Die Tiefe – Verloren

Karen Sander
Thriller
347 Seiten
erschienen im Rowohlt Verlag
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Rowohlt Verlag für das Rezensionsexemplar

Unheimlich spannend

Klappentext:
Sieben Morde gehen bereits auf das Konto des unbekannten Serientäters. Die Soko um Kriminalhauptkommissar Tom Engelhardt und Kryptologin Mascha Krieger sucht fieberhaft nach dem Täter, aber es gibt keine heiße Spur.
Parallel versucht Mascha herauszufinden, wer die unbekannte Frau ist, die sie seit Wochen stalkt und mindestens einmal in ihre Wohnung eingedrungen ist.
Als ein achtes Opfer gefunden wird und erneut ein verschlüsselter Brief auftaucht, begreifen Mascha und Tom endlich, was es mit dem Rachefeldzug auf sich hat. Und Mascha hat auch einen Verdacht, wer hinter den Taten stecken könnte. Die Zeit drängt, denn wenn sie richtigliegt, wird es weitere Opfer geben.
Allerdings ahnt Mascha nicht, dass sie ebenfalls auf der Liste des Mörders steht. Als sie endlich die volle Wahrheit begreift, trifft sie eine folgenschwere Entscheidung.

„Die Tiefe – Verloren“ ist der 9. Band der Reihe Engelhardt & Krieger ermitteln und gleichzeitig der 3. Band der neuen Staffel „Die Tiefe“.
Der 1. Band der neuen Staffel „Die Tiefe-Versunken“ und auch der 2. Band „Die Tiefe-Verblendet“ waren sehr spannend und die 7 Morde noch nicht aufgeklärt.

Der neue Band schließt direkt an den vorherigen Band an. Die Soko sucht weiter fieberhaft nach dem Mörder. Kriminalhauptkommissar Tom Engelhardt und Kryptologin Mascha Krieger haben noch keine richtige Spur. Als ein weiterer Mord geschieht und wieder ein Brief gefunden wird, kommt Tempo in die Ermittlungen.

Für Mascha spitzt sich auch ihr privates Problem zu. Sie wird von einer ihr unbekannten Frau gestalkt und die Frau ist auch schon in ihre Wohnung eingedrungen.

Die Ermittler sind interessante Charaktere und gefallen mir gut.
Mascha Krieger ist Kryptologin beim LKA Schwerin. Sie wurde einmal in den Innendienst strafversetzt, da sie ihre Position für private Ermittlungen missbraucht hatte. Für den Innendienst ist Mascha allerdings eine zugute Ermittlerin.

Tom Engelhardt ist Kriminalhauptkommissar und lebt in Sellnitz. Er hat einen fünfjährigen Sohn, seine Frau, die auch Polizistin war, ist bei einem Einsatz ums Leben gekommen. Nach dem Tod seiner Frau hat Tom sich von Berlin an die Ostsee versetzen lassen. Hier wagte er einen Neuanfang.

Die beiden Ermittler arbeiten mit ihrem Team weiter an dem Fall der 7 Mordopfer.
Und schon wieder kommt ein neues Opfer dazu. Auch hier wird ein Brief gefunden, ähnlich wie schon bei den vorherigen Fällen.
Die Story ist ziemlich komplex, die Atmosphäre ist düster.

Auch in diesem Band gibt es wieder verschiedene Handlungsstränge, Karen Sander hält mehrere Fäden in der Hand. Die Geschichte wird passend zu den verschiedenen Handlungssträngen auch aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Die Kapitel sind oft kurz und enden nicht selten mit einem Cliffhanger, bevor der Schauplatz wieder gewechselt wird. Das führt dazu, dass man immer weiterlesen musste. Ich konnte das Buch nach kurzer Zeit nicht mehr zur Seite legen.
Dazu kommt noch der fesselnde Schreibstil von Karen Sander. Die Autorin baut schnell Spannung auf, die sie auch bis zum Ende und darüber hinaus aufrechterhält.

„Die Tiefe – Verloren“ ist wieder ein spannender Band der insgesamt sehr spannenden Thriller-Reihe. Ich freue mich jetzt schon auf den nächsten Band.

Totenfrau – Das Haus

Bernhard Aichner
Thriller
333 Seiten
erschienen im Rowohlt Verlag
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an de Rowohlt Verlag für das Rezensionsexemplar

Die Totenfrau kehrt zurück

Klappentext:
Eine Mörderin auf der Flucht. Brünhilde Blum wacht eines Tages in einem Albtraum auf. Einer der fünf Menschen, die sie umbringen musste, taucht plötzlich wieder auf. Bei einer Exhumierung auf einem Innsbrucker Friedhof werden in einem Sarg zwei Köpfe und vier Beine gefunden. Nur eine Person kommt als Täterin infrage: die Bestatterin, die die Toten damals eingebettet hat. Blum muss fliehen, und sie muss ihre Kinder zurücklassen. In einem seit zwanzig Jahren leer stehenden Hotel findet sie Zuflucht, an einem Ort, den sie besser gemieden hätte. Bei Menschen, denen sie besser nie begegnet wäre.

„Totenfrau – Das Haus“ ist der 2. Band der Totenfrau-Reihe von Bernhard Aichner.
Zum TV-Start im Free-TV hat der Rowohlt Verlag die Reihe noch einmal neu aufgelegt.
Ich habe schon einige Bücher von Bernhard Aichner gelesen. Jetzt habe ich mir die Totenfrau-Reihe vorgenommen. Nachdem der 1. Band ein richtiger Pageturner war, musste ich auch den 2. Band unbedingt lesen.

Seit der Rache, die die Brünhilde Blum verübt hat, sind zwei Jahre vergangen. Bei einer Exhumierung kommt ans Tageslicht, dass in den Sarg mehr als nur ein Toter beigesetzt wurde. Da Brünhilde Blum in ihrem Bestattungsunternehmen die Beisetzung organisiert hatte, gerät sie in Verdacht. Brünhilde Blum
 flieht in ein leerstehendes Haus, in dem sie besser keinen Schutz gesucht hätte.

Bernhard Aichner hat einen unverwechselbaren Schreibstil. Seine kurzen und prägnanten Sätze sagen so viel aus.
Seine Charaktere werden sehr lebendig dargestellt.
Blum ist eine außergewöhnliche Protagonistin. Schon im 1. Band hat sie mich richtig überwältigt. Sie ist zwar die Böse, bringt Menschen um, trotzdem mag ich die Protagonisten.
Im 1. Band hat sie nach dem Tod ihres Mannes die Rache aufrecht gehalten.
Jetzt zwei Jahre später holen sie die Geschehnisse ein.

Der Schauplatz ist zum großen Teil ein leerstehendes Hotel, was eine spannende und bedrohliche Atmosphäre hervorruft.

Auch der 2. Band „Totenfrau – Das Haus“ ist ein spannender Thriller, den ich wieder mit Freuden gelesen habe.
Jetzt folgt der 3. Band, „Totenfrau – Der Rausch“, der bei mir schon zum Lesen bereitliegt.

Schlafende Vulkane

Michael Hjorth und Bjarni Thorsson
Thriller
477 Seiten
Übersetzt aus dem Schwedischen von Wibke Kuhn
erschienen im Rowohlt Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Rowohlt Verlag für das Rezensionsexemplar

Spannender Island-Thriller

Klappentext:
Blond, blass und splitterfasernackt ist die junge Frau, die ermordet in einem Reitstall am Rande von Reykjavik liegt, von ihrem 10-jährigen Sohn fehlt jede Spur. Es ist die erste Mordermittlung für Helga Jónsdóttir vom Dezernat für Gewaltverbrechen. Die frischgebackene Polizistin vermutet, dass der Junge vor seinem gewaltbereiten Vater geflohen ist und sich in den Höhlen der isländischen Vulkanlandschaften versteckt. Eine lange Überlebenschance hat er nicht. Um ihn zu finden, bittet sie Bjarki um Hilfe, denn niemand kennt die Wildnis besser als er. Während Helga und Bjarki fieberhaft nach dem Jungen suchen, wird eine weitere Frau tot aufgefunden. Der Mörder scheint seine Taten akribisch zu planen. Er ist, das wird Helga klar, so genial wie skrupellos; und bereit, über alle Grenzen zu gehen.

„Schlafende Vulkane“ ist der Auftakt der Thriller-Reihe Helga & Bjarki von Michael Hjorth und Bjarni Thorsson.

Helga Jónsdóttir vom Dezernat für Gewaltverbrechen ist noch nicht lange Ermittlerin. Jetzt soll sie ihren ersten Fall selbstständig leiten.
Eine Frau wird tot in einem Reitstall aufgefunden. Es stellt sich schnell heraus, dass die Tote einen 10-jährigen Sohn hat, der spurlos verschwunden ist. In der Wohnung gibt es Hinweise, dass der Junge durch ein kleines Fenster entkommen konnte. Vor dem Mörder?
Der verschwundene Junge bereitet Helga große Sorgen und sie bittet Bjarki, der sich wie kein anderer in der Vulkanlandschaft auskennt, um Hilfe.
Kurz darauf wird wieder eine Frau tot aufgefunden. Helga steht unter Zeitdruck und gerät in die Kritik ihrer Kollegen.

Mittlerweile gibt es einige Kriminalromane und Thriller, die Island als Handlungsort erkoren haben. Ich lese sie immer wieder gerne. Die raue und dünn besiedelte Landschaft bietet sich regelrecht an.
Michael Hjorth und Bjarni Thorsson machen sich das auch zunutze. Sie beschreiben die Landschaft sehr anschaulich.

Zu Beginn gerät der Vater des verschwundenen Jungen in Verdacht, doch dazu passt das zweite Todesopfer nicht.

Die Leser*innen können zwischendurch die Gedanken des Täters lesen, doch wer es sein könnte, bleibt bis kurz vor dem Ende im Verborgenen.

Die beiden Autoren bauen recht schnell Spannung auf und halten sie auch bis zum Ende aufrecht.

Die Charaktere sind gut gezeichnet und mir sympathisch. Helga Jónsdóttir zweifelt manchmal an sich selbst, traut sich selbst nicht immer zu, den Fall, der ihr übertragen wurde, zu lösen. Dabei ist sie eine starke und selbstbewusste Frau. Mir war sie gleich sympathisch.
Genauso der Polizist Barki, der früher selbst Ermittler war und jetzt zur Streifenpolizei gehört. Er ist etwas verschlossen und kommt manchmal mürrisch rüber. Dabei ist er nett und hat einen weichen Kern:
In beiden Charakteren steckt viel Potenzial und ich freue mich, noch mehr Fälle mit ihnen zu lösen.

Michael Hjorth und Bjarni Thorsson haben einen flüssigen und gut verständlichen Schreibstil. Die Autoren haben mich schnell mit ihrer Geschichte gefesselt.

„Schlafende Vulkane“ ist ein spannender Island-Thriller. Ich freue mich schon auf den 2. Band „Stumme Fjorde“, der im November erscheinen soll.

Verstricktes Spiel

Oliver Keller
Thriller
474 Seiten
erschienen bei BoD
Meine Bewertung:
5 von 5 Sterne

Vielen Dank an Oliver Keller für das Rezensionsexemplar

Achtung Hochspannung!

Klappentext:
Lukas Reinhardt, BND. Ethan Porter, CIA. Zwei Männer, die sich seit Jahren kennen, die Regeln ihres Geschäfts, die Lügen, den Preis. Und die einander vertrauen. So weit, wie man in dieser Welt überhaupt vertrauen kann. Der Auftrag scheint klar. Doch er ist größer, als sie ahnen. Mit jedem Schritt verschiebt sich das Bild. Leise. Kaum greifbar. Aber unumkehrbar. Grenzen beginnen zu verschwimmen. Zwischen Freund und Feind. Zwischen Auftrag und Verrat. Zwischen dem, was richtig ist und dem, was notwendig wird. Ihre Spur führt von den Straßen Berlins über die Bergpässe Afghanistans bis in die Machtzentren von Moskau und Washington. Eine Spur, die sich verändert. Eine Spur, die jemand bewusst gelegt hat. Und irgendwann bleibt nicht mehr die Frage, was wahr ist, sondern, wem diese Wahrheit überhaupt noch gehört.

„Verstricktes Spiel“ ist der Auftakt der „Verstrickte-Welten-Trilogie“ von Oliver Keller.

Verschwörungen, Lügen und internationale Konflikte halten die Leser*innen bei diesem Thriller in Atem.

Es wird ein weltweit agierendes Netzwerk aus Korruption und verdeckten Machtspielen aufgedeckt.

Die Ermittler sind Lukas Reinhardt vom BND und Ethan Porter vom CIA. Lukas Reinhardt und Ethan Porter kennen sich seit vielen Jahren aus gemeinsamen internationalen Operationen. Obwohl sie ein tiefes Grundvertrauen teilen, zwingt der aktuelle Fall sie dazu, die Loyalität des jeweils anderen und ihrer Organisationen permanent zu hinterfragen.
Der Autor zeigt beide Charaktere explizit nicht als unfehlbare Superhelden. Ihre Beziehung zueinander ist von ehrlichen Konflikten und der gemeinsamen, schweren psychologischen Last ihrer Einsätze geprägt.

Die Gegenspieler agieren nicht als klassische Bösewichte, sondern als Strippenzieher innerhalb eines globalen Netzwerks aus Politik und korrupten Machtstrukturen.
Grenzen zwischen Gut und Böse verschwimmen. Die Antagonisten nutzen legitime staatliche und wirtschaftliche Institutionen für ihre Zwecke, was es für Lukas Reihardt und Ethan Porter extrem schwer macht, die Drahtzieher direkt zu fassen oder überhaupt zu identifizieren.
Die Gegenspieler greifen gezielt die Schwachpunkte der Agenten an, insbesondere ihre Familien, um Druck auszuüben, wodurch die Jagd zu einem psychologisch dichten Nervenkrieg wird.

Oliver Keller nutzt seine Handlungsorte effektiv, um die globale Dimension der Verschwörung sichtbar zu machen.
Die Handlung der Geschichte springt dynamisch zwischen verschiedenen internationalen Metropolen und geopolitischen Brennpunkten hin und her.
Die verschiedenen Handlungsorte werden atmosphärisch dicht, bildhaft und mit großem Respekt vor den jeweiligen lokalen Kulturen beschrieben.

Der Schreibstil von Oliver Keller ist flüssig, gut verständlich und fesselnd.

„Verstricktes Spiel“ ist ein Thriller mit Hochspannung, ich bin schon auf den 2. Band gespannt.

Das Event

Antje Zimmermann
Thriller
303 Seiten
erschienen im dtv Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den dtv Verlag für das Rezensionsexemplar

Spannender Thriller mit tollem Setting

Klappentext:
Kommen Sie sofort raus!“, brüllte Maxi. Doch niemand folgte ihrer Aufforderung. Sie trat langsam, Schritt für Schritt, zur Wanne und schob mit dem Fuß den Vorhang zur Seite. Als der blutverschmierte, nackte Körper vor ihr auftauchte, schrie Maxi auf und machte unwillkürlich einen Schritt zurück. Dabei kollidierte sie mit etwas, das zuvor nicht im Raum gewesen war …

„Das Event“ ist ein spannender Thriller von Antje Zimmermann, der seine Leser*innen nach Helgoland führt.

Das verlassene Hotel Hummer auf Helgoland soll Schauplatz für ein Live-Event wie „The Shining“ von Stephen King sein. Eigentlich ist das Hotel wegen Erbstreitigkeiten schon länger geschlossen. Das Event gerät schnell außer Kontrolle.
Die beiden Ermittlerinnen Leandra Kern und Maxi Adler, die sich gerade auf Helgoland aufhalten,, sind gefragt.

Kommissarin Leandra Kern kommt aus Hamburg und sucht Ruhe auf Helgoland. Außerdem will sie sich über ihren Traum, Mutter zu werden, klar werden.

Kommissar-Anwärterin Maxi Adler stammt aus einer einflussreichen Inseldynastie. Sie möchte auf Helgoland für Ordnung sorgen.

Unterschiedlicher können zwei Charaktere nicht sein. Jeder hat seinen Hintergrund, den er mit sich herumschleppt. Die beiden Ermittlerinnen trauen sich einander nicht, was für Unruhe sorgt.

Antje Zimmermann hat starke Charaktere geschaffen. Mir gefallen die zwei so unterschiedlichen Ermittlerinnen gut. Sie sind menschlich und lebendig.

Das Setting Helgoland ist ein großes Plus in der Geschichte. Das verlassene Hotel sorgt für ein Gänsehautgefühl. Meiner Meinung nach lag noch mehr Potenzial in dem Schauplatz Hotel, das leider nicht genutzt wurde.

Antje Zimmermann erzählt die Geschichte flüssig und unterhaltsam. Es gibt immer wieder Rückblenden, um dem Grund für die Ereignisse näherzukommen.
Das Buch ist gut strukturiert, es gibt immer genaue Zeitangaben, so weiß man immer, wo und wann man sich befindet.

Die Geschichte wird meist aus den Perspektiven von Leandra und Maxi erzählt, zwischendurch kommen aber auch andere zu Wort.

Es gibt mehrere Handlungsstränge, doch Antje Zimmermann hält die einzelnen Fäden fest in der Hand, sodass keiner verloren geht.

Das Ende war dann überraschend, aber auch einleitend.

„Das Event“ ist ein spannender Thriller mit einem großartigen Setting.

Blendfeuer

Ingar Johnsrud
Thriller
416 Seiten
Übersetzt aus dem Norwegischen von Daniela Stilzebach
erschienen im Droemer Knaur Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

ielen Dank an den Droemer Knaur Verlag für das Rezensionsexemplar

Am Puls der Zeit

Klappentext:
Während des norwegischen Nationalfeiertags wird in Oslo ein Mann in einer Tiefgarage regelrecht hingerichtet. Gleichzeitig explodiert über der Ostsee ein Militärflugzeug, das acht ukrainische Soldaten einer Spezialeinheit an Bord hatte – ein Anschlag? Und hängen die beiden Vorfälle womöglich zusammen?
Liselott Benjamin und Martin Tong vom Polizeilichen Sicherheitsdienst sollen die Flugzeugexplosion aufklären, sich aber von dem Mordfall fernhalten. Vor allem aber sollen sie keine Theorien über eine mögliche Beteiligung Russlands in Umlauf bringen. Denn: In Oslo finden geheime Friedensverhandlungen statt. Und diese dürfen unter keinen Umständen gefährdet werden.
Der Druck auf Benjamin und Tong wächst, vor allem, als neben Russland auch norwegische Behörden ins Visier geraten. Welche Rolle spielt Jens Meidell, der Shootingstar der Arbeiterpartei, der sich als Parteivorsitzender in Stellung bringt? Welchen Preis ist er bereit, für den Weg an die Macht zu zahlen? Oder ist auch er nur eine Marionette in einem größeren Spiel?

„Blendfeuer“ von Ingar Johnsrud ist der 2. Band der Reihe „Ein Fall für Benjamin & Tong“.
Mit seinem Politthriller wagt Ingar Johnsrud sich an aktuelle und brisante Themen und ist am Puls der Zeit.

Ein Toter und ein explodiertes Flugzeug mit ukrainischen Soldaten. Liselott Benjamin und Martin Tong sollen die Explosion des Flugzeugs aufklären. Den Mord, obwohl es so aussieht, als hingen die zwei Ereignisse zusammen, sollen sie außer Acht lassen.
In Oslo finden geheime Verhandlungen statt und alle hoffen auf einen Frieden, weswegen man Russland nicht in negative Schlagzeilen bringen sollte.

Ingar Johnsrud hat mit „Blendfeuer“ einen überaus spannenden 2. Band seiner Thriller-Trilogie veröffentlicht.
Das Hauptthema in diesem Thriller ist Politik. Dazu gesellen sich ein Mordfall und ein explodiertes Flugzeug mit ukrainischen Soldaten an Bord.

Die Geschichte wird aus wechselnden Perspektiven erzählt, was der Spannung zuträglich ist.

Die Leser*innen verfolgen die spannenden Ermittlungen. Doch von dem Fall des Opfers in der Tiefgarage werden die Ermittler schnell abgezogen. Die Explosion des Flugzeugs steht im Vordergrund. Und vor allem soll kein schlechtes Licht auf Russland geworfen werden. Das könnte die geheimen Friedensverhandlungen zwischen Russland und der Ukraine stören.

Ingar Johnsrud baut recht schnell Spannung auf, die er auch bis zum Ende aufrechterhält.
Dieser Band ist sehr politisch geprägt, aber nicht trocken.
Beim Lesen hatte ich über die ganze Geschichte hinaus eine Gänsehaut. Die Atmosphäre, die der Autor aufbaut, ist beängstigend.
Ingar Johnsrud hat einen flüssigen, gut verständlichen und vor allem fesselnden Schreibstil. Der Autor erzählt die Geschichte recht realistisch, genau so etwas könnte durchaus passieren.

„Blendfeuer“ habe ich kaum aus der Hand legen können und an zwei Abenden gelesen.
Jetzt bin ich schon auf den 3. Band gespannt.

Bachelorette Party

Camilla Sten
Thriller
332 Seiten
erschienen im dtv Verlag
Übersetzt aus dem amerikanischen Englisch von Melike Karamustafa
Meine Bewertung:
4 von 5 Sternen

Vielen Dank an den dtv Verlag für das Rezensionsexemplar

Spannender Thriller, auch wenn nicht immer alles nachvollziehbar erscheint

Klappentext:
Laue Sommerabende, Yoga am Strand und Quality Time mit den besten Freundinnen: Annelieses Junggesellinnenabschied auf einer abgelegenen schwedischen Schäreninsel verspricht ein traumhaftes Wochenende. Nur Journalistin Tessa läuft schon bei der Ankunft eine Gänsehaut über den Rücken, denn die Insel erinnert sie an einen Cold Case: Vier Frauen verschwanden dort vor zehn Jahren spurlos. Als das zuvor sicher vertäute Boot im offenen Meer treibt und die Gruppe somit auf der Insel gefangen ist, suchen sich lang verborgene Geheimnisse und Feindseligkeiten ihren gefährlichen Weg ans Licht. Dann wird eine der Teilnehmerinnen tot aufgefunden, und Tessa weiß: Jemand ist hier, um Rache zu üben.

„Bachelorette Party“ ist ein spannender Thriller von Camilla Sten.

Es sollte so schön werden. Annelieses Junggesellinnenabschied auf einer schwedischen Schäreninsel.
Die Freundinnen wollen gemeinsam in einem Yoga-Retreat zusammen feiern. Alles ist vom Feinsten. Die Journalistin Tessa erinnert sich an einen Cold Case. Vor 10 Jahren sind auf der Insel 4 Frauen spurlos verschwunden.
Im Prolog wird der 10 Jahre zurückliegende Fall angeschnitten.
Die Vergangenheit scheint auf die Insel zurückzukehren, eine der Frauen, die aktuell auf der Insel sind, wird tot aufgefunden.

Camilla Sten lässt die Geschichte ganz ruhig anfangen. Der Prolog lässt zwar schon die erste Spannung aufkommen, die legt sich aber wieder und die Leser*innen begleiten die feierlaunigen Freundinnen.
Es besteht kein Zusammenhang mit dem Prolog, also dem 10 Jahre zurückliegenden Fall der verschwundenen Frauen.
Doch dann kippt die vergnügte Stimmung plötzlich, denn eine der Frauen wird tot aufgefunden.

Camilla Sten schafft zu Beginn eine wohlige Stimmung, die Frauen freuen sich auf ihr Wochenende, die Schäreninsel und das Resort wirken schön und luxuriös.
Die Autorin kann die Atmosphäre aber von einem auf den anderen Moment ändern.

Die Charaktere werden gut beschrieben und wirken lebendig. Mir sind aber nicht alle sympathisch gewesen.
Die wichtigsten Figuren sind Tessa und ihre Schwester Lena. Die anderen Frauen geraten etwas in den Hintergrund.

Erzählt wird die Geschichte aus Sicht von Tessa, die auch einen True-Crime-Podcast hat.

Zwischendurch gibt es Rückblicke und man ist im Fall der vor 10 Jahren vermissten Frauen.
Das Hauptaugenmerk liegt aber auf dem aktuellen Fall.

Camilla Sten lässt die Spannung langsam ansteigen. Da das Personal in der Geschichte begrenzt ist, kann der Täter oder die Täterin nicht weit sein. Doch die Auflösung gestaltet sich nicht so einfach.

Camilla Sten hat einen angenehmen und gut verständlichen Schreibstil. Mit ihren Charakteren bedient sie allerdings einige Klischees und das Ende war für mich nicht ganz nachvollziehbar.

Trotzdem hat mir das Lesen von „Bachelorette Party“ Spaß gemacht.

Totenfrau – Die Rache

Bernhard Aichner
Thriller
347 Seiten
erschienen im Rowohlt Verlag
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an de Rowohlt Verlag für das Rezensionsexemplar

Fulminanter Auftakt der Totenfrau Reihe

Klappentext:
Blum ist Bestatterin. Sie ist liebevolle Mutter zweier Kinder und besticht durch ihr großes Herz, ihren schwarzen Humor und ihre Coolness. Blum fährt Motorrad, sie trinkt gerne und ist glücklich verheiratet. Blums Leben ist gut. Doch plötzlich gerät dieses Leben durch den Unfalltod ihres Mannes, eines Polizisten, aus den Fugen. Vor ihren Augen wird Mark überfahren. Fahrerflucht. Alles bricht auseinander. Blum trauert, will sich aber mit ihrem Schicksal nicht abfinden. Das Wichtigste in ihrem Leben ist plötzlich nicht mehr da. Ihr Halt, ihr Glück. Durch Zufall findet sie heraus, dass mehr hinter dem Unfall ihres Mannes steckt, dass fünf einflussreiche Menschen seinen Tod wollten.
Blum sucht Rache. Was ist passiert? Warum musste Mark sterben? Als sie die Antworten gefunden hat, schlägt sie zu. Erbarmungslos. Warum sie das tut? Warum sie dazu fähig ist? Die Antwort darauf liegt Jahre zurück.

„Totenfrau – Die Rache“ ist der 1. Band der Totenfrau-Reihe von Bernhard Aichner.
Zum TV Start im Free TV hat der Rowohlt Verlag die Reihe noch einmal neu aufgelegt.

Brünhilde Blums Leben ist in Ordnung. Ihr Mann ist Polizist, die Kinder wachsen in einem liebevollen Zuhause auf. Blum selbst ist Bestatterin und nimmt ihre Arbeit sehr ernst.
Doch dann gerät ihr Leben aus den Fugen. Ihr Mann stirbt bei einem Unfall mit Fahrerflucht. Blum schwört sich, Rache zu nehmen.

Ich habe schon einige Bücher von Bernhard Aichner gelesen. Jetzt habe ich mir die Totenfrau Reihe vorgenommen.

Bernhard Aichner hat einen unverwechselbaren Schreibstil. Seine kurzen und prägnanten Sätze, sagen so viel aus.
Seine Charaktere werden sehr lebendig dargestellt.
Blum ist eine außergewöhnliche Protagonistin.
Sie ist mir sympathisch, obwohl sie chaotisch ist und mordet.
Die Rache scheint das Einzige zu sein, was sie nach dem Tod ihres Mannes über Wasser hält.

„Totenfrau – Die Rache“ ist ein spannender Thriller, den ich mit Freuden gelesen habe.
Jetzt folgt der 2. Band, „Totenfrau – Das Haus“.

Meeresdunkel

Till Raether
Thriller
408 Seiten
erschienen im Rowohlt Verlag
4 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Rowohlt Verlag für das Rezensionsexemplar

Thriller mit ungeahnten Wendungen

Klappentext:
Es sollte der perfekte Urlaub werden, ein echter Familientrip, wie früher: Henrike, Hans, Onkel Freddy und die Zwillinge. Eine Woche ausspannen, die letzten Sommertage genießen. Vielleicht die Chance auf einen Neubeginn, weit weg vom Alltag, in der beeindruckenden Finca mit Blick über die Bucht.
Doch als sie ankommen, sind sie nicht allein: Es gab eine Doppelbuchung, noch eine weitere Familie ist angereist. Auch sie haben eine Woche Urlaub vor sich. Und weil die ganze Insel voll ist, ziehen beide Familien ins Ferienhaus ein. Die Stimmung ist gut, niemand möchte die Urlaubslaune verderben. Platz ist ja genug da.
Ganz leise bröckelt die schöne Fassade. Das Haus ist in die Jahre gekommen, der Pool längst trockengelaufen. Irgendwie scheint eine Bedrohung in der Luft zu liegen. Und ein Gewitter braut sich zusammen. Dann finden die Familien in der Finca eine Leiche. Es ist einer von ihnen.
Während draußen der Sturm wütet, bricht sich drinnen die Wahrheit Bahn. Keiner von ihnen ist zufällig hier. Jemand wollte, dass sie an genau diesem Ort zusammenkommen. Und nicht alle sind sich so fremd, wie sie vorgeben.

„Meeresdunkel“ von Till Raether ist ein Thriller mit ungeahnten Wendungen.

Im Mittelpunkt stehen zwei Familien, die eine Woche Urlaub auf Mallorca verbringen. Was sie bei der Abreise nicht wissen, sie haben die gleiche Unterkunft gebucht. Eine einst stolze Villa auf einer Klippe, die mittlerweile aber in die Jahre gekommen ist. Einige Zimmer sind nicht mehr nutzbar, da feucht. Der Pool ist ausgetrocknet und die Einfahrt nicht befahrbar.

Die eine Familie, das sind Henrike, Hans, Onkel Freddy und die Zwillinge Esmé und Finn.
Die andere Familie sind Samuel, Maria und der Sohn Juri mit seiner Puppe Hedwig.
Durch einen dummen Zufall wurde die Unterkunft der Familie doppelt vergeben. Da genug Platz ist, beschließen die Urlauber, die Unterkunft zu teilen.
Noch wissen sie nicht, dass das alles beabsichtigt war.

Till Raether erzählt die Geschichte anfangs in einem ruhigen Ton. Die Leser*innen lernen die Charaktere kennen. Schnell merkt man, dass es in beiden Ehen kriselt. Von Thriller ist nicht viel zu spüren.
Erst in der zweiten Hälfte, in der ein Unwetter aufzieht, nimmt die Geschichte eine Wendung und die Spannung setzt ein. Man spürt plötzlich, dass hier etwas nicht stimmt.
Dafür, dass die erste Hälfte so ruhig erzählt wurde, geht es jetzt Schlag auf Schlag und die Vergangenheit scheint die Protagonisten einzuholen.

Till Raether erzählt die Geschichte abwechselnd aus der Perspektive von Henrike, Samuel und Juri. Durch die drei Charaktere lernt man die Familien gut kennen.
Die Charaktere sind recht unterschiedlich und auch wenn die Ehepaare sich schon lange kennen, wissen sie doch nicht alles voneinander.

Durch das Unwetter erzeugt Till Raether eine bedrohliche Atmosphäre, die die Spannung in der zweiten Hälfte unterstreicht.

Der Schreibstil von Till Raether ist flüssig und gut verständlich.

„Meeresdunkel“ ist ein Thriller, der Wendungen annimmt, die man so nicht erwartet hätte. Ich habe das Buch an zwei Abenden gelesen.

Das Gehöft

Leo Brandt
Thriller
394 Seiten
erschienen im dtv Verlag
Meine Bewertung:
4 von 5 Sternen

Vielen Dank an den dtv Verlag für das Rezensionsexemplar

Abgeschnitten von der Außenwelt

Klappentext:
Ein kleines Team um die Biologin Lara hat ein Gehöft auf der menschenleeren Hallig Westeroog gekauft, um es ökologisch zu bewirtschaften. Doch bald nach der Ankunft geschehen seltsame Dinge. Laras Bruder Malte verschwindet spurlos, kurz darauf reißt die Funkverbindung ab. Die Gruppe ist von der Außenwelt abgeschnitten; ein Entkommen ist wegen der gefährlichen Strömung in einem Priel unmöglich. Lara ist sich sicher, dass sie nicht allein auf der Insel sind. Zugleich verdichten sich Hinweise, dass ihr Lebensgefährte Henry etwas mit dem Verschwinden von Malte zu tun hat. Werden sie von einem Unbekannten verfolgt oder besitzt Henry eine dunkle, gewalttätige Seite? Als eine weitere Person verschwindet, eskaliert die Situation.

„Das Gehöft“ ist das Thriller-Debüt von Leo Brandt.

Der Handlungsort, die unbewohnte Hallig Westeroog, gekauft von einem kleinen Team, rund um die Biologin Lara.
Im Mittelpunkt stehen fünf junge Menschen.
Die Biologin Lara, eine sympathische junge Frau, die sich von dem Versuch, die Hallig biologisch zu bewirtschaften, viel verspricht.
Laras Bruder Malte. Er ist Asperger-Autist und auf seine Schwester Lara angewiesen.
Laras Freund Henry, Softwareentwickler mit eigener IT-Firma, die er mit seinem Freund Kenan zusammen führt.
Kenan ebenfalls Softwareentwickler und Geschäftspartner von Henry. Er ist ein ausgeglichener Typ mit ökologischem Interesse.
Kenans Freundin Silke, Fachärztin für Chirurgie. Silke ist sehr ehrgeizig, was ihren Beruf sowie das Leistungsschwimmen, das sie betreibt, angeht.

Diese fünf begeben sich auf die abgelegene Hallig. Nach dieser Hallig gibt es nur noch das Meer.
Ein Unwetter mit heftiger Sturmflut bricht aus, die jungen Leute sind von der Außenwelt abgeschnitten. Plötzlich auf sich allein gestellt, ohne jeglichen Ausweg, kommt es zu Streitereien unter der Clique. Dann verschwindet plötzlich Malte, Laras Bruder.

Leo Brandt schildert eine Situation, die ich in letzter Zeit oft in Thrillern gelesen habe. Menschen sind plötzlich irgendwo von jeglicher Zivilisation abgeschnitten und es passiert ein Unglück.
Trotzdem gelingt es dem Autor mich mit seinem Thriller zu fesseln.
Leo Brandt baut schon im Prolog Spannung auf, die er im Laufe der Geschichte noch steigert.
Nach der Sturmflut ist die Clique auf sich allein gestellt. Die Situation verschärft sich als, Malte verschwindet und auch das einzige Boot weg ist. Die Internetverbindung ist zusammengebrochen. Wobei es mich wundert, dass auf einer unbewohnten Hallig überhaupt eine Internetverbindung besteht.

Leo Brandt erzählt die Situation auf der Hallig mit einigen Gänsehautmomenten.
Die Charaktere werden gut beschrieben. Nach einiger Zeit weiß man allerdings nicht mehr, wem man wirklich trauen kann.

Der Schreibstil von Leo Brandt ist flüssig und gut verständlich. Die Geschichte hat mich schnell gefesselt.

Auch wenn ich solche Szenarien in letzter Zeit häufig gelesen habe, ist „Das Gehöft“ ein spannender Thriller, den ich gerne gelesen habe.