Alexandra Seese
Roman
403 Seiten
erschienen bei BoD – Books on Demand
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an Alexandra Seese für das Rezensionsexemplar
Mystisch und spannend
Klappentext:
Verwitwet, abgebrannt und vom Rauswurf aus dem Familienanwesen bedroht – die ehemalige Sopranistin Christine steckt in der Bredouille. Ein Vorsingen an der Pariser Oper bietet die Chance auf Unabhängigkeit. Doch die Konkurrenz ist jünger und besser in Form. Ein Brief aus dem Jenseits könnte die Lösung bringen oder neue Schwierigkeiten aus alten Abhängigkeiten entfachen. Zwischen Absender und Empfängerin entfaltet sich ein intensiver Dialog über persönliche und tatsächliche Dämonen, über Täter und Opfer, Schuld und Mitschuld und darüber, wer wie weit bereit ist zu gehen, um ans persönliche Ziel zu gelangen. Sich Gaston Leroux‘ Klassiker Das Phantom der Oper als Vorgeschichte bedienend, spinnt Sie auch die weltweit bekannte Erzählung weiter und stellt sie zugleich kritisch in Frage.
„In ihrem Roman „Sie auch“ spinnt Alexandra Seese den Klassiker „Das Phantom der Oper“ weiter.
Die Autorin schickt ihre Leser*innen nach Paris und nach Perros-Guirec in das Jahr 1887.
Die Sopranistin Christine ist verwitwet und ziemlich mittellos. Sie lebt auf dem Familienanwesen ihres verstorbenen Mannes. Ihre Schwägerin gibt ihr indirekt die Schuld am frühen Tod ihres Bruders. Christine muss ihre Schwägerin erdulden, den sie bangt, sonst ihr Obdach zu verlieren.
Eine Anstellung an einem Opernhaus ist ihr auch verwehrt, die Konkurrenz ist jünger und hat mehr Chancen. Da erreicht sie ein Brief. Die wenigen Zeilen sind mit roter Tinte geschrieben und unterzeichnet mit Orfeo Gluck. Ein Schreck geht Christine durch Mark und Bein.
Zitat, Seite 13:
O.G. wie Operngeist; Gluck nach Willibald Gluck, dem Komponisten der Oper Orfeo und Euridice über den mystischen Sänger Orpheus, der in die Unterwelt hinabgestiegen war, um seine verstorbene Frau zurückzuholen.
Ab diesem Satz hat mich das Buch gefangen.
Zwischen der Geschichte um Christine, bekommen die Leser*innen immer wieder Briefe zu lesen, den zwischen Christine und dem Absender des Briefs entsteht ein Dialog. Ein Dialog über alte Dämonen und über Schuld.
Alexandra Seese hat ihre Charaktere gut gezeichnet. Sie sind facettenreich und interessant. Vor allem wirken die Protagonisten lebendig.
Die Autorin führt ihre Leser*innen in die Welt der Oper und gleichzeitig in eine mystische Welt.
Im Laufe der Geschichte entwickelt sich zusätzlich noch eine gewisse Spannung.
Der Schreibstil von Alexandra Seese ist flüssig, gut verständlich und der Zeit der Handlung angepasst.
Mich hat die Geschichte schnell begeistert.
„Ich auch“ ist eine Geschichte für alle, die gerne literarische Literatur lesen.
