Ms Atkins und die Bibliothek der Träume

Vanessa Göcking
Roman
320 Seiten
erschienen im VANI Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an NetGalley für das Rezensionsexemplar

Eine Reise zu den eigenen Wünschen

Zum Inhalt:
Im Mittelpunkt steht Amanda Eleonore Atkins. Als Finanzbeamtin lebt Ms Atkins nach strengen Regeln und einer selbstaufgelegten Ordnung.
So geht sie auch schon seit mehreren Jahrzehnten jeden Freitag in die öffentliche Bibliothek in London, um Bücher auszuleihen. Ms Atkins leiht sich immer nur Sachbücher aus, fiktive Geschichten lehnt sie ab.
Eines Freitags führt ein junger Bibliothekar Ms Atkins in einen verborgenen Leseraum und bringt damit Ms Atkins geordnetes Leben ins Wanken. Hier begegnet Ms Atkins Robert Joy und der eigenwilligen Xiao Mei Smith. Zusammen tauchen sie in die magischen Geschichten ein.

„Ms Atkins und die Bibliothek der Träume“ von Vanessa Göcking entfaltet eine zarte, lebensphilosophische Wohlfühlgeschichte inmitten von London.

Die Geschichte lebt von ihren ungleichen, aber liebevoll ausgearbeiteten Charakteren, die alle ein persönliches Schicksal zu verarbeiten haben.

Amanda Eleonore Atkins führt ein streng geordnetes Leben. Sie durchlebt in der Geschichte eine Verwandlung. Die etwas schrullige, streng nach ihren Regeln lebende Frau öffnet sich und wird zugängiger.

Robert Joy ist der gute Geist der Geschichte. Er strahlt eine innere Ruhe aus und besucht regelmäßig den Leseraum.

Xiao Mei Smith ist eine etwas eigenwillige junge Frau. Sie ist auf der Suche nach ihren Wurzeln.

Mir waren die Protagonisten schnell ans Herz gewachsen und es war eine Freude, sie durch die Geschichte zu begleiten.

Vanessa Göcking hat einen flüssigen, gut verständlichen und vor allem atmosphärischen Schreibstil.
Die wechselnden Perspektiven, in der die Geschichte erzählt wird, lassen die Leser*innen ganz nahe an die Charaktere herankommen.
Besonders haben mir die leisen Dialoge der Protagonisten untereinander gefallen.
Die Fantasyelemente wie zum Beispiel die Traumtüren, werden sehr gut in die Geschichte eingefügt.

Vanessa Göcking spiegelt in ihrer Geschichte die Kraft wider, die Geschichten ausüben können.

„Ms Atkins und die Bibliothek der Träume“ ist eine berührende Liebeserklärung an das Leben und an die Kraft von Geschichten. Ich habe das Buch mit großer Freude gelesen.

Au revoir und tschüss

Gudrun Lochte
Roman
320 Seiten
erschienen im VANI Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an NetGalley für das Rezensionsexemplar

Eine Reise zum eigenen Ich

Klappentext:
Caro spürt, dass sie etwas ändern muss. Ihre Ehe ist erstarrt, der Alltag vorhersehbar und sie hat sich selbst aus den Augen verloren. Kurz entschlossen reist sie allein nach Südfrankreich und trifft damit eine Entscheidung, die alles ins Wanken bringt.
Zwischen warmem Licht, neuen Begegnungen und einer unerwarteten Verbindung beginnt für sie eine Reise zu sich selbst. Doch zwischen Sehnsucht, Schuld und dem Wunsch nach Veränderung steht sie vor der Frage, wie viel Mut es braucht, um wirklich glücklich zu sein.

„Au revoir und tschüss“ ist ein Roman über die Selbstfindung und Neuanfänge von Gudrun Lochte.

Im Mittelpunkt steht Caro. Sie ist Mitte 40, hat Mann und zwei Söhne, doch ihr Leben scheint festgefahren zu sein. Ihr Mann scheint sie nicht mehr zu bemerken. Ihr Gesagtes registriert er entweder nicht oder versucht, ihr seinen eigenen Willen aufzudrücken.

Caro muss raus, und so meldet sie sich zu einem Sprachkurs in Südfrankreich an. Schon länger hegt sie den Wunsch, ihre Französischkenntnisse zu verbessern.
Nach einem Zwischenstopp in Paris kommt Caro im südfranzösischen Uzès an. Neue Eindrücke und neue Bekanntschaften helfen Caro, auf andere Gedanken zu kommen, ihr Leben zu reflektieren und zu sich selbst zu kommen.

Gudrun Lochte erzählt die Geschichte ruhig und doch fesselnd.
Die Charaktere sind gut gezeichnet. Mir ist Caro schnell sympathisch gewesen. Sie ist in einem Alter, in dem man schon einmal hinterfragt, ob es so weitergehen soll oder ob da noch mehr auf einen wartet.
Man erlebt beim Lesen eine Veränderung bei Caro. Es ist, als ob sie sich langsam aufrichtet, was mir gut gefallen hat.
Ihr Mann Holger hingegen ist mir nicht sonderlich sympathisch. Er machte auf mich einen egoistischen Eindruck und ist selbstverliebt.

Die Autorin beschreibt die Handlungsorte sehr anschaulich.
Uzès mit seinen schönen Plätzen und dem Markt hätte ich auch gerne besucht.

Der Schreibstil von Gudrun Lochte ist flüssig und gut verständlich. Ich wurde schnell in die Geschichte hineingezogen.

„Au revoir und tschüss“ ist ein wunderbarer Sommerroman über das Leben, Selbstfindung und Neuanfang.