Klein aber tot

Joe Fischler
Kriminalroman
298 Seiten
erschienen im Rowohlt Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an de Rowohlt Verlag für das Rezensionsexemplar

Mord in Knuffingen

Klappentext:
Willkommen in Knuffingen, der malerischen Miniaturwelt zwischen Harz und Alpen, ein Ort, der vor allem eines ist: überschaubar. Und friedlich. Zumal die Knuffinger gar nicht ahnen, dass sie Teil eines berühmten Miniaturuniversums sind. Doch die Idylle trügt, denn plötzlich steht Kommissar Jojo Wunder vor einem Riesenproblem. Friedrich Frank, Journalist und berüchtigter Schmähkritiker, wird ermordet aufgefunden. Der Tote hatte mehr Feinde als Freunde, was den Fall nicht leichter macht. Und ausgerechnet die Menschen, die Jojo am nächsten stehen, geraten unter Verdacht: seine heimliche Liebe, die undurchschaubare Blumenhändlerin Liora Märklin und seine eigene Mutti, deren Restaurant Frank zuvor vernichtend verrissen hat. Als Jojo sie verhaften soll, ist für ihn endgültig Schluss mit lustig.

„Klein aber tot“ ist der erste Band der Knuffingen-Krimis von Jo Fischler.
Von Jo Fischler habe ich schon die humorvolle Arno Bussi-Reihe gelesen und natürlich die Thriller, die er unter dem Namen Jan Beck veröffentlicht.

Für die Knuffingen-Reihe hat Jo Fischler wieder einmal recht skurrile Charaktere erschaffen.
Jojo Wunder ist der einzige Kommissar in Knuffingen. Eigentlich geht es dort auch eher gemütlich zu. Doch als der Journalist Friedrich Frank ermordet aufgefunden wird, gehören alle die zum Kreis der Verdächtigen, über die der Journalist böse Kritiken geschrieben hat. Dazu gehören auch Jojos Mutter und die Blumenhändlerin Liora Märklin, auf die Jojo ein Auge geworfen hat.
Eine verzwickte Situation, die Jojo einiges abverlangt.

Jo Fischler. Besticht hier wieder mit seinem unverwechselbaren Humor. Schon die Idee, die Miniaturwelt Knuffigen als Handlungsort zu wählen, ist genial.
So sind dann auch die Charaktere. Facettenreich, skurril und sympathisch.

Der Schreibstil von Jo Fischler ist flüssig, gut verständlich und fesselnd.
Neben dem Humor kommt natürlich auch die Spannung nicht zu kurz. Es ist ein Mord aufzuklären und gleichzeitig ist ein Brandstifter unterwegs, der es auf das Schloss abgesehen hat.

„Klein aber tot“ ist ein humorvoller Krimi, der mir wunderbare Lesestunden geschenkt hat.

Hotel Sacher: Das Geheimnis von Zimmer 313

Thomas Brezina
Kriminalroman
256 Seiten
erschienen bei edition a
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an edition a für das Rezensionsexemplar

Vergangenheit und Gegenwart gekonnt miteinander verknüpft

Klappentext:
1900 macht Anna Sacher das Hotel über die Grenzen des Landes hinaus bekannt. Die Geschäftsfrau, ständig begleitet von ihren zwei Bulldoggen, widersetzt sich allen Konventionen. Was nur die wenigsten wissen: In einem besonderen Zimmer zieht sie sich stets zurück, um ihre Zigarren zu rauchen. Mehr als hundert Jahre später steigen im Sacher die Reichen und Schönen ab. Doch in einem Zimmer geschehen merkwürdige Dinge. Es ist das alte Zimmer von Anna Sacher. Was steckt dahinter?

„Hotel Sacher: Das Geheimnis von Zimmer 313“ von Thomas Brezina ist ein Kriminalroman, der die Geheimnisse der Vergangenheit mit in die Gegenwart bringt.
Von Thomas Brezina liebe ich die historische Krimireihe „Kaiserin Elisabeth ermittelt“. Auf sein „Hotel Sacher“ war ich gespannt.

Wer kennt es nicht, das weltberühmte Hotel Sacher und die gleichnamige Torte?
Die Geschichte hat zwei Zeitebenen.
Einmal die Vergangenheit, hier lernen die Leser*innen Anna Sacher kennen, die das Hotel berühmt gemacht hatte.
Anna Sacher hatte 1926 eine Schatulle, von der niemand was wusste, in ihrem Zimmer, in dem sie gerne ihre Zigarren geraucht hatte, hinterlegt. Die Schatulle darf erst in 100 Jahren geöffnet werden.

Die 2. Zeitebene ist dann die Gegenwart. Die Journalistin Allegria Boran soll über das hundertjährige Geheimnis berichten.
Hier ändert sich die bisher lockere und leichte Atmosphäre und wird düster und geheimnisvoll. Man ahnt, dass hier etwas zutage kommt, was besser im Verborgenen geblieben wäre.

Thomas Brezina erzählt die Geschichte unterhaltsam und fesselnd. Beide Zeitebenen haben so ihre Stärken. Es war spannend und interessant, 100 Jahre zurückzuschauen. Aber auch die Gegenwart hatte einiges zu bieten, und zwar ein 100 Jahre altes Geheimnis.

Thomas Brezina verwebt gekonnt die Vergangenheit mit der Gegenwart. Dabei ist sein Schreibstil locker, unterhaltsam und fesselnd.
Die Seiten sind nur so davongeflogen.

„Hotel Sacher: Das Geheimnis von Zimmer 313“ ist ein spannender und unterhaltsamer Kriminalroman, den ich mit Freude gelesen habe.

Totenfrau – Der Rausch

Bernhard Aichner
Thriller
334 Seiten
erschienen im Rowohlt Verlag
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an de Rowohlt Verlag für das Rezensionsexemplar

Keine Ruhe für die Totenfrau

Klappentext:
Brünhilde Blum. International gesuchte Mörderin. Liebevolle Mutter zweier Töchter. Seit Monaten auf der Flucht. In Hamburg will sie zur Ruhe kommen, einen Neuanfang wagen, und fast, so scheint es, gelingt es ihr auch. Ausgestattet mit einer neuen Identität und etwas Geld wohnt sie mit ihren Töchtern in einem wunderschönen Fischerhäuschen an der Elbe und arbeitet als Aushilfe in einem Bestattungsinstitut. Alles ist gut. Bis zu dem Tag, an dem sie für ihr neues Leben bezahlen muss, denn der Mann, dem sie das neue Glück zu verdanken hat, fordert ein, was sie ihm versprochen hat. Sie soll für ihn jemanden töten. Das Problem dabei ist nur, dass es sich um einen Menschen handelt, der ihr sehr ans Herz gewachsen ist.

„Totenfrau – Der Rausch“ ist der 3. Band der Totenfrau-Reihe von Bernhard Aichner.
Zum TV-Start im Free-TV hat der Rowohlt Verlag die Reihe noch einmal neu aufgelegt.
Ich habe schon einige Bücher von Bernhard Aichner gelesen. Jetzt habe ich mir die Totenfrau-Reihe vorgenommen. Nachdem der 1. Und 2. Band ein richtige Pageturner waren, musste ich auch den 3. Band unbedingt lesen.

Brünhilde Blum wird immer noch als Mörderin gesucht. Doch inzwischen hat sie eine neue Identität und lebt mit ihren Kindern in Hamburg, wo sie Ruhe finden möchte.
Brünhilde arbeitet als Aushilfe in einem Bestattungsunternehmen, was bei ihr ja naheliegt.
Doch schon wieder wird sie aufgefordert jemanden zu töten.

Bernhard Aichner hat einen unverwechselbaren Schreibstil. Seine kurzen und prägnanten Sätze sagen so viel aus.
Seine Charaktere werden sehr lebendig dargestellt.
Blum ist eine außergewöhnliche Protagonistin. Schon im 1. Und 2. Band hat sie mich richtig überwältigt. Sie ist zwar die Böse, bringt Menschen um, trotzdem mag ich die Protagonisten.
Jetzt hätte ich ihr einmal Ruhe gegönnt, Bernhard Aichner allerdings nicht.

Bernhard Aichner baut von der 1. Seite an Spannung auf. Der Autor lässt die Geschichte zwar ruhig anfangen aber als Leser*in weiß man, dass ist die Ruhe vor dem Sturm. Und der Sturm setzt schon bald ein.

Auch der 3. Band „Totenfrau – Der Rausch“ ist ein spannender Thriller, den ich wieder mit Freuden gelesen habe.
Jetzt warte ich sehnsüchtig auf den 4. Band, „Totenfrau – Die Rückkehr“, der am 18.09.erscheinen soll.

Die Therapeutin und ihre Mörder: Dr. Pat Philipps und der tote Klient

Philippa Perry
Kriminalroman
349 Seiten
erschienen im Ullstein Verlag
Übersetzt aus dem Englischen von Elke Link
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Ullstein Verlag für das Rezensionsexemplar

Ein Krimi der ruhigeren Art

Klappentext:
Mit Toten ist man in Westlinke vertraut; die Seven Sisters, weiße, ziemlich hohe Kalksteinklippen, ein Hotspot für traurige Seelen, die ihrem Leben ein Ende setzen wollen. Ermordete hingegen, die gibt es so gut wie nie in diesem verschlafenen Landstrich an der südenglischen Küste. Für die Polizei ist der Fall Henry Clayton deshalb klar: Selbstmord. Eine Theorie, mit der Pat Philipps so gar nichts anfangen kann. Und sie muss es schließlich wissen. Immerhin war sie Henrys Therapeutin. Und für sie kann er nur auf einem Weg die Klippen hinabgestürzt sein kann: Er wurde gestoßen. Aber bei DS Stevens beißt sie mit ihrem Ansatz auf Granit. Also muss sie wohl selbst ermitteln: mit scharfem Blick für die menschlichen Schattenseiten, einem kratzbürstigen Kater und einem Nachbarn mit fatalen Likör-Ideen. Im Gegensatz zur Polizei stellt Pat die richtigen Fragen und findet Antworten, die sie selbst gefährlich nahe an den Abgrund bringen.

„Die Therapeutin und ihre Mörder: Dr. Pat Philipps und der tote Klient“ ist das Krimidebüt und gleichzeitig der 1. Fall für die Psychotherapeutin Pat Philipps von Philippa Perry.

Die Psychotherapeutin Dr. Pat Philipps muss erfahren, dass ihr Patient Henry Clayton Selbstmord begangen hat. Er hat sich von den Seven Sisters gestürzt. Pat, die ihren Patienten besser zu kennen glaubt, zweifelt die Theorie des Selbstmordes an. Doch DS Stevens, für den der Fall klar und schnell abgeschlossen ist, lässt sich von den Zweifeln der Therapeutin nicht beeindrucken.
Also bleibt der Psychotherapeutin nichts anderes übrig, als auf eigene Faust zu ermitteln. Hilfe bekommt sie von ihrem besten Freund Pritchard.

Philippa Perry ist selbst Psychotherapeutin, so liegt es nahe, den Krimi auch von der psychologischen Seite anzugehen.
Ihre Protagonistin Dr. Pat Philipps ermittelt so auch nicht im klassischen Sinn. Sie überzeugt durch Beobachtungsgabe und zieht auf psychologische Art ihre Schlüsse. Bald hat sie einen Verdächtigen, damit ist der Fall aber noch lange nicht gelöst.

Philippa Perry erzählt den Fall in einem ruhigen Ton. Die Charaktere sind gut gezeichnet. Mir gefallen Pat Philipps und auch ihr Freund Pritchard gut.
Die Geschichte lebt von den Dialogen und dem Humor, der immer wieder eingestreut wird.

Der Handlungsort, die englische Küste, wird anschaulich beschrieben.
Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und gut verständlich.

„Die Therapeutin und ihre Mörder: Dr. Pat Philipps und der tote Klient“ ist ein Cosy-Krimi der mich gut unterhalten hat.

Der Code der Antagonisten

Ute Sommer
Thriller
erschienen im Selfpublishing
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an Ute Sommer für das Rezensionsexemplar

Hoch aktuell

Klappentext:
Deutschland 2036. Die Regierung plant die vollständige Automatisierung aller Finanzämter durch Künstliche Intelligenz. Ein Projekt, das die Zukunft der Arbeit neu schreiben soll und hunderttausend Menschen den Arbeitsplatz kosten wird.
Die Hauptfiguren. Die brillante KI-Forscherin Elena Hartmann und der machthungrige Unternehmensberater Alexander von Hohenfeld verkörpern gegensätzliche Weltanschauungen, verfolgen aber dasselbe Ziel: den Regierungsauftrag, um jeden Preis zu gewinnen. Doch bald steht für beide mehr auf dem Spiel als nur ein prestigeträchtiges Projekt: ihre Karrieren, ihre Visionen und ihre engsten Beziehungen.

„Die Codes der Antagonisten“ von Ute Sommer ist ein Wirtschaftsthriller mit einem aktuellen Thema.

Der Thriller führt die Leser*innen in die Zukunft, und zwar in die Jahre 2036 und 2037.
Die KI hat sich weiterentwickelt und droht, immer mehr Arbeitsplätze zu vernichten.
So sollen nun auch die Finanzämter gänzlich automatisiert werden.
Das führt zu Widerständen und Sabotage.

Das Herzstück des Romans ist das psychologische Duell zwischen den beiden Hauptfiguren, die als personifizierte Gegenpole agieren und dennoch dasselbe Ziel verfolgen.

Elena Hartmann ist eine brillante KI-Forscherin. Sie brennt für den technologischen Fortschritt und die logische Perfektion. Sie verkörpert den idealistischen, wenngleich oft kühlen Glauben an die Optimierung der Welt durch Algorithmen. Im Laufe der Handlung gerät ihre rationale Fassade jedoch ins Wanken, als sie mit den realen, existenziellen Konsequenzen ihrer Arbeit für Hunderttausende Menschen konfrontiert wird.

Alexander von Hohenfeld ist ein machthungriger Unternehmensberater und dient als das klassische, pragmatische Gegenüber. Für ihn ist das KI-Projekt die ultimative Karriereleiter. Seine Motivation entspringt nicht dem wissenschaftlichen Ehrgeiz, sondern dem puren Drang nach Einfluss und Status. Seine Figur zeigt auf eindrucksvolle Weise, wie skrupellos das moderne Wirtschaftssystem agiert.

Die Handlungsorte sind Deutschland und die Schweiz in den Jahren 2036 und 2037.
Die Charaktere sind facettenreich und gut gezeichnet. Es sind beides keine klassischen Helden, sondern Menschen mit Ecken und Kanten.

Der Schreibstil von Ute Sommer ist klar und präzise. Sie verzichtet auf zu viel Ausschmückung und erzählt in präzisen konstruierten Sätzen.
Ohne Fachbegriffe ist so eine Geschichte nicht möglich, denn wir befinden uns in der Welt der Technik. Trotzdem war die Geschichte auch für mich als Laien gut verständlich.

„Die Codes der Antagonisten“ ist ein spannender Wirtschaftsthriller, der tief in die Materie eindringt.

Frau Appeldorn und die tote Diva

Vera Nentwich
Kriminalroman
301 Seiten
erschienen im Selfpublishing
Meine Bewertung: 5 von 5 Sternen

Vielen Dank an Vera Nentwich für das Rezensionsexemplar

Ein großes Lesevergnügen

Klappentext:
Dem Kulturverein ist ein großer Coup gelungen: Die berühmte Operndiva Constanze Wegemann tritt in der kleinen Stadt auf. Doch bevor sie die Bühne betreten kann, liegt sie tot in ihrer Garderobe. Und Frau Appeldorn erkennt sofort: Das war Mord.
Gemeinsam mit ihrem Nachbarn Alican Büyüktürk, der mehr detektivisches Talent besitzt, als er zugeben möchte, stürzt sie sich in die Ermittlungen. Denn Constanze war nicht nur berühmt, sie war auch berüchtigt.
Streitlustig, fordernd, launisch … und mit einer beeindruckenden Liste an Feinden.
War ihr Manager Helmut Lehnert am Ende von ihren Allüren so genervt, dass er selbst Hand anlegte?
Warum taucht plötzlich ein ehemaliger Geliebter auf, den niemand erwartet hat?
Und was verbergen die anderen Mitglieder ihres Teams?
Je weiter Frau Appeldorn gräbt, desto mehr Geheimnisse, Eitelkeiten und Verwicklungen kommen ans Licht. Doch sie lässt sich nicht beirren – weder von falschen Fährten noch von eingebildeten Künstlern.
Mit Neugier, Humor und ihrem unverwechselbaren roten Hut taucht sie tief in das Leben der Diva ein … und kommt dem Mörder gefährlich nahe.

„Frau Appeldorn und die tote Diva“ ist der 4. Band der Frau Appeldorn-Reihe von Vera Nentwich.

Vera Nentwich hat liebenswerte Charaktere erschaffen. Frau Appeldorn ist eine originelle Figur, die ich schnell liebgewonnen habe. Sie ist eine pensionierte Chefsekretärin und Hobbyermittlerin. Ihr Markenzeichen, der rote Hut. Schon in einigen Fällen hat sie zum Verdruss der Polizei erfolgreich ermittelt.
Mit dabei ihr Nachbar, Herr Büyüktürk. Auch er ist ein großartiger Charakter.
Im Gegensatz zu Frau Appeldorn, die immer drängt, ist er ein eher ruhiger Mann.
Was er nicht zugibt, ist, dass das Ermitteln auch ihm Spaß macht.

In diesem Band kommt die große Diva Constanze Wegemann in die kleine Stadt. Alle sind aufgeregt. Frau Appeldorn versucht als eine der Vorsitzenden des Kulturvereins, der Diva alle Wünsche zu erfüllen. Als die Diva auf die Bühne geholt werden soll, liegt sie tot in ihrer Garderobe.
Frau Appeldorn sieht gleich: Das war Mord.
Schnell ist sie wieder in ihrem Element und geht der Sache, mit Hilfe ihres Nachbarn Herrn Büyüktürk auf den Grund. Dabei stößt sie auf einige Verdächtige.

Mit viel Humor macht Vera Nentwich den Krimi zu einem echten Wohlfühlkrimi.
Die Protagonisten wurden mit viel Liebe ins Leben gerufen. Bei Frau Appeldorn und ihrer Energie musste ich immer wieder schmunzeln.

Der Schreibstil von Vera Nentwich ist flüssig und gut verständlich.
Der Fall wird spannend erzählt und immer wieder mit Humor aufgelockert. Die Dialoge sind manchmal zum Niederknien.

„Frau Appeldorn und die tote Diva“ ist ein echtes Lesevergnügen. Ich habe den Krimi fast an einem Stück gelesen. Ich wünsche mir noch viele Fälle mit der sympathischen Frau Appeldorn.

Die Tiefe – Verloren

Karen Sander
Thriller
347 Seiten
erschienen im Rowohlt Verlag
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Rowohlt Verlag für das Rezensionsexemplar

Unheimlich spannend

Klappentext:
Sieben Morde gehen bereits auf das Konto des unbekannten Serientäters. Die Soko um Kriminalhauptkommissar Tom Engelhardt und Kryptologin Mascha Krieger sucht fieberhaft nach dem Täter, aber es gibt keine heiße Spur.
Parallel versucht Mascha herauszufinden, wer die unbekannte Frau ist, die sie seit Wochen stalkt und mindestens einmal in ihre Wohnung eingedrungen ist.
Als ein achtes Opfer gefunden wird und erneut ein verschlüsselter Brief auftaucht, begreifen Mascha und Tom endlich, was es mit dem Rachefeldzug auf sich hat. Und Mascha hat auch einen Verdacht, wer hinter den Taten stecken könnte. Die Zeit drängt, denn wenn sie richtigliegt, wird es weitere Opfer geben.
Allerdings ahnt Mascha nicht, dass sie ebenfalls auf der Liste des Mörders steht. Als sie endlich die volle Wahrheit begreift, trifft sie eine folgenschwere Entscheidung.

„Die Tiefe – Verloren“ ist der 9. Band der Reihe Engelhardt & Krieger ermitteln und gleichzeitig der 3. Band der neuen Staffel „Die Tiefe“.
Der 1. Band der neuen Staffel „Die Tiefe-Versunken“ und auch der 2. Band „Die Tiefe-Verblendet“ waren sehr spannend und die 7 Morde noch nicht aufgeklärt.

Der neue Band schließt direkt an den vorherigen Band an. Die Soko sucht weiter fieberhaft nach dem Mörder. Kriminalhauptkommissar Tom Engelhardt und Kryptologin Mascha Krieger haben noch keine richtige Spur. Als ein weiterer Mord geschieht und wieder ein Brief gefunden wird, kommt Tempo in die Ermittlungen.

Für Mascha spitzt sich auch ihr privates Problem zu. Sie wird von einer ihr unbekannten Frau gestalkt und die Frau ist auch schon in ihre Wohnung eingedrungen.

Die Ermittler sind interessante Charaktere und gefallen mir gut.
Mascha Krieger ist Kryptologin beim LKA Schwerin. Sie wurde einmal in den Innendienst strafversetzt, da sie ihre Position für private Ermittlungen missbraucht hatte. Für den Innendienst ist Mascha allerdings eine zugute Ermittlerin.

Tom Engelhardt ist Kriminalhauptkommissar und lebt in Sellnitz. Er hat einen fünfjährigen Sohn, seine Frau, die auch Polizistin war, ist bei einem Einsatz ums Leben gekommen. Nach dem Tod seiner Frau hat Tom sich von Berlin an die Ostsee versetzen lassen. Hier wagte er einen Neuanfang.

Die beiden Ermittler arbeiten mit ihrem Team weiter an dem Fall der 7 Mordopfer.
Und schon wieder kommt ein neues Opfer dazu. Auch hier wird ein Brief gefunden, ähnlich wie schon bei den vorherigen Fällen.
Die Story ist ziemlich komplex, die Atmosphäre ist düster.

Auch in diesem Band gibt es wieder verschiedene Handlungsstränge, Karen Sander hält mehrere Fäden in der Hand. Die Geschichte wird passend zu den verschiedenen Handlungssträngen auch aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Die Kapitel sind oft kurz und enden nicht selten mit einem Cliffhanger, bevor der Schauplatz wieder gewechselt wird. Das führt dazu, dass man immer weiterlesen musste. Ich konnte das Buch nach kurzer Zeit nicht mehr zur Seite legen.
Dazu kommt noch der fesselnde Schreibstil von Karen Sander. Die Autorin baut schnell Spannung auf, die sie auch bis zum Ende und darüber hinaus aufrechterhält.

„Die Tiefe – Verloren“ ist wieder ein spannender Band der insgesamt sehr spannenden Thriller-Reihe. Ich freue mich jetzt schon auf den nächsten Band.

Sturm über Christiansø

Kriminalroman
398 Seiten
erschienen im Goldmann Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Goldmann Verlag für das Rezensionsexemplar

Spannender Krimi mit schönem Setting

Klappentext:
Mitten in der Ostsee, unweit der dänischen Sonneninsel Bornholm, liegen die kleinen Erbseninseln. Ein paar Dutzend Einwohner, viel Natur und malerische Fischerkaten: das perfekte Idyll. Bis die junge Umweltaktivistin Anna unter mysteriösen Umständen verschwindet. Besteht ein Zusammenhang mit ihrem erbitterten Kampf gegen einen großen Windpark vor der Küste? Lennart Ipsen, Leiter der Bornholmer Kripo, nimmt das Postschiff, um im winzigen Christiansø erste Ermittlungen anzustellen. Doch ein heftiger Sturm zieht auf, Lennart sitzt fest. Und muss, während der Wind die Inseln umtost, feststellen, dass auch dieser scheinbar so verwunschene Ort nicht von den Herausforderungen der modernen Zeit verschont geblieben ist und Neid, Hass und Habgier ihren festen Platz haben

„Sturm über Christiansø“ ist der 4. Band der Bornholm-Reihe „Lennart Ipsen“ von Michael Kobr.

Michael Kobr entführt seine Leser*innen wieder auf die dänische Sonneninsel Bornholm.
Was nur für einen Übergang gedacht war, um etwas Ruhe zu finden, wird jetzt doch ein längerer Aufenthalt auf der Sonneninsel.
Zurzeit zeigt sich Bornholm nicht von seiner sonnigen Seite. Es hängen dunkle Wolken über der Insel und es regnet und stürmt.

Die junge Umweltaktivistin Anna ist verschwunden. Sie führt eine Gruppe von Umweltaktivisten an, die sich gegen den dort vor der Küste ansässigen Windpark auflehnen.
Lennart Ipsen und sein Team suchen nach der Vermissten. Dazu müssen sie auch auf die nahegelegenen Erbseninseln Christiansø und Frederiksø. Das sind kleine Schäreninseln, die zusammen nicht einmal 100 Bewohner haben.

Michael Kobr hat für seine Krimireihe starke Protagonisten ins Leben gerufen.
Im Mittelpunkt steht Lennart Ipsen, ein Kriminalkommissar, der schon viel erlebt und gesehen hat.
Lennart Ipsen hat 20 Jahre Polizeidienst hinter sich, erst bei der Kripo in Kopenhagen und dann auf internationaler Ebene in Brüssel und Lyon.
Nachdem er durch ein Burnout und seine Scheidung in ein tiefes Loch gefallen ist und einige Zeit pausieren musste, wollte es Lennart Ipsen auf der beschaulichen Insel Bornholm langsam angehen lassen. Doch seit Lennart Ipsen auf der Insel ist, ist sie gar nicht mehr so beschaulich.

Auch seine beiden Mitarbeiterinnen Britta Blomdal und Tao Nguyen gefallen mir sehr gut.
Die drei sind zusammen ein gutes Team und mir schon seit dem 1. Band ans Herz gewachsen.

Die Ermittlungen werden spannend beschrieben. Lennart und sein Team, versuchen Anna zu finden. Dabei stoßen sie in Annas Boot auf Medikamente, die nicht einfach so zu bekommen sind.

Michael Kobr beschreibt die Insel Bornholm auf eine so schöne Art und Weise.
In diesem Band lernt man Bornholm auch von seiner Schlechtwetterseite kennen. Wenn es richtig stürmt, können die Schiffe, und auch die Fähren nicht fahren. So kommt es, dass Ipsen auf Christiansø festsitzt.

Auch die kleinen Erbseninseln Christiansø und Frederiksø werden schön beschrieben.
Hier muss es bei schönem Wetter recht hyggelig sein.

Als Leser*in erfährt man auch einiges über die Windkraftanlage vor der Küste und über die Gegner.

Der fesselnde und flüssige Schreibstil von Michael Kobr, der hin und wieder mit etwas Humor aufgelockert wird, sorgt dafür, dass ich das Buch wieder einmal nicht aus der Hand legen konnte.

„Sturm über Christiansø“ ist ein facettenreicher Kriminalroman mit tollen Charakteren, einem spannenden Plot und einem so schönen Handlungsort.

Ich freue mich auf viele weitere Fälle mit dem tollen Ermittlerteam.

Salute – Das letzte Foto

Friedrich Kalpenstein
Kriminalroman
327 Seiten
erschienen im Edition M Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sterne

Vielen Dank an Friedrich Kalpenstein für das Rezensionsexemplar

Mörderischer Gardasee

Klappentext:
Der Fotograf Domenico Spina wird in den frühen Morgenstunden auf einem Felsvorsprung des Rocca di Garda tot aufgefunden. Der Mann aus Bardolino war bekannt für seinen besonderen Blick, mit dem er Mensch und Natur jahrzehntelang perfekt in Szene gesetzt hatte.
Commissario Lanza wird gerufen und ist sich schnell sicher, dass Spina nicht freiwillig den kürzesten Weg nach unten genommen hat. Ungewollt erhält er Unterstützung von Barista und Ex-Kommissar Paul Zeitler, der es erneut nicht lassen kann, auf seine Weise in diesem Fall zu ermitteln. Erste Informationen führen nach Verona, wo Spina sich bereits in jungen Jahren als Fotograf der berühmten Opernsängerin Carmen Belotti etabliert hatte. Doch der Fotograf neigte wohl auch dazu, Menschen zu fotografieren, die nicht wussten, dass sein Fokus auf ihnen lag.
Drückte Domenico Spina vielleicht im falschen Augenblick auf den Auslöser seiner Kamera?

„Salute – Das letzte Foto“ ist der 4. Band der Krimireihe „Ein Fall für Lanza & Zeitler“ von Friedrich Kalpenstein.

Friedrich Kalpenstein habe ich durch seine Krimireihe mit Kommissar Tischler kennen- und seine Bücher lieben gelernt.
Die Krimireihe mit Handlungsort Gardasee gefällt mir auch sehr gut. Wer jetzt denkt, dass es am Gardasee ruhiger zugeht, der irrt. Auch hier hat wieder ein Mörder zugeschlagen.

Im Mittelpunkt steht Paul Zeitler. Er ist ehemaliger Kommissar, hat seinen Dienst bei der Polizei in Deutschland quittiert und ein Café in Bardolino am Gardasee eröffnet. Er schlägt sich gut mit der deutschen Sprache durch, aber auch sein Italienisch wird dank seines Angestellten Emil immer besser.

Dass er jetzt schon zum 4. Mal in einen Mordfall verwickelt ist, damit hätte er nicht gerechnet. Aber immer wieder wird er von den Kriminalfällen, in denen Commissario Lanza ermittelt, magisch angezogen.

Der Fotograf Domenico Spina wird auf einem Felsvorsprung des Rocca di Garda tot aufgefunden. Nach näherer Betrachtung kommen Commissario Lanza und die Gerichtsmedizinerin Dottoressa Mantovani darauf, dass es kein Unfall war.
Domenico Spina war 78 Jahre alt und führte einen Fotoladen in Bardolino. Viel Umsatz machte er mit dem Laden schon lange nicht mehr, aber er konnte sich einfach nicht davon trennen. Zu viele Erinnerungen hingen an dem Geschäft.

Commissario Lanza beginnt, das Umfeld des Opfers auszukundschaften. Da ist nur noch die Nichte Emma, die Domenico Spina nach dem Tod ihres Vaters aufgenommen hatte.
Was der Commissario nicht weiß, aber die Leser*innen schon erfahren haben, ist das einen Abend zuvor jemand versucht hat, in den Fotoladen einzubrechen. Der Einbrecher wurde allerdings von Domenico Spina in die Flucht geschlagen.

Commissario Lanza ist wenig überrascht, als er Paul Zeitler begegnet, der wieder eigene Ermittlungen anstellt. Lanza wirkt zwar immer noch entrüstet, hat sich aber im Stillen schon an die „Mitarbeit“ von Zeitler gewöhnt.

Die Charaktere werden gut beschrieben und sind lebendig. Die Hauptakteure sind schon hinreichend bekannt und ich möchte sie auch nicht mehr missen.

Der Handlungsort in dieser Reihe ist der Gardasee. Bei den Beschreibungen bekommt man richtig Fernweh, nach Sonne und Wasser.

Friedrich Kalpenstein baut in seinem Krimi schnell Spannung auf und es ist auch bis zum Ende ein Rätsel, wer der Täter ist.
Mit seinem flüssigen und gut verständlichen Schreibstil, den er gerne mit einer Prise Humor würzt, fliegen die Seiten nur so dahin. Ich habe das Buch an zwei Abenden ausgelesen.

Jetzt freue ich mich schon auf den 5. Band „Salute – Der letzte Tanz“ der im Februar 2027 erscheinen soll.

Wild Wild Old 2

Micky Molken
Kriminalroman
erschienen im Selfpublishing
Meine Bewertung:
5 von 5 Sterne

Vielen Dank an Micky Molken für das Rezensionsexemplar

Die Rentnergang von Rügen schlägt wieder zu

Klappentext:
Auf Rügen sollte es eigentlich ruhig zugehen. Eigentlich. Doch als vier eigenwillige Rentner über eine Leiche stolpern, geraten Harry, Lothar, Rolf und Braun erneut mitten in ein Chaos, das größer ist als ihre Geduld und gefährlicher als ihre Rückenschmerzen.
Zwischen skurrilen Begegnungen, turbulenten Missverständnissen und heldenhaft schlechten Entscheidungen graben sich die vier Hobby-Ermittler immer tiefer in ein Geheimnis, das besser verborgen geblieben wäre.
Was als gewöhnlicher Tag beginnt, entwickelt sich schnell zu einem herrlich schrägen Abenteuer voller schwarzem Humor, unerwarteter Wendungen und emotionaler Momente.

„WILD WILD OLD 2“ ist der 2. Band der Cozy-Crime Serie auf der Insel Rügen von Micky Molken.
Der Autor hat mit „Wild Wild Old“ eine spannende, unterhaltsame und humorvolle Cosy-Crime-Reihe veröffentlicht.

Harry, Lothar, Rolf und Braun, die vier Hobby-Ermittler von Rügen, sind über eine Leiche gestolpert. Klar, dass sie wieder in die Ermittlungen eingreifen.
Dabei waren sie gerade am Überlegen, ob sie vielleicht eine Detektei gründen sollten. Auch das Seniorenheim, in dem sie wohnen, soll verlegt werden. Dabei stoßen sie auf dem Dachboden des Haases auf ein Geheimnis.

Micky Molken hat skurrile und liebenswerte Charaktere erschaffen. Jeder ist ein anderes Individuum. Ich mochte sie schon im 1. Band gut leiden und denke, in ihnen steckt das Potenzial für viele weitere Bände.
Auch finde ich es recht authentisch, wenn manche Charaktere in ihren Dialekt verfallen.

Der Schreibstil von Micky Molken ist flüssig und gut verständlich.
Die Geschichte steckt wieder voller schwarzem Humor. Immer wieder musste ich beim Lesen laut auflachen.
Die heimelige Atmosphäre der Insel wird gut widergespiegelt.

„WILD WILD OLD 2“ ist, wie schon Band 1 wieder ein Cosy-Crime ohne viel Blutvergießen. Ich habe das Buch mit Freude gelesen und warte schon sehnsuchtsvoll auf Band 3.