Goodbye, Honeysuckle

Tayari Jones
Historischer Roman
448 Seiten
Übersetzt aus dem amerikanischen Englisch von Britt Somann-Jung
erschienen im Arche Literatur Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an NetGalley Deutschland für das Rezensionsexemplar

Ein Roman über Freundschaft und Entbehrung

Klappentext:
Tür an Tür im ländlichen Louisiana aufgewachsen, verbindet Niecy und Annie mehr als nur Freundschaft: Beide haben sie ihre Mütter nie kennengelernt, und beide sind sie fest entschlossen, diese klaffende Lücke in ihrem Leben zu füllen. Niecy geht nach Atlanta, um am berühmten Spelman College zu studieren. Dort schließt sie sich einem Kreis von selbstbewussten Schwarzen Frauen an und erlebt ihre erste Liebe, muss sich aber auch in einer gnadenlosen Welt des Reichtums behaupten. Annie verschlägt es nach Memphis und mitten hinein in Armut, Sex und Jazz. Abend für Abend mixt sie Cocktails in einem Nachtclub und hofft, dass ihre verschollene Mutter am Tresen auftaucht. Während all der Zeit schreiben Annie und Niecy einander wunderschöne Briefe, bis eine Tragödie ihre Leben wieder zusammenführt und das Band zwischen ihnen auf die Probe stellt.

„Goodbye, Honeysuckle“ von Tayari Jones ist ein Roman über Freundschaft und über den Rassismus der 1950er Jahre.
Das Buch ist die Nr. 1 auf der Leseliste Sommer 2026 von Barack Obama.
Ein Buch, das mich neugierig gemacht hat.

Im Mittelpunkt stehen die beiden Frauen Niecy und Annie. Sie sind in direkter Nachbarschaft aufgewachsen und sie verbindet eine tiefe Freundschaft.
Auch wenn sich die Wege der Freundinnen trennen, eins verbindet sie, beiden fehlt die Mutter.

Tayari Jones hat mit Niecy und Annie zwei komplexe Charaktere gezeichnet.
Die beiden doch unterschiedlichen Frauen verbindet eine tiefe Freundschaft.
Niecy hat den Wunsch nach Bildung. Sie geht nach Atlanta an das berühmte Spelman College zum Studieren. Hier steht sie vor einem mächtigen Erwartungsdruck. Als farbige Frau muss sie sich der elitären und oft gnadenlosen Welt des akademischen Reichtums stellen.
Annie geht nach Memphis, wo sie in einer Bar Cocktails mixt. Sie ist getrieben von einer inneren Ruhelosigkeit. Ihre Verwundbarkeit macht sie abhängig von Männern, die ihr nicht guttun.

Tayari Jones hat einen flüssigen und gut verständlichen Schreibstil. Ich möchte ihn fast poetisch nennen.
Die Perspektive der Geschichte wechselt zwischen Niecy und Annie. Das lässt die Leser*innen ganz nahe an die Charaktere herankommen.
Die Handlungsorte zeichnen ein Bild vom Süden der USA.
Genauso spiegeln die Orte die Zerrissenheit der Charaktere wider.
Da ist die fiktive Kleinstadt Honeysuckle in Louisiana. Hier herrscht eine beklemmende Atmosphäre, der die Jugend zu entfliehen versucht.
Im Gegensatz hierzu steht Memphis. Hier pulsiert der Jazz. Genauso wie das politisch aufgeheizte Atlanta.
Die Atmosphäre der Geschichte wechselt zwischen Wärme und weiblicher Solidarität und kaltem Rassismus.

„Goodbye, Honeysuckle“ ist ein Roman, den man nach dem Lesen so schnell nicht vergisst.

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