Wenn wir Frauen uns einige wären

Jule Marek
341 Seiten
erschienen im Selfpublishing
Meine Bewertung: 5 von 5 Sternen

Vielen Dank an Jule Marek für das Rezensionsexemplar

Zusammen sind wir stark

Klappentext:
Im kleinen Ort Richport an Floridas Küste kämpft jede Frau für sich:
Lenie schweigt und ordnet sich unter, um Harmonie zu wahren.
Sena macht, was nötig ist, um wirtschaftlichen Erfolg zu sichern.
Rics stürzt sich in jeden Konflikt, um weibliche Selbstbestimmung zu verteidigen.
Als Kenneth seine Verlobte Lenie aalglatt übergeht, stellt Rics sich ihm vehement in den Weg. Doch ihr Widerstand hat Folgen: Der einflussreiche Anwalt setzt sie unter Druck. Und Sena und Lenie sehen durch Rics ihre Ziele bedroht. Erst als die vierzehnjährige Madlin Schutz braucht, wird klar, wie hoch der Preis für Schweigen und Anpassung ist. Gelingt es den Frauen rechtzeitig, ihre gemeinschaftliche Stärke zu erkennen und aufeinander zu vertrauen?

„Wenn wir Frauen uns einig wären“ von Jule Marek, ist ein Roman, der aufzeigt, dass Frauen, wenn sie zusammenhalten, viel bewirken können.

Im Mittelpunkt stehen vier Frauen, aus deren Perspektive die Geschichte erzählt wird.

Lenie ist Lehrerin und in Richport beliebt. Leni passt sich gerne überall und jedem an. Jetzt wagt sie sich aus ihrem Schneckenhaus und möchte von ihrem Verlobten Kenneth einen Hochzeitstermin. Doch der hat zurzeit andere Prioritäten.

Sena führt das Diner in Richport. Sie ist ganz Geschäftsfrau, die rein zweckorientiert handelt und alles dem wirtschaftlichen Erfolg unterordnet.

Rics ist eine kleine Rebellin. Sie scheut keinen Konflikt, um für Gleichberechtigung einzustehen. Dabei macht sie sich bei Anwalt Kenneth, der ihre Tauchschule kaufen möchte, um ein Luxushotel zu bauen, nicht gerade beliebt.

Madlin ist 14 Jahre und verbringt mit ihrem Onkel David ein paar Tage in Richport um Tauchen lernen.
Seit dem Tod ihrer Mutter steht ihr Leben auf dem Kopf. Ihr Vater, der offensichtlich mit dem Tod seiner Frau nicht zurechtkommt, greift oft zum Alkohol und wird dann gewalttätig gegen seine Tochter.
Erst als Madlin sich weigert, wieder nach Hause zu ihrem Vater zurückzukehren, und einfach verschwindet, werden die Erwachsenen wach.
Als Madlin erzählt, was sie bedrückt, stehen die Frauen fest zusammen und erreichen Großes.

Das Herzstück in der Geschichte sind die Charaktere. Die sind von Jule Marek gut gezeichnet und sympathisch.
Anhand der vier Frauen zeigt Jule Marek auf, was Frauen zusammen bewirken können.
Mir hat es gut gefallen, wie die vier so unterschiedlichen Frauen plötzlich wie eine Mauer zusammenstehen.

Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und gut verständlich. Auch der Handlungsort Richport in Florida wird anschaulich beschrieben.

„Wenn wir Frauen uns einig wären“ ist ein Roman über Frauen, den nicht nur Frauen lesen können.

Heimatsommer

Petra Durst-Benning
Roman
436 Seiten
erschienen im Blanvalet Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Blanvalet Verlag für Rezensionsexemplar

Wenn man fest zusammenhält, kann man fast alles schaffen

Klappentext:
Fleur liebt das Leben in Goldberg. Nirgendwo ist es so schön und idyllisch wie in ihrer Heimat. Doch alles gerät ins Wanken, als ihre Mutter Helene stirbt und die Zukunft des Weinorts auf dem Spiel steht. Zusammen mit ihrer besten Freundin Eleonore beschließt Fleur, für ihre Stadt zu kämpfen. Goldberg soll richtig aufblühen! In Schwung kommen ihre Pläne allerdings erst, als Jean-Claude, Koch und vielgereister Weltenbummler, in die Heimat zurückkehrt. Plötzlich liegt Hoffnung in der Luft und wird auch Fleurs Herz wieder eine Heimat finden?

Mit „Heimatsommer“ hat Petra Durst-Benning wieder einmal einen zeitgenössischen Roman veröffentlicht.
Petra Durst-Benning gehört zu meinen absoluten Lieblingsautorinnen, ich habe alle Bücher von ihr verschlungen. Egal ob historisch oder zeitgenössisch, ihre Bücher sind immer ein wahrer Lesegenuss.
Und wie kann es bei einem Buch der Autorin anders sein, auch „Heimatsommer“ hat mich sofort wieder in seinen Bann gezogen und wird ohne Zweifel wieder zu meinen Highlights des Jahres gehören.

Die Geschichte hat mich etwas an die Maierhofen-Reihe erinnert.
Auch in diesem neuen Roman steht eine kleine Stadt vor dem Aus.
Der Weinort Goldberg hat Probleme, überall fehlt das Geld. Auch die Weinbauern können von ihrem Ertrag nicht überleben. Jetzt ist der Verbleib der Winzergenossenschaft fraglich. Zumal der Kellermeister seine Stelle gekündigt hat und kein Nachfolger in Sicht ist. Zum Glück springt Jean-Claude ein, der eigentlich nur für kurze Zeit nach Hause gekommen war. Hat er früher immer kaum erwarten können, die kleine Stadt wieder zu verlassen, um in der weiten Welt als Koch zu arbeiten, fühlt er sich plötzlich wie zu Hause. Das liegt auch an Fleur, einer Freundin aus Kindertagen.
Gemeinsam rufen die Winzer das „Rebenbeben“ aus. Ein Weinjahr voller Events und schöner Erlebnisse. Die Bewohner von Goldberg rücken nah zusammen und viele packen mit an, um Goldberg schöner und bekannter zu machen.

Petra Durst-Benning versteht es, starke Charaktere zu erschaffen und ihnen Leben einzuhauchen.
Hier sind es gleich mehrere Charaktere, die mein Herz im Sturzflug erobert haben.

Als Erstes möchte ich Jean-Claude nennen. Er hatte einst Weinbau studiert, ist aber lieber als Koch durch die Welt gezogen. Jetzt ist er für ein paar Monate nach Goldberg gekommen, im Januar fängt er eine neue Stelle an. Doch Goldberg lässt Jean-Claude nicht mehr los. Er übernimmt die Kelter der Winzergenossenschaft und ist für den Wein verantwortlich.

Seine Mutter Agnes ist Witwe, auch ihr liegt das Kochen im Blut. Schließlich hat ihre Urgroßmutter Fabienne einst ein eigenes Gasthaus in Frankreich gehabt.
Agnes ist eine sympathische Frau, die nach dem Tod ihres Mannes das Gefühl hat, alles Versäumte nachholen zu müssen.

Eleonore ist die Tochter von Agnes und die Schwester von Jean-Claude. Als Landrätin setzt sie sich für Goldberg und das „Rebenbeben“ ein.

Schließlich ist da noch Fleur, die Tochter von Helene, der besten Freundin von Agnes. Gerade wurde ihre Mutter Helene beerdigt und Fleur kämpft noch mit der Trauer. Da ist das Engagement für das „Rebenbeben“ eine willkommene Ablenkung.

Es ist eine wahre Freude zu lesen, wie das Weinstädtchen zusammenrückt und fast alle Winzer begeistert von der Idee mit dem „Rebenbeben“ sind. Die Winzer lassen sich einiges einfallen, Picknick in den Weinbergen, ein Kinderweinberg, die Stadt wird mit Blumen an vielen Orten verschönert. Alt und Jung beteiligen sich an den einzelnen Events.

Nebenbei können die Leser*innen noch eine zarte Liebesgeschichte erleben, die wie ein zartes Pflänzchen wächst.

Für ihre Stammleser hat Petra Durst-Benning noch ein kleines Schmankerl in der Geschichte versteckt. So ist Agnes die Urenkelin von Fabienne und die Samen für die Bepflanzung des Ortes werden aus einem Samenkatalog aus Gönningen bestellt.
Beim Lesen hatte ich hier gleich ein Lächeln im Gesicht.

Petra Durst-Benning hat wie immer einen flüssigen und gut verständlichen Schreibstil. Nach wenigen Seiten war ich ganz tief in der Geschichte versunken.
Es ist für mich immer eine besondere Freude, ein Buch von der Autorin zu lesen. So wird auch diese Geschichte wieder lange in meiner Erinnerung bleiben.