One perfect Couple

Ruth Ware
Thriller
400 Seiten
erschienen im dtv Verlag
Übersetzt von Susanne Goga-Klinkenberg
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den dtv Verlag für das Rezensionsexemplar

Wenn das Paradies zum Albtraum wird

Klappentext:
Lyla steckt in einer Krise: Ihre berufliche Zukunft an der Universität ist ungewiss und die Beziehung zu ihrem Freund Nico, einem aufstrebenden Schauspieler, läuft alles andere als gut. Als Nico das Angebot bekommt, bei einer Realityshow dabei zu sein, willigt Lyla ein, das Abenteuer mit ihm einzugehen.

Nach einem turbulenten Vorsprechen werden die beiden in ein tropisches Paradies entführt, die Insel Ever After mitten im Indischen Ozean wirkt wie ein Traum. Sie sollen dort gegen vier andere Paare antreten.

Doch plötzlich wird aus dem wunderschönen Paradies ein Albtraum. Ein Sturm schneidet die Gruppe von jeglicher Zivilisation und allen Kommunikationsmöglichkeiten ab und schon bald beginnt ein erbitterter Kampf ums Überleben.

„One perfect Couple von Ruth Ware ist ein Thriller vollgepackt mit Spannung.

Lyla lässt sich von ihrem Freund Nico überreden, an einer Realityshow teilzunehmen. Das Paar reist auf eine tropische Insel im indonesischen Ozean. Außer Lyla und Nico sind noch vier andere Paare auf der Insel, die sich dem Abenteuer stellen. Zwischen Lyla und Nico besteht die Abmachung, dass sie nach einiger Zeit Nico den Vortritt lässt bei den Aufgaben zu gewinnen. Doch als sie im Paradies angekommen sind, ziehen Wolken und ein Sturm auf.
Die Paare und das Produktionsteam sind von jeglicher Zivilisation abgeschnitten. Sie Essensvorräte sind schnell aufgebraucht und keine Rettung ist in Sicht. Es beginnt ein bitterer Kampf ums Überleben. Und bald schon gibt es den ersten Toten.

„One perfect Couple“ ist wieder ein mysteriöser und spannender Thriller von Ruth Ware.
Die Geschichte ist in drei Teile gegliedert.
Im ersten Teil geht es ziemlich ruhig zu. Die Leser*innen bekommen die Möglichkeit die verschiedenen Charaktere erst einmal kennenzulernen.
Im zweiten Teil zieht der Sturm auf und damit auch die Spannung, denn es beginnt ein Kampf ums überleben.
Im dritten Teil geht der Kampf weiter, nicht alle Charaktere sind noch am Leben. Wie es weitergeht mit den Paaren, dass müsst ihr selber lesen.

Die Autorin beschreibt die paradiesische Landschaft, die sich dann in ein Inferno verwandelt, sehr anschlich.
Auch die Charaktere sind gut gezeichnet und lebendig. Wie es bei einer Realityshow so ist, sind die Teilnehmer alle an der Aufmerksamkeit, die ihnen die Zuschauer entgegenbringen, interessiert. Aufstrebende Schauspieler und Sternchen erhoffen sich davon einen Start in eine Karriere.
Doch es kommt anders als gedacht und es ist spannend, die Wandlung der einzelnen Personen mitzubekommen. Jeder gegen jeden heißt es im Kampf ums überleben.

Der Schreibstil von Ruth Ware ist spannend, fesselnd und gut verständlich.
Sie baut die Spannung langsam auf und steigert sie recht bald so, dass man das Buch nicht aus der Hand legen will.

„One perfect Couple ist eine klare Leseempfehlung für alle Freunde von guten Thrillern.

Mauer des Schweigens

Grit Poppe
Kriminalroman
464 Seiten
erschienen im Ullstein Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Ullstein Verlag für das Rezensionsexemplar

Sehr spannender Ost West Krimi

Klappentext:
Frühjahr 1991: Kalter Wind weht durch das wiedervereinigte Land. Kommissarin Beate Vogt ermittelt gerade im Fall einer spurlos verschwundenen Lehrerin, als sie zu einem Tatort am Leipziger Markt gerufen wird. Ein Toter wurde in Auerbachs Keller gefunden, offensichtlich ermordet. Er kann identifiziert werden als Immobilieninvestor aus Bayern, der Häuser in Leipzig aufgekauft und sich damit womöglich Feinde gemacht hat. Gemeinsam mit dem Nürnberger Hauptkommissar Josef Almgruber begibt sich Beate auf Spurensuche. Wer steckt hinter der Tat? War es einer der ehemaligen Arbeiter aus dem VEB, der entlassen wurde? Oder doch die Mieterin, die sich weigerte auszuziehen? In einer Zeit, als die Hoffnung der Ernüchterung weicht und wider Erwarten keine Landschaft erblüht, suchen Vogt und Almgruber nach der Wahrheit.

„Mauer des Schweigens ist der 2. Band der Reihe „Die Akte Leipzig“ von Grit Poppe. Ein spannender Krimi, der die Anfangsschwierigkeiten der Wiedervereinigung aufzeigt.
Nachdem ich den 1. Band „Rabenkinder“ gelesen habe, war ich schon sehr gespannt auf den 2. Band.

Kommissarin Beate Vogt ist mit dem Fall der verschwundenen Lehrerin Ina Reinhardt beschäftigt. Das Letzte was man von der Lehrerin weiß, sie hat eine Schülerin nach Hause begleitet, um mit ihren Eltern zu sprechen. Die Schülerin lebt in einem Haus in Connewitz, dass von einer Gruppe besetzt ist. Dort findet man außer einem Schuh noch den Mantel und die Tasche der Lehrerin. Von ihr selbst gibt es keine Spur.

Derweil wird ein toter Mann im Auerbachs Keller gefunden.
Es stellt sich heraus, dass es sich bei dem Toten um einen Immobilieninvestor aus Bayern handelt. Er kauft Häuser in Leipzig auf und erhofft sich viel Geld damit zu machen.
Kommissarin Beate Vogt und ihr Kollege, der Nürnberger Hauptkommissar Josef Almgruber werden die Ermittlungen übernehmen.
Es stellt sich heraus, dass die Lehrerin in einem der Häuser, die der Immobilieninvestor aufgekauft hat und teuer sanieren will wohnt und sich weigert auszuziehen. Es scheint, als ob die beiden Fälle miteinander verknüpft sind.

Der Fall wird wieder richtig spannend erzählt. Außer der Suche nach der verschwundenen Lehrerin und nach dem Mörder des Immobilieninvestors kommt auch die entführte Lehrerin zu Wort. Zumindest was diesen Fall angeht, sind die Leser*innen den Ermittlern etwas voraus.

Die Geschichte spielt kurze Zeit nach der Wiedervereinigung.
Nicht jeder ist darüber glücklich. Es ist verständlich, dass viele Menschen, die in der DDR aufgewachsen sind, dem neuen skeptisch gegenüberstehen.
Es gibt aber auch Menschen aus dem Westen, die ihr großes Geschäft wittern.

Grit Poppe befasst sich mit der Wiedervereinigung und dem Umbruch und seine Folgen.
Den Einblick in die Zeit nach dem Mauerfall fand ich sehr gelungen und interessant.
Die Charaktere haben mir gefallen, sie kamen sehr authentisch rüber.
Die Ermittler hat man ja schon im 1. Band kennengelernt.
Der Schreibstil von Grit Poppe ist gut verständlich und locker.
Der Fall ist spannend und bleibt bis zum Ende undurchsichtig.

„Mauer des Schweigens“ ist ein guter und spannender Krimi, der auch ohne Vorkenntnisse von Band 1 gut gelesen werden kann.

Schuld

Sven Petter Naess
Kriminalroman
361 Seiten
Übersetzt aus dem Norwegischen von Andreas Brunstermann
erschienen im Aufbau Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Aufbau Verlag für das Rezensionsexemplar

Schuldig oder Unschuldig

Klappentext:
Für den Mord an ihrer Mutter und ihrem Stiefvater saß Helene Waaler achtzehn Jahre lang im Gefängnis. Dann wird Kriminalkommissar Harinder Singh beauftragt, dem alten Fall nachzugehen, und ihm fallen Ungereimtheiten auf. Als Helenes leiblicher Vater Stig kurz nach ihrer Entlassung tot in seinem Haus aufgefunden wird, scheint sicher: Helene hat wieder zugeschlagen. Nur Harinder und Christina glauben an ihre Unschuld – und geraten damit ins Visier eines Mannes, der sich wie ein Schatten durch Elvestad bewegt.

„Schuld“ von Sven Petter Naess ist der 3. Fall der Reihe Team Oslo ermittelt.

Sven Petter Naess lässt seine Charaktere richtig lebendig werden.
Harinder Singh gefällt mir als Ermittler sehr gut. Schon in den beiden vorherigen Bänden habe ich ihn gerne begleitet. Er ist unkonventionell und beißt sich in einem Fall fest. Dabei ist es ihm egal, ob er, wie in diesem Band seinem Chef in die Quere kommt. Denn der hatte von 18 Jahren die Ermittlungen im Mord von Helene Waalers Eltern geleitet.
Mittlerweile lebt seine Tochter bei ihm, die er in diesem Band in Gefahr bringt.

Sven Petter Naess beginnt die Geschichte gleich spannend, den, er lässt die Geschichte aus der Perspektive eines Täters beginnen.
Er hat einen fesselnden und gut verständlichen Schreibstil. Er erzeugt schnell Spannung und hält sie bis zum Ende aufrecht. Ich habe immer wieder gerätselt, ob Helene Waaler vor 18 Jahren unschuldig verurteilt wurde. Harinder deckt Widersprüche auf aber einiges spricht auch dafür, dass Helene Waaler die Täterin war. Auch für den aktuellen Mord an ihrem leiblichen Vater steht sie unter Verdacht.
Zum besseren Verständnis, gibt es Rückblenden und die Leser*innen erfahren, was Helene und ihre Freunde an dem Abend wo die Morde geschahen gemacht haben.
Nach einigen Wendungen die Sven Petter Naess gerne in seine Geschichten einbaut, kommen die Ermittler ans Ziel.

Das Ende hat mich überrascht, ist aber stimmig.
„Schuld“ ist wieder ein gelungener Krimi und ich hoffe, das die Reihe weitergeht.

Der Richter

Mathias Mormul
Kriminalroman
erschienen bei Mathias Mormul
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an Mathias Mormul für das Rezensionsexemplar

Ein spannender Auftakt einer Krimireihe

Zum Inhalt
Die Geschichte hat verschiedene Handlungsstränge und jeder ist in sich spannend.
Frederick Adler wird in seiner Villa tot aufgefunden. Die hinterlassene Botschaft deutet auf Selbstjustiz hin. Kriminalhauptkommissar Lio Schneider übernimmt die Ermittlungen. Dabei deckt er ein Netz von Lügen und Korruption auf.
Im 2. Handlungsstrang lernen die Leser*innen Dr. Daniel Siever, Softwareentwickler kennen. Was niemand von ihm weiß, nachts macht er sich daran im Darknet Pädophile auf die Spur zu kommen. Ein Kampf für das Gute. Doch eines Tages macht er eine Entdeckung. Die ihm zum Verhängnis werden kann.
Und schließlich reisen die Leser*innen bis nach Mexiko-Stadt. Dort lernen sie den obdachlosen Jungen Santiago kennen. Der Junge wandelt auf dem Pfad der Kriminalität. Aber auch sein Leben wird sich ändern.

„Der Richter“ ist der 1. Band der Reihe „Lio Schneider“ von Mathias Mormul.
Der Kriminalroman nimmt größere Ausmaße an als zu Beginn gedacht. Die Charaktere sind interessant und werden gut beschrieben. Als Leser*in ist man hautnah dabei, wie Lio Schneider in einem Nest voll Lügen und Korruption stochert. Genauso wie man Dr. Daniel Siever im Darknet über die Schulter schaut.
Auch Santiago lernt man in Mexiko kennen. Dem Jungen bleibt nichts anderes übrig als zum Überleben in die Kriminalität zu trieften.
Auch die Handlungsorte werden anschaulich beschrieben.
Nach und nach verknüpfen sich die verschiedenen Handlungsstränge und man steht einer weit verknüpften Organisation gegenüber.

Der Schreibstil von Mathias Mormul ist flüssig, gut verständlich und vor allem spannend.
Es hat eine Weile gedauert, bis die Zusammenhänge der einzelnen Handlungsstränge klar wurde. Immer wieder baut der Autor Wendungen ein und die Auflösung bleibt bis zum Ende spannend.

„Der Richter“ ist ein spannender Kriminalroman, den ich gerne gelesen habe. Ich würde mich über weitere Bände freuen.

The Twenty

Sam Holland
Thriller
45 Seiten
erschienen im dtv Verlag
Übersetzt aus dem Englischen von Susanne Just
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den dtv Verlag für das Rezensionsexemplar

Der Countdown läuft!

„The Twenty“ ist der erste Band der neuen Thriller-Reihe „Major Crimes Unit“ von Sam Holland.

DCI Adam Bishop kommt an einen Tatort, wo er 5 Leichen findet. Die Leichen sind völlig ausgeblutet und sie sind nummeriert.
Was Bishop am meisten schockt, die Leichen sind von 20 an rückwärts nummeriert. Schnell wird ihm klar, dass ist erst der Anfang. Der Countdown läuft.
Bishops Ex-Frau Dr. Romilly Cole liefert Bishop Beweise, dass die Morde mit einem 30 Jahre zurückliegenden Fall zusammenhängen. Jetzt müssen die Ermittler schnell sein, schneller, als der Countdown abläuft. Ihnen ist klar, jeden Tag kann ein neuer Mord geschehen.

Sam Holland erzählt seinen Thriller schonungslos und in einem rasanten Tempo. Von Anfang an hat die Geschichte mich gefesselt.
Die Charaktere sind gut gezeichnet und recht unterschiedlich. Man lernt sie im Laufe der Geschichte immer besser kennen.

Das Buch ist sehr gut strukturiert. Die Geschichte ist in 3 Teile gegliedert. Jeder Teil enthält mehrerer Kapitel, die nach den Tagen der Ermittlungen sortiert sind und auch jeder Tag enthält mehrere Kapitel. So weiß man immer wie weit die Ermittlungen fortgeschritten sind.
Zwischendurch gibt es Rückblicke und die Leser*innen bekommen mit, was Damals geschah. Man bekommt auch Einblicke in die Ermittlungsakte, es werden z. B. forensische Gutachten und auch Patientenberichte der Psychologie abgedruckt. So sind die Leser*innen immer hautnah dabei.

Die Geschichte ist insgesamt spannend, ja manchmal direkt beängstigend. Die Ermittler tun ihr Bestes den Täter zu stoppen. Es gibt einige Wendungen in der Geschichte so, dass es recht schwierig ist auch nur zu ahnen wer der Täter ist. Es bleibt spannend bis zum Ende.

Der klar strukturierte, flüssige und nicht zuletzt der fesselnde Schreibstil von Sam Holland, sorgt dafür, dass die Seiten nur so dahin fliegen.
Ich bin so tief in die Geschichte eingetaucht und konnte das Buch nicht aus der Hand legen. Manchmal habe ich direkt atemlos aufgeschaut um gleich weiterzulesen.

„The Twenty“ ist ein schonungsloser und spanne der Thriller. Ich freue mich auf weitere Bände der Reihe.

Der Jäger

Svenja Diel
Thriller
384 Seiten
erschienen im Ullstein Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Ullstein Verlag für das Rezensionsexemplar

Nichts für schwache Nerven

„Der Jäger“ ist ein spannender Thriller von Svenja Diel.

Immer wieder werden Tiere aufgefunden, die von Wölfen gerissen wurden. Auch in direkter nähe zu einem Kindergarten. Die Bevölkerung ist besorgt und fordert Maßnahmen. Auf der anderen Seite stehen die Tierschützer, die verhindern wollen, dass gegen die Wölfe vorgegangen wird.
Da wird der Besitzer eines Pferdehofs tot aufgefunden. Auch er hat einen Biss am Hals. Der stammt allerdings nicht von einem Tier.
Kommissar Felix Remus übernimmt den Fall. Er erinnert sich an einen Verkehrsunfall vor nicht allzu langer Zeit.
Das Unfallopfer hatte auch eine Bisswunde am Hals, die aber nicht hinterfragt wurde, da es sich um einen Unfall handelte.
Kommissar Felix Remus wird zur Unterstützung die Fallanalytikerin Nova Winter von der Sondereinheit des bayerischen Landeskriminalamts zur Seite gestellt.
Felix Remus ist wenig erfreut darüber, so müssen die beiden Ermittler sich erst einmal zusammenraufen damit die Zusammenarbeit klappt.
Als das 2. Opfer auftaucht werden Gemeinsamkeiten der Opfer gesucht. Angeblich hatten beide Opfer eine Affäre. Aber reicht das für diese grausame Vorgehensweise des Täters?
Als dann das 2. Opfer auftaucht werden Gemeinsamkeiten der Opfer gesucht. Angeblich hatten beide Opfer eine Affäre. Aber reicht das für diese grausame Vorgehensweise des Täters?

Svenja Diel legt bei ihrer Geschichte ein ordentliches Tempo vor. Man kommt beim Lesen kaum zum Luftholen. Die Spannung setzt gleich zu Beginn ein und steigert sich im Laufe der Geschichte immer mehr.
Die Charaktere sind gut gezeichnet und interessant. Kommissar Felix Remus ist jung und ehrgeizig. Er arbeitet allerdings am liebsten allein und ist von der Fallanalytikerin Nova Winter nicht gerade begeistert.

Svenja Diel erzählt die Geschichte in einem flüssigen und fesselnden Schreibstil. Die Perspektive wechselt immer wieder so bekommen die Leser*innen verschiedene Eindrücke. Es gibt immer wieder einen Verdacht, wer der Täter ist aber das zerschlägt sich dann auch schnell wieder.
Mit den Wendungen die, die Geschichte einnimmt, bleibt die Spannung bis zum Ende bestehen.

„Der Jäger“ ist ein brutaler und blutiger Thriller, also nichts für schwache Nerven. Ich habe ihn mit großer Spannung gelesen.

Die Schanze

Lars Menz
Thriller
304 Seiten
erschienen im Ullstein Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an NetGalley Deutschland für das Rezensionsexemplar

Eine böse Vergangenheit kommt zum Vorschein

Klappentext:
Ein nächtliches Dorf, nur die beleuchtete Skischanze ragt empor. Mit einem elektrischen Viehtreiber wird ein Mann zur Schanze getrieben. Am höchsten Punkt stößt ihn sein Peiniger hinab, ein Seil um den Hals.

Als Ellen den Toten an der Schanze hängen sieht, erstarrt sie in Panik. Sie kennt das Opfer. Erst vor kurzem ist sie in den Ort ihrer Kindheit am Rande der Alpen zurückgekehrt. Ein schreckliches Verbrechen zwang Ellen vor vielen Jahren zur Flucht. Der grausame Fund reißt die alte Wunde wieder auf. Ist es Zufall, dass der Mord ausgerechnet jetzt geschieht? Wie lange dauert es, bis jemand erkennt, dass Ellen das stärkste Motiv hat?

„Die Schanze“ ist ein spannender Thriller von Lars Menz.

Ellen hat sich von ihrer Schwester Saskia beeinflusst, entschieden nach vielen Jahren wieder in ihren Heimatort zurückzukommen und die Hausarztpraxis von Dr. Schwarz zu übernehmen. Warum Ellen ihr Heimatort damals verlassen hat, bleibt erst einmal im Dunklen.
Als Dr. Schwarz zum Übergabetermin nicht erscheint, geht Ellen erst einmal eine Runde Joggen. Da sieht sie einen Mann an der Schanze hängen, ein Seil um den Hals. Plötzlich ist die Vergangenheit wieder gegenwärtig.
Die Geschichte wird immer wieder durch Eindrücke der Vergangenheit unterbrochen und bald können sich die Leser*innen ein Bild von den Umständen machen und verstehen, warum Ellen ihr Heimatort verlassen hatte. Aber man muss auch den Schluss ziehen, dass Ellen ein starkes Motiv hat, die Täterin zu sein.

Lars Menz lässt gleich zu Beginn Spannung aufkommen, die sich über das gesamte Buch zieht. Die Stimmung ist erdrückend und düster. Mir sind immer wieder Schauer über den Rücken gelaufen.
Dazu passt das Setting hervorragend, hohe Berge und tiefe Abgründe.
Die Charaktere sind gut beschrieben. Ellen war mir schnell sympathisch. Die Dorfbewohner kommen erst langsam und nach und nach zum Vorschein. Es ist eine verschwiegene Gemeinschaft. Doch beim Lesen spürt man, dass alle etwas verschweigen.

Der Schreibstil von Lars Menz ist flüssig und gut verständlich und vor Allem fesselnd. Ich konnte das Buch bald nicht mehr aus der Hand legen.

„Die Schanze“ ist das Thriller-Debüt von Lars Menz und ich würde sagen, bestanden bitte mehr davon.

Nachtflut

Stina Westerkamp
Thriller
356 Seiten
erschienen im Ullstein Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Ullstein Verlag für das Rezensionsexemplar

Spannung pur

Klappentext:
Orkanböen peitschen über die Straße, in den Nachrichten wird vor der kommenden Sturmflut gewarnt. Die Lage ist mehr als bedrohlich, der kleine Ort direkt an der Ostseeküste muss vollständig evakuiert werden. Doch Elisa wartet bis zur letzten Sekunde, längst sind alle anderen fort. Vor ihrem Aufbruch stößt sie im Haus nebenan überraschend auf die Nachbarn. Wieso sind sie noch da? Das Paar scheint, genau wie Elisa selbst, etwas zu verbergen. Der Deich bricht. Die drei sind in dem Haus gefangen. Der Strom fällt aus, der Pegel steigt. Aus der nahegelegenen JVA können Häftlinge entfliehen, und einer von ihnen hat nur ein Ziel: Elisa.

„Nachtflut“ von Stina Westerkamp ist ein packender Thriller.

Ein kleiner Ort an der Ostseeküste ist so gut wie verlassen. Die Menschen sind vor der drohenden Sturmflut geflohen. Nur Elisa wartet ab und verlässt erst ihr Haus erst, als es schon fast zu spät ist. Da entdeckt sie noch ein älteres Ehepaar, die wohl auch ihr Haus nicht verlassen wollten. Dann bricht der Deich und für Elisa und dem Ehepaar gibt es kein entkommen mehr. Sie müssen sich im Haus so gut wie möglich in Sicherheit bringen. In der nahegelegenen JVA gelingt es Häftlingen zu entkommen. Jetzt stellt sich die Frage, welche Gefahr ist größer, die entflohenen Häftlinge oder die Flut.

Schon alleine die drohende Sturmflut vermittelt eine düstere und bedrohliche Atmosphäre.
Dabei fängt die Geschichte so fröhlich an, doch das ändert sich schnell.
Mit der bedrohlichen Atmosphäre hält auch die Spannung Einzug in die Geschichte.
Ich habe mir viele Fragen gestellt
Die Charaktere sind gut gezeichnet und einige recht geheimnisvoll.
So fragte ich mich, warum Elisa ihr Haus nicht verlassen wollte und genauso das Ehepaar. Was hat es mit den entflohenen Häftlingen und Elisa auf sich?

Zwischen den Kapiteln gibt es Tagebuchauszüge einer unbekannten Person zu lesen. Aber auch da schwirren Fragezeichen über meinem Kopf.

Stina Westerkamp versteht es Spannung auszubauen und bis zum Ende aufrecht zu halten. Der Schreibstil der Autorin ist fesselnd, flüssig und gut verständlich.

„Nachtflut“ ist ein spannender Thriller, den ich nicht aus der Hand legen konnte,

Der Tote auf Öland

Agneta Sjöberg
Kriminalroman
376 Seiten
erschienen im Gmeiner Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Gmeiner Verlag für das Rezensionsexemplar

Spannender Schwedenkrimi

Klappentext:
Auf der schwedischen Insel Öland machen Touristen eine grausige Entdeckung. In Borg Eketorp, hinter Steinen versteckt, liegt ein männlicher Leichnam – nackt, mit tiefen Schnitten im Gesicht. Die Kommissare Luna Bofink und Alban Larsson aus Kalmar übernehmen die Ermittlungen. Doch die Identifikation des Toten gestaltet sich schwierig. Innerhalb weniger Tage sterben vier weitere Menschen und den Ermittlern ist klar: Sie haben es mit einem Serienmörder zu tun.

„Der Tote auf Öland“ ist der 1. Band der Reihe „Kommissarin Luna Bofink und ihr Team ermitteln“ von Agneta Sjöberg.

Ich habe ein wenig Zeit gebraucht um richtig in die Geschichte einzutauchen, musste mich an die Protagonisten gewönnen.

Auf der Insel Öland wurde eine nackte männliche Leiche gefunden. Das Gesicht des Toten war durch Schnitte so entstellt, dass man die Leiche nicht identifizieren konnte.
Auf Öland sind die Polizisten Anka und Sören als Erstes am Tatort. Die Kommissare Luna Bofink und Alban Larsson aus Kalmar übernehmen dann den Fall. Gerade noch hatte Anka eine Frau mit zwei kleinen Kindern auf der Polizeiwache, die ihren Mann als vermisst melden wollt. Anka war nicht besonders freundlich zu der Frau, was sie mir nicht sonderlich sympathisch machte.
Luna Bofink und Alban Larsson dagegen mochte ich gleich. Sie stürzen sich in den Fall, doch es bleibt nicht bei einem Opfer. Die Ermittler haben es offensichtlich mit einem Serienmörder zu tun und den gilt es zu stoppen.

Zwischendurch gibt es Abschnitte die von einem 3 Jahre zurückliegenden Ereignis. Es wurden Menschen in Transporter gepresst und wie Vieh verfrachtet. Und von einer mysteriösen Sekte die sich Dragon Eyes nennt. Wie und ob das alles zusammenhängt, darauf müssen die Leser*innen bis fast zum Ende warten.

Agneta Sjöberg lässt die Geschichte erst langsam anfangen. Doch nach dem Leichenfund setzt die Spannung ein, die sich im Laufe der Geschichte immer weiter steigert.
Dabei beschreibt die Autorin ihre Charaktere, sowie das Setting sehr anschlich. Ich konnte mir ein gutes Bild von alledem machen.

Der Schreibstil von Agneta Sjöberg ist angenehm zu lesen und fesselnd.
Es kommt zwar auch der Täter und der Auftraggeber zu Wort doch beliebt es bis zum Ende spannend und mysteriös.

„Der Tote auf Öland“ ist ein Krimi der mit einige spannende Lesestunden geschenkt hat.
Ich freue mich schon auf den 2. Band der Reihe „Dunkle Schatten über Småland“ der am 12. Februar erscheinen soll.

Eisiges Glas

Anders de la Motte
Kriminalroman
540 Seiten
Übersetzt aus dem Schwedischen von Marie-Sophie Kasten
erschienen im Droemer Knaur Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Droemer Knaur Verlag für das Rezensionsexemplar

Spannender Krimi aus Schweden

Klappentext:
Kaum hat Kriminalinspektorin Leonore Asker ihren ersten Fall als Leiterin der Abteilung für hoffnungslose Fälle gelöst, nimmt ihr Vater nach jahrelangem Schweigen Kontakt zu ihr auf. Der Prepper steht unter Verdacht, mit dem Tod eines Urban Explorers in Zusammenhang zu stehen, dessen Leiche ohne Augen aufgefunden wurde und droht, sich der Verhaftung ohne Hilfe seiner Tochter gewaltsam zu widersetzen.
Zur gleichen Zeit erhält Leos Kindheitsfreund Martin Hill den Auftrag, auf einer Privatinsel mit verlassenem Observatorium an einer Biografie zu arbeiten. Bald entdeckt Hill, dass es in der Gegend noch mehr Geschichten gibt, über mysteriöse Lichter und über Körper ohne Augen …


„Eisiges Glas“ ist der 2. Band der Leo Asker Reihe von Anders de la Motte.

Leonore Asker hat ihren ersten Fall als Leiterin der Abteilung für Schwerverbrechen in Malmö abgeschlossen.
Doch Zeit zum Durchatmen bleibt ihr nicht.

Leos Vater, zu dem sie seit 15 Jahren keinen Kontakt hat, meldet sich bei ihr. In seiner näheren Umgebung wurde eine Leiche gefunden und er befürchtet unter Mordverdacht zu geraten. Seine Drohung, wenn Leo ihm nicht behilflich ist, wird er ein Massaker veranstalten.

Martin, Leos Freund aus Kindertagen ist wieder aus dem Krankenhaus entlassen. Unter seine Schwerstverletzung, die er sich in Band 1 zugezogen leidet er allerdings noch.
Er bekommt einen Auftrag der Besitzer der Firma Alfacent Industries eine Firmenbiografie zu schreiben. Dazu muss er allerdings auf eine Privatinsel mit einem verlassenem Observatorium. Da er sich für die Geschickte und die Mythen die sich um die Insel ranken interessiert macht er sich auf den Weg. Doch auf der Insel entdeckt er noch mehr Geheimnisse.

Die Charaktere sind sehr vielschichtig. Man bekommt es hier nicht mit glatten Ermittlern zu tun. Alle haben ihre eigene Seite, ihre Ecken und Kanten.
Leo hat mir im 1. Band schon gut gefallen. In diesem Band lernt man Leo noch besser kennen.

Anders de la Motte, von dem ich schon einige Krimis gelesen habe, führt wieder spannend durch die Geschichte.
Der Autor lässt den 2. Band direkt an den 1. Band anschließen.
Auch wenn es schon einige Zeit her ist, dass ich den 1. Band gelesen habe, bin ich doch gut in die Geschichte reingekommen.

Der Kriminalfall wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt, was die Spannung erhöht. Auch der gläserne Mann kommt zu Wort.
Die Atmosphäre ist düster und spannend.
Der Fall nimmt ungeahnte Dimensionen an.
Mich hat der Kriminalroman so in Atem gehalten, dass ich ihn fast in einem Zug ausgelesen habe.
Jetzt freue ich mich auf den 3. Band.