Die verlorene Tochter

Soraya Lane
Roman
431 Seiten
Übersetzt aus dem Englischen von Sigrun Zühlke
erschienen im Droemer Knaur Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Droemer Knaur Verlag für das Rezensionsexemplar

Auftakt einer großen Familiensaga

„Die verlorene Tochter“ ist der Auftakt einer achtteiligen Familiensaga von der neuseeländische Autorin Soraya Lane.

Die Leser*innen begleiten Lily nach Italien, wo sie auf dem Weingut der Familie Rossi arbeiten wird.
Kurz bevor Lily nach Italien aufgebrochen ist bekommt sie eine kleine hölzerne Schachtel. Die Schachtel wurde unter den Dielen eines ehemaligen Frauenhaus in London gefunden und darauf steht der Name von Lilys Großmutter.
Der Inhalt, ein Rezept in italienischer Sprache und ein Programm des Mailänder Opernhaus von 1946.
Als Lily in Italien angekommen ist begibt sie sich auf Spurensuche.
Unterstützung bekommt sie von Antonio, dem Sohn der Familie Rossi.
Zusammen kommen sie einer großen Liebesgeschichte auf die Spur.

Die Geschichte hat zwei Zeitebenen, einmal die Gegenwart und dann die Jahre 1937-1955.
Die Handlungsorte sind Italien und London.

In der Gegenwart steht Lily im Mittelpunkt.
Lily lebt den Traum ihres Vaters und ist Winzerin geworden.
Jetzt möchte sie in Italien auf dem berühmten Weingut Rossi arbeiten.
In Italien angekommen fühlt sie sich gleich zu Hause.
Sie fühlt sich mit dem Land und den Menschen verbunden.
Vor allem mit Antonio, dem Sohn der Familie Rossi.
Zwischen Lily und Antonio entspinnt sich eine zarte Liebesgeschichte.
Wir Leser*innen begleiten Lily bei ihrer Arbeit auf dem Weingut und bei der Recherche über die Großmutter.

In der Vergangenheit lernen die Leser*innen Estée kennen.
Estée ist eine begeisterte Tänzerin und wird auch Primaballerina am berühmten Mailänder Opernhaus La Scala.
Dabei wacht ihre Mutter streng über Estée. Sie muss sich an alle Regeln halten, darf nicht viel Essen damit sie nicht zunimmt.
Die Mutter scheint das Leben von Estée zu bestimmen. Nur Liebe kann sie ihrer Tochter nicht geben.
Als Estée Felix kennenlernt fängt ihre Welt an zu strahlen. Felix der aus der Familie eines Bäckerimperiums stammt ist bereit für Estée alles aufzugeben. Doch die Eltern der Beiden haben andere Pläne.

Soraya Lane erzählt ihre Geschichte mit sehr viel Gefühl.
Die Beschreibung der Handlungsorte war für mich wie eine virtuelle Reise.
Ihre Charaktere sind mit viel Liebe zum Leben erweckt.
Der Schreibstil der Autorin ist fesselnd, flüssig und gut verständlich.

Hat aber auch etwas geheimnisvolles.
Ich wurde beim lesen schnell wie durch einen Sog in die Geschichte hineingezogen.
Ich liebe es einfach wenn in einer Geschichte Geheimnisse aus der Vergangenheit in der Gegenwart aufgeblättert werden.

Ein Geheimnis ist, es gibt nicht nur eine Schachtel sondern sieben.
Also gibt es außer Lily noch sechs weitere Empfängerinnen.
Jeder von ihnen soll ein Band gewidmet werden und dabei werden die Leser*innen an die schönsten und geheimnisvollsten Orte geführt.

Am Ende der Geschichte gibt es eine Leseprobe des 2. Bandes „Die vermisste Tochter“ der uns nach Kuba führen wird.
Der Band soll im Dezember erscheinen. Ich freue mich schon sehr darauf.

Lenas Kieselsteine

Wilma Borghoff
Roman
224 Seiten
erschienen bei BoD – Books on Demand
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an Wilma Borghoff für das Rezensionsexemplar

Eine spannende Familiengeschichte mit dunklen Geheimnissen

Covertext:
Die vierzehnjährige Lena läuft von zu Hause weg. Weg von ihrer nachlässigen Mutter und deren Lebensgefährten, der das Mädchen ablehnt. Lena will zu ihrer Tante nach Bayern, wo sie als kleines Kind ‚heile Welt‘ erlebte. Nach einer ereignisreichen Odyssee erwartet sie in Bayern Familienleben, aber auch Konflikte mit der Verwandtschaft. Ihre Tante Jasmin nimmt Lena nur zögernd auf, da sie mit Lenas Mutter Clara, ihrer Schwester, schlechte Erfahrungen gemacht hat. Lena lernt bald den Nachbarjungen Noah kennen und freundet sich mit ihm an. Allerdings schleppt Noah ein Trauma mit sich herum, das Lena nur allmählich aufdeckt. Eine schwarze Katze hilft Lena mehrmals aus brenzligen Situationen heraus. Gibt es eine Verbindung zu Lenas Geburtstermin am 30. April – der Hexennacht? Als Lenas leiblicher Vater unerwartet in Bayern auftaucht, fragt sie sich, ob er seine Tochter kennenlernen will oder andere Absichten hat.

„Lenas Kieselsteine“ von Wilma Borghoff ist eine Familiengeschichte mit einigen Konflikten die aufgearbeitet werden müssen.

Im Mittelpunkt steht die vierzehnjährige Lena.
Lena läuft von zu Hause weg da sie sich dort nicht mehr geliebt fühlt.
Der neue Partner von ihrer Mutter lehnt Lena ab und der Mutter ist der Partner wichtiger als die Tochter.
In Erinnerung an schöne Tage in Bayern möchte sie bei ihrer Tante leben.
Aber auch hier ist nicht alles so rosig wie in ihrer Erinnerung und die Konflikte holen sie wieder ein.
Einen Freund findet Lena in Noah, einem Jungen aus der Nachbarschaft.
Auch bei Noah liegt einiges im Argen.
So werden die Vergangenheit der beiden Jugendlichen und die Familienkonflikte Stück für Stück aufgeblättert.

Wilma Borghoff versteht es ihre Charaktere in Szene zu setzten und lebendig erscheinen zu lassen.
Die Autorin hat eine angenehmen und gut verständlichen Schreibstil.
Wilma Borghoff packt viele Emotionen in ihre Geschichten und auch die Spannung fehlt nicht.
„Lenas Kieselsteine“ ist ein unterhaltsamer Roman den ich fast in einem Stück gelesen habe.
Wie schon ihren anderen Romanen hat Wilma Borghoff mich auch mit diesem Buch wieder begeistert.

Das Bernsteinmädchen

Hans Meyer zu Düttingsdorf
Roman
erschienen im Aufbau Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Aufbau Verlag für das Rezensionsexemplar.

Das Geheimnis des Bernsteins

Argentinien 1938, Helena verliebt sich in den deutschen Matrosen Karl und verlässt ihre Heimat um mit ihm in Groß Boltenhagen an an der Ostsee zu leben.
Helena beherrscht die deutsche Sprache, da ihr Mutter deutscher Abstammung ist.
Im Krieg wird das Paar getrennt. Helena bekommt einen Sohn.
70 Jahre später vermacht Helena ihrem Sohn Robert einen Bernstein mit der Bitte in das Ort seines Vaters zu reisen.
Robert, der nichts über die Zeit seiner Mutter in Deutschland weiß reist in seinen Geburtsort Ambertshagen.

„Das Bernsteinmädchen“ von Hans Meyer zu Düttingsdorf ist ein wunderschöner Roman in dem es um ein Familiengeheimnis geht.
Die Geschichte hat zwei Zeitebenen, die in diesem Roman gekonnt miteinander verwoben werden.

In der Vergangenheit begleiten wir Helena auf ihrer Reise nach Deutschland. Erleben ihre große Liebe und den Verlust der Trennung.
Nachdem Karl eingezogen wurde steht Helena ganz alleine da.
Als Fremde kann sie noch nicht einmal auf Hilfe von Karls Familie hoffen.

Dann die Gegenwart wo Helena alt ist, stirb und Robert eben diesen Bernstein vermacht.
Robert hatte es nicht leicht. Mit seiner Mutter und ohne Vater ist er in Armut aufgewachsen.
Jetzt über 70 Jahre später reist Robert in die Heimat seines Vaters um nach seinen
Wurzeln zu suchen.
Nur sehr langsam ergibt Stück für Stück ein Bild für Robert.

Hans Meyer zu Düttingsdorf erzählt die Geschichte facettenreich und emotional.
Die Protagonisten sind gut in Szenen gesetzt und durchweg sympathisch.
Die Zeit in der Helena vor über 70 Jahren nach Deutschland gekommen ist und durch die Kriegswirren plötzlich alleine stand ist sehr gut und authentisch eingefangen.

„Das Bernsteinmädchen“ ist eine große Geschichte die so viele Facetten hat wie ein Bernstein und ihr Geheimnis nur Stück für Stück preisgibt.
Für mich ist es der 1. Roman des Autors aber es wird bestimmt nicht der Letzte sein.