Du kriegst mich nicht

Chris Carter
Thriller
458 Seiten
erschienen im Ullstein Verlag
Übersetzt aus dem Englischen von Sybille Uplegger
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Aufbau Verlag für das Rezensionsexemplar

Nichts ist wie es scheint

Zum Inhalt:
Die Geschichte beginnt im Gerichtssaal. Nelson Stewart wird dafür, dass er seiner Ehefrau Samantha Stewart Gewalt angetan hatte und sie an ein Rohr unter dem Waschbecken gekettet hatte, zu dreizehn Jahren Haft verurteilt. Nach der Urteilsverkündung spricht er im Gerichtssaal noch eine Drohung gegen seine Frau aus.

Der Staatsanwalt rät Samantha, sich nach der Scheidung eine neue Identität zuzulegen. Ihren Wohnort in ein anderes Bundesland zu verlegen und die ersten Monate mehrmals umzuziehen. Nach der Scheidung wird Samantha ein Großteil des Vermögens zugesprochen. Aus Samantha Stewart wird Mary Smith.
Mary wechselt öfter ihren Wohnort und 5 Monate nach der Scheidung ist sie in Nashville, Tennessee angekommen. Sie mietet eine kleine Wohnung und hat kaum Besitz. Da merkt Mary, dass sie verfolgt wird. Ihr gelingt es, den Verfolger abzuschütteln, indem sie Nashville verlässt.
Das scheint geglückt und Mary lässt sich nach weiteren 5 Monaten in San Francisco nieder.
Hier begegnet Mary einem Mann, in den sie sich verliebt. Endlich scheint Ruhe und Glück in Marys Leben einzukehren.

„Du kriegst mich nicht“ ist ein spannender Psychothriller von Chris Carter.
Dieses Buch gehört nicht zur bekannten und beliebten Hunter-und-Garcia-Reihe. Es ist so ganz anders und doch ein echter Chris Carter.

Chris Carter hat seine Charaktere gut gezeichnet.
Samantha/Mary war mir schnell sympathisch. Sie hat viel durchgemacht und endlich etwas Glück verdient.

Nelson Stewart erleben die Leser*innen nur vor Gericht. Er ist sehr beherrscht, versucht jede Regung zu vermeiden. Nur am Ende spricht er eine Drohung gegen seine Noch-Ehefrau aus.

Thomas oder Quaddra wie er mit richtigem Namen heißt, scheint endlich Glück in Marys Leben zu bringen. Mir war er schnell sympathisch.

Nachdem Mary sesshaft geworden ist, geht die Geschichte ziemlich ruhig weiter.
Es gibt Rückblicke in Samanthas/Marys Vergangenheit und da spürt man, es ist nicht alles so, wie es scheint.
Dann baut Christ Carter eine Wendung nach der anderen ein. Ich wusste nicht mehr, wo vorne und hinten ist, wem man noch trauen kann. Die Jagd beginnt.

„Du kriegst mich nicht“ ist ein spannender Psychothriller mit unerwarteten Wendungen.

Die Nachbarin

Nova Winter
Thriller
365 Seiten
erschienen im Ullstein Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Ullstein Verlag für das Rezensionsexemplar

Wem kann man noch vertrauen

Zum Inhalt:
Im Mittelpunkt steht Smilla. Beim Joggen kommt Smilla an einem See vorbei, in dem ein kleiner Junge ums Überleben kämpft. Beherzt springt Smilla ins Wasser, um den Jungen zu retten. Als die Mutter des Jungen erscheint, beschimpft sie Smilla.

In Smilla bleibt ein unerklärliches Gefühl zurück, sie kennt den Jungen, es ist ihr Sohn. Dabei hat Smilla den Jungen noch nie gesehen und war auch nie schwanger gewesen.

Als Smilla die Frau wieder sieht, muss sie feststellen, sie ist ihre Nachbarin. Quentin, der Vater des Jungen, bedankt sich überschwänglich bei Smilla und lädt sie und ihren Mann zum Essen ein. Und Quentin bietet Smilla auch noch einen Job als Patissière in seinem Hotel an.

Kurze Zeit später erfährt Smilla vom Verschwinden des ersten Kindes ihrer Nachbarn, vor sechs Jahren. Dann geschehen seltsame Dinge. Smilla traut sich selbst und auch keinem anderen mehr. Auch nicht ihrem eigenen Ehemann.

„Die Nachbarin“ ist ein spannender Psychothriller von Nova Winter.

Die Autorin hat die Charaktere gut gezeichnet und zum Leben erweckt.
Smilla war mir schnell sympathisch. Sie hat eine schwere Krankheit überstanden und will jetzt einen Neuanfang starten.
Auch Jonas, Smillas Ehemann, war mir schnell sympathisch. Doch im Laufe der Geschichte spürt man, dass er nicht immer ehrlich ist.
Die Nachbarn Quentin und Lou sind etwas seltsam. Lou scheint psychisch labil zu sein, was man versteht, wenn man ihre Geschichte kennt.

Nova Winter baut langsam, aber stetig Spannung auf. Die Geschichte wird aus wechselnden Perspektiven erzählt. Das führt dazu, dass man die Charaktere sehr gut kennenlernt und schnell spürt, dass nicht alles so ist, wie es scheint.

In der 2. Hälfte der Geschichte baut Nova Winter einige Wendungen ein und man weiß wirklich nicht mehr, wem man trauen kann.

Am Ende gibt es einen richtigen Showdown, der die Spannung bis ins Endlose steigen lässt.

Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und gut verständlich. Nova Winter hat mich mit ihrem Thriller „Die Nachbarin“ begeistert.

Im Morgengrauen

Marc Raabe
Thriller
575 Seiten
erschienen im Ullstein Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Ullstein Verlag für das Rezensionsexemplar

Sehr spannend – eben ein echter Marc Raabe

Klappentext:
Seit Wochen gehen im Netz die Videos einer jungen Frau viral. Ihr Gesicht ist unkenntlich, auf ihrem Unterarm ist ein markantes Eulen-Tattoo. Der Inhalt der Videos: skandalöse Details ihrer Affäre mit dem Bundeskanzler. Ein Fake? Eine Kampagne? Oder die Wahrheit?
Plötzlich verschwindet Kanzler Henrik Westphal spurlos.
In der aufgeheizten Stimmung stoßen BKA-Ermittler Art Mayer und Nele Tschaikowski tief im U-Bahntunnel unter dem Alexanderplatz auf eine entstellte Leiche. Ist es die junge Frau aus den Videos? Und welche Rolle spielt Juli, die Frau des Kanzlers und Arts große Jugendliebe. Als Art plötzlich selbst ins Visier gerät, eskaliert die Situation: Wem kann er noch vertrauen?

„Im Morgengrauen“ ist der 4. Band der Art Mayer-Reihe von Marc Raabe.
Wenn man, wie ich, schon einige Bücher von Marc Raabe gelesen hat, weiß man die nächsten Nächte werden kurz.

Die Ermittler sind wieder einmal einzigartig.
Art Mayer besticht durch seine Coolness.
Er ist Diabetiker, was er allerdings sehr auf die leichte Schulter nimmt.
Seine Handlungsweise ist recht unkonventionell.
Seine Aufklärungsrate spricht für Art Mayer.
Hinter seiner rauen Schale steckt allerdings ein weicher Kern.
Nele Tschaikowsky ist noch recht jung.
Sie trennt Gut und Böse.
Aber es gibt nicht nur Schwarz und Weiß, oft vermischt sich alles zu einem Grau.
Nele ist sehr motiviert; aber auch noch mit wenig Erfahrung.

Nach den üblichen Anfangsschwierigkeiten haben Art und Nele sich zu einem guten Team zusammengerauft.
Mir sind beide schon seit dem ersten Band sehr sympathisch.

Es gibt Videos, die den Bundeskanzler Henrik Westphal und eine junge Frau in intimen Situationen zeigen.
Das Gesicht der Frau ist nicht zu erkennen, nur ein Eulen-Tattoo auf ihrem Unterarm ist zu sehen. Ob das Video echt ist oder ein fake, ist noch nicht bekannt.
Im U-Bahntunnel unter dem Alexanderplatz wird eine Frauenleiche gefunden. Ist es die Frau aus dem Video? Der Bundeskanzler ist verschwunden. Was ist der Grund?
BKA-Ermittler Art Mayer und Nele Tschaikowski haben alle Hände voll zu tun.

Marc Raabe baut gleich am Anfang Spannung auf. Es gibt kein langes Vorgeplänkel, es geht gleich zu Sache.
Und in diesem Tempo geht es dann auch meist weiter.
Man bekommt tiefe psychologische Einblicke in die menschliche Seele.
Seine Charaktere sind gut beschrieben. Die Ermittler haben beide ihr Päckchen zu tragen. Immer wieder werden einige Details aus ihrer Vergangenheit entblättert.

Marc Raabe hat einen fesselnden und gut verständlichen Schreibstil.
Wie immer bei dem Autor kann ich das Buch nicht aus der Hand legen. Ich will nicht essen, trinken und nicht schlafen, ich will nur lesen.
So hat Marc Raabe mir auch mit „Im Morgengrauen“ wieder einige schlaflose Nächte beschert.

Summer Heat: Nicht alle werden überleben

Solveig-Marie Kastner
Thriller
496 Seiten
erschienen im Ullstein Verlag
4 von 5 Sternen

Vielen Dank an NetGalley für das Rezensionsexemplar

Ein Sommer-Thriller

Klappentext:
Mia und Yanis, die einander in einer Ferienanlage an der Algarve begegnen, sind sich sicher, dass dort zwischen atemberaubenden Stränden, rauen Wellen und hoch aufragenden Klippen der Sommer ihres Lebens auf sie wartet. Im exklusiven Platô Beach Resort, das auf einem Plateau an der Steilküste liegt, finden Urlaubsgäste tagsüber Ruhe und Entspannung, während die milden Nächte durchgetanzt werden, das Resort veranstaltet luxuriöse Partys, während derer der Champagner in Strömen fließt. Für Mia und Yanis, die für eine Saison zum Arbeiten an die Algarve gekommen sind, ist das eine ganz neue Welt. Vom ersten Moment an sind beide wie elektrisiert, sie Animateurin, er Barkeeper, und es dauert keine Woche, bis sie sich näherkommen. Dass Mia aus einem bestimmten Grund an die Algarve gekommen ist, ahnt Yanis nicht. Nach einer Weile macht beiden die bedrückende Atmosphäre des Resorts zu schaffen und verwandelt ihre anfängliche Zuneigung in tiefes Misstrauen. Irgendetwas stimmt an diesem Ort nicht. Über den Sommer reiht sich ein seltsames Ereignis ans andere. Und als eine Leiche in der Bucht angespült wird, müssen die beiden sich fragen, ob der jeweils andere wirklich der Mensch ist, für den er sich ausgegeben hat.

„Summer Heat: Nicht alle werden überleben“ ist ein spannender Sommer-Thriller von Solveig-Marie Kastner.

Handlungsort ist Portugal, genauer gesagt die Algarve. Hier verbringen Mia und Yanis einen Sommer im luxuriösen Platô Beach Resort. Mia ist Animateurin und Yogalehrerin und Yanis ist Barkeeper. Mia und Yanis verstehen sich vom ersten Moment an gut. Doch Mia hat ein Geheimnis, sie ist aus einem bestimmten Grund an diesen Ort gekommen. Zwischen Mia und Yanis verändert sich etwas. Aus Zuneigung wird Misstrauen. Und dann taucht eine Leiche am Strand auf.

Solveig-Marie Kastner beschreibt den Handlungsort sehr anschaulich. Die Landschaft der Algarve, das Resort und die luxuriösen Partys, wo der Sekt in Strömen fließt. Ich konnte mir alles gut vorstellen.

Die Charaktere sind gut gezeichnet und lebendig. Ich bin Mia und Yanis gerne durch die Geschichte gefolgt.

Der Schreibstil von Solveig-Marie Kastner ist flüssig, gut verständlich und angenehm zu lesen.
Um in die Geschichte richtig reinzukommen, habe ich etwas Zeit gebraucht. Es hat etwas gedauert, bis die Spannung so richtig eingesetzt hat. Dann hat sich eine geheimnisvolle und zum Teil bedrückende Atmosphäre aufgebaut.

„Summer Heat: Nicht alle werden überleben“ ist ein echter Sommer-Thriller. Genau das richtige Buch für den Urlaub.

Der Tod kennt deinen Namen

Thea Fischer
Thriller
327 Seiten
erschienen im Ullstein Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Ullstein Verlag für das Rezensionsexemplar

Spannender Einblick in die Psyche der Menschen

Klappentext:
Lena Meister verhilft Menschen zu einem neuen Leben. Als Privatermittlerin unterstützt sie Stalking-Opfer, Bedrohte und Lottogewinner dabei, spurlos zu verschwinden. Doch als die junge Michelle in ihrem Büro auftaucht und von einem obsessiven Verfolger berichtet, handelt Lena gegen alle Instinkte. Zu sehr erinnert sie die verzweifelte Frau an ihr früheres Leben, das sie sorgfältig verbirgt. Drei Tage später ist Michelle tot. Und bei der Toten liegt eine Botschaft, die sich eindeutig an Lena richtet. Jemand kennt ihr Geheimnis. Aus der Detektivin wird die Gejagte und Lena muss erkennen: Der Tod kennt ihren Namen.

„Der Tod kennt deinen Namen“ ist ein spannender Thriller von Thea Fischer.

Im Mittelpunkt steht die Privatermittlerin Lena Meister. Ihr Spezialgebiet: Menschen verschwinden zu lassen. Menschen, die sich bedroht fühlen oder aus anderen Gründen von der Bildfläche verschwinden wollen, so wie sie selbst es einst gemacht hat. Sie und ihr Kollege Bernd Niemann verhelfen diesen Menschen zu einer neuen Identität.
Doch als die junge Michelle zu ihr ins Büro kommt, weil sie verfolgt wird, handelt sie aus unerklärlichen Gründen anders. Drei Tage später ist Michelle tot. Bei der Toten wird eine Nachricht gefunden, die nur an Lena gerichtet sein kann.

Ab diesem Moment setzte Spannung ein, auch die Atmosphäre wurde beängstigend. Jemand hat Lena gefunden. Lena wird von diesem Moment an zur Gejagten. Im Laufe der Geschichte erfahren die Leser*innen häppchenweise, was der Grund für Lenas Angst und ihr Untertauchen war.

Thea Fischer erzählt die Geschichte sehr spannend und erzeugt so manchen Gänsehautmoment.

Die Charaktere werden gut in Szene gesetzt und sind lebendig. Lena und Bernd gefallen mir gut. Sie sind ein gutes Team.

Der Schreibstil von Thea Fischer ist flüssig, gut verständlich und fesselnd.
Ich bin schnell tief in die Geschichte eingetaucht und konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen.

„Der Tod kennt deinen Namen“ ist ein spannender Thriller, der die Leser*innen tief in die Psyche des Menschen schauen lässt.

Der Totengräber und der Orden des Teufels

Oliver Pötzsch
Historischer Kriminalroman
535 Seiten
erschienen im Ullstein Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Ullstein Verlag für das Rezensionsexemplar

Historik und Spannung kunstvoll miteinander verflochten

Klappentext:
Ein blutiges Ritual erschüttert das vornehme Wien des Jahres 1896: Bei einer vermeintlich satanistischen Messe wurde eine junge Frau bestialisch ermordet, ihre Kehle durchgeschnitten, Zunge und Herz fehlen. Als Inspektor Leopold von Herzfeldt mit den Ermittlungen beauftragt wird, stößt er auf eine Freimaurer-Loge. Aber hat er es wirklich mit Teufelsanbetung zu tun? Der Totengräber Augustin Rothmayer, empört über eine Grabschändung auf dem Zentralfriedhof, bietet ihm seine Hilfe an. Gemeinsam mit Herzfeldts Verlobter, der scharfsinnigen Reporterin Julia Wolf, und dem aufstrebenden Nervenarzt Dr. Sigmund Freud folgen sie einer Spur, die sie in die Abgründe der Wiener Gesellschaft führt, wo hinter okkulten Ritualen und antisemitischen Geheimbünden eine Ideologie heranwächst, die Jahrzehnte später die Welt ins Verderben stürzen wird.

„Der Totengräber und der Orden des Teufels“ ist der 5. Band der Totengräber-Reihe von Oliver Pötzsch.

Der Autor hat ein Händchen für interessante Protagonisten.
So hat er auch für diese Reihe wieder großartige Charaktere geschaffen.
Der Totengräber, ein kauziger Wiener, gefällt mir besonders gut. Seine Gehilfin und Adoptivtochter Anna, die ihm zurzeit viele Sorgen bereitet, ist auch sehr gut getroffen. Anna ist intelligent und wissbegierig. Ihr Wunsch ist, Ärztin zu werden, doch in Österreich dürfen Frauen noch nicht studieren.
Und natürlich waren mir der Ermittler Leopold von Herzfeldt und die Reporterin Julia Wolf schnell sympathisch. Ich verfolge die Charaktere schon seit dem 1. Band und immer wieder entdeckt man neue Seiten an ihnen.

In diesem Band wird eine junge Frau bei einer Teufelsbeschwörung getötet. Ihr wurden die Zunge und das Herz herausgeschnitten. Dazu wurden noch merkwürdige Zeichen auf der Leiche gefunden, die allen Anschein nach auf die Freimaurer hindeuten. Hier bekommt Leopold von Herzfeldt wichtige Hinweise von Augustin Rothmayer.
Der Hauptverdächtige in diesem Mordfall ist Ferdinand von Tatten, der Freund der jungen Frau. Doch Ferdinand von Tatten scheint verrückt geworden zu sein und ist in einem Sanatorium.
Des Weiteren ist ein großer Anschlag in Wien geplant, den es zu verhindern gilt.
Die Journalistin Julia Wolf plant einen Artikel über Dr. Sigmund Freud.

Privat sind Leopold von Herzfeldt und Julia Wolf mit der Wohnungssuche beschäftigt, die allerdings bei all dem Trubel in den Hintergrund rückt.

Oliver Pötzsch erzählt die Geschichte unterhaltsam und sehr interessant. Als Leserin wird man in das Jahr 1896 versetzt. Die Beschreibung von Wien im späten 19. Jahrhundert ist sehr gelungen. Auch der Einblick, den man von den Freimaurern bekommt, ist interessant. Der Schreibstil von Oliver Pötzsch gefällt mir schon immer sehr gut. Er ist flüssig, gut verständlich und fesselnd. Der Autor versteht es, Spannung aufzubauen und auch seine Leserinnen immer wieder in die Irre zu führen.
Oliver Pötzsch vermittelt viel interessantes Wissen auf eine unterhaltsame Art und es macht immer wieder Spaß, seine Bücher zu lesen.
Besonders seine historischen Romane wie die Faustus-Reihe haben mich gefesselt.
In der Totengräber-Reihe verknüpft Oliver Pötzsch gekonnt Historie und Krimi miteinander.
Ich habe auch den 5. Band genauso wie die vorherigen verschlungen.
Jetzt hoffe ich, dass die Reihe weitergeht.

Die Therapeutin und ihre Mörder: Dr. Pat Philipps und der tote Klient

Philippa Perry
Kriminalroman
349 Seiten
erschienen im Ullstein Verlag
Übersetzt aus dem Englischen von Elke Link
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Ullstein Verlag für das Rezensionsexemplar

Ein Krimi der ruhigeren Art

Klappentext:
Mit Toten ist man in Westlinke vertraut; die Seven Sisters, weiße, ziemlich hohe Kalksteinklippen, ein Hotspot für traurige Seelen, die ihrem Leben ein Ende setzen wollen. Ermordete hingegen, die gibt es so gut wie nie in diesem verschlafenen Landstrich an der südenglischen Küste. Für die Polizei ist der Fall Henry Clayton deshalb klar: Selbstmord. Eine Theorie, mit der Pat Philipps so gar nichts anfangen kann. Und sie muss es schließlich wissen. Immerhin war sie Henrys Therapeutin. Und für sie kann er nur auf einem Weg die Klippen hinabgestürzt sein kann: Er wurde gestoßen. Aber bei DS Stevens beißt sie mit ihrem Ansatz auf Granit. Also muss sie wohl selbst ermitteln: mit scharfem Blick für die menschlichen Schattenseiten, einem kratzbürstigen Kater und einem Nachbarn mit fatalen Likör-Ideen. Im Gegensatz zur Polizei stellt Pat die richtigen Fragen und findet Antworten, die sie selbst gefährlich nahe an den Abgrund bringen.

„Die Therapeutin und ihre Mörder: Dr. Pat Philipps und der tote Klient“ ist das Krimidebüt und gleichzeitig der 1. Fall für die Psychotherapeutin Pat Philipps von Philippa Perry.

Die Psychotherapeutin Dr. Pat Philipps muss erfahren, dass ihr Patient Henry Clayton Selbstmord begangen hat. Er hat sich von den Seven Sisters gestürzt. Pat, die ihren Patienten besser zu kennen glaubt, zweifelt die Theorie des Selbstmordes an. Doch DS Stevens, für den der Fall klar und schnell abgeschlossen ist, lässt sich von den Zweifeln der Therapeutin nicht beeindrucken.
Also bleibt der Psychotherapeutin nichts anderes übrig, als auf eigene Faust zu ermitteln. Hilfe bekommt sie von ihrem besten Freund Pritchard.

Philippa Perry ist selbst Psychotherapeutin, so liegt es nahe, den Krimi auch von der psychologischen Seite anzugehen.
Ihre Protagonistin Dr. Pat Philipps ermittelt so auch nicht im klassischen Sinn. Sie überzeugt durch Beobachtungsgabe und zieht auf psychologische Art ihre Schlüsse. Bald hat sie einen Verdächtigen, damit ist der Fall aber noch lange nicht gelöst.

Philippa Perry erzählt den Fall in einem ruhigen Ton. Die Charaktere sind gut gezeichnet. Mir gefallen Pat Philipps und auch ihr Freund Pritchard gut.
Die Geschichte lebt von den Dialogen und dem Humor, der immer wieder eingestreut wird.

Der Handlungsort, die englische Küste, wird anschaulich beschrieben.
Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und gut verständlich.

„Die Therapeutin und ihre Mörder: Dr. Pat Philipps und der tote Klient“ ist ein Cosy-Krimi der mich gut unterhalten hat.

Weserglanz

Christiane Lind
Historischer Roman
erschienen im Ullstein Verlag
441 Seiten
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Es geht spannend weiter

Klappentext:
Als Louise von einer ereignisreichen Australien-Expedition nach Bremen zurückkehrt, ist nichts mehr, wie es vorher war: Ihr Onkel Georg ist schwer erkrankt, die Geschäfte der Kaufmannsfamilie stecken in einer Krise und ihre heimliche Liebe zu dem verheirateten Alexander, die sie einst zur Flucht trieb, droht erneut ihr Herz zu erobern.
Als in Bremen eine große Australien-Ausstellung vorbereitet wird, bei der auch menschliche Überreste von Ureinwohnern gezeigt werden sollen, müssen Louise und ihre Freundin, die Naturforscherin Emilie, eine schwerwiegende Entscheidung treffen: Schweigen sie weiter über die dunklen Geheimnisse der Expedition oder stellen sie sich gegen die mächtigsten Männer der Stadt?

„Weserglanz“ von Christiane Lind ist ein historischer Roman, der die Leser*innen am Abenteuer zweier Frauen teilhaben lässt.
Der erste Band der Dilogie „Weserleuchten“ hatte mir gut gefallen und ich war richtig gespannt, wie die Geschichte weitergeht.

Der Geschichte steht ein umfangreiches Personenregister voran, dass ich sehr nützlich finde.
Man kann zu Beginn der Geschichte immer wieder einmal nachschauen, mit wem man es gerade zu tun bekommt. Christiane Lind beschreibt ihre Charaktere allerdings so gekonnt, dass ich sie schnell verinnerlicht hatte.

Im Mittelpunkt stehen die zwei Frauen. Louise und Emilie.
Louise ist eine Tochter aus gutem Hause. Sie ist von ihrer Australien-Expedition nach Bremen zurückgekehrt, da ihr Onkel Georg schwer erkrankt ist.
Die Forscherin Emilie und Louises Ehemann Felix kehren etwas später nach Bremen zurück. Im Gepäck haben sie menschliche Knochen. In Bremen wird gerade eine Australien-Ausstellung vorbereitet, wo die Knochen sogar ausgestellt werden sollen.
Können Louise und Emilie es mit ihrem Gewissen vereinbaren, dass die Überreste der Ureinwohner Australiens zur Schau gestellt werden?

Christiane Lind ist es wieder einmal gelungen, mich ganz tief in die Geschichte eintauchen zu lassen. Ihre Charaktere sind so facettenreich, interessant und liebenswert, dass ich sie schon im 1. Band ins Herz geschlossen habe. Ich habe die Charaktere wieder mit Freude begleitet.
Auch die Handlungsorte werden anschaulich beschrieben. Vor allem das historische Bremen.
Der Schreibstil von Christiane Lind ist flüssig, gut verständlich und fesselnd. Die Autorin baut schnell Spannung auf und man will wissen, wie die Geschichte weitergeht.

Christiane Lind hat einen flüssigen und gut verständlichen Schreibstil. Ihre Geschichte ist vollgepackt mit Abenteuer, Spannung und auch mit Liebe.
Dabei ist es kein romantischer Schmöker. Es ist eine tiefgehende Geschichte, die auch reale Gegebenheiten widerspiegelt. Die Australien-Ausstellung hat es zu dieser Zeit in Bremen wirklich gegeben.
Am Ende der Geschichte finden sich noch interessante historische Anmerkungen, wo man einen kleinen Einblick in die aufwendige Recherchearbeit bekommen kann.

„Weserglanz“ ist ein interessanter historischer Roman, den ich mit großer Freude gelesen habe.

Tödlicher Hafen – Kokainküste

Ulrike Gerold und Wolfram Hänel
Kriminalroman
345 Seiten
erschienen im Ullstein Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Ullstein Verlag für das Rezensionsexemplar

Die Zollfahndung ermittelt

Klappentext:
Als eine Kapitänin ermordet wird und eine wertvolle Kokainlieferung spurlos verschwindet, gerät der Hamburger Hafen in Aufruhr. Die Zollfahnder Lea Ulrichs und Jan-Ole Menken, beruflich ein eingespieltes Team und privat ein Paar, nehmen die Ermittlungen auf. Zwischen gigantischen Containerschiffen und den schattigen Ecken des Hafengebiets stoßen sie auf ein gefährliches Netzwerk, das den europäischen Drogenmarkt aufrollen will. Als ein verdeckter Ermittler verschwindet und plötzlich ein Toter vor ihrer Haustür liegt, wird klar: Jemand beobachtet die Ermittler und kommt ihnen gefährlich nahe. Die Spur führt bis in die höchsten Ränge der Behörden. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, denn nicht nur ihr Kollege schwebt in Lebensgefahr – auch sie selbst sind ins Visier geraten.

„Tödlicher Hafen – Kokainküste“ ist der 1. Band der Zollfahndung-Reihe von Ulrike Gerold und Wolfram Hänel.

Der Hamburger Hafen ist ein großer und unübersichtlicher Ort. Hier legen Schiffe aus der ganzen Welt an. Das bedeutet auch, dass der Zoll hier einiges zu tun hat.

In diesem Band wird ein toter Kapitän gefunden. Außerdem ist eine Kokainlieferung verschwunden.
Das ist der Einsatz der Zollfahnder Lea Ulrichs und Jan-Ole Menken. Die Zollfahnder sehen sich einer Verschwörung gegenüber, die bis in die höchsten Kreise führt, was ihre Arbeit nicht gerade einfacher macht.

Lea Ulrichs und Jan-Ole Menken sind ein gutes Team, auch privat sind sie ein Paar. Mir gefallen die beiden Charaktere ausgesprochen gut. Sie haben viel Potenzial für weitere Fälle.

Die Geschichte wird in einem ordentlichen Tempo erzählt. Die Spannung lässt nicht lange auf sich warten.
Das Setting, der Hamburger Hafen in all seiner Unübersichtlichkeit, sorgt für die passende Atmosphäre.

Ulrike Gerold und Wolfram Hänel haben einen angenehmen und flüssigen Schreibstil.
Die Geschichte hat mich schnell gefesselt.

„Tödlicher Hafen – Kokainküste“ ist ein spannender Kriminalroman, ich freue mich auf weitere Bände der Reihe.

La Commissarina und die Toten von Verona

Anna Vigneto
Kriminalroman
441 Seiten
erschienen im Ullstein Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an Anna Vigneto für das Rezensionsexemplar

Der ideale Urlaubskrimi

Klappentext:
Eine Woche im wunderschönen Verona und am Gardasee! Die Münchner Kunsthistorikerin Franka Köhler freut sich darauf, die Studentengruppe auf der Reise zu betreuen.
Doch dann entgeht der Professor, der die Gruppe leitet, nur knapp einem Giftanschlag.
Gibt es einen Zusammenhang mit dem mysteriösen Todesfall im berühmten »Haus der Julia« in Verona, in dem Kriminalkommissar Antonio Acero gleichzeitig ermittelt? Die Spur führt zum »Club di Giulietta«, der Liebesbriefe aus aller Welt beantwortet. Als eine weitere Person aus Frankas Gruppe erdolcht aufgefunden wird, spitzt sich die Lage zu und Franka selbst gerät ins Visier des Mörders.

„La Commissarina und die Toten von Verona“ ist der 2. Band der Reihe „La Commissarina von Anna Vigneto.

Die Autorin entführt ihre Leser*innen an den schönen Gardasee und nach Verona. Franka ist als Tourguide unterwegs und begleitet eine Schulklasse. Der Professor, der illustren Gruppe, entgeht nur knapp einem Giftanschlag.
Zur gleichen Zeit ermittelt Kriminalkommissar Antonio Acero in einem Todesfall, der sich im Haus der Julia zugetragen hat. Als auch noch eine Person aus Frankas Gruppe tot aufgefunden wird, kommt der Gedanke auf, dass die Todesfälle zusammenhängen könnten. Dann gerät Franka selbst in Gefahr.

Anna Vigneto baut in ihrem Krimi recht schnell Spannung auf und steigert sie bis zum Ende immer weiter. Die Charaktere sind gut beschrieben und Franka und der Commissario waren mir schon im 1. Band schnell sympathisch. Franka kommt eigentlich aus Deutschland und plant in Italien einen Neuanfang. Jetzt gerät sie wie schon im 1. Band in Mordermittlungen.
Auch der Handlungsort, die Stadt von Romeo und Julia, Verona wird schön beschrieben.
Trotz der Mordopfer und der Spannung schafft die Autorin es gut, dass das italienische Flair bei den Leser*innen ankommt. Da ich Italien liebe, hat sich bei mir schnell ein Urlaubsgefühl eingestellt.

Die Autorin hat einen flüssigen, gut verständlichen und fesselnden Schreibstil.

„La Commissarina und die Toten von Verona“ ist ein spannender Krimi, den ich mit Freude gelesen habe. Ich würde mir mehr davon wünschen.