Mathilde und Marie

Torsten Woywod
Roman
332 Seiten
erschienen im dtv Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den dtv Verlag für das Rezensionsexemplar

Redu-ein kleines Bücherdorf

Klappentext:
In Redu, einem kleinen Bücherdorf inmitten der belgischen Ardennen, wird die Zeit als Freund und nicht als Gegner empfunden: Umgeben von ausgedehnten Wäldern, rauschenden Flüssen und steilen Anhöhen gibt es hier lediglich einen Fernseher, während das Internet nur eine Stunde am Tag verfügbar ist. Dass der Kirchturm windschief in den Himmel ragt und man sein baldiges Herabstürzen befürchten muss, stört die 390 Einwohner ebenso wenig wie die gehörig aus dem Takt geratene Turmuhr.
Als die junge Französin Marie kurzentschlossen ihr Leben in Paris hinter sich lässt und zu einer Reise mit unbekanntem Ziel aufbricht, ahnt sie nicht, dass sie bald an diesem bemerkenswerten Ort ankommen wird. Im Zug begegnet sie Jónína, einer Isländerin, die Menschen mit ungewöhnlicher Klarheit zu lesen vermag und somit auch Maries Situation schnell erfasst. Sie nimmt Marie mit zu sich nach Hause, nach Redu, wo sie eine kleine Buchhandlung betreibt.

„Mathilde und Marie“ ist der Debütroman von Torsten Woywod.
Es ist eine ganz ruhige und leise Geschichte, nichts Aufregendes, doch ich bin nach wenigen Seiten ganz tief in die Geschichte eingesunken.

Der Schauplatz ist Redu. Dieses Dorf gibt es wirklich. Es ist das zweitälteste Bücherdorf der Welt und liegt in der Wallonie, in Belgien.
Das Dorf wird wunderschön beschrieben und ich weiß jetzt schon, dass ich es mir anschauen muss.

Neben dem Bücherdorf, dass unbestritten die Hauptrolle in der Geschichte spielt, sind natürlich noch Marie wichtig in der Geschichte.
Marie ist Französin und hat ihr Leben in Parias hinter sich gelassen und lässt sich treiben. Im Zug trifft Marie auf Jónína, eine junge Isländerin, die in den Menschen lesen kann. Sie spürt die Erschöpfung Maries und nimmt sie mit nach Redu, wo sie eine kleine Buchhandlung besitzt und sich die Uhren langsamer drehen.
Dort erwartet Marie ein Leben voll Ruhe und Geborgenheit und sie lernt die verschlossene und mürrische Mathilde kennen.

Torsten Woywod erzählt die Geschichte in einem ganz ruhigen Ton und in einer feinen Sprache. Die Geschichte ist geprägt von der Beschreibung des Schauplatzes Redu und durch die recht sympathischen Charaktere.
Diese führt der Autor spielend durch die Geschichte. Es ist eine Geschichte über Begegnung, Veränderung und Gemeinschaft.

Der Schreibstil von Torsten Woywod ist flüssig und gut verständlich. Der Autor versteht es mit seiner ruhigen Geschichte sich in die Herzen seiner Leser*innen zu schreiben.

„Mathilde und Marie“ ist ein wunderschöner und ruhiger Wohlfühlroman, mit einem schönen und interessanten Setting.

Die Kalimba der Zeit: Der verlorene Wald

C.F. Storms
Fantasy
148 Seiten
erschienen bei BoD – Books on Demand
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Gelungener Debütroman

Klappentext:
Der Verlorene Wald ist der Auftakt einer siebenteiligen Fantasyreihe in kompakter und lesefreundlicher Erzählweise. Phelan wächst im abgelegenen Birkesdorf auf, wo er als Kleinkind allein aufgefunden wurde. Kurz vor seinem zehnten Lebensjahr soll er in einem alten Ritual sein Tierzeichen erhalten. Doch der feierliche Moment kippt, als der Druide das Zeichen verkündet. Die Dorfbewohner reagieren mit Angst und Ablehnung, und Phelan flieht überfordert in den geheimnisvollen Verlorenen Wald. Dort begegnet er einer gesichtslosen Gestalt, die einen magischen Gegenstand bei sich trägt: die Kalimba der Zeit. Durch sie erfahrt Phelan die wahre Bedeutung seines Tierzeichens und dass sein Schicksal direkt mit dem Gleichgewicht der gesamten Welt verbunden ist.

„Die Kalimba der Zeit: Der verlorene Wald“ ist der 1. Band einer 7teiligen Fantasy-Reihe von C.F. Storms.

Im Mittelpunkt steht der 10-jährigen Phelan, ein Findelkind, dass in einem abgelegenen Dorf aufwächst. Jetzt steht er kurz davor sein Tierzeichen zu bekommen. Der Druide enthüllt das Zeichen, was Angst und Schrecken verbreitet. Daraufhin geht Phelan in den verlorenen Wald und seine Geschichte beginnt.

C.F. Storms erzählt kurz und klar die Geschichte. Der Autor fast das Wesentliche mit wenigen Worten zusammen. Keine langen Beschreibungen, nicht viele Worte die sich immer um dasselbe drehen. Dadurch ließt de Geschichte sich sehr schnell, es fehlt aber nichts, ich hatte schnell Bilder im Kopf.

Die Charaktere sind gut gezeichnet, Phelan war mir auf Anhieb sympathisch. Auch die anderen Charaktere, wie z. B. Audrey mochte ich sehr. Nicht so sympathisch war mir Faol, er hat etwas Geheimnisvolles an sich das ich nicht einschätzen kann.

Wie die gesamte Erzählung, so ist auch die Beschreibung der Handlungsorte recht kurzgehalten. Es gibt Menschen, es gibt Götter und es gibt Fabelwesen und die Magie fehlt natürlich auch nicht.

„Die Kalimba der Zeit: Der verlorene Wald“ ist ein guter Einstieg in eine mehrteilige Fantasy-Reihe. Mir hat das Lesen viel Freude bereitet.

Der Retter der Mütter

Péter Gárdos
Biografischer Roman
350 Seiten
erschienen bei Hoffmann & Campe
Übersetzt aus dem Ungarischen von Eszter Toldi
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an Hoffmann und Campe für das Rezensionsexemplar

Ein Leben für die Mütter

Klappentext:
Ignaz Semmelweis revolutionierte die Medizin. Der junge ungarische Arzt entdeckte im 19. Jahrhundert die Grundlagen der Hygiene, womit er unzähligen Frauen in den Geburtskliniken das Leben rettete. Péter Gárdos wollte einen Film über diesen faszinierenden Mann drehen, doch dieses Unterfangen wurde ihm in seiner Heimat Ungarn untersagt. So schrieb Gárdos diesen Roman, der erstmals die faszinierende Lebensgeschichte eines genialen Mannes erzählt, der zahllosen Müttern das Leben rettete und dabei selbst wie ein Teufel bekämpft wurde. Ein einzigartiges, mitreißendes und bewegendes Buch, das eine ebenso unglaubliche wie wahre Geschichte erzählt.

„Der Retter der Mütter“ ist ein biografischer Roman über den Arzt Ignaz Semmelweis von Péter Gárdos.

Im 19. Jahrhundert sind noch viele Frauen am Kindbettfieber gestorben. Das machte sich der Arzt Ignaz Semmelweis, der später als Retter der Mütter in die Geschichte einging zur Aufgabe. Es war revolutionär, als er entdeckte, dass man mit der richtigen Hygiene viele Mütter retten kann. Nach langem untersuchen und forschen kam er dahinter, dass man mehr auf Hygiene achten muss. Von Kollegen und Krankenschwestern wurde der Arzt nicht ernst genommen und es dauerte einige Zeit, bis sich seine Ratschläge umsetzen ließen.

Péter Gárdos bring den Arzt Ignaz Semmelweis noch einmal in Erinnerung. Es ist erstaunlich, wie unaufhaltsam der Arzt nach dem Grund für die hohe Sterblichkeit der frisch entbundenen Frauen gesucht hat. Es ist kaum zu glauben wie verbohrt seine Kollegen und die Krankenschwester waren, die sich wegerten mehr auf Hygiene zu achten.

Péter Gárdos beschreibt das Leben von Ignaz Semmelweis sehr eindrucksvoll. Semmelweis hat praktisch sein Leben für die Frauen gegeben. Denn er wurde, durch den anhaltenden Kampf gegen Windmühlen psychisch krank und verstarb früh.

Man spürt bei Lesen, dass Péter Gárdos akribisch recherchiert hat. Der Schreibstil des Autos ist flüssig und gut verständlich. Die Charaktere werden gut beschrieben und sind lebendig. Auch begegnen die Leser*innen einigen historischen Persönlichkeiten, was die Geschichte um so authentischer macht.

„Der Retter der Mütter“ ist eine interessante Geschichte, die ich gerne gelesen habe.

Down Cemetery Road

Mich Herron
Kriminalroman
550 Seiten
Übersetzt aus dem Englischen von Stefanie Schäfer
erschienen im Diogenes Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Diogenes Verlag für das Rezensionsexemplar

Spannende Krimireihe

Klappentext:
Sarah Tucker lebt in einem beschaulichen Vorort von Oxford, in der Rolle als Hausfrau gestrandet. Als jedoch nach einer Explosion in der Nachbarschaft ein Kind spurlos verschwindet, findet sie keine Ruhe mehr und holt sich Hilfe bei der Privatermittlerin Zoë Boehm. Gemeinsam bringen die beiden Frauen mehr Geheimnisse als Antworten ans Licht, Menschen, die lange für tot gehalten wurden, weilen unter den Lebenden, während sich immer mehr schnell zu den Toten gesellen. Vom ruhigen, abgründigen Pflaster Oxfords in ein Netz aus Verschwörungen von hochoffizieller Seite.

„Down Cemetery Road“, ist der 1. Band der Reihe „Zoë Boehm ermittelt in Oxford“ von Mick Herron.

Sarah Tucker lebt in Oxford. Sie ist Hausfrau und in ihrer Ehe mit Mark nicht wirklich glücklich. Nach einer Explosion in der Nachbarschaft, bei der zwei Menschen ums Leben kommen und die 4jährige Dinah geborgen werden kann, aber dann spurlos verschwindet.

Sarah, die auf ihre Fragen nach Dinah keiner Antworten bekommt, ahnt das hier etwas nicht stimmt. Sie beauftragt die Privatdetektiven Zoë Boehm, mit ihr zusammen das Kind zu suchen. Bald schon sehen sie sich eine Verschwörung gegenüber, die sie in tödliche Gefahr bringt.

Mick Herron versteht es gut, Spannung aufzubauen und sie über die gesamte Geschichte aufrechtzuhalten.
Die Charaktere sind gut gezeichnet und interessant. Sarah Tucker, die das Dasein einer gelangweilten Hausfrau fristet, ist schnell damit beschäftigt nach Dinah zu suchen. Später stößt dann noch Zoë Boehm hinzu. Die beiden Frauen als Team gefallen mir gut.

Die Handlungsorte werden gut beschrieben.
Die Geschichte schreitet in einem ordentlichen Tempo fort.
Der Schreibstil ist flüssig, gut verständlich und etwas anspruchsvoller als beide en meisten Kriminalromanen.
Mit seinem sarkastischen Humor, vor dem auch der britische Geheimdienst nicht verschont wird, lockert Mick Herron die Geschichte immer wieder auf.

„Mir hat „Down Cemetery Road“ gut gefallen und ich freue mich schon auf den 2. Band.

Wie Schwimmen im Sand

Alexandra Alius
Roman
351 Seiten
erschienen im Rote Katze Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Wie schwierig es ist, eine gute Mutter zu sein


Klappentext:
Toni und Ben wollen ein Kind, mindestens eines. Aber es will und will nicht klappen. Nach vielen verzweifelten Versuchen entscheiden Sie sich zur Adoption. Und kurz später ist der zweijährige Leon da, mit viel Wut im Gepäck. Doch Toni lässt sich nicht beirren; eine glückliche Zeit beginnt. Dann passiert, was unmöglich erschien: Toni wird schwanger. Ein zweiter, eigener Sohn wird geboren. Damit werden die Verhältnisse schwierig, sehr schwierig. Ist sie der Aufgabe gewachsen? Scheitert daran die Ehe? Muss sie Leon loslassen, um die Familie zu retten? Als auch noch ein dunkles Geheimnis von Tonis Eltern ans Licht kommt, gerät ihr Mutterbild ins Wanken.

„Wie Schwimmen im Sand“ von Alexandra Alius, ist ein Roman, der sich mit dem Thema; der perfekten Mutter befasst.

Toni und Ben bleibt ihr Kinderwunsch verwehrt. Sie entschließen sich zu einer Adoption. So bekommt der 2-jährige Leon ein schönes zuhause. Doch es ist nicht so einfach, ein fremdes Kind an sin neues Zuhause und an die neuen Eltern zu gewöhnen. Es gibt einig Anfangsschwierigkeiten. Dann passiert es, Toni wird schwanger und bekommt einen Sohn. Gelingt es den Eltern die Kinder als gleichberechtigte Geschwister zu erziehen oder wird das eigene Kind immer im Stillen bevorzugt.

Alexandra Alius erzählt die Geschichte sehr ehrlich und aufwühlend und in einem guten Tempo. Ich konnte mich gut in Toni und Ben hineindenken. Aber auch in den kleinen Leon, der schon dramatisiert zu seinen Adoptiveltern gekommen ist. Die Eltern, vor allem Toni gehen bis ans Ende ihrer Kraft, um den Kindern ein gutes Zuhause zu bieten.

Die Charaktere sind sehr authentisch und richtig lebendig. Sowohl Ben und Toni als auch Leon werden sehr gut durch die Geschichte geführt.

Der Schreibstil von Alexandra Alius ist flüssig und gut verständlich. Die Geschichte schreitet i einem ordentlichen Tempo voran. Das Thema Mutter, Adoptivkind und eigene Kinder wird ehrlich behandelt.

„Wie Schwimmen im Sand“ ist ein Roman aber diese Familienkonstellation gibt es in der Realität sicher auch. Ich habe diese Geschichte mit Interesse und Spannung gelesen.

Kleopatra

Saara El-Arifi
Historischer Roman
420 Seiten
erschienen bei Hoffmann & Campe
Übersetzt aus dem amerikanischen Englisch von Volker Oldenburg
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an Hoffmann und Campe für das Rezensionsexemplar

Eine Königin spricht

Klappentext:
Dieser atemberaubende Roman erzählt das Leben der ehemals mächtigsten Frau der Welt: Kleopatra, die letzte altägyptische Königin, war eine Pharaonin, Ehefrau, Mutter – und eine Herrscherin mit unermesslicher Macht. Ihr Tod ist legendenumwoben, ihr Leben sagenhaft. Mit gerade einmal 19 Jahren besteigt sie nach dem Tod ihres Vaters den Thron eines Weltreichs, nicht ahnend, welche ungeheuerlichen Herausforderungen von diesem Moment an ihr Leben bestimmen sollten.
Bestsellerautorin Saara El-Arifi erzählt das Leben der Kleopatra jetzt erstmals aus ihrer eigenen Sicht: ein einzigartiges Leseabenteuer und ein Manifest von Macht, Liebe und dem unbezwingbaren Geist einer wahren Königin, die sich den Zwängen ihrer Zeit widersetzte.

„Kleopatra“ von Saara El-Arifi ist ein außergewöhnlicher Roman, der mir sehr gut gefallen hat.

Kleopatra, wohl eine der bekanntesten und mit Mythen behaftete Frau aus dem alten Ägypten.
Saara El-Arifi verleiht ihr in ihrem Roman eine Stimme. Die Geschichte ist in der Ich-Perspektive aus Sicht von Kleopatra geschrieben. Ich habe mich beim Lesen Kleopatra nahe gefühlt. Mir hat besonders gefallen, dass die Leser*innen von Kleopatra direkt angesprochen wurden. Sie hat offen einige Überlieferungen bemängelt. Ob Bilder oder Überlieferungen in geschriebener Form, Kleopatra bemängelt und stellt richtig, was ihrer Meinung nach falsch überliefert wurde.

Saara El-Arifi beschreibt Kleopatra sehr gut und auch ihre Beziehung zu Caesar und später zu Marcus Antonius und auch die Geburt und die Liebe zu ihren Kindern werden gut erzählt.
Kleopatra war eine Königin die lange umstritten war. Dazu haben auch ihre Schwester und ihr Bruder beigetragen, die ihr den Thron streitig machen wollten.

Natürlich musste auch Saara El-Arifi sich an die alten Überlieferungen halten. Die Autorin hat genau recherchiert und das für sie wahrscheinlichste Bild von Kleopatra in diesem Roman gezeichnet.

Der Schreibstil von Saara El-Arifi ist flüssig und gut verständlich. Sie hat mich mit ihren Worten in den Bann gezogen. Ich konnte das Buch schon nach wenigen Seiten nicht mehr aus der Hand legen.
Mit diesem Buch habe ich eine neue Autorin für mich entdeckt.

Fluss der versunkenen Träume

Anna Sofia Glass
Roman
erschienen im Ullstein Verlag
400 Seiten
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an NetGalley.de für das Rezensionsexemplar

Eine Reise an der Donau entlang

Klappentext:
Wien 1902. Lanya flieht vor einer arrangierten Ehe nach Ybbs an der Donau, in eine fremde, verzauberte Welt. Als sie im Fluss ein Goldmedaillon entdeckt, kommt sie einem tragischen Todesfall auf die Spur, der eng mit dem Schicksal ihrer Gastfamilie verknüpft ist. Auf der Flucht vor der Vergangenheit macht sich Lanya mit Boris, dem Sohn der Familie, per Boot stromabwärts auf den Weg nach Budapest und weiter zur orientalischen Insel Ada Kaleh am Fuße der Karpaten. Doch die Reise bringt nicht nur die Wahrheit über das Medaillon ans Licht, sondern auch verbotene Gefühle zwischen Lanya und Boris. Hat ihre Liebe in einer Welt voller gesellschaftlicher Zwänge eine Zukunft?

„Fluss der versunkenen Träume“ von Anna Sofia Glass ist ein Roman, der die Leser*innen an die Donau führt.

Im Mittelpunkt steht Lanya, eine junge Frau, die vor einer arrangierten Ehe flieht. Sie kommt an die Donau und findet im Fluss ein goldenes Medaillon.

Mit ihrer Geschichte führt Anna Sofia Glass ihre Leser*innen die Donau entlang, von Wien nach Ybbs und zur Insel Ada Kaleh.

Die Geschichte hat zwei Handlungsstränge und führt uns ins frühe 20.Jahrhundert und in die 1990er Jahre.
Die Zeit und die Handlung ist immer durch das Medaillon verbunden, das ein Geheimnis verbirgt.

Die Autorin beschreibt die einzelnen Handlungsorte sehr anschaulich. Mir haben die verschiedenen Schauplätze gut gefallen.
Die Charakteren sind gut gezeichnet und richtig lebendig. Natürlich haben mit Lanya und Boris, zwischen denen sich Gefühle offenbaren am besten gefallen.
Aber auch die Nebencharaktere sind gut gezeichnet und bereichern die Geschichte.

Der Schreibstil von Anna Sofia Glass ist flüssig, gut verständlich und fesselnd. Ich wurde wie durch einen Sog in die Geschichte hineingezogen und konnte das Buch nicht zur Seite legen.

„Fluss der versunkenen Träume“ ist ein Roman, den ich mit Freude gelesen habe.

The CEO I hate

Leslie North
Romance
Meine Bewertung:
4 von 5 Sternen

Ein Roman zum Wohlfühlen

Klappentext:
Liam Lockhart ist der beste Freund meines Bruders, zehn Jahre älter als ich und genau die Art von Fehler, den ich mir geschworen hatte, nicht zweimal zu machen.
Vor zwei Jahren haben wir uns geküsst. Heftig. Heiß. Unvergesslich. Bis er mich abblitzen ließ, als wäre ich ein Ausrutscher, den er sich nicht leisten kann. Botschaft angekommen.
Also tat ich, was jede Schriftstellerin mit gebrochenem Herzen tun würde: Ich machte ihn zum Bösewicht in meinem Webcomic. Übellaunig, selbstgefällig, nervtötend und ganz klar an Liam angelehnt.
Und jetzt? Dank einer absurden Fügung des Schicksals (und der Verletzung meines Bruders) … bietet ausgerechnet Liam mir den Job meines Lebens an: Chefautorin einer erfolgreichen Serie auf seiner Streaming-Plattform.

„The CEO I hate“ ist der 1. Band der Reihe „Die Lockhart-Brüder“ von Leslie North.
Es ist eine typische Liebesgeschichte mit vielen auf und abs.

Eigentlich ist Mia fertig mit Liam.
Liam Lockhart, der beste Freund von Mias Bruder hat Mia vor 2 Jahren heftig geküsst und dann abblitzen lassen. Doch jetzt bietet ausgerechnet Liam ihr einen Traumjobb an. Der Haken an der Sache ist, Mia muss täglich mit Liam zusammenarbeiten.

Leslie North erzählt die Geschichte in ihrem gewohnten lockeren Stil.
Die Charaktere werden gut beschrieben. Mia und ihr Bruder sind sympathisch. Auch wenn ich Mias handeln nicht immer ganz nachvollziehen konnte.
Mit Liam konnte ich mich nicht anfreunden.

„The CEO I hate“ ist eine Liebesgeschichte, genau richtig um sich, bei der kalten Jahreszeit auf der Couch einzumummeln und zu lesen.
Ich bin schon auf den 2. Band „The Boss I Can’t Stand“ gespannt, der Mitte Februar erscheinen soll.

Die Magnolientochter

Tessa Collins
Roman
493 Seiten
erschienen im Ullstein Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Ullstein Verlag für das Rezensionsexemplar

Schöne Geschichte mit tollem Setting

Klappentext:
Magnolia weiß eigentlich sehr genau, was sie will und wo sie steht. Doch als sie eine alte Quittung und ein Flugticket nach Neuseeland findet, gerät etwas in ihr aus den Fugen. Um Antworten zu finden, reist sie in die Heimat ihrer Mutter, über deren Vergangenheit immer geschwiegen wurde. Was Magnolia dort entdeckt, hat nicht nur mit der dunklen Geschichte des Landes zu tun, sondern auch mit ihrer eigenen Familie. Zwischen der atemberaubenden Natur Neuseelands, der Liebe und dem Einsatz für den Umweltschutz enthüllt Magnolia das traurige Schicksal ihrer Verwandtschaft. Kann sie die Vergangenheit heilen und zugleich ihren eigenen Weg weitergehen?

„Die Magnolientochter“ ist der 4. Band der Blumentöchter-Saga von Tessa Collins.
Tessa Collins ist das Pseudonym von Silke Ziegler die mich schon mit ihren Krimis und der Purpurküsten-Reihe begeistert hat.

Nachdem mir die ersten drei Bände so gut gefallen haben, wartete ich schon sehnsüchtig auf Band 4.

Tessa Collins entführt ihre Leser*innen nach Neuseeland. Ein Land reich beschenkt mit schöner Natur. Es war die Heimat von Magnolias Mutter.
Als sie ein altes Flugticket nach Neuseeland findet, ist ihr Interesse geweckt. Sie reist in die Heimat ihrer Mutter.

Im Mittelpunkt steht Magnolia, die auf den Spuren ihrer Mutter wandelt. Von der Heimat ihrer Familie, Neuseeland ist ihr wenig bekannt. Ihre Mutter Maia leidet unter Depressionen und ihre Großmutter Rose ist schon verstorben. In Neuseeland stößt Magnolia auf die Vergangenheit ihrer Familie.

Tessa Collins versteht es Charaktere zu zeichnen und durch die Geschichte zu führen. Vor allem hat mir in diesem Band Magnolia gefallen. Sie ist Umwelttechnikerin und somit liegt ihr die Umwelt sehr am Herzen.

Ich habe Magnolia gerne auf ihrer Reise begleitet. Es war schön mitzuerleben, wie Magnolia das Schicksal ihrer Familie enthüllt.

Tessa Collins versteht es Handlungsorte zu beschreiben. Die schöne Natur Neuseelands hat sie mir mitten in mein Wohnzimmer gebracht. Es ist wunderschön, wie die Autorin das Land beschreibt. Am liebsten wäre ich selbst hingereist.

Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Die Zeit der Handlung wechselt immer wieder von der Gegenwart in die Vergangenheit. So lernt man auch Magnolias Mutter und Großmutter kennen.

Tessa Collins erzählt die Geschichte mit viel Gefühl. Dabei ist ihr Schreibstil flüssig und gut verständlich.
Ich habe das Lesen von „Die Magnolientochter“ wieder sehr genossen und freue mich jetzt schon auf den 5. Band „Die Rosentochter“ der im August 2026 erscheinen wird und die Leser*innen nach Namibia führen wird.

Liebesrausch

Charlotte von Feyerabend
Roman-Biografie
311 Seiten
erschienen im Droemer Knaur Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Das zügellose Leben von Anaïs Nin

Paris, 1931. Als Anaïs Nin den zwölf Jahre älteren Henry Miller trifft, wird ein Feuer entfacht: Beide inspirieren sich nicht nur literarisch, zwischen ihnen brennt auch eine ungezügelte Leidenschaft. Das Leben mit allen Sinnen zu fassen, alle Schranken zu sprengen und dafür die perfekten Worte zu finden, das streben beide an, koste, was es wolle. Sie tanzen auf den rauschendsten Festen und lassen ihrer Fantasie freien Lauf.
Doch während sich Henry voll und ganz den Exzessen hingibt, führt Anaïs auch eine konventionelle Ehe mit Hugo, der sie über alles liebt und finanziell für sie und ihre Künstlerfreunde sorgt. Den emotionalen Spagat zwischen Hemmungslosigkeit und Konventionen kann Anaïs nur in ihren berühmt-berüchtigten Tagebüchern verarbeiten: Gehören Erotik und Sinnlichkeit in den Mittelpunkt des Lebens? Und darf man dafür die Menschen belügen, die einen lieben?

„Liebesrausch“ von Charlotte von Feyerabend, ist eine Roman-Biografie über die Schriftstellerin Anaïs Nin.

Charlotte von Feyerabend entführt ihre Leser*innen nach Paris der 1930er Jahre.
Hier lernen wir die Schriftstellerin Anaïs Nin kennen. Sie ist mit dem Filmproduzenten Ian Hugo verheiratet, der sie und auch ihre Künstlerfreunde finanziert.
Als Anaïs den Schriftsteller Henry Miller kennenlernt, inspirieren die beiden sich literarisch. Doch dabei bleibt es nicht. Sie feiern Feste und geben sich einer hemmungslosen Leidenschaft hin.

Charlotte von Feyerabend setzt Anaïs Nin mit dieser Roman-Biografie ein Denkmal. Bisher war Anaïs Nin mir unbekannt, von Henry Miller hingegen, habe ich einige Romane gelesen.
Anaïs Nin war eine Vorreiterin von sexueller Freiheit. Sie selbst führte ein zügelloses und skandalöses Leben. Ihr Leben hielt sie in Tagebücher fest, die durch einen Zufall in die Hände von Charlotte von Feyerabend gefallen sind. Was muss man da als Autorin machen, natürlich eine Geschichte schreiben.
Und das hat Charlotte von Feyerabend auch hervorragend gemeistert. Ich bin tief in das Leben der zwei Charaktere eingetaucht.
Charlotte von Feyerabend hat einen flüssigen, gut verständlichen und vor allem fesselnden Schreibstil. Sie hat mir Anaïs Nin nähergebracht und ich habe mir vorgenommen einmal ein Werk von ihr zu lesen.

„Liebesrausch“ gibt tiefe Einblicke in das (Liebes)leben von Anaïs Nin. Ich habe es mir großer Freude gelesen.