The Killer Profile

Helen Fields
Thriller
399 Seiten
erschienen im dtv Verlag
Übersetzt aus dem Englischen von Christine Blum
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den dtv Verlag für das Rezensionsexemplar

Spannung vom Feinsten

Klappentext:
London, ein modernes Biotech-Unternehmen südlich der Themse. Midnight Jones, Anfang 30, stößt bei der Auswertung psychometrischer Persönlichkeitstests auf ein ganz außergewöhnliches Profil: das Profil eines Serienkillers. Als der brutale Mord an einer Frau in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft kurz darauf in den Medien erscheint, deutet alles darauf hin, dass es sich bei dem skrupellosen Mörder um den anonymen Bewerber handelt, dessen Profil die junge Data Spezialistin analysiert hat. Doch niemand glaubt Midnight, dass er gerade erst angefangen hat.
Kurz danach wird eine weitere Frau in Midnights Wohnviertel ermordet. Midnight wird erschreckend klar: „Profil K“ wird weiter töten und sie wird eines seiner nächsten Opfer sein. Ihre einzige Überlebenschance ist, ihm auf die Spur zu kommen, bevor er sie im Visier hat.

„The Killer Profile“ von Helen Fields ist ein spannender Psychothriller mit vielen Wendungen.
Ich habe schon einige Thriller von Helen Fields gelesen und immer waren sie sehr spannend.

Im Mittelpunkt steht Midnight Jones. Sie ist Datenanalystin bei einem Biotech-Unternehmen in London.
Midnight wertet Profile von Bewerbern aus, als sie auf ein Profil stößt das unter
„Profile K.“ geführt wird.
Als eine Frau in ihrer näheren Umgebung getötet wird, ist sie sich sicher, der Mörder ist „Profil K..
Doch ohne Beweise schenkt ihr niemand Glauben.

Ich bin schnell und gut in die Geschichte eingetaucht.
Helen Fields hat interessante Protagonisten gezeichnet und führt sie nach und nach gut in die Geschichte ein.
Besonders Midnight fand ich schnell sympathisch. Zwar konnte ich ihre Handlungen nicht immer nachvollziehen aber das störte mich nicht.
Ihre Arbeit als Datenanalystin wird gut beschrieben. Es ist schon beängstigend was bei heutigem Stand alles möglich ist, um Profile über Menschen zu erstellen. Man kommt sich richtig gläsern vor. Die technischen Aspekte in der Geschichte werden gut verständlich beschrieben. Ich habe mich nie verloren gefühlt, auch wenn mein technisches Verständnis nicht allzu groß ist.

Helen Fields erzählt die Geschichte aus der Perspektive von Midnight wie auch aus der Perspektive des Mörders. Das bedeutet, die Leser*innen kommen dem Täter sehr nahe. Können seine Gedanken lesen und bekommen mit, was er plant.
Das erhöht die Spannung ungemein.

Die ganze Geschichte ist recht komplex. Helen Fields lässt sich auch immer wieder Wendungen einfallen, womit sie die Leser*innen in die Irre führt.
So bleibt die Spannung auch bis zum Ende erhalten.

„The Killer Profile“ ist ein sehr spannender Thriller, den ich kaum aus der Hand legen konnte.

Sisis Gift aus Griechenland

Thomas Brezina
Cosy Krimi
400 Seiten
erschienen bei edition a
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an edition a für das Rezensionsexemplar

Unterhaltsam und humorvoll

Klappentext:

Auf der griechischen Insel Korfu kann Sisi die kaiserlichen Pflichten vergessen und ganz sie selbst sein. Eine Frau, die als Medium mit der Totenwelt in Kontakt steht, erzählt Sisi, dass ihr Leben von dem „Gift aus Griechenland“ bedroht wird. Doch kann sie der Frau vertrauen? Und was steckt hinter diesem geheimnisvollen Gift? Als ihre rebellische Schwester Marie zu Besuch kommt und einen mysteriösen britischen Gentleman kennenlernt, überschlagen sich die Ereignisse: Der Mann wird tot aufgefunden und Marie kann sich an nichts mehr erinnern. Um den Fall zu klären und ihrer Schwester zu helfen, reist Sisi mit ihrem Gatten Kaiser Franz Joseph nach London, zu einem Besuch bei Queen Victoria. In England kommt sie einem schrecklichen Geheimnis auf die Spur … Bald schon ist klar, dass es eine ganz besondere Frau wie Sisi benötigt, um die Wahrheit ans Licht zu bringen.

„Sisis Gift aus Griechenland“ ist der 4. Band der Reihe Kaiserin Elisabeth ermittelt: Krimijahre einer Kaiserin von Thomas Brezina.
Nachdem es schon Krimis gibt in denen Angela Merkel oder Queen Elisabeth II ermittelt hat sich der österreichische Autor Thomas Brezina Sisi als Ermittlerin auserwählt.

Kaiserin Sisi weilt auf der Insel Korfu. Hier kann sie einfach nur Sisi sein. Doch eine Frau warnt sie vor einem Gift aus Griechenland. Als es dann in Sissis Umfeld einen Toten gibt, fängt Sisi an zu ermitteln.

Die Ermittlungen werden wieder spannend beschrieben. Sisi ermittelt nicht nur auf Korfu, nein auch als sie mit ihrem Mann Kaiser Franz Joseph, zu einem Besuch nach London zu Queen Victoria reist ermittelt sie und kommt einem Geheimnis auf die Spur.
Hier lernen die Leser*innen nun auch Queen Victoria am englischen Königshof kennen.

Mit „Sisis Gift aus Griechenland“ ist dem Autor Thomas Brezina auch mit dem 4. Band wieder ein unterhaltsamer und amüsanter Cosy Krimi gelungen.
Seine Charaktere sind interessant und lebendig.
Außer den Ermittlungen liest man so einiges vom Leben am österreichischen Kaiserhof.
Man erfährt immer wieder neues über die Kaiserin.
Man begegnet realen Menschen mit denen sich die Kaiserin umgeben hat.
Das alles lässt die Geschichte richtig authentisch wirken.

Thomas Brezina hat für seine Protagonistin Sisi gut recherchiert.
Auch die anderen Charaktere sind sehr lebendig. Einige kennt man ja schon aus den vorherigen Bänden.
Die Zeit der Handlung wird sehr gut widergespiegelt. Man fühlt sich richtig in eine andere Zeit versetzt.

Der Schreibstil von Thomas Brezina ist unterhaltsam und gut verständlich.
Die Spannung zieht sich durch die ganze Geschichte.
Mir macht es Spaß selbst meine Verdächtigen zu finden, was bei diesem Band nicht einfach war. Immer wieder lockert der Autor seine Geschichte mit Humor auf. Es gibt köstlich Dialoge zu lesen.

„Sisis Gift aus Griechenland“ ist ein gelungener Krimi mit einer guten Mischung aus Spannung, Unterhaltung und Humor.

Ich hoffe sehr, dass die Reihe mit Sisi als Ermittlerin weitergeht.


Die Kraft der Ebbe

Anna Johannsen / Elke Bergsma
Kriminalroman
303 Seiten
erschienen im Edition M Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an NetGalley für das Rezensionsexemplar

Die Jagd auf den de Jong-Clan geht weiter

Klappentext:
Die dramatischen Ereignisse der letzten Wochen haben im Team um Lina Lübbers und Kea Siefken tiefe Spuren hinterlassen. Dennoch ist keine Atempause in Sicht, denn der niederländische de Jong-Clan operiert weiter und ist den Ermittlern immer einen Schritt voraus. Lina und Kea sind gezwungen, ihre Strategie zu ändern und in die Offensive zu gehen, wodurch nicht zuletzt der Undercover-Einsatz von Hauke Behrends zu einem unberechenbaren Risiko wird.

„Die Kraft der Ebbe“ ist der dritte und letzte Band der Lina Lübbers & Kea Siefken Trilogie von Anna Johannsen und Elke Bergsma.
Von Anna Johannsen habe ich schon viele spannende Krimis gelesen, die Trilogie ist das erste Werk, dass ich von Elke Bergsma lese. Ich war schon beim ersten Band neugierig wie die beiden Autorinnen zusammen harmonieren.

Die Charaktere der beiden Autorinnen gefallen mir gut. Besonders natürlich die beiden Kommissarinnen Kea Siefken und Lina Lübbers. Die beiden sind sehr verschieden und haben sich nach ersten Missstimmungen gut zusammengerauft.

Lina Lübbers ist eigentlich in Osnabrück tätig, in Aurich sollte sie nach einem Maulwurf fanden. Den hat sie mittlerweile ausfindig gemacht. Jetzt geht es noch darum den de Jong-Clan unschädlich zu machen. Ob Lina dann in Aurich bleibt oder nach Osnabrück zurückkehrt, wird sich zeigen.

In diesem Band geht es jetzt darum, den de Jong-Clan unschädlich zu machen und die Personen, die ganz ober in der Hierarchie stehen festzunehmen. Damit geht auch der Untercover-Einsatz von Hauke Behrend weiter, was nicht ungefährlich ist. Dank der guten Zusammenarbeit mit dem niederländischen Kollegen können bald erste Erfolge verbucht werden. Doch an die Hintermänner zukommen bleibt schwierig.

Die beiden Autorinnen erzählen die Geschichte aus der Ich-Perspektive der beiden Kommissarinnen. Dabei wechseln sich die Kapitel mit den Kommissarinnen ab. Aber keine Angst, man kommt nicht durcheinander. Die Kapitel sind mit dem Namen der Kommissarin überschrieben und man weiß immer, wo man zu Hause ist.
Ich habe mich schon im ersten Band schnell an die Ich-Perspektive gewönnt. Ich finde es sehr spannend die Charaktere so zu begleiten. Man bekommt alles hautnah mit, kann sich richtig in die Person hineinversetzten, kann spüren, was sie fühlen und lesen, was sie denken. Ich finde, es ist eine interessante Erfahrung einen Krimi mit dieser Perspektive zu lesen.

Die beiden Autorinnen harmonieren sehr gut zusammen. Man merkt beim Lesen nicht, dass zwei Personen an der Geschichte geschrieben haben.

Anna Johannsen und Elke Bergsma haben in diesem Krimi die Handlungsorte sehr gut beschrieben. Die Ermittlungen werden auch spannend geschildert und man fiebert richtig mit, ob es den Ermittlern gelingt den Clan zu zerschlagen.

„Die Kraft der Ebbe“ ist wieder ein spannender und unterhaltsamer Krimi.
Jetzt ist die Trilogie leider zu Ende gelesen. Ich bin mir aber sicher, die beiden Autorinnen werden ihre Leser*innen mit neuen, spannenden Kriminalromane verwöhnen.

Fuss. Aus. Ende

Petra Münzel-Kaiser
Kriminalroman
319 Seiten
erschienen im Kiener Verlag
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an Petra Münzel-Kaiser und den Kiener Verlag für das Rezensionsexemplar

Spannender Krimi aus dem Engadin

Zum Inhalt:
Auf dem smaragdgrün schimmernden Inn treibt eine Leiche. Das Opfer wurde geschächtet und die Teilnehmer an der jüdischen ultraorthodoxen Summerschool geraden sofort unter Verdacht.
Dr. O.A Weiss, eine ältere Dame weilt gerade mit ihrer Reisebegleitung Amalia Charlotta Meusele, Mali genannte in Scuol im Engadin. Kurzerhand nimmt sie sich dem Fall an. Ihre Reisebegleitung hat sich die Tage im Engadin eigentlich anders vorgestellt. Sie hat den Job bei Dr. Weiss als Reisebegleitung angenommen und jetzt steckt sie mitten in einem Kriminalfall.

„Fluss. Aus. Ende.“ Ist ein Kehrwasser-Krimi aus dem Engadin von Petra Münzel-Kaiser.

Die Geschichte ist in 5 Teile eingeteilt: Prolog, Fluss, Aus, Ende und Epilog.
Eine witzige Idee die Einteilungen und den Buchtitel gleich zu benennen.

Ich bin sehr schnell in die Geschichte eingetaucht.
Die Charaktere werden sehr gut beschrieben und sind zum Teil recht eigenwillig. Alle wirken richtig lebendig. Dr. O.A Weiss und Mali sind mit auf Anhieb sympathisch gewesen. Schon bei dem Vorstellungsgespräch von Mali bei Dr. Weiss haben sie mein Herz erobert. Mali muss in ihrer Stellung bei Dr. Weiss über sich hinauswachsen, was ihre Sicht auf viele Dinge verändert.

Auch die Handlungsorte werden sehr anschaulich beschrieben. Ich musste mir im Internet direkt den kleinen Ort Scuol ansehen. Da würde ich auch Urlaub machen so schön idyllisch wirkt der Ort. Man erfährt auch einiges über Scuol als Urlaubsort, als Kurort und vom Wassersport, der dort betrieben wird.

Der Fall ist spannend und nimmt einige Wendungen. Die Leser*innen werden mit Vorurteilen und Manipulation konfrontiert.

Der Schreibstil von Petra Münzel-Kaiser ist flüssig und gut verständlich. Die Geschichte hat mich schnell gefesselt und ich konnte das Buch kaum zur Seite legen.

„Fluss. Aus. Ende.“ ist ein spannender Krimi mit einem schönen Setting, den ich sehr gerne gelesen habe.



Das Wochenende

Hannah Richell
Thriller
424 Seiten
erschienen bei Rowohlt Polaris
Übersetzt aus den Englischen von Sabine Längsfeld
4 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Rowohlt Verlag für das Rezensionsexemplar

Spannung an der Küste Cornwalls

Klappentext:
Zur Einweihung ihres luxuriösen Campingplatzes in Cornwall haben Max und Annie ihre alten Studienfreunde samt Kindern eingeladen: TV-Star Dominic, die Ärztin Kira sowie die Freigeister Jim und Suze. Doch schon am ersten Abend kommt es am Lagerfeuer zu einem handfesten Streit. Am nächsten Tag zieht von der zerklüfteten Küste her ein Unwetter auf. Als eines der Kinder nicht vom Strandausflug zurückkehrt, eskaliert die Situation. Inmitten des tosenden Sturms sind die Freunde auf sich allein gestellt. Alte Konflikte brechen auf, neue Geheimnisse kommen ans Licht, und irgendjemand spielt ein tödliches Spiel.

„Das Wochenende“ ist ein spannender Thriller von Hannah Richell.

Die Leser*innen lernen Max und Annie kennen. Sie sind von London weggezogen und haben in Cornwall mit ihrem 12-jährigen Sohn ihre neue Heimat gefunden. Jetzt soll ihr Campingplatz eingeweiht werden. Dazu haben sie alte Freunde geladen. Zusammen sind es 4 Familien mit Kindern.

Hannah Richell hat für ihre Geschichte recht unterschiedliche Charaktere entworfen. Die Hauptcharaktere sind die 4 Familien mit ihren Kindern. Man braucht am Anfang etwas Zeit um sich mit den einzelnen Personen vertraut zu machen. Die Autorin führt die einzelnen Familien aber gut in die Geschichte ein. Man kann auch das Personenverzeichnis am Anfang der Geschichte zur Hilfe nehmen, dort sind die einzelnen Personen nach Familien aufgelistet.

Der Handlungsort ist Cornwall und dort ein Glamping-Platz der eingeweiht wird.
Auch das wird anschaulich beschreiben und könnte so idyllisch sein. Doch es kommt zu einem Unwetter und zu Streitigkeiten.
Auf einmal schlägt die Atmosphäre ins Düstere und geheimnisvolle um.
Jeder der Familien scheint etwas zu verbergen. Keiner traut mehr dem Anderen.
Die Spannung setzt schnell und viele Fragezeichen wabern um meinen Kopf.

Hannah Richell erzählt die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven. Jede Familie kommt zu Wort. Als eine Person verschwindet, macht das Buch seinem Genre alle Ehre. Die Spannung setzt ein und steigert sich zum Ende hin immer weiter.
Das Ende ist dann für mich recht überraschend.

„Das Wochenende“ ist ein spannender und mysteriöser Thriller den ich gerne gelesen habe.

Starck und der erste Tag

Christian Jaschinski
Thriller
401 Seiten
erschienen im Maximum Verlag
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Maximum Verlag für das Rezensionsexemplar

Ein mysteriöser und spannender Thriller

Klappentext:
Als Andreas Starck aus dem Gefängnis freikommt, möchte er nur eines: endlich seine Tochter Greta wieder in die Arme schließen, die er jahrelang nicht gesehen hat. Doch das Recht dazu wird ihm verweigert.

Starck hat genug. Nicht nur wurde dem Ex-Staatsanwalt seine Frau genommen, jetzt versucht auch noch jemand, ihn der gemeinsamen Zukunft mit seiner Tochter zu berauben. Entschlossen beginnt er, den eigenen Fall neu zu untersuchen, unterstützt von einem eigenwilligen Kommissar. Doch zu spät merkt er, dass er damit mächtige Gegner verärgert

„Starck und der erste Tag“ ist der 1. Band einer Thriller-Trilogie von Christian Jaschinski.

Im Mittelpunkt steht der frühere Staatsanwalt Andreas Starck.
Die Geschichte beginnt mit Starcks Haftentlassung. Fünf Jahre saß Stark unschuldig im Gefängnis. Bei einer Hausdurchsuchung wurden bei ihm Goldbarren und Bitcoin-Konten entdeckt. Die wurde als Bestechungsgelder eingeordnet. Dabei war der Staatsanwalt nur einer Organisation zu nahe gekommen und diese hat versucht ihn und seine Familie auszurotten.
Seine Frau wurde überfahren und starb. Mittlerweile ahnt Starck, dass es kein Unfall war. Seine kleine Tochter Greta kam zu einer Pflegefamilie. Jetzt möchte Starck alles dran setzten seine Tochter wieder in die Arme schließen zu können. Vorerst zieht er wieder bei seiner Mutter ein damit er einen festen Wohnsitz hat. Starck will Licht ins Dunkle bringen und herausfinden, wer hinter der Intrige gegen ihn steckt.
Außer Duncan, ein Mithänfling hat er keinen Menschen, dem er vertrauen kann.

Christian Jaschinski erzählt die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven.
Die Charaktere sind gut gezeichnet und lebendig. Die Nachbarin Moira St. John-Smythe beobachtet das Haus oft aus ihrem Fenster. Ich denke da spiet Neid mit, da die Starcks wohlhabend sind.
Ihr Sohn ist Kriminalbeamter und ermittelt wegen eines Einbruches im Hause Starck. Ich hätte Moira St. John-Smythe manchmal gerne geschüttelt, damit sie ihrem Sohn Jobst Stukenbröker von ihren Beobachtungen erzählt.
Jobst Stukenbröker und Starck kennen sich seit Kindertagen. Stuckenbröker ist davon überzeugt, dass Starck zu Recht im Gefängnis gesessen hat und möchte ihm zu gerne wieder etwas anhängen.
Dann gibt es da noch einige Kriminelle, einer der sich der Waran nennt, hat es auch auf Starck abgesehen. Starck ahnt nicht, in welcher Gefahr er sich befindet.

Die Kapitel sind recht kurz, immer wieder wechselt der Handlungsort und die Perspektive. Die Spannung, die in der Luft liegt, ist fast greifbar.
Man kann nicht immer unterscheiden, wer gut und wer böse ist.

Starck hat in diesem ersten Band schon einiges in Erfahrung bringen können, besonders über seinen verstorbenen Vater. Aber was seinen Fall angeht, liegt noch sehr viel im Verborgenen und wartet auf den 2. Band um der Lösung näherzukommen.

Der 2. Band „Starck und die 2. Frau“ soll im Dezember 2025 erscheinen.

Die innere Führung

Lars Sommer
Kriminalroman
304 Seiten
erschienen bei Ars Vivendi
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an Lucas Fasnacht für das Rezensionsexemplar

Spannend und aktuell

Klappentext:
Nachdem auf der Hochzeit eines Elitesoldaten der Bundeswehr eine tödliche Bombe hochgeht, beginnt Kriminalhauptkommissar Erich Kleinrädl zu ermitteln. Während er und sein Team die Hochzeitsgäste vernehmen, stellt die Boulevardpresse ihre eigenen Vermutungen an: Hat Inka Minden, die Ex-Freundin des Bräutigams, etwas mit der Sache zu tun? Welche Rolle spielt der ehemalige Scharfschütze Jonathan von Holl, der über dem Gesetz zu stehen scheint? Das LKA beurteilt die Bombe als ein Werk von Fachleuten. Ein zweiter Anschlag erhöht den Druck auf Kleinrädl. War die Bundeswehr das eigentliche Ziel des Attentats? Die Lage wird immer unklarer. Steckt der Feind gar in den eigenen Reihen?

„Die innere Führung“ ist ein spannender Kriminalroman von Lars Sommer.
Hinter dem Pseudonym versteckt Lucas Fasnacht, von dem ich schon einige Bücher gelesen habe.

Der Kommissar Erich Kleinrädl vom Münchner Kriminalfachdezernat 1 ist nicht beliebt unter seinen Kollegen. Er ist auch ein kauziger Mensch, der die Menschen gerne vor den Kopf stößt.
Aber er ist ein guter Kriminalbeamter, sonst wäre er schon lange nicht mehr im Dienst.
Seine blutjunge Kollegin Kommissarin Schlanghain lässt sich vom Kleinrädel nicht abschrecken.
Die beiden bekommen es mit einem schweren Fall zu tun. Bei einer Hochzeit wurden Braut und Bräutigam Opfer eines Anschlages.

Die Opfer sind Hossam Said und seine Frau Clarissa Werker.
Hossam war beim Militär und auch viele der Hochzeitsgäste sind Angehörige des Militärs. So auch Clarissas Bruder Bastian, der bei dem Anschlag schwer verletzt wurde.
Einer der Verdächtigen ist der ehemalige Scharfschütze Jonathan von Holl.
Von Holl ist keine sympathische Person. Er ist sehr reich und ist Besitzer eine Firma, die in er Rüstungsindustrie tätig ist. Man hat das Gefühl, ihm sind die Menschen ringsum egal. Er kann sich mit seinem Geld alle kaufen. Dem Alkohol spricht er sehr zu. Beim Lesen spürt man aber, dass er ein Trauma hat, dass er mit seiner barschen Art und dem Alkohol zu unterdrücken versucht.
Hossam, Bastian und von Hohl sind Kameraden. Sie haben gelernt, für einander einzustehen. Sie würden alles für einander tun.
Dann gibt es da noch Inka Minden. Sie war die frühere Freundin von Hossam. Auch sie war Gast auf der Hochzeit. Inka Minden war Sportsoldatin und ist heute Jugendtherapeutin.
Als es einen 2. Anschlag gibt, sind sich die Ermittler sicher, der Täter kommt aus dem Kreis des Militärs.

Lars Sommer hat für seine Geschichte interessante Protagonisten gezeichnet. Keiner ist so richtig sympathisch, trotzdem ziehen die Charaktere mich in ihren Bann.
Gut verständlich bringt der Autor seinen Leser*innen die Strukturen des Militärs nahe. Auch stellt sich die Frage in der Geschichte, ob das Militär für den Erhalt des Friedens den überhaupt wichtig ist. Hier gehen die öffentlichen Meinungen auseinander. Auch die Frage, ob wir, die immer im Frieden leben durften, den nicht als zu selbstverständlich nehmen.
Interessant ist auch an Hand der Protagonisten zu erfahren, wie traumatisiert manch ein Soldat von einem Auslandseinsatz nach Hause kommt.

Mit seinem Kriminalroman „Die innere Führung“ hat Lars Sommer eine spannende Geschichte mit einem aktuellen Thema veröffentlicht, dass bei mir noch einige Zeit nachhallen wird.

Nachtwald

Triona Walsh
Thriller
378 Seiten
Übersetzt aus dem Englischen von Birgit Schmitz
erschienen im S. Fischer Verlag
4 von 5 Sternen

Vielen Dank an den S.Fischer Verlag für das Rezensionsexemplar

Familientragödie mit ungeahntem Ausmaß

Klappentext:
Nach sechs Monaten Abwesenheit lernt Lizzie endlich George, den neuen Ehemann ihrer Mutter, kennen. Um die Hochzeit nachzufeiern, fährt die Familie für ein Wochenende nach Westirland in Georges Haus. Statt des erwarteten kleinen Cottages stellt sich dieses als riesiges, etwas verfallenes Herrenhaus heraus. Es liegt mitten in einem dunklen Wald, und selbst die Zufahrt ist so zugewachsen, dass es nur mit einem längeren Fußmarsch erreicht werden kann.

Doch dann findet noch jemand den Weg durch den Wald und dieser Gast wird nicht einfach wieder weggehen. Ein albtraumhaftes Wochenende beginnt, während dem ein Geheimnis nach dem anderen ans Licht kommt. Und danach ist nichts mehr so, wie es vorher war.

„Nachtwald“ ist ein düsterer Thriller von Triona Walsh.

Im Mittelpunkt steht Lizzie, aus deren Sicht die Geschichte auch erzählt wird.
Lizzie war 6 Monate in einer Klinik für Suchtkranke. Jetzt sieht sie ihre Mutter Claire und ihren Bruder Liam das erste Mal wieder.
In der Zwischenzeit hat Lizzies Mutter geheiratet und alle fahren zusammen in das Haus von George, dem neuen Ehemann ihrer Mutter.
Lizzie wird nicht nur mit dem Ehemann der Mutter konfrontiert, sondern auch mit dessen Tochter Freya und deren Ehemann. Freya hat auch geheiratet und überrascht alle mit ihrem Ehemann Hudson.
Das Haus entpuppe sich als großes Herrenhaus und liegt mitten im Wald, ohne Zugang für ein Auto und ohne Handyempfang.
Hier soll die Hochzeit mit der ganzen Familie gefeiert werde. Allerdings erscheint noch ein nicht geladener Gast.

Triona Walsh hat vielschichtige, interessante Charaktere erschaffen. Es war schwer, für jemanden richtig Sympathie zu empfinden. Meine Neigung wechselte immer von einem zum anderen. Keiner war das, was er vorgab zu sein.
Die Atmosphäre war durchgehend düster und oft bedrückend. Immer wieder wurde versucht, auf heile Familie zu machen.
Aber richtiges Vertrauen hatte keiner in den anderen.

Die düstere Atmosphäre ist gleich bei der Ankunft am Herrenhaus zu spüren. Mitten im Wald gelegen ohne richtigen Zugang. Die Spannung setzt dann etwas später ein, als ein unverhoffter Gast auftaucht. Von da an kann man keinen der Protagonisten mehr richtig einschätzen. Wer meint es ehrlich und wer spielt nur eine Rolle.
Der Schreibstil von Triona Walsh ist flüssig und gut verständlich.
Manchmal war die Geschichte etwas langatmig, wenn immer wieder versucht wird auf heile Familie zu machen und nichts passierte.
Dafür war das Ende dann um so dramatischer.

„Nachtwald“ ist ein Thriller der mit der menschlichen Psyche spielt. Ich habe das Buch gerne gelesen.

Die Teigtascherl Intrige

Patrick Budgen
Kriminalroman
233 Seiten
erschienen bei edition a
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an edition a für das Rezensionsexemplar

Krimi mit Wiener Schmäh

Klappentext:
Zentralfriedhofsbestatter und Ex-Journalist Alexander Toth macht es sich in einem Sarg bequem, um zumindest kurzzeitig Ruhe zu finden. Da hört er einen Schrei. In einem Mausoleum findet Toth eine zu Tode erschrockene Frau. Die Urne ihres Mannes wurde gestohlen. An deren Stelle liegt ein Teigtascherl. Was hat es mit dem Toten zu tun, der ein bekannter Teigtascherl-Fabrikant war? Und dann taucht auch noch Sophie auf, Toths einstige große Liebe. Noch ehe Toth es verhindern kann, ist er wieder mittendrin in einem Fall voller skurriler Situationen, überraschender Wendungen und liebenswerter Charaktere, bei dem nur eines von Anfang an klar ist: Der Toth schläft nicht.

„Die Teigtascherl Intrige“ von Patrick Budgen ist der 2. Band der
Wiener Zentralfriedhofskrimi-Reihe.

Im Mittelpunkt steht Alexander Toth, ehemaliger Journalist, überall bekannt aus dem Fernsehen. Er will ein ruhigeres Leben führen und so hat er auf dem Wiener Zentralfriedhof eine Stelle als Bestatter angenommen.
Doch wird die neue Arbeit wirklich ruhiger? Sein erster Fall beweist das Gegenteil.
In diesem Buch wird er durch einen Schrei aufgeschreckt. In einem Mausoleum ist die Urne des Teigtascherl-Fabrikanten verschwunden.
Am Abend bekommt Toth auch noch Besuch von seiner Ex-Freundin Sophie, seine einst große Liebe.
Sie versucht Toth zu überreden dem Verschwinden der Urne nachzugehen. Was Toth bisher nicht wusste, der Teigtascherl-Fabrikant war Sophies Vater. An Toths Seite bei den Ermittlungen wie immer die Sargträgerin Marie-Theres, die mir etwas Eifersüchtig auf Sophie scheint.

Die Protagonisten sind teilweise skurril. Alexander Toth und seine Kollegin Marie-Theres gefallen mir gut. Durch die Neugier seiner Kollegin und Sophies Bitte angestachelt geht Alexander Toth dem Fall der verschwundenen Urne nach.
Es stellt sich heraus, dass die Urne sehr wertvoll ist.

Patrick Budgen erzählt den Krimi mit viel Humor. Seine Charaktere sind liebevoll gezeichnet und lebendig.
Toth und Marie-Theres habe ich im 1. Band schon liebgewonnen.

Interessant ist es mehr über den Wiener Zentralfriedhof zu erfahren, der zu den Wiener Sehenswürdigkeiten gehört. Wenn ich wieder einmal in Wien bin, muss ich mir den Friedhof unbedingt ansehen. Vor allem, der Teil, mit den Ehrengräbern scheint mir interessant. Ich habe bei diesem Band einige Male Herrn Google fragen müssen, den die Dinge, die der Autor über den Friedhof berichtet, kamen mir seiner Fantasie entsprungen vor. So schreibt der Autor zum Beispiel, dass man, wenn man ein Grab auf dem Friedhof besitzt, ein Beet mieten kann, auf dem man Gemüse anbaut. Oder das zur 150 Jahrfeier eine große Bühne auf dem Friedhof aufgebaut wurde und unter anderem Wolfgang Ambros sein Lied „Es lebe der Zentralfriedhof“ sang. Ob diese Dinge Fantasie oder Realität sind, verrate ich an dieser Stelle nicht.

Der Schreibstil von Patrick Budgen ist flüssig und gut verständlich. Den Wiener Schmäh, den er immer einfließen lässt, macht die Geschichte authentisch. Ich habe auch den 2. Band an einem Abend gelesen und mich gut unterhalten gefühlt. Immer wieder musste ich beim Lesen Schmunzeln.

Ich hoffe das es auch noch einen 3. Band geben wird.

Zorn – Der Fall Schröder

Stephan Ludwig
Thriller
359 Seiten
erschienen im S. Fischer Verlag
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den S.Fischer Verlag für das Rezensionsexemplar

Zorn ist einfach Kult

Klappentext:
Hauptkommissar Claudius Zorn wundert sich. So hat er seinen Kollegen Schröder noch nie erlebt. Schröder ist der hellste Kopf, den er kennt. Aber in diesem Sommer wirkt er teilnahmslos und zerstreut. Selbst als sich bei einem neuen Fall herausstellt, dass Schröder das Todesopfer gekannt haben muss, erwacht er nicht zu gewohnter Form.

Zorn versteht die Welt nicht mehr und fürchtet, dass jetzt alle Arbeit an ihm hängen bleibt, zumal es einen weiteren Toten gibt. Und wieder eine Verbindung zu Schröder. Als Zorn kurz darauf etwas Ungeheuerliches erfährt, wird ihm schlagartig klar, dass er die Wahrheit nie kennen wollte. Und dass dieser Fall ihrer beider Leben zerstören wird.

„Zorn – Der Fall Schröder“ ist bereits der 14. Band der Zorn-Reihe von Stephan Ludwig.
Mittlerweile füllen die Krimis schon eine ganze Reihe im Bücherregal.

Hauptkommissar Claudius Zorn ist einfach Kult. Er ist eigenbrötlerisch, schrullig und hat die Arbeit wahrlich nicht erfunden.
Er verlässt sich immer auf seinen Kollegen Schröder. Schröder ist ein etwas dicklicher Mann mit schneller Auffassungsgabe. Die Gleichgültigkeit und Bequemlichkeit von Zorn macht Schröder immer wet. Ihm macht die Arbeit Spaß und er ermittelt immer effizient und zieht Zorn in seinem Eifer auch manchmal mit. Ohne Schröder wäre Zorn nicht das, dass er ist.

In diesem Fall bekommt es Hauptkommissar Claudius Zorn gleich mit zwei Opfern zu tun. Ausgerechnet jetzt kann er sich nicht wie sonst auf Schröder verlassen. Schröder wirkt teilnahmslos uns in sich gekehrt. Die ganze Arbeit bleibt an Zorn hängen.
Es stellt sich heraus, dass die Opfer alle einen Bezug zu Schröder hatten, was Schröder zum Hauptverdächtigen macht.

Stephan Ludwig erzählt auch den 14. Band wieder so, dass man das Buch nicht aus der Hand legen kann.
Die beiden Ermittler sind mir nach der langen Zeit so sehr ans Herz gewachsen. Ich freue mich über jeden neuen Band.
Die Charaktere sind wie immer sehr gut gezeichnet. Die Ermittler, die man schon lange kennt, stechen natürlich heraus.
In diesem Band habe ich mir richtig Sorgen um Schröder gemacht.
Der Autor erzählt die Geschichte diesmal auf zwei Zeitebenen. Einmal die Ermittlungen und dann Rückblicke in die Kindheit von Schröder. Die Erzählungen aus Schröders Kindheit haben mich sehr berührt, ja auch wütend gemacht.
Dazu gerät Schröder noch unter Mordverdacht.
Zorn steht diesmal ziemlich alleine da und wächst über sich hinaus.
Die Atmosphäre, die Stephan Ludwig geschaffen hat, ist passend zum Plot ziemlich erdrückend.
Die ganze Zeit fiebert man der Lösung des Falls entgegen und hofft natürlich, dass Schröder heil aus der Sache rauskommt.

„Zorn – Der Fall Schröder“ ist wieder ein spannender Thriller, den ich an zwei Abenden gelesen habe.