Racheflamme

Tina N. Martin
Thriller
541 Seiten
erschienen im Blanvalet Verlag
Übersetzt aus dem Schwedischen von Leena Flegler
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Blanvalet Verlag für das Rezensionsexemplar

Spannender Thriller aus Schweden

Klappentext:
Luleå, Nordschweden: Auf der Hauptbühne des Stadttheaters steht eine mit ätzender Flüssigkeit gefüllte Badewanne. Die Analyse der Säure ergibt Spuren von menschlichem Blut. Idun Lind übernimmt gemeinsam mit Calle Brandt und Tareq Shaheen die Ermittlungen. Sie kommen einem Täter auf die Spur, der vor nichts zurückschreckt, um seine Opfer in den Wahnsinn zu treiben, bevor er sie auf grausamste Weise tötet

„Racheflamme“ von Tina N. Martin ist der 5. Band der Thriller-Reihe „Kommissarin Lind ermittelt“ aus Schweden.

Im Mittelpunkt stehen die zwei Ermittler Idun Lind und Calle Brand. Calle ist oft etwas ruppig, arbeitet aber schon länger gut mit Idun zusammen.

Kriminalkommissarin Idun Lind arbeitet in der Abteilung für Kapitalverbrechen im nordschwedischen Luleå.
Sie ist eine toughe Ermittlerin, die vor nichts zurückschreckt.
Mit ihrem Kollegen Calle Brand arbeitete sie immer gerne und gut zusammen.

Auch auf Tareq treffen wir wieder, er leitet eine Ermittlungseinheit bei der Abteilung Kapitalverbrechen in Stockholm. Er ist ein elegant gekleideter großer Mann mit dunklem Bart.

Die Ermittler gefallen mir gut und ich begleite sie mit Freude seit dem 1. Band.

Schon der Prolog sorgt für Gänsehautmomente und lässt auf viel Spannung hoffen.
Und es wird auch wieder sehr spannend.

Die Ermittler werden in ein Theater gerufen. Eine Badewanne mit Säure und menschlichem Blut. Jetzt geht es darum, herauszufinden, was passiert ist. Da geschieht schon der nächste Mord und die Ermittler stecken mitten in einem brenzligen Fall.

Die Ermittlungen sind schwierig und gehen nur langsam voran. Vor allem die Rückblenden, in denen man einer unbekannten Person folgt, sorgen für Spannung.

Der Schreibstil von Tina N. Martin ist fesselnd, flüssig und gut verständlich.
Die einzelnen Szenen werden von der Autorin so beschrieben, dass man sie sich gut vorstellen kann.
Mit ihren Ermittlern hat die Autorin großartige Charaktere geschaffen. Idun Lind finde ich besonders sympathisch.
Die Autorin baut von Beginn an Spannung auf und hält sie auch bis zu Ende aufrecht.
Es macht Spaß, zu rätseln, wer der Täter ist, aber auch als ich einen Verdacht hatte, war mir das Motiv bis zum Ende unklar.

Das soll der letzte Band der Reihe gewesen sein. Das macht mich schon ein bisschen traurig. Ich wäre den Ermittlern gerne noch eine Weile länger gefolgt.

Die „Kommissarin Lind ermittelt“ Reihe:
Band 1: Apfelmädchen
Band 2: Gewittermann
Band 3: Schattenschwester
Band 4: Sturmschreie
Band 5: Racheflamme

Sylt Hass

Jona Jensen
Kriminalroman
254 Seiten
erschienen im Selfpublishing
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an Jona Jensen für das Rezensionsexemplar

Gelungener Auftakt einer neuen Sylt-Krimireihe

Klappentext:
In Kampen auf Sylt bricht der erfolgreiche
während eines Familienfestes tot zusammen. Für Hauptkommissarin Mona Fedder ist schnell klar, dass es sich um Mord handelt. Ausgerechnet jetzt ermittelt sie mit einem neuen Kollegen: Dominik Kirschbaum, jung, unerfahren und viel zu arglos für diesen Job.

Während die beiden sich als Team noch finden müssen, dringen sie tief in die Abgründe der Ahrens-Familie vor: fünf Kinder, ein Streit ums Erbe und brodelnder Hass. Offenbar war der angesehene Firmenchef Ahrens ein Familientyrann. Doch nicht nur seine Kinder hatten noch eine Rechnung mit ihm offen.

„Sylt Hass“ ist der erste Band der Reihe Fedder und Kirschbaum ermitteln von Jona Jensen.

Der Unternehmer Helmut Ahrens feiert im Kreise der Familie seinen 80. Geburtstag. Als er beim Essen eine Bombe platzen lässt und sich danach in sein Schlafzimmer zurückzieht, wird er dort von seiner verstoßenen, drogenabhängigen Tochter überrascht. Kurz darauf ist Ahrens tot. Vergiftet!
Den Ermittlern ist klar, der Täter muss einer der Anwesenden sein.

Das Ermittlerduo ist grandios.
Hauptkommissarin Mona Fedder ist eine erfahrene Ermittlerin. Ihr wird jetzt ein neuer Kollege zur Seite gestellt. Dominik Kirschbaum ist jung und unerfahren. Dabei hat Mona Fedder andere Probleme, als Kindermädchen für den jungen Dominik Kirschbaum zu spielen. Monas 16-jährige Tochter beginnt sich abzunabeln, sie hat ihren ersten Freund, besucht Partys und kommt nicht immer zur verabredeten Zeit nach Hause. Das erschüttert die vorher freundliche Mutter-Tochter-Beziehung.

Dominik Kirschbaum bringt für die Leser*innen frischen Wind in die Krimiwelt.
Er beginnt seine erste Stelle bei der Kripo. Dominik geht die Sache mit Leichtigkeit und Naivität an. Doch Mona Fedder muss im Laufe des Falls feststellen, dass Dominik sich gar nicht so schlecht anstellt.

Mona und Dominik beleuchten jeden aus der Familie Ahrens. Dabei müssen sie feststellen, dass der eine oder andere schon ein Motiv für den Mord vorzuweisen hat.
Aber auch das Opfer Helmut Ahrens war kein sympathischer Geselle.

Jona Jensen erzählt die Geschichte von Beginn an spannend und hält die Spannung auch bis zum Ende aufrecht.
Der Schreibstil von Jona Jensen ist flüssig und gut verständlich.

„Sylt Hass“ ist ein gelungener Auftakt der neuen Krimireihe. Ich freue mich schon auf den 2. Band „Sylt Rache“ der im September erscheinen wird.

Im Morgengrauen

Marc Raabe
Thriller
575 Seiten
erschienen im Ullstein Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Ullstein Verlag für das Rezensionsexemplar

Sehr spannend – eben ein echter Marc Raabe

Klappentext:
Seit Wochen gehen im Netz die Videos einer jungen Frau viral. Ihr Gesicht ist unkenntlich, auf ihrem Unterarm ist ein markantes Eulen-Tattoo. Der Inhalt der Videos: skandalöse Details ihrer Affäre mit dem Bundeskanzler. Ein Fake? Eine Kampagne? Oder die Wahrheit?
Plötzlich verschwindet Kanzler Henrik Westphal spurlos.
In der aufgeheizten Stimmung stoßen BKA-Ermittler Art Mayer und Nele Tschaikowski tief im U-Bahntunnel unter dem Alexanderplatz auf eine entstellte Leiche. Ist es die junge Frau aus den Videos? Und welche Rolle spielt Juli, die Frau des Kanzlers und Arts große Jugendliebe. Als Art plötzlich selbst ins Visier gerät, eskaliert die Situation: Wem kann er noch vertrauen?

„Im Morgengrauen“ ist der 4. Band der Art Mayer-Reihe von Marc Raabe.
Wenn man, wie ich, schon einige Bücher von Marc Raabe gelesen hat, weiß man die nächsten Nächte werden kurz.

Die Ermittler sind wieder einmal einzigartig.
Art Mayer besticht durch seine Coolness.
Er ist Diabetiker, was er allerdings sehr auf die leichte Schulter nimmt.
Seine Handlungsweise ist recht unkonventionell.
Seine Aufklärungsrate spricht für Art Mayer.
Hinter seiner rauen Schale steckt allerdings ein weicher Kern.
Nele Tschaikowsky ist noch recht jung.
Sie trennt Gut und Böse.
Aber es gibt nicht nur Schwarz und Weiß, oft vermischt sich alles zu einem Grau.
Nele ist sehr motiviert; aber auch noch mit wenig Erfahrung.

Nach den üblichen Anfangsschwierigkeiten haben Art und Nele sich zu einem guten Team zusammengerauft.
Mir sind beide schon seit dem ersten Band sehr sympathisch.

Es gibt Videos, die den Bundeskanzler Henrik Westphal und eine junge Frau in intimen Situationen zeigen.
Das Gesicht der Frau ist nicht zu erkennen, nur ein Eulen-Tattoo auf ihrem Unterarm ist zu sehen. Ob das Video echt ist oder ein fake, ist noch nicht bekannt.
Im U-Bahntunnel unter dem Alexanderplatz wird eine Frauenleiche gefunden. Ist es die Frau aus dem Video? Der Bundeskanzler ist verschwunden. Was ist der Grund?
BKA-Ermittler Art Mayer und Nele Tschaikowski haben alle Hände voll zu tun.

Marc Raabe baut gleich am Anfang Spannung auf. Es gibt kein langes Vorgeplänkel, es geht gleich zu Sache.
Und in diesem Tempo geht es dann auch meist weiter.
Man bekommt tiefe psychologische Einblicke in die menschliche Seele.
Seine Charaktere sind gut beschrieben. Die Ermittler haben beide ihr Päckchen zu tragen. Immer wieder werden einige Details aus ihrer Vergangenheit entblättert.

Marc Raabe hat einen fesselnden und gut verständlichen Schreibstil.
Wie immer bei dem Autor kann ich das Buch nicht aus der Hand legen. Ich will nicht essen, trinken und nicht schlafen, ich will nur lesen.
So hat Marc Raabe mir auch mit „Im Morgengrauen“ wieder einige schlaflose Nächte beschert.

Summer Heat: Nicht alle werden überleben

Solveig-Marie Kastner
Thriller
496 Seiten
erschienen im Ullstein Verlag
4 von 5 Sternen

Vielen Dank an NetGalley für das Rezensionsexemplar

Ein Sommer-Thriller

Klappentext:
Mia und Yanis, die einander in einer Ferienanlage an der Algarve begegnen, sind sich sicher, dass dort zwischen atemberaubenden Stränden, rauen Wellen und hoch aufragenden Klippen der Sommer ihres Lebens auf sie wartet. Im exklusiven Platô Beach Resort, das auf einem Plateau an der Steilküste liegt, finden Urlaubsgäste tagsüber Ruhe und Entspannung, während die milden Nächte durchgetanzt werden, das Resort veranstaltet luxuriöse Partys, während derer der Champagner in Strömen fließt. Für Mia und Yanis, die für eine Saison zum Arbeiten an die Algarve gekommen sind, ist das eine ganz neue Welt. Vom ersten Moment an sind beide wie elektrisiert, sie Animateurin, er Barkeeper, und es dauert keine Woche, bis sie sich näherkommen. Dass Mia aus einem bestimmten Grund an die Algarve gekommen ist, ahnt Yanis nicht. Nach einer Weile macht beiden die bedrückende Atmosphäre des Resorts zu schaffen und verwandelt ihre anfängliche Zuneigung in tiefes Misstrauen. Irgendetwas stimmt an diesem Ort nicht. Über den Sommer reiht sich ein seltsames Ereignis ans andere. Und als eine Leiche in der Bucht angespült wird, müssen die beiden sich fragen, ob der jeweils andere wirklich der Mensch ist, für den er sich ausgegeben hat.

„Summer Heat: Nicht alle werden überleben“ ist ein spannender Sommer-Thriller von Solveig-Marie Kastner.

Handlungsort ist Portugal, genauer gesagt die Algarve. Hier verbringen Mia und Yanis einen Sommer im luxuriösen Platô Beach Resort. Mia ist Animateurin und Yogalehrerin und Yanis ist Barkeeper. Mia und Yanis verstehen sich vom ersten Moment an gut. Doch Mia hat ein Geheimnis, sie ist aus einem bestimmten Grund an diesen Ort gekommen. Zwischen Mia und Yanis verändert sich etwas. Aus Zuneigung wird Misstrauen. Und dann taucht eine Leiche am Strand auf.

Solveig-Marie Kastner beschreibt den Handlungsort sehr anschaulich. Die Landschaft der Algarve, das Resort und die luxuriösen Partys, wo der Sekt in Strömen fließt. Ich konnte mir alles gut vorstellen.

Die Charaktere sind gut gezeichnet und lebendig. Ich bin Mia und Yanis gerne durch die Geschichte gefolgt.

Der Schreibstil von Solveig-Marie Kastner ist flüssig, gut verständlich und angenehm zu lesen.
Um in die Geschichte richtig reinzukommen, habe ich etwas Zeit gebraucht. Es hat etwas gedauert, bis die Spannung so richtig eingesetzt hat. Dann hat sich eine geheimnisvolle und zum Teil bedrückende Atmosphäre aufgebaut.

„Summer Heat: Nicht alle werden überleben“ ist ein echter Sommer-Thriller. Genau das richtige Buch für den Urlaub.

Der Tod kennt deinen Namen

Thea Fischer
Thriller
327 Seiten
erschienen im Ullstein Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Ullstein Verlag für das Rezensionsexemplar

Spannender Einblick in die Psyche der Menschen

Klappentext:
Lena Meister verhilft Menschen zu einem neuen Leben. Als Privatermittlerin unterstützt sie Stalking-Opfer, Bedrohte und Lottogewinner dabei, spurlos zu verschwinden. Doch als die junge Michelle in ihrem Büro auftaucht und von einem obsessiven Verfolger berichtet, handelt Lena gegen alle Instinkte. Zu sehr erinnert sie die verzweifelte Frau an ihr früheres Leben, das sie sorgfältig verbirgt. Drei Tage später ist Michelle tot. Und bei der Toten liegt eine Botschaft, die sich eindeutig an Lena richtet. Jemand kennt ihr Geheimnis. Aus der Detektivin wird die Gejagte und Lena muss erkennen: Der Tod kennt ihren Namen.

„Der Tod kennt deinen Namen“ ist ein spannender Thriller von Thea Fischer.

Im Mittelpunkt steht die Privatermittlerin Lena Meister. Ihr Spezialgebiet: Menschen verschwinden zu lassen. Menschen, die sich bedroht fühlen oder aus anderen Gründen von der Bildfläche verschwinden wollen, so wie sie selbst es einst gemacht hat. Sie und ihr Kollege Bernd Niemann verhelfen diesen Menschen zu einer neuen Identität.
Doch als die junge Michelle zu ihr ins Büro kommt, weil sie verfolgt wird, handelt sie aus unerklärlichen Gründen anders. Drei Tage später ist Michelle tot. Bei der Toten wird eine Nachricht gefunden, die nur an Lena gerichtet sein kann.

Ab diesem Moment setzte Spannung ein, auch die Atmosphäre wurde beängstigend. Jemand hat Lena gefunden. Lena wird von diesem Moment an zur Gejagten. Im Laufe der Geschichte erfahren die Leser*innen häppchenweise, was der Grund für Lenas Angst und ihr Untertauchen war.

Thea Fischer erzählt die Geschichte sehr spannend und erzeugt so manchen Gänsehautmoment.

Die Charaktere werden gut in Szene gesetzt und sind lebendig. Lena und Bernd gefallen mir gut. Sie sind ein gutes Team.

Der Schreibstil von Thea Fischer ist flüssig, gut verständlich und fesselnd.
Ich bin schnell tief in die Geschichte eingetaucht und konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen.

„Der Tod kennt deinen Namen“ ist ein spannender Thriller, der die Leser*innen tief in die Psyche des Menschen schauen lässt.

Schatten Eis

Anne Nørdby
Thriller
486 Seiten
erschienen im Gmeiner Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Gmeiner Verlag für das Rezensionsexemplar

Spannender Thriller aus Dänemark

Klappentext:
»Der Anngiaq ist ein böser Geist. Er riecht Geheimnisse, fühlt sich magisch davon angezogen. Er schleicht sich in dein Leben und vergiftet es langsam. Wie der Kadaver eines verwesenden Tieres, der oben in einem Bachlauf liegt und das Wasser vergiftet, das man unten schöpft und durstig trinkt.«
Ein altes Geheimnis, tief verborgen in Grönlands Geschichte. Wer es ans Licht bringt, muss sterben. So besagt es ein alter Fluch. Marit Rauch Iversen war noch ein Kind, als der Anngiaq ihre Familie in Grönland tötete. Heute arbeitet sie als Super-Recognizerin für die Polizei in Kopenhagen. Den Fluch von damals hat sie längst vergessen. Bis eine Reihe grausamer Morde die dänische Hauptstadt erschüttert.

„Schatten Eis“ ist der 3. Band der Thriller-Reihe um die Super-Recognizerin Marit Rauch Iversen von Anne Nørdby.
Ein Buch, das es wirklich verdient, im Genre Thriller angesiedelt zu sein.
Mir hat mehr als einmal der Atem gestockt und Gänsehaut war ein Dauerzustand.

Die Protagonisten gefallen mir sehr gut.
Die Super-Recognizerin Marit Rauch Iversen ist interessant.
Ich habe schon von Super-Recognizerin gehört und gelesen, Marit aber hier bei ihrer Vorgehensweise schon das 3. Mal über die Schultern zu schauen, war schon interessant.

Kirsten Vinther ist die Leiterin des Ermittlerteams. Sie ist mit Leib und Seele Polizistin.
Sie führt ihr Team mit harter Hand. Ich hatte das Gefühl, sie befürchtet, immer mehr machen zu müssen als ihre Kollegen, hat immer die Befürchtung, nicht zu genügen.
Sie ist die Chefin im Team und lässt das auch jeden spüren.

Jesper Bæk kommt aus einer kleineren Stadt und hat sich nach der Trennung von seiner Frau nach Kopenhagen versetzen lassen.
Seit kurzer Zeit wohnt seine Tochter bei ihm, sie möchte in seine Fußstapfen treten.
Jasper ist ein sehr kluger und engagierter Kriminalkommissar.
Er hat eine gute Auffassungsgabe und kann gut kombinieren.

Auch die anderen Kollegen gefallen mir gut und bereichern das Buch ungemein.

Der Fall ist sehr bizarr und spannend. Der Anngiaq ist ein böser Geist und ist im Glauben der Inuit verwurzelt. Obwohl Marit eine kluge und selbstbewusste Frau ist, glaubt sie an die Mythologie und an den Anngiaq, denn er hat ihre Familie in Grönland getötet.
Jetzt sieht sie sich mit ihrer Vergangenheit konfrontiert.

Anne Nørdby hat bei ihrem neuen Thriller, was Spannung angeht, alle Register gezogen. Ich denke, das kann man kaum überbieten.
Die Autorin erzeugt eine bedrohliche Atmosphäre, die immer und überall gegenwärtig ist. Marit fühlt sich beobachtet und man hat beim Lesen das Gefühl, das Böse lauert schon auf der nächsten Seite.
Das führt dazu, dass ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte.

Anne Nørdby vermittelt ihren Leser*innen auch Interessantes über Grönland und wie die Beziehungen zwischen Grönland und Dänemark sind.

Der Schreibstil der Autorin ist flüssig, gut verständlich und fesselnd. Die Spannung bleibt bis zum Ende der Geschichte erhalten.

„Schatten Eis“. ist eine klare Leseempfehlung.
Wer Spannung liebt, muss das Buch unbedingt lesen.
Es ist aber nichts für schwache Nerven.

Privatermittlerin Marit Rauch Iversen:

  1. Band „Eis. Kalt. Tot.“
  2. Band „Rot. Blut. Tot.“
  3. Band „Schatten Eis“

Die Lockvögel

Anna Nicholas
Kriminalroman
395 Seiten
Übersetzt aus dem britischen Englisch von Eva Regul und Alexandra Berlina
erschienen im Diogenes Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Diogenes Verlag für das Rezensionsexemplar

Spannende Ermittlungen auf Mallorca

Klappentext:
Isabel Flores wundert sich. Wer bitte stiehlt in Sant Martí den Nachbarn die Haustiere? Als sie gerade die Neugier packt, ruft Tolo Cabot an, ihr Freund und ehemaliger Kollege bei der Polizei. Er bittet sie erneut um Hilfe in einem Entführungsfall, doch keine Hunde und Papageien, sondern die junge Floristin Paloma Crespí ist spurlos verschwunden. Wieder einmal ist Isabels ganzes Können gefragt und die Unterstützung des halben Dorfes.

„Die Lockvögel“ ist der 2. Band der Mallorca-Krimireihe von Anna Nicholas.

Anna Nicholas entführt ihre Leser*innen nach Mallorca.
Der Herbst hält Einzug und langsam kehrt Ruhe auf der beliebten Urlaubsinsel ein.
Isabel Flores möchte die ruhige Zeit nutzen und sich um ihre Ferienwohnungen kümmern.
Da erfährt Isabel, dass Haustiere plötzlich verschwinden. Wer bitte schön stiehlt Haustiere?
Tolo Cabot, ehemaliger Polizeikollege und Freund von Isabel, braucht ihre Hilfe. Er steckt in einem Entführungsfall. Die junge Floristin Paloma Crespí ist verschwunden.
Und schon steckt Isabel wieder mitten in einem Fall.

Wer schon einmal die Insel besucht hat, wird viele bekannte Orte wiederentdecken. Die Autorin beschreibt die Insel sehr detailliert. Ich habe die schöne Landschaft und die Orangenplantagen förmlich vor mir gesehen.
Auch die Protagonisten werden gut in Szene gesetzt.
Isabel hat mir schon im ersten Band gut gefallen. Sie ist selbstbewusst und hat eine schnelle Auffassungsgabe. Sie arbeitet sie als externe Polizistin und wird immer zu schwierigen Fällen hinzugezogen. Ansonsten vermietet Isabel Ferienwohnungen.

Der Fall der entführten Floristin beschäftigen Isabel und Tolo Cabot, aber auch die verschwundenen Haustiere lassen Isabel nicht zur Ruhe kommen. Im Fall der verschwundenen Haustiere gibt es Spuren, die in ein Versuchslabor führen. Der Fall scheint auch unabhängig von der Entführung der Floristin zu sein. Hier gibt es gleich mehrere Verdächtige. Nur wer schließlich dafür verantwortlich ist, bleibt lange offen.

Anna Nicholas erzählt den Fall spannend. Immer wieder gibt es Wendungen, die einen Verdacht plötzlich unbrauchbar machen.
Die Landschaft, Menschen und das gute Essen Mallorcas werden ausführlich beschrieben.
Ein bisschen Fernweh bekommt man beim Lesen schon.
Der Schreibstil der Autorin ist flüssig, gut verständlich und fesselnd.

„Die Lockvögel“ ist ein spannender Kriminalroman mit schönem Setting. Ich freue mich schon auf den 3. Band.

Die Tür

Dorothea Hoefth
Psychothriller (FSK 18)
435 Seiten
erschienen im Selfpublishing
4 von 5 Sternen

Harter und düsterer Psychothriller

Klappentext:
Er hat sie gerettet, als sie zwölf war. Jetzt ist sie achtzehn und die Einzige die Ihn retten kann.
Marcus ist kein Mensch. Er ist ein Werkzeug. Ein ehemaliger Spezialist für das Grobe, der unter dem Decknamen „Der Geist“ Probleme löst, die andere nicht einmal benennen können. Sein Herz ist so kalt wie der Stahl seiner Waffen, bis er sich entschließt, nach Jahren der Brieffreundschaft, zu ihr zu fahren.
Sonya, die Frau, die er als Kind aus der Hölle eines bulgarischen Menschenhandelsrings befreite, ist nun erwachsen. Sie ist das Licht in seinem sorgfältig konstruierten Schattenreich. Doch gerade als Marcus lernt, was es bedeutet, zu fühlen, schlägt die Vergangenheit zu: Die zwölfjährige Nachbarstochter Kaithlyn wird entführt.
Um sie zu finden, muss Marcus den „Geist“ wiedererwecken, die emotionslose Killermaschine in ihm. Er infiltriert ein globales Netzwerk der Elite, das vor nichts zurückschreckt. Während Marcus eine Spur aus Blut und Daten hinterlässt, erkennt Sonya, dass sie ihren Beschützer nicht nur begleiten, sondern ihn vor der vollständigen Dunkelheit bewahren muss.

„Die Tür“ ist ein Dark-Suspense-Thriller (FSK 18) ist das Debüt von Dorothea Hoefth.
Ein Psychothriller, der die Leser*innen tief in die Abgründe der menschlichen Psyche zieht.

Im Mittelpunkt steht Marcus. Ein Mann, der jahrelang wie eine emotionslose Maschine funktionierte und die Tür zu seiner Gefühlswelt strikt verschlossen hielt. Er hat eine Vergangenheit als professioneller Auftragskiller, versucht nun aber mühsam, ein „normales“ Leben aufzubauen und echte Emotionen zuzulassen.
Gerade als dieser fragile Prozess der Menschwerdung beginnt, schlägt die Realität grausam zu. Die zwölfjährige Nachbarstochter Kaithlyn wird entführt.
Um das Mädchen zu retten, muss Marcus die mühsam verschlossene Tür wieder aufstoßen. Er muss den „Geist“, die eiskalte Killermaschine in seinem Inneren, reaktivieren. Die Suche führt ihn tief in ein globales, skrupelloses Netzwerk einer mächtigen Elite.

Dorothea Hoefth hat ihre Charaktere gut gezeichnet und lebendig werden lassen.

Marcus ist das Herzstück des Romans. Seine Darstellung fasziniert durch die Zweiteilung seines Wesens. Auf der einen Seite steht die erlernte, fast roboterartige Kälte. Auf der anderen Seite die unendliche Zerbrechlichkeit seines Traumas.
Sonya bildet sie das moralische und emotionale Gegengewicht im Buch. Sie fungiert nicht nur als bloße Nebenfigur, sondern als Marcus Anker zur Realität. Während er eine blutige Spur zieht, kämpft Sonya verzweifelt darum, ihn vor dem endgültigen Abdriften in die absolute Finsternis zu bewahren.

Dorothea Hoefth erzählt die Geschichte mit viel Spannung und einer düsteren Atmosphäre.
Ein großer Teil der Geschichte wird in der Ich-Form von Marcus erzählt, was die Leser*innen recht nahe an Marcus herankommen lässt.

Dorothea Hoefths Schreibstil ist analytisch und scharf. Doch dieser Hang zur absoluten Präzision führt manchmal zu ausufernden Erklärungen, die den Lesefluss einschränken.
Kleine Abstriche gibt es für die Wiederholungen der Gedanken und des Handelns, die immer wieder erwähnt werden.

„Die Tür“ ist ein Psychothriller der harten Art und nicht für schwache Nerven gedacht.

Die geheime Grotte von Garda

Bernhard Aichner
Kriminalroman
320 Seiten
erschienen bei HaymonKrimi
4 von 5 Sternen

Vielen Dank an Haymon Krimi für das Rezensionsexemplar

Krimi mit Urlaubsfeeling

Klappentext:
Nach der erfolgreichen Aufklärung eines Mordfalles in Sirmione möchte Edwina Teufel, Chefinspektorin aus Wien, nun endlich die Seele am Gardasee baumeln lassen, sogar in das Wutbuch, das ihr die Psychologin ob ihrer Zornausbrüche aufgedrängt hatte, schreibt sie nun regelmäßig(er). Sirmione kennt sie bereits. Ein Bootsausflug nach Garda könnte der Entspannung zuträglich sein. Ein wohlverdientes Eis und ein Einkaufsbummel, anschließend eine Verabredung mit Freunden, die das naheliegende Weingut Cà della Ginevra besuchen. Klingt herrlich, oder?
Bevor Edwina jedoch in diesen Genuss kommt, läuft ihr ein Hund über den Weg und gleich darauf wird sie Zeugin einer seltsamen Szene: Ein Junge, so etwa acht Jahre alt, wird von einer großen Gestalt bedroht, die Edwina im Dunkeln eines Durchgangs nicht genau erkennen kann. Aber sie kann helfen. Der Junge weigert sich allerdings, mit ihr zu sprechen, nur seinen Namen verrät er ihr: Peppe Rocco.
„Die geheime Grotte von Garda“ ist der 1. Band der Edwina Teufel Reihe von Isabella Archan.

Im Mittelpunkt steht Edwina Teufel. Sie ist Chefinspektorin aus Wien und nimmt sich eine Auszeit, die ihr von einer Psychologin wegen ihrer Wutausbrüche auferlegt wurde. Doch in Ruhe die Seele baumeln zu lassen, ist Edwina nicht vergönnt. Erst hat sie einen Mordfall in Sirmione mit aufgeklärt (1. Band „Die Schlange von Sirmione“). Jetzt bei einem Ausflug nach Garda, läuft ihr Peppe Rocco, ein 8-jähriger Junge, über den Weg. Der Junge wurde von einer großen Gestalt bedroht und braucht zweifelsohne Hilfe. Nach der Frage nach seiner Mutter tischt er Edwina Lügen auf. Edwina wendet sich an Commissario Adriano Alceste, der im Moment den Mordanschlag auf Noemi Loma untersucht. Natürlich kann Edwina nicht widerstehen, ihre Nase auch in diesen Fall zu stecken.

Isabella Archan hat großartige Charaktere ins Leben gerufen. Edwina war mir schnell sympathisch. Sie ist wissbegierig und kann gut Schlüsse ziehen. Sie ist sich auch der Wichtigkeit ihrer Auszeit bewusst und führt mehr schlecht als recht auch ihr Wutbuch, das sie von der Psychologin bekommen hat. Aber Edwina ist nun einmal Chefinspektorin, und wenn sie einen Fall wittert, ist sie nun mal dabei.

Commissario Adriano Alceste ist auch gut getroffen. Ich denke, ihm ist Edwinas Anwesenheit gar nicht so unrecht.

Peppe Rocco ist ein cleverer Junge und ich habe ihn schnell ins Herz geschlossen. Seine Mutter hat ihn weggeschickt, weil er sonst mit in Gefahr geraten könnte. Von Edwina lässt er sich gerne Eis und Pasta spendieren.

Isabella Archan erzählt die Geschichte in einem ruhigen Tempo. Die Handlungsorte am Gardasee werden anschaulich beschrieben und es kommt ein richtiges Urlaubsfeeling auf.
Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und gut verständlich.
Die Dialoge sind manchmal zum Niederknien. Ich mag den Humor, den Isabella Archan immer wieder einstreut.

„Die geheime Grotte von Garda“ ist ein richtiger Urlaubskrimi, den ich gerne gelesen habe.

Wer blind vertraut

Tessa Duncan
Kriminalroman
480 Seiten
erschienen im dtv Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an Tessa Duncan Verlag für das Rezensionsexemplar

Spannend und intelligent aufgebauter Kriminalroman

Klappentext:
Ein neuer Fall aus ihrer therapeutischen Praxis bringt Lily Brown an ihre Grenzen und sogar in höchste Lebensgefahr. Was ist der Tochter ihrer schwer depressiven Patientin Mary-Ann zugestoßen, die seit fast drei Jahren vermisst wird? Lebt die inzwischen 13-jährige Laura noch? Und wie kann sie dem Heiratsschwindler Paul das Handwerk legen, der ihre Patientin Caroline um viel Geld betrogen hat? Aber nicht nur das: Ist dieser Mann womöglich ein Mörder?

„Wer blind vertraut“ ist der 3. Band der Reihe „Die Canterbury-Fälle“ von Tessa Duncan.

Die Autorin ist mir schon lange unter ihrem Klarnamen Marita Spang und dem Pseudonym Marie Lacrosse bekannt. Mit zahlreichen historischen Romanen hat die Autorin mich erfreut. Die Reihe „Die Canterbury-Fälle“ hat mir vom ersten Band an sehr gut gefallen.

Ihre Charaktere sind sehr interessant und lebendig.
Die Psychologin Lily Brown hat ihren Job bei der MET aufgegeben und unterhält zusammen mit Matt Rider eine psychologische Praxis. Mittlerweile ist sie schwanger und sollte ihre Arbeit etwas reduzieren. Doch manche Patienten lassen Lily nicht los und sie versucht alles, um ihnen zu helfen, auch wenn sie dabei in Gefahr gerät.

In diesem Band sind es gleich zwei Patientinnen, die Lilys Aufmerksamkeit besonders fordern.
Mary-Anns Tochter wird seit 3 Jahren vermisst. Mittlerweile besteht wenig Hoffnung, das Mädchen noch lebend wiederzufinden. Nach einem Selbstmordversuch muss sie in Therapie, sonst droht das Jugendamt, die jüngere Tochter in Obhut zu nehmen.
Lily muss feststellen, dass Mary-Ann sehr verschlossen ist, nichts preisgibt und auch ihre Aufgaben, die sie von Lily bekommt, nicht erfüllt und schließlich gar nicht mehr erscheint. Lily vermutet, dass Mary-Ann von ihrer Mutter, bei der sie mit ihrer Tochter lebt, und von ihrem Bruder stark unter Druck gesetzt wird. Die wirklichen Ausmaße ahnt Lily da noch nicht.

Caroline, eine weitere Patientin, hat an einem Heiratsschwindler Geld verloren. Erst hat sie ihren Mann verloren und dann ist sie auf Paul hereingefallen. Sie wird ihre Probleme bei Lily los und fühlt sich nach kurzer Zeit schon wieder bereit, ihr Leben zu meistern. Doch möchte sie zusammen mit Sally, einer Frau, die auch auf Paul hereingefallen ist, weiterhin zu Lily und den Gesprächen kommen. Kurz darauf begeht Sally Selbstmord. Einen Selbstmord, an den Lily und Caroline nicht glauben.

Lily versucht, trotz der fortschreitenden Schwangerschaft zu ermitteln, was hinter den Fällen steckt.
Auch privat geht es bei Lily turbulent zu. Ihr geliebter Kater erkrankt. Ihr Partner Dan lebt kurzzeitig wieder bei seiner Frau, um sich um seine neugeborene Tochter zu kümmern. Nach der Geburt von Lilys Kind hat er versprochen, die Scheidung einzureichen.
Dan hat aber auch beruflich alle Hände voll zu tun. Immer wieder werden junge Frauen vermisst und es gibt so gut wie keine Spuren von ihnen.

Man spürt, dass Tessa Duncan weiß, wovon sie schreibt, schließlich ist sie promovierte Psychologin. Ihre Kenntnisse in der Psychologie setzt die Autorin auch sehr gekonnt in der Geschichte ein.

Tessa Duncan baut nach und nach Spannung auf, die sie bis zum Ende aufrechterhält.
Ihr Schreibstil ist flüssig, gut verständlich und fesselnd.

Die Charaktere sind gut gezeichnet und werden sehr lebendig und realistisch durch die Geschichte geführt.
Dabei bekommen die Leser*innen einige interessante Einblicke in das Verhalten von Menschen mit einem Messie-Syndrom. Es ging weit über meine Vorstellungen hinaus und wurde sehr glaubhaft widergespiegelt.

Mit „Wer blind vertraut“ hat die Autorin einen psychologisch intelligent aufgebauten Krimi veröffentlicht. Nach nur wenigen Seiten wurde ich wie durch einen Sog in die Geschichte hineingezogen. So habe ich die fast 500 Seiten ganz schnell gelesen.
Ich freue mich schon jetzt, wenn der 4. Band erscheint.