Dein ist die Sühne

Maria Höfle
Kriminalroman
322 Seiten
erschienen im Piper Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an Maria Höfle für das Rezensionsexemplar

Der Ruf nach Rache

Klappentext:
Was geschah tatsächlich in jener schaurigen Halloweennacht vor zwanzig Jahren? Zwei Jahrzehnte nach dem Mord an ihrem Vater erhält die junge Studentin Theresa einen kryptischen Hinweis, nun will sie der Wahrheit auf den Grund gehen.
Sie bittet Inspektorin Dorothea Keusch, neuestes Mitglied der Mordkommission, den Cold Case zu untersuchen. Weder die Leiterin des LKA noch Dorotheas Kollege Konstantin Schmitt halten das für eine gute Idee. Dennoch beginnt Dorothea, in dem rätselhaften Fall zu ermitteln. Erneut setzt sie dabei das Vertrauen ihrer Vorgesetzten und die zarte Nähe zu Konstantin aufs Spiel. Doch schon bald bereut sie ihre Entscheidung: Als ein neuer Mord Kufstein erschüttert, muss sie erkennen, dass es besser gewesen wäre, die Vergangenheit ruhen zu lassen.

„Dein ist die Sühne“ ist der 4. Band der Reihe „Dorothea Keusch ermittelt“ von Maria Höfle.
Für mich ist es der 1. Band der Reihe und ich bin ohne Vorkenntnisse gut in die Geschichte eingetaucht.

Die Studentin Theresa möchte 20 Jahre nach dem Mord an ihrem Vater endlich Klarheit haben. Sie bittet das LKA den Fall noch einmal aufzunehmen und nach dem Täter zu suchen.
Inspektorin Dorothea Keusch, sowie Konstantin Schmitt vom LKA lehnen das ab. Nur Dorothea möchte den Fall noch einmal aufnehmen. So beginnt sie allein zu ermitteln und schon bald versetzt ein neuer Mord Kufstein in Angst und Schrecken.

Maria Höfle entführt ihre Leser*innen in dieser Krimireihe nach Kufstein.
Die Autorin baut schnell Spannung auf und hält sie auch bis zum Ende aufrecht. Dazu erzeugt Maria Höfle eine recht düstere Stimmung, was dafür sorgt, dass man auf jeder Seite damit rechnet, dass etwas passiert.

Die Charaktere sind gut gezeichnet. Besonders Dorothea gefällt mir gut. Sie hat einen großen Gerechtigkeitssinn, was sie dazu veranlasst, eigenständig in diesem Cold Case zu ermitteln. Dies bereut Dorothea aber schnell wieder, denn es gibt ein neues Opfer.
Man lernt Dorothea auch privat kennen, wo auch einiges im Argen liegt.

Maria Höfle beschreibt die Handlungsorte sehr anschaulich, wer schon einmal in Kufstein war, erkennt bestimmt das eine oder andere wieder.

Maria Höfle hat einen flüssigen, gut verständlichen und vor allem fesselnden Schreibstil.

Das Ende und die Auflösung haben mich überrascht, ich habe mit einem anderen Täter gerechnet.

„Dein ist die Sühne“ ist ein spannender Krimi, ich habe das Buch innerhalb von zwei Abenden gelesen.

Nie wieder Opfer

Thomas Schwank
Thriller
erschienen im Selfpublishing
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an Thomas Schwank für das Rezensionsexemplar

Atmosphärisch und spannend

Klappentext:
Vor zweieinhalb Jahren stirbt Neeles Familie bei einem angeblichen Autounfall in der Elbe. Die Polizei spricht von einem tragischen Unglück. Keine Fremdeinwirkung. Keine Ermittlungen. Der Fall wird geschlossen.
Lisa lebt in Berlin. Sie schlägt sich mit Gelegenheitsjobs durch und jagt gemeinsam mit Ünal und Imany neuerdings Prämien für ungelöste Fälle – riskante Recherchen für schnelles Geld.
Ihr erster Auftrag führt sie nach Hamburg, in die glitzernde Welt der Modedesignerin Berit Hansen. Doch hinter Luxus und Erfolg lauert ein Verbrechen, das um jeden Preis verborgen bleiben soll.

„Nie wieder Opfer“ ist das Thriller-Debüt von Thomas Schwank.
Vor der ersten eigenen Veröffentlichung hat der Autor schon als Drehbuchautor reichlich Erfahrung gesammelt. Und das spürt man auch, Thomas Schwank schreib sehr atmosphärisch und seine Charaktere sind wie aus dem echten Leben entsprungen.

Thomas Schwank entführt seine Leser*innen in die Welt der Mode, was gleichzeitig auch eine Welt der Gier und der Macht ist.

Lisa, Ünal und Imany wollen schnelles Geld verdienen. So recherchieren sie in Fällen, für die eine Belohnung ausgeschrieben wurde.
Sie hängen sich an einen Fall in dem es um Markenpiraterie geht. Ein heikles Thema und die drei stoßen auch an ihre Grenzen und bringen sich in Gefahr.
Ob sie mehr zu diesem Fall herausbekommen und der Gefahr gewachsen sind, dass müsst ihr selbst lesen.

Lisa, Ünal und Imany haben mir gut gefallen. Sie haben ein bewegtes Leben, ihre Ecken und Kanten. Und sie haben das Potential für mehr.

Thomas Schwank baut schon mit dem Prolog Spannung auf und hält sie auch über die gesamte Geschichte aufrecht.
Ich habe schon sehr viele Krimis und Thriller gelesen. Es gibt viele Arten von Ermittler: Polizisten, Kriminalbeamten, Journalisten und und und…
Hier ist ein neuartiges Team am Start, junge Leute, die sich mit Belohnungen, die auf Verbrechen ausgesetzt wurden, Geld verdienen wollen. Also eine Art moderne Kopfgeldjäger. Das ist einmal neu und erfrischend.

Der Schreibstil des Autors ist flüssig, gut verständlich und fesselnd. Die Atmosphärische Beschreibung sorgt dafür, dass bei mir schnell Bilder im Kopf entstehen.
Mit Humorlockert Thomas Schwank die Geschichte immer wieder auf.

„Nie wieder Opfer“ ist ein Spannender Thriller, der Lust auf mehr macht.

Dünenwut

Sven Koch
Kriminalroman
263 Seiten
erschienen im Droemer Knaur Verlag
Meine Bewertung:
4 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Droemer Knaur Verlag für das Rezensionsexemplar

Spannender Nordseekrimi, mit beängstigendem Thema

Klappentext:
Deutschland steht unter Schock: Eine Gruppe von Öko-Terroristen hat in der Nordsee ein Strom- und Daten-Kabel gekappt und damit in ganz Norddeutschland einen Blackout verursacht.
Nach einer chaotischen Nacht ist zwar das Stromnetz stabilisiert. Doch die Gruppe droht mit weiteren Anschlägen, sollte das heftig umstrittene, milliardenschwere Projekt »Green Islands« nicht gestoppt werden. Denn die künstlich angelegten Inseln, auf denen grüner Strom erzeugt werden soll, gelten vielen Experten als ernste Bedrohung für das ohnehin bereits gefährdete Ökosystem der Nordsee.
Für die SOK um Tjark Wolf und Femke Folkmer beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit. Und gegen eine neue Bundesbehörde, die ganz eigene Ziele verfolgt.

„Dünenwurt“ ist der 9. Band der Reihe „Ein Fall für Femke Folkmer und Tjark Wolf“ von Sven Koch.

Sven Koch hat seinem neuen Krimi ein aktuelles Thema zugrunde gelegt. Hier kann man zum einen verfolgen, wie an Profit gedacht wird unter dem Mantel des Umweltschutzes.
Zum anderen wie angreifbar man als Land ist und wie wenig ohne Strom noch funktioniert.

Sven Koch beschreibt die Szenarien des Blackouts sehr eindringlich. Ich wusste nicht, dass auf dem Meeresboden so viele Kabel liegen, um die Verbindung zwischen den Kontinenten oder die Inseln zu ermöglichen.
Der Autor beschreibt das auch für Laien so weit verständlich, doch manchmal wurde es mir zu technisch, zu detailliert, was den Lesefluss etwas bremste.

Die Charaktere sind gut gezeichnet und wirken lebendig.
Femke Folkmer und Tjark Wolf gefalle mir gut. In diesem Fall ermitteln sie, obwohl sie nicht wirklich ermitteln sollen. Doch den beiden geht es um Gerechtigkeit, was ich gut finde.

Die Handlungsorte werden sehr anschaulich beschrieben. Das Sprengen der Stromleitung ist erschrecken real.

„Dünenwurt“ ist ein spannender Krimi mit einem aktuellen Thema, den ich gerne gelesen habe.

Krakenkind

Maria Grund
Thriller
384 Seiten
Übersetzt aus dem Schwedischen von Sabine Thiele
erschienen im Penguin Verlag
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Penguin Verlag für das Rezensionsexemplar

Spannender Thriller mit geheimnisvoller Atmosphäre

Klappentext:
Småland, Spätsommer 1996: Die Abendsonne taucht den kleinen schwedischen Ort Augu in goldenes Licht. Doch die Idylle trügt, denn in der Dunkelheit der Nacht geschieht ein brutales Verbrechen. Eigentlich wollte die junge Polizistin Sanna nach Gotland ziehen und dort ein neues Leben beginnen, doch dieser Fall hält sie davon ab, ihre Koffer zu packen. Anhaltspunkte gibt es wenige, die Ermittlungen kommen nur schleppend voran, aber bei näherem Hinsehen bekommt das friedliche Bild der Gemeinde tiefe Risse. Die Bewohner von Augu hüten dunkle Geheimnisse, und noch bevor Sanna das Geflecht aus Lügen entwirren kann, gibt es weitere Opfer. Das Grauen beginnt erst.

„Krakenkind“ ist der 4. Band der „Berling-und-Pedersen-Reihe“ von Maria Grund.
Die Autorin wurde bereits für ihr Debüt „Fuchsmädchen“ von der Swedish Crime Fiction Academy ausgezeichnet.

Die Geschichte beginnt recht ruhig. Die Leser*innen haben genügend Zeit sich mit den Charakteren und den Örtlichkeiten vertraut zu machen.

Es gibt verschiedene Handlungsstränge, die sich abwechseln und die Geschichte facettenreich machen.

Die Polizistin Sanna steckt mitten in den Vorbereitungen ihres Umzugs nach Gotland. Doch der Fall in dem ermittelt werden muss, es geht an ein Verbrechen an einer Frau, lässt Sinna innehalten, erst muss dieser Fall gelöst werden, dann kann Sina sich ihrem Umzug widmen.

Die Hauptrolle in dieser Geschichte, hat diesmal eine ganze Gemeinde. In Augu stoßen die Ermittler auf ein Geflecht aus Lügen und dunkle Geheimnisse. Die Ermittlungen gehen dadurch recht schleppend von statten.

Maria Grund schreibt in einem spannenden Schreibstil. Die Autorin versteht es, den Spannungsbogen über die gesamte Geschichte zu spannen.
Maria Grund hat die verschiedenen Handlungsstränge fest in der Hand und verknüpft sie am Ende auf eine überzeugende Weise.

Die Atmosphäre in den Thrillern der Autorin, hat immer etwas Dunkles und Geheimnisvolles an sich.

Ihre Charaktere hat die Autorin mit viel psychologischem Geschick entworfen und verlangt ihnen immer einiges ab.

Die Handlungsorte werden anschaulich beschrieben.

Wie schon „Fuchsmädchen“, „Rotwild“ und „Krähentochter“ ist auch „Krakenkind“ wieder ein überaus spannender Thriller.

Schattenmädchen

Frida Skybäck
Kriminalroman
429 Seiten
erschienen im dtv Verlag
Übersetzt aus dem Schwedischen von Julia Gschwilm
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den dtv Verlag für das Rezensionsexemplar

Spannende Krimireihe aus Schweden

Klappentext:
An einem drückend heißen Sommerabend verschwindet die Studentin Isabelle Karlsson von der Party eines erfolgreichen Technologieunternehmens, gegründet von zwei ehemaligen Studenten der Universität Lund. Der charismatische CEO Martin Zenberg beteuert, weder er noch sein Unternehmen hätten irgendeine Verbindung zu der jungen Frau – doch ist er wirklich glaubwürdig?
Fredrika Storm und Henry Calment entdecken Parallelen zum Mord an der Studentin Petra Olsen, die sieben Jahre zuvor getötet wurde. Zwar gibt es einen verurteilten Täter, doch die damaligen Ermittlungen zeigen eklatante Mängel. Was ist wirklich mit den beiden Frauen passiert? Und wer profitiert bis heute von der offiziellen Wahrheit?

„Schattenmädchen“ ist der 3. Band der Krimireihe Fredrika Storm von Frida Skybäck.

Die Autorin hat interessante und facettenreiche Charaktere erdacht.
Das Ermittlerduo besteht aus Fredrika Storm und Henry Calmen.
Fredrika ist noch jung und hoch motiviert, als sie von Kopenhagen zurück in ihre Heimat kommt und die Stelle bei der Mordkommission in Lund antritt. Sie ist in der Gegend aufgewachsen und kennt Land und Leute.
Schon im ersten Band sind die beiden Ermittler zu einem guten Team zusammengewachsen.

Eine Studentin verschwindet spurlos. Sie wurde zuletzt auf einer Party der Firma BubbleBuy gesehen. Nur was ist danach passiert. Fredrika Storm und Henry Calment versuchen die letzten Tage der Studentin zu rekonstruieren. Dabei stoßen die Ermittler auf einen Fall, vor 7 Jahren verschwand auch eine Studentin. Allerdings wurde hier der Mörder gefunden und verurteilt. Bis zum Schluss behauptet der Verurteilte unschuldig zu sein, bis er Suizid begann.

Die Autorin hat einen flüssigen und gut verständlichen Schreibstil. Sie erzählt die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven, was das Ganze sehr facettenreich macht.
Frida Skybäck baut schnell Spannung auf und steigert diese, mit dem zurückliegenden Fall noch einmal.

Die Charaktere werden gut in die Geschichte eingeführt und sind sympathisch. Die Ermittler sind mir schon vom ersten Band gut bekannt. Wieder erfahren die Leser*innen einiges über das Privatleben der Ermittler.

„Schattenmädchen“ ist der 3. Band einer Reihe, man braucht aber nicht unbedingt Vorkenntnisse, um das Buch zu lesen.

„Schattenmädchen“ ist ein gelungener 3. Band, der auch wieder Lust auf mehr macht.

Eine tödliche Partie

KJ Charles
Kriminalroman
280 Seiten
erschienen im Second Chances Verlag
Übersetzt aus dem Englischen von Nina Restemeier
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Second Chances Verlag für das Rezensionsexemplar

Kriminalroman mit Herz und Humor

Klappentext:
Meisterschützin Patricia Merton freut sich darauf, mit ihrem Bruder an der Jagdgesellschaft ihres alten Freundes Jimmy Lord Witton teilzunehmen. Dass die anwesenden Gentlemen ihre Schießfertigkeit undamenhaft finden, ist ihr dabei völlig egal. Nicht egal ist ihr jedoch die bezaubernde Fenella Carruth. Ein Dilemma, denn sie ist Jimmys Verlobte und damit für Pat tabu.
Als ein Gast der Gesellschaft ermordet aufgefunden wird, bleibt Pat keine Wahl: Mit Hilfe von Fenella will sie den Mörder finden, um Jimmys Ruf zu schützen. Dabei merkt Pat schnell: Fenellas Charme ist mindestens ebenso gefährlich wie die Intrigen und Geheimnisse, die das Haus durchziehen und einen Schatten auf die aufblühende Liebe der beiden werfen. Pat muss sich fragen: Kann sie ihrer neuen Freundin wirklich trauen? Denn auf Rodington Court haben alle etwas zu verbergen.

„Eine tödliche Partie“ von KJ Charles, ist ein Cosy-Crime mit Herz und Humor.

Im Mittelpunkt stehen Patricia und Fenella. Patricia ist zusammen mit ihrem Bruder bei einer Jagdgesellschaft, die ihr Freund Jimmy Lord Witton ausrichtet, eingeladen. Dort fällt Patricia schon durch ihr undamenhaftes Verhalten auf.
Fenella Carruth, auch ein Gast der Jagdgesellschaft fällt Patricia angenehm auf. Sie spürt in ihrer Nähe ein Kribbeln, doch leider ist Fenella die Verlobte des Gastgebers.
Als einer der Gäste ermordet aufgefunden wird, will Patricia zusammen mit Fenella den Mörder finden.

KJ Charles lässt die Geschichte ruhig beginnen. Die Leser*innen könne sich erst einmal mit den Charakteren und den Gegebenheiten vertraut machen. Schnell spürt man, dass Patricia sich von Fenella angezogen fühlt.

Nach fast der Hälfte des Buches gibt es einen Toten. Hier setzt jetzt zusätzlich zu der vorher schon guten Unterhaltung auch Spannung ein.

Die Charaktere erden alle gut beschrieben und sind sympathisch. Patricia mit ihrer unkonventionellen Art hat mir besonders gefallen.

Der Handlungsort und die Jagdgesellschaft werden bildhaft beschrieben, ich konnte mir alles gut vorstellen.

Bei der Suche nach dem Mörder kommen schnell Miss‑Marple Vibes auf.

KJ Charles hat einen flüssigen und fesselnden Schreibstil, der immer wieder mit Humor versetzt wird.

„Eine tödliche Partie“ ist ein unterhaltsames Cosy-Crime, den ich an einem Stück gelesen habe.

Sommer, Glück und Ringelblumen

Ally Zetterberg
Roman
394 Seiten
erschienen im Rowohlt Verlag
Übersetzt aus dem Englischen von Vanessa Lamatsch
4 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Rowohlt Verlag für das Rezensionsexemplar

Ein leichter Sommerroman

Klappentext:
Sophia ist Floristin im schwedischen Svedala. Als ihr Onkel ihr sein Ladenlokal vermacht, scheint der Traum von einem eigenen Blumengeschäft in greifbarer Nähe, doch ihre Familie will den Laden so schnell wie möglich loswerden. Um zu beweisen, dass sie das Zeug dazu hat, das Geschäft wiederzubeleben, muss Sophia dringend einen Großkunden an Land ziehen. Da tut sich in Form einer landesweiten Blumenmesse die perfekte Gelegenheit auf.
Blade kümmert sich in London um seine an Alzheimer erkrankte Mutter, die ihn aus heiterem Himmel um etwas bittet: Er soll nach Schweden reisen, um einen gewissen Sven zu finden, die Liebe ihres Lebens, der sie vor siebenundzwanzig Jahren an einer Bushaltestelle treffen und mit ihr durchbrennen wollte, aber nie aufgetaucht ist. Nach anfänglichen Zweifeln macht sich Blade auf nach Schweden. Dort angekommen, findet er statt dem geheimnisvollen Sven jedoch zunächst eine verzweifelte Floristin, die auf dem Weg zu einer Blumenmesse mit dem Auto liegen geblieben ist.

„Sommer, Glück und Ringelblumen“ von Ally Zetterberg ist ein Sommerroman mit Liebesglück.

Die Geschichte beginnt mit 2 Handlungssträngen.
Im schwedischen Svedala möchte die Floristin Sophia gerne das Blumengeschäft ihres verstorbenen Onkels, dass er ihr und ihren Brüdern vermacht hat, weiterführen. Doch die Brüder wollen es lieber so schnell wie möglich loswerden. Jetzt heißt es für Sophia einen großen Auftrag zu generieren, damit sie ihre Brüder auszahlen kann. Dazu eignet sich die anstehende Blumenmesse hervorragend. Doch die Aussichten sind schlecht, denn schon auf dem Weg zur Messe bleibt Sophia mit dem Auto liegen.

In London betreut Blade seine unter Alzheimer leidende Mutter. Ihr Wunsch ist, ihre große Liebe noch einmal zu sehen. Noch heute sitzt Edith noch oft an der Bushaltestelle Hornton Street und wartet auf ihren Sven. Damals, als sie verabredet waren, ist Sven nicht erschienen. Edith bittet ihren Sohn nach Schweden zu reisen um Sven zu finden.
In Schweden angekommen, bemerkt er auf der Straße eine junge Frau, die mit ihrem Auto liegengeblieben ist. Er hält mit seinem Wohnmobil an, um zu helfen.

Ally Zetterberg erzählt die Geschichte mit Herz und Gefühl. Ihre Charaktere wirken wie aus dem echten Leben entsprungen.
Sophia ist Autistin und hat nur den einen Wunsch, ihren Blumenladen zu neuem Leben zu erwecken. Doch sie muss so viel Geld damit verdienen, um ihre Brüder auszahlen zu können.
Blade kümmert sich um seine Mutter und möchte ihr den Wunsch erfüllen und ihre Liebe Sven zu ihr zu bringen.
Sophia und Blade haben mir gut gefallen. Ich habe sie gerne durch die Geschichte begleitet. Es wird nicht nur das leichte Sommerglück erzählt. Auch Edith ist ein interessanter Charakter. Doch sie triftet immer mehr in die Vergangenheit ab.

Ally Zetterberg vermittelt die Gefühle der an Alzheimer leidenden Edith sehr authentisch. Ich hätte Edith am liebsten immer wieder in den Arm genommen. Es ist schlimm, wenn einem das eigene Leben entgleitet.

Die Autorin beschreibt die Handlungsorte anschaulich. Der Schreibstil von Ally Zetterberg ist gut verständlich.
Auch wenn die Geschichte etwas vorhersehbar war, habe ich „Sommer, Glück und Ringelblumen“ gerne gelesen.

Villa Rivolta

Daniel Speck
Roman
595 Seiten
erschienen im S. Fischer Verlag
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den S.Fischer Verlag für das Rezensionsexemplar

Kindheit in der Villa Rivolta

Klappentext:
Zwei Kinder im Garten einer Mailänder Villa: Piero, der strahlende Sohn des großbürgerlichen Automobilunternehmers Renzo Rivolta. Und Valeria, die eigensinnige Tochter des Dienstmädchens. Sie versprechen sich, Freunde fürs Leben zu werden.
Verbunden durch ein altes Familiengeheimnis erleben sie eine Jugend in den goldenen Jahren Italiens: Mailands mondäne Eleganz zwischen Dolce Vita und kultureller Revolution. Doch als Piero die Nachfolge seines Vaters antreten muss, verliebt sich Valeria in den Arbeitersohn Flavio, der Pieros Welt den Kampf ansagt.

„Villa Rivolta“ von Daniel Speck ist eine Familiengeschichte, die in den 1950er und 1960er spielt.
Daniel Speck begeistert mich immer wieder mit seinen Romanen. Auf das neue Werk habe ich schon sehnsüchtig gewartet.

Die Geschichte beginnt 1979, die Journalistin Valeria Fabrizi kommt einem Familiengeheimnis auf die Spur. Das bewirkt, dass Valeria mit ihrem Sohn Tonino vor der Polizei fliehen muss. Bei Piero, ihrem Freund aus Kindertagen will sie Schutz suchen.
Auf der Fahrt erzählt sie ihrem Sohn, ihre Geschichte.
Eine Geschichte aus Kinder- und Jugendtagen. Eine Geschichte als Valeria als Tochter einer Hausangestellten noch in der Vila Rivolta lebte.
Zusammen mit Piero, der Sohn des Patrons erlebte sie eine schöne Kindheit.

Daniel Speck ist zurück in Italien. Die Geschichte wird auf zwei Zeitebenen erzählt. Einmal die Gegenwart, in der Valeria mit ihrem Sohn Tonino zu Piero reist. Und dann die Vergangenheit in der Villa Rivolta.
Beide zeitebenen haben mir gut gefallen. Die Vergangenheit, der größere Teil der Geschichte hat mich sehr schnell in seinen Bann gezogen. Die Leser*innen lernen Mailand in seinen goldenen Jahren kennen. Ich glaube niemand kann das so gut erzählen wie Daniel Speck.

Der Autor beschreibt das Leben in der Villa sehr lebendig und anschaulich. Auch das Mailand der 1950er und 1960er Jahre wird gut vermittelt. Endlich gab es nach dem Krieg wieder Aufschwung. Mailand erlebte die goldenen Jahre. Wie auch die Familie Rivolta, die Automobile herstellte.

Daniel Speck hat seine Charaktere gut gezeichnet und sie wirken richtig lebendig. Im Anhang gibt es ein Personenregister, in dem viele reale Persönlichkeiten zu finden sind.
So wie die realen Persönlichkeiten; so ist auch die Geschichte einer wahren Begebenheit entsprungen. Die Villa Rivolta gibt es wirklich, genau wie die Familie Rivolta.
In vielen Gesprächen mit Piero Rivolta, fand Daniel Speck Inspirationen für seinen Roman.

„Villa Rivolta“ ist wieder einmal ein echtes Lesehighlight. Ich habe die fast 600 Seiten an 3 Abenden verschlungen.

grün, tot, weiß

Anja Goerz und Eric Niemann
Kriminalroman
300 Seiten
erschienen im Gmeiner Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

ielen Dank an den Gmeiner Verlag für das Rezensionsexemplar.

Eine Insel unter Mordverdacht

Klappentext:
Am Fuß der Hummerklippen wird der erfolgreiche Krimiautor Christian Gröger ermordet aufgefunden, der sich für die Recherche zu seinem neuen Buch auf Helgoland aufhielt. Bei ihren Ermittlungen stoßen die nach einem Burnout frisch in den Dienst zurückgekehrte Hauptkommissarin Herma Bahnsen und ihr junger Kollege Jan Tesdorp bald auf ein unfertiges Manuskript, das brisanter nicht sein könnte: Darin enthüllt Gröger die dunklen Machenschaften einflussreicher Helgoländer, von Korruption bis Schmuggel. Plötzlich steht die ganze Insel unter Mordverdacht.

„grün, tot, weiß“ ist der 1. Band der neuen Krimireihe „Herma und Jan ermitteln“ von Anja Goerz und Eric Niemann.

Der Krimiautor Christian Gröger ist zwecks einer Recherchereise auf Helgoland. Dann wird seine Leiche am Fuß der Hummerklippen gefunden.
Hauptkommissarin Herma Bahnsen, die nach einem Burnout gerade ihren Dienst wieder antritt übernimmt den Fall. Zusammen mit ihrem Kollege Jan Tesdorp ermittelt sie. Die Ermittler finden ein unfertiges Manuskript, von hoher Brisanz. Darin legt der Autor so einige dunkle Machenschaften der einflussreichen Helgoländer offen. Jetzt steht praktisch die ganze Insel unter Mordverdacht.

Anja Goerz und Eric Niemann bauen in ihrem Krimi schnell Spannung auf und halten diese auch bis zum Ende aufrecht. Mit etwas Humor lockern sie die Geschichte immer wieder auf.
Die Charaktere sind gut gezeichnet. Die Ermittler gefallen mir gut und haben Potenzial für viele weitere Fälle.
Auch die Helgoländer in ihrer Verschwiegenheit und manchmal etwas rauen Art werden gut in Szene gesetzt.
Auch der Handlungsort wird gut beschrieben.

Der Schreibstil von Anja Goerz und Eric Niemann ist flüssig und gut verständlich. Vor allem ist er aus einem Guss, man spürt beim Lesen nicht, dass 2 Autoren an der Geschichte gearbeitet haben.

„grün, tot, weiß“ ist ein gelungener Auftakt der neuen Krimireihe. Ich freue mich schon auf den 2. Band.

Moorland – Die Zwillinge

Andreas Winkelmann
Thriller
426 Seiten
erschienen bei Droemer Knaur
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Droemer Knaur Verlag für das Rezensionsexemplar

Spannender Thriller mit beängstigendem Setting

Klappentext:
Dichte Nebelschwaden hängen über der Marsch, als die 18-jährigen Zwillinge Nike und Jana von einem ihrer Ausflüge ins Moor nicht zurückkehren. Die Suche durch die eiskalte, unwegsame Landschaft bleibt erfolglos, nur eine Kamera deutet auf das Verschwinden der Mädchen hin. Als plötzlich verstörende Bilder von Jana auf ihrem TikTok-Kanal auftauchen, beginnt Kommissarin Malia Gold unter Hochdruck zu ermitteln. Mit jedem Schritt sinkt sie tiefer in den Sumpf aus Lügen und Geheimnissen, die die verschworene Gemeinde zusammenhalten. Doch um die beiden Schwestern zu finden, würde Malia alles tun – sogar sich ihrer eigenen dunklen Vergangenheit stellen.

„Moorland – Die Zwillinge“, ist der Start einer neuen und spannenden Thriller-Reihe von Andreas Winkelmann.

Die 18-jährigen Zwillinge Nike und Jana sind trotz schlechtem Wetter aufgebrochen, um im Moor Bilder und Videos für ihren TikTok-Kanal zu machen. Im Moor ist so starker Nebel, man sieht die Hand vor Augen nicht. Dafür hören die Zwillinge seltsame Geräusche, die selbst ihnen, die sich im Moor auskennen eine Gänsehaut verursachen.
Als die Zwillinge nicht aus dem Moor zurückkommen, geben die Eltern eine Vermisstenmeldung auf. Dann tauchen erschreckende Bilder auf dem TikTok-Kanal der Mädchen auf.
Kommissarin Malia Gold, die ihren ersten Tag in der neuen Dienststelle hat, beginnt die Suche nach den Mädchen.

Das sind die groben Umrisse des Plots.
Mehr möchte ich auch nicht verraten, das müsst ihr selbst lesen.

Die Geschichte wird von Andreas Winkelmann sehr spannend erzählt.
Allein schon die Beschreibung des Settings lässt einen manchmal einen Schauer über den Rücken laufen.
Der Autor lässt seine Leser*innen auch immer wieder das Schicksal der Zwillinge verfolgen.

Die Charaktere sind gut gezeichnet. Kommissarin Malia Gold gefällt mir gut. Sie hat so ihre Geheimnisse aus der Vergangenheit, die noch nicht alle gelüftet wurden. Auf jeden Fall hat sie das Potential für viele weitere Bände der Reihe.

Das Moor als Setting ist genial, es vermittelt ein leichtes Gruseln. Man hat immer das Gefühl, jeden Moment kann etwas Unverhofftes passieren.

Mit dem Verschwinden der Zwillinge baut Andreas Winkelmann schnell Spannung auf, die er auch bis zum Ende aufrechterhält.
Genau wie Malia, hatte ich auch verschiedene Verdächtige. Doch die Lösung zum Fall muss bis zum Ende warten.
Dafür erfährt man einiges über die Zwillinge, sie sind nicht immer so unschuldig wie es scheint.
Auch über Malia und ihre Vergangenheit erfahren die Leser*innen einiges. Da bleibt aber noch genug für die nächsten Bände übrig.

Der Schreibstil von Andreas Winkelmann ist wie immer flüssig, gut verständlich und fesselnd.
Nach ein paar Seiten ist man mitten in der Geschichte und es wird schwer das Buch zur Seite zu legen.
„Moorland – Die Zwillinge“ hat mir wieder viel Lesefreude geschenkt. Ich bin jetzt schon auf den nächsten Band gespannt.