Das Krähenzimmer

Carolin Frey
Thriller
429 Seiten
erschienen bei Rowohlt Polaris
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Rowohlt Verlag für das Rezensionsexemplar

Spannendes Thriller-Debüt

Zum Inhalt:
Im Mittelpunkt der Geschichte steht Lotta. Sie flüchtet sich nach der Trennung von ihrem Partner nach Geelekow, einem kleinen Ort an der Küste der Ostsee.
Hier hat sie in ihrer Kindheit schöne Sommer im Ferienhaus der Familie ihrer Stiefmutter verbracht. Doch im November sieht alles ganz anders aus. Der Ort ist leer und trostlos. Der Schlüssel liegt aber immer noch am selben Platz und so kann Lotta sich Zutritt zum Haus verschaffen.
Sie bleibt allerdings nicht unbemerkt, denn das Haus gehört zum größten Teil einer Gesellschaft, die es als Ferienhaus vermietet.
Lotta hat Glück und darf im Haus wohnen und für die Gesellschaft im November arbeiten.
Doch schon kurz nach ihrem Eintreffen beschleicht Lotta ein komisches Gefühl. Sie fühlt sich beobachtet und sie hört seltsame Geräusche. Ihre Nachbarin scheint sie zu beobachten.
Doch vieles, was in diesem Haus passiert ist, weiß Lotta noch gar nicht.

„Das Krähenzimmer“ ist das Thriller-Debüt von Carolin Frey.

Die Charaktere sind gut gezeichnet und lebendig.
Lotta und auch die anderen Charaktere waren mir schnell sympathisch. Doch im Laufe der Geschichte wusste ich nicht mehr, wem ich trauen konnte und wem nicht.

Carolin Frey schafft es in ihrem Thriller, für eine ständig bedrohliche Atmosphäre zu sorgen.
Der Plot verspricht viel Spannung. Diese setzt auch gleich zu Beginn ein. Man ahnt schon, dass Lotta nichts Gutes erwartet.
Es geschehen auch immer wieder seltsame Dinge. Lotta hört Geräusche und hat das Gefühl, dass sich noch jemand im Haus befindet. So oft sie es durchsucht, kann sie nichts finden.
Zwischendurch gibt es Ausschnitte aus Tagebucheinträgen und man ahnt schnell, von wem sie sind.
Auch die Gedanken einer weiteren Person kann man zwischendrin lesen.
Wer diese Person ist, kommt aber erst am Ende der Geschichte zum Vorschein.

Der Mittelteil der Geschichte ist etwas langatmig, hier hätte man gut etwas kürzen können. Die Geräusche, die Lotta hört, wiederholen sich immer wieder. Die Bedrohung ist allgegenwärtig, aber es passiert nichts. Erst im letzten Drittel zieht das Tempo an und es wird wieder richtig spannend und das dann auch bis zum Ende.

Der Schreibstil von Carolin Frey ist flüssig und gut verständlich.

„Das Krähenzimmer“ ist ein spannender Psychothriller, der im Mittelteil einige Längen aufweist.

Nachtflut

Stina Westerkamp
Thriller
356 Seiten
erschienen im Ullstein Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Ullstein Verlag für das Rezensionsexemplar

Spannung pur

Klappentext:
Orkanböen peitschen über die Straße, in den Nachrichten wird vor der kommenden Sturmflut gewarnt. Die Lage ist mehr als bedrohlich, der kleine Ort direkt an der Ostseeküste muss vollständig evakuiert werden. Doch Elisa wartet bis zur letzten Sekunde, längst sind alle anderen fort. Vor ihrem Aufbruch stößt sie im Haus nebenan überraschend auf die Nachbarn. Wieso sind sie noch da? Das Paar scheint, genau wie Elisa selbst, etwas zu verbergen. Der Deich bricht. Die drei sind in dem Haus gefangen. Der Strom fällt aus, der Pegel steigt. Aus der nahegelegenen JVA können Häftlinge entfliehen, und einer von ihnen hat nur ein Ziel: Elisa.

„Nachtflut“ von Stina Westerkamp ist ein packender Thriller.

Ein kleiner Ort an der Ostseeküste ist so gut wie verlassen. Die Menschen sind vor der drohenden Sturmflut geflohen. Nur Elisa wartet ab und verlässt erst ihr Haus erst, als es schon fast zu spät ist. Da entdeckt sie noch ein älteres Ehepaar, die wohl auch ihr Haus nicht verlassen wollten. Dann bricht der Deich und für Elisa und dem Ehepaar gibt es kein entkommen mehr. Sie müssen sich im Haus so gut wie möglich in Sicherheit bringen. In der nahegelegenen JVA gelingt es Häftlingen zu entkommen. Jetzt stellt sich die Frage, welche Gefahr ist größer, die entflohenen Häftlinge oder die Flut.

Schon alleine die drohende Sturmflut vermittelt eine düstere und bedrohliche Atmosphäre.
Dabei fängt die Geschichte so fröhlich an, doch das ändert sich schnell.
Mit der bedrohlichen Atmosphäre hält auch die Spannung Einzug in die Geschichte.
Ich habe mir viele Fragen gestellt
Die Charaktere sind gut gezeichnet und einige recht geheimnisvoll.
So fragte ich mich, warum Elisa ihr Haus nicht verlassen wollte und genauso das Ehepaar. Was hat es mit den entflohenen Häftlingen und Elisa auf sich?

Zwischen den Kapiteln gibt es Tagebuchauszüge einer unbekannten Person zu lesen. Aber auch da schwirren Fragezeichen über meinem Kopf.

Stina Westerkamp versteht es Spannung auszubauen und bis zum Ende aufrecht zu halten. Der Schreibstil der Autorin ist fesselnd, flüssig und gut verständlich.

„Nachtflut“ ist ein spannender Thriller, den ich nicht aus der Hand legen konnte,