Dear Britain

Annette Dittert
Sachbuch
268 Seiten
erschienen im Dumont Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Dumont Verlag für das Rezensionsexemplar

Eine interessante und unterhaltsame Reise nach Großbritannien

Klappentext:
Als Annette Dittert am 31. Januar 2020 um Mitternacht vor der Downing Street stand, um live in den ARD-Tagesthemen darüber zu berichten, dass der Brexit in dieser Nacht nun endgültig vollzogen sei, schossen ihr kurz vor der Schalte plötzlich Tränen in die Augen. Längst war London ihr Zuhause geworden. Jetzt war der Bruch mit der EU nicht mehr umkehrbar. Für sie und viele Briten, die bis zum Schluss noch auf einen anderen Ausgang gehofft hatten, ein bedrückender Tag.
Sechs Jahre später und zehn Jahre nach dem Brexit-Referendum fragt sich Annette Dittert, was aus dem Land geworden ist. Sie nimmt uns mit auf eine Reise über die Insel: Wir besuchen die Royal Albert Hall und das House of Lords, schwimmen mit der Frauengruppe »Blue Tits« im Meer an der Ostküste der Insel, plaudern mit Schotten, Priestern und Earls. Und sind bei der Autorin auf ihrem Narrowboat Emilia zu Gast, einem kleinen bunten Boot aus Stahl am Regent’s Canal, mitten im Zentrum Londons. So entsteht ein facettenreiches Bild der eigenwillig-charmanten Briten, deren prekäre wirtschaftliche und soziale Situation – nicht nur infolge des EU-Austritts – im Alltag spürbar ist und die doch stets Haltung bewahren.

„Dear Britain“ von Annette Dittert ist ein Sachbuch, das sich flüssig, wie ein Roman liest.
Man muss dieses Buch nicht in einem Rutsch lesen, ich habe mir täglich ein Kapitel vorgenommen.

Die Autorin blickt auf eine lange Zeit als ARD-Korrespondentin in England zurück. Bei vielen wichtigen Ereignissen hat sie vor der Kamera gestanden und berichtet. Auch Dokumentarfilme hat Annette Dittert gedreht.
Annette Dittert fühlt sich in London auf ihrem Hausboot zu Hause. Nach der Beendigung ihrer Arbeit als Auslandskorrespondentin für die ARD bleibt die Autorin in London wohnen, sie hat sich in England einbürgern lassen.

Annette Dittert kennt das Land, war bei vielen Ereignissen, wie auch beim Brexit, vor Ort und hat berichtet.
In ihrem Buch „Dear Britain“ gibt die Autorin noch einmal tiefe Einblicke.
Annette Dittert beschäftigt sich in diesem Buch mit Politik, natürlich dem Brexit und den Folgen. Auch Wales und Schottland, die zu Großbritannien gehören, werden beleuchtet. Aber auch die berühmten englischen Gärten, oder die Clubs werden in dem Buch näher betrachtet.

Das Buch ist zwar ein Sachbuch, aber der Schreibstil ist nicht nüchtern.
Annette Dittert schreibt mit viel Herz, man spürt, wie sie dieses Land liebt, auch wenn sie mit der Politik nicht immer in Einklang ist.

Ich habe viele interessante Dinge über Großbritannien, England und die Menschen dort erfahren.

Mit ihrem Buch „Dear Britain“ hat Annette Dittert mich begeistert. Ich habe Kapitel für Kapitel gelesen und viel Neues von einem Land und einer Nation erfahren.
Von mir eine große Leseempfehlung.

Der Tote auf dem Kniepsand

Anna Johannsen
Kriminalroman
286 Seiten
erschienen im Edition M Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Drogen auf Amrum

Klappentext:
Als der 35-jährige Dennis Claasen tot am Amrumer Kniepsand gefunden wird, vermutet die Polizei schnell einen Zusammenhang mit den Drogenpaketen, die an den Stränden der Nordfriesischen Inseln in den Monaten zuvor angespült wurden.

Hauptkommissarin Lena Lorenzen kehrt auf ihre Heimatinsel Amrum zurück und findet gemeinsam mit ihrer Kollegin Naya Olsen heraus, dass Claasen nach dem Erbe seines Elternhauses Streit mit seinen Geschwistern und akuten Finanzbedarf hatte. War er selbst in den Schmuggel der Drogen involviert? Als in das Haus des Opfers eingebrochen wird, sind die Ermittler alarmiert. Ist das die entscheidende Spur zum Täter?

„Der Tote auf dem Kniepsand“ ist bereits der 13. Fall mit der sympathischen Inselkommissarin Lena Lorenz von Anna Johannsen.

Anna Johannsen ist es auch beim 13. Band der erfolgreichen Krimireihe gelungen, die Spannung von Anfang bis zum Ende aufrechtzuerhalten.
Ihre Kommissarin ist mir mittlerweile ans Herz gewachsen und ich freue mich immer, wenn wieder ein Treffen mit der taffen Lena Lorenzen ansteht.
Lena versucht immer wieder den Spagat zwischen Familie und Polizeidienst. Wenn eine Ermittlung ansteht und sie wieder einmal einige Tage von der Familie getrennt ist, plagt sie das Gewissen. Im letzten Band hat es aus diesem Grund zwischen Lena und ihrem Mann gekriselt, was auch in diesem Band noch zu spüren ist.
Auch bei Naya und Johann steht privat nicht alles zum Besten. Er ist immer noch hin- und hergerissen zwischen seiner Frau und seiner Tochter und dem Verhältnis mit Naya.

In diesem Band verschlägt es Lena und Naya nach Amrum, die Heimat von Lena. Da sie einige Tage für die Ermittlungen auf Amrum bleiben wird, verbindet sie das mit einem Besuch bei ihrer Tante Berke.

Dennis Claasen, 35 Jahre, wurde am Strand tot aufgefunden. Es gibt verschiedene Ermittlungsansätze. Uneinigkeiten mit den Geschwistern, weil das elterliche Haus verkauft werden soll, Dennis aber dagegen ist. Ein Drogenpaket, das bei Dennis gefunden wurde.
Dazu kommen noch Drogenpakete, die in letzter Zeit auf verschiedenen Inseln angespült wurden.
Mit der Fahndung nach der Organisation, die Drogen per Schiff ins Land bringt, haben Lenas Ermittlungen nichts zu tun. Das macht das Drogendezernat. Aber unweigerlich muss sie in Erwägung ziehen, dass Dennis Claasen Drogenpäckchen aus dem Meer gefischt hat, um an Geld zu kommen.
Musste Dennis aus diesem Grund sterben?

Anna Johannsen schafft genau die richtige Mischung zwischen Ermittlungsarbeit und dem Privatleben von Lena Lorenzen.
Es macht Freude, die Entwicklung von Lena mitzuerleben und ihren kleinen Sohn aufwachsen zu sehen. Auch wenn die Abwesenheit von Lena während ihrer Ermittlungen schon einmal für Unstimmigkeiten zwischen Lena und ihrem Mann sorgt.

Der leichtverständliche und unkomplizierte Schreibstil der Autorin macht das Lesen zu einem Genuss.
Ganz nebenbei vermittelt die Autorin ihren LeserInnen auch immer wieder schöne Eindrücke von der Inselwelt. Jeder Band führt die Leser*innen an einen anderen Ort.

Viel zu schnell hat sich der Krimi wieder gelesen. Einmal angefangen kann man das Buch kaum aus der Hand legen.
Jetzt heißt es warten, bis der 14. Fall der Inselkommissarin erscheint.

Schlafende Vulkane

Michael Hjorth und Bjarni Thorsson
Thriller
477 Seiten
Übersetzt aus dem Schwedischen von Wibke Kuhn
erschienen im Rowohlt Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Rowohlt Verlag für das Rezensionsexemplar

Spannender Island-Thriller

Klappentext:
Blond, blass und splitterfasernackt ist die junge Frau, die ermordet in einem Reitstall am Rande von Reykjavik liegt, von ihrem 10-jährigen Sohn fehlt jede Spur. Es ist die erste Mordermittlung für Helga Jónsdóttir vom Dezernat für Gewaltverbrechen. Die frischgebackene Polizistin vermutet, dass der Junge vor seinem gewaltbereiten Vater geflohen ist und sich in den Höhlen der isländischen Vulkanlandschaften versteckt. Eine lange Überlebenschance hat er nicht. Um ihn zu finden, bittet sie Bjarki um Hilfe, denn niemand kennt die Wildnis besser als er. Während Helga und Bjarki fieberhaft nach dem Jungen suchen, wird eine weitere Frau tot aufgefunden. Der Mörder scheint seine Taten akribisch zu planen. Er ist, das wird Helga klar, so genial wie skrupellos; und bereit, über alle Grenzen zu gehen.

„Schlafende Vulkane“ ist der Auftakt der Thriller-Reihe Helga & Bjarki von Michael Hjorth und Bjarni Thorsson.

Helga Jónsdóttir vom Dezernat für Gewaltverbrechen ist noch nicht lange Ermittlerin. Jetzt soll sie ihren ersten Fall selbstständig leiten.
Eine Frau wird tot in einem Reitstall aufgefunden. Es stellt sich schnell heraus, dass die Tote einen 10-jährigen Sohn hat, der spurlos verschwunden ist. In der Wohnung gibt es Hinweise, dass der Junge durch ein kleines Fenster entkommen konnte. Vor dem Mörder?
Der verschwundene Junge bereitet Helga große Sorgen und sie bittet Bjarki, der sich wie kein anderer in der Vulkanlandschaft auskennt, um Hilfe.
Kurz darauf wird wieder eine Frau tot aufgefunden. Helga steht unter Zeitdruck und gerät in die Kritik ihrer Kollegen.

Mittlerweile gibt es einige Kriminalromane und Thriller, die Island als Handlungsort erkoren haben. Ich lese sie immer wieder gerne. Die raue und dünn besiedelte Landschaft bietet sich regelrecht an.
Michael Hjorth und Bjarni Thorsson machen sich das auch zunutze. Sie beschreiben die Landschaft sehr anschaulich.

Zu Beginn gerät der Vater des verschwundenen Jungen in Verdacht, doch dazu passt das zweite Todesopfer nicht.

Die Leser*innen können zwischendurch die Gedanken des Täters lesen, doch wer es sein könnte, bleibt bis kurz vor dem Ende im Verborgenen.

Die beiden Autoren bauen recht schnell Spannung auf und halten sie auch bis zum Ende aufrecht.

Die Charaktere sind gut gezeichnet und mir sympathisch. Helga Jónsdóttir zweifelt manchmal an sich selbst, traut sich selbst nicht immer zu, den Fall, der ihr übertragen wurde, zu lösen. Dabei ist sie eine starke und selbstbewusste Frau. Mir war sie gleich sympathisch.
Genauso der Polizist Barki, der früher selbst Ermittler war und jetzt zur Streifenpolizei gehört. Er ist etwas verschlossen und kommt manchmal mürrisch rüber. Dabei ist er nett und hat einen weichen Kern:
In beiden Charakteren steckt viel Potenzial und ich freue mich, noch mehr Fälle mit ihnen zu lösen.

Michael Hjorth und Bjarni Thorsson haben einen flüssigen und gut verständlichen Schreibstil. Die Autoren haben mich schnell mit ihrer Geschichte gefesselt.

„Schlafende Vulkane“ ist ein spannender Island-Thriller. Ich freue mich schon auf den 2. Band „Stumme Fjorde“, der im November erscheinen soll.

Verstricktes Spiel

Oliver Keller
Thriller
474 Seiten
erschienen bei BoD
Meine Bewertung:
5 von 5 Sterne

Vielen Dank an Oliver Keller für das Rezensionsexemplar

Achtung Hochspannung!

Klappentext:
Lukas Reinhardt, BND. Ethan Porter, CIA. Zwei Männer, die sich seit Jahren kennen, die Regeln ihres Geschäfts, die Lügen, den Preis. Und die einander vertrauen. So weit, wie man in dieser Welt überhaupt vertrauen kann. Der Auftrag scheint klar. Doch er ist größer, als sie ahnen. Mit jedem Schritt verschiebt sich das Bild. Leise. Kaum greifbar. Aber unumkehrbar. Grenzen beginnen zu verschwimmen. Zwischen Freund und Feind. Zwischen Auftrag und Verrat. Zwischen dem, was richtig ist und dem, was notwendig wird. Ihre Spur führt von den Straßen Berlins über die Bergpässe Afghanistans bis in die Machtzentren von Moskau und Washington. Eine Spur, die sich verändert. Eine Spur, die jemand bewusst gelegt hat. Und irgendwann bleibt nicht mehr die Frage, was wahr ist, sondern, wem diese Wahrheit überhaupt noch gehört.

„Verstricktes Spiel“ ist der Auftakt der „Verstrickte-Welten-Trilogie“ von Oliver Keller.

Verschwörungen, Lügen und internationale Konflikte halten die Leser*innen bei diesem Thriller in Atem.

Es wird ein weltweit agierendes Netzwerk aus Korruption und verdeckten Machtspielen aufgedeckt.

Die Ermittler sind Lukas Reinhardt vom BND und Ethan Porter vom CIA. Lukas Reinhardt und Ethan Porter kennen sich seit vielen Jahren aus gemeinsamen internationalen Operationen. Obwohl sie ein tiefes Grundvertrauen teilen, zwingt der aktuelle Fall sie dazu, die Loyalität des jeweils anderen und ihrer Organisationen permanent zu hinterfragen.
Der Autor zeigt beide Charaktere explizit nicht als unfehlbare Superhelden. Ihre Beziehung zueinander ist von ehrlichen Konflikten und der gemeinsamen, schweren psychologischen Last ihrer Einsätze geprägt.

Die Gegenspieler agieren nicht als klassische Bösewichte, sondern als Strippenzieher innerhalb eines globalen Netzwerks aus Politik und korrupten Machtstrukturen.
Grenzen zwischen Gut und Böse verschwimmen. Die Antagonisten nutzen legitime staatliche und wirtschaftliche Institutionen für ihre Zwecke, was es für Lukas Reihardt und Ethan Porter extrem schwer macht, die Drahtzieher direkt zu fassen oder überhaupt zu identifizieren.
Die Gegenspieler greifen gezielt die Schwachpunkte der Agenten an, insbesondere ihre Familien, um Druck auszuüben, wodurch die Jagd zu einem psychologisch dichten Nervenkrieg wird.

Oliver Keller nutzt seine Handlungsorte effektiv, um die globale Dimension der Verschwörung sichtbar zu machen.
Die Handlung der Geschichte springt dynamisch zwischen verschiedenen internationalen Metropolen und geopolitischen Brennpunkten hin und her.
Die verschiedenen Handlungsorte werden atmosphärisch dicht, bildhaft und mit großem Respekt vor den jeweiligen lokalen Kulturen beschrieben.

Der Schreibstil von Oliver Keller ist flüssig, gut verständlich und fesselnd.

„Verstricktes Spiel“ ist ein Thriller mit Hochspannung, ich bin schon auf den 2. Band gespannt.

Tödlicher Hafen – Kokainküste

Ulrike Gerold und Wolfram Hänel
Kriminalroman
345 Seiten
erschienen im Ullstein Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Ullstein Verlag für das Rezensionsexemplar

Die Zollfahndung ermittelt

Klappentext:
Als eine Kapitänin ermordet wird und eine wertvolle Kokainlieferung spurlos verschwindet, gerät der Hamburger Hafen in Aufruhr. Die Zollfahnder Lea Ulrichs und Jan-Ole Menken, beruflich ein eingespieltes Team und privat ein Paar, nehmen die Ermittlungen auf. Zwischen gigantischen Containerschiffen und den schattigen Ecken des Hafengebiets stoßen sie auf ein gefährliches Netzwerk, das den europäischen Drogenmarkt aufrollen will. Als ein verdeckter Ermittler verschwindet und plötzlich ein Toter vor ihrer Haustür liegt, wird klar: Jemand beobachtet die Ermittler und kommt ihnen gefährlich nahe. Die Spur führt bis in die höchsten Ränge der Behörden. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, denn nicht nur ihr Kollege schwebt in Lebensgefahr – auch sie selbst sind ins Visier geraten.

„Tödlicher Hafen – Kokainküste“ ist der 1. Band der Zollfahndung-Reihe von Ulrike Gerold und Wolfram Hänel.

Der Hamburger Hafen ist ein großer und unübersichtlicher Ort. Hier legen Schiffe aus der ganzen Welt an. Das bedeutet auch, dass der Zoll hier einiges zu tun hat.

In diesem Band wird ein toter Kapitän gefunden. Außerdem ist eine Kokainlieferung verschwunden.
Das ist der Einsatz der Zollfahnder Lea Ulrichs und Jan-Ole Menken. Die Zollfahnder sehen sich einer Verschwörung gegenüber, die bis in die höchsten Kreise führt, was ihre Arbeit nicht gerade einfacher macht.

Lea Ulrichs und Jan-Ole Menken sind ein gutes Team, auch privat sind sie ein Paar. Mir gefallen die beiden Charaktere ausgesprochen gut. Sie haben viel Potenzial für weitere Fälle.

Die Geschichte wird in einem ordentlichen Tempo erzählt. Die Spannung lässt nicht lange auf sich warten.
Das Setting, der Hamburger Hafen in all seiner Unübersichtlichkeit, sorgt für die passende Atmosphäre.

Ulrike Gerold und Wolfram Hänel haben einen angenehmen und flüssigen Schreibstil.
Die Geschichte hat mich schnell gefesselt.

„Tödlicher Hafen – Kokainküste“ ist ein spannender Kriminalroman, ich freue mich auf weitere Bände der Reihe.

Das Event

Antje Zimmermann
Thriller
303 Seiten
erschienen im dtv Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den dtv Verlag für das Rezensionsexemplar

Spannender Thriller mit tollem Setting

Klappentext:
Kommen Sie sofort raus!“, brüllte Maxi. Doch niemand folgte ihrer Aufforderung. Sie trat langsam, Schritt für Schritt, zur Wanne und schob mit dem Fuß den Vorhang zur Seite. Als der blutverschmierte, nackte Körper vor ihr auftauchte, schrie Maxi auf und machte unwillkürlich einen Schritt zurück. Dabei kollidierte sie mit etwas, das zuvor nicht im Raum gewesen war …

„Das Event“ ist ein spannender Thriller von Antje Zimmermann, der seine Leser*innen nach Helgoland führt.

Das verlassene Hotel Hummer auf Helgoland soll Schauplatz für ein Live-Event wie „The Shining“ von Stephen King sein. Eigentlich ist das Hotel wegen Erbstreitigkeiten schon länger geschlossen. Das Event gerät schnell außer Kontrolle.
Die beiden Ermittlerinnen Leandra Kern und Maxi Adler, die sich gerade auf Helgoland aufhalten,, sind gefragt.

Kommissarin Leandra Kern kommt aus Hamburg und sucht Ruhe auf Helgoland. Außerdem will sie sich über ihren Traum, Mutter zu werden, klar werden.

Kommissar-Anwärterin Maxi Adler stammt aus einer einflussreichen Inseldynastie. Sie möchte auf Helgoland für Ordnung sorgen.

Unterschiedlicher können zwei Charaktere nicht sein. Jeder hat seinen Hintergrund, den er mit sich herumschleppt. Die beiden Ermittlerinnen trauen sich einander nicht, was für Unruhe sorgt.

Antje Zimmermann hat starke Charaktere geschaffen. Mir gefallen die zwei so unterschiedlichen Ermittlerinnen gut. Sie sind menschlich und lebendig.

Das Setting Helgoland ist ein großes Plus in der Geschichte. Das verlassene Hotel sorgt für ein Gänsehautgefühl. Meiner Meinung nach lag noch mehr Potenzial in dem Schauplatz Hotel, das leider nicht genutzt wurde.

Antje Zimmermann erzählt die Geschichte flüssig und unterhaltsam. Es gibt immer wieder Rückblenden, um dem Grund für die Ereignisse näherzukommen.
Das Buch ist gut strukturiert, es gibt immer genaue Zeitangaben, so weiß man immer, wo und wann man sich befindet.

Die Geschichte wird meist aus den Perspektiven von Leandra und Maxi erzählt, zwischendurch kommen aber auch andere zu Wort.

Es gibt mehrere Handlungsstränge, doch Antje Zimmermann hält die einzelnen Fäden fest in der Hand, sodass keiner verloren geht.

Das Ende war dann überraschend, aber auch einleitend.

„Das Event“ ist ein spannender Thriller mit einem großartigen Setting.

Blendfeuer

Ingar Johnsrud
Thriller
416 Seiten
Übersetzt aus dem Norwegischen von Daniela Stilzebach
erschienen im Droemer Knaur Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

ielen Dank an den Droemer Knaur Verlag für das Rezensionsexemplar

Am Puls der Zeit

Klappentext:
Während des norwegischen Nationalfeiertags wird in Oslo ein Mann in einer Tiefgarage regelrecht hingerichtet. Gleichzeitig explodiert über der Ostsee ein Militärflugzeug, das acht ukrainische Soldaten einer Spezialeinheit an Bord hatte – ein Anschlag? Und hängen die beiden Vorfälle womöglich zusammen?
Liselott Benjamin und Martin Tong vom Polizeilichen Sicherheitsdienst sollen die Flugzeugexplosion aufklären, sich aber von dem Mordfall fernhalten. Vor allem aber sollen sie keine Theorien über eine mögliche Beteiligung Russlands in Umlauf bringen. Denn: In Oslo finden geheime Friedensverhandlungen statt. Und diese dürfen unter keinen Umständen gefährdet werden.
Der Druck auf Benjamin und Tong wächst, vor allem, als neben Russland auch norwegische Behörden ins Visier geraten. Welche Rolle spielt Jens Meidell, der Shootingstar der Arbeiterpartei, der sich als Parteivorsitzender in Stellung bringt? Welchen Preis ist er bereit, für den Weg an die Macht zu zahlen? Oder ist auch er nur eine Marionette in einem größeren Spiel?

„Blendfeuer“ von Ingar Johnsrud ist der 2. Band der Reihe „Ein Fall für Benjamin & Tong“.
Mit seinem Politthriller wagt Ingar Johnsrud sich an aktuelle und brisante Themen und ist am Puls der Zeit.

Ein Toter und ein explodiertes Flugzeug mit ukrainischen Soldaten. Liselott Benjamin und Martin Tong sollen die Explosion des Flugzeugs aufklären. Den Mord, obwohl es so aussieht, als hingen die zwei Ereignisse zusammen, sollen sie außer Acht lassen.
In Oslo finden geheime Verhandlungen statt und alle hoffen auf einen Frieden, weswegen man Russland nicht in negative Schlagzeilen bringen sollte.

Ingar Johnsrud hat mit „Blendfeuer“ einen überaus spannenden 2. Band seiner Thriller-Trilogie veröffentlicht.
Das Hauptthema in diesem Thriller ist Politik. Dazu gesellen sich ein Mordfall und ein explodiertes Flugzeug mit ukrainischen Soldaten an Bord.

Die Geschichte wird aus wechselnden Perspektiven erzählt, was der Spannung zuträglich ist.

Die Leser*innen verfolgen die spannenden Ermittlungen. Doch von dem Fall des Opfers in der Tiefgarage werden die Ermittler schnell abgezogen. Die Explosion des Flugzeugs steht im Vordergrund. Und vor allem soll kein schlechtes Licht auf Russland geworfen werden. Das könnte die geheimen Friedensverhandlungen zwischen Russland und der Ukraine stören.

Ingar Johnsrud baut recht schnell Spannung auf, die er auch bis zum Ende aufrechterhält.
Dieser Band ist sehr politisch geprägt, aber nicht trocken.
Beim Lesen hatte ich über die ganze Geschichte hinaus eine Gänsehaut. Die Atmosphäre, die der Autor aufbaut, ist beängstigend.
Ingar Johnsrud hat einen flüssigen, gut verständlichen und vor allem fesselnden Schreibstil. Der Autor erzählt die Geschichte recht realistisch, genau so etwas könnte durchaus passieren.

„Blendfeuer“ habe ich kaum aus der Hand legen können und an zwei Abenden gelesen.
Jetzt bin ich schon auf den 3. Band gespannt.

Die Honigfrauen-Ein Sturm zieht auf

Mirjam Müntefering
Historischer Roman
441 Seiten
erschienen im Blanvalet Verlag
Meine Bewertung:
4 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Blanvalet Verlag für Rezensionsexemplar

Auftakt der Honigfrauen-Saga

Klappentext:
Bergisches Land, 1910. Irma, Enkelin des bekannten Konditormeisters Ludwig Honig, ist glücklich als der attraktive Arno ihr den Hof macht. Doch der unerwartete Tod ihres geliebten Großpapas ändert alles! Neben ihrem guten Freund Eugen bleibt Irma nur die kühle Großmutter Auguste. Die macht eine schockierende Entdeckung: ihr verstorbener Gatte hat nicht nur eine Liebschaft finanziert, sondern die Familie durch den Kauf eines heruntergekommenen Landgasthofs ruiniert. Als Ludwigs uneheliche Tochter und begabte Feinbäckerin Harriet auftaucht, um ihr Erbe einzufordern, müssen die Honigfrauen zusammenhalten.

„Die Honigfrauen – Ein Sturm zieht auf“ ist der 1. Band der Honigfrauen-Saga von Mirjam Müntefering.

Es geht zurück ins frühe 20. Jahrhundert und ins Bergische Land.
Die Geschichte wird aus der Perspektive dreier Frauen erzählt.

Da ist Irma Honig, sie ist die Enkelin des Konditormeisters Ludwig Honig. Nach seinem Tod fühlt sich Irma alleingelassen. Irma unterschätzt ihre Fähigkeiten, die sie langsam herantasten.

Auguste Honig, die Ehefrau und Witwe von Ludwig. Ihr Äußeres wirkt hart, dabei hat sie einen weichen Kern, der nur langsam an die Oberfläche kommt.

Harriet Lenze, Sie ist Ludwigs uneheliche Tochter, von der noch niemand etwas weiß. Harriet hat die Begabung ihres Vaters geerbt, sie ist Feinbäckerin und kommt, um ihr Erbe einzufordern.

Die drei Frauen versprechen schon gute und turbulente Unterhaltung. Diese bekommen die Leser*innen auch.
Nach dem Tod von Ludwig muss Auguste feststellen, dass Ludwig lange Zeit eine Affäre hatte, aus der eine Tochter hervorging.
Außerdem hat er einen Landgasthof gekauft, der ziemlich heruntergekommen ist und die Familie zu ruinieren droht.

Mirjam Müntefering hat interessante Charaktere ins Leben gerufen. Die drei Frauen haben alle ihre Stärken und gefallen mir gut. Zu Beginn bekämpfen sie sich gegenseitig, bis sie spüren, dass sie zusammen so viel stärker sind.

„Ein Sturm zieht auf“, dieser Untertitel passt gut zu diesem Band, denn es scheint alles infrage gestellt, was die Familie bisher ihren Besitz nannte. Doch die drei Frauen zeigen, was in ihnen steckt.

Mirjam Müntefering hat einen flüssigen und gut verständlichen Schreibstil. Gekonnt führt sie ihre Leser*innen zurück in die Anfänge des 20. Jahrhunderts.
Die Familiengeschichte wird unterhaltsam und interessant erzählt, auch wenn manches schon recht vorhersehbar ist.

„Die Honigfrauen – Ein Sturm zieht auf“ ist ein gelungener Auftakt der „Honigfrauen-Saga“ und macht Lust auf den 2. Band“ Die Honigfrauen – Eine neue Heimat“ der im August erscheinen soll.

Bedrohliche Alpilles

Cay Rademacher
Kriminalroman
518 Seiten
erschienen im Dumont Verlag
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Dumont Verlag für das Rezensionsexemplar

Spannende Ermittlungen in der Provence

Klappentext:
Capitaine Roger Blanc ist von Gadet ins benachbarte Salon-de-Provence versetzt worden, wo er ab jetzt vor allem rätselhafte Cold Cases aufklären soll. Sein erster Fall ist ein Mord, der vor sechs Jahren stattgefunden hat: Damals wurde eine Familie in ihrem Auto auf einem entlegenen Parkplatz in den Alpilles nahezu vollständig ausgelöscht. Ebenso starb dort ein Radfahrer, der scheinbar nichts mit den anderen Opfern zu tun hatte.
Blanc und seine Kollegen ermitteln in Eyguières und in Aureille, zwei malerischen Kleinstädten, deren Bewohner jedoch dunkle Geheimnisse mit sich herumtragen. Da ist die Freundin eines Opfers, die durch das Verbrechen zu einem Kind und Geld kam. Die alte Bäuerin, die sich betrogen fühlt. Da sind die beiden Rentner, die nicht nur als Touristen in die Provence fahren. Und dann die Toten selbst, die immer mysteriöser werden, je länger die Ermittlungen andauern. Nach und nach entwirren Blanc und seine Kollegen ein Gespinst aus Lügen, Täuschungen und Illusionen. Bis sie erkennen, was sich an dem heißen Sommertag vor sechs Jahren wirklich zugetragen hat.

„Bedrohliche Alpilles“ ist der 13. Band der Krimireihe um Capitaine Roger Blanc von Cay Rademacher.

Ich liebe diese Krimireihe seit dem ersten Band.
Ich mag den kauzigen und unkonventionellen Capitaine Roger Blanc der, wenn es darum geht, einen Fall zu lösen, sich nicht darum schert, was seine Vorgesetzten von ihm verlangen. Das hat ihm schon seine Versetzung von Paris in die Provinz eingebracht.
Jetzt wurde Blanc von Gardet nach Salon-de-Provence versetzt. Dort leitet Roger Blanc eine Einheit, die Cold-Case-Fälle auflösen soll. Er bekommt ein neues Team, zum Glück ist Fabienne mit dabei. Auch Marius wird zu den Ermittlungen dazugeholt. Die neuen Kollegen im Team sind Paul Brisson und Alexandra Ayew, beides sympathische und engagierte Ermittler*innen, die Blanc schnell zu schätzen weiß.

Vor 6 Jahren wurden auf einem entlegenen Parkplatz in den Alpilles ein Mann und eine Frau in ihrem Auto erschossen und die 6-jährige Tochter schwer verletzt. Weiterhin wurde ein Radfahrer, der sich wohl zu dieser Zeit auf dem Parkplatz aufgehalten hat, erschossen.
Die Ermittler konnten vor 6 Jahren den Fall nicht lösen.
Das Team rund um Blanc befragt die Zeugen von damals. Das damals schwer verletzte Kind wurde von der Witwe des Radfahrers aufgenommen. Verdächtigt wird ein deutsches Ehepaar, dass schon seit vielen Jahren in die Provence reist und auch zu diesem Zeitpunkt vor Ort waren.

Die Ermittler sehen sich einem Geflecht voll Lügen gegenüber. Zu gerne möchten sie erfahren, was das Kind vor 6 Jahren gesehen hat, das Mädchen beteuert aber, den Täter nicht gesehen zu habe.

Die Ermittlungen führen Roger Blanc und sein Team zu den Kirchen vor Ort.
Das eine Todesopfer im Auto war Restaurator und hat historische Gebäude für die Gemeinde restauriert. Dabei ist er wohl auf alte Schriften gestoßen, die er heimlich veräußert hat.
Es gibt einige Verdächtige, aber ein richtiges Motiv ist nicht greifbar.
Wird Roger Blanc und sein Team scheitern wie die Ermittler vor 6 Jahren?

Es macht Spaß abzuwägen und zu rätseln, wer der Täter ist.
Es gab verschiedene Verdächtige, es gab auch verschiedene Motivansätze.
Bis der wahre Täter gefunden wurde, war es ein schwieriger Weg.
Der Autor weiß einfach, wie er seine Leserinnen in die Irre führen und wie er Spannung erzeugen kann. Der Schreibstil von Cay Rademacher gefällt mir sehr gut. Er versteht es, seinen Protagonisten Leben einzuhauchen, beschreibt die Landschaft so, dass man sie vor seinem inneren Auge sehen kann. In jedem Band der Krimireihe gibt es neue Orte und Sehenswürdigkeiten zu entdecken, was immer sehr interessant ist. Wie immer sind auch die Charaktere sehr facettenreich und gut in Szene gesetzt. Capitaine Roger Blanc und ein Teil seines Teams sind ja mittlerweile sehr gut bekannt und ich mag sie in jedem Band noch ein bisschen mehr. Auch die beiden Neuen im Team reihen sich prächtig ein und werden den Leserinnen bestimmt noch viel Freude bereiten.

Die Hauptsequenz des Inhalts liegt bei den Ermittlungen, aber auch das Private liest sich gut. Es bringt einen den Kommissar etwas näher und ist ein Bindeglied zwischen den einzelnen Bänden der Krimireihe.
Die Fälle sind in sich abgeschlossen. So kann auch „Bedrohliche Alpilles“ unabhängig von den vorherigen Bänden gelesen werden.
Aber ich denke spätestens nach einem Band wird auch dich die Sucht erfassen.

Mord in der Provence – Capitaine Roger Blanc ermittelt:
Band 1: Mörderischer Mistral
Band 2: Tödliche Camargue
Band 3: Brennender Midi
Band 4: Gefährliche Côte Bleue
Band 5: Dunkles Arles
Band 6: Verhängnisvolles Calès
Band 7: Verlorenes Vernègues
Band 8: Schweigendes Les Baux
Band 9: Geheimnisvolle Garrigue
Band 10: Stille Sainte-Victoire
Band 11: Unheilvolles Lançon
Band 12: Rätselhaftes Saint-Rémy
Band 13: Bedrohliche Alpilles

Gretas Männer

Judith Reusch
Roman
erschienen bei List (Ullstein Verlag)
268 Seiten
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an Judith Reusch für das Rezensionsexemplar

große Leseempfehlung

Klappentext:
Greta war fünfmal verheiratet, und alle Ehemänner bis auf einen sind kurz nach der Hochzeit gestorben. »Die Bienenkönigin« nennt man sie in der Familie. Als ihre Enkelin Lola ihre kleine Tochter nach der unbekannten Großmutter benennt, bricht ein jahrzehntealter Familienkonflikt wieder auf. Warum hat Lolas Mutter Marie den Kontakt zu Greta abgebrochen? Neugierig besucht Lola die 87-Jährige und entdeckt hinter den Gerüchten eine Frau mit einer außergewöhnlichen Lebensgeschichte. Von den 1950er Jahren bis heute entfaltet sich ein bewegendes Panorama weiblicher Selbstbestimmung, tragischer Verluste und unerwarteten Glücks.

„Gretas Männer“ ist ein wundervoller Roman von Judith Reusch.

Im Mittelpunkt steht Greta. Sie war fünfmal verheiratet und vier ihrer Männer sind kurz nach der Hochzeit gestorben. Gerüchte haben sich um Greta gesponnen. Die Familie nahm Abstand von ihr. Jetzt hat Gretas Enkelin ihre Tochter nach ihrer Großmutter benannt und eine alte Geschichte wird aufgerollt.

Als Greta die Geburtsanzeige der kleinen Greta in der Zeitung liest, schreibt sie einen Brief an ihre gleichnamige Urenkelin. Dann nimmt die Geschichte ihren Lauf und lässt auch mich nicht mehr los.
Schon nach wenigen Seiten konnte ich dieses wunderbare Buch nicht mehr zur Seite legen.

Greta ist ein sympathischer Charakter, eine starke Frau, die so viel erlebt hat. Mir hat Greta sehr gut gefallen. Auch Lola, Gretas Enkelin, ist mir schnell ans Herz gewachsen. Sie teilt die Meinungen nicht, die sich die Familie über Greta gebildet hat. Besonders Marie. Lolas Mutter hat früh mit Greta gebrochen.
Lola hält nichts von Vorurteilen und möchte gerne die wahre Geschichte hören.
Und so lernen auch die Leser*innen Gretas Geschichte kennen.

Es geht um vier verstorbene Ehemänner. Um ein Leben mit vielen Schicksalsschlägen und um einen Mutter-Tochter. Konflikt, der seit Jahren brandet.

Judith Reusch erzählt Gretas Geschichte mit viel Gefühl. Es gibt Abschnitte die Greta erzählt, es gibt Rückblicke, Aufzeichnungen und Briefe.

Die Atmosphäre wechselt von unbeschwert und glücklich hin zu Trauer und Hilflosigkeit.

Judith Reusch hat einen angenehmen, klaren und fesselnden Schreibstil.
Mit „Gretas Männer“ hat die Autorin mich begeistert. Auch wenn es noch früh im Jahr ist, weiß ich jetzt schon, das Buch wird zu meinen Highlights 2026 zählen.