Das zweite Königreich

Rebecca Gable
Historischer Roman
913 Seiten
erschienen im Bastei Lübbe Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an NetGalley für das Rezensionsexemplar

Geschichte wird lebendig

Klappentext:
England 1064: Ein Piratenüberfall setzt der unbeschwerten Kindheit des jungen Caedmon of Helmsby ein jähes Ende, ein Pfeil verletzt ihn so schwer, dass er zum Krüppel wird. Sein Vater schiebt ihn ab und schickt ihn in die normannische Heimat seiner Mutter. Zwei Jahre später kehrt Caedmon mit Herzog William und dessen Eroberungsheer zurück.
Nach der Schlacht von Hastings und Williams Krönung gerät Caedmon in eine Schlüsselposition, die er niemals wollte: Er wird zum Mittler zwischen Eroberern und Besiegten. In dieser Rolle schafft er sich erbitterte Feinde, doch er hat das Ohr des despotischen, oft grausamen Königs. Bis zu dem Tag, an dem William erfährt, wer die normannische Dame ist, die Caedmon liebt.

„Das zweite Königreich“ ist der 1. Band der Helmsby-Reihe von Rebecca Gable.

Rebecca Gable entführt ihre Lesser*rinnen in das 11. Jahrhundert.

Caedmon of Helmsby wird von seinem Vater in die Normandie geschickt, nachdem er bei einem Angriff der Dänen verletzt wurde. Die Normandie ist die Heimat von Caedmons Mutter und er spricht die Sprache. Er ist als Übersetzter für den normannischen Herzog William am Hof.
William, der normannische Herzog erobert England bei der bekannten Schlacht von Hastings und wird König.

Rebecca Gable lässt Geschichte lebendig werden. Viele ihrer Charaktere sind historisch überlieferte Personen, aber auch die fiktiven Charaktere wie der Thane Caedmon of Helmsby fügen sich überzeugend in den Reigen der Protagonisten.

Die Leser*innen können das Leben des englischen Königs William der Eroberer von der Krönung bis zu seinem Tod verfolgen. Königs William war ein Machtbesessener König, der seinem Land 20 Jahre vorstand.

Unter den vielen historischen Persönlichkeiten sind die Helmybys fiktive Charaktere. Caedmon of Helmsby ist und seine Schwester Hyld sind meine persönlichen Lieblings-Charaktere.

Rebecca Gable erzählt die Geschichte sehr lebendig, ich hatte schnell Bilder im Kopf. Die Geschichte lebt, einige Charaktere gehen verloren und neue kommen hinzu. Als Leser*in wird man Zeuge einiger Gräueltaten aber auch eine Liebesgeschichte fehlt in diesem umfangreinen Buch nicht.

Rebecca Gable hat einen so fesselnden Schreibstil, dass die etwas über 900 Seiten nur so dahinfliegen.

„Das zweite Königreich“ ist ein meisterhaft erzählter historischer Roman, ich freue mich schon auf den nächsten Band.

Signora Commissaria und die kalte Rache

Alexander Oetker
Kriminalroman
271 Seiten
erschienen im Atlantik Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an Hoffmann und Campe für das Rezensionsexemplar

Bravo, Bravisimo

Klappentext:
In den idyllischen Gassen der Florentiner Altstadt tauchen mysteriöse Vermisstenplakate auf: Die Frauen darauf sind angeblich verschwunden. Tatsächlich aber geht es ihnen gut – abgesehen davon, dass sie alle zutiefst erschrocken sind. Kurz zuvor wurde eine jede von ihnen von einem Unbekannten verfolgt. Was nur will er mit den Plakaten erreichen? Die dynamische Commissaria Giulia Ferrari und ihr einzigartiges Team – der blinde Polizist Enzo, der ehemalige Kripobeamte Luigi, dessen urgemütliche Bar die zentrale Anlaufstelle für das Team ist, und der Hund Tulipan mit seiner unbestechlichen Spürnase – machen sich gemeinsam an die Ermittlungen. Sie müssen sich beeilen, denn in immer kürzeren Abständen tauchen neue Plakate auf …

„Signora Commissaria und die kalte Rache“ ist eigentlich der 3. Band der Reihe Giulia Ferrari ermittelt. Der 1. Band „Signora Commissaria und die dunklen Geister“ ist unter dem Pseudonym Pietro Bellini bei Droemer Knaur erschienen.

Von Alexander Oetker lese ich die Südfrankreich-Krimis sehr gerne. Mit dieser Reihe macht der Autor einen Abstecher in die Toskana.

Seine Charaktere sind wieder recht unterschiedlich und gefallen mir sehr gut.
Besonders die Gruppe der Ermittler.

Commissaria Giulia Ferrari hat ihr Elternhaus, das seit 20 Jahren leer stand, wieder bezogen. Sie hat das Haus hergerichtet und den und den Garten bepflanzt. Sie lebt nach langer Zeit wieder in dem Haus, in dem so viele Erinnerungen hängen, vor allem an ihre liebe Schwester.
Luigi Batista war einst der beste Commissario von Florenz. Heute betreibt er eine Cafébar und hilft nur noch im Notfall bei der Polizei aus. An seiner Seite ist immer sein Hund Tulipan.

Enzo Aleardi ist bei der Polizei meist für die Recherche verantwortlich. Er ist blind und es ist erstaunlich, wie sicher er sich an seinem Arbeitsplatz bewegt. Die Commissaria und Enzo sind mittlerweile liiert.

Der Fall ist recht kompliziert. Ein Fremder verfolgt nachts Frauen und am nächsten Morgen hängen in der Nachbarschaft der Frauen Plakate mit der Überschrift vermisst! Voller Angst wenden sich die Betroffenen an die Polizei. Als eine Frau dann tatsächlich verschwindet ist Eile geboten.

Alexander Oetker baut gleich zu Beginn auf. Es macht Freude dem Ermittlerteam bei seinen Ermittlungen über die Schulter zu schauen.
Dabei lockert der Autor seine Geschichte immer wieder durch Zwischenmenschliches auf, bei dem man die Charaktere besser kennenlernt.
Ich finde das Ermittlerteam einfach genial. Alle drei gefallen mir sehr gut. Manchmal musste ich schmunzeln, wenn Giulia und Luigi sich unterhalten.

Ein Highlight ist auch wie Alexander Oetker Florenz beschreibt. Erst vor ein paar Jahren habe ich die Stadt besucht und hatte schnell wieder Bilder im Kopf.

Alexander Oetker lässt in der Geschichte den Tag immer mit der Heimkehr von Luigis enden. Seine Frau Carla erwartet ihn schon und es gibt ein leckeres Essen. Das Rezept ist immer zum Nachkochen abgedruckt.

„Signora Commissaria und die kalte Rache“ ist ein genialer Toskana Krimi.
Ich würde mich freuen, wenn Alexander Oetker die Reihe mit dem großartigen Ermittlerteam weiterführt.

Die Dolmetscherin

Titus Müller
Historischer Roman
404 Seiten
erschienen im Heyne Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an das Bloggerportal und den Heyne Verlag für das Rezensionsexemplar

Die Nürnberger Prozesse

Klappentext:
Asta arbeitet als Dolmetscherin im Kurhotel »Palace« in Mondorf-les-Bains, wo die US-Armee gefangengenommene Nazi-Größen interniert. Am 20. Mai 1945 reist ein neuer Gast an. Er bringt 16 Koffer, eine rote Hutschachtel und seinen Kammerdiener mit. Es ist Hermann Göring, Oberbefehlshaber der Luftwaffe und Hitlers designierter Nachfolger. Asta übersetzt bei den Verhören, reist dann mit nach Nürnberg zu den Prozessen und wird jeden Tag im Gerichtssaal anwesend sein, die abscheulichsten Dinge zu hören bekommen und sie zudem ins Englische übertragen müssen. Umso empfänglicher ist sie für Leonhard, ein junger, sensibler Mann, der ihr sanft den Hof macht. Doch seine Vergangenheit ist undurchsichtig und er stellt verdächtig viele Fragen zu den Prozessen.

„Die Dolmetscherin“ ist ein Roman mit realem Hintergrund von Titus Müller.

Die US-Armee inhaftiert die Kriegsverbrecher im Kurhotel »Palace« in Mondorf-les-Asta ist Dolmetscherin und muss die Verhöre und auch die Gespräche, während der Prozesse übersetzten. Unter den Inhaftierten ist auch Herman Göhring.

Mit Asta ist Titus Müller eine interessante Protagonistin gelingen. Asta hat schon für verschiedene Geheimdienste gearbeitet. Göhring hatte Asta schon als Kind kennengelernt. Eine nahestehende Verwandte von Asta, die wie eine Mutter zu ihr war, wurde von den deutschen gefoltert. Jetzt möchte sie die Schuldigen verurteilt sehen. Bei den Nürnberger Prozesse sitzt Asta mit im Gerichtssaal. Ihre Wut über die Ansichten und das Beschönigen der Schuldigen lässt Asta wütend werden.

Titus Müller schildert die Prozesse sehr interessant. Als Leser*in ist man im Gerichtssaal dabei. Manchmal ging es mir sehr an die Nieren. Es ist kaum vorstellbar, was Menschen anderen Menschen antun können.

Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Es kommen verschiedene Ansichten ans Licht. Aber die Gräueltaten sind nicht zu beschönigen. Auch wenn Herman Göhring, der ein guter Redner ist versucht die Menschen im Gerichtssaal auf seine Seite zu ziehen.

E gibt auch ruhigere Passagen in dem Buch bei denen man als Leser*in etwas durchatmen kann. Asta lernt Leo kennen und zwischen den beiden entsteht eine gewisse Anziehung.

Titus Müller erzählt die Geschichte schonungslos. Man spürt auf jeder Seite wie akribisch der Autor recherchiert hat. Er hat in dieser Geschichte Realität mit Fiktion so fein verknüpft, dass man es nicht mehr zu rennen vermag.

„Die Dolmetscherin“ ist ein sehr interessanter historischer Roman, den ich mit großem Interesse gelesen habe.

Wer mich töten will

Sabine N. Trupp
Kriminalroman
333 Seiten
erschienen bei BoD
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an BoD für das Rezensionsexemplar

Absolute Leseempfehlung

Klappentext:
Liv will in Berlin neu anfangen. Doch als ihr Stiefvater Christian in Frankfurt ermordet wird, gerät ihr Leben aus den Fugen, und Kriminalhauptkommissar Lindmann ist davon überzeugt, dass nur sie als Täterin in Frage kommt. Von der Polizei gejagt, und von einem mysteriösen Stalker verfolgt, flüchtet Liv zu ihrem Geburtsort nach Nordengland, und erfährt eine böse Überraschung: bereits vor 18 Jahren soll sie bei einem tragischen Ereignis ums Leben gekommen sein. Liv hat allen Grund, an ihrer eigenen Identität zu zweifeln, und muss plötzlich um ihr nacktes Leben kämpfen.

„Wer mich töten will“ ist ein spannender Thriller von Sabine N. Trupp.

Liv Konley hat zurzeit eigentlich genug mit sich selbst zu tun, doch da bekommt sie die Nachricht, dass ihr Stiefvater Christian in Frankfurt ermordet wurde. Kriminalhauptkommissar Lindman ermittelt in dem Mordfall und sie hat eine Verdächtige, nämlich Liv. Liv die von einem Stalker verfolgt wird, wird jetzt auch von der Polizei verfolgt. Liv flüchtet nach Nordengland, wo sie geboren wurde. Aber auch da wartet eine unschöne Überraschung auf sie.

Sabine N. Trupp hat interessante Protagonisten gezeichnet und führt sie richtig lebendig durch die Geschichte. Liv ist mir schnell sympathisch gewesen, ihre Handlungen. Wenn sie auch manchmal etwas überstürzt anmuten, sind nachvollziehbar. Liv gerät in einen Strudel, der sie immer tiefer zu ziehen scheint.

Die Handlungsarten werden gut beschrieben, man kann sich alles genau vorstellen.

Der Schreibstil von Sabine N. Trupp ist flüssig, gut verständlich und vor allem fesselnd. Die Autorin baut schnell Spannung auf, die sie durch unvorhersehbare Wendungen weiter steigert.
Die Geschichte schreitet mit einem ordentlichen Tempo voran. Die kurzen Kapitel verleiten zum immer weiterlesen.

„Wer mich töten will“ ist ein spannender Thriller, den ich mit Begeisterung gelesen habe.

A Serial Killer’s Guide to Marriage

Asia Mackay
Kriminalroman
393 Seiten
Übersetzt aus dem Englischen von Sibylle Schmidt
erschienen im Dumont Verlag
5 von 5 Sterne

Vielen Dank an den Dumont Verlag für das Rezensionsexemplar

Wie bringe ich Mord und Familie unter einem Hut

Klappentext:
Bevor Haze ihren halben Tag mit einem Haufen überdrehter Kleinkinder und ihren Helikopter-Muttis im musikalischen Früherziehungskurs verbrachte, hatte sie alles: Reisen, Luxus und eine Karriere als international gesuchte Serienmörderin. Doch seit der Geburt ihrer Tochter ist es mit dem Morden vorbei; das haben sie und ihr Mann Fox sich versprochen. Angesichts ihres neuen sterbenslangweiligen Daseins in der spießigen Vorstadt juckt es Haze allerdings mehr denn je in den Fingern. Ein Messer kann schließlich nicht nur zum Gemüseschnippeln benutzt werden, und auch hier, im beschaulichen Sunningdale, gibt es reihenweise potenzielle Opfer ganz nach ihrem Beuteschema: weiß, hetero, männlich, gewalttätig. Während Fox vom besten Killer zum besten Vater der Welt zu mutieren scheint, steht Haze plötzlich mit einer Leiche im Gebüsch im Park. Und nun gilt es nicht nur einen Mord vor der Polizei, sondern vor allem auch vor Fox zu vertuschen. Dass dieser seine ganz eigenen Geheimnisse hütet, erfährt Haze erst, als ihre Ehe auf eine blutige Probe gestellt wird.

„A Serial Killer’s Guide to Marriage“ ist ein schräger Kriminalroman mit schwarzem Humor von Asia Mackay.

Haze und Fox waren vor ihrer Ehe professionelle Killer. Als ihre Tochter auf der Welt ist führen sie ein beschauliches und langweiliges Leben. Doch Haze wird es zu langweilig und plötzlich ist da eine Leiche.

Asia Mackay erzählt die Geschichte abwechselnd aus der Sicht von Haze und Fox. Die Leserinnen lernen beide gut kennen. In einer direkten Sprache wird erzählt, was beide denken, welche Leichen sie im Keller haben und vor allem was sie mittlerweile voneinander halten. Die Leserinnen erleben hautnah die Entwicklung von Haze und Fox, einmal von Killern zu gut bürgerlichen Eltern, denen das Leben schnell langweilig wird und die sich zurück zu ihrem vorherigen Leben sehnen. Dabei entwickeln beide Misstrauen gegen den jeweils anderen.

Asia Mackay erzählt den Krimi richtig fesselnd, ich konnte kaum mit Lesen aufhören. Durchsetzt ist die Geschichte mit einem schrägen und schwarzen Humor. Und es stellt sich die Frage, was ist man bereit für sein eigenes Kind aufzugeben.

„A Serial Killer’s Guide to Marriage“ ist ein spannender und schräger Kriminalroman der anderen Art.

Die Inselhochzeit der Träume

Cara Linde
Roman
320 Seiten
erschienen bei Harper Collins
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an NetGalley für das Rezensionsexemplar

Romantik und Seefeeling

Klappentext:
Die Hochzeitsplanerin Natalie muss nur noch einen Job erledigen, bevor sie befördert wird, doch der hat es in sich. Denn die Braut will ausgerechnet auf einem Gutshof auf Rügen heiraten. Auf die Insel wollte Natalie eigentlich nie mehr zurück. Aber für den großen Karriereschritt, der sich vielleicht nur ein einziges Mal bietet …? Zuversichtlich nimmt sie an und bemüht sich, standhaft zu bleiben, als sich nach jedem überwundenen Hindernis zwei neue in den Weg zu stellen scheinen. Will ihr jemand einfach das Leben schwer machen oder etwa die Trauung verhindern? Zum Glück begegnet sie alten Bekannten, die ihr helfen, damit die große Hochzeit ein Traum mit Meerblick wird. Und auch der Gärtner Lukas unterstützt sie sehr. In seiner Nähe fühlt sie sich so gut wie selten zuvor

„Die Inselhochzeit der Träume“ ist der neue Roman von Cara Linde, der die Leser*innen nach Rügen führt.
Erst im letzten Jahr habe ich Urlaub auf Rügen gemacht und hier viele schöne Orte wiedergefunden.

Die Hochzeitsplanerin Natalie nimmt einen Job an, der sie nach Rügen führt, ein Ort, den sie niemals mehr aufsuchen wollte. Die Hochzeit soll auf einem Gutshof stattfinden, doch es gibt viele Hindernisse zu überwinden. Zum Glück findet Natalie Unterstützung bei Bekannten und dem Gärtner Lukas.

Cara Linde lässt es in ihrem Roman richtig knistern. Die Atmosphäre ist romantisch und das Setting ist natürlich schön.

Wie immer hat Cara Linde ihre Protagonisten gut gezeichnet und lässt sie richtig lebendig werden.
Natalie war mir auf Anhieb sympathisch. Sie träumt von ihrer Kariere und ist nur einen kleinen Schritt davon entfernt. Doch dafür muss sie diesen Auftrag mit Glanz erledigen. Ausgerechnet jetzt stößt sie auf Hindernisse. Ich habe mit Natalie gefühlt, gezittert und mich gefreut.

Die Autorin vermittelt ihren Leser*innen den Inselflair auf eine Art, dass man schnell Bilder von Sonne und Strand vor Augen hat.
Ich bin schnell, tief in die Geschichte eingetaucht und konnte kaum mit Lesen aufhören.

„Die Inselhochzeit der Träume“ ist der ideale Sommerroman und idealer Urlaubsbegleiter.

Schwedenrache

Nele Bruun
Kriminalroman
erschienen im FeuerWerke Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den FeuerWerke Verlag für das Rezensionsexemplar

Spannender Schwedenkrimi

Klappentext:
Spätsommer in Südschweden: Eine junge Frau wird vor dem Astrid-Lindgren-Freizeitpark in Vimmerby tot aufgefunden. Wer hat die hübsche und bei allen beliebte Imbissbesitzerin kaltblütig mit einem Pfeil erschossen?
Der Polizeichef der Stadt, Marten Henriksson, nimmt zusammen mit seiner Kollegin und Ex-Frau Lena Wallin die Ermittlungen auf. Eine erste Spur führt zum Klärwerk, mit dessen Geschäftsführung die Tote seit Wochen in einem erbitterten Streit lag. Doch reicht das als Mordmotiv?
Der Fall erweist sich als schwierig. Keiner will etwas gewusst haben, und auch die Familiensituation des Opfers scheint alles andere als entspannt gewesen zu sein. Welche Rolle spielte die beste Freundin? Und wer war der Mann, mit dem die Tote zuletzt gesehen wurde?

„Schweden Rache“ ist der 9. Band der Küstenkrimi-Reihe und der 3. Band mit dem Ermittlerduo Marten Henriksson und Lena Wallin von Nele Bruun.

Der Krimi spielt in Vimmerby, dem Geburtsort von Astrid Lindgren. Dass es einen Astrid-Lindgren-Freizeitpark gibt, wusste ich bisher nicht, ausgerechnet dort wird das Opfer aufgefunden. Dort ermittelt dann auch das Ermittlerduo Marten Henriksson und Lena Wallin. Die zwei Ermittler sind ein gut eingespieltes Team.
Die Frau, eine Imbissbetreiberin wurde mit einem Pfeil schwer verletzt und ist dann schließlich gestorben. Die Ermittler untersuchen ihr berufliches, wie auch ihr privates Umfeld. Dabei erfahren sie, dass die Frau streit mit dem örtlichen Klärwerk hatte. Sie behauptet, dass verschmutztes Wasser in den Fluss geleitet wird. Auch privat scheint bei der Frau nicht alles im Reinen gewesen zu sein.
Was hat dazu geführt, dass die Frau erschossen wurde?

Nele Bruun hat interessante Charaktere erschaffen. Das Ermittlerduo Marten Henriksson und Lena Wallin gefällt mir ausgesprochen gut. Ich habe die vorherigen Bände noch nicht gelesen, werde das aber nachholen. Die Fälle sind zwar abgeschlossen aber mich interessiert die Entwicklung von Marten Henriksson und Lena Wallin, die einmal verheiratet waren.
Auch der Rest des Ermittlerteams und die Nebendarsteller sind gut getroffen.

Nele Bruun baut recht schnell Spannung auf und hält sie auch bis zum Ende aufrecht. Es gibt Verdächtige, aber immer wieder baut die Autorin Wendungen ein und man ist wieder genauso schlau wie vorher.
Der Schreibstil von Nele Bruun ist flüssig, gut verständlich und vor allem fesselnd. Ich habe das Buch an 2 Abenden gelesen, da ich es kaum aus der Hand legen konnte.

„Schweden Rache“ ist ein spannender Krimi mit großartigen Protagonisten und schönem Setting, genau nach meinem Geschmack.

Die Nelkentochter

Tessa Collins
Roman
492 Seiten
erschienen im Ullstein Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Ullstein Verlag für das Rezensionsexemplar

Schöne Geschichte mit tollem Setting

Klappentext:
Nach dem Tod ihrer Großmutter hat Lali den Halt verloren. Bei Rose hat sie Trost und Wärme gefunden, nachdem ihre eigene leibliche Mutter die Familie früh verlassen und nach Sri Lanka gegangen ist. Lali hat nie begreifen können, wieso ihre Mutter das getan hat, und ist nun vollkommen überrumpelt, als sie in der Gärtnerei eine Gedichtsammlung von ihr findet. Die feinfühligen Texte brechen in Lali etwas auf und sie beschließt, ihre Mutter endlich zur Rede zu stellen. Zum ersten Mal in ihrem Leben verlässt sie ihr Nest in Cornwall und geht nach Sri Lanka. Dort begibt sie sich auf die Spuren einer alten Teeplantage und stößt auf ein großes Familiengeheimnis …

„Die Nelkentochter“ ist der 3. Band der Blumentöchter-Saga von Tessa Collins.
Tessa Collins ist das Pseudonym von Silke Ziegler die mich schon mit ihren Krimis und der Purpurküsten-Reihe begeistert hat.

Nachdem mir Band 1 und Band 2 so gut gefallen haben, warte ich schon sehnsüchtig auf Band 3.

Tessa Collins entführt ihre Leser*innen nach Sri Lanka,.
Im Mittelpunkt steht Lali, sie ist bei ihrem Vater aufgewachsen, die Mutter hat die Familie verlassen. Jetzt bekommt Lali einen Gedichtband, in dem sie von einer Liebe liest. Kurzentschlossen reist Lali nach Sri Lali um ihre Mutter zu finden.
Die Mutter empfängt Lali auf ihrer Teeplantage mit den Worten „Du hättest nicht herkommen sollen“.

Tessa Collins versteht es Charaktere zu zeichnen und durch die Geschichte zu führen. Vor allem hat mir in diesem Band Lali gefallen. Auch Lalis Mutter Isha und ihre Geschichte haben mir gut gefallen.

Ich habe Lali gerne auf ihrer Reise begleitet. Es war schön mitzuerleben, wie Lali ihre Identität kennenlernt.

Zwischen den einzelnen Kapiteln gibt es Reisen wie in die Vergangenheit so, dass die Leser*innen auch Ishas Geschichte kennenlernen, die ihre Familie verlassen hatte, um in Sri Lanka die Teeplantage zu übernehmen. Lali lernt auch das Los der Frauen in der Familie kennen, denn ihre Mutter musste auch ohne Mutter aufgewachsen.
Ich habe Sri Lanka, seine Kultur und die Religion mit großem Interesse kennengelernt.

Tessa Collins erzählt die Geschichte mit viel Gefühl. Dabei ist ihr Schreibstil flüssig und gut verständlich.
Ich habe das Lesen von „Die Nelkentochter“ wieder sehr genossen und freue mich jetzt schon auf den 4. Band „Die Magnolientochter“ der im Januar 2026 erscheinen wird und die Leser*innen nach Neuseeland führen wird.

Der Sommer am Ende der Welt

Eva Völler
Roman
390 Seiten
erschienen im Droemer Knaur Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Droemer-Knaur Verlag für das Rezensionsexemplar

Wenn Kinderkuren zum Trauma führen

Klappentext;
Es soll der persönlichste Artikel ihres Lebens werden, beharrlich verfolgt die Journalistin Hanna ihren Plan, über die traumatischen Erfahrungen früherer Verschickungskinder auf Borkum zu berichten, denn auch ihre Mutter hat dort bei einer solchen Kinderkur einst Schlimmes erlebt. Doch vor Ort erhebt sich Widerstand, als Hanna die damaligen Missstände aufdecken will. Nur der Inselarzt Ole steht ihr bei ihren Nachforschungen zur Seite, beide verlieben sich Hals über Kopf. Dann wird Hanna das alte Tagebuch einer ehemaligen Kinderbetreuerin zugespielt, aus dem sich Hinweise auf ein vertuschtes Verbrechen ergeben. Dabei gerät Hanna in ein verstörendes Dilemma, denn nach und nach zeichnet sich ab, dass in Oles Familie ein schreckliches Geheimnis gehütet wird.

„Der Sommer am Ende der Welt“ von Eva Völler ist ein Roman der mich betroffen und nachdenklich macht.

Hanna ist Journalistin und hat sich vorgenommen, die Erlebnisse von Kindern, die in den Nachkriegsjahren nach Borkum zur Erholung geschickt wurden, offenzulegen. Auch ihre Mutter ist eine der Betroffenen. Viele Kinder kamen aus der Kur mit einem Trauma zurück, dass sie bis ins Erwachsenenalter belastet hat.
Zur Recherche für ihren Artikel spricht Hanna mit ihrer Mutter und weiteren Betroffenen.

Eva Völler hat ihre Charaktere mit viel Liebe und Sorgfalt gezeichnet und lässt sie richtig zum Leben erwachen.
Die Geschichte hat zwei Handlungsstränge. In der Gegenwart begleiten die Leserinnen Hanna bei ihren Gesprächen und Recherchen. Erleben wie sie auf Gegner stößt und sich behaupten muss. In der Vergangenheit, den 1960er Jahren begleiten die Leserinnen die Kinder nach Borkum.

Manchmal ging mir die Geschichte richtig unter die Haut. Ich musste zeitweise das Buch zur Seite legen, um erst einmal durchzuatmen. Aber ich griff schnell wieder zu dem Buch, um zu lesen, wie es weitergeht. Die Geschichte hatte schon etwas von einer Sogwirkung.
Wenn man bedenkt, dass Eva Völler hier auch die Erlebnisse ihrer Mutter verarbeitet, fühlt man beim Lesen noch etwas Intensive. Man weiß es ist Realität.
Ich kann mir gut vorstellen, dass es für Eva Völler auch nicht immer einfach war die richtigen Worte zu finden und niederzuschreiben.

Ich habe schon viele Bücher der Autorin gelesen. Wie immer ist ihr Schreibstil flüssig, gut verständlich und fesselnd
„Der Sommer am Ende der Welt“ ist eine Geschichte, die mich sehr berührt hat und die ich mit Interesse gelesen habe.

Die Bibliothek meines Großvaters

Masateru Konishi
Roman
331 Seiten
erschienen bei Kiepenheuer & Witsch
Übersetzt aus dem Japanischen von Peter Aichinger-Fankhauser
4 von 5 Sternen

Vielen Dank an Kiepenheuer & Witsch für das Rezensionsexemplar

Die Kraft der Bücher

Klappentext:
Kaede, eine junge Lehrerin aus Tokio, stößt eines Tages auf seltsame Zeitungsausschnitte, die in einem gebrauchten Buch stecken. Ein Rätsel! Sie muss sofort an ihren Großvater denken, der trotz seiner Demenzerkrankung über eine unglaubliche Kombinationsgabe verfügt. Außerdem weist er ein enormes Wissen auf, wenn es um die großen Klassiker der Kriminalliteratur geht. Gemeinsam lassen die beiden ihrer Fantasie freien Lauf und lösen so meisterhaft allerlei kleine und große Rätsel, auf die Kaede in ihrem Alltag stößt. Doch plötzlich nähert sich Kaede ein bedrohlicher Schatten, der die beiden auf eine harte Probe stellt. Kann ihre gemeinsame Liebe zur Literatur sie retten?

„Die Bibliothek meines Großvaters“ von Masateru Konishi ist ein unterhaltsamer Roman aus Japan.

Im Mittelpunkt stehen zwei Personen.
Kaede ist Lehrerin und Mitte 20. Sie liebt Bücher und vor allem Krimis. Ihren Großvater liebt sie besonders. Seit er an Lewy-Körperchen-Demenz erkrankt ist, sorgt sie sich sehr um ihn. Oft besucht sie den Großvater und stellt ihm ein Rätsel, dass er dann mit einer sehr einleuchtenden Geschichte löst.

Der Großvater ist um die 70 Jahre und war früher Rektor an der Schule, in der Karde heute arbeitet. Er hat viele Bücher in seiner Bibliothek und hat sehr viel gelesen. Das Thema Bücher ist oft Mittelpunkt der Gespräche zwischen dem Großvater und Kaede. Auch das Geschichtenerzählen liebt der Großvater. Immer wenn Kaede zu Besuch ist, erzählt er eine Geschichte. Das fängt immer mit den Worten an „Kaede. Gib mir doch mal eine Zigarette…“

Masateru Konishi erzählt die Geschichte sehr spannend und unterhaltsam. Mir sind Kaede und der Großvater schnell ans Herz gewachsen. Die Krankheit Lewy-Körperchen-Demenz oder Körperdemenz kannte ich nicht und fand es interessant darüber zu lesen. Der Großvater hatte immer wieder Halluzinationen, im Nachhinein wusste er aber oft das es eine Halluzination war. Ich denke er hat viel mehr registriert als Kaede gedacht hat.

Di8e Rätselaufgaben wurden interessant geschildert. Oft war es nachvollziehbar, wie der Großvater zu dem Ergebnis gekommen war. Manchmal war es aber auch nicht nachvollziehbar und ich habe mich gefragt, wie er darauf kam. Trotzdem haben mir die Gespräche zwischen dem Großvater und Kaede gut gefallen.
Kaede hat die Rätsel, die ihr selbst zugeflogen sind mitgebracht. Eine verschwundene Schwimmlehrerin, ein Rätsel um einen Schüler/eine Schülerin bis zu einem Stalker der Kaede verfolgt. Da wurde es für den Großvater und Kaede gefährlich.

Masateru Konishi hat eine flüssigen, gut verständlichen und poetischen Schreibstil.
Jedes Kapitel beinhaltet ein neues Rätsel. Ich fand es berührend, wie Kaede sich um ihren Großvater sorgte.

„Die Bibliothek meines Großvaters“ ist ein berührender Roman, den ich mit Freude gelesen habe.