Rosen im Asphalt

Felicitas Fuchs
Historischer Roman
410 Seiten
erschienen im Heyne Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Zwei Leben – eine Freundschaft

Klappentext:
Linda kommt 1956 in einem Hamburger Krankenhaus zur Welt. Ihre Mutter lässt sie dort schon kurz nach der Geburt zurück. Das Mädchen wächst bei den Großeltern und in Heimen auf, in Armut und ohne Sicherheit, bis sie ein Zuhause findet, in dem sie gefördert wird. Im selben Jahr wird Irmi in Köln in geboren. Ihre Familie ist wohlhabend, aber ihre Mutter ist krank und überfordert. Daher kommt sie zunächst zu Verwandten ins Ausland. Als der Vater sie sechs Jahre später zurückholt, spricht Irmi kein Deutsch und fühlt sich in der eigenen Familie fremd. Zwei Mädchen aus Welten, die gegensätzlicher kaum sein könnten. Doch als Irmi Linda in einem dramatischen Moment das Leben rettet, werden sie unzertrennlich. Ihre Freundschaft trägt sie durch fünf Jahrzehnte bundesdeutscher Geschichte, geprägt von Verlusten, Hoffnungen und Neubeginnen.

„Rosen im Asphalt“ ist ein sehr bewegender Roman von Felicitas Fuchs.
Von Felicitas Fuchs habe ich schon einige Bücher gelesen und wurde nie enttäuscht. Auf das neue Buch war ich schon gespannt.

Die Geschichte erzählt von zwei ganz unterschiedlichen Frauen, die eine Freundschaft verbindet, die über viele Jahrzehnte hält.

Die Geschichte beginnt 1956. Hier wird Linda in Hamburg geboren. Da die alkoholkranke Mutter das Mädchen im Krankenhaus zurücklässt, wächst Linda bei ihren Großeltern, in Heimen und Pflegefamilien auf, was immer auch einen Ortswechsel bedeutete.
Überall herrscht Armut und Linda erfährt wenig Zuneigung. Doch ihr ist noch ein sicheres Zuhause gegönnt. Linda kommt zu einer Pflegefamilie, bei der sie behütet und gefördert wird.

Im gleichen Jahr wird Irmi in Köln geboren. Ihre Familie ist wohlhabend, aber die Mutter ist krank und kann sich nicht um das Kind kümmern. So wächst Irmi in Amsterdam bei Verwandten auf. Der Vater holt Irmi erst mit sechs Jahren nach Hause. Das Kind fühlt sich in ihrem Zuhause fremd, kennt die Eltern ja nicht mehr und die deutsche Sprache kann Irmi auch nicht.

Die beiden so unterschiedlichen Mädchen treffen im Gymnasium aufeinander. Trotz ihrer so unterschiedlichen Geschichte und sozialen Verhältnisse freunden sich die Mädchen an. Es wird eine Freundschaft, die Jahrzehnte überdauert.

Felicitas Fuchs schickt ihre Leserinnen auf eine Reise durch sechs Jahrzehnte. Die Geschichte teilt sich in zwei Handlungsstränge auf. Einmal verfolgen die Leserinnen das Leben von Linda und einmal das von Irmi.
Die Mädchen wachsen auf verschiedene Weise auf. Irmi ist privilegiert, kommt aus einer wohlhabenden Familie. Aber auch ihr fehlt die Mutter und deren Zuneigung.

Felicitas Fuchs erzählt die Geschichte sehr realistisch. Man ahnt, wie prägend die Kinderjahre sind und wie sie später noch Einfluss auf das Erwachsenenleben haben.
Auch wird die Zeit der Handlung sehr realistisch widergespiegelt.

Die Charaktere sind sehr lebendig und man hat schnell den Eindruck, sie persönlich zu kennen.
Es ist schön, die Entwicklung von Linda und Irmi mitzuerleben. Man lernt sie praktisch bei der Geburt kennen und begleitet sie 60 Jahre.
Man erlebt eine Freundschaft, wie es sie selten gibt. Die Mädchen und später Frauen halten fest zusammen. Dabei kommt es immer wieder zu einem Stillstand in der Freundschaft. Beruf und Partner nehmen das Leben der Frauen ein. Doch wenn sie sich dann nach längerer Zeit wiedersehen, ist die alte Vertrautheit sofort wieder spürbar. Das bedeutet Freundschaft.

Felicitas Fuchs erzählt die Geschichte sehr fesselnd. Ich bin schnell tief in die Geschichte versunken und konnte das Buch kaum aus der Hand legen.
Dabei ist der Schreibstil der Autorin flüssig, gut verständlich und wortgewandt.

„Rosen im Asphalt“ ist ein Buch, das mich sehr beeindruckt hat.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert