Fluss der versunkenen Träume

Anna Sofia Glass
Roman
erschienen im Ullstein Verlag
400 Seiten
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an NetGalley.de für das Rezensionsexemplar

Eine Reise an der Donau entlang

Klappentext:
Wien 1902. Lanya flieht vor einer arrangierten Ehe nach Ybbs an der Donau, in eine fremde, verzauberte Welt. Als sie im Fluss ein Goldmedaillon entdeckt, kommt sie einem tragischen Todesfall auf die Spur, der eng mit dem Schicksal ihrer Gastfamilie verknüpft ist. Auf der Flucht vor der Vergangenheit macht sich Lanya mit Boris, dem Sohn der Familie, per Boot stromabwärts auf den Weg nach Budapest und weiter zur orientalischen Insel Ada Kaleh am Fuße der Karpaten. Doch die Reise bringt nicht nur die Wahrheit über das Medaillon ans Licht, sondern auch verbotene Gefühle zwischen Lanya und Boris. Hat ihre Liebe in einer Welt voller gesellschaftlicher Zwänge eine Zukunft?

„Fluss der versunkenen Träume“ von Anna Sofia Glass ist ein Roman, der die Leser*innen an die Donau führt.

Im Mittelpunkt steht Lanya, eine junge Frau, die vor einer arrangierten Ehe flieht. Sie kommt an die Donau und findet im Fluss ein goldenes Medaillon.

Mit ihrer Geschichte führt Anna Sofia Glass ihre Leser*innen die Donau entlang, von Wien nach Ybbs und zur Insel Ada Kaleh.

Die Geschichte hat zwei Handlungsstränge und führt uns ins frühe 20.Jahrhundert und in die 1990er Jahre.
Die Zeit und die Handlung ist immer durch das Medaillon verbunden, das ein Geheimnis verbirgt.

Die Autorin beschreibt die einzelnen Handlungsorte sehr anschaulich. Mir haben die verschiedenen Schauplätze gut gefallen.
Die Charakteren sind gut gezeichnet und richtig lebendig. Natürlich haben mit Lanya und Boris, zwischen denen sich Gefühle offenbaren am besten gefallen.
Aber auch die Nebencharaktere sind gut gezeichnet und bereichern die Geschichte.

Der Schreibstil von Anna Sofia Glass ist flüssig, gut verständlich und fesselnd. Ich wurde wie durch einen Sog in die Geschichte hineingezogen und konnte das Buch nicht zur Seite legen.

„Fluss der versunkenen Träume“ ist ein Roman, den ich mit Freude gelesen habe.

The CEO I hate

Leslie North
Romance
Meine Bewertung:
4 von 5 Sternen

Ein Roman zum Wohlfühlen

Klappentext:
Liam Lockhart ist der beste Freund meines Bruders, zehn Jahre älter als ich und genau die Art von Fehler, den ich mir geschworen hatte, nicht zweimal zu machen.
Vor zwei Jahren haben wir uns geküsst. Heftig. Heiß. Unvergesslich. Bis er mich abblitzen ließ, als wäre ich ein Ausrutscher, den er sich nicht leisten kann. Botschaft angekommen.
Also tat ich, was jede Schriftstellerin mit gebrochenem Herzen tun würde: Ich machte ihn zum Bösewicht in meinem Webcomic. Übellaunig, selbstgefällig, nervtötend und ganz klar an Liam angelehnt.
Und jetzt? Dank einer absurden Fügung des Schicksals (und der Verletzung meines Bruders) … bietet ausgerechnet Liam mir den Job meines Lebens an: Chefautorin einer erfolgreichen Serie auf seiner Streaming-Plattform.

„The CEO I hate“ ist der 1. Band der Reihe „Die Lockhart-Brüder“ von Leslie North.
Es ist eine typische Liebesgeschichte mit vielen auf und abs.

Eigentlich ist Mia fertig mit Liam.
Liam Lockhart, der beste Freund von Mias Bruder hat Mia vor 2 Jahren heftig geküsst und dann abblitzen lassen. Doch jetzt bietet ausgerechnet Liam ihr einen Traumjobb an. Der Haken an der Sache ist, Mia muss täglich mit Liam zusammenarbeiten.

Leslie North erzählt die Geschichte in ihrem gewohnten lockeren Stil.
Die Charaktere werden gut beschrieben. Mia und ihr Bruder sind sympathisch. Auch wenn ich Mias handeln nicht immer ganz nachvollziehen konnte.
Mit Liam konnte ich mich nicht anfreunden.

„The CEO I hate“ ist eine Liebesgeschichte, genau richtig um sich, bei der kalten Jahreszeit auf der Couch einzumummeln und zu lesen.
Ich bin schon auf den 2. Band „The Boss I Can’t Stand“ gespannt, der Mitte Februar erscheinen soll.

Die Magnolientochter

Tessa Collins
Roman
493 Seiten
erschienen im Ullstein Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Ullstein Verlag für das Rezensionsexemplar

Schöne Geschichte mit tollem Setting

Klappentext:
Magnolia weiß eigentlich sehr genau, was sie will und wo sie steht. Doch als sie eine alte Quittung und ein Flugticket nach Neuseeland findet, gerät etwas in ihr aus den Fugen. Um Antworten zu finden, reist sie in die Heimat ihrer Mutter, über deren Vergangenheit immer geschwiegen wurde. Was Magnolia dort entdeckt, hat nicht nur mit der dunklen Geschichte des Landes zu tun, sondern auch mit ihrer eigenen Familie. Zwischen der atemberaubenden Natur Neuseelands, der Liebe und dem Einsatz für den Umweltschutz enthüllt Magnolia das traurige Schicksal ihrer Verwandtschaft. Kann sie die Vergangenheit heilen und zugleich ihren eigenen Weg weitergehen?

„Die Magnolientochter“ ist der 4. Band der Blumentöchter-Saga von Tessa Collins.
Tessa Collins ist das Pseudonym von Silke Ziegler die mich schon mit ihren Krimis und der Purpurküsten-Reihe begeistert hat.

Nachdem mir die ersten drei Bände so gut gefallen haben, wartete ich schon sehnsüchtig auf Band 4.

Tessa Collins entführt ihre Leser*innen nach Neuseeland. Ein Land reich beschenkt mit schöner Natur. Es war die Heimat von Magnolias Mutter.
Als sie ein altes Flugticket nach Neuseeland findet, ist ihr Interesse geweckt. Sie reist in die Heimat ihrer Mutter.

Im Mittelpunkt steht Magnolia, die auf den Spuren ihrer Mutter wandelt. Von der Heimat ihrer Familie, Neuseeland ist ihr wenig bekannt. Ihre Mutter Maia leidet unter Depressionen und ihre Großmutter Rose ist schon verstorben. In Neuseeland stößt Magnolia auf die Vergangenheit ihrer Familie.

Tessa Collins versteht es Charaktere zu zeichnen und durch die Geschichte zu führen. Vor allem hat mir in diesem Band Magnolia gefallen. Sie ist Umwelttechnikerin und somit liegt ihr die Umwelt sehr am Herzen.

Ich habe Magnolia gerne auf ihrer Reise begleitet. Es war schön mitzuerleben, wie Magnolia das Schicksal ihrer Familie enthüllt.

Tessa Collins versteht es Handlungsorte zu beschreiben. Die schöne Natur Neuseelands hat sie mir mitten in mein Wohnzimmer gebracht. Es ist wunderschön, wie die Autorin das Land beschreibt. Am liebsten wäre ich selbst hingereist.

Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Die Zeit der Handlung wechselt immer wieder von der Gegenwart in die Vergangenheit. So lernt man auch Magnolias Mutter und Großmutter kennen.

Tessa Collins erzählt die Geschichte mit viel Gefühl. Dabei ist ihr Schreibstil flüssig und gut verständlich.
Ich habe das Lesen von „Die Magnolientochter“ wieder sehr genossen und freue mich jetzt schon auf den 5. Band „Die Rosentochter“ der im August 2026 erscheinen wird und die Leser*innen nach Namibia führen wird.

Liebesrausch

Charlotte von Feyerabend
Roman-Biografie
311 Seiten
erschienen im Droemer Knaur Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Das zügellose Leben von Anaïs Nin

Paris, 1931. Als Anaïs Nin den zwölf Jahre älteren Henry Miller trifft, wird ein Feuer entfacht: Beide inspirieren sich nicht nur literarisch, zwischen ihnen brennt auch eine ungezügelte Leidenschaft. Das Leben mit allen Sinnen zu fassen, alle Schranken zu sprengen und dafür die perfekten Worte zu finden, das streben beide an, koste, was es wolle. Sie tanzen auf den rauschendsten Festen und lassen ihrer Fantasie freien Lauf.
Doch während sich Henry voll und ganz den Exzessen hingibt, führt Anaïs auch eine konventionelle Ehe mit Hugo, der sie über alles liebt und finanziell für sie und ihre Künstlerfreunde sorgt. Den emotionalen Spagat zwischen Hemmungslosigkeit und Konventionen kann Anaïs nur in ihren berühmt-berüchtigten Tagebüchern verarbeiten: Gehören Erotik und Sinnlichkeit in den Mittelpunkt des Lebens? Und darf man dafür die Menschen belügen, die einen lieben?

„Liebesrausch“ von Charlotte von Feyerabend, ist eine Roman-Biografie über die Schriftstellerin Anaïs Nin.

Charlotte von Feyerabend entführt ihre Leser*innen nach Paris der 1930er Jahre.
Hier lernen wir die Schriftstellerin Anaïs Nin kennen. Sie ist mit dem Filmproduzenten Ian Hugo verheiratet, der sie und auch ihre Künstlerfreunde finanziert.
Als Anaïs den Schriftsteller Henry Miller kennenlernt, inspirieren die beiden sich literarisch. Doch dabei bleibt es nicht. Sie feiern Feste und geben sich einer hemmungslosen Leidenschaft hin.

Charlotte von Feyerabend setzt Anaïs Nin mit dieser Roman-Biografie ein Denkmal. Bisher war Anaïs Nin mir unbekannt, von Henry Miller hingegen, habe ich einige Romane gelesen.
Anaïs Nin war eine Vorreiterin von sexueller Freiheit. Sie selbst führte ein zügelloses und skandalöses Leben. Ihr Leben hielt sie in Tagebücher fest, die durch einen Zufall in die Hände von Charlotte von Feyerabend gefallen sind. Was muss man da als Autorin machen, natürlich eine Geschichte schreiben.
Und das hat Charlotte von Feyerabend auch hervorragend gemeistert. Ich bin tief in das Leben der zwei Charaktere eingetaucht.
Charlotte von Feyerabend hat einen flüssigen, gut verständlichen und vor allem fesselnden Schreibstil. Sie hat mir Anaïs Nin nähergebracht und ich habe mir vorgenommen einmal ein Werk von ihr zu lesen.

„Liebesrausch“ gibt tiefe Einblicke in das (Liebes)leben von Anaïs Nin. Ich habe es mir großer Freude gelesen.

Blutwild

Saskia te Marveld
Thriller
295 Seiten
erschienen im Ullstein Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Ullstein Verlag für das Rezensionsexemplar

Gelungenes Debüt

Klappentext:
Sechs Jahre sind vergangen, seit Anka ihrem sadistischen Entführer entkam. Gequält und gefoltert hat die Gefangenschaft Spuren bei ihr hinterlassen, sie quittierte ihren Dienst als Polizistin. Bis eine rätselhafte SMS mit GPS-Daten und dem Wort HILFE sie zurück in ihre Albträume reißt. In einer Hütte im Wald stößt Anka auf makabre »Kunstwerke«: menschliche Körperteile, fein säuberlich eingelegt in Formaldehyd, ausgestellt wie in einer Galerie. Es ist die Handschrift ihres einstigen Peinigers. Doch ist er wirklich zurück? Plötzlich spürt Anka etwas, das sie nie wieder fühlen wollte: Todesangst.

„Blutwild“ ist ein spannender Thriller und das Debüt von Saskia te Marveld.

Anka war früher eine4n engagierte Polizistin. Ein traumatisches Erlebnis sorgte dafür, dass sie ihren Dienst quittierte. Vor sechs Jahren wurde sie gefangen gehalten und ging durch ein Martyrium.
Jetzt bekommt sie eine mysteriöse Nachricht mit GPS Daten auf ihr Smartphone. Am Zielort trifft sie auf eine Ausstellung verschiedener Körperteile. Plötzlich fühlt sie sich zurück katapultiert in die Zeit ihrer Gefangenschaft. Anka fühlt sich verfolgt und bekommt Angst. Ihre früheren Kollegen nehmen sie nicht ernst. Fängt das Martyrium von damals wieder an?

Saskia te Marveld baut schnell Spannung auf, die sie auch über die gesamte Geschichte aufrecht hält.
Ihre Protagonisten sind gut gezeichnet. Anka wird einen physischen und psychischen Schmerz ausgesetzt. Ich habe mit ihr gelitten.
Auch die anderen Charaktere wurden gut beschrieben und wirkten lebendig.

Der Schreibstil von Saskia te Marveld ist flüssig, gut verständlich und fesselnd. Über kleine inhaltliche Ungereimtheiten sehe ich bei einem Debütroman gerne hinweg.

„Blutwild“ ist ein spannender Thriller, den ich an zwei Abenden gelesen habe.

Königin Esther

John Irving
Roman
550 Seiten
Übersetzt aus dem amerikanischen Englisch von Peter Torberg und Eva Regul
erschienen im Diogenes Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Diogenes Verlag für das Rezensionsexemplar

Ein echter John Irving

Klappentext:
Jimmy Winslow hat zwei Mütter. Honor, die ihn aufgezogen hat, schickt ihn als Studenten von New Hampshire nach Wien, wo er Vater werden soll. Das Wien der Sechzigerjahre ist ein Ort voller Geheimnisse und Versuchungen, und Jimmy springt kopfüber hinein und ist dabei immer auch auf der Suche nach seiner leiblichen Mutter Esther Nacht. Was er erlebt, ist eine spektakuläre Achterbahnfahrt, wie sie nur das Leben in John Irvings Büchern schreiben kann – voller großer Gefühle, unglaublicher Wendungen und Figuren, die uns nicht mehr loslassen.

„Königin Esther“ ist der neue Roman von John Irving.
Der Autor hat es wieder geschafft, mich mit einem Buch total zu begeistern.

In seiner Geschichte erzählt der Autor das Leben von Jimmy Winslow. Bis er geboren wird, dauert es aber eine Zeit. Erst lernt man Thomas und Constance Winslow, die Großeltern von Jimmy kennen. Er ist Lehrer, sie Bibliothekarin. Gemeinsam haben sie 4 Töchter. Für jede Tochter haben sie ein älteres Mädchen aus einem Waisenhaus geholt, dass sie als Au-pair in die Familie aufgenommen haben. Den Waisenmädchen ging es in der Familie gut und sie durften Bildung, auf die in der Familie großen Wert gelegt wurde, genießen.
Die jüngste Tochter ist Honor, für sie wurde Esther, ein jüdisches Mädchen aus einem Waisenhaus geholt. Hier stoßen eifrige Irvin Leser*innen auf einen bekannten Protagonisten, Dr. Wilbur Larch. In „Gottes Werk und Teufels Beitrag“ war er auch Arzt in einem Waisenhaus.
Als Honor dann erwachsen war, hegte sie den Wunsch nach einem Kind, wollte aber keinen Kontakt zu Männern haben. Esther, die Honor noch immer verbunden ist, wird für sie schwanger. So kommt Jimmy zur Welt. Er hat zwei Mütter und keinen Vater.

John Irving erzählt die Geschichte wieder sehr detailliert, sehr ausführlich. Man muss der Geschichte etwas Zeit geben, um sich zu entfalten. Wer John Irving kennt, weiß, dass er seine Geschichte gerne reichlich ausschmückt. Die Formulierung der einzelnen Sätze ist oft eine Meisterleistung. Der Autor versteht, die Sprache einzusetzen.
Für Peter Torberg und Eva Regul, die das Buch übersetzt haben, sicher keine leichte Aufgabe. Sie haben sie aber bravourös gemeistert.

Die Charaktere sind wieder gut gezeichnet und werden auch sehr gut beschrieben. Für mich waren sie lebendig geworden. Jimmys Geschichte hat mir gut gefallen und mich berührt. Es war eine Achterbahnfahrt der Gefühle.

„Königin Esther“ hat zwar zwischendurch einige Längen, John Irving konnte mich mit seiner Geschichte aber wieder begeistern.

The Women in Suite 11

Ruth Ware
Thriller
416 Seiten
erschienen im dtv Verlag
Übersetzt von Susanne Goga-Klinkenberg
Meine Bewertung:
4 von 5 Sternen

Vielen Dank an NetGalley.de für das Rezensionsexemplar

Fesselnder Thriller, trotz Abstriche zum vorherigen Band

Klappentext:
Lo Blacklock wagt einen Neuanfang: Obwohl die traumatischen Erlebnisse auf dem Kreuzfahrtschiff vor vielen Jahren sie noch immer begleiten, ist die Einladung zur Neueröffnung eines Luxushotels in der Schweiz ihre Chance endlich ins Berufsleben als Reisejournalistin zurückzukehren.
Das Hotel am Ufer des Genfer Sees ist traumhaft und Lo hofft, dort ein Interview mit dem exzentrischen Hotelbesitzer Marcus Leidmann ergattern zu können. Als sie eines Nachts überraschend in sein Hotelzimmer eingeladen wird, ist Lo zwar skeptisch, doch ihre Neugier ist stärker.
Umso überraschter ist sie, als sie von einer unbekannten Frau empfangen wird, die behauptet, Marcus‘ Geliebte zu sein und sich in Lebensgefahr zu befinden. Es beginnt ein tödliches Katz und Maus-Spiel.

„The Women in Suite 11“ ist ein fesselnder Thriller von Ruth Ware.

Die Geschichte der Journalistin Lo Blacklock geht weiter. Seit ihrem traumatischen Erlebnis auf einem Kreuzfahrtschiff („The Women in Cabin 10“) sind einige Jahre vergangen.
Jetzt ist Lo Blacklock zu der Eröffnung eines Luxushotels eingeladen. Doch statt Hotelbesitzer Marcus Leidmann wird sie von seiner Geliebten Carrie empfangen. Carrie bittet Lo um Hilfe. Sie befindet sich in einer toxischen Beziehung mit dem Multimillionär und denkt, sie ist in Lebensgefahr. Lo scheint aus den Ereignissen auf dem Kreuzfahrtschiff nichts gelernt zu haben und vertraut Carrie blind. Sie schmiedet einen Plan, wie sie Carrie unbeschadet aus den Fängen von Marcus Leidmann bringen kann.

Die Geschichte fängt ganz ruhig an, steigert das Tempo im Verlauf dann aber allmählich.
Lo ist mir aus dem Thriller „The Women in Cabin 10“ schon bekannt. Sie ist vielleicht etwas leichtgläubig, vertraut immer auf das Gute im Menschen und bringt sich dadurch in Gefahr.

Ruth Ware beschreibt das Luxushotel am Genfer See sehr anschaulich. Der Luxus und das traumhafte Ambiente sind schon großartig.
Nach kurzer Zeit fängt die Geschichte auch an richtig spannend zu werden. Die kurzen Kapitel sorgen dafür, dass man immer weiterlesen möchte.
Doch das Handeln von Lo ist in dieser Geschichte nicht immer nachvollziehbar. Gerade nach dem, was ihr in „The Women in Cabin 10“ passiert ist, ist sie mir hier zu leichtgläubig.

Der Schreibstil von Ruth Ware ist wie immer fesselnd.
Doch „The Women in Suite 11“ kommt nicht ganz an „The Women in Cabin 10“ heran.

Body Number One

Helen Fields
Thriller
364 Seiten
erschienen im dtv Verlag
Übersetzt aus dem Englischen von Christine Blum
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den dtv Verlag für das Rezensionsexemplar

Spannung vom Feinsten

Klappentext:
Ein junger Mann, erschlagen in einem Park. Ein Obdachloser, erstochen im Gewerbegebiet. Eine Hausfrau und Mutter, von einem rasenden Auto überfahren: In Edinburgh häufen sich innerhalb kürzester Zeit grausame Todesfälle. Jeder einzelne brutal, jeder einzelne rätselhaft. Es gibt nichts, was die grausamen Morde verbindet.
Die Mordkommission um Detective Sergeant Sam Lively ruft deshalb eine Frau zu Hilfe, die für ihre außergewöhnliche Intuition bekannt ist: Dr. Connie Woolwine, forensische Profilerin mit einem untrüglichen Gespür für die dunkelsten Abgründe der menschlichen Psyche. Gemeinsam mit dem Ermittlerteam sucht sie lange nach einem roten Faden. Bis die zufällige Beobachtung eines Patienten im St. Columba Hospital eine neue Perspektive eröffnet.

„Body Number One“ ist ein spannender Thriller von Helen Fields.

Rätselhafte und grausame Mordfälle in Edinburgh, halten die Mordkommission rund um das Team von Detective Sergeant Sam Lively auf Trapp. Die Opfer wurden erschlagen, erstochen und überfahren. Es gibt anscheinen keine Verbindung zwischen den Opfern. Da die Ermittlungen nicht zielführend sind, holt Detective Sergeant Sam Lively sich Unterstützung durch die forensische Profilerin Dr. Connie Woolwine.

Helen Fields hat wieder einmal tolle Protagonisten ins Rennen geschickt. Detective Sergeant Sam Lively ist ein guter Ermittler, der mir den Eindruck vermittelt hatte, als ob er außer den Mordfällen, noch andere Probleme mit sich herumschleppt.
Die Profilerin Dr. Connie Woolwine fand ich sympathisch. Ihre ruhige und überlegte Art hat mir gut gefallen.

Die Geschichte hat zwei Handlungsstränge. Einmal sind die Leser*innen bei den Ermittlungen dabei. Die stellen sich als äußerst schwierig heraus. Doch die zufällige Beobachtung eines Patienten im St. Columba Hospital, sorgt für eine neue Sichtweise. Ein Wendepunkt in den Ermittlungen ist erreicht.

Der zweite Handlungsstrang beschäftigt sich mit Dr. Beth Waterfall. Sie ist die Freundin von Detective Sergeant Sam Lively. Ihre Tochter war Opfer eines Stalkers, den man nie gefasst hat. Und es hat den Anschein, als hätte der Stalker auch noch nicht aufgegeben.

Helen Fields erzählt die Geschichte in einem rasanten Tempo. Dabei zieht sie den Spannungsbogen über die gesamte Geschichte. Die Autorin lässt die Leser*innen in die tiefen Abgründe der menschlichen Seele schauen.

Helen Fields hat einen flüssigen, gut verständlichen und vor allem fesselnden Schreibstil. Dazu kommt noch die düstere Atmosphäre, die, die Autorin schafft.
Nach wenigen Seiten konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen.

„Body Number One“ ist wieder ein sehr spannender Thriller, den ich an zwei Abenden gelesen habe.

Das Herz aus Gold

Weina Dai Randel
Historischer Roman
443 Seiten
erschienen bei Tinte & Feder
Meine Bewertung:
4 von 5 Sternen

Vielen Dank an NetGalley für das Rezensionsexemplar

Emotionale Geschichte

„Das Herz aus Gold“ von Weina Dai Randel entführt die Leser*innen bis nach Shanghai

China: 1925. Im Mittelpunkt steht Anyu Zhang. Als 15-jähriges Mädchen findet sie im Schnee ein Fabergé-Ein und setzt alles dran es dem Besitzer zurückzugeben. Isaak Mandelburg, Juwelier des russischen Zaren, der auf der Flucht ist, dankt Anyu indem er ihr eine Adresse in Shanghai gibt uns sagt sie sei dort immer willkommen.
Jahre später, Anyu ist zur Waisen geworden, nimmt sie ihren Mut zusammen und geht nach Shanghai. Sie ist fest entschlossen auch Juwelierin zu werden und lernt die Welt des Glanzes kennen.
Aber nicht nur der Glanz und die Schönheit der Juwelen begegnen Anyu in Shanghai, sondern auch die Schattenseiten, die von Gier und Brutalität beherrscht werden. Kann sich Anyu in der gefährlichen Stadt zurechtfinden, ohne unterzugehen?

Weina Dai Randel hat großartige Protagonisten das Leben geschenkt. Anyu hat mir gleich gefallen. Sie ist mutig und intelligent und fest entschlossen, das Juwelierhandwerk zu erlernen. Es dauert aber nicht lange bis sie die Schattenseiten kennenlernt. Auch Isaak Mandelburg, der Juwelier hat mir gut gefallen. Einst Juwelier des Zaren, musste er nach Shanghai flüchten.

Weina Dai Randel erzählt die Geschichte auf eine emotionale Art. Es mutet fast an, wie ein Märchen. Das junge Mädchen Anyu geht nach Shanghai in die Welt des Glanzes und des Glimmers, um dort bei einem Juwelier das Handwerk zu erlernen. Aber die Autorin führt ihre Leser*innen auch in den Abgrund, in die Unterwelt von Shanghai in der alles andere als Glimmer herrscht.

Weina Dai Randel lässt Themen wie Rassenhass und die Unterschiede zwischen Arm und Reich sehr deutlich in ihre Geschichte einfließen.
Auch über die Herstellung edler Schmuckstücke kann man einiges lesen.
Der Schreibstil von Weina Dai Randel ist flüssig und gut verständlich.

„Das Herz aus Gold“ ist ein Roman, den ich gerne gelesen habe.

Die erste Tochter – Ketzersbuhle

Katharina Maier
Fantasy Roman
erschienen bei epubli
541 Seiten
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Ein spannendes Fantasy-Epos

Klappentext:
Genug ist genug, denkt sich Myn. In ihr ist ein Drache erwacht und sie will ihren Planeten befreien. Aber sie ist und bleibt eine singisische Frau, hat weder Macht noch Einfluss. Soll sie etwa mit Papierkanonen gegen einen Tyrannen ins Feld zu ziehen? Doch dann tritt eine Frau in ihr Leben, mit der Myn nicht gerechnet hat. Und plötzlich ist alles anders. Vairrynn braucht eine Antwort auf eine Frage. Dafür ist er bereit, dem Schattenherrn selbst ins Gesicht zu sehen. Das Universum will einen Helden? Dann soll es ihm geben, was er will. Und Ktorram Asnuor, der hocherhabene Feldherr des glorreichen Singisischen Reiches, hat einen Drachen geweckt und einem Helden den Weg geebnet. Nur weiß er das noch nicht. Oder?

„Die erste Tochter – Ketzersbuhle“ ist der 4. Band eines großen Fantasy-Epos von Katharina Maier, dass über 8 Bände erzählt werden soll. Ich habe mich, nach dem mit der 1., 2. und der 3. Band sehr gut gefallen haben, schon auf den 4. Band gefreut.

Im ersten Band hat man die Welt, die Katharina Maier erschaffen hat, gut kennengelernt und auch die Charaktere sind mir gut vertraut. Im 2. und 3. Band hat man die Veränderung durch die Machthaber gespürt. Myns Mutter wurde zum Tode verurteilt. Seither ist ihr behütetes Leben nicht mehr das, was es war.
Zu ihrem Schutz wurde Myn jetzt verheiratet, mit einem Mann, den sie nicht liebt. Ihr Bruder Vairrynn wird in die Weltraumarmee gesteckt.
Auch im 4. Band hadert Myn weiterhin mit ihrem Schicksal. Myn ist wütend und zerrissen, als Frau hat sie wenig Möglichkeiten aufzubegehren. Sie tritt ein in eine Organisation, die für die Gleichberechtigung kämpft.
Myns Bruder Vairryn hingegen ist mittlerweile ein erfolgreicher Raumfahrer. Er hat Kontakte zum Drachenvolk und versucht erfolgreich mit ihnen zu verhandeln, um an der Politik seiner Heimat etwas zu ändern.

Die Leser*innen haben die fremde Welt mittlerweile gut kennengelernt und auch die wichtigsten Charaktere sind gut bekannt. Jetzt spürt man beim Lesen, dass auch hier wieder Veränderungen anstehen.
Myn und ihr Bruder Vairrynn sind ganz besondere Charaktere. Das Schicksal meint es allerdings zurzeit nicht gut mit Myn.

Katharina Maier erzählt die Geschichte aus der Sicht von Myn, aber auch anderen Charakteren kommen zu Wort.
Wie schon in den ersten Bänden, so überzeugt mich auch im 4. Band wieder die gewaltige Sprache. Ich bin ein Fan davon, wenn Autoren/Autorinnen mit der Sprache spielen. In dieser Geschichte hat mich die Sprache oftmals überwältigt.

Die Autorin beschreibt die fremde Welt sehr gut. Man spürt die Atmosphäre, die sich seit dem 1. Band verändert hat, sehr gut. Ich konnte mich gut in die Charaktere hineinversetzten und habe oft mit ihnen gelitten. Auch die Weltraumabenteuer von Vairrynn werden sehr anschaulich und spannend beschrieben.

Die Geschichte behandelt Themen, die man auch in unserer realen Welt findet.
Besonders die Rolle der Frau erinnert mich an frühere Zeiten. Aber auch Loyalität ist ein Thema, genauso wie Macht und Machtmissbrauch. Also schon eine Geschichte mit reichlich Tiefgang.

Der Schreibstil der Autorin ist flüssig, gut verständlich und spannend. Bei mir sind die Seiten nur so dahingeflogen.
„Die erste Tochter – Ketzersbuhle“ habe ich mit Freude gelesen und freue mich schon jetzt auf den 5. Band