Die vergessene Tochter

Soraya Lane
Roman
345 Seiten
Übersetzt aus dem Englischen von Sigrun Zühlke
erschienen im Droemer Knaur Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Droemer Knaur Verlag für das Rezensionsexemplar

Wieder ein bewegendes Schicksal

Klappentext:
Norwegen, 1950: »Ich liebe dich, Amalie, und nur darauf kommt es an«, flüsterte er. »Ich kümmere mich um dich, versprochen. Du musst keine Angst haben.«
London, Gegenwart: Während Charlotte das kleine Kästchen umklammert, in dem sich ein Diamantring und ein norwegisches Wappen verbergen, weiß sie, dass sie endlich nach Hause zurückkehren muss, zu ihrer Familie und ihrer Urgroßmutter Amalie. Im angesehensten Hotel Norwegens tritt sie ihren Traumjob als Chefköchin an und sie begegnet dem charismatischen Chefdesigner Harrison. Doch als sie Amalie mit dem Inhalt des Kästchens konfrontiert, enthüllt ihre Urgroßmutter ein tragisches Geheimnis, das auch Charlottes Welt ins Wanken bringt. Wird Charlotte die Kraft finden, ihren eigenen Weg zu gehen, oder wird sie ihrer Heimat und ihrer Liebe für immer den Rücken kehren?

„Die vergessene Tochter“ ist der 7. Band der Reihe „Die verlorenen Töchter“ von der neuseeländischen Autorin Soraya Lane.

Die Geschichte ist ähnlich aufgebaut wie die der vorherigen Bände und doch wieder so ganz anders.
Wie schon die Frauen in den vorherigen Bänden, so hatte auch in diesem Band eine junge Frau ein geheimnisvolles Holzkästchen bekommen.
In dem Kästchen für Charlotte waren ein Diamantring und ein norwegisches Wappen.
Mit Charlotte reisen die Leser*innen nach Norwegen, in die Heimat von Charlotte.

Die Geschichte hat auch wieder zwei Zeitebenen, einmal die Gegenwart, in der die Leser*innen, die junge Charlotte begleiten. Sie reist wieder nach Hause zu ihrer Familie und ihrer Urgroßmutter Amalie.

Im 2. Handlungsstrang geht es zurück in die 1950er Jahre. Die Leser*innen lernen Amalia kennen. Sie arbeitet als Dienstmädchen im Sognefjord Hotel. Dort verliebt sich Amalia in den Aushilfskoch Oskar. Die beiden genießen einen Sommer lang zusammen. Doch Oskar hat Amalia seine wahre Identität verschwiegen. Er stammt aus einer Unternehmerdynastie und seine Eltern sind mit Amalia als seiner Ehefrau nicht einverstanden.

Soraya Lane erzählt ihre Geschichte mit sehr viel Gefühl und sehr atmosphärisch.
Die Beschreibung der Handlungsorte war für mich wie eine virtuelle Reise.
Ihre Charaktere sind mit viel Liebe zum Leben erweckt.
Der Schreibstil der Autorin ist fesselnd, flüssig und gut verständlich, hat aber auch etwas Geheimnisvolles.
Ich wurde beim Lesen schnell wie durch einen Sog in die Geschichte hineingezogen.
Ich liebe es einfach, wenn in einer Geschichte Geheimnisse aus der Vergangenheit in der Gegenwart aufgedeckt werden.
In der Gegenwart bin ich Charlotte gerne gefolgt und habe ihre Reise und die Gefühle, die sie dabei überkamen, mit Freude begleitet. Die Vergangenheit und die Geschichte von Amalia haben mich sehr berührt.

Ein Geheimnis ist: Es gibt noch eine Schachtel. Diese bekommt im 8. Band Hope und sie wird die Leser*innen nach Paris führen.

Jetzt freue ich mich schon auf den 8. Band „Die verschwiegene Tochter“, der im November 2026 erscheinen soll.

Die Mitternachtsreise

Matt Haig
Roman
329 Seiten
Übersetzt aus dem Englischen von Sabine Hübner
erschienen im Droemer Knaur Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Droemer Knaur Verlag für das Rezensionsexemplar

Wenn das Leben an einem vorbeizieht

Klappentext:
Stell dir vor, dein Leben zieht im Zeitraffer an dir vorbei. Was würdest du noch einmal erleben wollen? Welche Momente – und welche Menschen – zählen wirklich?
Wilbur hätte nicht gedacht, dass er Agnes Bagdale noch einmal begegnen würde. Als Kind war der Buchladen der alten Dame in Sheffield sein Zufluchtsort, nicht nur wegen seiner geliebten Bücher. Bei Bagdale’s Bookshop konnte er die Probleme zu Hause einen Moment vergessen. Und dort begann seine eigene Laufbahn als Buchhändler.
Jetzt, Jahrzehnte später, ist Wilbur erfolgreich, einsam und am Ende seines Lebens angekommen. Doch statt dem Tod wartet ein rätselhafter Zug auf ihn. Und Agnes. Sie nimmt ihn mit, zurück durch die Zeit, auf eine Reise, die ihn seine bedeutsamsten Momente noch einmal durchleben lässt. Die glücklichsten Momente, wie damals in den Flitterwochen in Venedig mit seiner großen Liebe Maggie. Aber auch die schlimmsten, in denen er alles verlor.
Schon bald begreift er, wie viel er hätte anders machen wollen.

„Die Mitternachtsreise“ von Marr Haig ist ein Buch, das alle Buchliebhaber lieben werden.
Innen auf der ersten Seite ist die Fahrkarte für die Mitternachtsreise abgedruckt. Also einsteigen und los geht’s.

Im Mittelpunkt steht Wilbur. Er ist erfolgreich, aber einsam.
Auf den Tod wartend, kommt ein Zug vorbei und nimmt ihn mit auf eine Reise.
Bei der Mitternachtsreise, zieht sein Leben noch einmal an Wilbur vorbei.
So sieht er noch einmal Agnes Bagdale und den Bagdale’s Bookshop, den er als Kind geliebt hat. Auch seine große Liebe Maggie sieht Wilbur wieder. Allerdings sieht Wilbur auch die schlechten Momente in seinem Leben, Momente, in denen er eine andere Entscheidung hätte treffen sollen.

Matt Haig erzählt die Geschichte wieder mit viel Gefühl. Seine Charaktere sind wie immer sehr lebendig.
Mir hat es Freude gemacht, Wilbur auf dieser Reise zu begleiten und seine Entwicklung mitzuerleben.
Auch Maggie ist ein Charakter, der die Geschichte bereichert.

Der Schreibstil von Matt Haig ist flüssig, gut verständlich und fesselnd. Ich bin nach wenigen Seiten tief in die Geschichte eingetaucht.
„Die Mitternachtsreise“ ist eine Geschichte über die Liebe und über die Kraft der Bücher. Ich habe auch dieses Buch von Matt Haig gerne gelesen.

Die Liga der sagenhaften Frauenzimmer – Der Auftakt

Charlotte von Feyerabend
Historischer Roman
313 Seiten
erschienen im Droemer Knaur Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

ielen Dank an den Droemer Knaur Verlag für das Rezensionsexemplar

Ich bin begeistert

Klappentext:
Deutschland, Anfang des 19. Jahrhunderts: eine Zeit, in der Frauen keine Rechte haben und von der Geneigtheit der Männer abhängig sind. Doch einige Damen finden sich zusammen, um ihr Geschick in die eigenen behandschuhten Hände zu nehmen. Sie gründen einen Geheimbund um Bettina von Arnim: die Liga der sagenhaften Frauenzimmer. Ihr gemeinsames Ziel: die Gesellschaft zu verändern. Nur in der Wahl ihrer Mittel sind sie sich nicht immer einig: Einige beeinflussen geschickt die öffentliche Wahrnehmung, indem sie den Märchensammlern Grimm ihre feministisch eingefärbten Versionen unterjubeln. Andere jedoch würden lieber gleich eine Revolution anzetteln.
Als zwei ihrer Verbündeten unter mysteriösen Umständen ums Leben kommen, wird die Suche nach der Wahrheit zu einem Rennen gegen die Zeit. Denn die Politik wird von Männern gemacht, die bereit sind, Veränderungen mit allen Mitteln zu verhindern – wenn nötig, auch mit Gewalt. Und die Frauen haben eine Verräterin in ihrer Mitte.
„Die Liga der sagenhaften Frauenzimmer – Der Auftakt“ ist der 1. Band der feministischen historischen Romanreihe von Charlotte von Feyerabend.

Charlotte von Feyerabend entführt ihre Leser*innen in das 19. Jahrhundert.
Frauen werden meist nur als schmückendes Beiwerk gesehen. Den Frauen wurden wenig Rechte zuteil, sie hatten sich um das Heim zu kümmern und es den Männern so angenehm wie möglich zu machen.
Doch das war nicht im Sinne von allen Frauen. So haben sich einige mit Bettina von Arnim zusammengeschlossen und einen Geheimbund gegründet. Sie etwas verändern, sie wollten, dass die Frauen gesehen werden. Eine gefährliche Vorgabe, denn zwei der Mitglieder kommen ums Leben.

Charlotte von Feyerabend hat mit „Die Liga der sagenhaften Frauenzimmer“ einen interessanten und spannenden historischen Roman veröffentlicht.
Der Geschichte steht ein umfassendes Personenregister vor, in dem die Personen ausführlich vorgestellt werden. Viele Namen von historischen Persönlichkeiten sind hier zu finden.
Genau so etwas liebe ich, einen historischen Roman, in dem reale Persönlichkeiten auftreten.

Charlotte von Feyerabend führt ihre Charaktere gekonnt durch die Geschichte.
Ihre Charaktere sind lebendig und zum größten Teil sympathisch.
Die Frauen, die sich zusammenschließen, sind mutig und möchten selbstbestimmt leben. Mehr noch, sie wollen in der Männerwelt etwas verändern. Sie waren unsere Vorreiter und verdienen Bewunderung.

Charlotte von Feyerabend hat einen flüssigen, gut verständlichen und vor allem fesselnden Schreibstil.
Die Autorin hat großartige Recherchearbeit geleistet. Die Zeit der Handlung wird realistisch widergespiegelt.

„Die Liga der sagenhaften Frauenzimmer – Der Auftakt“ ist ein fesselnder historischer Roman. Ich hoffe, es folgen noch einige Bände mit den sagenhaften Frauenzimmern.

Blendfeuer

Ingar Johnsrud
Thriller
416 Seiten
Übersetzt aus dem Norwegischen von Daniela Stilzebach
erschienen im Droemer Knaur Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

ielen Dank an den Droemer Knaur Verlag für das Rezensionsexemplar

Am Puls der Zeit

Klappentext:
Während des norwegischen Nationalfeiertags wird in Oslo ein Mann in einer Tiefgarage regelrecht hingerichtet. Gleichzeitig explodiert über der Ostsee ein Militärflugzeug, das acht ukrainische Soldaten einer Spezialeinheit an Bord hatte – ein Anschlag? Und hängen die beiden Vorfälle womöglich zusammen?
Liselott Benjamin und Martin Tong vom Polizeilichen Sicherheitsdienst sollen die Flugzeugexplosion aufklären, sich aber von dem Mordfall fernhalten. Vor allem aber sollen sie keine Theorien über eine mögliche Beteiligung Russlands in Umlauf bringen. Denn: In Oslo finden geheime Friedensverhandlungen statt. Und diese dürfen unter keinen Umständen gefährdet werden.
Der Druck auf Benjamin und Tong wächst, vor allem, als neben Russland auch norwegische Behörden ins Visier geraten. Welche Rolle spielt Jens Meidell, der Shootingstar der Arbeiterpartei, der sich als Parteivorsitzender in Stellung bringt? Welchen Preis ist er bereit, für den Weg an die Macht zu zahlen? Oder ist auch er nur eine Marionette in einem größeren Spiel?

„Blendfeuer“ von Ingar Johnsrud ist der 2. Band der Reihe „Ein Fall für Benjamin & Tong“.
Mit seinem Politthriller wagt Ingar Johnsrud sich an aktuelle und brisante Themen und ist am Puls der Zeit.

Ein Toter und ein explodiertes Flugzeug mit ukrainischen Soldaten. Liselott Benjamin und Martin Tong sollen die Explosion des Flugzeugs aufklären. Den Mord, obwohl es so aussieht, als hingen die zwei Ereignisse zusammen, sollen sie außer Acht lassen.
In Oslo finden geheime Verhandlungen statt und alle hoffen auf einen Frieden, weswegen man Russland nicht in negative Schlagzeilen bringen sollte.

Ingar Johnsrud hat mit „Blendfeuer“ einen überaus spannenden 2. Band seiner Thriller-Trilogie veröffentlicht.
Das Hauptthema in diesem Thriller ist Politik. Dazu gesellen sich ein Mordfall und ein explodiertes Flugzeug mit ukrainischen Soldaten an Bord.

Die Geschichte wird aus wechselnden Perspektiven erzählt, was der Spannung zuträglich ist.

Die Leser*innen verfolgen die spannenden Ermittlungen. Doch von dem Fall des Opfers in der Tiefgarage werden die Ermittler schnell abgezogen. Die Explosion des Flugzeugs steht im Vordergrund. Und vor allem soll kein schlechtes Licht auf Russland geworfen werden. Das könnte die geheimen Friedensverhandlungen zwischen Russland und der Ukraine stören.

Ingar Johnsrud baut recht schnell Spannung auf, die er auch bis zum Ende aufrechterhält.
Dieser Band ist sehr politisch geprägt, aber nicht trocken.
Beim Lesen hatte ich über die ganze Geschichte hinaus eine Gänsehaut. Die Atmosphäre, die der Autor aufbaut, ist beängstigend.
Ingar Johnsrud hat einen flüssigen, gut verständlichen und vor allem fesselnden Schreibstil. Der Autor erzählt die Geschichte recht realistisch, genau so etwas könnte durchaus passieren.

„Blendfeuer“ habe ich kaum aus der Hand legen können und an zwei Abenden gelesen.
Jetzt bin ich schon auf den 3. Band gespannt.

Und das Glück duftet nach Wolken und Meer

Susa Bartel
Roman
396 Seiten
erschienen im Droemer Knaur Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Droemer-Knaur Verlag für das Rezensionsexemplar

Ein Roman zum Eintauchen und Träumen

Klappentext:
Viele Jahre ist es her, dass die 33-jährige Kayla zuletzt in ihrer Heimat Irland war: Zu groß ist der Schmerz, den sie dort zurückgelassen hat. Denn ihre Mutter verschwand ohne ein Wort, als Kayla noch ein Kind war. Jetzt zwingt sie der plötzliche Tod ihres Vaters, ins beschauliche Old Quay zurückzukehren. Dort trifft sie nicht nur ihre geliebte Gran und ihre Sandkastenfreundin Maeve wieder, sondern auch ihren Bruder Logan, mit dem sie seit einem schlimmen Streit kaum gesprochen hat. Während langer Spaziergänge am Meer kehren endlich auch die schönen Erinnerungen zu Kayla zurück. Und sie begegnet dem jungen Witwer Nathan, der die zauberhafte Perfumery Wildflowers betreibt. Dann entdeckt Kayla etwas, das die Vergangenheit in neuem Licht erscheinen lässt …

„Und das Glück duftet nach Wollen und Meer“ ist eine Familiengeschichte mit einem Familiengeheimnis von Susa Bartel.

Im Mittelpunkt steht die 33-jährige Kayla, sie war lange nicht mehr in ihrer Heimat Irland. Zu viele schlechte Erinnerungen, zu großen Schmerz verbindet Kayla mit ihrem früheren Zuhause.
Doch der Tod ihres Vaters führt Kayla zurück und sie muss sich den Erinnerungen stellen.
Kayla trifft aber auch auf Menschen, die ihr viel bedeuten, wie ihre Gran und ihre Freundin Maeve. Aber auch ihrem Bruder, mit dem sie seit einem Streit nicht mehr gesprochen hatte, begegnet Kayla.
Und dann ist da der Witwer Nathan, der Licht in Kaylas Vergangenheit bringt.

Was für ein schönere Roma ist Susa Bartel da gelungen. Nach wenigen Seiten wurde ich ganz tief in die Geschichte reingezogen.

Die Charaktere sind liebenswert. Besonders Kayla mochte ich vom ersten Augenblick an. Sie lebt in Berlin, weder ihre Beziehung noch ihr Job laufen optimal. Jetzt muss sie wegen des Todes ihres Vaters nach Irland. Auch dort muss Kayyla sich den Widrigkeiten stellen.
Die Gefühle von Kayla, Wut, Trauer, Einsamkeit und Heimatgefühle werden deutlich vermittelt.

Susa Bartel beschreibt Irland sehr schön. Ich habe die langen Spaziergänge mit Kayla am Meer genossen. Ich konnte das Salz fast riechen.

Der Schreibstil von Susa Bartel ist flüssig und gut verständlich. Mich hat beim Lesen ein Fernweh ergriffen. Ich würde gerne einmal in das Irland von Kayla reisen.

„Und das Glück duftet nach Wollen und Meer“ ist ein wunderschöner Roman, der einen träumen lässt.

Schwesternland

Katharina Fuchs
Roman
478 Seiten
erschienen im Droemer Knaur Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Droemer-Knaur Verlag für das Rezensionsexemplar

Auftakt einer großen Familiensaga

„Schwesterland“ ist der 1. Band der Schwesternreihe von Katharina Fuchs.
Die Autorin hat mich schon mit einigen Romanen begeistert, auf diese Reihe, in der 4 Schwestern im Mittelpunkt stehen bin ich besonders gespannt.

Es geht um die vier Schwestern Antonia, Chiara, Elisa und Lucia. In jedem Band wird einen der Schwestern in den Vordergrund rücken.
Nach dem frühen Tod des Vaters, ist die Verbindung der Schwestern nicht mehr so wie sie war.

Zum 100. Geburtstag der Großmutter, treffen sich alle im Ferienhaus im Havelland. Das Schwesternland, wie die vier es gerne nennen. Hier haben die Geschwister viele schöne Sommer verbracht und so kommen auch wieder Erinnerungen auf.

Die Großmutter hat zum Geburtstag ein Ahnengutachten bekommen. Eine Person erregt besonders die Aufmerksamkeit von Antonia. Die junge Hugenottin Jeanne Beauvais, Tochter eines Seidenhändlers aus dem 17. Jahrhundert. Nach dem Jeanne alles verloren hatte, muss sie in Berlin-Brandenburg ganz von vorne anfangen. Antonia ist von Jeanne fasziniert und folgt ihren Spuren zurück ins 17. Jahrhundert.

Die Geschichte hat zwei Zeitebenen. Einmal die Gegenwart, der Geburtstag der Großmutter und das Havelland. Nach einiger Zeit, folgen die Leser*innen Antonia bei der Suche nach der Vergangenheit von Jeanne Beauvais.

Die zweite Zeitebenen führt zurück ins 17. Jahrhundert und die Leser*innen lernen Jeanne leibhaftig kennen. Die Geschichte erzählt, das Leben von Jeanne, wie sie alles verlor.

Katharina Fuchs erzählt in ihrem neuen Roman eine Familiengeschichte über mehrere Generationen.
Mich hat sowohl die Gegenwart als auch die Vergangenheit fasziniert.
Antonia ist eine tolle Protagonistin, die ich schnell ins Herz geschlossen habe. Mit großem Elan geht sie an die Nachforschung über ihre Ahnin.

Der Handlungsstrang in dem Jeanne Beauvais eine große Rolle spielt hat mich besonders gefesselt. Als König Ludwig XIV. auf brutale Weise gegen die Hugenotten vorgeht und diese gezwungen werden zum katholischen Glauben überzutreten, sieht die Familie Beauvais, Mutter, Vater und vier Kinder keinen anderen Ausweg als Frankreich zu verlassen. Ihr Weg führt sie nach Preußen, wo König Friedrich Wilhelm I. die Hugenotten mit vielen Versprechen anlockt.

Das 17. Jahrhundert wird gut und glaubwürdig widergespiegelt. Die Brutalität, mit der die Hugenotten gezwungen werden, den Glauben zu wechseln hat mich erschüttert. Aber sind die Kämpfe im Namen des Glaubens nicht immer die brutalsten?

Katharina Fuchs erzählt die Geschichte von Antonia und vor allem die Geschichte von Jeanne sehr eindringlich und fesselnd. Im Laufe der Geschichte verflechten sich die beiden Handlungsstränge immer mehr.

Die Autorin hat einen flüssigen und gut verständlichen Schreibstil. Ich bin nach wenigen Seiten wieder einmal tief eine Geschichte eingetaucht und habe das Buch an zwei Abenden gelesen.

„Schwesternland“ ist der Auftakt zu einer ganz großen Familiensaga. Ich bin jetzt schon sehr auf den 2. Band gespannt.

Ein romantischer Tod

Andrea Bonetto
Kriminalroman
315 Seiten
erschienen im Droemer Knaur Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Droemer Knaur Verlag für das Rezensionsexemplar

Ein Krimi mit Urlaubsflair


Klappentext:
Commissario Vito Grassi glaubt nicht an einen Unfall, als ein Wanderer nahe des Sentiero Azzurro tot aufgefunden wird. Erschlagen von den Steinen einer jahrhundertealten Mauer bei einem romantischen Picknick mit Meerblick? Ausgeschlossen, findet Grassi. Nur der Hartnäckigkeit Dottore Penzas ist es zu verdanken, dass man nach der Obduktion zweifelsfrei von einem Verbrechen ausgeht. Der Tote entpuppt sich als Ex-Polizist, der undercover den Machenschaften des skrupellosen Geschäftsmanns Nicola DiLorenzo auf der Spur war. Er soll sich in einer fragwürdigen Beziehung zu zwei Erbinnen und einem romantischen Poeten befunden haben. Doch die Ermittlungen stagnieren, nichts ergibt Sinn. Beim legendären Schwimmwettkampf Coppa Byron werden Grassi und seine Kollegin Marta Ricci schließlich Zeuge eines erneuten Mordanschlags, der ihren Fall plötzlich in neues Licht stellt.

„Ein romantischer Tod“ ist der 3.Band der Krimireihe „Ein Fall für Commissario Grassi“ von Andrea Bonetto.

Der Autor hat recht unterschiedliche Charaktere zum Leben erweckt.
Commissario Vito Grassi hatte man ja im 1. Band schon gut kennengelernt. Er hatte sich von Rom nach La Spezia versetzten lassen. Die Kinder sind erwachsen und von seiner Ehefrau, die weiterhin in Rom weilt, lebt Grassi weiterhin getrennt.
.Er lebt in einem kleinen Haus, das er von seinem Vater geerbt hat. Aber nicht nur das Haus hat er geerbt, sondern auch Toni, die Mitbewohnerin.
Ich finde Vito Grassi sehr sympathisch. Manchmal kommt er etwas grummelig rüber, aber das passt gut zu dieser Figur.

Seine Kollegin, die junge Marta Ricci ist eine engagierte Polizistin.
Vito und sie haben keinen guten Einstieg gehabt, haben sich aber gut zusammengerauft. Sie ergänzen sich und sind einfach ein gutes Team.

Dann haben wir noch Toni. Die hat Grassi praktisch mit dem Haus geerbt. Sie kümmert sich um das kleine Olivenhain das zum Haus gehört.
Am Anfang wollte Grassi Toni loswerden, jetzt haben die Beiden sich aneinander gewöhnt und mögen sich recht gerne.

In diesem Band ist Lucy, Grassis Tochter zu Besuch. Sie verbringt die Semesterferien bei ihrem Vater. Mit Toni versteht Lucy sich sehr gut um ihren Vater, der nach einem Schlag auf dem Kopf im Krankenhaus liegt, sorgt Lucy sich.

Das sind die Charaktere die, die Leser*innen durch die Krimireihe begleiten werden.

Andrea Bonetto beginnt die Geschichte in einem gemäßigten Tempo, man bekommt genug Zeit sich mit den Charakteren und der Umgebung verdaut zu machen.
Doch als der Tote auf einer Terrasse auf einem Wanderweg durch die Cinque Terre gefunden wird, legt die Geschichte an Tempo zu.

Bei der Begutachtung der Leiche bekommt Grassi einen Schlag auf den Kopf. War es ein Stein, der sich aus der maroden Trockenmauer gelöst hat, oder war es gar ein Anschlag auf den Commissario. Trotz Wunde am Kopf und Stimmungsschwankungen kann Grassi das Ermitteln nicht lassen.

Für mich lebt die Geschichte durch die Beschreibung der eindrucksvollen Landschaft. Vor einigen Jahren habe ich die Cinque Terre Dörfer besucht und hatte schnell alles wieder vor Augen. Man bekommt beim Lesen richtig Sehnsucht nach Urlaub.
Aber auch die Ermittlungen beschreibt der Autor spannend und sie nehmen ungeahnte Ausmaße an.

Andrea Bonetto erzählt die Geschichte spannend und mit einem feinen Humor.
„Ein romantischer Tod“ ist ein gelungener 3. Band der Commissario Grassi Reihe.
Ich freue mich auf viele weitere Bände.

Der Fährmann

Regina Denk
Historischer Roman
380 Seiten
erschienen im Droemer Knaur Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Droemer Knaur Verlag für das Rezensionsexemplar

Fesselnder und tiefgründiger Roman

Zum Inhalt
Die Geschichte ist im Anfang des 20. Jahrhunderts angesiedelt. Hannes Winkler ist Fährmann und darf aus beruflichen Gründen nicht heiraten. Ein Fährmann ist der Gewalt des Wassers ausgesetzt und sollte im Fall eines Unglücks keine zu versorgenden Hinterbliebenen zurücklassen.

Doch Hannes ist in Elisabeth verliebt und Elisabeth hegt auch Gefühle für Hannes, sie ist jedoch Josef Steiner versprochen.
Elisabeths Freundin Annemarie hingegen hegt Gefühle für Josef.

So hat jeder der vier jungen Menschen Gefühle und Träume, die zum Scheitern verurteilt sind.

Der Fährmann Hannes, fährt auf der Salzach immer zwischen Hohenwart und Siegering hin und her. Die Salzach trennt nicht nur die zwei Orte, die durch Freundschaft und Handel eng verbunden sind, sondern auch Deutschland und Österreich. Um so wichtiger ist der Fährmann, der die Verbindung zwischen den 2 Orten ermöglicht.

Als der 1. Weltkrieg ausbricht, gerät das Leben der 4 jungen Menschen und auch die Beziehung zwischen den 2 Orten in einen tiefen Strudel.

Regina Denk erzählt die Geschichte tiefgründig und lässt je weiter man vorankommt, dunkle Wolken aufziehen.

Die Charaktere lernt man zum Teil schon als Jugendliche kennen und verfolgt ihr Leben einige Jahre.
Hannes muss einer Tradition folgen und den Job des Fährmanns übernehme. Das Leben als Fährmann ist der Einsamkeit verschrieben.
Elisabeth ist von den Eltern dem Bauern Josef versprochen. Ein bösartiger und gewaltbereiter Charakter, mit dem ich mich nicht anfreunden konnte.
Annemarie musste schon als junges Mädchen in der Gaststube der Eltern helfen.

Regina Denk lässt die Leser*innen an dem Leben der Charaktere teilhaben. Beim Lesen lernt man die jungen Menschen gut kennen und lieben, oder im Fall von Josef eben zu verachten.

Die Handlungsorte werden von der Autorin anschaulich beschrieben.

Regina Denk erzählt die Geschichte mit viel Tiefgang. Die Traditionen und der zum Teil von den Eltern vorgegebene Lebensweg und der Zwang, der damit verbunden ist, wird gut vermittelt. Auch der Krieg, der 2 befreundete Orte und die dort lebenden Menschen, die wie durch ein Band verbunden sind, spalten will ist anschaulich beschrieben.

Der Schreibstil von Regina Denk ist flüssig und gut verständlich. Dieb Sprache passt großartig in die Zeit der Handlung.

„Der Fährmann“ ist ein fesselnder historischer Roman, den ich mit großem Interesse und mit großer Freude gelesen habe.

Dünenwut

Sven Koch
Kriminalroman
263 Seiten
erschienen im Droemer Knaur Verlag
Meine Bewertung:
4 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Droemer Knaur Verlag für das Rezensionsexemplar

Spannender Nordseekrimi, mit beängstigendem Thema

Klappentext:
Deutschland steht unter Schock: Eine Gruppe von Öko-Terroristen hat in der Nordsee ein Strom- und Daten-Kabel gekappt und damit in ganz Norddeutschland einen Blackout verursacht.
Nach einer chaotischen Nacht ist zwar das Stromnetz stabilisiert. Doch die Gruppe droht mit weiteren Anschlägen, sollte das heftig umstrittene, milliardenschwere Projekt »Green Islands« nicht gestoppt werden. Denn die künstlich angelegten Inseln, auf denen grüner Strom erzeugt werden soll, gelten vielen Experten als ernste Bedrohung für das ohnehin bereits gefährdete Ökosystem der Nordsee.
Für die SOK um Tjark Wolf und Femke Folkmer beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit. Und gegen eine neue Bundesbehörde, die ganz eigene Ziele verfolgt.

„Dünenwurt“ ist der 9. Band der Reihe „Ein Fall für Femke Folkmer und Tjark Wolf“ von Sven Koch.

Sven Koch hat seinem neuen Krimi ein aktuelles Thema zugrunde gelegt. Hier kann man zum einen verfolgen, wie an Profit gedacht wird unter dem Mantel des Umweltschutzes.
Zum anderen wie angreifbar man als Land ist und wie wenig ohne Strom noch funktioniert.

Sven Koch beschreibt die Szenarien des Blackouts sehr eindringlich. Ich wusste nicht, dass auf dem Meeresboden so viele Kabel liegen, um die Verbindung zwischen den Kontinenten oder die Inseln zu ermöglichen.
Der Autor beschreibt das auch für Laien so weit verständlich, doch manchmal wurde es mir zu technisch, zu detailliert, was den Lesefluss etwas bremste.

Die Charaktere sind gut gezeichnet und wirken lebendig.
Femke Folkmer und Tjark Wolf gefalle mir gut. In diesem Fall ermitteln sie, obwohl sie nicht wirklich ermitteln sollen. Doch den beiden geht es um Gerechtigkeit, was ich gut finde.

Die Handlungsorte werden sehr anschaulich beschrieben. Das Sprengen der Stromleitung ist erschrecken real.

„Dünenwurt“ ist ein spannender Krimi mit einem aktuellen Thema, den ich gerne gelesen habe.

Moorland – Die Zwillinge

Andreas Winkelmann
Thriller
426 Seiten
erschienen bei Droemer Knaur
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Droemer Knaur Verlag für das Rezensionsexemplar

Spannender Thriller mit beängstigendem Setting

Klappentext:
Dichte Nebelschwaden hängen über der Marsch, als die 18-jährigen Zwillinge Nike und Jana von einem ihrer Ausflüge ins Moor nicht zurückkehren. Die Suche durch die eiskalte, unwegsame Landschaft bleibt erfolglos, nur eine Kamera deutet auf das Verschwinden der Mädchen hin. Als plötzlich verstörende Bilder von Jana auf ihrem TikTok-Kanal auftauchen, beginnt Kommissarin Malia Gold unter Hochdruck zu ermitteln. Mit jedem Schritt sinkt sie tiefer in den Sumpf aus Lügen und Geheimnissen, die die verschworene Gemeinde zusammenhalten. Doch um die beiden Schwestern zu finden, würde Malia alles tun – sogar sich ihrer eigenen dunklen Vergangenheit stellen.

„Moorland – Die Zwillinge“, ist der Start einer neuen und spannenden Thriller-Reihe von Andreas Winkelmann.

Die 18-jährigen Zwillinge Nike und Jana sind trotz schlechtem Wetter aufgebrochen, um im Moor Bilder und Videos für ihren TikTok-Kanal zu machen. Im Moor ist so starker Nebel, man sieht die Hand vor Augen nicht. Dafür hören die Zwillinge seltsame Geräusche, die selbst ihnen, die sich im Moor auskennen eine Gänsehaut verursachen.
Als die Zwillinge nicht aus dem Moor zurückkommen, geben die Eltern eine Vermisstenmeldung auf. Dann tauchen erschreckende Bilder auf dem TikTok-Kanal der Mädchen auf.
Kommissarin Malia Gold, die ihren ersten Tag in der neuen Dienststelle hat, beginnt die Suche nach den Mädchen.

Das sind die groben Umrisse des Plots.
Mehr möchte ich auch nicht verraten, das müsst ihr selbst lesen.

Die Geschichte wird von Andreas Winkelmann sehr spannend erzählt.
Allein schon die Beschreibung des Settings lässt einen manchmal einen Schauer über den Rücken laufen.
Der Autor lässt seine Leser*innen auch immer wieder das Schicksal der Zwillinge verfolgen.

Die Charaktere sind gut gezeichnet. Kommissarin Malia Gold gefällt mir gut. Sie hat so ihre Geheimnisse aus der Vergangenheit, die noch nicht alle gelüftet wurden. Auf jeden Fall hat sie das Potential für viele weitere Bände der Reihe.

Das Moor als Setting ist genial, es vermittelt ein leichtes Gruseln. Man hat immer das Gefühl, jeden Moment kann etwas Unverhofftes passieren.

Mit dem Verschwinden der Zwillinge baut Andreas Winkelmann schnell Spannung auf, die er auch bis zum Ende aufrechterhält.
Genau wie Malia, hatte ich auch verschiedene Verdächtige. Doch die Lösung zum Fall muss bis zum Ende warten.
Dafür erfährt man einiges über die Zwillinge, sie sind nicht immer so unschuldig wie es scheint.
Auch über Malia und ihre Vergangenheit erfahren die Leser*innen einiges. Da bleibt aber noch genug für die nächsten Bände übrig.

Der Schreibstil von Andreas Winkelmann ist wie immer flüssig, gut verständlich und fesselnd.
Nach ein paar Seiten ist man mitten in der Geschichte und es wird schwer das Buch zur Seite zu legen.
„Moorland – Die Zwillinge“ hat mir wieder viel Lesefreude geschenkt. Ich bin jetzt schon auf den nächsten Band gespannt.