Schokoladenblut

Radka Denemarková
Historischer Roman
568 Seiten
erschienen bei Hoffmann & Campe
Übersetzt aus dem amerikanischen Tschechischen von Eva Profousová
Meine Bewertung:
4 von 5 Sternen

ielen Dank an Hoffmann und Campe für das Rezensionsexemplar

Eine Zeitreise durch das 19. Jahrhundert

Klappentext:
Mitte des 19. Jahrhunderts sitzt die Schriftstellerin Božena Němcová in ihrer kleinen Schreibstube und verfasst mit schwerer Hand ein patriotisches Märchen, an dessen Botschaft sie selbst nicht glaubt. George Sand, ihre französische Zeitgenossin, konnte sich den Zwängen der Konventionen widersetzen und schreibt mit leichter Feder Romane. Auf der anderen Seite des Atlantiks gründet J.D. Rockefeller, der erste Milliardär der Weltgeschichte, sein Imperium auf einem dickflüssig-braunen Rohstoff. In ihrem neuen Meisterwerk erzählt Radka Denemarková auf fulminante Weise die Geschichte des 19. Jahrhunderts und seiner Protagonisten: weltumspannend, hochaktuell, brillant.

„Schokoladenblut“ ist eine interessante Zeitreise durch das 19. Jahrhundert von Radka Denemarková.
Im Mittelpunkt stehen die französische Schriftstellerin George Sand, die durch Männerkleidung und ein freies Leben die patriarchalen Normen ihrer Zeit herausfordert.
Die Schriftstellerin Božena Němcová, deren Werke heute noch zu den vielgelesenen Klassikern gehören.
Und J. D. Rockefeller als männliches Gegenstück.
Im Laufe der Geschichte tauchen immer weitere Namen bekannter Persönlichkeiten auf, wie z. B. Karolina Svetlá und George Eliot.

Die Handlung des Romans entfaltet sich als ein dichtes Bild, das das 19. Jahrhundert mit der Gegenwart verknüpft.

Die Frauen in diesem Roman stehen für das Ungleichgewicht zwischen Mann und Frau. J. D. Rockefeller steht für Macht, Geld und Kapitalismus, der sich auf dem Rücken der Frauen, Armen und der Kolonien aufbaut.

Radka Denemarková hat ein gewaltiges Werk (568 Seiten) in einer gewaltigen Sprache veröffentlicht.
Die Charaktere werden gut beschrieben. Einige der Protagonisten sind historisch überlieferte Persönlichkeiten, andere sind fiktive Figuren. Der Roman hat sehr viele Protagonisten, die im Laufe der Geschichte ihren Auftritt haben. Manche bleiben länger, manche geben nur ein kurzes Gastspiel. Hier wäre ein Personenverzeichnis mit kurzen Angaben zu den Personen hilfreich gewesen.

Der Schreibstil der Autorin ist gut verständlich, allerdings manchmal etwas sperrig. Ich habe Zeit zum Lesen gebraucht, die man dem Werk auch unbedingt zugestehen sollte. Die vielen Themen, die das Buch umfasst, und seine Komplexität fordern die volle Aufmerksamkeit der Leser*innen.

„Schokoladenblut“ ist kein leichter Roman, aber ich bin froh, mich auf dieses Werk eingelassen zu haben.

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