Sturmmeer

Stina Westerkamp
Thriller
328 Seiten
erschienen im Ullstein Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Ullstein Verlag für das Rezensionsexemplar

Spannung pur

Klappentext:
Ella schwebt im siebten Himmel. Seit Kurzen ist sie mit Jan zusammen, mit ihm kann sie sich sogar ein gemeinsames Leben vorstellen. Als er sie zu einem romantischen Ausflug auf einem Segelboot einlädt, ist sie sich sicher, dass ihre Beziehung nun das nächste Level erreichen wird.
Doch kurz nach einem gemeinsamen Picknick an Deck verschwindet Jan spurlos.
Ella bangt um sein Leben, während das Boot immer weiter aufs stürmische Meer hinaustreibt. Dann bekommt sie eine Drohnachricht. Offensichtlich wurde sie entführt. Aber warum? Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, denn mit Jan sind auch Ellas lebenswichtige Medikamente über Bord gegangen. Wie soll sie sich retten mitten auf dem Ozean?

„Sturmmeer“ ist ein packender Thriller von Stina Westerkamp.
Nachdem ich „Nachtflut“ nur so verschlungen habe, war ich auf das neue Buch schon sehr gespannt.

Was wie ein romantischer Segeltörn anmutet, endet in einer Katastrophe. Wie schon in „Nachtflut“ spielt auch hier das peitschende Meer eine große Rolle.

Ella und Jan sind mit dem Segelboot unterwegs. Es könnte nicht romantischer sein und Ella fühlt sich glücklich. Sonne, Meer und ein romantisches Picknick auf dem Boot. Ella nimmt ein Sonnenbad und nickt ein. Als sie erwacht, ist sie plötzlich allein auf dem Boot, Jan ist verschwunden und mit ihm auch alles, was Ella mit auf das Boot gebracht hat, einschließlich ihr Medikament gegen Diabetes.

Das Boot treibt in der Ostsee auf einen Sturm zu. Was wie ein Traum beginnt, endet in einem Albtraum.

Stina Westerkamp versteht es Spannung auszubauen und bis zum Ende aufrecht zu halten.
Die Atmosphäre ist zu Beginn ruhig und romantisch und schlägt mit einmal in etwas düsteres, beklemmendes um.

Die Charaktere sind gut gezeichnet und lebendig. Bei Ella kann man die Verzweiflung und die Panik richtig spüren.

Stina Westerkamp erzählt die Geschichte aus wechselnden Perspektiven. Natürlich kommt Ella zu Wort aber auch ihre Schwester Vicky und ihr Vater Gregor.
Dazu gesellt sich noch Leander, ein ehemaliger Student von Gregor. Was es mit Leander auf sich hat, erfahren die Leser*innen Stück für Stück.

Im Laufe der Geschichte wird schnell klar, dass Ella entführt wurde.
Spannung wird nicht nur durch Ellas verzweifelte und gefährliche Lage auf dem Boot erzeugt, sondern auch durch die Probleme und Geheimnisse der Protagonisten. Bei dem einen sind es Schuldgefühle, bei dem anderen der Sinn nach Rache.

Stück für Stück fügt sich alles zusammen und als Leser*in hält man immer wieder vor Spannung den Atem an.

Stina Westerkamp hat einen fesselnden Schreibstil. Die kurzen Kapitel und die unterschiedlichen Perspektiven, verleiten einen immer weiterzulesen.

„Sturmmeer“ ist ein packender Thriller, den ich an 2 Abenden gelesen habe.

Welengrab

Stefan Ahnhem
Kriminalroman
622 Seiten
erschienen im Ullstein Verlag
Übersetzt aus dem Schwedischen von Katrin Frey
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Ullstein Verlag für das Rezensionsexemplar

Krimi mit reichlich Spannung

Klappentext:
n einem Spätsommerabend versinkt die Küste Schwedens plötzlich in völliger Dunkelheit. Kommissar Fabian Risk erlebt den Blackout von seinem Segelboot aus, gemeinsam mit seiner Tochter Matilda.

Zurück in Helsingborg werden Fabian Risk und seine Kollegen mit einer Reihe scheinbar unerklärlicher Fälle konfrontiert, die auf den rätselhaften Stromausfall folgen. Zeugen verhalten sich seltsam, und nichts will zusammenpassen.

Mitten in diesem Chaos meldet sich auch eine frühere Freundin von Fabian, ihre Tochter ist verschwunden.

Bei der Suche nach dem Mädchen findet Fabian Risk eine Verbindung zu dem Stromausfall. Doch was übersieht er?

„Wellengrab“ ist der 7. Band der „Fabian-Risk-Krimis“ von Stefan Ahnhem

Kommissar Fabian Risk ist mit seiner Tochter Matilda mit dem Segelboot unterwegs und kann vom Wasser aus den Stromausfall in Helsingborg beobachten.
Gleichzeitig mit dem Stromausfall passieren seltsame Dinge und Risk sieht sich einigen recht sonderbaren Fälle gegenüber stehen.
Risk und seine Kollegen untersuchen den Grund für den Stromausfall und die Folgen, wie zum Beispiel ein Banküberfall.
Dazu kommt noch, dass die Tochter einer Freundin vermisst wird.
Wie hängen die seltsamen Fälle, das vermisste Mädchen und der Stromausfall zusammen?

Stefan Ahnhem zieht hier alle Register in Punkto Spannung. Er zeigt in seiner Geschichte auf, wie brüchig doch unsere Demokratie ist und wie schnell sie infiltriert werden kann.

Der Autor hat seine Protagonisten gut gezeichnet. Fabian Risk und seine Kollegen sind mir schon länger bekannt und ich freue mich immer wieder sie wieder zutreffen.

Die Beschreibung der Handlungsorte ist auch in diesem Buch wieder gut gelungen.
Die Ermittlungen gehen schwer voran. Zeugen verhalten sich seltsam.

Stefan Ahnhem baut gleich zu Anfang Spannung auf und hält sie auch über dem gesamten Buch aufrecht.
Das Szenario, dass der Autor sich hier ausgedacht hat, kann schnell überall passieren. In unserer digitalen Welt ist eine Stadt oder sogar ein Land auf diese Art schnell lahmzulegen.

Der Schreibstil von Stefan Ahnhem ist wie immer flüssig, gut verständlich und fesselnd.
Die meist kurzen Kapitel enden oft mit einem Cliffhanger und so wird man dazu verführt immer weiterzulesen. Das Buch hat über 600 Seiten und ich habe es an 3 Abenden verschlungen.
„Wellengrab“ ist zwar der 7. Band der Risk Reihe kann aber unabhängig gelesen werden.

Mit „Wellengrab“ hat Stefan Ahnhem wieder einmal bewiesen, dass er einer der ganz großen Krimiautoren ist.

Nachtschattenspiele

Pascal Engman und Johannes Selåker
Kriminalroman
438 Seiten
erschienen im Ullstein Verlag
Übersetzt aus dem Schwedischen von Ulla Ackermann
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Ullstein Verlag für das Rezensionsexemplar

Nichts für schwache Nerven

Klappentext:
Stockholm, 1996: Ein Gefangenentransport wird überfallen und ein berüchtigter Neonazi befreit. Ermittler Tomas Wolf wird direkt von der Beerdigung seines älteren Bruders an den Tatort gerufen. Als er hört, wer entflohen ist, schnürt es ihm die Kehle zu. Die beiden teilen eine Geschichte, die tief in den Schatten der Vergangenheit verwurzelt ist. Journalistin Vera Berg, die in die Online-Redaktion strafversetzt wurde, wittert ihre Chance, um es zurück auf die Titelseiten zu schaffen. Als sie den Flüchtigen erschossen im Wald findet, wird klar: Hinter dieser Befreiung steckt mehr als alle ahnen – und im Dunkel der Nacht beginnt ein Spiel um Leben und Tod.

„Nachtschattenspiele“ ist der 3. Band der Reihe Wolf und Berg ermitteln von Pascal Engman und Johannes Selåker.

Tomas Wolf wird direkt von der Beerdigung seines Bruders, zu einem Tatort gerufen. Ein Gefangenentransport wurde überfallen und dabei ein Neonazi, der in eine andere Strafanstalt verlegt werden sollte, befreit. Tomas Wolf ist der entflohene aus seiner Vergangenheit nur allzu gut bekannt.
Auch die Journalistin Vera Berg ist wieder dabei, sie möchte mit den Schlagzeilen wieder zurück aufs Titelblatt.

Die Protagonisten gefallen mir gut. Kommissar Tomas Wolf ist eher ein tragischer Fall. Er ist traumatisiert und Tablettenabhängig. Seine Kinder liebt er abgöttisch und ich denke nur der Kinder wegen versucht er sich in den Griff zu kriegen.

Die Journalistin Vera Berg ist für ihren großen Gerechtigkeitssinn bekannt. Sie kümmert sich rührend um den Sohn ihres Exfreundes. Für ihre Beiträge recherchiert sie sorgfältig und oft etwas leichtsinnig, nicht auf ihre eigene Sicherheit bedacht.

Vera Berg und Tomas arbeite mittlerweile gut zusammen, auch wenn sie sich nicht immer sympathisch sind.

Auch die Nebenfiguren werden gut beschrieben. Genauso die Handlungsorte. Der Fall ist vom ersten Moment an spannend. Ich wurde wie durch einen Sog in die Geschichte hineingezogen und konnte das Buch kaum aus der Hand legen.

Die beiden Autoren Pascal Engman und Johannes Selåker arbeiten gut zusammen. Der Krimi ist aus einem Guss.
Die Autoren lassen die Spannung sehr früh einsetzten und halten sie über das gesamte Buch.
Der Schreibstil der Autoren ist flüssig und gut verständlich. Das Tempo, in dem die Geschichte voranschreitet, ist ordentlich.

„Nachtschattenspiele“ ist ein sehr spannender Kriminalroman aus Schweden. Ich freue mich schon auf den 4. Band.

Fluss der versunkenen Träume

Anna Sofia Glass
Roman
erschienen im Ullstein Verlag
400 Seiten
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an NetGalley.de für das Rezensionsexemplar

Eine Reise an der Donau entlang

Klappentext:
Wien 1902. Lanya flieht vor einer arrangierten Ehe nach Ybbs an der Donau, in eine fremde, verzauberte Welt. Als sie im Fluss ein Goldmedaillon entdeckt, kommt sie einem tragischen Todesfall auf die Spur, der eng mit dem Schicksal ihrer Gastfamilie verknüpft ist. Auf der Flucht vor der Vergangenheit macht sich Lanya mit Boris, dem Sohn der Familie, per Boot stromabwärts auf den Weg nach Budapest und weiter zur orientalischen Insel Ada Kaleh am Fuße der Karpaten. Doch die Reise bringt nicht nur die Wahrheit über das Medaillon ans Licht, sondern auch verbotene Gefühle zwischen Lanya und Boris. Hat ihre Liebe in einer Welt voller gesellschaftlicher Zwänge eine Zukunft?

„Fluss der versunkenen Träume“ von Anna Sofia Glass ist ein Roman, der die Leser*innen an die Donau führt.

Im Mittelpunkt steht Lanya, eine junge Frau, die vor einer arrangierten Ehe flieht. Sie kommt an die Donau und findet im Fluss ein goldenes Medaillon.

Mit ihrer Geschichte führt Anna Sofia Glass ihre Leser*innen die Donau entlang, von Wien nach Ybbs und zur Insel Ada Kaleh.

Die Geschichte hat zwei Handlungsstränge und führt uns ins frühe 20.Jahrhundert und in die 1990er Jahre.
Die Zeit und die Handlung ist immer durch das Medaillon verbunden, das ein Geheimnis verbirgt.

Die Autorin beschreibt die einzelnen Handlungsorte sehr anschaulich. Mir haben die verschiedenen Schauplätze gut gefallen.
Die Charakteren sind gut gezeichnet und richtig lebendig. Natürlich haben mit Lanya und Boris, zwischen denen sich Gefühle offenbaren am besten gefallen.
Aber auch die Nebencharaktere sind gut gezeichnet und bereichern die Geschichte.

Der Schreibstil von Anna Sofia Glass ist flüssig, gut verständlich und fesselnd. Ich wurde wie durch einen Sog in die Geschichte hineingezogen und konnte das Buch nicht zur Seite legen.

„Fluss der versunkenen Träume“ ist ein Roman, den ich mit Freude gelesen habe.

Die Magnolientochter

Tessa Collins
Roman
493 Seiten
erschienen im Ullstein Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Ullstein Verlag für das Rezensionsexemplar

Schöne Geschichte mit tollem Setting

Klappentext:
Magnolia weiß eigentlich sehr genau, was sie will und wo sie steht. Doch als sie eine alte Quittung und ein Flugticket nach Neuseeland findet, gerät etwas in ihr aus den Fugen. Um Antworten zu finden, reist sie in die Heimat ihrer Mutter, über deren Vergangenheit immer geschwiegen wurde. Was Magnolia dort entdeckt, hat nicht nur mit der dunklen Geschichte des Landes zu tun, sondern auch mit ihrer eigenen Familie. Zwischen der atemberaubenden Natur Neuseelands, der Liebe und dem Einsatz für den Umweltschutz enthüllt Magnolia das traurige Schicksal ihrer Verwandtschaft. Kann sie die Vergangenheit heilen und zugleich ihren eigenen Weg weitergehen?

„Die Magnolientochter“ ist der 4. Band der Blumentöchter-Saga von Tessa Collins.
Tessa Collins ist das Pseudonym von Silke Ziegler die mich schon mit ihren Krimis und der Purpurküsten-Reihe begeistert hat.

Nachdem mir die ersten drei Bände so gut gefallen haben, wartete ich schon sehnsüchtig auf Band 4.

Tessa Collins entführt ihre Leser*innen nach Neuseeland. Ein Land reich beschenkt mit schöner Natur. Es war die Heimat von Magnolias Mutter.
Als sie ein altes Flugticket nach Neuseeland findet, ist ihr Interesse geweckt. Sie reist in die Heimat ihrer Mutter.

Im Mittelpunkt steht Magnolia, die auf den Spuren ihrer Mutter wandelt. Von der Heimat ihrer Familie, Neuseeland ist ihr wenig bekannt. Ihre Mutter Maia leidet unter Depressionen und ihre Großmutter Rose ist schon verstorben. In Neuseeland stößt Magnolia auf die Vergangenheit ihrer Familie.

Tessa Collins versteht es Charaktere zu zeichnen und durch die Geschichte zu führen. Vor allem hat mir in diesem Band Magnolia gefallen. Sie ist Umwelttechnikerin und somit liegt ihr die Umwelt sehr am Herzen.

Ich habe Magnolia gerne auf ihrer Reise begleitet. Es war schön mitzuerleben, wie Magnolia das Schicksal ihrer Familie enthüllt.

Tessa Collins versteht es Handlungsorte zu beschreiben. Die schöne Natur Neuseelands hat sie mir mitten in mein Wohnzimmer gebracht. Es ist wunderschön, wie die Autorin das Land beschreibt. Am liebsten wäre ich selbst hingereist.

Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Die Zeit der Handlung wechselt immer wieder von der Gegenwart in die Vergangenheit. So lernt man auch Magnolias Mutter und Großmutter kennen.

Tessa Collins erzählt die Geschichte mit viel Gefühl. Dabei ist ihr Schreibstil flüssig und gut verständlich.
Ich habe das Lesen von „Die Magnolientochter“ wieder sehr genossen und freue mich jetzt schon auf den 5. Band „Die Rosentochter“ der im August 2026 erscheinen wird und die Leser*innen nach Namibia führen wird.

Blutwild

Saskia te Marveld
Thriller
295 Seiten
erschienen im Ullstein Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Ullstein Verlag für das Rezensionsexemplar

Gelungenes Debüt

Klappentext:
Sechs Jahre sind vergangen, seit Anka ihrem sadistischen Entführer entkam. Gequält und gefoltert hat die Gefangenschaft Spuren bei ihr hinterlassen, sie quittierte ihren Dienst als Polizistin. Bis eine rätselhafte SMS mit GPS-Daten und dem Wort HILFE sie zurück in ihre Albträume reißt. In einer Hütte im Wald stößt Anka auf makabre »Kunstwerke«: menschliche Körperteile, fein säuberlich eingelegt in Formaldehyd, ausgestellt wie in einer Galerie. Es ist die Handschrift ihres einstigen Peinigers. Doch ist er wirklich zurück? Plötzlich spürt Anka etwas, das sie nie wieder fühlen wollte: Todesangst.

„Blutwild“ ist ein spannender Thriller und das Debüt von Saskia te Marveld.

Anka war früher eine4n engagierte Polizistin. Ein traumatisches Erlebnis sorgte dafür, dass sie ihren Dienst quittierte. Vor sechs Jahren wurde sie gefangen gehalten und ging durch ein Martyrium.
Jetzt bekommt sie eine mysteriöse Nachricht mit GPS Daten auf ihr Smartphone. Am Zielort trifft sie auf eine Ausstellung verschiedener Körperteile. Plötzlich fühlt sie sich zurück katapultiert in die Zeit ihrer Gefangenschaft. Anka fühlt sich verfolgt und bekommt Angst. Ihre früheren Kollegen nehmen sie nicht ernst. Fängt das Martyrium von damals wieder an?

Saskia te Marveld baut schnell Spannung auf, die sie auch über die gesamte Geschichte aufrecht hält.
Ihre Protagonisten sind gut gezeichnet. Anka wird einen physischen und psychischen Schmerz ausgesetzt. Ich habe mit ihr gelitten.
Auch die anderen Charaktere wurden gut beschrieben und wirkten lebendig.

Der Schreibstil von Saskia te Marveld ist flüssig, gut verständlich und fesselnd. Über kleine inhaltliche Ungereimtheiten sehe ich bei einem Debütroman gerne hinweg.

„Blutwild“ ist ein spannender Thriller, den ich an zwei Abenden gelesen habe.

Elbnächte – Schatten über St. Pauli

Henrike Engel
Historischer Roman
392 Seiten
erschienen im Ullstein Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Ullstein Verlag für das Rezensionsexemplar

Ein fesselnder 2. Band

Klappentext:
Hamburg, 1913: Louise hat sich mit ihrer kleinen Bar auf St. Pauli ein Stück Freiheit erkämpft. Doch ihr Glück ist bedroht, als ihr krimineller Ehemann aus dem Gefängnis ausbricht. Zeitgleich verschwindet ein junges Mädchen spurlos.
Louises Freundin Ella und der Ex-Polizist Paul nehmen die Suche auf, nicht ahnend, dass sie sich damit in tödliche Gefahr begeben.
Denn Pauls Bruder, Hamburgs gefürchtetster Verbrecher, zieht im Hintergrund die Fäden. In den Wirren von Liebe, Loyalität und Verrat müssen Louise, Ella und Paul zusammenhalten, ihr Leben und die Zukunft des Viertels stehen auf dem Spiel. Können sie dem skrupellosen Gegner die Stirn bieten?

„Elbnächte – Schatten über St. Pauli“ ist der 2. Band der Elbnächte-Saga von Henrike Engel.

Die Autorin führt ihre Leser*innen in die dunkelsten Ecken Hamburgs.
Im Mittelpunkt stehen Louise, Ella und Paul. Louise betreibt, seit sie von ihrem Mann verlassen wurde, eine Bar in St. Pauli und hat dadurch etwas Freiheit gewonnen. Doch jetzt scheint ihre Freiheit bedroht zu sein, denn ihr Mann ist aus dem Gefängnis entkommen.
Ella, eine ehemalige Prostituierte, ist Louises treue Freundin und stets an ihrer Seite.
Paul, ein ehemaliger Polizist, sucht zusammen mit Ella nach einem vermissten Mädchen.
Die Charaktere sind recht unterschiedlich und passen so gut zusammen. Louise ist eher der stille und leise Typ, Ella hingegen ist voller pulsierenden Leben. Paul, der einen Arm verloren hat und kaum Perspektiven für sich sieht, ist immer da, wenn eine der Frauen Hilfe braucht. Ein unbeirrbarer und liebenswerter Charakter.

Henrike Engel erzählt die Geschichte sehr atmosphärisch, man spürt das Leben pulsieren. Hamburg im Jahre 1913 wird gut und anschaulich beschrieben, man kann es sich gut vorstellen. Als Leser*in bekommt man einen guten Einblick vom historischen Hamburg und auch von den Ermittlungsarbeiten jener Zeit. Viele Fakten werden mit Fiktion verknüpft, sodass ein großes Ganzes entsteht.

Mit viel Spannung führt die Autorin ihre Leser*innen durch Hamburg und spart dabei die dunkeln Plätze nicht aus.

Henrike Engel erzählt die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven, was sie facettenreich und abwechslungsreich macht. Dazu legt sie ein ordentliches Tempo vor.
Der Schreibstil von Henrike Engel ist wie gewohnt flüssig, gut verständlich und fesselnd. Die Autorin kann gut mit der Sprache umgehen. Es macht einfach Freude die Geschichte, mit der ausdrucksstarken und schönen Sprache zu lesen. Henrike Engel ist einfach eine Meisterin ihres Fachs.

„Elbnächte – Schatten über St. Pauli“ ist eine Mischung aus Historischer Roman und Kriminalroman. Mein zwei liebstes Genre, vereint in einem Buch. Ich habe das Buch mit großer Freude gelesen.

Mord in eiskalter Nacht

Lisa Sarah Brandstäter
Kriminalroman
457 Seiten
erschienen im Ullstein Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Ullstein Verlag für das Rezensionsexemplar

Gelungener Auftakt einer neuen Skandinavien-Krimireihe

Klappentext:
Es war eine rauschende Feier. Am nächsten Tag liegt Kira Westerlund ermordet im Ehebett, geknebelt und mit einer Plastiktüte erstickt. Der Mord an der beliebten Moderatorin versetzt das friedliche Finnland in einen Schockzustand. Kriminalkommissarin Leena Victor hat bei Gewaltdelikten gegen Frauen landesweit die beste Aufklärungsquote, die eingerichtete Sonderkommission braucht sie eigentlich. Doch sie war Gast auf der Party und hat außerdem Urlaub. Leena weiß, dass Sauna, Eisbaden und ihr geliebtes Boxtraining warten müssen. Sie beginnt zu ermitteln, in alle Richtungen. Bis sie in einem der unendlichen nordischen Fichtenwälder vor einem beschaulichen Haus steht, das ihr seltsam bekannt vorkommt.

„Mord in eiskalter Nacht“ ist der Auftakt einer neuen Krimireihe von Lisa Sarah Brandstäter.

Kira Westerlund ist eine bekannte Moderatorin. Nach einer Party wird sie tot und gefesselt im Ehebett aufgefunden. Eine Sonderkommision wird eingerichtet.
Eigentlich wird Kriminalkommissarin Leena Victor für die Ermittlungen gebraucht. Sie ist sehr erfolgreich, wenn es um Gewaltdelikte gegen Frauen geht. Doch Leena war selbst Gast bei der Party und wird somit von den Ermittlungen ausgeschlossen.

Lisa Sarah Brandstäter hat ihre Protagonisten gut gezeichnet und lässt sie menschlich und lebendig wirken.
Im Vordergrund stehen die Frauen, alle haben eine schwierige Vergangenheit hinter sich.
Die Kriminalkommissarin Leena Victor, die trotz Ausschluss aus den Ermittlungen, auf eigene Faust ermittelt hat ein gutes Verhältnis zu ihrer Schwester Hanna. Der Vater der Schwestern war auch Polizist aber Alkoholabhängig. Die Kindheit der Schwestern war hat und steinig.

Im Laufe der Geschichte erfährt man als Leser*in so einiges aus dem Leben von Leena und Hanna aber auch das Leben, Kira Westerlund und Lilli Rosengard werden beleuchtet. Jeder der Frauen hat ein schweres Päckchen zu tragen.
Dabei werden gesellschaftliche Tabuthemen wie Alkoholsucht, Essstörungen und Machtmissbrauch in die Geschichte eingewoben.

Lisa Sarah Brandstäter erzählt die Geschichte in einem ordentlichen Tempo, die Spannung hat früh eingesetzt und steigert sich im Laufe der Geschichte immer weiter. Durch unvorhergesehene Wendungen war es für mich schwer dem Täter auf die Spur zu kommen.
Die Autorin hat einen flüssigen, gut verständliche und vor allem fesselnden Schreibstil. Die kurzen Kapitel sorgen dafür, dass man immer weiterlesen möchte.

„Mord in eiskalter Nacht“ ist ein spannender und unterhaltsamer Kriminalroman. Ich freue mich schon auf den 2. Band „Tod in heller Sommernacht“, der im Juli 2026 erscheinen soll.

Eintracht Frankfurt – Eine Liebeserklärung

Henni Nachtsheim
Sachbuch
186 Seiten
erschienen im Ullstein Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Ullstein Verlag für das Rezensionsexemplar

Eine Liebeserklärung

Klappentext:
Vermutlich bringt kaum ein Bundesligaverein seine Anhänger so oft an den Rand des Nervenzusammenbruchs wie Eintracht Frankfurt. Und so ist es kein Zufall, dass, wenn man „Sport“ und „Diva“ zusammen googelt, der Name dieses Klubs erscheint. Wer der SGE folgt, erlebt ein dauerndes Wechselbad von Aufs und Abs. Einem Sieg beim FC Barcelona kann ohne Weiteres eine Pleite beim Rheinhessen-Derby gegen Mainz 05 folgen. Niemand kann so ausgiebig und so unterhaltsam sein Herz über die Eintracht ausschütten wie Henni Nachtsheim, die eine Hälfte des hessischen Comedy-Duos Badesalz. Schnallen wir uns also an und folgen wir dem langjährigen Fan bei seiner Schilderung der kurvenreichen Eintracht-Geschichte – bis in die jüngste Gegenwart.

In „Eintracht Frankfurt-Eine Liebeserklärung“ beschäftigt sich Henni Nachtsheim mit seiner großen Liebe die SGE.
Henni Nachtheim ist vielen als Comedian, Musiker, Autor und Schauspieler bekannt. Und natürlich auch als die eine Hälfte von Badesalz.
Eins haben Henni Nachtheim und ich gemeinsam, die Liebe zur SGE, mein Verein, Eintracht Frankfurt.

Wie Henni Nachtsheim in seinem Buch beschreibt, braucht man oft starke Nerven, wenn man nicht verzweifeln will. Oft bekommt man das aber dann auch doppelt und dreifach zurück.

Henni Nachtheim zeigt in seinem Buch über Eintracht Frankfurt einiges aus der Vergangenheit des Vereins auf. Erklärt warum die Einstacht auch „Die Diva vom Main“ genannt wird. Beleuchtet den einen oder anderen Spieler.
Und erzählt von den Erfolgen der Eintracht. Aber auch die Misserfolge und Abstiege werden angesprochen. Aber auch dabei verlieft er nie seine Liebe zur Einstacht aus den Augen:

Wie man es von Henni Nachtsheim gewohnt ist, erzählt er seine Geschichte zu Eintracht Frankfurt mit einem Augenzwinkern.

„Eintracht Frankfurt-Eine Liebeserklärung“ ist genau das richtige Buch für alle Eintracht Frankfurt Fans.


Station 22. Wo bist du sicher?“

Anne Elvedal
Thriller
347 Seiten
erschienen im Ullstein Verlag
Übersetzt aus dem Norwegischen von Andreas Brunstermann
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Ullstein Verlag für das Rezensionsexemplar

Spannender Thriller aus Norwegen

Klappentext:
Krankenschwester Ida ist beliebt auf der Station 22. Ihre Patientinnen vertrauen ihr blind, bis eine von ihnen verschwindet. Während alle von Flucht sprechen, bohrt sich ein brutaler Verdacht in Idas Bewusstsein.
Sie selbst wurde als Kind entführt und kehrte mit ausgelöschtem Gedächtnis zurück.
Als eine zweite Frau verschwindet, wird es zur grausamen Gewissheit: Idas Peiniger hat sie aufgespürt. Um die Opfer zu retten, muss sie in die Abgründe ihrer Psyche steigen und die Mauer durchbrechen, die sie vor der Wahrheit schützt.

„Station 22. Wo bist du sicher?“ von Anne Elvedal ist ein eiskalter nordischer Thriller.

Im Mittelpunkt steht Ida. Sie ist Krankenschwester und auf ihrer Station, der Station 22 beliebt. Plötzlich verschwindet eine Frau von der Station spurlos, kurzdarauf eine zweite.
Ida ahnt schlimmes. Als 5jähriges Kind wurde sie entführt und nach 2 Jahren ist sie plötzlich wieder aufgetaucht. Die ganze Pein, die Ida in dieser Zeit erfahren musste hat sie aus ihrem Gedächtnis verdrängt. Ida muss, um die verschwundenen Frauen zu retten, ganz tief in ihre Erinnerung graben.

Anne Elvedal baut von beginn an Spannung auf, die sie auch bis zum Ende aufrechthält. Ihre Protagonisten sind gut gezeichnet, mit Ecken und Kanten. Ida war mir schnell sympathisch und ich habe richtig mit ihr gelitten.
Anne Elvedal ist selbst ausgebildete Krankenschwester und erzählt den Klinikalltag sehr authentisch. Ida gräbt in ihrer Erinnerung und langsam kommen die Gräueltaten, die sie erdulden musste, zurück und somit erfahren auch die Leserinnen was geschehen ist.

Anne Elvedal schafft eine dunkle und eisige Atmosphäre, der auch etwas Geheimnisvolles anmutet. Immer wieder baut die Autorin Wendungen in die Geschichte ein, die bis fast zum Ende ein großes Rätsel bleibt. Aber kurz vor dem Ende ist es dann so weit, ich habe die Geschichte durchschaut und die Lösung gefunden. Doch so einfach lässt mich die Autorin doch nicht davonkommen. Es gibt noch einmal eine Wendung und alles ist dann doch anders als ich dachte. Welch eine Spannung!

„Station 22. Wo bist du sicher?“ ist ein wirklich spannender Thriller, den ich nur empfehlen kann.