Verstricktes Spiel

Oliver Keller
Thriller
474 Seiten
erschienen bei BoD
Meine Bewertung:
5 von 5 Sterne

Vielen Dank an Oliver Keller für das Rezensionsexemplar

Achtung Hochspannung!

Klappentext:
Lukas Reinhardt, BND. Ethan Porter, CIA. Zwei Männer, die sich seit Jahren kennen, die Regeln ihres Geschäfts, die Lügen, den Preis. Und die einander vertrauen. So weit, wie man in dieser Welt überhaupt vertrauen kann. Der Auftrag scheint klar. Doch er ist größer, als sie ahnen. Mit jedem Schritt verschiebt sich das Bild. Leise. Kaum greifbar. Aber unumkehrbar. Grenzen beginnen zu verschwimmen. Zwischen Freund und Feind. Zwischen Auftrag und Verrat. Zwischen dem, was richtig ist und dem, was notwendig wird. Ihre Spur führt von den Straßen Berlins über die Bergpässe Afghanistans bis in die Machtzentren von Moskau und Washington. Eine Spur, die sich verändert. Eine Spur, die jemand bewusst gelegt hat. Und irgendwann bleibt nicht mehr die Frage, was wahr ist, sondern, wem diese Wahrheit überhaupt noch gehört.

„Verstricktes Spiel“ ist der Auftakt der „Verstrickte-Welten-Trilogie“ von Oliver Keller.

Verschwörungen, Lügen und internationale Konflikte halten die Leser*innen bei diesem Thriller in Atem.

Es wird ein weltweit agierendes Netzwerk aus Korruption und verdeckten Machtspielen aufgedeckt.

Die Ermittler sind Lukas Reinhardt vom BND und Ethan Porter vom CIA. Lukas Reinhardt und Ethan Porter kennen sich seit vielen Jahren aus gemeinsamen internationalen Operationen. Obwohl sie ein tiefes Grundvertrauen teilen, zwingt der aktuelle Fall sie dazu, die Loyalität des jeweils anderen und ihrer Organisationen permanent zu hinterfragen.
Der Autor zeigt beide Charaktere explizit nicht als unfehlbare Superhelden. Ihre Beziehung zueinander ist von ehrlichen Konflikten und der gemeinsamen, schweren psychologischen Last ihrer Einsätze geprägt.

Die Gegenspieler agieren nicht als klassische Bösewichte, sondern als Strippenzieher innerhalb eines globalen Netzwerks aus Politik und korrupten Machtstrukturen.
Grenzen zwischen Gut und Böse verschwimmen. Die Antagonisten nutzen legitime staatliche und wirtschaftliche Institutionen für ihre Zwecke, was es für Lukas Reihardt und Ethan Porter extrem schwer macht, die Drahtzieher direkt zu fassen oder überhaupt zu identifizieren.
Die Gegenspieler greifen gezielt die Schwachpunkte der Agenten an, insbesondere ihre Familien, um Druck auszuüben, wodurch die Jagd zu einem psychologisch dichten Nervenkrieg wird.

Oliver Keller nutzt seine Handlungsorte effektiv, um die globale Dimension der Verschwörung sichtbar zu machen.
Die Handlung der Geschichte springt dynamisch zwischen verschiedenen internationalen Metropolen und geopolitischen Brennpunkten hin und her.
Die verschiedenen Handlungsorte werden atmosphärisch dicht, bildhaft und mit großem Respekt vor den jeweiligen lokalen Kulturen beschrieben.

Der Schreibstil von Oliver Keller ist flüssig, gut verständlich und fesselnd.

„Verstricktes Spiel“ ist ein Thriller mit Hochspannung, ich bin schon auf den 2. Band gespannt.

Tödlicher Hafen – Kokainküste

Ulrike Gerold und Wolfram Hänel
Kriminalroman
345 Seiten
erschienen im Ullstein Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Ullstein Verlag für das Rezensionsexemplar

Die Zollfahndung ermittelt

Klappentext:
Als eine Kapitänin ermordet wird und eine wertvolle Kokainlieferung spurlos verschwindet, gerät der Hamburger Hafen in Aufruhr. Die Zollfahnder Lea Ulrichs und Jan-Ole Menken, beruflich ein eingespieltes Team und privat ein Paar, nehmen die Ermittlungen auf. Zwischen gigantischen Containerschiffen und den schattigen Ecken des Hafengebiets stoßen sie auf ein gefährliches Netzwerk, das den europäischen Drogenmarkt aufrollen will. Als ein verdeckter Ermittler verschwindet und plötzlich ein Toter vor ihrer Haustür liegt, wird klar: Jemand beobachtet die Ermittler und kommt ihnen gefährlich nahe. Die Spur führt bis in die höchsten Ränge der Behörden. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, denn nicht nur ihr Kollege schwebt in Lebensgefahr – auch sie selbst sind ins Visier geraten.

„Tödlicher Hafen – Kokainküste“ ist der 1. Band der Zollfahndung-Reihe von Ulrike Gerold und Wolfram Hänel.

Der Hamburger Hafen ist ein großer und unübersichtlicher Ort. Hier legen Schiffe aus der ganzen Welt an. Das bedeutet auch, dass der Zoll hier einiges zu tun hat.

In diesem Band wird ein toter Kapitän gefunden. Außerdem ist eine Kokainlieferung verschwunden.
Das ist der Einsatz der Zollfahnder Lea Ulrichs und Jan-Ole Menken. Die Zollfahnder sehen sich einer Verschwörung gegenüber, die bis in die höchsten Kreise führt, was ihre Arbeit nicht gerade einfacher macht.

Lea Ulrichs und Jan-Ole Menken sind ein gutes Team, auch privat sind sie ein Paar. Mir gefallen die beiden Charaktere ausgesprochen gut. Sie haben viel Potenzial für weitere Fälle.

Die Geschichte wird in einem ordentlichen Tempo erzählt. Die Spannung lässt nicht lange auf sich warten.
Das Setting, der Hamburger Hafen in all seiner Unübersichtlichkeit, sorgt für die passende Atmosphäre.

Ulrike Gerold und Wolfram Hänel haben einen angenehmen und flüssigen Schreibstil.
Die Geschichte hat mich schnell gefesselt.

„Tödlicher Hafen – Kokainküste“ ist ein spannender Kriminalroman, ich freue mich auf weitere Bände der Reihe.

Das Event

Antje Zimmermann
Thriller
303 Seiten
erschienen im dtv Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den dtv Verlag für das Rezensionsexemplar

Spannender Thriller mit tollem Setting

Klappentext:
Kommen Sie sofort raus!“, brüllte Maxi. Doch niemand folgte ihrer Aufforderung. Sie trat langsam, Schritt für Schritt, zur Wanne und schob mit dem Fuß den Vorhang zur Seite. Als der blutverschmierte, nackte Körper vor ihr auftauchte, schrie Maxi auf und machte unwillkürlich einen Schritt zurück. Dabei kollidierte sie mit etwas, das zuvor nicht im Raum gewesen war …

„Das Event“ ist ein spannender Thriller von Antje Zimmermann, der seine Leser*innen nach Helgoland führt.

Das verlassene Hotel Hummer auf Helgoland soll Schauplatz für ein Live-Event wie „The Shining“ von Stephen King sein. Eigentlich ist das Hotel wegen Erbstreitigkeiten schon länger geschlossen. Das Event gerät schnell außer Kontrolle.
Die beiden Ermittlerinnen Leandra Kern und Maxi Adler, die sich gerade auf Helgoland aufhalten,, sind gefragt.

Kommissarin Leandra Kern kommt aus Hamburg und sucht Ruhe auf Helgoland. Außerdem will sie sich über ihren Traum, Mutter zu werden, klar werden.

Kommissar-Anwärterin Maxi Adler stammt aus einer einflussreichen Inseldynastie. Sie möchte auf Helgoland für Ordnung sorgen.

Unterschiedlicher können zwei Charaktere nicht sein. Jeder hat seinen Hintergrund, den er mit sich herumschleppt. Die beiden Ermittlerinnen trauen sich einander nicht, was für Unruhe sorgt.

Antje Zimmermann hat starke Charaktere geschaffen. Mir gefallen die zwei so unterschiedlichen Ermittlerinnen gut. Sie sind menschlich und lebendig.

Das Setting Helgoland ist ein großes Plus in der Geschichte. Das verlassene Hotel sorgt für ein Gänsehautgefühl. Meiner Meinung nach lag noch mehr Potenzial in dem Schauplatz Hotel, das leider nicht genutzt wurde.

Antje Zimmermann erzählt die Geschichte flüssig und unterhaltsam. Es gibt immer wieder Rückblenden, um dem Grund für die Ereignisse näherzukommen.
Das Buch ist gut strukturiert, es gibt immer genaue Zeitangaben, so weiß man immer, wo und wann man sich befindet.

Die Geschichte wird meist aus den Perspektiven von Leandra und Maxi erzählt, zwischendurch kommen aber auch andere zu Wort.

Es gibt mehrere Handlungsstränge, doch Antje Zimmermann hält die einzelnen Fäden fest in der Hand, sodass keiner verloren geht.

Das Ende war dann überraschend, aber auch einleitend.

„Das Event“ ist ein spannender Thriller mit einem großartigen Setting.

Blendfeuer

Ingar Johnsrud
Thriller
416 Seiten
Übersetzt aus dem Norwegischen von Daniela Stilzebach
erschienen im Droemer Knaur Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

ielen Dank an den Droemer Knaur Verlag für das Rezensionsexemplar

Am Puls der Zeit

Klappentext:
Während des norwegischen Nationalfeiertags wird in Oslo ein Mann in einer Tiefgarage regelrecht hingerichtet. Gleichzeitig explodiert über der Ostsee ein Militärflugzeug, das acht ukrainische Soldaten einer Spezialeinheit an Bord hatte – ein Anschlag? Und hängen die beiden Vorfälle womöglich zusammen?
Liselott Benjamin und Martin Tong vom Polizeilichen Sicherheitsdienst sollen die Flugzeugexplosion aufklären, sich aber von dem Mordfall fernhalten. Vor allem aber sollen sie keine Theorien über eine mögliche Beteiligung Russlands in Umlauf bringen. Denn: In Oslo finden geheime Friedensverhandlungen statt. Und diese dürfen unter keinen Umständen gefährdet werden.
Der Druck auf Benjamin und Tong wächst, vor allem, als neben Russland auch norwegische Behörden ins Visier geraten. Welche Rolle spielt Jens Meidell, der Shootingstar der Arbeiterpartei, der sich als Parteivorsitzender in Stellung bringt? Welchen Preis ist er bereit, für den Weg an die Macht zu zahlen? Oder ist auch er nur eine Marionette in einem größeren Spiel?

„Blendfeuer“ von Ingar Johnsrud ist der 2. Band der Reihe „Ein Fall für Benjamin & Tong“.
Mit seinem Politthriller wagt Ingar Johnsrud sich an aktuelle und brisante Themen und ist am Puls der Zeit.

Ein Toter und ein explodiertes Flugzeug mit ukrainischen Soldaten. Liselott Benjamin und Martin Tong sollen die Explosion des Flugzeugs aufklären. Den Mord, obwohl es so aussieht, als hingen die zwei Ereignisse zusammen, sollen sie außer Acht lassen.
In Oslo finden geheime Verhandlungen statt und alle hoffen auf einen Frieden, weswegen man Russland nicht in negative Schlagzeilen bringen sollte.

Ingar Johnsrud hat mit „Blendfeuer“ einen überaus spannenden 2. Band seiner Thriller-Trilogie veröffentlicht.
Das Hauptthema in diesem Thriller ist Politik. Dazu gesellen sich ein Mordfall und ein explodiertes Flugzeug mit ukrainischen Soldaten an Bord.

Die Geschichte wird aus wechselnden Perspektiven erzählt, was der Spannung zuträglich ist.

Die Leser*innen verfolgen die spannenden Ermittlungen. Doch von dem Fall des Opfers in der Tiefgarage werden die Ermittler schnell abgezogen. Die Explosion des Flugzeugs steht im Vordergrund. Und vor allem soll kein schlechtes Licht auf Russland geworfen werden. Das könnte die geheimen Friedensverhandlungen zwischen Russland und der Ukraine stören.

Ingar Johnsrud baut recht schnell Spannung auf, die er auch bis zum Ende aufrechterhält.
Dieser Band ist sehr politisch geprägt, aber nicht trocken.
Beim Lesen hatte ich über die ganze Geschichte hinaus eine Gänsehaut. Die Atmosphäre, die der Autor aufbaut, ist beängstigend.
Ingar Johnsrud hat einen flüssigen, gut verständlichen und vor allem fesselnden Schreibstil. Der Autor erzählt die Geschichte recht realistisch, genau so etwas könnte durchaus passieren.

„Blendfeuer“ habe ich kaum aus der Hand legen können und an zwei Abenden gelesen.
Jetzt bin ich schon auf den 3. Band gespannt.

Die Honigfrauen-Ein Sturm zieht auf

Mirjam Müntefering
Historischer Roman
441 Seiten
erschienen im Blanvalet Verlag
Meine Bewertung:
4 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Blanvalet Verlag für Rezensionsexemplar

Auftakt der Honigfrauen-Saga

Klappentext:
Bergisches Land, 1910. Irma, Enkelin des bekannten Konditormeisters Ludwig Honig, ist glücklich als der attraktive Arno ihr den Hof macht. Doch der unerwartete Tod ihres geliebten Großpapas ändert alles! Neben ihrem guten Freund Eugen bleibt Irma nur die kühle Großmutter Auguste. Die macht eine schockierende Entdeckung: ihr verstorbener Gatte hat nicht nur eine Liebschaft finanziert, sondern die Familie durch den Kauf eines heruntergekommenen Landgasthofs ruiniert. Als Ludwigs uneheliche Tochter und begabte Feinbäckerin Harriet auftaucht, um ihr Erbe einzufordern, müssen die Honigfrauen zusammenhalten.

„Die Honigfrauen – Ein Sturm zieht auf“ ist der 1. Band der Honigfrauen-Saga von Mirjam Müntefering.

Es geht zurück ins frühe 20. Jahrhundert und ins Bergische Land.
Die Geschichte wird aus der Perspektive dreier Frauen erzählt.

Da ist Irma Honig, sie ist die Enkelin des Konditormeisters Ludwig Honig. Nach seinem Tod fühlt sich Irma alleingelassen. Irma unterschätzt ihre Fähigkeiten, die sie langsam herantasten.

Auguste Honig, die Ehefrau und Witwe von Ludwig. Ihr Äußeres wirkt hart, dabei hat sie einen weichen Kern, der nur langsam an die Oberfläche kommt.

Harriet Lenze, Sie ist Ludwigs uneheliche Tochter, von der noch niemand etwas weiß. Harriet hat die Begabung ihres Vaters geerbt, sie ist Feinbäckerin und kommt, um ihr Erbe einzufordern.

Die drei Frauen versprechen schon gute und turbulente Unterhaltung. Diese bekommen die Leser*innen auch.
Nach dem Tod von Ludwig muss Auguste feststellen, dass Ludwig lange Zeit eine Affäre hatte, aus der eine Tochter hervorging.
Außerdem hat er einen Landgasthof gekauft, der ziemlich heruntergekommen ist und die Familie zu ruinieren droht.

Mirjam Müntefering hat interessante Charaktere ins Leben gerufen. Die drei Frauen haben alle ihre Stärken und gefallen mir gut. Zu Beginn bekämpfen sie sich gegenseitig, bis sie spüren, dass sie zusammen so viel stärker sind.

„Ein Sturm zieht auf“, dieser Untertitel passt gut zu diesem Band, denn es scheint alles infrage gestellt, was die Familie bisher ihren Besitz nannte. Doch die drei Frauen zeigen, was in ihnen steckt.

Mirjam Müntefering hat einen flüssigen und gut verständlichen Schreibstil. Gekonnt führt sie ihre Leser*innen zurück in die Anfänge des 20. Jahrhunderts.
Die Familiengeschichte wird unterhaltsam und interessant erzählt, auch wenn manches schon recht vorhersehbar ist.

„Die Honigfrauen – Ein Sturm zieht auf“ ist ein gelungener Auftakt der „Honigfrauen-Saga“ und macht Lust auf den 2. Band“ Die Honigfrauen – Eine neue Heimat“ der im August erscheinen soll.

Bedrohliche Alpilles

Cay Rademacher
Kriminalroman
518 Seiten
erschienen im Dumont Verlag
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Dumont Verlag für das Rezensionsexemplar

Spannende Ermittlungen in der Provence

Klappentext:
Capitaine Roger Blanc ist von Gadet ins benachbarte Salon-de-Provence versetzt worden, wo er ab jetzt vor allem rätselhafte Cold Cases aufklären soll. Sein erster Fall ist ein Mord, der vor sechs Jahren stattgefunden hat: Damals wurde eine Familie in ihrem Auto auf einem entlegenen Parkplatz in den Alpilles nahezu vollständig ausgelöscht. Ebenso starb dort ein Radfahrer, der scheinbar nichts mit den anderen Opfern zu tun hatte.
Blanc und seine Kollegen ermitteln in Eyguières und in Aureille, zwei malerischen Kleinstädten, deren Bewohner jedoch dunkle Geheimnisse mit sich herumtragen. Da ist die Freundin eines Opfers, die durch das Verbrechen zu einem Kind und Geld kam. Die alte Bäuerin, die sich betrogen fühlt. Da sind die beiden Rentner, die nicht nur als Touristen in die Provence fahren. Und dann die Toten selbst, die immer mysteriöser werden, je länger die Ermittlungen andauern. Nach und nach entwirren Blanc und seine Kollegen ein Gespinst aus Lügen, Täuschungen und Illusionen. Bis sie erkennen, was sich an dem heißen Sommertag vor sechs Jahren wirklich zugetragen hat.

„Bedrohliche Alpilles“ ist der 13. Band der Krimireihe um Capitaine Roger Blanc von Cay Rademacher.

Ich liebe diese Krimireihe seit dem ersten Band.
Ich mag den kauzigen und unkonventionellen Capitaine Roger Blanc der, wenn es darum geht, einen Fall zu lösen, sich nicht darum schert, was seine Vorgesetzten von ihm verlangen. Das hat ihm schon seine Versetzung von Paris in die Provinz eingebracht.
Jetzt wurde Blanc von Gardet nach Salon-de-Provence versetzt. Dort leitet Roger Blanc eine Einheit, die Cold-Case-Fälle auflösen soll. Er bekommt ein neues Team, zum Glück ist Fabienne mit dabei. Auch Marius wird zu den Ermittlungen dazugeholt. Die neuen Kollegen im Team sind Paul Brisson und Alexandra Ayew, beides sympathische und engagierte Ermittler*innen, die Blanc schnell zu schätzen weiß.

Vor 6 Jahren wurden auf einem entlegenen Parkplatz in den Alpilles ein Mann und eine Frau in ihrem Auto erschossen und die 6-jährige Tochter schwer verletzt. Weiterhin wurde ein Radfahrer, der sich wohl zu dieser Zeit auf dem Parkplatz aufgehalten hat, erschossen.
Die Ermittler konnten vor 6 Jahren den Fall nicht lösen.
Das Team rund um Blanc befragt die Zeugen von damals. Das damals schwer verletzte Kind wurde von der Witwe des Radfahrers aufgenommen. Verdächtigt wird ein deutsches Ehepaar, dass schon seit vielen Jahren in die Provence reist und auch zu diesem Zeitpunkt vor Ort waren.

Die Ermittler sehen sich einem Geflecht voll Lügen gegenüber. Zu gerne möchten sie erfahren, was das Kind vor 6 Jahren gesehen hat, das Mädchen beteuert aber, den Täter nicht gesehen zu habe.

Die Ermittlungen führen Roger Blanc und sein Team zu den Kirchen vor Ort.
Das eine Todesopfer im Auto war Restaurator und hat historische Gebäude für die Gemeinde restauriert. Dabei ist er wohl auf alte Schriften gestoßen, die er heimlich veräußert hat.
Es gibt einige Verdächtige, aber ein richtiges Motiv ist nicht greifbar.
Wird Roger Blanc und sein Team scheitern wie die Ermittler vor 6 Jahren?

Es macht Spaß abzuwägen und zu rätseln, wer der Täter ist.
Es gab verschiedene Verdächtige, es gab auch verschiedene Motivansätze.
Bis der wahre Täter gefunden wurde, war es ein schwieriger Weg.
Der Autor weiß einfach, wie er seine Leserinnen in die Irre führen und wie er Spannung erzeugen kann. Der Schreibstil von Cay Rademacher gefällt mir sehr gut. Er versteht es, seinen Protagonisten Leben einzuhauchen, beschreibt die Landschaft so, dass man sie vor seinem inneren Auge sehen kann. In jedem Band der Krimireihe gibt es neue Orte und Sehenswürdigkeiten zu entdecken, was immer sehr interessant ist. Wie immer sind auch die Charaktere sehr facettenreich und gut in Szene gesetzt. Capitaine Roger Blanc und ein Teil seines Teams sind ja mittlerweile sehr gut bekannt und ich mag sie in jedem Band noch ein bisschen mehr. Auch die beiden Neuen im Team reihen sich prächtig ein und werden den Leserinnen bestimmt noch viel Freude bereiten.

Die Hauptsequenz des Inhalts liegt bei den Ermittlungen, aber auch das Private liest sich gut. Es bringt einen den Kommissar etwas näher und ist ein Bindeglied zwischen den einzelnen Bänden der Krimireihe.
Die Fälle sind in sich abgeschlossen. So kann auch „Bedrohliche Alpilles“ unabhängig von den vorherigen Bänden gelesen werden.
Aber ich denke spätestens nach einem Band wird auch dich die Sucht erfassen.

Mord in der Provence – Capitaine Roger Blanc ermittelt:
Band 1: Mörderischer Mistral
Band 2: Tödliche Camargue
Band 3: Brennender Midi
Band 4: Gefährliche Côte Bleue
Band 5: Dunkles Arles
Band 6: Verhängnisvolles Calès
Band 7: Verlorenes Vernègues
Band 8: Schweigendes Les Baux
Band 9: Geheimnisvolle Garrigue
Band 10: Stille Sainte-Victoire
Band 11: Unheilvolles Lançon
Band 12: Rätselhaftes Saint-Rémy
Band 13: Bedrohliche Alpilles

Gretas Männer

Judith Reusch
Roman
erschienen bei List (Ullstein Verlag)
268 Seiten
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an Judith Reusch für das Rezensionsexemplar

große Leseempfehlung

Klappentext:
Greta war fünfmal verheiratet, und alle Ehemänner bis auf einen sind kurz nach der Hochzeit gestorben. »Die Bienenkönigin« nennt man sie in der Familie. Als ihre Enkelin Lola ihre kleine Tochter nach der unbekannten Großmutter benennt, bricht ein jahrzehntealter Familienkonflikt wieder auf. Warum hat Lolas Mutter Marie den Kontakt zu Greta abgebrochen? Neugierig besucht Lola die 87-Jährige und entdeckt hinter den Gerüchten eine Frau mit einer außergewöhnlichen Lebensgeschichte. Von den 1950er Jahren bis heute entfaltet sich ein bewegendes Panorama weiblicher Selbstbestimmung, tragischer Verluste und unerwarteten Glücks.

„Gretas Männer“ ist ein wundervoller Roman von Judith Reusch.

Im Mittelpunkt steht Greta. Sie war fünfmal verheiratet und vier ihrer Männer sind kurz nach der Hochzeit gestorben. Gerüchte haben sich um Greta gesponnen. Die Familie nahm Abstand von ihr. Jetzt hat Gretas Enkelin ihre Tochter nach ihrer Großmutter benannt und eine alte Geschichte wird aufgerollt.

Als Greta die Geburtsanzeige der kleinen Greta in der Zeitung liest, schreibt sie einen Brief an ihre gleichnamige Urenkelin. Dann nimmt die Geschichte ihren Lauf und lässt auch mich nicht mehr los.
Schon nach wenigen Seiten konnte ich dieses wunderbare Buch nicht mehr zur Seite legen.

Greta ist ein sympathischer Charakter, eine starke Frau, die so viel erlebt hat. Mir hat Greta sehr gut gefallen. Auch Lola, Gretas Enkelin, ist mir schnell ans Herz gewachsen. Sie teilt die Meinungen nicht, die sich die Familie über Greta gebildet hat. Besonders Marie. Lolas Mutter hat früh mit Greta gebrochen.
Lola hält nichts von Vorurteilen und möchte gerne die wahre Geschichte hören.
Und so lernen auch die Leser*innen Gretas Geschichte kennen.

Es geht um vier verstorbene Ehemänner. Um ein Leben mit vielen Schicksalsschlägen und um einen Mutter-Tochter. Konflikt, der seit Jahren brandet.

Judith Reusch erzählt Gretas Geschichte mit viel Gefühl. Es gibt Abschnitte die Greta erzählt, es gibt Rückblicke, Aufzeichnungen und Briefe.

Die Atmosphäre wechselt von unbeschwert und glücklich hin zu Trauer und Hilflosigkeit.

Judith Reusch hat einen angenehmen, klaren und fesselnden Schreibstil.
Mit „Gretas Männer“ hat die Autorin mich begeistert. Auch wenn es noch früh im Jahr ist, weiß ich jetzt schon, das Buch wird zu meinen Highlights 2026 zählen.

Bachelorette Party

Camilla Sten
Thriller
332 Seiten
erschienen im dtv Verlag
Übersetzt aus dem amerikanischen Englisch von Melike Karamustafa
Meine Bewertung:
4 von 5 Sternen

Vielen Dank an den dtv Verlag für das Rezensionsexemplar

Spannender Thriller, auch wenn nicht immer alles nachvollziehbar erscheint

Klappentext:
Laue Sommerabende, Yoga am Strand und Quality Time mit den besten Freundinnen: Annelieses Junggesellinnenabschied auf einer abgelegenen schwedischen Schäreninsel verspricht ein traumhaftes Wochenende. Nur Journalistin Tessa läuft schon bei der Ankunft eine Gänsehaut über den Rücken, denn die Insel erinnert sie an einen Cold Case: Vier Frauen verschwanden dort vor zehn Jahren spurlos. Als das zuvor sicher vertäute Boot im offenen Meer treibt und die Gruppe somit auf der Insel gefangen ist, suchen sich lang verborgene Geheimnisse und Feindseligkeiten ihren gefährlichen Weg ans Licht. Dann wird eine der Teilnehmerinnen tot aufgefunden, und Tessa weiß: Jemand ist hier, um Rache zu üben.

„Bachelorette Party“ ist ein spannender Thriller von Camilla Sten.

Es sollte so schön werden. Annelieses Junggesellinnenabschied auf einer schwedischen Schäreninsel.
Die Freundinnen wollen gemeinsam in einem Yoga-Retreat zusammen feiern. Alles ist vom Feinsten. Die Journalistin Tessa erinnert sich an einen Cold Case. Vor 10 Jahren sind auf der Insel 4 Frauen spurlos verschwunden.
Im Prolog wird der 10 Jahre zurückliegende Fall angeschnitten.
Die Vergangenheit scheint auf die Insel zurückzukehren, eine der Frauen, die aktuell auf der Insel sind, wird tot aufgefunden.

Camilla Sten lässt die Geschichte ganz ruhig anfangen. Der Prolog lässt zwar schon die erste Spannung aufkommen, die legt sich aber wieder und die Leser*innen begleiten die feierlaunigen Freundinnen.
Es besteht kein Zusammenhang mit dem Prolog, also dem 10 Jahre zurückliegenden Fall der verschwundenen Frauen.
Doch dann kippt die vergnügte Stimmung plötzlich, denn eine der Frauen wird tot aufgefunden.

Camilla Sten schafft zu Beginn eine wohlige Stimmung, die Frauen freuen sich auf ihr Wochenende, die Schäreninsel und das Resort wirken schön und luxuriös.
Die Autorin kann die Atmosphäre aber von einem auf den anderen Moment ändern.

Die Charaktere werden gut beschrieben und wirken lebendig. Mir sind aber nicht alle sympathisch gewesen.
Die wichtigsten Figuren sind Tessa und ihre Schwester Lena. Die anderen Frauen geraten etwas in den Hintergrund.

Erzählt wird die Geschichte aus Sicht von Tessa, die auch einen True-Crime-Podcast hat.

Zwischendurch gibt es Rückblicke und man ist im Fall der vor 10 Jahren vermissten Frauen.
Das Hauptaugenmerk liegt aber auf dem aktuellen Fall.

Camilla Sten lässt die Spannung langsam ansteigen. Da das Personal in der Geschichte begrenzt ist, kann der Täter oder die Täterin nicht weit sein. Doch die Auflösung gestaltet sich nicht so einfach.

Camilla Sten hat einen angenehmen und gut verständlichen Schreibstil. Mit ihren Charakteren bedient sie allerdings einige Klischees und das Ende war für mich nicht ganz nachvollziehbar.

Trotzdem hat mir das Lesen von „Bachelorette Party“ Spaß gemacht.

Totenfrau – Die Rache

Bernhard Aichner
Thriller
347 Seiten
erschienen im Rowohlt Verlag
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an de Rowohlt Verlag für das Rezensionsexemplar

Fulminanter Auftakt der Totenfrau Reihe

Klappentext:
Blum ist Bestatterin. Sie ist liebevolle Mutter zweier Kinder und besticht durch ihr großes Herz, ihren schwarzen Humor und ihre Coolness. Blum fährt Motorrad, sie trinkt gerne und ist glücklich verheiratet. Blums Leben ist gut. Doch plötzlich gerät dieses Leben durch den Unfalltod ihres Mannes, eines Polizisten, aus den Fugen. Vor ihren Augen wird Mark überfahren. Fahrerflucht. Alles bricht auseinander. Blum trauert, will sich aber mit ihrem Schicksal nicht abfinden. Das Wichtigste in ihrem Leben ist plötzlich nicht mehr da. Ihr Halt, ihr Glück. Durch Zufall findet sie heraus, dass mehr hinter dem Unfall ihres Mannes steckt, dass fünf einflussreiche Menschen seinen Tod wollten.
Blum sucht Rache. Was ist passiert? Warum musste Mark sterben? Als sie die Antworten gefunden hat, schlägt sie zu. Erbarmungslos. Warum sie das tut? Warum sie dazu fähig ist? Die Antwort darauf liegt Jahre zurück.

„Totenfrau – Die Rache“ ist der 1. Band der Totenfrau-Reihe von Bernhard Aichner.
Zum TV Start im Free TV hat der Rowohlt Verlag die Reihe noch einmal neu aufgelegt.

Brünhilde Blums Leben ist in Ordnung. Ihr Mann ist Polizist, die Kinder wachsen in einem liebevollen Zuhause auf. Blum selbst ist Bestatterin und nimmt ihre Arbeit sehr ernst.
Doch dann gerät ihr Leben aus den Fugen. Ihr Mann stirbt bei einem Unfall mit Fahrerflucht. Blum schwört sich, Rache zu nehmen.

Ich habe schon einige Bücher von Bernhard Aichner gelesen. Jetzt habe ich mir die Totenfrau Reihe vorgenommen.

Bernhard Aichner hat einen unverwechselbaren Schreibstil. Seine kurzen und prägnanten Sätze, sagen so viel aus.
Seine Charaktere werden sehr lebendig dargestellt.
Blum ist eine außergewöhnliche Protagonistin.
Sie ist mir sympathisch, obwohl sie chaotisch ist und mordet.
Die Rache scheint das Einzige zu sein, was sie nach dem Tod ihres Mannes über Wasser hält.

„Totenfrau – Die Rache“ ist ein spannender Thriller, den ich mit Freuden gelesen habe.
Jetzt folgt der 2. Band, „Totenfrau – Das Haus“.

Ein Café voller Licht und Farben – Frühling auf Juist

Cara Lindon
Roman
231 Seiten
erschienen im Selfpublishing
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an Cara Lindon für das Rezensionsexemplar

Ein Wohlfühlroman

Klappentext:
Nela liebt ihr Leben auf Juist, es ist so überschaubar wie die Insel selbst. Im Café „Strandgut und Zimt“ duftet es nach Rhabarberkuchen, draußen ziehen die Möwen ihre Kreise, und für ihre Tochter Lotti hat sie einen sicheren Alltag geschaffen. Mehr erwartet sie nicht vom Glück. Bis eines Tages ein Mann im Türrahmen steht, der aussieht, als hätte ihn der Wind vom Strand hereingeweht.
Levin ist Künstler, vergisst beim Malen Zeit und Hunger und trägt ein Geheimnis mit sich, das er lieber verschweigt. Er sieht Dinge, die andere übersehen, besonders Nelas Strandgutkunst und das Leuchten in Lottis Blick. Zwischen Aquarellfarben, gesammeltem Strandgut und den ersten warmen Frühlingstagen wächst eine Nähe, die Nelas sorgfältig geordnetes Leben durcheinanderbringt.
Doch wo Licht ist, sind auch Schatten: Ein Anruf, ein Name aus der Vergangenheit, und Nela merkt, wie brüchig ihr neues Glück ist. Als ihr Ex-Mann auf der Insel auftaucht, muss sie sich entscheiden, ob sie dem Frühling traut – und der Liebe, die leise anklopft.

„Ein Café voller Licht und Farben – ein Frühling auf Juist“ ist der 2. Band der Reihe „Jahreszeiten auf Juist“ von Cara Lindon. Die Autorin hat mich schon mit vielen Büchern begeistert, und mit dieser neuen Reihe ist es ihr wieder gelungen.

Der Frühling kehrt langsam auf Just ein, die Tage werden länger und das Licht leuchtender.

In diesem Band stehen Nela und ihre Tochter Lotti im Mittelpunkt. Nela ist alleinerziehende Mutter, der Mann und Vater von Lotti hat die Familie verlassen. Er kam nicht damit zurecht, dass Lotti „anders“ ist. Dabei ist Lotti so ein liebes und lebensfrohes Kind. Sie mag keine Berührungen, da muss man Rücksicht darauf nehmen.
Nela hat sich vorgenommen, allein für Lotti zu sorgen.
Sie backt Kuchen für das Café „Strandgut und Zimt“ und hilft auch im Café.

Als Nela den Künstler Levin trifft, schlägt ihr Herz schneller. Auch Lotti findet schnell Zugang zu Levin.

Cara Lindon hat wieder einmal liebenswerte Charaktere das Leben geschenkt.
Mir sind Nela und Lotti ganz schnell ans Herz gewachsen.
Auch Levin ist ein liebenswerter Charakter.
Und natürlich treffen die Leser*innen auch wieder den Kater Kiesel aus dem Café und auch die Siamkatze Mopsi hat mein Herz erobert.

Die beiden Kater begrüßen die Leser*innen zu jedem neuen Kapitel.

Mit der Geschichte bekommt man einen guten Einblick, wie es auf Just aussieht, wenn der Frühling langsam auf die Insel kommt. Die Tage werden länger und die Luft ist milder.

Das Café ist ein warmer Ort, wo man gerne verweilt. Ich habe beim Lesen, den Geruch von frischgebackenem Rhabarberkuchen in der Nase gehabt.

Cara Lindon erzählt die Geschichte in einem warmen Ton. Man muss sich beim Lesen einfach wohlfühlen. Die kleine Liebesgeschichte ist einfach schön mitzuerleben.

„Ein Café voller Licht und Farbe – ein Frühling auf Juist“ ist genau das richtige Buch, um es sich mit einem Tee und vielleicht mit einem Stück Rhabarberkuchen gemütlich zu machen.

Jetzt freue ich mich schon darauf, wenn der Sommer auf Juist Einzug hält.