Sophie Czerny
Thriller
442 Seiten
erschienen bei Droemer Knaur
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Droemer Knaur Verlag für das Rezensionsexemplar
Ein fesselnder Höllenritt in die menschlichen Abgründe
Zum Inhalt:
Im Mittelpunkt steht Ada Sabel. Sie ist Kommissarin des LKA Wien, aber vom Dienst suspendiert.
Vor 5 Monaten verschwand ihre 14-jährige Tochter Mara. Ada ist sich sicher, Mara wurde entführt. Die Polizei geht allerdings davon aus, dass Mara von zuhause ausgerissen ist.
Am 145. Tag von Maras Verschwinden gibt es eine Wende. Am Ufer des Donaukanals wird eine kopflose Frauenleiche gefunden. Mit Blut wurde der Name ADA auf den Rücken geschrieben. Ada ist sich sicher, diese Nachricht gilt ihr. Ada nimmt auf eigene Faust die Ermittlungen auf.
„Totensee“ ist das Psychothriller-Debüt von Sophie Czerny.
Die Autorin konstruiert hier ein hochemotionales und düsteres Psychodrama, das Leser emotional fordert und bis zur letzten Seite fesselt.
Sophie Czerny erzählt die Geschichte schonungslos. Dafür hat sie vielschichtige Charaktere ins Leben gerufen.
Ada Sabel ist auf einem absoluten emotionalen Tiefpunkt angekommen. Getrieben von ihrer Verzweiflung kontrolliert sie ihren inneren Schmerz durch Selbstverletzung. Sie führt eine Strichliste, jeden Tag, an dem ihre Tochter vermisst wird, ein neuer Schnitt am Arm.
Ada ist recht unkonventionell und eigensinnig.
Heidi Bauer ist Adas Rechtsanwältin und Freundin. Sie bietet Ada ihre Unterstützung an.
Sophie Czerny hat einen flüssigen und gut verständlichen Schreibstil.
Sie hält sich nicht mit unnötigen Schnörkeln auf, sondern kommt schnell zum Punkt.
Die Kapitel sind kurz und verführen zum ständigen Weiterlesen.
Die Geschichte lebt unter anderem durch die schnellen Wechsel der Szenen und die eingeflochtenen Wendungen.
Sophie Czerny schafft durchgehend eine beklemmende Atmosphäre, was für so manchen Gänsehautmoment sorgt.
„Totensee“ ist ein spannender Thriller, der die Leser*innen an den Rand der menschlichen Abgründe führt.
