Caren Benedikt
Historischer Roman
393 Seiten
erschienen im Blanvalet Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Blanvalet Verlag für das Rezensionsexemplar
Atmosphärischer Roman
Klappentext:
Salzburger Land, Sommer 1955: Theresa von Reuschenberg, Hotelière mit Herz und Vision, steht vor dem Chaos. Die Festspiele laufen, »Sissi« wird gedreht, die High Society geht bei ihr ein und aus und plötzlich taucht ihr tot geglaubter Bruder Benedikt auf. Gezeichnet von der Kriegsgefangenschaft, fordert er seinen Anteil am Familienerbe. Während Theresa von finanziellen Schwierigkeiten geplagt um ihre Hotels kämpft, droht Benedikt, alles zu zerstören. Doch Theresa lässt sich ihre Liebe und Leidenschaft nicht nehmen und tut alles, um ihre Hotels, vor allem aber ihre Familie, beisammenzuhalten.
„Schlosshotel Fuschl“ ist ein atmosphärischer Roman von Caren Benedikt.
Die Autorin hat mir schon viele schöne Lesestunden geschenkt, auf das neue Werk war ich schon sehr gespannt.
Caren Benedikt entführt ihre Leser*innen ins Salzburger Land, in das Jahr 1955.
In diesem Roman erzählt die Autorin die Geschichte des Schlosshotels Fuschl und die der Familie von Theresa von Reuschenberg.
Die Charaktere sind das Herzstück des Romans.
Theresa von Reuschenberg leitet die Hotels Goldener Hirsch und das Schlosshotel Fuschl.
Die Festspiele verlangen Theresa einiges ab, denn die Menschen kommen von überall her.
Sophie, die Tochter von Theresa, muss kräftig mit anpacken. Geplant ist, dass Sophie eines Tages das Hotel weiterführen wird.
Doch Sophies Plan ist es, mit dem in Salzburg stationierten US-Soldaten James in die USA zu gehen.
Die 2. Tochter Marie hilft nur in den Semesterferien im Hotel. Sie studiert am Mozarteum und liebt es, den Gästen abends etwas vorzusingen.
Benedikt ist der Bruder von Theresa. Keiner rechnet mehr damit, dass Benedikt noch am Leben ist. Ist der Krieg doch schon länger beendet und von Benedikt gibt es keine Spur.
Doch als er plötzlich wieder auftaucht, fordert er seinen Teil des Erbes ein. Das stellt Theresa vor große Probleme.
Die Charaktere werden gut beschrieben und sind mir schnell sympathisch gewesen.
Die Autorin vermittelt gut das Leben in den 1950er Jahren. Die Menschen wollen wieder ausgehen, sich etwas gönnen. Das sieht man am Zulauf, den die Salzburger Festspiele haben.
Auch die jüngere Generation möchte sich nicht mehr in ein Leben pressen lassen. So hat Theresas Tochter Sophie ihre eigenen Pläne.
An Benedikt kann man spüren, welche Spuren der Krieg und eine lange Kriegsgefangenschaft hinterlassen haben.
Caren Benedikt beschreibt das Hotel und den Handlungsort sehr anschaulich. Man kann sich die schöne Landschaft und den Fuschlsee gut vorstellen.
Das Hotel und auch die Festspiele verleihen der Geschichte eine besondere Atmosphäre.
Der Schreibstil von Caren Benedikt ist wie immer flüssig und gut verständlich.
Die Autorin verwebt einige reale Hintergrundinformationen in die fiktive Geschichte.
Dazu gibt es wie meist von Caren Benedikt im Anhang noch reichlich Informationsmaterial.
Inspiriert zu diesem Roman wurde die Autorin von Harriet Walderdorff, die in Salzburg das Hotel Goldener Hirsch führte und am Fuschlsee das Schlosshotel.
„Schlosshotel Fuschl“ hat mir wieder einmal die schönsten Lesestunden bereitet. Ich würde am liebsten noch weiterlesen.
Vielleicht entschließt sich Caren Benedikt ja zu einer Fortsetzung.
