Starck und die zweite Frau

Christian Jaschinski
Thriller
396 Seiten
erschienen im Maximum Verlag
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Maximum Verlag für das Rezensionsexemplar

Ein mysteriöser und spannender Thriller

Klappentext:
Ex-Staatsanwalt Andreas Starck versucht noch immer, seine Unschuld zu beweisen, nachdem er vor fünf Jahren einem Komplott zum Opfer fiel und ins Gefängnis musste. Mithilfe des Investigativ-Journalisten Tom Finder, der schon seit längerer Zeit versucht die versteckten Konten der Reichen und Mächtigen aufzudecken, erkennt er die Verbindungen bis in die höchsten Stellen der Justiz.
Um seinen Namen reinzuwaschen, muss Starck die wahre Identität Onkel Pablos aufdecken, einem der mächtigsten Mafiabosse Europas. Dessen Einfluss ist jedoch viel weitreichender, als Starck sich je hätte vorstellen können. Hilfe erhält er unverhofft von der Diebin Vanessa Conrad. Doch kann er ihr wirklich vertrauen?
Als sie in Pablos Fänge geraten, müssen sie sich unter Lebensgefahr ihrer Vergangenheit und ihren verdrängten Traumata stellen. Kann Starck sich rehabilitieren und seiner Tochter einen Schritt näherkommen?

„Starck und die zweite Frau“ ist der 2. Band einer Thriller-Trilogie von Christian Jaschinski.
Der 2. Band schließt direkt an den 1. Band an und es ist gut, wenn man den 1. Band gelesen hat.

Im Mittelpunkt steht der frühere Staatsanwalt Andreas Starck. Fünf Jahre saß Starck unschuldig im Gefängnis. Bei einer Hausdurchsuchung wurden bei ihm Goldbarren und Bitcoin-Konten entdeckt. Die wurde als Bestechungsgelder eingeordnet. Dabei war der Staatsanwalt nur einer Organisation zu nahegekommen und diese hat versucht ihn und seine Familie auszurotten.
Im ersten Band schon, ist Starck der Organisation, die hinter seiner Verleumdung steckt, schon etwas nähergekommen. Jetzt setzt er alles dran, um die Identität des Kopfes Onkel Pablo aufzudecken. Dabei hilft ihm die Hackerin Vanessa Conrad. Starck versucht alte Freunde mit ins Boot zu holen, bis er eine kleine Gruppe zusammen hat. Aber kann er wirklich jedem vertrauen?

Christian Jaschinski erzählt die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven.
Die Charaktere sind gut gezeichnet und lebendig. Die Nachbarin Moira St. John-Smythe beobachtet das Haus oft aus ihrem Fenster. Ich denke da spiet Neid mit, da die Starcks wohlhabend sind.
Ihr Sohn Jobst Stukenbröker und Starck kennen sich seit Kindertagen. Stuckenbröker ist davon überzeugt, dass Starck zu Recht im Gefängnis gesessen hat und beobachtet in skeptisch. Starck versucht Stukenbröker von seiner Unschuld zu überzeugen.

Die Kapitel sind recht kurz, immer wieder wechselt der Handlungsort und die Perspektive. Die Spannung, die in der Luft liegt, ist fast greifbar. Man kann nicht immer unterscheiden, wer gut und wer böse ist, und bekommt auch da die eine oder andere Überraschung.

Die Geschichte wird spannend und in einem ordentlichen Tempo erzählt. Einzig die trockenen Erklärungen über Bitcoin-Konten, die Transaktionen und wie das alles genau funktioniert n haben meinen Lesefluss etwas gestört.

Starck ist in diesem Band seinem Ziel wieder etwas nähergekommen, doch das Ende ist noch lange nicht erreicht.

Der 3. Band „Starck und das 3. Leben“ soll im Dezember 2026 erscheinen. Auf das Ende der Trilogie bin ich sehr gespannt.

Der Vorleser

Bernhard Schlink
Roman
207 Seiten
erschienen im Diogenes Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Diogenes Verlag für das Rezensionsexemplar

Beeindruckend und dramatisch

„Der Vorleser“ von Bernhard Schlink, ist 1995 zum ersten Mal erschienen und gehört zu den modernen Klassikern. Jetzt wurde das Buch vom Diogenes Verlag noch einmal neu aufgelegt.

Die Geschichte ist in 3 Teile unterteilt.
Im 1. Teil erinnert sich der Erzähler an seine Gelbsucht Erkrankung. Damals hat ihm eine Frau auf dem Heimweg von der Schule geholfen. Jetzt nach der Genesung wollte er sich bei der fremden Frau bedanken.
Frau Schmitz war zu der Zeit 36 Jahre alt und Michael, der Erzähler war 15 Jahre. Trotz des Altersunterschieds verliebte sich der Junge in Frau Schmitz. Sie gingen eine sexuelle Beziehung ein. Jeder Tag ging Michael zu der Frau, ohne sie gesehen zu haben, hielt er es nicht aus. Frau Schmitz mochte es besonders gerne, wenn Michael ihr etwas vorgelesen hat.

Im 2. Teil sind 7 Jahre vergangen und Michael studiert mittlerweile Rechtswissenschaft. Frau Schmitz hat er aus den Augen verloren. Aber wie der Zufall es will, trifft er wieder auf seine frühere Geliebte.

Der 3. Teil behandelt dann den weiteren Lebensweg von Michael.
Über den 2. Und 3. Teil möchte ich nicht mehr erzählen, dass müsst ihr schon selbst lesen.

Bernhard Schlink erzählt die Geschichte auf 200 Seiten, doch es steckt sehr viel drin. Sein Erzählstiel ist sehr kompakt, er hält sich nicht an Kleinigkeiten fest.
Die Charaktere werden gut beschrieben, ich konnte mich sowohl in Michael wie auch in Hanna Schmitz hineinversetzten.
Das Thema Kriegsverbrechen wird in der Geschichte eingehend behandelt.
Wohl mit ein Grund, dass „Der Vorleser“ auf den Lehrplänen vieler Schulen stand.

„Der Vorleser“ ist ein Roman, den man auch nach all den Jahren immer noch sehr gut lesen kann.

Die Frauen von Ballymore

Lucinda Riley
Roman
477 Seiten
erschienen im Goldmann Verlag
Übersetzt aus dem Englischen von Karin Dufner, Sonja Hauser, Sibylle Schmidt und Ursula Wulfekamp
Meine Bewertung:
4 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Goldmann Verlag für das Rezensionsexemplar

Liebe und Schmerz

Klappentext:
Sorcha O’Donovan wächst behütet in Ballymore an der Südküste Irlands heran. Als sie 16 Jahre alt ist, verliebt sie sich unsterblich in den Musiker Con Daly, einen Einzelgänger, der in einer Hütte am Strand lebt. Es beginnt eine heimliche Beziehung zwischen den beiden, die aber zu einem Eklat führt: Sie werden von der ebenso vermögenden wie missgünstigen Helen McCarthy aus dem Dorf verraten, und in seinem Zorn verbannt Sorchas Vater seine Tochter. Die beiden verlassen über Nacht ihre irische Heimat, um im London der 1960er Jahre ein neues Leben zu beginnen. Und dort, in der brodelnden Metropole, wird für Con ein Traum wahr: der Aufstieg vom mittellosen Straßenmusiker zum Leader einer der erfolgreichsten Bands seiner Zeit. Aber als Helen in London auftaucht, sind die Weichen gestellt für ein Drama, das unerbittlich seinen Lauf nimmt.

„Die Frauen von Ballymore“ von Lucinda Riley erzählt von Liebe und Schmerz. Die Autorin ist im Juni 2021 verstorben und dieser Roman wurde erst jetzt in Deutschland veröffentlicht.

Im Mittelpunkt steht Sorcha O’Donovan, sie ist behütet in ihrer Familie in Ballymore aufgewachsen. Doch ihr Traum liegt nicht in Ballymore, sie stellt sich ihr Leben aufregender vor als in dem kleinen Dorf in Irland. Sorcha verliebt sich in den Musiker Con Daly, die beiden führen eine heimliche Beziehung. Als die Beziehung entdeckt wird, werden sie aus dem Dorf gejagt. Sorcha und Con gehen nach London, wo auch die Karriere von Con ihren Lauf nimmt. Aus dem Straßenmusiker wird ein Bandleader.
Doch als jemand aus ihrer Vergangenheit auftaucht, droht alles zu zerbrechen.

Lucinda Riley und ihre Romane sind wohl auf der ganzen Welt bekannt. Ihre Geschichten sind immer voller Emotionen. In diesem Roman vermisse ich dies allerdings etwas.
Die Charaktere werden gut beschrieben, aber auch hier fehlt etwas die Tiefe, man fühlt sich nicht so verbunden mit den Protagonisten, kommt ihnen nicht so nah, wie man es bei Lucinda Riley gewohnt ist.
Die Geschichte und die Entwicklung von Sorcha und Con hat mir aber trotzdem gut gefallen. Die Schicksalsschläge, die, die Charaktere erleiden mussten, haben mich berührt.
London in den 1960er Jahren wird gut beschrieben, ich konnte es mir gut vorstellen.
Der Schreibstil von Lucinda Riley ist flüssig und gut verständlich.

Auch wenn „Die Frauen von Ballymore“ nicht zu den besten Büchern von Lucinda Riley zählt, ist es doch ein fesselnder Roman, den ich mit Freude gelesen habe.

Die Frauen vom Tafelberg

Inès Keerl
Historischer Roman
487 Seiten
erschienen im Emons Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Emons Verlag für das Rezensionsexemplar

Historischer Roman mit vielen realen Persönlichkeiten

Klappentext:
Liebe und Verrat am Kap der Guten Hoffnung Kapstadt, 1672. Sieben Jahre nach den dramatischen Ereignissen am Tafelberg steht Catharina Ustings erneut vor einer existenziellen Bedrohung: Sie wird des Mordes bezichtigt und soll nach Mauritius verbannt werden. Zusätzlich drohen ihre heimliche Affäre mit einem neuen Kommandanten und ein gefährliches Geheimnis sie zu vernichten. Gemeinsam mit der ehemaligen Sklavin Amisha und Krotoa, der »Urmutter Südafrikas«, riskiert Catharina alles, um ihre Farm, ihre Freiheit und ihr Glück zu retten.

„Die Frauen vom Tafelberg“ ist der 2. Band der Reihe Catharina Ustings von Inès Keerl.

Den 1. Band „Die Löwin vom Tafelberg“ habe ich leider nicht gelesen, möchte es aber gerne noch nachholen. Aber auch ohne den 1. Band zu kennen, bin ich gut in das Buch hineingekommen.

Catharina Ustings hat sich mit Hans, ihrem Ehemann, ein Leben am Kap der Guten Hoffnung aufgebaut. Catharina muss vor Jahren schwere Schicksalsschläge hinnehmen, das wurde im 1. Band behandelt, wo sie von Lübeck nach Südafrika geflohen ist.
Jetzt wird sie des Mordes bezichtigt und soll nach Mauritius verbannt werden. Doch Catharina kämpft für ihr Recht, für ihre Freiheit und für ihren Besitz in Südafrika.

Dem Roman ist ein Personenregister angefügt, was ich sehr hilfreich fand. So konnte ich immer wieder einmal nachschlagen, um den Überblick über die vielen Protagonisten zu behalten. In dem Personenregister sind belegte historische Personen gekennzeichnet und es ist erstaunlich, wie vielen realen Persönlichkeiten man in der Geschichte begegnet.

Catharina Ustings hat mir auf Anhieb gefallen. Sie ist eine mutige und starke Frau, der das Schicksal schon übel mitgespielt hat.

Krotoa, in dieser Geschichte auch oft Eva genannt, ist eine südafrikanische Ureinwohnerin, die oft als Übersetzerin dient. Ihre Figur ist eine Bereicherung für die Geschichte.

Inès Keerl beschreibt die Handlungsorte sehr anschaulich. Die Charaktere, die zum großen Teil historisch belegt sind, werden authentisch die Geschichte geführt.
Die fiktiven Personen sind gekonnt in die Geschichte integriert.

Der Schreibstil der Autorin ist flüssig, gut verständlich und fesselnd.
Ich konnte das Buch nach wenigen Seiten kaum noch aus der Hand legen.

Inès Keerl webt in dieser Geschichte Realität und Fiktion so fein zusammen, dass ein großes Ganzes entsteht, was nicht mehr zu trennen ist.

„Die Frauen vom Tafelberg“ ist die Art von historischem Roman, die ich besonders liebe. Ich habe die Geschichte mit großer Freude gelesen und werde sie bestimmt lange im Gedächtnis behalten.

Gift

Jón Atli Jónasson
Kriminalroman
254 Seiten
Übersetzt aus dem Isländischen von Freyja Melsted
erschienen bei Fischer Scherz
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den S.Fischer Verlag für das Rezensionsexemplar

Spannender Krimi aus Island

Klappentext:
Auf einem Lavafeld vor Reykjavík ergießt sich literweise Blut aus einem Lkw auf die Landstraße. Und in einem Filmstudio wird eine schrecklich zugerichtete Leiche gefunden. Chefkommissar Elliði legt den Fall in die Hände der beiden, denen er am meisten vertraut: Dora und Rado. Doch sie haben mit ihren eigenen Dämonen zu tun. Dora kämpft mit ihrer Schmerzmittelsucht, Rado mit seiner Vergangenheit. Während sich ein tödliches Gift im Land verbreitet, begeben sich Dora und Rado auf eine gefährliche Suche.

„Gift“ ist der 2. Band, der isländischen Krimireihe „Dora-und-Rado“ von Jón Atli Jónasson.

Die beiden Ermittler sind ungewöhnlich und gefallen mir gut. Dora nimmt alles intensiver wahr als andere, was in ihrem Beruf ein großer Vorteil ist. Bei einem Einsatz trug Dora eine Hirnverletzung davon. Jetzt lebt Dora mit Schmerzen und tut sich mit anderen Menschen schwer. Ihre Kollegen finden sie seltsam und ignorieren sie weitgehendst.

Rado ist der Sohn serbischer Einwanderer. Er hat sich im Polizeidienst hochgearbeitet wie kaum sonst ein Polizist mit Migrationshintergrund. Seine familiären Verbindungen bringen ihn manchmal in Schwierigkeiten.
Rado ist Leiter der Abteilung Rauschgift und bekommt es hier mit einem schwierigen Fall zu tun.

Dora und Rado sind ein spannendes Ermittlerduo. Beide haben mit ihren eigenen Dämonen zu kämpfen.

Die Geschichte hat verschiedene Handlungsstränge.
Es wird die Leiche eines jungen Sanitäters auf einem Filmgelände entdeckt. Die Leiche wurde übel zugerichtet.
Ein LKW zieht eine rote Spur hinter sich her, später liegt er umgekippt an der Straße. Aus Kanistern, die der LKW geladen hat, fließt dieselbe rote Flüssigkeit. Dora kommt zur Unfallstelle, den Fahrer des LKWs findet sie tot neben dem LKW.
Bei diesen beiden Fällen treffen sich die Ermittler Rado und Dore wieder.
Der Tote auf dem Filmgelände ist der Partner von Elliði, dem ehemaligen Chef der Ermittler. Die rote Flüssigkeit aus dem verunfallten LKW stellt sich als neue Droge dar.

Jón Atli Jónasson lässt die Geschichte ruhig anfangen. Die Leserinnen bekommen genug Zeit, sich wieder mit den Charakteren vertraut zu machen. Dann zieht das Tempo allerdings an und die Spannung steigt. Als Leserin verfolgt man praktisch zwei verschiedenen Ermittlungen.
Dora und Rado, die so unterschiedlich sind, ergänzen sich gut bei der Arbeit.
Für alle, die den 1. Band nicht gelesen habe, gibt es immer wieder einmal einen Hinweis auf das Vorgehen der Ermittler und auf ihre Vorgeschichte.

Jón Atli Jónasson lässt aktuelle Themen wie Medikamentenmissbrauch, Drogenabhängigkeit und organisiertes Verbrechen in die Geschichte einfließen. Themen, die wohl auch die Isländer beschäftigen.

Der Schreibstil des Autors ist flüssig, gut verständlich und fesselnd. Er beschreibt seine Charaktere und auch die Handlungsorte sehr gut.

Auch den 2. Band „Gift“ habe ich schon wie den 1. Band „Schmerz“ mit Begeisterung gelesen. Ich hoffe sehr auf einen 3. Band.

Die an den Tod nicht glauben

Cleo Sternberg
Kriminalroman
386 Seiten
erschienen im Droemer Knaur Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Droemer Knaur Verlag für das Rezensionsexemplar

Gelungener Auftakt einer neuen historischen Krimireihe

Klappentext:
Berlin, 1910. Als eine weibliche Leiche aus der Spree gezogen wird, wird ihr Fall vom zuständigen Rechtsmediziner schnell und nachlässig abgehandelt: Vermutlich hat die bitterarme ledige Mutter schlicht Selbstmord begangen.
Ganz anders sieht das die angehende Gerichtsmedizinerin Perdita Menke. Ein Detail an der Leiche hat ihre Aufmerksamkeit geweckt. Und weil ihre Mutter sich ebenfalls das Leben genommen haben soll, was Perdita bis heute nicht glaubt, nimmt sie den Fall persönlich. Bei ihren Ermittlungen stößt sie bald auf den ebenso geheimnisumwitterten wie charmanten Bestatter Charon Czerny. Perdita misstraut ihm zutiefst, scheint er doch aus dem Tod eine Show für sein Geschäft zu machen. Versucht Charon gar, den Mörder zu decken? Erst als es für sie beide gefährlich wird, erkennen Perdita und Charon, dass sie auf derselben Seite stehen.

„Die an den Tod nicht glauben“ ist der 1. Band einer neuen historischen Krimireihe von Cleo Sternberg.

Mit ihrer Geschichte führt Cleo Sternberg ihre Leser*innen in das historische Berlin des Jahres 1910.

Der angehende Gerichtsmedizinerin Perdita Menke fallen an einer Leiche verschiedene Merkmale auf, die der Gerichtsmediziner übersehen werden. Vom Gerichtsmediziner wird der Tod als Selbstmord abgehandelt, genau wie bei der Mutter von Perdita Menke. Als sie die Tode noch einmal heimlich untersuchen will, wurde die Leiche schon vom Bestatter Charon Czerny abgeholt. Perdita wendet sich an den Kriminalanwärter Dieter Schulz und erfährt, dass auch ihm Ungereimtheiten aufgefallen sind. .
Perdita und Schulz stellen Nachforschungen an. In ihren Fokus gerät der Bestatter Charon Czerny. Auch werden sie auf anderen mysteriösen Todesfällen aufmerksam, die als Selbstmord deklariert wurden. Alles Frauen aus ärmlichen Verhältnissen.

Cleo Sternberg erzählt die Geschichte atmosphärische. Sie beschreibt die Handlungsorte sehr deutlich. Als Leser*in kann man die Ermittlungen und die Untersuchungen von vor über 100 Jahren verfolgen und schnell wird einem bewusst, was sich in der Zeit alles geändert hat.
Die Charaktere sind von Cleo Sternberg gut gezeichnet. Das ungleiche Ermittlerpaar gefällt mir sehr gut und ich freue mich jetzt schon sie über mehrere Bände begleiten zu dürfen.
Durch die mysteriösen Todesfälle erzeugt die Autorin eine spannungsgeladene und geheimnisvolle Atmosphäre. Mir hat es beim Lesen oft im Nacken gekribbelt.
Der Schreibstil von Cleo Sternberg ist flüssig, gut verständlich und vor allem fesselnd. Ihre Sprache hat sie der Zeit gut angepasst.

„Die an den Tod nicht glauben“ ist ein spannender historischer Kriminalroman, den ich sehr gerne gelesen habe.

Katzen lieben Weihnachten und Chaos

Chris Lind
Bebildertes Buch
108 Seiten
erschienen bei Independently published
Meine Bewertung:
5 von 5 Sterne

Das perfekte Geschenk für alle Katzenfreunde

„Katzen lieben Weihnachten und Chaos“ ist ein liebevoll zusammengestelltes Katzenbuch von Chris Lind. Schon dem Bild auf dem Cover kann man als Katzenliebhaber nicht widerstehen.

Im Buch befinden sich 52 liebevoll arrangierte Bilder mit treffenden Sprüchen.
Man findet Katzen zwischen raschelndem Geschenkpapier, im Lametta oder vor einem umstürzenden Weihnachtsbaum. Das richtige Weihnachtschaos. Also so, wie es im richtigen Leben. Bestimmt jeder findet eine Situation, wo er denkt, das könnte meine Katze sein. Ich habe so einige Beispiele gefunden.

Chris Lind hat die Auswahl der Bilder sehr liebevoll getroffen und zu jedem Bild den passenden Spruch angefügt.

Das Büchlein ist humorvoll, es gibt viele Momente zum Schmunzeln. Man kann es immer wieder in die Hand nehmen und darin blättern.

„Katzen lieben Weihnachten und Chaos“ ist ein liebevoll zusammengestelltes Katzenbuch, genau das richtige Geschenk für Katzenliebhaber.

Geschenk des Loslassens

Ellin Carsta
Historischer Roman
302 Seiten
erschienen bei Tinte & Feder
Meine Bewertung:
5 von 5 Sterne

Vielen Dank an NetGalley für das Rezensionsexemplar

Die Kinder der Hansens geht spannend weiter

Klappentext:
Hamburg 1928: Das Hansens, Hamburgs glamouröses Vergnügungslokal, ist Dreh- und Angelpunkt für die Schicksale der Familie Hansen: Amala Hansen ist hin- und hergerissen zwischen den Erwartungen in ihrer Beziehung und ihrer Arbeit als Geschäftsführerin des Lichtspielhauses. Eduard Ahrendsen wandelt auf einem gefährlichen Pfad zwischen geschäftlichem Erfolg und kriminellen Machenschaften. Als die Fenster des Hansens zerstört werden und die Polizei den Fall untersucht, kündigt sich weiteres Unheil an. Mit welchen Leuten hat sich Eduard hier angelegt?

„Geschenk des Loslassens“ ist jetzt schon der 8. Band der Familiensaga „Die Kinder der Hansens“ von Ellin Carsta. Ich hibbele immer noch jedem neuen Band entgegen.

Therese ist wieder zurück nach Wien, Amalas Bruder Robert ist mit ihr gereist, um die Familie in Wien kennenzulernen. Von Wien aus wird er wieder in die USA zurückkehren.
Es ist ruhiger geworden in der Hansen Villa, doch das Leben der Charaktere bleibt aufregend.
Im Hansens wurden Scheiben eingeschlagen. Für Eduard ist es klar, das war eine Warnung an ihn. Er holt sich Hilfe aus Berlin und gerät immer tiefer in seine kriminalistischen Machenschaften.

In den vorherigen Bänden hat man die verschiedenen Charaktere schon gut kennen und lieben gelernt.
Die Familie lebt weit verzweigt in Hamburg, im Schwarzwald, in München, in Wien und in den USA.
Das sind auch die Schauplätze der Geschichte.
In jedem Kapitel steht eine Person im Mittelpunkt, die wir ein Stück durch die Geschichte begleiten dürfen.
Diese Perspektivwechsel machen die Geschichte besonders interessant und facettenreich.

Wir sind im Jahre 1928 angekommen. Zwischen dem 7. und 8. Band ist nicht viel Zeit vergangen.
Amala und Eduard sind vollauf mit dem Hansens beschäftigt. Augusta hat sich aus dem Tagesgeschäft zurückgezogen, da sie mehr für ihre kleine Tochter Dasein möchte.
Was mir Sorge bereitet, sind Eduards Machenschaften. Er sinkt immer tiefer in den kriminellen Sumpf. Ich hoffe er zieht Amala, die sich für das Hansens aufopfert, da nicht mit rein.

Therese ist wieder zurück in Wien und sucht Ablenkung in ihrem Kaffeehaus.
In Philadelphia hat sich Marie dazu entschieden gegen ihren Mann vorzugehen.

Das ist so in groben Zügen das, was passiert. Mehr will ich auch nicht verraten. Ihr seht aber, es bleibt an allen Fronten spannend.

Ellin Carsta hat mich wie schon mit vielen anderen Büchern wieder begeistert.
„Die Kinder der Hansens“ ist aufgrund der vielen Schauplätze und Familienzweige sehr abwechslungsreich und wird immer spannender.
Jeden Familienzweig begleitet man ein kurzes Stück des Weges.

Der Schreibstil von Ellin Carsta ist unterhaltsam und gleichzeitig fesselnd.
Die Autorin spricht in der Geschichte viele spannende Themen an.
Vor allem müssen Amala und auch Robert sich immer wieder mit Rassismus auseinandersetzen.
Was mich immer wieder bei dieser Reihe begeistert, ist die Herzlichkeit und der Zusammenhalt aller Familienmitglieder untereinander, obwohl es in diesem Band zu kleinen Unstimmigkeiten kommt.

Auch die politische Situation kommt zur Sprache. Anhand von Frederikes Mann werden die Veränderungen, die in Deutschland um sich greifen, aufgezeigt.

Egal, unter welchem Pseudonym die Autorin ihre Bücher veröffentlicht, ich weiß immer: Das Buch wird mich nicht enttäuschen.
Ellin Carsta ist einfach eine begnadete Geschichtenerzählerin.

Jetzt freue ich mich schon auf Band 9, der hoffentlich im nächsten Jahr erscheint.

Der Dorfladen – Wie das Schicksal spielt

Anne Jacobs
Historischer Roman
606 Seiten
erschienen im Blanvalet Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an das Bloggerportal und den Blanvalet Verlag für das Rezensionsexemplar

Der Dorfladen ist das Herzstück des Dorfs

Klappentext:
Dingelbach am Fuße des Taunus, 1927. Unruhige Zeiten stehen den drei Schwestern vom Dorfladen bevor. Während Frieda, die mittlere Tochter, in ihrem ersten Theaterengagement Höhen und Tiefen durchlebt, ist Ida, die jüngste, glücklich verliebt in ihren Florian und setzt damit das angestrebte Abitur aufs Spiel. Florians Nähe zur KPD erweist sich jedoch für sie beide als Desaster, Ida kehrt zurück nach Dingelbach. Hier erwartet die dritte Schwester, die brave Herta, ein uneheliches Kind, was für viel Aufruhr im Dorf sorgt. Werden die drei dennoch ihr Glück finden?

„Der Dorfladen – Wie das Schicksal spielt“ von Anne Jacobs ist der 3. Band der Trilogie rund um den Dorfladen.
Die Autorin hat schon einige Historische Romane veröffentlicht. Mit ihrer Reihe „Die Tuchvilla“ hat sie große Bekanntheit erreicht.
Die Dorfladen-Saga hat mir bisher sehr gut gefallen und ich freue mich, die Charaktere wieder zutreffen.

Anne Jacobs hat ihre Charaktere gut gezeichnet. Die Familie Haller war mir schon im 1. Band schnell sympathisch.
Der Dorfladen, der von der Mutter Haller geführt wird, ist das Herzstück des Dorfes. Hier kommen die Einwohner nicht nur zum Einkaufen hin, hier trifft man sich und erfährt die Neuigkeiten des Dorfs.

Herta ist die älteste und vernünftigste der drei Schwestern. Sie ist meist still und unterstützt ihre Mutter im Dorfladen. Doch jetzt erwartet ausgerechnet Herta ein uneheliches Kind. Das sorgt für Aufruhr im Dorf.

Frieda ist die mittlere Schwester
Sie ist spontan und neugierig. Ihr Wunsch, Schauspielerin zu werden, scheint in Erfüllung gegangen zu sein. Doch es gibt Höhen und Tiefen, die Frieda durchleben muss.

Ida ist die jüngste Schwester
Sie ist intelligent und wissbegierig. Ida geht in Frankfurt aufs Gymnasium. Sie ist in Florian verliebt und vergisst darüber hinaus das Lernen für das Abitur. Nur ist Florian, mit seiner Nähe zur KPD der Richtige für Ida?

Es gibt aber noch viel mehr interessante und liebenswerte Charaktere.

Nach wenigen Seiten war ich wieder tief in die Geschichte versunken. Da war er wieder, der geliebte Kaffeeklatsch im Dorfladen. Hier werden die Neuigkeiten ausgetauscht.
Die Handlungsorte werden anschaulich beschrieben. Die Schauplätze sind der Taunus, wo der Dorfladen beheimatet ist und Frankfurt.
Die Atmosphäre im Dorf wird den Leser*innen gut vermittelt.
In diesem Buch geht Anne Jacobs zwar auch auf die politische Situation und die Studentenunruhen ein, aber die Gefühle und Hoffnungen der Charaktere stehen deutlich im Vordergrund.

Die Autorin hat ihre Sprache, in der sie die Geschichte erzählt, gut auf die Zeit der Handlung abgestimmt. Ihr Schreibstil ist flüssig und gut verständlich.

„Der Dorfladen – Wie das Schicksal spielt“ ist das Ende der Trilogie. Da auf der Tuchvilla-Saga auch mehr Bände geworden sind als zu Beginn geplant, hege ich die Hoffnung, die Familie Haller doch noch einmal wieder zutreffen.

Der Uhrenhändler

Birgit Hermann
Historischer Roman
526 Seiten
erschienen im Emons Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Emons Verlag für das Rezensionsexemplar

Vom Schwarzwald bis ins Osmanische Reich

Klappentext:
Schwarzwald, 18. Jahrhundert. Als Tunichtgut von der Familie verstoßen, schmiedet Mathis Faller einen kühnen Plan. Er will mächtiger und reicher werden als seine fünf Brüder und die Handelskompanie zusammen. Seine besondere Kostbarkeit: der Nachbau einer Spieluhr, die er von seiner Geliebten Resle bekam. Mit seinen Uhren wagt er die Reise nach Konstantinopel, die bedeutendste Handelsmetropole des Osmanischen Reichs und schafft es, die Gunst des Sultans zu gewinnen. Doch Mathis muss feststellen, dass der Weg zur Macht gefährlich ist.

„Der Uhrenhändler“ von Birgit Hermann erzählt die Geschichte von Mathis Faller, einer realen Persönlichkeit.

Die Familie Faller war eine reiche Uhrenhändler-Familie aus dem Schwarzwald. Mathis war der Rebell in der Familie und wurde aus dem Imperium ausgeschlossen. Das rief den Ehrgeiz in ihm wach, besser zu sein als die Familie und reicher zu werden als das Faller Imperium.
Er wagte den Handel mit seinen Uhren bis Konstantinopel. Die Leser*innen begleiten Mathis Faller bis zu den prächtigen Palästen Konstantinopels.

Birgit Hermann erzählt in ihrem historischen Roman die Geschichte von Mathis Faller, einer Persönlichkeit, die wirklich gelebt hat.
Die Charaktere sind gut gezeichnet und lebendig. Mathis, der Rebell in der Familie Faller, war mir gleich sympathisch. Mathis hat eine große Entwicklung in dieser Geschichte durchlebt.
Nach dem Ausschluss aus dem Uhrenhandel der Familie, musste Mathis noch einmal neu anfangen. Er verstand es, eine Spieluhr weiterzuentwickeln und damit eine Erfolgsgeschichte zu schreiben.

Die Handlungsorte werden sehr anschaulich beschrieben. Der Schwarzwald mit seinen kleinen Dörfern genauso wie das prächtige Konstantinopel mit seinen prunkvollen Palästen. Auch der Weg dorthin, der weit und zeitweise auch beschwerlich ist, wird glaubhaft erzählt. Besonders gefallen hat mir der erstaunte Mathis gefallen, als er in Konstantinopel angekommen ist. Eine neue Welt hat sich vor ihm aufgetan.

Birgit Hermann hat akribisch für diese Geschichte recherchiert. Dabei hat sie nicht nur die Familie Faller zum Leben erweckt, sondern auch die Umgebung realistisch widergespiegelt.

Ich liebe historische Romane, in denen ein wahrer Kern steckt und genau so eine Geschichte ist „Der Uhrenhändler“. Mich hat die Geschichte so gefesselt, dass ich das Buch mit über 500 Seiten an zwei Abenden gelesen habe.