätte ich mir ein Personenverzeichnis mit markierten realen Personen gewünscht.
Natürlich sind H. H. Asquith und auch seine Geliebte Venetia Stanley reale Persönlichkeiten. Der Autor konnte in einigen Briefen die Beziehung nachverfolgen. In die Geschichte fließen auch einige der Briefwechsel ein. Wie eng die Beziehung zwischen H. H. Asquith und Venetia Stanley war, ist nicht ersichtlich. Die Briefe sind sehr vertraut und doch distanziert.

Robert Harris konnte mich mit seinem Roman wieder einmal begeistern.
Die Leser*innen verfolgen nicht nur die Beziehung des Premierministers, sondern auch den Beginn des 1. Weltkriegs und seine Auswirkungen auf Großbritannien.

Die Charaktere, egal ob real oder fiktiv, wirken lebendig.
Es ist sehr interessant, sowohl die Beziehung zwischen H. H. Asquith und Venetia Stanley zu verfolgen. Aber auch der geschichtliche Hintergrund kommt nicht zu kurz.

Wie gewohnt ist der Schreibstil von Robert Harris flüssig, gut verständlich und fesselnd.
Ich habe auch dieses Buch wieder an 2 Abenden verschlungen.

Heimatsommer

Petra Durst-Benning
Roman
436 Seiten
erschienen im Blanvalet Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Blanvalet Verlag für Rezensionsexemplar

Wenn man fest zusammenhält, kann man fast alles schaffen

Klappentext:
Fleur liebt das Leben in Goldberg. Nirgendwo ist es so schön und idyllisch wie in ihrer Heimat. Doch alles gerät ins Wanken, als ihre Mutter Helene stirbt und die Zukunft des Weinorts auf dem Spiel steht. Zusammen mit ihrer besten Freundin Eleonore beschließt Fleur, für ihre Stadt zu kämpfen. Goldberg soll richtig aufblühen! In Schwung kommen ihre Pläne allerdings erst, als Jean-Claude, Koch und vielgereister Weltenbummler, in die Heimat zurückkehrt. Plötzlich liegt Hoffnung in der Luft und wird auch Fleurs Herz wieder eine Heimat finden?

Mit „Heimatsommer“ hat Petra Durst-Benning wieder einmal einen zeitgenössischen Roman veröffentlicht.
Petra Durst-Benning gehört zu meinen absoluten Lieblingsautorinnen, ich habe alle Bücher von ihr verschlungen. Egal ob historisch oder zeitgenössisch, ihre Bücher sind immer ein wahrer Lesegenuss.
Und wie kann es bei einem Buch der Autorin anders sein, auch „Heimatsommer“ hat mich sofort wieder in seinen Bann gezogen und wird ohne Zweifel wieder zu meinen Highlights des Jahres gehören.

Die Geschichte hat mich etwas an die Maierhofen-Reihe erinnert.
Auch in diesem neuen Roman steht eine kleine Stadt vor dem Aus.
Der Weinort Goldberg hat Probleme, überall fehlt das Geld. Auch die Weinbauern können von ihrem Ertrag nicht überleben. Jetzt ist der Verbleib der Winzergenossenschaft fraglich. Zumal der Kellermeister seine Stelle gekündigt hat und kein Nachfolger in Sicht ist. Zum Glück springt Jean-Claude ein, der eigentlich nur für kurze Zeit nach Hause gekommen war. Hat er früher immer kaum erwarten können, die kleine Stadt wieder zu verlassen, um in der weiten Welt als Koch zu arbeiten, fühlt er sich plötzlich wie zu Hause. Das liegt auch an Fleur, einer Freundin aus Kindertagen.
Gemeinsam rufen die Winzer das „Rebenbeben“ aus. Ein Weinjahr voller Events und schöner Erlebnisse. Die Bewohner von Goldberg rücken nah zusammen und viele packen mit an, um Goldberg schöner und bekannter zu machen.

Petra Durst-Benning versteht es, starke Charaktere zu erschaffen und ihnen Leben einzuhauchen.
Hier sind es gleich mehrere Charaktere, die mein Herz im Sturzflug erobert haben.

Als Erstes möchte ich Jean-Claude nennen. Er hatte einst Weinbau studiert, ist aber lieber als Koch durch die Welt gezogen. Jetzt ist er für ein paar Monate nach Goldberg gekommen, im Januar fängt er eine neue Stelle an. Doch Goldberg lässt Jean-Claude nicht mehr los. Er übernimmt die Kelter der Winzergenossenschaft und ist für den Wein verantwortlich.

Seine Mutter Agnes ist Witwe, auch ihr liegt das Kochen im Blut. Schließlich hat ihre Urgroßmutter Fabienne einst ein eigenes Gasthaus in Frankreich gehabt.
Agnes ist eine sympathische Frau, die nach dem Tod ihres Mannes das Gefühl hat, alles Versäumte nachholen zu müssen.

Eleonore ist die Tochter von Agnes und die Schwester von Jean-Claude. Als Landrätin setzt sie sich für Goldberg und das „Rebenbeben“ ein.

Schließlich ist da noch Fleur, die Tochter von Helene, der besten Freundin von Agnes. Gerade wurde ihre Mutter Helene beerdigt und Fleur kämpft noch mit der Trauer. Da ist das Engagement für das „Rebenbeben“ eine willkommene Ablenkung.

Es ist eine wahre Freude zu lesen, wie das Weinstädtchen zusammenrückt und fast alle Winzer begeistert von der Idee mit dem „Rebenbeben“ sind. Die Winzer lassen sich einiges einfallen, Picknick in den Weinbergen, ein Kinderweinberg, die Stadt wird mit Blumen an vielen Orten verschönert. Alt und Jung beteiligen sich an den einzelnen Events.

Nebenbei können die Leser*innen noch eine zarte Liebesgeschichte erleben, die wie ein zartes Pflänzchen wächst.

Für ihre Stammleser hat Petra Durst-Benning noch ein kleines Schmankerl in der Geschichte versteckt. So ist Agnes die Urenkelin von Fabienne und die Samen für die Bepflanzung des Ortes werden aus einem Samenkatalog aus Gönningen bestellt.
Beim Lesen hatte ich hier gleich ein Lächeln im Gesicht.

Petra Durst-Benning hat wie immer einen flüssigen und gut verständlichen Schreibstil. Nach wenigen Seiten war ich ganz tief in der Geschichte versunken.
Es ist für mich immer eine besondere Freude, ein Buch von der Autorin zu lesen. So wird auch diese Geschichte wieder lange in meiner Erinnerung bleiben.

Ein Ort der bleibt

Sandra Lüpkes
Roman
491 Seiten
erschienen im Rowohlt Verlag
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an Friedenauer Presse für das Rezensionsexemplar

Generationenroman

Klappentext:
Magdas Leben verändert sich mit einem Schlag: Ihr Mann Alfred, Botaniker in Münster, verliert 1933 seine Professorenstelle, weil er Jude ist. Als sich die Situation in Deutschland zuspitzt, packt die Familie Heilbronn ihre Koffer. Im fernen Istanbul lockt ein überraschendes Angebot: Republikgründer Atatürk will die Universitäten des Landes modernisieren, und am Bosporus soll ein prächtiger Botanischer Garten mit Pflanzen aus aller Welt entstehen. Also verstaut Magda im Gepäck auch Samen aus der westfälischen Heimat. Aber wird sie selbst in der Fremde neue Wurzeln schlagen?
Wenige Jahre später ist der Garten in der Altstadt von Istanbul ein blühender Ort der Wissenschaft. Die talentierte Botanikerin Mehpare kümmert sich als Alfreds Assistentin um Beete und Gewächshäuser. So vieles lässt sich in der Welt sammeln und erforschen nur Mehpares Gefühle bleiben unentdecktes Terrain. Bis sie nach einem tragischen Unglück den Boden unter den Füßen verliert.
Jahrzehnte später verschlägt es die junge Stadtplanerin Imke nach Istanbul. Sie soll eine Studie zur Zukunft des Botanischen Gartens erstellen und damit über das Schicksal dieses besonderen Ortes mitentscheiden. Doch sie ahnt nicht, dass sie dazu selbst aus dem Schatten treten muss.

„Ein Ort, der bleibt“ ist ein wunderschöner Roman in dem 3 Frauen im Mittelpunkt stehen, von Sandra Lüpkes.
Die drei Frauen Magda, Mehpare und Imke führen die Leser*innen durch diese wunderschöne Geschichte.

Magda ist die Ehefrau des Botanikers Alfred Heilbronn. Da Alfred Jude ist, verliert er 1933 seine Stelle an der Universität. Er folgt einem Angebot und reist mit seiner Familie in die Türkei, um dort einen Botanischen Garten anzulegen.
Magda unterstützt ihren Mann mit aller Kraft und sorgt dafür, dass die Familie in der Türkei heimisch wird.

Mehpare ist die Assistentin von Alfred. Unter Atatür, der das Land modernisieren möchte haben die Frauen mehr Rechte. Sie brauchen sich nicht zu verhüllen, dürfen sogar studieren. Mehparre saugt das Wissen von Alfred förmlich auf. Doch als ein Schicksalsschlag sie trifft, sucht sie Trost in den alten Ritualen ihres Landes.

Imke, ist die Protagonistin der Gegenwart. Sie ist Stadtplanerin in Münster. Jetzt soll sie den Botanischen Garten in Istanbul begutachten, der vor ca. 100 Jahren von dem deutschen Botaniker Alfred Heilbronn gestaltet wurde.

Die Geschichte hat zwei Zeitebenen. Einmal Folgen die Leser*innen Magda und Alfred Heilbronn auf ihrem Weg nach Istanbul. Dort beginnt ein kleines Paradies zu entstehen. Die Pflanzen wachsen und gedeihen und es ist eine n wahre Freude das als stiller Beobachter mitzuerleben.

In der Gegenwart begleiten die Leserinnen Imke nach Istanbul und sehen, was aus dem Botanischen Garten 100 Jahre später geworden ist.

Sandra Lüpkes erzählt die Geschichte eindrucksvoll. Es macht Freude den Charakteren zu folgen, egal ob in der Vergangenheit oder der Gegenwart.

Die Geschichte wird in einem ruhigen Tonfall erzählt. Die Charaktere sind sympathisch und lebendig. Jeder von ihnen hat sein Päckchen zu tragen und teilen ihre Ängste und Nöte mit uns Leser*innen.

Sandra Lüpkes hat einen bildhaften Schreibstil. Bei mir hat schnell ein Kopfkino eingesetzt. Den Botanischen Garen in all seiner Pracht habe ich deutlich vor mir gesehen.

„Ein Ort, der bleibt“ ist eine Geschichte über Generationen, die von Neubeginn und Hoffnung erzählt. Mich hat die Geschichte beeindruckt.

Löwenmutter

Hera Lind
Roman
502 Seiten
erschienen im Heyne Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Geschichte nach einer wahren Begebenheit

Klappentext:
München, 1985: Die junge Claudia Baumgartner lernt den sieben Jahre älteren Flötisten Florian Moser kennen und lieben. Das junge Paar bekommt Fünflinge, die als Frühchen auf die Welt kommen. Zwei der Babys sterben nach wenigen Monaten. Claudia kämpft wie eine Löwin, um ihrer Familie das optimale Zuhause zu bieten. Sie bekommt noch eine weitere Tochter, Julia, und nimmt ein Pflegekind auf, das türkische Mädchen Merve. Doch Florian, der eine bipolare Störung hat, wird zunehmend aggressiv, hat Affären und zwingt Claudia zu mehreren Umzügen quer durch die ganze Republik. Ausgerechnet im Umzugsunternehmer Didi findet Claudia einen treuen Freund und später einen verlässlichen neuen Partner, als sie sich endlich von Florian trennt. Didi ist es schließlich auch, der Claudia eine späte Heimat schenkt, mit dem Kauf des Hauses in Bergheim, in dem sie sich einst am wohlsten fühlte.

Hera Lind erzählt in ihrem neuen Roman „Die Löwenmutter“ wieder eine Geschichte nach einer wahren Begebenheit.

Ich lese sehr viel und manchmal denkt man, man hat über fast alles schon gelesen.
Die Geschichten von Hera Lind sind so unterschiedlich wie die Menschen, von denen die Autorin erzählt.

Im Mittelpunkt steht Claudia, die mit dem Flötisten Florian Moser ihr Glück gefunden hat. Nur der ersehnte Nachwuchs mag sich nicht einstellen. Nach einer Hormonbehandlung bekommt Claudia dann Fünflinge, die zu früh das Licht der Welt erblicken. Hier fängt Claudias Kampf an, denn sie kämpft um das Leben ihrer Kinder. Zweimal verliert sie, denn zwei der Fünflinge sterben nach wenigen Monaten. Mit diesem Leid muss Claudia allein fertigwerden, Florian ist mit einem Orchester auf Reisen.
Als sie noch einmal schwanger wird und ein Mädchen bekommt ist die Familie komplett.
Zusätzlich nimmt die Familie noch ein Pflegekind auf. Claudia tut alles, um der Familie ein gutes Heim zu bieten. Doch Florian verwandelt sich immer mehr. Aus dem einst geliebten Mann wird ein Tyrann. Immer wieder treibt er die Familie zu einem Umzug an. Von Treue hält Florian auch nicht mehr viel. Doch er kann Claudia immer wieder bezirzen und sie glaubt ihm auch noch. Doch eines Tages lernt sie eine neue Liebe kennen und sucht noch einmal ihr Glück.

Hera Lind konnte für ihre Geschichte in ausführlichen Schriften von Claudia stöbern.
Die Autorin erzählt Claudias Geschichte berührend und gleichzeitig dramatisch ist.

Mir war Claudia schnell sympathisch. Ihr ist nichts wichtiger als ihre Familie und dieser ein liebevolles Heim zu schaffen.
Doch Florian machte es seiner Frau schwer. Zu Beginn war auch Florian mir sympathisch, doch im Laufe der Geschichte ging eine Veränderung in ihm vor, die ich nicht mochte.
Ich habe mit Claudia gelitten und immer gehofft, dass sie die Ausweglosigkeit sieht und nicht immer wieder von Florians Worten überzeugt wird.

Hera Lind erzählt die Geschichte schonungslos und ehrlich.
Auch wenn es ein Roman ist und die Autorin mit ihrer künstlichen Freiheit die Geschichte vielleicht etwas verfremdet hat, kommt die Geschichte sehr authentisch und ehrlich bei mir als Leserin an.

„Die Löwenmutter“ ist eine klare Leseempfehlung von mir.
Eine Geschichte die man so schnell nicht vergisst.

Wilde Häuser

Colin Barrett
Roman
erschienen im Steidl Verlag
Übersetzt aus dem Englischen von Claudia Glenewinkel und Hans-Christian Oeser
250 Seiten
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Steidl Verlag für das Rezensionsexemplar

Kleinstadtganoven in der irischen Provinz

Klappentext:
Es ist das wichtigste Wochenende des Jahres. Während sich Ballina im Westen Irlands auf ein großes Fest vorbereitet, verschwindet Doll English nach einem Streit mit seiner Freundin Nicky spurlos von einer Party. Sketch und Gabe Ferdia, Kleinstadt-Gauner mit einem Hang zu roher Gewalt, haben den Jugendlichen entführt. Dessen älterer Bruder, der örtliche Dealer Cillian hat seine Schulden nicht bezahlt. Ihr Cousin Dev scheint den Ferdias der ideale Gastgeber für die Geiselnahme zu sein, denn der sanftmütige Riese führt in ländlicher Abgeschiedenheit ein Leben unter dem Radar. Dev wird zum unfreiwilligen Komplizen, doch ausgerechnet er, die personifizierte Untätigkeit, ist Dolls beste Chance zu überleben. Auch Nicky wird in den Rachefeldzug hineingezogen. Verkatert und voller dunkler Vorahnungen macht sie sich auf die Suche nach ihrem Freund. Wie Dev muss sie, um Doll zu retten, eine Entscheidung treffen.

„Wilde Häuser“ von Colin Barrett ist ein Roman mit skurrilen Charakteren und einem bissigen Humor.

Der Roman handelt von Kleinstadtganoven, Dealer, Schulden und Rache.
Colin Barrett entwirft ein atmosphärisch dichtes Porträt der irischen Provinz, das gleichermaßen düster wie tief berührend ist.

Die Charaktere sind skurril.
Da ist Dev, ein sanfter Riese, der unfreiwillig in die Machenschaften seines kriminellen Cousins hineingezogen wird, und die jungen Nicky, die verzweifelt versucht, ihren Platz in einer Welt voller Stillstand zu finden. Barrett zeichnet keine Helden, sondern echte Menschen mit Ecken und Kanten.

Colin Barrett entwirft ein atmosphärisch dichtes Porträt der irischen Provinz, das gleichermaßen düster wie tief berührend ist.

Der Schreibstil ist präzise und atmosphärisch.
Colin Barretts Sprache ist ein Genuss. Er schreibt mit einer Präzision, jedes Wort sitzt, jedes Bild setzt sich im Kopf fest.
Der Autor schafft es, die Tristesse der Kleinstadt Ballina so lebendig zu beschreiben, dass man den Regen förmlich auf der Haut spürt. Dabei verfällt er nie in Klischees, sondern findet für das Alltägliche eine ganz eigene, raue Poesie.

Trotz der harten Themen (Schulden, Entführung, Perspektivlosigkeit) ist das Buch überraschend humorvoll. Es ist dieser typisch irische, beißende Humor, der aus der Ausweglosigkeit geboren wird. Die Dialoge sind staubtrocken und voller schlagfertiger Boshaftigkeiten, die einen immer wieder laut auflachen lassen. Dieser Kontrast zwischen Gewalt und Witz verleiht der Geschichte eine enorme Dynamik.

„Wilde Häuser“ ist ein fesselnder Noir-Roman über Familie, Loyalität und die Enge der Provinz. Ein absolutes Highlight für alle, die literarische Qualität gepaart mit einer packenden Story suchen.

Die schwimmende Buchhandlung von Venedig

Annabel French
Roman
371 Seiten
erschienen im dtv Verlag
Übersetzt aus dem Englischen von Anne Rudelt
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den dtv Verlag für das Rezensionsexemplar

Roman mit traumhaftem Setting

Klappentext:
Beth liebt ihr Leben in Venedig, doch als sie ihren Job verliert, ist sie am Boden zerstört. Bis sie zufällig auf einen zum Verkauf stehenden Bücherkahn stößt. Um ihre schwimmende Buchhandlung ›La Libreria delle parole‹ aufzubauen, braucht sie Hilfe – von Marco, einem leidenschaftlichen Kunstförderer. Zwischen den beiden funkt es sofort. Doch schaffen sie es, sich ihren Ängsten zu stellen?

„Die schwimmende Buchhandlung von Venedig“ ist der 2. Band der Trilogie „Love and the City“ von Annabel French.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht Beth. Beth ist eine sympathische junge Frau, die von England nach Venedig gekommen ist und dort in einer Gallery arbeitet. Ihre Stelle und ihre Wohnung werden von einer Stiftung finanziert, die jetzt allerdings das Geld für andere Zwecke benötigt. Kurz gesagt, Beth verliert ihre Stelle und muss sich auch eine andere Wohnung suchen.
Klar ist ihr, sie möchte gerne in Venedig bleiben. Da hört sie von einem alten Bücherkahn, der verkauft werden soll. Beth die immer sehr überlegt und strategisch handelt, kauft spontan die schwimmende Buchhandlung. Ihre Freundin Cesca, hilft beim Umbau der Barke. Als Beth, Cescas Bruder Marció kennenlernt, beginnen ihre Gefühle verrücktzuspielen.

Annabel Frenchn hat sympathische Charaktere entworfen. Natürlich Beth, die einen Neuanfang in Venedig sucht, ist mir besonders sympathisch. Es macht Freude, Beth zu begleiten und ihre Entwicklung mitzuerleben. Die Frau, die immer alles abwägt und sich in Schwarz oder Grau kleidet, handelt auf einmal spontan, aus dem Bauch heraus und sehnt sich nach mehr Farbe bei ihrer Kleidung.

Annabel French erzählt die Geschichte mit einer schönen Leichtigkeit und mit Gefühl.
Die Buchhandlung beschreibt die Autorin sehr anschaulich. Und was für einen schönen Namen die Buchhandlung hat. „ ›La Libreria delle parole“, „Die Bibliothek der Worte“.

Die Geschichte handelt von einem Neuanfang, von Zusammenhalt und von Liebe.
Ja, es wird auch romantisch in der Geschichte, auch wenn da erst einmal ein paar Hürden genommen werden müssen.

Annabel French hat einen erfrischenden, flüssigen und gut verständlichen Schreibstil.
Ich konnte das schon bald nicht mehr aus der Hand legen.

„Die schwimmende Buchhandlung von Venedig“ ist ein ganz bezaubernder Roman.
Ich freue mich schon auf den 3. Band „Das schwimmende Café von Kopenhagen, der schon im Juli erscheinen soll.