Marilyn und die Sterne von Hollywood

Claudia und Nadja Beinert
Roman
erschienen im Aufbau Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Aufbau Verlag für das Rezensionsexemplar.

Eine Hommage an Marilyn Monroe

Norma wächst recht einsam und in armen Verhältnissen im Waisenhaus und bei Pflegefamilien auf.
Ihr Zufluchtsort ist das Kino.
Norma möchte so sein wie die Hollywood Schauspielerinnen in den Filmen.
Mit 16 wird sie verheiratet um versorgt zu sein.
Jetzt muss sie ihren Traum vom Filmstar begraben.
Doch ein Fotograf entdeckt Norma und möchte sie als Modell berühmt machen.
Vor der Kamera erwacht ihr Traum von der Filmkarriere wieder.
Vor Norma liegt ein langer uns steiniger Weg bis aus ihr die Ikone Marilyn Monroe wird.

In „Marilyn und die Sterne von Hollywood“ erzählen Claudia und Nadja Beinert wie aus Norma Jeane Mortenson Marilyn Monroe wurde.

Der Prolog erzählt kurz aus dem Jahr 1934.
Danach macht die Geschichte einen Sprung und man begleitet Nora in den Jahren 1942-1946.

Die Autorinnen reisen kurz Normas schwere Kindheit, die sie im Waisenhaus und bei Pflegefamilien verbracht hatte an.
Ihr Zufluchtsort ist das Kino und der Traum einmal eine berühmte Filmschauspielerin zu werden.
Als Norma dann 16 Jahre ist, wird, damit sie versorgt ist mit James Dougherty verheiratet.
Fürs Erste muss Norma ihren Traum eine Filmschauspielerin zu werden begraben.
Als im Krieg ein Militärfotograf Norma als Modell auserkoren hat erwacht ihr Traum von der Filmkarriere aufs neue.

Die Beinert Schwestern haben mich schon mit einigen Historischen Romanen begeistert.
Auch mit ihrem neuen Roman „Marilyn und die Sterne von Hollywood“ haben sie mich wieder vollständig überzeugt.
Die Autorinnen haben einen sehr lebendigen Schreibstil, oft kam es mir so vor als wäre ich selbst bei dem erzählten dabei gewesen.

Die Geschichte endet mit den Worten „The End And A New Beginning“
Aus Nora ist nun Marilyn geworden.
In einem Nachwort werden noch kurz die weiteren Stationen von Marilyn Monroe aufgezählt.

Die Autorinnen schreiben, dass sie sich bei ihrem Roman an die überlieferten Fakten gehalten habe. Natürlich ist immer ein Teil einer Geschichte Fiktion.
Wenn man Realität und Fiktion so fein miteinander verwebt wie Claudia und Nadja Beinert, dann kann nur ein Highlight dabei herauskommen.

„Marilyn und die Sterne von Hollywood“ ist im Rahmen der Buchreihe „Mutige Frauen zwischen Kunst und Liebe“ im Aufbau Verlag erschienen. Eine meiner liebsten Buchreihen.

Die theoretische Unwahrscheinlichkeit von Liebe

Ali Hazelwood
Roman
erschienen bei Rütten & Loening /Aufbau Verlag
Meine Bewertung:
4 von 5 Sternen

Vielen Dank den Aufbau Verlag für das Rezensionsexemplar

Unterhaltsame und witzige Liebesgeschichte

Olive ist Doktorandin in Biologie.
Wissenschaft ist für sie nachweisbar und belegbar. Die Liebe hingegen nicht, weshalb sie auch nicht an die große Liebe glaubt.
Olive kommt in die prekäre Lage eine Beziehung vortäuschen zu müssen und küsst einen Mann der ihr gerate über den Weg läuft.
Adam Carlsen heißt er geküsste und er ist der groß und gefürchtete Labortyrann von Stanford.
Bei Olive löst der Kuss eine Kette irrationaler Gefühle aus die sie dringend analysieren muss.

„Die theoretische Unwahrscheinlichkeit der Liebe“ ist der neu Roman von Ali Hazelwood.
Der ungewöhnliche Titel hat mich neugierig gemacht.
Und so bekommt man es hier auch nicht mit einer gewöhnlichen Liebesgeschichte zu tun.

Olive ist Doktorandin in Biologie. Sie lebt für die Wissenschaft. Für sie existiert nur das was sich wissenschaftlich belegen lässt. Die Liebe gehört nicht dazu.
Ihr übriges Leben ist ziemlich chaotisch.

Adam hingegen ist ganz anders. Sein leben ist sehr geordnet. Er gilt zwar im Labor als Tyrann aber das ist nur sein Äußeres.
In Wahrheit hat er einen weichen Kern und einen wunderbaren Humor.

Beide Charaktere waren mir ziemlich schnell sympathisch.
Mir haben die Gespräche zwischen Olive und Adam gut gefallen.
Auch wenn Adam manchmal etwas aufdringlich rüberkam.
Es wurde schnell klar, die beiden passen zusammen.

Das Buch ist schön aufgemacht. Besonders gelungen finde ich die Hypothesen am Anfang zu jedem Kapitel, was dem Ganzen wieder einen wissenschaftlichen Aspekt verleiht.

Der Schreibstil von Ali Hazelwood ist erfrischend und unkompliziert.
Immer wieder legt sie ihren Charakteren humorvolle Worte in den Mund.
Ich habe das lese der Geschichte sehr genossen.

Eine Familie in Berlin – Ursula und die Farben der Hoffnung

Ulrike Renk
Historischer Roman
erschienen im Aufbau Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank den Aufbau Verlag für das liebevolle Bloggerpäckchen

Auch der 2. Band hat mich begeistert

Ursula hat sich ganz der Kunst verschrieben.
Sie zeichnet schon seit ihrer Kindheit.
Als sie Vera Dehmel kennenlernt, die Kunst studiert, nimmt ihr Leben eine neue Wende ein.
Ursula lernt die Studienfreunde von Vera kennen und somit auch die Welt der Kunst.
Als Ursula den Bruder von Vera, Heinrich Dehmel kennenlernt, entsteht eine zarte Anziehung zwischen den jungen Leuten.
Vera und Heinrich bestärken Ursula mehr aus ihrem Talent zu machen, sich an der Kunstakademie in Berlin zu bewerben.
Dann bricht der 1. Weltkrieg aus. Besteht für Ursula noch Hoffnung, sich ihren Traum zu erfüllen?

„Eine Familie in Berlin-Ursula und die Farben der Hoffnung “ ist der 2. Band der Familiensaga „Eine Familie in Berlin“ von Ulrike Renk.

In diesem Band begleiten wir Ursula durch die Jahre 1911 – 1917.
Wenn ich sagen soll welche Frau mir besser gefallen hat, Paula oder Ursula so muss ich sagen, ich weiß es nicht.
Beides sind so spannende und interessante Persönlichkeiten die man einfach liebhaben muss.

Ursula zeichnet schon seit ihrer Kindheit. Besonders gefallen hat mir, wenn sie bei ihren Großeltern war und die feinen Damen die bei ihrer Großmutter zu Besuch kamen gezeichnet hat.
Ihre Großeltern haben Ursula auch immer unterstützt und gefördert.
Sie haben ihr ermöglicht an die Kunstgewerbeschule zu gehen.

Als Ursula die Bekanntschaft mit Vera und Paula Dehmel macht lernt sie allerdings eine ganz neue Freiheit kennen.
Die Schriftstellerin Paula Dehmel wird ihr großes Vorbild.
Vera Dehmel wird ihre beste Freundin, die sie auch in die Welt der Kunst einführt.
Vera ermutigt Ursula ihren Traum, Künstlerin zu werden zu leben.
Auch Veras Bruder Heinrich bestärkt Ursula.
Zwischen Heinrich und Ursula scheint sich e zartes Band zu ranken.

Die Protagonisten sind sehr lebensnah beschrieben.
Ursula ist ein toller und liebenswerter Charakter.
Am Anfang eher schüchtern durchlebt Ursula im Laufe der Geschichte eine enorme Entwicklung.
Der Gedanke ihr Talent zum Beruf zu machen verfestigt sich durch die Bestätigung der Dehmels immer mehr.

Ich habe mich auch sehr gefreut Paula Dehmel wieder zu treffen.
Paula habe ich im ersten Band schon verehrt.
Auch Vera und Heinrich sind sehr authentisch gezeichnete Charaktere, deren Werdegang ich gerne verfolge.

Ulrike Renk erzählt die Geschichte wunderschön und authentisch.
Ihre Erzählung ist bunt und facettenreich.
Einmal mit dem Buch angefangen wird man wie durch einen Sog in die Geschichte hineingezogen und erwacht erst wieder wenn die Geschichte zu Ende ist.

Am Ende zeigt die Autorin auf, welche Quellen sie nutzen durfte um Ursulas und zuvor schon Paulas Geschichte zu Papier zu bringen.
Natürlich hat Ulrike Renk sich auch die eine oder andere künstlerische Freiheit erlaubt.
Doch man kann Wirklichkeit und Fiktion nicht trennen, so gekonnt ist alles miteinander verflochten.

„Eine Familie in Berlin – Ursula und die Farben der Hoffnung“ ist ein wunderschöner historischer Roman über eine bemerkenswerte Frau von einer großartigen Autorin.
Ich freue mich schon auf den dritten Band „Eine Familie in Berlin-Ulla und die Wege der Liebe“ der im August 2022 erscheinen soll und in dem man Ursula wieder treffen darf.



Die Verwegene

Charlotte Leonard
Historischer Roman
erschienen im Aufbau Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sterne

Vielen Dank an Christiane Lind und an den Aufbau Verlag für das Rezensionsexemplar.

Eine Hommage an eine (fast) vergessene großartige Frau

Die schöne und intelligente Hedy Lamarr ist eine gefeierte Schauspielerin als sie den Waffenfabrikant Fritz Meindl heiratet.
In der Ehe ist Hedy unglücklich. Fritz Meindl ist ein wahrer Tyrann.
So wagt Hedy mit nur ein paar Schmuckstücken im Gepäck die Flucht über den Atlantik.
In Hollywood wird sie von MGM unter Vertrag genommen.
Schnell gilt sie als Stilikone und schönste Frau in der Filmbranche.
Die Schreckensnachrichten aus Europa lassen Hedy nicht zur Ruhe kommen. So entschließt sie sich, der Erfinderin in ihr mehr Raum zu geben und Amerika zu unterstützen den grausamen Krieg zu beenden.

Mit ihrem Roman „Die Verwegene“ hat Charlotte Leonard der Schauspielerin und Erfinderin Hedy Lamarr ein Denkmal gesetzt.
Hinter dem Pseudonym verbirgt sich die erfolgreiche Autorin Christiane Lind, die mich schon mit einigen ihrer Romane begeistert hat.
So hatte ich natürlich auch große Erwartungen an dieses Buch die auch voll und ganz erfüllt wurden.

Der Name Hedy Lamarr ist mir zwar bekannt, ich wusste allerdings nicht welch eine großartige Frau dahinter steckt.
Ich glaube die eigentliche Person wurde immer verkannt.
Man hat sie als die schönste Frau der Filmbranche in diverse Rollen gepresst die ihr nur halbwegs gerecht wurden.
Auch der Blick hinter die Kulissen von Hollywood ist interessant. Man stellt fest es ist alles mehr Schein als Sein.

Was ich so gar nicht wusste ist, dass Hedy Lamarr auch eine Erfinderin war.
Zusammen Georg Antheil entwickelt sie das Frequenzsprungverfahren, mit dem man Torpedos störungsfreier steuern kann. Was für eine großartige Frau!

Charlotte Leonard hat in ihrem Roman Hedy Lamarr zum Leben erweckt.
Ich konnte mir sehr schnell ein Bild von der Frau machen und erleben wer wirklich hinter dem Namen Hedy Lamarr steckt.
Eine erfolgreiche, intelligente und herzliche Frau die zwar für ihre Erfolge und ihre Schönheit gefeiert wurde, der die Öffentlichkeit aber nie gerecht wurde. Keiner hat die Wahre Hedy Lamarr gesehen.

Um so dankbarer bin ich der Autorin, dass ich die echte Hedy kennenlernen durfte.

Mit ihrem fesselnden und mitreisenden Schreibstil hat es Charlotte Leonard
geschafft mich in einen wahren Leserausch zu versetzten.
Schnell hatte ich meine eigenen Bilder im Kopf und konnte das Buch nicht mehr aus den Händen legen.
Das Jahr ist noch Jung und schon habe ich das erste Highlight in Händen gehalten.
Vielen Dank dafür.

SISI Kaiserin wider Willen

Allison Pataki
Historischer Roman
erschienen im Aufbau Verlag
Meine Bewertung:
4 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Aufbau Verlag für das Rezensionsexemplar.

Aus einer bayrischen Prinzessin wird die Kaiserin von Österreich.

Als Sisi sich in Franz Joseph von Österreich verliebt ahnt sie nicht was auf sie zukommt.
Sisi, die in Bayern aufgewachsen und sehr naturverbunden ist muss sich in Wien und im Palast der Habsburger zurechtfinden.
Das Volk ist ihr schnell zugetan.
Doch am Hof warten Ränkespiele und Intrige auf sie.
Wie soll Sisi all ihre Pflichten erfüllen, ihre Freiheit wahren und die Liebe zu Franz Joseph nicht verlieren?

Sisi Kaiserin wider Willen ist ein weiterer Roman aus der Reihe außergewöhnliche Frauen zwischen Aufbruch und Liebe.
Mit diesem Roman hat die Autorin Allison Pataki die Reihe bereichert.

Wir begleiten Sisi in den Jahren 1953 – 1967, also ihre Zeit an der Seite von Franz Joseph.
Der Roman ist nicht vergleichbar mit der romantisierenden Verfilmung mit Romy Schneider.
Die Autorin bewegt sich mit ihrer Geschichte nahe an der Realität. Sie hat für dieses Buch Unmengen von historisch belegten Dokumenten gesichtet.
Sisi war für ihre Zeit eine starke und mutige Frau.
Sie wollte sich für Schwächere einsetzten, wollte helfen.
Doch irgendwie ist sie oft gegen Mauern gerannt.

Wenn man das Buch liest hat man das Gefühl die echte Sisi kennenzulernen.
Allison Patkaki verknüpft in ihrem Roman Realität und Fiktion so gekonnt, dass es nahtlos ineinander übergeht und nicht mehr zu trennen ist.
Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und gut verständlich.
Die eine oder andere Stelle war vielleicht etwas langatmig zu lesen.
Mir hat das Buch viel Freude bereitet und einen guten Einblick in das Leben der legendären Sisi gewährt.

Jane Austen und die Kunst der Worte

Catherine Bell
Roman
erschienen im Aufbau Verlag
Meine Bewertung:
4 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Aufbau Verlag für das Rezensionsexemplar.

Eine Hommage an eine große Schriftstellerin

Die Pfarrerstochter Jane hat nur das Schreiben im Kopf. Ständig hat sie Tinte an ihren Händen.
Ihre Schwester Cass hingegen ist schon verlobt und die Eltern würden auch Jane gerne in feste Hände geben.
Aber Jane kann mit den jungen Männern im Ort nicht viel anfangen.
Da sie gerne auf Bälle geht sind ihr die jungen Männer zum tanzen ganz recht aber heiraten möchte Jane nicht.
Dann lernt sie den jungen Tom Lefroy kennen.
Aber es bleibt ihr großer Traum, einen Roman zu schreiben und zu veröffentlichen.

„Jane Austin und die Kunst der Worte“ ist eine Hommage an die große Jane Austen von Catherine Bell.
Wer kennt Jane Austen nicht. Ihre Bücher sind unvergessen und werden heute noch gerne gelesen.
„Stolz und Vorurteil“ ist eins meiner Lieblingsbücher.

Von der Person hinter den Büchern ist nicht sehr viel überliefert.
Catherine Bell hat sich in die Recherche gestürzt um mehr über die Person zu erfahren.
Die Autorin hat sich durch Biografien und Briefe gearbeitet und Jane Austen zum Leben erweckt.
Wir begleiten Jane Austen und sind bei der Entstehung ihrer Bücher dabei.
So stößt man beim lesen auch immer wieder auf Zitate aus ihren Büchern.
Auch Auszüge von Briefen die sie mit ihrer Schwester gewechselt hat finden sich in der Geschichte wieder.

Vieles wird aus der Sicht von Jane Austen erzählt. Ich finde es ist der Autorin gut gelungen ihre LeserInnen mit der Sprache in die Zeit von Jane Austen zu versetzen.
Auch die Stimmung, egal ob Freude oder Trauer wurde immer sehr gut transportiert.
Es gab schon einige recht schwermütige Passagen in der Geschichte, bei denen ich mit Jane gelitten habe.
Mit diesem Buch hat Catherine Bell mir Jane Austen ein bisschen näher gebracht.

Am Anfang habe ich einige Zeit gebraucht um richtig in die Geschichte einzutauchen und den richtigen Lesefluss zu finden.
Man muss sich am Anfang etwas Zeit nehmen und die Geschichte wirken lassen, wenn das geschehen ist lässt einen das Buch nicht mehr los.

Der Himmel über Amerika – Esthers Entscheidung

Karin Seemayer
Historischer Roman
erschienen im Aufbau Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an NetGalley de. und an den Aufbauverlag für das Rezensionsexemplar

Auch der 2. Band hat mich begeistert

Esther ist die Enkelin von Rebekka und Daniel, den Helden des ersten Band.
Esther lebt bei ihren Eltern und Großeltern auf dem Mühlenhof in Pennsylvania.
In der Gemeinde der Amish wird deutsch gesprochen. Die Amish leben gerne unter sich und halten sich abseits der einheimischen Bevölkerung.
Auch als der Sezessionskrieg ausbricht und das Land spaltet halten sich die Mitglieder der Amish Gemeinde raus. Ihnen ist es verboten in den Krieg zu ziehen.
Doch der Krieg geht auch am Mühlenhof nicht spurlos vorbei. Eines Tages kommen Soldaten der feindlichen Armee und plündern den Hof.
Kurz darauf findet Esther einen der Soldaten schwer verwundet auf ihrem Land.
Die Familie kümmert sich um den Verwundeten und pflegt ihn gesund. Dabei entwickelt sich eine zarte Liebe zwischen Esther und dem Soldaten.
Doch die Liebe muss geheim bleiben sonst droht Esther die Ausgrenzung aus der Gemeinde.

„Der Himmel über Amerika – Esthers Entscheidung ist der 2. Band der Amish-Saga von Karin Seemayer.

Die Autorin hat mich schon mit dem 1. Band „Der Himmel über Amerika – Rebekkas Weg“ und vielen anderen Romanen begeistert.
Dabei schwimmt sie nicht mit dem Mainstream sondern findet immer eine Nische mit einem interessanten Thema.
Dafür bin ich ihr sehr dankbar.

Die Autorin schenkt bemerkenswerten Charakteren das Leben.
In diesem Buch ist es Esther. Eine junge Frau die nur das Leben in der Amish Gemeinde kennt. Sie wächst behütet auf, erfüllt alle ihre Pflichten. Doch sie weiß auch, dass sie keinen der jungen Männer aus der Gemeinde heiraten will.
Dann verliebt sie sich in den Soldaten Jack, en sie verwundet gefunden hat und gesund pflegt.
Die beiden Charaktere waren mir gleich sehr sympathisch. Esther hat viel von ihrer Großmutter Rebekka die Heldin des 1. Band.

Ben, Esthers Bruder hat hingegen viel von Daniel seinem Großvater. Er engagiert sich vor dem Sezessionskrieg für die Underground Railroad und hilft so geflüchteten Sklaven auf dem Weg in die Freiheit.
Von dieser Organisation habe ich schon gehört und auch das Buch „Underground Railroad von Colson Whitehead gelesen.

Karin Seemayer entführt ihre Leser*innen mit ihrer Geschichte in eine ganz andere Welt.
Eine Welt die mir vor dem 1. Band völlig fremd war.
Ich bin dankbar dafür, dass die Autorin mir hier einen Einblick in die Gemeinschaft der Amish gewährt hat.
Karin Seemayer vermittelt die Informationen auf eine unterhaltsame Art und Weise.
Ihr Schreibstil ist leicht verständlich und fließend zu lesen.
Einmal angefangen möchte man das Buch nicht aus der Hand legen.

Ich freue mich jetzt schon auf die Fortsetzung „Der Himmel über Amerika –Leahs Traum“ der im Juni 2022 erscheinen wird.

Die Frauen von New York – Glanz der Freiheit

Ella Carey
Historischer Roman
erschienen im Aufbau Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Aufbau Verlag für das Rezensionsexemplar.

Lily Rose, was für eine starke und bemerkenswerte Frau

So wie viele Männer in Amerika werden auch die Köche des Restaurants Valentino’s in New York eingezogen.
Es ist das Jahr 1942 und in Europa herrscht Krieg.
Lily Rose sieht ihre Stunde gekommen und versucht mit viel Ehrgeiz die erste Küchenchefin überhaupt zu werden.
Immer wieder versucht Lily trotz dem Mangel an Lebensmittel neue Rezepte zu kreieren und das Restaurant am Laufen zu halten.
Dabei begegnet sie dem Chef de Cuisine Tom in den sie sich verliebt.
Doch auch Tom muss an die Front.
Nach Ende des Krieges kehren die Männer zurück und behaupten ihre Stellung wieder.
Nur von Tom hört Lily nichts.

„Die Frauen von New York – Glanz der Freiheit“ ist der erste Band der Reihe Töchter Amerikas von Ella Carey.

Die Autorin entführt ihre Leser*innen nach New York in die 1940er Jahre.
Die Zeit wird von der Autorin sehr authentisch geschildert.
Man kann sich das Leben in New York und die Schwierigkeiten und Einschränkungen die der Krieg mit sich bringt gut vorstellen.

Die Protagonisten sind interessant und meist sympathisch.
Natürlich gefällt mir Lily, die im Mittelpunkt der Geschichte steht am besten.
Lily Rose ist eine starke und intelligente Frau. Kochen bedeutet für sie alles. Sie kreiert gerne neue Rezepte, was ihr auch in der Zeit wo die Lebensmittel stark rationiert sind immer wieder gelingt.
Aber Lily hat es nicht leicht. Ihre Mutter plant eine Hochzeit für sie mit einem Mann den Lily nicht heiraten will. Sie sieht sich gezwungen ihr heimisches Nest zu verlassen.
Lily hat sich in den Chef de Cuisine Tom verliebt. Doch er gilt als vermisst und auch nach dem Kriegt bekommt sie keine Nachricht über Tom’s verbleiben.
Die einzige Stütze ist ihre Großmutter.
Ich habe viel mit Lily gelitten , mich aber auch viel mit ihr gefreut.

Aber auch andere Frauen finden in der Geschichte Gehör. In einer Zeit wo die Männer in den Krieg ziehen müssen sind es die Frauen die das Leben halbwegs aufrechterhalten.
Und wieder einmal mehr zeigt sich wie gut das die Frauen können.

Ella Carey hat mich mit ihren leichten und flüssigen Schreibstil begeistert.
Einmal angefangen war man schnell in einem Lesefluss und hat das Buch kaum aus der Hand legen können.

Die Einblicke in die Küche des Restaurants Valentino’s finde ich sehr gut geschildert und interessant.
Es macht Freude Lily beim Kochen über die Schulter zu schauen, mitzubekommen wie neue Rezepte entstehen.

„Die Frauen von New York – Glanz der Freiheit“ Ist ein Buch, bei dem das Lesen einfach Freude macht.
Ich freue mich schon auf den zweiten Band der Reihe „Die Frauen von New York – Worte der Hoffnung“ der im April 2022 erscheinen wird.

Eine Familie in Berlin – Paulas Liebe

Ulrike Renk
Historischer Roman
erschienen im Aufbau Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an Ehrlich & Anders und an der Aufbau Verlag für das liebevoller Bloggerpäckchen

Ein wunderschöner historischer Roman

Paula Oppenheimer lebt mit ihren Eltern und ihren drei Geschwister in einem Haushalt in dem Geld immer knapp ist.
Ihr Vater ist Rabbiner in einer neuen jüdischen Gemeinde und sein Lohn reicht gerade so aus.
Nach ihrem Schulabschluss entscheiden sich Paula schweren Herzens zu ihrer Tante Auguste zu ziehen die finanziell um einiges bessergestellt ist.
Ihre Tante möchte sie zu einer selbständigen Frau erziehen und ihr Klavierspiel fördern.
Durch ihren Herzensbruder Franz lernt Paula den jungen Dichter Richard Dehmel kennen.
Richard Dehmel wird liebevoll „Merlin“ genannt weil er mit seinem Charme und seinen Gedichten alle verzaubert.
Paula verliebt sich in den jungen Dichter doch ihre Eltern sind gegen eine solche Verbindung.
Als Freund von Franz ist Richard gerne gesehen aber als Ehe Mann für Paula kommt er nicht in Frage.
Paula kämpft für ihre Liebe doch ist Richard wirklich der Richtige für sie?

„Eine Familie in Berlin-Paulas Liebe“ ist der Auftakt einer neuen Saga von Ulrike Renk.
Die Autorin erzählt die Geschichte von Paula Dehmel einer Schriftstellerin, die Gedichte und Kinder- und Märchenbücher verfasst hat.
Wir begleiten Paula durch die Jahre 1878-1896.
Paula hat in der Geschichte eine gewaltige Entwicklung durchlebt. Sie ist von einem jungen Mädchen zu einer gebildeten und selbstständigen Frau geworden.
Man spürt von Beginn an die Liebe die in der Familie Oppenheimer gelebt wird.
Paula hat zu ihrem Bruder Franz ein sehr vertrautes Verhältnis was auch einige Brief in diesem Buch belegen.

Einer meiner Lieblingscharaktere ist ihre Tante Auguste.
Sie ist kinderlos und neidet ihrer Schwester ihre vier Kinder.
So nimmt sie auch Paula bei sich auf und fördert sie in Kunst und Kultur.
Auguste ist eine liebenswürdige und bemerkenswerte Frau.

Richard Dehmel, ein junger Dichter ist ein Freund von Franz. Paula und Richard verlieben sich.
Da Richard von den Eltern nicht akzeptiert wird, da er als Dichter wohl kaum eine Familie versorgen kann kämpfen beide um ihre Liebe.
Doch Richard ist ein Freigeist.
Da Paula, wegen ihrer schwachen Lungen oft die Sommermonate mit ihrer Tante an der Ostsee verbringt schreiben Paula und Richard sich viele Briefe die man zu Teil auch hier in der Geschichte wiederfindet.

Ulrike Renk erzählt die Geschichte wunder schön, ja ich möchte sagen sie hat etwas Poetisches.
Man kann Wirklichkeit und Fiktion nicht trennen so gekonnt ist alles miteinander verflochten.
Auch die Tage an der Ostsee, die Landschaft, die Farben und das Meeresrauschen werden sehr schön beschrieben.
Man sieht sich selbst schon am Strand entlang wandeln.

„Eine Familie in Berlin-Paulas Liebe“ ist ein wunderschöner historischer Roman über eine bemerkenswerte Frau von einer großartigen Autorin.
Ich freue mich schon auf den zweiten Band „Eine Familie in Berlin-Ursulas Träume“ der im Februar 2022 erscheint.