Kaltherz

Henri Faber
Thriller
erschienen im dtv Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an LovelyBooks für die spanende Leserunde

Genialer Psychothriller mit überraschenden Wendungen

Kommissarin Kim Lansky bekommt eine letzte Chance nachdem sie aus einigen Abteilungen der Kriminalpolizei geflogen ist.
Sie übernimmt den Vermisstenfall der fünfjährigen Marie. Es ist ihre letzte Chance bei der Kriminalpolizei.
Die kleine Marie wurde aus dem Auto ihrer Mutter entführt, als diese auf einem Parkplatz kurz die Toilette aufgesucht hatte.
Die Mutter beteuert, acht Minuten länger war Marie nicht alleine.
Kim Lansky begibt sich auf die Suche nach dem verdächtigen Kindermädchen und muss feststellen, dass gerade in München auffallend viele Kinder verschwunden sind.

„Kaltherz“ ist ein genialer Psychothriller von Henri Faber.
Der Autor erzählt die Geschichte aus der Perspektive der 4 Hauptcharaktere.

Kommissarin Kim Lansky wird von einem Freund aus der Jugendzeit in die Abteilung für Vermisstenfälle geholt.
Es soll ihre letzte Chance sein, den bisher ist sie aus allen Abteilungen geflogen.
Mit Kim Lansky hatte ich zu Beginn so meine Probleme.
Regeln existieren für sie nicht. Sie setzt sich über alle Anordnungen hinweg.
In ihrer Freizeit jagt sie Pädophilie und geht nicht gerade zimperlich mit ihnen um.
Sie geht immer mit dem Kopf durch die Wand, oder besser mit der Schulter durch die Tür.
Am Ende jedoch hat Kim Lansky mich auf ihre Seite gezogen.

Clara Lipmann, die Mutter von Marie.
Ihre Tochter ist aus dem Auto raus entführt worden. Von ihr gibt es keine Spur.
Clara vergeht in Schuldgefühle, begeht einen Suizidversuch.

Jakob Lipmann, der Vater von Marie.
Er liebt seine Tochter abgöttisch.
Aber sonst ist er ein richtiger Kotzbrocken.
Für ihn scheint es nur seinen Beruf und seine Karriere zu geben
Ihm traue ich so ziemlich alles zu, nur nichts Gutes.

Marie die offensichtlich von einer Frau entführt wurde.
Sie bekommt immer wieder gesagt, dass Mama und Papa im Himmel sind und sie jetzt nur noch eine Mami hat.
Das arme Kind ist verstört und weiß oft nicht wie es sich verhalten soll.
Diese Kapitel gehen besonders ans Herz.

Beim Lesen leidet man mit den Protagonisten mit. Man bildet sich schnell ein Urteil über jeden der Charaktere.
Doch in der zweiten Hälfte des Buches nimmt die Geschichte eine ungeahnte Wendung ein.
Ab diesem Zeitpunkt war für mich Essen und Trinken Nebensache. Ich wollte nur eins Lesen.

Henri Faber versteht es Spannung aufzubauen und sie im Verlauf der Geschichte bis ins Unermessliche zu steigen.
Die Erzählung aus verschiedenen Perspektiven ist genial gelungen.
Die Kapitel sind recht kurz so, dass man denkt immer noch eins lesen zu können und bevor man sich versieht ist die Nacht um.

„Kaltherz“ ist ein genial gemachter und spannender Psychothriller. Ich hoffe von Henri Faber noch mehr lesen zu können.

Engelchen Stirb

Leonie Haubrich
Psychothriller
erschienen im Selfpublishing
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an Heike Fröhling / Leonie Haubrich für das Rezensionsexemplar

Ein echter Psychothriller

Sarah wird von der Polizei verdächtigt, schuld am Verschwinden von Liam und Mia zu sein.
Liam verschwand während Sarah ihn betreut hatte und dann verschwindet Mia, ihre Tochter.
Um ihre Unschuld zu beweisen und auch um die Kinder zu finden macht Sarah sich selbst auf die Suche und wird mit Angst und einem tiefen und ungeheurem Schmerz konfrontiert.

„Engelchen stirb“ ist der neue Psychothriller von Leonie Haubrich und wieder spannungsgeladen.
Im Mittelpunkt steht Sarah.
Sie ist in ihrer Ehe sehr unglücklich. Ihr Mann ist kontrollsüchtig und auch aggressiv.
Sarah möchte nur raus aus dieser Ehe.
Doch dann verschwindet Liam und Mia.

Leonie Haubrich beschreibt Sarahs Mann Sebastian und das Martyrium das Sarah durchlebt so eindringlich und deutlich, dass ich immer wieder eine Gänsehaut bekam.
Wie viel kann ein Mensch ertragen?
Zwischendurch immer wieder die Frage leben Liam und Mia noch? Gibt es Hoffnung die Kinder zu finden?
Immer wenn in einem Buch Kinder involviert sind berührt es mich besonders stark.
So habe ich auch hier immer wieder gezittert aber die Hoffnung nie aufgegeben.

Mit „Engelchen stirb“ hat Leonie Haubrich wieder einmal einen echten Psychothriller veröffentlicht.
Ihr Schreibstil ist sehr eindringlich und hat ein ordentliches Tempo.
Die Spannung in diesem Buch ist manchmal kaum auszuhalten.
So habe ich das Buch auch fast in einem Zug ausgelesen.

Schweig!

Judith Merchant
Thriller
erschienen bei Kiepenheuer & Witsch
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an Kiepenheuer & Witsch für das Rezensionsexemplar

Psychothriller aus der Perspektive zweier Schwestern

Esther fühlt sich unwohl mit dem Gedanken, dass ihre Schwester Sue an Weihnachten ganz alleine in ihrer Villa im Wald ist. Sie entscheidet sich ihrer Schwester einen Besuch abzustatten, ein Geschenk und eine Flasche Wein zu bringen, in der Hoffnung sie zum Mitkomme zu überreden.
Sue die überrascht vom Besuch ihrer Schwester ist hat nur einen Gedanken „wie werde ich Esther am schnellsten wieder los“.
Dabei versucht sie so wenig wie möglich von sich preiszugeben.
Doch Esther lässt nicht locker und bei der Flasche Wein kommen alle die Dinge die sich die Schwestern gegenseitig vorwerfen auf den Tisch.
Dabei spielt eine der Schwestern ein falsches Spiel. Die Frage ist nur wer?

„Schweig!“ ist ein echter Psychothriller von Judith Merchant der die LeserInnen in die Abgründe der menschlichen Seele schauen lässt.

Aufgebaut ist die Geschichte wie ein Kammerspiel.
Es wird jeweils aus der Sicht von Ester und aus der Sicht von Sue erzählt.
Beide Schwestern scheinen ihre Beweggründe zu haben.
Esther ist besorgt um Sue, möchte sie Weihnachten bei sich und ihrer Familie haben.
Sue möchte Esther loswerden und Weihnachten alleine verbringen.
Bei einem Gespräch zwischen den Schwestern kommen all die Dinge auf den Tisch die sie sich gegenseitig vorwerfen.
Allerdings sehen das die Schwestern recht unterschiedlich.

Die Geschichte spielt sich zum größten Teil an einem Tag ab.
Die Perspektivwechsel machen die Erzählung aus und sorgen für Spannung.
Nach etwa einem Drittel der Geschichte gesellt sich noch Martin, der Ehemann von Esther hinzu und man erfährt auch seine Sichtweise.
Zwischendurch gibt es auch kleine Rückblicke in die Kindheit der Schwester.
All das führt dazu das die LeserInnen nach und nach ein Bild der Schwestern bekommen.

Es hat einige Zeit gedauert bis ich mir klar darüber war welche der Schwestern hier das Opfer ist.
Ich neigte dazu immer der Schwester aus deren Sicht das Kapitel erzählt wurde Glauben zu schenken.

Die Autorin lässt uns LeserInnen in die Abgründe der menschlichen Seele blicken. Dabei webt sie immer neue Wendungen in die Geschichte ein.
Der Spannungsbogen spannt sich gekonnt über das gesamte Buch.
Das Ende war dann noch einmal überraschend und es kamen nicht alle Protagonisten unbeschadet davon.

„Schweig“ ist ein echter Psychothriller bei dem auch das was zwischen den Zeilen steht Spannung erzeugt.