Die unbekannte Sally Hemings

Barbara Chase-Riboud
Roman
610 Seiten
Übersetzt aus dem amerikanischen Englisch von Werner Peterlich
erschienen im Diogenes Verlag
Meine Bewertung:
4 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Diogenes Verlag für das Rezensionsexemplar

Interessanter Roman, nicht ganz einfach zu lesen

Klappentext:
Über 200 Jahre wurde unter Verschluss gehalten, dass die wichtigste Frau an der Seite des dritten US-Präsidenten Thomas Jefferson seine Sklavin Sally Hemings war. Erst die international bekannte Künstlerin Barbara Chase-Riboud gab ihr mit diesem Roman eine Identität und ihre eigene Geschichte zurück. In ›Sally Hemings‹ zeichnet sie das Bild einer stolzen, eigenwilligen Frau, die statt Freiheit die Liebe wählte und zeitlebens um ihren Platz in Jeffersons Leben kämpfte.

„Die unbekannte Sally Hemings“ von Barbara Chase-Riboud, erzählt die Geschichte der Frau, die hinter dem US-Präsidenten Thomas Jefferson stand.

Im Mittelpunkt steht Sally Hemings, die wir zu Beginn als ältere Frau kennenlernen. Sie erzählt hier ihre Geschichte.
Sally kam schon als Kind mit ihrer Mutter und ihren Geschwistern auf die Plantage Monticello von Thomas Jefferson.
Als Sally Hemings 15 Jahre alt war, begann ihre Liebesbeziehung mit Thomas Jefferson. Im Laufe der Jahre bekam sie 7 Kinder von Jefferson. Die Beziehung zwischen Sally und Jefferson blieb unentdeckt. Auch ahnte niemand, dass Jefferson der Vater von Sallys Kindern ist.
Erst im Jahre 1998 bestätigte eine DNA-Analyse, was einige vermuteten.

Barbara Chase-Riboud erzählt die Geschichte recht umfangreich, mit einigen Zeitsprüngen.
Ich habe etwas gebraucht, um in die Geschichte reinzukommen. Man sollte diesem Buch auch die nötige Zeit geben.
Die ganzen familiären Verbindungen und Zugehörigkeiten sind auch nicht einfach zu verfolgen. Zum Glück ist dem Buch ein Stammbaum vorangestellt, der „die weisse Familie“ und einmal „die Sklavenfamilie“ aufzeigt. Ja, diese Unterschiede werden hier gemacht, denn Sally ist eine Sklavin und die Beziehung zwischen ihr und Jefferson bleibt geheim.

Barbara Chase-Riboud führt die Leserinnen in ein historisches Amerika, das diese hautnah erleben können. Als Leserin erfährt man viel über das Amerika der 1770er bis zu den 1830er Jahren. Die Zeit wird detailliert und interessant beschrieben.

Barbara Chase-Riboud lässt das Thema Sklaverei auferstehen und gibt auch hier detaillierte Beschreibungen.
Stellenweise ist das Buch eine lange Geschichtskunde, in der man viel Interessantes erfährt.

Der Schreibstil von Barbara Chase-Riboud ist nicht einfach zu lesen. Manchmal sind die Dialoge etwas sperrig. Doch mit der Zeit gewöhnt man sich daran. Bei mir war das Interesse, mehr über Sally zu erfahren, so groß, dass ich immer weiterlesen musste.

Sally Hemings ist ein sehr interessanter Charakter. Sie hat von Barbara Chase-Riboud die Aufmerksamkeit bekommen, die ihr als Frau an der Seite des US-Präsidenten Thomas Jefferson eigentlich auch zusteht.

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