Der Fluch des Diamanten

Simon Elson
Historischer Kriminalroman
248 Seiten
erschienen im Selfpublishing
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an Simon Elson für das Rezensionsexemplar

Spannung mit Historie gekonnt verknüpft

Klappentext:
Johanna und Leonhard Maier reisen 1875 inkognito nach Rom, um einen heiklen Auftrag für Preußen zu erfüllen. Doch sie stoßen auf grausame Verbrechen und auf ein Geheimnis, das seit Jahrzehnten verborgen liegt.
In den winkeligen Gassen der Ewigen Stadt regieren Lügner und Mörder. Als die Geschwister selbst ins Visier geraten, wird ihnen klar: Wen der Fluch des Monddiamanten trifft, der bezahlt mit seinem Leben.

„Der Fluch des Diamanten“ ist der 2. Band der Reihe „Geschwister Maier“ von Simon Elson.

Der Autor schickt seine Leser*innen zurück in das Jahr 1875.
Die Geschwister Johanna und Leonhard Maier haben eine Detektei in Berlin. Ein Fall schickt sie bis nach Italien. Hier soll der Sohn des reichen Kanonen-Barons ein Lotterleben führen. Er wurde mehrmals in Frauenkleidern gesehen. Die Detektive sollen dem Einhalt gebieten. Doch was wirklich dahintersteckt, entblößt sich erst ganz langsam.

Simon Elson verbindet gekonnt, klassische Kriminalelemente mit einer dichten historischen Atmosphäre.

Die Charaktere sind gut gezeichnet und wirken lebendig.
Johanna Maier bricht mit den Konventionen ihrer Zeit. Als scharfzüngige und hochintelligente Beobachterin lässt sie sich nicht in das Korsett weiblicher Rollenbilder des 19. Jahrhunderts drängen. Sie besitzt die Gabe, Details wahrzunehmen, die anderen entgehen, dass macht sie zur treibenden Kraft der Ermittlungen.

Leonhard Maier: ist meist der besonnenere Gegenpart. Während Johanna impulsiv und intuitiv agiert, bringt Leonhard die nötige preußische Gründlichkeit und das taktische Geschick mit. Die geschwisterliche Vertrautheit, aber auch die gelegentlichen Reibereien zwischen den beiden, verleihen der Geschichte etwas Menschliches.

Simon Elson beweist hier sein Talent für „dunkle Geschichten.
Die Mischung aus Aberglauben und politischer Intrige ist interessant und spannend zugleich.
Die Zeit der Handlung wird authentisch wiedergegeben. Die Sprache passt gut in die Zeit.

„Der Fluch des Diamanten“ ein spannender historischer Krimi, ich habe das Buch gerne gelesen.

Wo die Kaffeekirschen leuchten

Nicola Denis
Roman
337 Seiten
erschienen im Rowohlt Verlag
4 von 5 Sternen

Vielen Dank an Friedenauer Presse für das Rezensionsexemplar

Ruhiger Roman über ein Auswandererpaar

Klappentext:
1953, im deutschen Wirtschaftswunderland: Eine junge Frau aus Ludwigshafen steht mit ihrem gerade angetrauten Ehemann an der Reling des Überseedampfers, der sie von Hamburg nach Kolumbien bringen wird. Ihn erwartet in der Andenstadt Tunja seine erste Anstellung als Geologe, sie sieht so freudig wie besorgt ihrer ungewissen Zukunft als »Auswanderer auf Zeit« entgegen – getrennt von der behütenden großen Familie im gläubigen Elternhaus, das Musikstudium geopfert und unvertraut mit der kolumbianischen Kultur und Geschichte. In Tunja sind sie konfrontiert mit den häufig kolonialen Attitüden der Auslandsdeutschen, die die Vergangenheit zumeist beschweigen. Während ihr Mann im Gelände forscht, ist die junge Deutsche mit der mühevollen Einrichtung ihres neuen Zuhauses beschäftigt und findet Anschluss als Kammermusikerin. Das »Band zur Heimat« pflegt sie in ihren Briefen auf Luftpostpapier, aus denen Sehnsucht und Selbstbehauptung sprechen: gesammelt in zwölf Ordnern. Mit diesen Dokumenten, Erzählungsfetzen und Fotoalben sowie auf einer Reise zusammen mit zweien ihrer Kinder nach Tunja folgt die Erzählerin gut siebzig Jahre später den Spuren der Eltern und Großeltern. Ein so akribisch wie aufrichtig gestalteter literarischer Dialog zwischen den Generationen.

„Wo die Kaffeekirschen leuchten“ von Nicola Denis ist ein Roman über ein Auswandererpärchen in den 1950er Jahren.

Ich hatte am Anfang etwas Schwierigkeiten in die Geschichte einzutauchen.
Die Perspektive, aus der die Geschichte erzählt wird, ist ungewöhnlich. Nicola Denis lässt die Tochter, die Geschichte ihrer Eltern erzählen. Man hat das Gefühl, die Tochter wäre in Kolumbien dabei gewesen, doch zu dieser Zeit war sie noch nicht geboren.

Der Ehemann hat in Kolumbien eine Stelle als Geologe bekommen. Zuerst reist er allein nach Tunja, nach ca. einem Jahr kehrt er zurück, um zu heiraten und reist dann zusammen mit seiner Frau wieder nach Tunja.
Die Ehefrau schreibt akribisch Briefe an die Eltern, Geschwister und an alle Verwandte in Deutschland. Sie möchte die Daheimgebliebenen am Leben in Kolumbien teilhaben lassen. Diese Briefe findet die Tochter dann nach dem Tod der Großeltern fein säuberlich abgeheftet in Leitzordnern.

Nicola Denis beschreibt das Leben in den Nachkriegsjahren gut. Auch das Leben in Kolumbien, dass so ganz anders ist als in Deutschland wird gut vermittelt.

Die Charaktere sind gut gezeichnet und lebendig. Ich bin manchmal mit den vielen Menschen, die das Ehepaar kennenlernt, durcheinandergekommen.

Die Ehefrau, die in Deutschland ihr Musikstudium abgebrochen hat, widmet sich in Kolumbien wieder der Musik.

Nicola Denis erzählt die Geschichte in einem ruhigen Ton. Der Schreibstil ist flüssig und gut verständlich.

„Wo die Kaffeekirschen leuchten“ ist ein ruhiger Roman, erzählt aus ungewöhnlicher Perspektive.

Nordlicht – Das fremde Gesicht

Anette Hinrichs
Kriminalroman
477 Seiten
erschienen im Blanvalet Verlag
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an das Bloggerportal und an den Blanvalet Verlag für das Rezensionsexemplar

Grenzübergreifende Ermittlungen

Klappentext:
Eine schreckliche Mordserie zieht sich vom deutsch-dänischen Grenzland bis nach Kopenhagen: Ein Pferdezüchter im nordfriesischen Süderlügum wird aufgehängt im Stall entdeckt, ein Gastronom im dänischen Tøndern sitzt tot an einem gedeckten Tisch, in Kopenhagen treibt die Leiche eines Geschäftsmanns nackt im Hafenbecken. Alle Opfer sind qualvoll erstickt. In ihren zugeklebten Mündern findet sich ein Foto mit einem fremden Gesicht.
Was verbindet die Opfer und welches Motiv verfolgt der Mörder? Die Ermittler der Sondereinheit GZ Padborg stehen vor einem Rätsel. Der Druck wächst, als eine weitere Leiche auftaucht. Und ausgerechnet Rasmus Nyborg scheint nicht bei der Sache zu sein und bringt sich mit Nachforschungen zu einem ganz anderen Fall in Gefahr.

„Nordlicht – Das fremde Gesicht“ ist der 7. Band der spannenden Nordlicht-Reihe von Anette Hinrichs.
Das Ermittlerteam setzt sich aus deutschen und dänischen Ermittlern zusammen.
Die zwei leitenden Ermittler*innen gefallen mir sehr gut, ich mag Ermittler, die ihre Ecken und Kanten haben.
So haben auch die Beiden eine bewegte Vergangenheit, die sie mit sich herumtragen.
Vibeke Boisen, Teamleiterin bei der Mordkommission Flensburg auf der deutschen Seite. Sie ist äußerst sympathisch, kann aber auch knallhart sein und hält sich immer strikt an die Regeln. Sie leidet unter ihrer Vergangenheit. Ihre leibliche Mutter war psychisch krank und ist vor kurzem verstorben. Vibeke lebt immer mit der Angst die Krankheit geerbt zu haben.
Ihre Adoptiveltern liebt sie über alles. Ihr Adoptivvater war auch bei der Kripo in Flensburg und Vibeke ist in seine Fußstapfen getreten.

Rasmus Nyborg von der Kripo Esbjerg ist der dänische Ermittler.
Er liebt die legere, unkonventionelle Art und hält sich nicht immer an die Regeln. Es darf bei ihm schon einmal der „kleine Dienstweg“ sein.
Auch er schleppt so einigen Ballast aus seiner Vergangenheit mit sich herum. Vor allem den Tod seines Sohnes kann er nicht überwinden. Und das bringt ihn in diesem Band auch wieder in Gefahr.
Nach anfänglichen Schwierigkeiten verstehen sich Vibeke und Rasmus mittlerweile gut, wie auch das restliche Team der Soko Padborg.

Der Fall ist äußerst kompliziere. Zuerst taucht in Deutschland, genauer gesagt im nordfriesischen Süderlügum eine Leiche auf. Ein Pferdewirt wird im Stall erhängt aufgefunden. Alles spricht gegen einen Suizid. In seinem Mund wird ein Bild, von einem fremden Jungen gefunden.
Es dauert eine Weile, bis der Zusammenhang an einem Mord auf der dänischen Seite gezogen wird. Auch hier gab es einen Toten, bei dem ein Bild im Mundraum gefunden wurde.
Schnell wird die Sondereinheit GZ Padborg zusammengerufen. Trotz eifriger Ermittlungen bleibt es nicht bei den zwei Opfern.

Anette Hinrichs hat auch mit ihrem 7. Band wieder geliefert.
Die Autorin versteht es gut, ihre Protagonisten in Szene zu setzten und zu führen. Die Charaktere sind richtig lebendig und das Ermittlerteam sympathisch.

Ohne viel Vorgeplänkel baut die Autorin schnell Spannung auf, die sie dann auch bis zum Ende aufrecht hält.
Dabei gibt es immer wieder neue Ansatzpunkte und Wendungen so, dass ich bis zum Ende keine Ahnung hatte, wer der wahre Täter sein könnte. Dazu kommen immer wieder Rückblenden, in denen von Jugendlichen erzählt wird.

Anette Hinrichs hat einen klaren, flüssigen und gut verständlichen Schreibstil.
Die Beschreibung der Handlungsorte ist sehr anschaulich, man hat schnell ein Bild vor Augen.

„Nordlicht – Das fremde Gesicht“ war wieder ein Lesegenuss mit viel Spannung.
Ich freue mich jetzt schon auf den 8. Band.

Pipeline

Lucas Fassnacht
Thriller
erschienen bei ARS Vivendi
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an Lucas Fassnacht für das Rezensionsexemplar

Packender und brisanter Umwelt-Thriller

Klappentext:
Weil die Rhône von Jahr zu Jahr weniger Wasser führt, droht bei einer Reihe von südfranzösischen Atomkraftwerken die Kühlung zu versagen. Notgedrungen wird der deutsche Mittelständler Vogt beauftragt, eine Pipeline zu bauen, die das benötigte Kühlwasser vom Mittelmeer ins Landesinnere pumpen soll.
Die Widerstände sind enorm: Bauernverbände, Umweltorganisationen und die lokale Politik haben jeweils ihre eigenen Gründe, das Projekt verhindern zu wollen. Als eine Pumpstation in Flammen aufgeht, wird die Kommunikationsexpertin Cecilia Thoma von Hamburg nach Avignon beordert. Vorgeblich soll sie die brodelnde Öffentlichkeit beruhigen. Doch als Unbekannte sie mit dem Tode bedrohen, beginnt sie selbst zu recherchieren und findet heraus: Unter den zahlreichen Kräften, die die Pipeline verhindern wollen, haben die gefährlichsten ihre Wurzeln in der eigenen Firma.

„Pipeline“ von Lucas Fassnacht ist ein fiktiver Thriller, der leider gar nicht so realitätsfremd ist.

Die Klimakrise steht im Mittelpunkt des Thrillers. Durch die Erwärmung wird das Wasser knapp.
So auch hier in Südfrankreich, wo die Rhône zu wenig Wasser hat. Doch das Wasser wird dringend zur Kühlung der Atomkraftwerke gebraucht. Eine Pipeline soll gebaut werden, die das Wasser aus dem Meer ins Land pumpt. Doch hier gibt es viele Widerstände, eine Pumpstation wird Opfer der Flammen. Die Kommunikationsexpertin Cecilia Thoma, die, die Öffentlichkeit aufklären und beruhigen soll wird sogar mit dem Tod gedroht.

Lucas Fassnacht hat für seinen Thriller ein aktuelles Thema gewählt. Leider ist das ausgedachte Szenario gar nicht so unrealistisch.

Fakt ist die Klimakrise und auch die dadurch entstehende Wasserknappheit.
Gut vorstellbar ist auch, dass ein solches Projekt wie in dem Thriller beschrieben auf Widerspruch stoßen kann. Unter dem Deckmantel der Bauernverbände und Umweltorganisationen wird gegen das Vorhaben protestiert. Aber wer das Geld hat, dar hat auch die Macht.

„Pipeline“ ist kein Buch, dass man an einem Stück einfach so weg lesen kann. Es fordert schon die Aufmerksamkeit der Leser*innen, schließlich ist es ja auch ein komplexes Thema.

Lucas Fassnacht hat seine Charaktere gut gezeichnet und lässt sie lebendig wirken.

Das Thema wird vom Autor gut und auch für Laien verständlich vermittelt.
Der Schreibstil von Lucas Fassnacht ist flüssig und gut verständlich.

Mit seinem neuen Thriller „Pipeline“, konnte mich Lucas Fassnacht wieder einmal überzeugen.

Andere nennen es Urlaub

Franka Bloom
Roman
380 Seiten
erschienen im Rowohlt Verlag
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Rowohlt Verlag für das Rezensionsexemplar

Tiefgründig und humorvoll

Klappentext:
Annette, genannt Netti, (50) steckt privat und beruflich in einer Sackgasse: Die letzte Beziehung ist gescheitert, ihr Theatervertrag nicht verlängert, der Sohn auf dem Absprung. Und dann ist da noch ihr Vater Bruno, der seit dem Tod der Mutter nicht alleine klarkommt. Fast täglich schaut Netti bei ihm vorbei, obwohl sie und ihre erfolgreiche Schwester sich eigentlich gemeinsam kümmern wollten. Aber jetzt braucht Netti dringend eine Auszeit, um endlich mal durchzuatmen und ihr Leben neu zu ordnen. Und das am liebsten am Meer, irgendwo im Süden. Als sich ihr eine Mitfahrgelegenheit mit einem Italiener bietet, sagt sie sofort zu. Soll eben ihre Schwester nach dem Vater schauen. Doch als es losgeht, sitzt Bruno auf der Rückbank. Und Netti ahnt, dass es alles andere als ein entspannter Urlaub wird, denn ihr Vater hat eigene Pläne, und die Reisegruppe wird immer größer.

„Andere nennen es Urlaub“ ist ein humorvoller Familienroman von Franka Bloom.

Netti steht vor einem Wendepunkt in ihrem Leben. Ihr großer Durchbruch als Schauspielerin lässt schon lange auf sich warten. Jetzt wird sogar ihr Vertrag am Theater nicht verlängert. Der Sohn verlässt langsam das Nest. Nur ihr Vater Bruno, um den sie sich kümmert bleibt ihr erhalten. Ihre Schwester, mit der Netti sich abwechselnd um den Vater kümmern wollte, lässt sie kläglich im Stich.
Netti beschließt, sie braucht dringend Abstand von ihrem Alltag. Sie liebäugelt mit den Italienbildern in einem Reisebüro. Die Inhaberin macht ihr spontan das Angebot, mit ihrem Neffe Giorgio, der mit einem Kleinbus nach Triest fährt mitzufahren. Eine Woche Italien, ein Traum. Wohnen kann sie auch kostenlos im Apartment der Reisebürofrau, sie muss dafür nur das Apartment aufräumen. Kurzentschlossern sagt Netti zu. Um den Vater soll sich die Schwester kümmern. Doch am Tag der Abfahrt, sitzt Bruno schon auf dem Rücksitz und Netti wird in ihrem Urlaub zur 24-Stundernbetreuung.

Franka Bloom hat ihre Charaktere gut gezeichnet. Sie kommen richtig lebendig rüber. Mir gefallen Netti und auch ihr Vater Bruno sehr gut. Bruno kommt seit dem Tod seiner Frau nicht mehr allein klar, er braucht Hilfe. Im gemeinsamen Urlaub registriert Netti erst einmal, wie unselbstständig ihr Vater wirklich ist.

Franka Bloom erzählt die Geschichte tiefgründig und versieht sie immer wieder mit Humor.
Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und gut verständlich.
Das Thema Alleinsein und nicht loslassen können vermittelt die Autorin ihren Leser*innen gut.

„Andere nennen es Urlaub“ ist eine tiefgründige und humorvolle Familiengeschichte.

Sommerwind in der Toskana

Karin Seemayer
Roman
396 Seiten
erschienen im Aufbau Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an NetGalley für das Rezensionsexemplar

Ein wunderschöner Sommerroman

Zum Inhalt:
Im Mittelpunkt steht Laura. Sie erbt nach dem Tod ihres Onkels, dessen Haus in der Toskana. Mit dem Gedanken, das Haus so schnell wie möglich zu verkaufen, reist Laura nach Castagneto Carducci. Schnell bekommt sie das erste Angebot. Doch als sie ihren Jugendfreund Lucca wieder trifft, ist ihr die Schönheit der Toskana auf einmal ganz nahe. Auch die schönen Erinnerungen ihrer Kindheit in der Toskana sind wieder präsent.

„Sommerwind in der Toskana“ von Karin Seemayer ist ein Roman, der den Sommer nach Hause bringt.

Karin Seemayer hat wieder einmal großartige Charaktere kreiert und zum Leben erweckt. Laura, die eine gescheiterte Beziehung hinter sich gebracht hat und nur in die Toskana reist, um ihr Haus zu verlaufen, gefällt mir gut. Sie durchlebt eine positive Entwicklung und entdeckt, dass ihr Herz noch Gefühle aufbringen kann.
Auch Lucca ist ein liebenswerter Charakter der Laura wieder zu lachen bringt.
Die Familie Morelli ist einfach toll, besonders Nonna Maria, eine authentische italienische Nonna, die für die Familie immer ein leckeres Essen zaubert. Alle sitzen dann zusammen an einem großen Tisch und lassen sich esse und Wein schmecken. Und wie es ebenso ist, wird dabei viel erzählt, manchmal reden alle durcheinander.

Karin Seemayer vermittelt die italienische Lebenskultur auf einer großartigen Weise.
Die Landschaft der Toskana, die Olivenhaine, die Weinreben, alles wird so anschaulich beschrieben, dass man schnell Bilder im Kopf hat. Ich könnt gerade wieder in die Toskana reisen.

Der Schreibstil von Karin Seemayer ist flüssig und gut verständlich. Die italienischen Wortfetzten die in die Geschichte eingestreut werden machen das Buch noch authentischer.

„Sommerwind in der Toskana“ ist ein echter Wohlfühlroman, den ich mit großer Freude gelesen habe.

Moosland

Katrin Zipse
Roman
219 Seiten
erschienen im DuMont Verlag
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den DuMont Verlag für das Rezensionsexemplar

Ein bewegendes Frauenschicksal

Klappentext:
Als Elsa im Sommer 1949 in Island ankommt, ist sie eine von vielen. Knapp dreihundert junge Frauen aus Deutschland sind dem Aufruf der isländischen Bauernpartei gefolgt, um dort ein Jahr auf Höfen zu arbeiten. Die Bauern hoffen auf Arbeitskräfte sowie Heiratskandidatinnen, nachdem viele Isländerinnen in die Städte abgewandert sind. Sprachkenntnisse können die Frauen nicht vorweisen, aber oft haben sie nichts zu verlieren.
Auch Elsa schweigt. Sie ist nicht hier, um zu bleiben, sie trauert um ihre Freundin Sola, und mit den Bauersleuten kann sie sich zunächst ohnehin nicht verständigen. Dennoch entsteht zwischen Grassodenhaus, leuchtenden Wiesen und endlosem Meer ein Zusammenleben, das sich Elsa irgendwann nicht mehr vom Leibe halten kann. Allein ihre Anwesenheit verändert die Dynamik auf dem Hof, besonders die der Bauernsöhne. Es gibt Erwartungen, ausgesprochene und unausgesprochene. Und dann ist da auch noch die verschwundene Tochter der Familie, über die niemand spricht und die für Elsa immer wichtiger wird.

„Moosland“ von Katrin Zipse ist ein Roman, der auf einer wahren Begebenheit basiert.

Im Mittelpunkt steht Elsa, sie hat den Krieg noch nicht verarbeitet, zu viel Elend und zu viele Tode hat sie gesehen. Da ergibt sich die Gelegenheit Deutschland für einige Zeit zu verlassen. Die isländischen Bauernpartei sucht junge deutsche Frauen, die in Island, gegen Bezahlung auf Bauernhöfen arbeiten wollen. Island verspricht sich davon Arbeitskräfte und vielleicht auch die eine oder andere junge Frau, die sich entschließt zu bleiben und zu heiraten.

Elsa kommt zu einer Bauernfamilie, die etwas abgelegen wohnt. Auf dem Hof arbeiten Bauer und Bäuerin, sowie die zwei Söhne. Zur Unterstützung haben die Bauersleute noch einen Knecht angestellt.
Die Familie nimmt Elsa mit offenen Armen auf. Schwierig macht es allerdings die Sprachbarriere. Auch das Elsa keinerlei Kenntnisse von der Landwirtschaft hat, macht es ihr nicht gerade leicht.
Elsa weigert sich auch am Anfang Isländisch zu lernen und gibt vor auch kein Englisch zu sprechen. In Wahrheit möchte sie mit niemanden Reden, sie ist so tief in ihrem Trauma, dass vom Krieg herstammt, versunken, dass sie sich völlig verschließt.

Katrin Zipse vermittelt die Geschichte mit viel Gefühl. Die Charaktere sind gut gezeichnet. Besonders Elsa gefällt mir gut. Sie steht für viele Frauen, die zwar nicht an der Front waren, aber die der Krieg trotzdem hart getroffen und traumatisiert hat.

Mir war bis zu diesem Zeitpunkt nicht bewusst, dass Island deutsche Frauen angeworben hatte, die dort auf Bauernhöfen arbeiten. So steht Elsa Pate für ca. 300 Frauen, die dem Aufruf gefolgt sind.

Ganz wunderbar ist die Beschreibung der Handlungsorte. Katrin Zipse beschreibt die weiter der Landschaft, die nie endenden Berge, die Farben, den Himmel so eindringlich, dass man schnell Bilder vor Augen hat.

Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und gut verständlich, die Sprache ist fast schon poetisch zu nennen.

„Moosland“ ist ein wunderschöner Roman, den ich gerne empfehlen möchte.

Zwischen Gut und Böse

Dora Heldt
Kriminalroman
354 Seiten
erschienen im dtv Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den dtv Verlag für das Rezensionsexemplar.

Ein Krimi, perfekt für den Urlaub

Klappentext:
Karl Sönnigsen hat Langeweile. Während seine Frau und all seine Freunde ihren Hobbys nachgehen, ist Karl hauptsächlich unzufrieden und misstrauisch!
Denn was treiben diese unerzogenen Jugendlichen, die hier reihenweise Ferien mit ihren reichen Eltern machen, eigentlich die ganze Zeit? Karl wittert überall das Verbrechen und meldet sich mit seinen Beobachtungen auch regelmäßig bei der Polizei. Doch die wollen von seinem Spürsinn nichts wissen. Schon gar nicht, als Karl einen kaltblütigen Mord meldet, an einem Schaf.
Doch er glaubt fest daran, dass hinter diesem Unfall viel mehr steckt. Und so gründet Karl Sönnigsen eine »Soko Schaf«. Was Karl jedoch nicht ahnt – das Schaf war erst der Anfang.

„Zwischen Gut und Böse“ von Dora Heldt ist der 3. und wohl auch der letzte Band, in dem Karl Sönnigsen ermittelt.

Karl Sönnigsen war Polizeichef auf Sylt, jetzt ist er Pensionär und kann sich mit seinem Ruhestand nicht abfinden. Seinem Nachfolger traut er nicht viel zu. So taucht Karl Sönnigsen ständig auf dem Revier auf, um eine Anzeige zu erstatten, der meist nicht nachgegangen wird.
Auch in diesem Fall zeigt Karl einen Mord an. Den Mord an einem Schaf. Es ist sicher das ein junger Mann aus reichem Haus das Schaf totgefahren hat. Auch hier wird er auf der Polizei nicht ernst genommen und somit wird die Soko Schaf ins Leben gerufen. Wie schon in den vorherigen Bänden besteht die Soko aus Karl, seinem Freund Onno und den zwei befreundeten Frauen Charlotte und Inge. Sie fangen an den jungen Mann mit einem gelben Auto, der Karl schon mehrmals flegelhaft aufgefallen ist ausfindig zu machen. Sie ahnen nicht, dass das tote Schaf der geringste Teil ihrer Ermittlungen darstellen wird.

Dora Heldt hat großartige Charaktere erschaffen. Die 4 Freunde sind ja schon bekannt und sehr sympathisch.
Aber auch die anderen Charaktere sind richtig lebendig. Da ist ein Hausmeister, der für einen Ferienhausvermittlung arbeitet und eine Reinigungskraft, die für dieselbe Firma arbeitet. Beide verdienen nebenher noch schwarz etwas dazu, was ihnen hier zum Verhängnis werden kann.

Dora Heldt erzählt die Geschichte spannend und mit viel Humor. Es macht Spaß den Protagonisten durch die Geschichte zu folgen.

Die Insel Sylt wird anschaulich beschrieben. Wie es auch im realen Leben ist, halten sich viele gutbetuchte dort in den Sommermonaten auf.

Der Schreibstil von Dora Heldt ist erfrischend locker und leicht. Die Spannung fehlt aber auch nicht in der Geschichte.

„Zwischen Gut und Böse“ ist der perfekte Krimi für den Urlaub. Ich habe das Buch mit großer Freude gelesen.

Der Fährmann

Regina Denk
Historischer Roman
380 Seiten
erschienen im Droemer Knaur Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Droemer Knaur Verlag für das Rezensionsexemplar

Fesselnder und tiefgründiger Roman

Zum Inhalt
Die Geschichte ist im Anfang des 20. Jahrhunderts angesiedelt. Hannes Winkler ist Fährmann und darf aus beruflichen Gründen nicht heiraten. Ein Fährmann ist der Gewalt des Wassers ausgesetzt und sollte im Fall eines Unglücks keine zu versorgenden Hinterbliebenen zurücklassen.

Doch Hannes ist in Elisabeth verliebt und Elisabeth hegt auch Gefühle für Hannes, sie ist jedoch Josef Steiner versprochen.
Elisabeths Freundin Annemarie hingegen hegt Gefühle für Josef.

So hat jeder der vier jungen Menschen Gefühle und Träume, die zum Scheitern verurteilt sind.

Der Fährmann Hannes, fährt auf der Salzach immer zwischen Hohenwart und Siegering hin und her. Die Salzach trennt nicht nur die zwei Orte, die durch Freundschaft und Handel eng verbunden sind, sondern auch Deutschland und Österreich. Um so wichtiger ist der Fährmann, der die Verbindung zwischen den 2 Orten ermöglicht.

Als der 1. Weltkrieg ausbricht, gerät das Leben der 4 jungen Menschen und auch die Beziehung zwischen den 2 Orten in einen tiefen Strudel.

Regina Denk erzählt die Geschichte tiefgründig und lässt je weiter man vorankommt, dunkle Wolken aufziehen.

Die Charaktere lernt man zum Teil schon als Jugendliche kennen und verfolgt ihr Leben einige Jahre.
Hannes muss einer Tradition folgen und den Job des Fährmanns übernehme. Das Leben als Fährmann ist der Einsamkeit verschrieben.
Elisabeth ist von den Eltern dem Bauern Josef versprochen. Ein bösartiger und gewaltbereiter Charakter, mit dem ich mich nicht anfreunden konnte.
Annemarie musste schon als junges Mädchen in der Gaststube der Eltern helfen.

Regina Denk lässt die Leser*innen an dem Leben der Charaktere teilhaben. Beim Lesen lernt man die jungen Menschen gut kennen und lieben, oder im Fall von Josef eben zu verachten.

Die Handlungsorte werden von der Autorin anschaulich beschrieben.

Regina Denk erzählt die Geschichte mit viel Tiefgang. Die Traditionen und der zum Teil von den Eltern vorgegebene Lebensweg und der Zwang, der damit verbunden ist, wird gut vermittelt. Auch der Krieg, der 2 befreundete Orte und die dort lebenden Menschen, die wie durch ein Band verbunden sind, spalten will ist anschaulich beschrieben.

Der Schreibstil von Regina Denk ist flüssig und gut verständlich. Dieb Sprache passt großartig in die Zeit der Handlung.

„Der Fährmann“ ist ein fesselnder historischer Roman, den ich mit großem Interesse und mit großer Freude gelesen habe.

Tödliches Déjà-Vu

Rene Anour
Kriminalroman
380 Seiten
erschienen im Heyne Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Heyne Verlag für das Rezensionsexemplar

Ein spannender Krimi mit interessanten Charakteren

Klappentext:
Die Provence, ein Land der Bienen: Doch Commissaire Louis Campanards Lavendelgarten wird kaum von ihnen besucht. Niemand kann das seltsame Verschwinden der Bienen erklären. Monique Gaillard, eine exzentrische Bioimkerin, kämpft um ihre Lieblinge. Immer wieder stört sie das öffentliche Leben in Grasse und ruft die Polizei hinaus auf ihren Hof, um die Schuldigen anzuzeigen. Beweise für ihre Anschuldigung hat sie keine, aber Campanard ist sprachlos, wie harmonisch sie mit ihren Bienen umgeht. Ohne Schutzkleidung lässt sie die Insekten auf sich sitzen und bekommt keinen einzigen Stich ab. Bis sie kurz darauf tot aufgefunden wird. Zu Tode gestochen von ihren eigenen Bienen. Ein seltsamer Zufall, der Campanard misstrauisch macht. Denn schon vor Jahrzehnten gab es in der Region einen mysteriösen Unfall mit Bienen und nun ein tödliches Déjà Vu.

„Tödliches Déjà Vu“ ist der3. Band der Krimireihe „Campanard ermittelt in der Provence“ von Rene Anour.

Der Autor entführt seine Leser*innen nach Südfrankreich, genauer in die Provence.
Blühender Lavendel, ein wahres Paradies, wäre da nicht die bedrohliche Stille. Wo sonst immer Bienen summten, ist jetzt, nichts! Auf dem Boden liegen tot Insekten. Was steckt hinter dem Bienensterben.
Die Imkerin Monique Gaillard will die Antwort darauf kennen. Sie verdächtigt ein nahegelegenes Werk, das Mittel zur Schädlingsbekämpfung herstellt.
Monique Gaillard macht durch exzentrische Aktionen darauf aufmerksam, Beweise hat sie allerdings nicht.
Doch dann wird sie tot aufgefunden. Die Todesursache Stiche von ihren Bienen.
Commissaire Louis Campanard geht zusammen mit Linda Delacours und Inspektor Olivier der Sache nach.

Die Charaktere hat man im 1. und 2. Band schon gut kennengelernt. Trotzdem hängt jedem der drei Ermittler noch etwas Geheimnisvolles an.

Commissaire Louis Campanard ist ein Bär von einem Mann mit einer sehr freundlichen Art. Sein Markenzeichen sind seine bunt bedruckten Hemden. Dass er einmal eine sehr schwere Zeit durchleben musste, erfährt man in den Büchern häppchenweise.
Im letzten Band hat man erfahren, dass er einmal im Kerker einer alten Festung inhaftiert war.
Nachdem Campanard seinen Polizeidienst wieder angetreten hat, machte er es sich zur Aufgabe den am Boden liegenden Inspektor Olivier wieder aufzubauen und in sein Team zu holen. Olivier litt an einer Krankheit, die ihn jeglicher Kraft beraubt hat. Jetzt hat er Angst einen Rückschlag zu bekommen. Denn er verliert immer mehr von seiner wiedergewonnenen Stärke.

Linda Delacours hat in Paris an einem KI gesteuerten Programm gearbeitet. Auch sie hat einen Schicksalsschlag erlebt, der mittlerweile etwas gelüftet wurde.

Die drei sind zu einem guten Team zusammengewachsen.
Der Fall mit dem das Projet Obscur betraut wird, ist der Tod von Monique Gaillard und das ominöse Bienensterben. Linda Delacours und Inspektor Olivier ermitteln verdeckt und geraten in große Gefahr.

Rene Anour hat für die Geschichte großartige Charaktere zum Leben erweckt.
Besonders das Ermittlerteam hat mich beeindruckt. Die drei sind mir seit dem ersten Band schon sehr ans Herz gewachsen.
In diesen drei Charakteren steckt sehr viel Potenzial und ich hoffe Rene Anour lässt sie weiterhin noch viele Fälle lösen.

Der Autor hat ein sehr großes Talent die Handlungsorte zu beschreiben. Die schönen Orte und Gärten in der Provence.

Rene Anour baut in seinem Krimi recht schnell Spannung auf und spannt den Spannungsbogen auch über die gesamte Geschichte.
Ich konnte das Buch oft gar nicht aus der Hand legen so rasant ging es voran. Zum Ende hin hat der Autor noch einmal alles an Spannung und Dramatik in die Geschichte hineingelegt was möglich war.
Der Schreibstil von Rene Anour ist flüssig, fesselnd und leicht verständlich.

„Tödliches Déjà Vu“ ist ein spannender Kriminalroman mit eine m wunderschönen Setting. Ich freue mich auf weitere Fälle mit dem interessanten und liebenswerten Ermittlerteam.