Lacroix und der Flussschiffer von der Seine

Alex Lépic
Kriminalroman
200 Seiten
erschienen im Kampa Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Kampa Verlag für das Rezensionsexemplar

Unterhaltsamer Frankreich-Krimi

Klappentext:
Die Touristen auf dem Pont Alexandre III sind entsetzt. Statt den Eiffelturm zu fotografieren, der sich gegenüber in den Himmel reckt, starren sie über das Geländer nach unten: Auf dem Flussschiff, das gerade die Brücke passiert, liegt ein Mann. Seit Stunden tot, wie die Polizei später feststellt, und unentdeckt durch das halbe Land geschippert. Commissaire Lacroix eilt ans Seineufer und an Bord der Romantica, doch die wortkarge Crew will von der Leiche nichts gewusst haben. Ihre Ermittlungen führen Lacroix und seine Kollegin Jade Rio die Seine entlang bis in die Normandie, wo Laurent Poissy seinen Bruder Sylvain als vermisst gemeldet hat. Ihr Boot war zeit ihres Lebens das Zuhause der beiden Schiffer. Sylvain Poissy wollte seinen Fluss sauber halten, kämpfte gegen Drogenhandel, Schmuggel und Korruption. Musste er deshalb sterben? Lacroix wird bald klar: Der geplante Ausflug nach Giverny mit seiner Frau Dominique fällt ins Wasser.

„Lacroix und der Flussschiffer von der Seine“ ist der 9. Fall für Commissaire Lacroix von Alex Lépic.
Nach langem Rätselraten ist enthüllt, wer sich hinter dem Pseudonym Aley Lépic versteckt, es ist kein anderer als Alexander Oetker, der mit seinen Luc Verlain Krimis große Beliebtheit erreicht hat.

Mit Commissaire Lacroix hat Alex Lépic einen Protagonisten ins Rennen geschickt. Lacroix war mir vom ersten Moment an sympathisch. Er ist ein bisschen ein gestriger. Handys lehnt er strickt ab, somit hat seinen Kollegin Jade Rio oft etwas Mühe ihn zu finden.
Jade Rio gefällt mir auch sehr gut. Sie ist mit der modernen Technik bestens vertraut und eine gute Ergänzung zu Lacroix.

Der Fall wird spannend erzählt. Die Leser*innen erfahren einiges über die Flussschiffe auf der Seine. Vieles wird so noch transportiert.
In diesem Fall sind es allerdings auch Drogen.

Die Leserinnen bekommen einige Sehenswürdigkeiten von Paris nähergebracht. Bei einer Geschichte, die in Frankreich spielt, darf natürlich das gute Essen und der Wein nicht fehlen. Auch hier kommen die Leserinne auf ihre Kosten.

Alex Lépic hat einen flüssigen und gut verständlichen Schreibstil. Seine Liebe zu Frankreich ist auf jeder Seite zu spüren.
Ich liebe die Kriminalromane des Autors, egal unter welchem Namen sie veröffentlicht werden.

„Lacroix und der Flussschiffer von der Seine“ ist ein unterhaltsamer Kriminalroman, den ich mit Freude gelesen habe.

Sie auch

Alexandra Seese
Roman
403 Seiten
erschienen bei BoD – Books on Demand
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an Alexandra Seese für das Rezensionsexemplar

Mystisch und spannend

Klappentext:
Verwitwet, abgebrannt und vom Rauswurf aus dem Familienanwesen bedroht – die ehemalige Sopranistin Christine steckt in der Bredouille. Ein Vorsingen an der Pariser Oper bietet die Chance auf Unabhängigkeit. Doch die Konkurrenz ist jünger und besser in Form. Ein Brief aus dem Jenseits könnte die Lösung bringen oder neue Schwierigkeiten aus alten Abhängigkeiten entfachen. Zwischen Absender und Empfängerin entfaltet sich ein intensiver Dialog über persönliche und tatsächliche Dämonen, über Täter und Opfer, Schuld und Mitschuld und darüber, wer wie weit bereit ist zu gehen, um ans persönliche Ziel zu gelangen. Sich Gaston Leroux‘ Klassiker Das Phantom der Oper als Vorgeschichte bedienend, spinnt Sie auch die weltweit bekannte Erzählung weiter und stellt sie zugleich kritisch in Frage.

„In ihrem Roman „Sie auch“ spinnt Alexandra Seese den Klassiker „Das Phantom der Oper“ weiter.

Die Autorin schickt ihre Leser*innen nach Paris und nach Perros-Guirec in das Jahr 1887.

Die Sopranistin Christine ist verwitwet und ziemlich mittellos. Sie lebt auf dem Familienanwesen ihres verstorbenen Mannes. Ihre Schwägerin gibt ihr indirekt die Schuld am frühen Tod ihres Bruders. Christine muss ihre Schwägerin erdulden, den sie bangt, sonst ihr Obdach zu verlieren.
Eine Anstellung an einem Opernhaus ist ihr auch verwehrt, die Konkurrenz ist jünger und hat mehr Chancen. Da erreicht sie ein Brief. Die wenigen Zeilen sind mit roter Tinte geschrieben und unterzeichnet mit Orfeo Gluck. Ein Schreck geht Christine durch Mark und Bein.
Zitat, Seite 13:
O.G. wie Operngeist; Gluck nach Willibald Gluck, dem Komponisten der Oper Orfeo und Euridice über den mystischen Sänger Orpheus, der in die Unterwelt hinabgestiegen war, um seine verstorbene Frau zurückzuholen.

Ab diesem Satz hat mich das Buch gefangen.
Zwischen der Geschichte um Christine, bekommen die Leser*innen immer wieder Briefe zu lesen, den zwischen Christine und dem Absender des Briefs entsteht ein Dialog. Ein Dialog über alte Dämonen und über Schuld.

Alexandra Seese hat ihre Charaktere gut gezeichnet. Sie sind facettenreich und interessant. Vor allem wirken die Protagonisten lebendig.
Die Autorin führt ihre Leser*innen in die Welt der Oper und gleichzeitig in eine mystische Welt.
Im Laufe der Geschichte entwickelt sich zusätzlich noch eine gewisse Spannung.

Der Schreibstil von Alexandra Seese ist flüssig, gut verständlich und der Zeit der Handlung angepasst.
Mich hat die Geschichte schnell begeistert.

„Ich auch“ ist eine Geschichte für alle, die gerne literarische Literatur lesen.

Das Licht der Lofoten

Sophie Van der linden
Roman
119 Seiten
erschienen im Mare Verlag
Übersetzt aus dem Französischen von Valerie Schneider
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Mare Verlag für das Rezensionsexemplar

Die Malerin Anna Boberg

Klappentext:
Eine einsame Hütte auf den Lofoten: Hierher reist die schwedische Malerin Anna Boberg (1864–1935) jeden Winter völlig allein. Sie will die raue Schönheit und das besondere Licht der Arktis auf die Leinwand bannen, auch wenn das die monatelange Trennung von ihrem Mann bedeutet, dem Architekten Ferdinand Boberg, der ihr das arktische Atelier einst erbaute. In diesem Winter Anfang der 1930er ahnt Anna, dass es ihr letzter Aufenthalt sein könnte, und ist von dem Drang getrieben, das eine große Werk zu erschaffen, das ihr endlich auch in ihrer Heimat die Anerkennung bringen wird, die sie in Frankreich und Italien bereits erreicht hat.

„Das Licht der Lofoten“ ist ein Buch über die schwedische Malerin Anna Boberg von Sophie Van der Linden.
Die Malerin Anna Boberg ist mir bisher völlig ungekannt gewesen und hat doch eindrucksvolle Gemälde erschaffen.

Anna Boberg hat sich gerne in eine einsame Hütte in den Lofoten zurückgezogen.
Das hat für sie aber auch eine Trennung über einen längeren Zeitraum von ihrem Mann bedeutet.
Sie wollte für ihre Werke das Licht der Lofoten einfangen, dass besonders im Winter einzigartig ist.
Ich habe mir im Internet Bilder der Künstlerin angeschaut. Sie hat das einzigartige Licht gut eingefangen, besonders auf ihrem Werk „Nordlichter Studie“.

Sophie Van der Linden bringt ihren Leser*innen die Malerin auf eine schöne Art näher. Man spürt die Liebe zur Kunst aber auch eine innere Zerrissenheit.
Man könnte glauben, dass die Autorin Anna Boberg persönlich gekannt hat.

Der Schreibstil von Sophie Van der Linden ist flüssig und gut verständlich. Die Autorin erzählt die Geschichte in einer feinen Sprache, es macht Freude das Buch zu lesen.

Mit ihrem Buch „Das Licht der Lofoten“ hat Sophie Van der Linden mit die Malerin Anna Boberg nähergebracht.

Brightsand Bay – Zeit für Hoffnung

Jo Weiler
Roman
491 Seiten
erschienen im Maximum Verlag
4 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Maximum Verlag für das Rezensionsexemplar

Tragisch und romantisch zu gleich

Im Mittelpunkt stehen Emily „Mimi“ Green und ihr Bruder Finn. Seit dem frühen Tod der Eltern ist Finn für seine Schwester da. Die Beiden sind unzertrennlich und führen gemeinsam den elterlichen Fährbetrieb weiter. Doch um die Fähre steht es schlecht, mittlerweile hat sich ein hoher Schuldenberg angehäuft. Die Geschwister drohen alles zu verlieren, die Fähre und das bezaubernde Cottage in Cornwall. Dank einer Nachbarin, erfahren sie, dass auch die Eltern einmal in einer Zwangslage waren und eine Bank in London ihnen geholfen hat. Mit dem Besitzer der Bank verband sie wohl eine Freundschaft. Doch der Banker schickt erst einmal seinen Sohn Aidan, um den Betrieb zu prüfen. Emily und Aidan fühlen sich auf seltsame Art zueinander hingezogen.
Doch was ans Tageslicht kommt, ist alles andere als romantisch.

„Brightsand Bay – Zeit für Hoffnung“ ist der 1. Band Brightsand-Reihe von Jo Weiler.

Die Geschichte lebt durch ihre wunderbaren Charaktere und durch das schöne Setting. Der Autor beschreibt die Küste von Cornwall auf eine sehr anschauliche Art. Man hat schnell Bilder vor Augen. Das schöne Cottage, den Fähranleger, den Leuchtturm. Eine traumhafte Landschaft. Man bekommt beim Lesen Fernweh.

Die Charaktere sind sympathisch. Emiliy ist manchmal etwas impulsiv und etwas naiv. Sie gefällt mir aber so wie sie ist. Ihr Bruder Finn, tut alles, um den elterlichen Betrieb aufrecht zu halten, aber das reicht nicht.
Aidan steht unter dem Druck seines Vaters in London. Ob seine Gefühle für Emily echt sind das müsst ihr selbst lesen.

Ein Geheimnis droht ans Licht zu kommen, als Leser*in hat man im Laufe des Buchs schon eine Ahnung, was es sein könnte.

Jo Weiler erzählt die Geschichte auf einen schöne und ruhige Art. Ich bin schnell tief in die Geschichte eingesunken.
Doch eine Kritik habe ich leider. Die Ausschnitte aus dem Historischen Liebesroman, der fast schon einem Pornoheftchen ähnelt, den Emily so gerne liest, hätte ich nicht gebraucht. Auch die Unterhaltung zwischen Emily und den Protagonisten aus dem Roman hat die Geschichte etwas ins Lächerliche gezogen.
Dafür ziehe ich einen Stern ab, sonst hätte der Roman dicke 5 Sterne verdient.

Davon abgesehen ist „Brightsand Bay – Zeit für Hoffnung“ ein Roman mit Drama und Liebe, den ich gerne gelesen habe.

Der schwimmende Blumenladen von Amsterdam

Annabel French
Roman
354 Seiten
erschienen im dtv Verlag
Übersetzt aus dem Englischen von Anne Rudelt
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den dtv Verlag für das Rezensionsexemplar

Erfrischender Roman

Klappentext:
Rosie hat genug vom grauen Alltag und ihrem öden Bürojob. Kurzentschlossen zieht sie nach Amsterdam, um mit einem eigenen Stand auf dem Bloemenmarkt ihrer wahren Leidenschaft als Floristin nachzugehen. Der berühmte schwimmende Blumenmarkt auf den pittoresken Grachten erobert sofort ihr Herz. Alles könnte perfekt sein – bis ein Konkurrent ihr Geschäft zu zerstören droht. Auch ihr griesgrämiger Hausboot-Nachbar Max macht Rosies Leben nicht leichter. Denn bei dem in sich gekehrten Künstler stößt sie mit ihrer umtriebigen Art auf Widerstand. Blöd nur, dass Rosie ihn verdammt attraktiv findet.

„Der schwimmende Blumenladen von Amsterdam“ ist der 1. Band der Trilogie „Love and the City“ von Annabel French.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht Rosie und der Bloemenmarkt in Amsterdam. Ich muss gestehen ich war schon in Amsterdam aber den Bloemenmarkt kenne ich nicht. Für mich ein Grund noch einmal nach Amsterdam zu reisen.

Annabel Frenchn hat sympathische Charaktere entworfen. Natürlich Rosie, die einen Neuanfang in Amsterdam sucht. Ihre verstorbene Mutter war Botanikerin und die Liebe zu den Pflanzen ist auf Rosie übergesprungen. Der Neuanfang wird Rosie nicht leicht gemacht. Das Hausboot, dass sie gemietet hat, benötigt erst einmal eine Säuberung und später eine Renovierung. Der Stand auf dem Bloemenmarkt zu bekommen, stellt sich als schwieriger heraus als gedacht. Und der Mann auf dem benachbarten Hausboot ist auch nicht der freundlichste. Rosie denkt sogar schon wieder ans Aufgeben und ans nach Hause zurückkehren.

Annabel French erzählt die Geschichte mit einer schönen Leichtigkeit und mit Gefühl.
Den Bloemenmarkt beschreibt die Autorin sehr anschaulich. Das hat bei dem trüben und kalten Wetter diesen Winter gutgetan. Ich konnte die bunten Blumen förmlich vor meinem inneren Auge sehen und der Duft ist mir um die Nase geweht.

Die Geschichte handelt von einem Neuanfang, von Zusammenhalt und von Liebe.
Ja, es wird auch romantisch in der Geschichte, auch wenn da erst einmal ein paar Hürden genommen werden müssen.

Annabel French hat einen erfrischenden, flüssigen und gut verständlichen Schreibstil.
Ich konnte das Buch schnell nicht mehr aus der Hand legen.

„Der schwimmende Blumenladen von Amsterdam“ ist ein ganz bezaubernder Roman.
Ich freue mich schon auf den 2. Band „Die schwimmende Buchhandlung von Venedig“, der schon im April erscheinen soll.

Ungelöst – Die erste Zeugin

Arno Strobel
Thriller
379 Seiten
erschienen im Fischer Verlag
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den S.Fischer Verlag für das Rezensionsexemplar

Gelungener Auftakt der neuen Thriller Reihe

Klappentext:
Medizinstudentin Luisa Menkhoff kennt die verschwundene Frau auf dem Flugblatt. Es ist Jahre her, dass sie sie gesehen hat. Aber trotzdem kann sie sich erinnern, als wäre es gestern gewesen. Nicole Klement war die Lebensgefährtin des Mannes, der Luisa als Fünfjährige entführt hat. Und damals ebenfalls in die Sache verwickelt.
Luisa wendet sich umgehend an die Münchner Polizei und trifft auf Hauptkommissar Ramin Brunner, der gerade im Begriff ist, eine neue Cold-Case-Einheit aufzubauen, die alte Fälle mit modernen Mitteln aufklären soll.
Als Luisa ihm die Umstände ihrer Entführung als Kind schildert, ist Ramin verblüfft. Luisa hat ein eidetisches Gedächtnis und erinnert sich an jedes Detail einer einmal erlebten Situation. Und alles, was sie sagt, deutet darauf hin, dass ihr damaliger Entführer – Dr. Joachim Lichner – jetzt Nicole Klement in seiner Gewalt hat.
Luisa wird als externe Beraterin zu dem aktuellen Vermisstenfall hinzugezogen. Bis klar wird, dass sie sich getäuscht haben muss. Denn es gibt Hinweise, dass es Lichner nicht gewesen sein kann. Aber warum fühlt Luisa sich dann beobachtet? Zu spät erkennen sie und Ramin, dass sie etwas Entscheidendes übersehen haben, das allen Beteiligten zum Verhängnis werden könnte.

„Ungelöst – Die erste Zeugin“ ist der 1. Band einer neuen Thriller Reihe von Arno Strobel.

Die Geschichte fängt eigentlich ruhig an. Es gibt eine vermisste Frau und die Studentin Luisa Menkhoff kennt diese Frau. Nicole Klement war dabei, als Luisa als 5-jähriges Mädchen entführt wurde. Hauptkommissar Ramin Brunner wird hellhörig.

Die Leserinnen bekommen am Anfang genug Zeit sich mit den Charakteren vertraut zu machen. Hauptkommissar Ramin Brunner steht kurz davor, die Abteilung zu wechseln. Er soll in Zukunft eine Cold Case Abteilung leiten. Doch diesen einen Fall möchte er noch zu Ende bringen. Luise Menkhoff wurde mit 5 Jahren entführt, sie hat ein eidetisches Gedächtnis und sieht alle Bilder immer wieder genau vor sich. Eifrigen Leserinnen von Arno Strobel ist die Geschichte von Luisa Menkoff aus „Das Wesen“ bekannt. Auch den Tod ihres Vaters dem Polizisten Menkhoff, an dem Max Bischoff beteiligt war, haben viele Leserinnen miterlebt. Luisa Menkoff wird in diesem Fall als Beraterin tätig. Auch hier verschwindet wieder ein Kind und es stellt sich heraus, dass Luises Entführer, Joachim Lichner wieder auf freiem Fuß ist. Als Leserin bekommt man einen Einblick darin, wie Lichner damals Nicole Klement psychisch manipuliert hat. Tut er das jetzt immer noch oder will Nicole sich an Lichner rächen?

Als der Aussaß des Falls erst einmal offenliegt, baut Arno Strobel gewaltige Spannung auf. Dabei muss man keine Vorkenntnisse der früheren Bücher haben, das für die Geschichte Relevante wird erwähnt.
Wie üblich muss man bei Arno Strobel auch zwischen den Zeilen lesen, denn einiges wird immer nur angeschnitten und die Leser*innen können sich ihr Bild machen. Ob sie damit richtigliegen, stellt sich dann später raus.

Der Schreibstil von Arno Strobel ist wie immer flüssig, gut verständlich und fesselnd. Immer wieder gibt es Wendungen und die Ermittler müssen umdenken.

Der Autor beschreibt seine Handlungsorte und seine Charaktere sehr anschaulich. Gerade bei den Charakteren ist man bei Arno Strobel nie sicher, ob man sie nicht irgendwann und irgendwo wieder trifft.

Am Ende legt die Geschichte noch einmal an Spannung zu. Die Auflösung ist überzeugend und lässt mich zufrieden zurück.
Jetzt hoffe ich, Luise Menkhoff im nächsten Band an der Seite von Hauptkommissar Ramin Brunner wieder zu sehen.

Heaven’s Gate

Daniel Faßbender
Kriminalroman
290 Seiten
erschienen im Diogenes Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Diogenes Verlag für das Rezensionsexemplar

Ermittlungen im Surfer-Paradies

Klappentext:
Nach Monaten des bittersüßen Nichtstuns auf der philippinischen Insel Surogao steht Caruso, ehemaliger deutscher Profisurfer und Privatdetektiv, tief in der Kreide. Da kommt die schöne Spanierin sehr gelegen, die ihn beauftragt, ihren verschwundenen Sohn wiederzufinden. Die Insel, ein Paradies für Wellenreiter und Touristen auf Selbstsuche, ist ein heißumkämpfter Umschlagplatz für Drogen. Schnell führen seine Ermittlungen Caruso in einen Abgrund aus Gewalt und Korruption und zu mehr als einem verlorenen Sohn.

„Heaven’s Gate“ von Daniel Faßbender führt die Leser*innen auf die philippinische Insel Surogao. Die Philippinen sind ein Handlungsort, der nicht oft in Büchern vorkommt und hat mich daher interessiert.

Im Mittelpunkt steht Caruso. Einst war er Profi-Surfer, jetzt versucht er sich als Privatdetektiv mehr schlecht als recht über Wasser zu halten.
Als Caruso dringend Geld braucht, kommt Ángel Guzmán Gaviria zu ihm. Ihr Sohn Juan ist verschwunden und Caruso soll ihn finden. Der philippinischen Polizei traut Ángel Guzmán Gaviria nicht zu, den Sohn zu finden. Die Bequemlichkeit der örtlichen Polizei, hat für Caruso seine Vorteile, es bringt ihm doch immer wieder einen Auftrag ein.
So macht er sich daran Juan zu finden. Dabei stößt er auf Korruption, Drogen und Alkohol. Unterstützung bekommt er durch den Hacker Yahoo.

Daniel Faßbender verbindet in seinem Kriminalroman das Parasitische der Insel Surogao, mit den Abgründen, die er entdeckt und natürlich mit Spannung.

Die Charaktere sind gut gezeichnet. Caruso ist ein Unikum, er frönt am liebsten dem Nichtstun, Surfen ist seine Leidenschaft, er kann sich aber auch in die Ermittlungen stürzen. Denn mit dem Geld, das er damit verdient, kann er wieder dem Nichtstun frönen.
Daniel Faßbender beschreibt den Handlungsort eindrucksvoll und gibt seinen Leser*innen auch tiefe Einblicke in das Surfen. Ich konnte das Meer rauschen hören und die Wellen vor meinem inneren Auge brechen sehen.

Die philippinische Polizei gibt in dieser Geschichte kein gutes Bild ab. Willkür und Faulheit zeichnen sie eher aus.

Der Autor lässt das Surfer Paradies sich mit den Ermittlungen abwechseln. So ist das Buch sehr kurzweilig, unterhaltsam und auch spannend.

„Heaven’s Gate“ habe ich gerne gelesen, ich würde mich freuen Caruso einmal wieder zutreffen.

Sommer auf Perigo Island

Perry Chafe
Roman
267 Seiten
erschienen im Mare Verlag
Übersetzt aus dem kanadischen Englisch von Claudia Feldmann
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Mare Verlag für das Rezensionsexemplar

Coming-of-Age-Roman oder Krimi?

Klappentext:
Sommer 1991 auf Perigo Island vor der Küste Neufundlands. Der zwölfjährige Pierce und seine Freunde Bennie und Thomas verbringen ihre Ferien damit, den im Hafen ankommenden Fischern beim Sortieren ihres schwindenden Fangs zu helfen. Bis sie erfahren, dass ein Mädchen von der Insel vermisst wird: ausgerechnet Anna, die in geheimer Verbundenheit zu Pierce stand und als Einzige von seiner Angst vor dem offenen Wasser wusste, die ihn quält, seit sein Vater auf See verschwand. Zusammen mit Bennies New Yorker Cousine Emily setzen die Freunde alles daran, Anna zu finden. Auf ihrer abenteuerlichen Suche werden sie einem mysteriösen Meeresbiologen begegnen, eine Faszination für die Geheimnisse des Ozeans entwickeln, sich zum ersten Mal verlieben und sich ihren größten Ängsten stellen müssen.

„Sommer auf Perigo Island“ von Perry Chafe ist ein Coming-of-Age-Roman, der durch seine Charaktere begeistert.

Der Handlungsort ist eine Insel vor der Küste Neufundlands. Der zwölfjährige Pierce lebt hier mit seiner Mutter, der Vater ist eines Tages nicht mehr vom Fischen zurückgekehrt. Nur Trümmer vom Boot wurde ein paar Tage später angeschwemmt. Die Leiche des Vaters wurde nie gefunden und so hat Pierce auch nie die Hoffnung aufgegeben, dass sein Vater eines Tages wieder nach Hause kommt.
Pierce und seine Freunde Bennie und Thomas versuchen sich etwas Geld zu verdienen, indem sie den Fischern helfen die Fische zu sortieren und die Fischzungen auszuschneiden, um sie zu verkaufen. Das ist ein hartumkämpfter Job.
Doch eines Tages wird auf der Insel ein Mädchen vermisst. Ein Mädchen das Pierce versprochen hatte nicht mehr wegzulaufen. Pierce ahnt, dass Anna etwas zugestoßen sein muss.
Auf der Insel hält sich ein seltsamer Meeresbiologe auf, der in den Fokus der Jugendlichen gerät.

Perry Chafe, der selbst in einen Fischerort in Neufundland aufgewaschen ist, erzählt die Geschichte so intensiv, dass ich mich frage, wie viel vom Autor selbst in der Geschichte steckt.
Der Autor hat recht unterschiedlichen Charakteren das Leben geschenkt. Sie wirken alle sehr lebendig und sind jeder auf seine Art sympathisch.

Die Geschichte von Pierce hat mich sehr berührt. Auch die Geschichte des Meeresbiologen Solomon hat mich berührt.

Die Geschichte erzählt vom Leben auf der Insel, die meisten sind Fischer, die anderen wandern nach und nach ab. Die Insel wird immer verlassener.
Das Leben ist hart, doch Pierce möchte nirgendwo anders leben.

Durch das Verschwinden von Anna und durch den mysteriösen Meeresbiologen Solomon erhält die Geschichte Krimi Vibes.

Perry Chafe beschreibt de Handlungsort und das Leben auf der Insel sehr anschaulich, ich konnte mir alles sehrt gut vorstellen.

Der Schreibstil des Autors ist flüssig, gut verständlich und fesselnd. Ich konnte das Buch schon nach wenigen Seiten nicht mehr aus de Hand legen.

„Sommer auf Perigo Island“ ist ein großartiges literarisches Werk, ich habe das Buch gerne gelesen.

Liebe auf den ersten Blick

Nelly Berlin
Liebesroman
erschienen bei‎ Montlake
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an Nelly Berlin für das Rezensionsexemplar

Ein Wohlfühlbuch

Klappentext:
Emmy ist Biochemikerin, ihre beste Freundin Helia Chirurgin in Berlin. Beide lieben ihre Jobs trotz der üblichen Schwierigkeiten in Labor und Notaufnahme, nervigen Patienten und fiesen Oberärzten. Doch dann taucht die Liebe für Emmy ausgerechnet in Form ihres arroganten, aber unglaublich attraktiven Chefs Clark auf und auch Helia wird Hals über Kopf in den Strudel der Gefühle gezogen, Nebenwirkungen und Komplikationen inklusive. Während ihr Leben im Chaos versinkt, müssen Emmy und Helia sich fragen, ob es die Liebe auf den ersten Blick vielleicht doch gibt und wie viel sie bereit sind zu riskieren, um die ganz großen Gefühle zu erleben.

„Liebe auf den ersten Blick“ ist der 2. Band der Reihe „Die Formel der Liebe“ von Nelly Berlin.

Nelly Berlin hat liebenswerte Charaktere ins Leben gerufen.
Da sind die 3 Freundinnen, die zusammen eine WG bilden, Emmy, Helia und Ina. Alle drei haben Jobs, die sie lieben und die sie voll und ganz einnehmen. So hat die Biochemikerin Emmy gerade einen neuen Job in Berlin angetreten.
Helia ist Chirurgin und wird in ihrem Job ziemlich gefordert und Ina arbeitet im Betrieb ihres Vaters.
Bei Emy und Helia scheint die Liebe zuzuschlagen, auch wenn es die beiden Frauen nicht wahrhaben wollen. Denn eine Beziehung am Arbeitsplatz? Nein, da sollte man lieber die Finger davonlassen.
Doch gegen die Liebe auf den 1. Blick kommt man einfach nicht an.

Die Handlungsorte sind das trubelige Berlin, das Labor und das Krankenhaus.
Aber keine Angst es geht nicht allzu wissenschaftlich oder medizinisch zu.
Alles wird gut verständlich beschrieben und oft mit einer Prise Humor gewürzt.

Nachdem man die Charaktere kennen und lieben gelernt hat, ist man auch schon in einer romantischen Liebesgeschichte, auch wenn die Beteiligten sich noch etwas sträuben.

Der Schreibstil von Nelly Berlin ist wie immer flüssig, gut verständlich und fesselnd. Ich bin tief in die Geschichte versunken und habe das Buch nur schwer zur Seite legen können.

„Liebe auf den ersten Blick“ ist wieder einmal ein richtiges Wohlfühlbuch.

Schloss Egeskov

Anne-Grethe Bjarup Riis und Thomas Rydahl
Historischer Roman
524 Seiten
erschienen im Blanvalet Verlag
Übersetzt von Ricarda Essrich
Meine Bewertung:
4 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Blanvalet Verlag für das Rezensionsexemplar

Dänisches Downton Abbey

Klappentext:
Fünen, Dänemark, 1874. Auf Schloss Egeskov herrscht große Aufregung: Graf Frederik soll heiraten. Doch die Verantwortung lastet schwer auf den Schultern des jungen Schlossherrn, während seine Schwester Jessie ganz andere Pläne hat. Sie will nach Paris, zum Studium an der Sorbonne. Doch dann kommt es zu einem tragischen Unfall, woraufhin die Bewohner des Schlosses von den Dienstboten bis zur Herrschaft großen Herausforderungen entgegensehen. Vor allem für Jessie wird sich alles ändern.

„Schloss Egeskov“ von Anne-Grethe Bjarup Riis und Thomas Rydahl entführt die Leser*innen nach Dänemark in die 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts.
Es ist der 1. Band der „Egeskov-Saga“ und ich war sehr gespannt.

Die Geschichte erzählt von Schloss Egeskov, seinen Bewohnern und die Dramen, die sich hinter den Mauern abspielen.

Der Schlossherr Graf Frederik steht kurz vor der Verlobung mit der jungen Komtesse Adele.
Die Schwester des Grafen, Baroness Jessie möchte gerne in Paris leben, zusammen mit dem Sohn des Pastors.

Auch die Angestellten haben Träume, die nur schwer zu verwirklichen sind.

Doch ein Unfall bringt das Leben der Adelsfamilie und das der Angestellten gehörig durcheinander.

Anne-Grethe Bjarup Riis und Thomas Rydahl geben den Leser*innen einen guten Einblick in das Leben auf Schloss Egeskov. Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt und so lernt man die Adelsfamilie und auch die Angestellten gut kennen.

Die Charaktere werden gut beschrieben und realistisch und lebendig dargestellt.
Auch das Schloss, das von Wasser umgeben ist, kann man sich anhand der Beschreibung gut vorstellen.

Der Vergleicht mit Dowton Abbey passt meiner Meinung nach sehr gut. Auch in dieser Geschichte haben die Leser*innen Einblick in das Leben der Adeligen und i das der Angestellten.

Der Schreibstil von Anne-Grethe Bjarup Riis und Thomas Rydahl ist flüssig und gut verständlich. Vor allem ist sie aus einem Guss, man spürt nicht, dass zwei Personen an dieser Geschichte geschrieben haben.

Einiges in der Geschichte entspricht der Realität und einiges ist Fiktion. Die beiden Autoren verweben Realität und Fiktion so fein zu einem großen Ganzen, dass man es nicht mehr zu Trennen vermag.

Ich habe „Schloss Egeskov“ mit Freude gelesen und bin schon auf den 2. Band gespannt.