Die Stockholm Protokolle

Moa Berglöf und Joakim Zander
Thriller
440 Seiten
erschienen im Rowohlt Verlag
Übersetzt aus dem Schwedischen von Thomas Altefrohne
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Rowohlt Verlag für das Rezensionsexemplar

Pageturner

Klappentext:
Die Stockholmer Investigativjournalistin Julia verfolgt eine heiße Spur: Alles deutet darauf hin, dass der charismatische, beliebte Ministerpräsident Schwedens auch dunkle Seiten hat. Der nach außen liebende Familienvater scheint einen Hang zu exzessiven Partys zu haben, die auf Missbrauch schließen lassen. Und er pflegt politische Netzwerke, die einen Rechtsruck bedeuten könnten. Als Julia von ihrem Chefredakteur kaltgestellt wird, ahnt sie, wie hochbrisant die Sache ist. Erst recht als ihr politisch unerfahrener Ehemann, Windkraft-Experte Alfred, plötzlich zum Pressesprecher des Ministerpräsidenten ernannt wird. Julia kann Alfred nicht sagen, was sie sofort vermutet: Dieser Job wurde ihm nur angeboten, um sie endgültig zum Schweigen zu bringen. Trotzdem beschließt sie, weiter zu ermitteln.
Währenddessen schlägt sich Alfred erstaunlich gut im Polit-Dschungel. Doch in den Korridoren der Macht stößt er auf Betrug und Geheimnisse. Er beginnt nachzuforschen und stellt fest, dass die schmutzigen Geschäfte weit über die Mauern des schwedischen Regierungssitzes Rosenbad hinausreichen.

„Die Stockholm Protokolle“ ist ein spannender Polit-Thriller von Moa Berglöf und Joakim Zander.

Die Investigativjournalistin Julia ist einem Skandal auf der Spur, der den Ministerpräsiden in sehr schlechtes Licht stellen würde. Kurzerhand wird sie von ihrem Chefredakteur ins Abseits gestellt. Dafür bekommt Julias Ehemann Alfred den Job des Pressesprechers des Ministerpräsidenten. Jetzt ist Julia erst recht zum Schweigen verurteilt. Aber auch Alfred bleiben die Geheimnisse und der Betrug nicht verborgen.

Moa Berglöf und Joakim Zander ist hier ein wahrer Pageturner gelungen.
Es wird ein Szenario dargestellt, dass voller Betrug und Missbrauch ist. Der Ministerpräsident ist ein Wolf im Schafspelz. Nach außen hin beliebt und fürsorglicher Familienvater.
Was hinter der Fassade steckt, erfahre die Leser*innen nach und nach.

Der Plot ist intelligent konzipiert. Mit Spannung habe ich die Machtspiele verfolgt.
Die Geschichte wird in einem ruhigen Ton erzählt, aber die Spannung lässt aber nicht lange auf sich warten.

Die Charaktere sind gut gezeichnet und lebendig. Nicht alle sind sympathisch.

Der Schreibstil des Autoren Duos ist flüssig und gut verständlich, vor allem ist es aus einem Guss, die Leserinnen spüren nicht, dass zwei Autorinnen an der Geschichte gearbeitet haben.

„Die Stockholm Protokolle“ ist ein echter Pageturner, den ich gerne gelesen habe.

Andere nennen es Urlaub

Franka Bloom
Roman
380 Seiten
erschienen im Rowohlt Verlag
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Rowohlt Verlag für das Rezensionsexemplar

Tiefgründig und humorvoll

Klappentext:
Annette, genannt Netti, (50) steckt privat und beruflich in einer Sackgasse: Die letzte Beziehung ist gescheitert, ihr Theatervertrag nicht verlängert, der Sohn auf dem Absprung. Und dann ist da noch ihr Vater Bruno, der seit dem Tod der Mutter nicht alleine klarkommt. Fast täglich schaut Netti bei ihm vorbei, obwohl sie und ihre erfolgreiche Schwester sich eigentlich gemeinsam kümmern wollten. Aber jetzt braucht Netti dringend eine Auszeit, um endlich mal durchzuatmen und ihr Leben neu zu ordnen. Und das am liebsten am Meer, irgendwo im Süden. Als sich ihr eine Mitfahrgelegenheit mit einem Italiener bietet, sagt sie sofort zu. Soll eben ihre Schwester nach dem Vater schauen. Doch als es losgeht, sitzt Bruno auf der Rückbank. Und Netti ahnt, dass es alles andere als ein entspannter Urlaub wird, denn ihr Vater hat eigene Pläne, und die Reisegruppe wird immer größer.

„Andere nennen es Urlaub“ ist ein humorvoller Familienroman von Franka Bloom.

Netti steht vor einem Wendepunkt in ihrem Leben. Ihr großer Durchbruch als Schauspielerin lässt schon lange auf sich warten. Jetzt wird sogar ihr Vertrag am Theater nicht verlängert. Der Sohn verlässt langsam das Nest. Nur ihr Vater Bruno, um den sie sich kümmert bleibt ihr erhalten. Ihre Schwester, mit der Netti sich abwechselnd um den Vater kümmern wollte, lässt sie kläglich im Stich.
Netti beschließt, sie braucht dringend Abstand von ihrem Alltag. Sie liebäugelt mit den Italienbildern in einem Reisebüro. Die Inhaberin macht ihr spontan das Angebot, mit ihrem Neffe Giorgio, der mit einem Kleinbus nach Triest fährt mitzufahren. Eine Woche Italien, ein Traum. Wohnen kann sie auch kostenlos im Apartment der Reisebürofrau, sie muss dafür nur das Apartment aufräumen. Kurzentschlossern sagt Netti zu. Um den Vater soll sich die Schwester kümmern. Doch am Tag der Abfahrt, sitzt Bruno schon auf dem Rücksitz und Netti wird in ihrem Urlaub zur 24-Stundernbetreuung.

Franka Bloom hat ihre Charaktere gut gezeichnet. Sie kommen richtig lebendig rüber. Mir gefallen Netti und auch ihr Vater Bruno sehr gut. Bruno kommt seit dem Tod seiner Frau nicht mehr allein klar, er braucht Hilfe. Im gemeinsamen Urlaub registriert Netti erst einmal, wie unselbstständig ihr Vater wirklich ist.

Franka Bloom erzählt die Geschichte tiefgründig und versieht sie immer wieder mit Humor.
Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und gut verständlich.
Das Thema Alleinsein und nicht loslassen können vermittelt die Autorin ihren Leser*innen gut.

„Andere nennen es Urlaub“ ist eine tiefgründige und humorvolle Familiengeschichte.

Sommer, Glück und Ringelblumen

Ally Zetterberg
Roman
394 Seiten
erschienen im Rowohlt Verlag
Übersetzt aus dem Englischen von Vanessa Lamatsch
4 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Rowohlt Verlag für das Rezensionsexemplar

Ein leichter Sommerroman

Klappentext:
Sophia ist Floristin im schwedischen Svedala. Als ihr Onkel ihr sein Ladenlokal vermacht, scheint der Traum von einem eigenen Blumengeschäft in greifbarer Nähe, doch ihre Familie will den Laden so schnell wie möglich loswerden. Um zu beweisen, dass sie das Zeug dazu hat, das Geschäft wiederzubeleben, muss Sophia dringend einen Großkunden an Land ziehen. Da tut sich in Form einer landesweiten Blumenmesse die perfekte Gelegenheit auf.
Blade kümmert sich in London um seine an Alzheimer erkrankte Mutter, die ihn aus heiterem Himmel um etwas bittet: Er soll nach Schweden reisen, um einen gewissen Sven zu finden, die Liebe ihres Lebens, der sie vor siebenundzwanzig Jahren an einer Bushaltestelle treffen und mit ihr durchbrennen wollte, aber nie aufgetaucht ist. Nach anfänglichen Zweifeln macht sich Blade auf nach Schweden. Dort angekommen, findet er statt dem geheimnisvollen Sven jedoch zunächst eine verzweifelte Floristin, die auf dem Weg zu einer Blumenmesse mit dem Auto liegen geblieben ist.

„Sommer, Glück und Ringelblumen“ von Ally Zetterberg ist ein Sommerroman mit Liebesglück.

Die Geschichte beginnt mit 2 Handlungssträngen.
Im schwedischen Svedala möchte die Floristin Sophia gerne das Blumengeschäft ihres verstorbenen Onkels, dass er ihr und ihren Brüdern vermacht hat, weiterführen. Doch die Brüder wollen es lieber so schnell wie möglich loswerden. Jetzt heißt es für Sophia einen großen Auftrag zu generieren, damit sie ihre Brüder auszahlen kann. Dazu eignet sich die anstehende Blumenmesse hervorragend. Doch die Aussichten sind schlecht, denn schon auf dem Weg zur Messe bleibt Sophia mit dem Auto liegen.

In London betreut Blade seine unter Alzheimer leidende Mutter. Ihr Wunsch ist, ihre große Liebe noch einmal zu sehen. Noch heute sitzt Edith noch oft an der Bushaltestelle Hornton Street und wartet auf ihren Sven. Damals, als sie verabredet waren, ist Sven nicht erschienen. Edith bittet ihren Sohn nach Schweden zu reisen um Sven zu finden.
In Schweden angekommen, bemerkt er auf der Straße eine junge Frau, die mit ihrem Auto liegengeblieben ist. Er hält mit seinem Wohnmobil an, um zu helfen.

Ally Zetterberg erzählt die Geschichte mit Herz und Gefühl. Ihre Charaktere wirken wie aus dem echten Leben entsprungen.
Sophia ist Autistin und hat nur den einen Wunsch, ihren Blumenladen zu neuem Leben zu erwecken. Doch sie muss so viel Geld damit verdienen, um ihre Brüder auszahlen zu können.
Blade kümmert sich um seine Mutter und möchte ihr den Wunsch erfüllen und ihre Liebe Sven zu ihr zu bringen.
Sophia und Blade haben mir gut gefallen. Ich habe sie gerne durch die Geschichte begleitet. Es wird nicht nur das leichte Sommerglück erzählt. Auch Edith ist ein interessanter Charakter. Doch sie triftet immer mehr in die Vergangenheit ab.

Ally Zetterberg vermittelt die Gefühle der an Alzheimer leidenden Edith sehr authentisch. Ich hätte Edith am liebsten immer wieder in den Arm genommen. Es ist schlimm, wenn einem das eigene Leben entgleitet.

Die Autorin beschreibt die Handlungsorte anschaulich. Der Schreibstil von Ally Zetterberg ist gut verständlich.
Auch wenn die Geschichte etwas vorhersehbar war, habe ich „Sommer, Glück und Ringelblumen“ gerne gelesen.

Die Tiefe – Verblendet

Karen Sander
Thriller
327 Seiten
erschienen im Rowohlt Verlag
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Rowohlt Verlag für das Rezensionsexemplar

Unheimlich spannend

Klappentext:
Kriminalhauptkommissar Tom Engelhardt und sein Team haben einen Doppelmord auf dem Darß aufgeklärt, aber dem Unbekannten, der eine ganze Familie auf einer Segeljacht umgebracht hat, sind sie noch keinen Schritt näher gekommen.
Auch Kryptologin Mascha Krieger und ihr Bruder Holger haben den Mörder der jungen Ärztin aus Anklam noch nicht gefasst. Derweil ermittelt Kriminaloberkommissar Björn André aus Teterow in einem vermeintlichen Fall von Suizid. Eine junge Frau hat sich die Pulsadern aufgeschnitten, aber die Umstände sind merkwürdig. Björn stößt auf einen Brief, ganz ähnlich dem, den die Ärztin aus Anklam am Tag ihres Todes erhielt. Als auch auf dem Darß ein solcher Brief auftaucht, ist klar, dass alle Verbrechen zusammenhängen müssen. Eine große Soko unter Leitung von Tom Engelhardt wird gebildet.
Und es gibt auch schon einen Verdächtigen: Hagen Oltmanns, ein im Wald lebender Obdachloser, der nicht nur eine Kiste voller Waffen besitzt, sondern auch unter paranoider Schizophrenie leidet. Doch Oltmanns ist spurlos verschwunden.
Dann wird eine weitere Leiche gefunden. Und plötzlich drehen sich die Ermittlungen in eine völlig unerwartete Richtung.

„Die Tiefe – Verblendet“ ist der 8. Band der Reihe Engelhardt & Krieger ermitteln und gleichzeitig der 2. Band der neuen Staffel „Die Tiefe“.
Der 1. Band der neuen Staffel „Die Tiefe-Versunken war sehr spannend und der Mord an der Familie auf dem Segelboot wurde noch nicht aufgeklärt. Somit gehen die Ermittlungen in die 2. Runde.

Die Ermittler sind interessante Charaktere und gefallen mir gut.
Mascha Krieger ist Kryptologin beim LKA Schwerin. Sie wurde einmal in den Innendienst strafversetzt, da sie ihre Position für private Ermittlungen missbraucht hatte. Für den Innendienst ist Mascha allerdings eine zu gute Ermittlerin,

Tom Engelhardt ist Kriminalhauptkommissar und lebt in Sellnitz. Er hat einen fünfjährigen Sohn, seine Frau, die auch Polizistin war, ist bei einem Einsatz ums Leben gekommen. Nach dem Tod seiner Frau, hat Tom sich von Berlin an die Ostsee versetzten lassen. Hier wagte er einen Neuanfang.

Die beiden Ermittler arbeiten mit ihrem Team weiter an dem Fall der ermordeten Familie auf dem Segelboot. Auch bei dem Fall der toten Ärztin gibt es noch keine neuen Erkenntnisse. Und schon wieder eine tote Frau und bei ihr wird ein Brief gefunden, der Ähnlichkeiten zu dem Fund bei der toten Ärztin hat.

Die Story ist ziemlich komplex. Es sind mehrere Fälle die, die Ermittler bearbeiten müssen. Das lässt die Geschichte recht authentisch wirken, den im realen Leben hat die Polizei auch nicht immer einen Fall nach dem anderen zu bearbeiten.

Auch in diesem Band gibt es wieder verschiedene Handlungsstränge, Karen Sander hält mehrere Fäden in der Hand. Die Geschichte wird passend zu den verschiedenen Handlungssträngen auch aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Die Kapitel sind oft kurz und enden nicht selten mit einem Cliffhanger, bevor der Schauplatz wieder gewechselt wird. Das führt dazu, dass man immer weiterlesen muss, ich konnte das Buch nach kurzer Zeit nicht mehr zur Seite legen.
Dazu kommt noch der fesselnde Schreibstil von Karen Sander. Die Autorin baut schnell Spannung auf, die sie auch bis zum Ende und darüber hinaus aufrechterhält. Denn auch dieser Band endet mit einem Cliffhanger und jetzt heißt es warten, bis der nächste Band erscheint.

Der 3. Band dieser Staffel „Die Tiefe – Verloren“, soll dann auch schon im Mai erscheinen.

Ein Zuhause im Frühling

Julie Caplin
Roman
426 Seiten
erschienen im Rowohlt Verlag
Übersetzt aus dem Englischen von Christiane Steen
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Rowohlt Verlag für das Rezensionsexemplar

Ein Wohlfühlroman

Klappentext:
Die Londoner Illustratorin Ella braucht dringend eine Auszeit, von ihrem aufreibenden Großstadtleben, von ihrer On-Off-Beziehung und von ihrer künstlerischen Krise. Zum Glück kann sie für ein halbes Jahr das kleine Cottage ihrer verreisten Patentante in Wilsgrave hüten. Hier in der englischen Countryside versucht Ella zu sich zu finden.
Allerdings hat sie die Rechnung ohne die quirligen Dorfbewohner gemacht. Auch von einem vierbeinigen Mitbewohner im Cottage war nicht die Rede, aber die schwarze Labradorhündin Tess hält Ella ziemlich auf Trab. Und leider merkt der grummelige Dorftierarzt Devon sofort, dass sie eigentlich keine Ahnung von Hunden hat. Doch bei ausgiebigen Spaziergängen entdecken die beiden, dass sie mehr gemeinsam haben als erwartet.

„Ein Zuhause im Frühling“ ist der 1. Band der Country Escapes Reihe von Julie Caplin.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht Ella. Sie nimmt sich eine Auszeit und reist nach Wilsgrave, dort hütet sie für 6 Monate das Cottage ihrer Patentante.
Hier will Ella zur Ruhe kommen und zu sich selbst finden. Von der quirligen Labradorhündin hat Ella allerdings nichts gewusst. Sie kennt sich mit Hunden zwar nicht aus, aber so schwierig kann das nichts ein. Das spürt auch schnell der mürrische Dorftierarzt Devon. Ist Devon wirklich so mürrisch? Bei gemeinsamen Spaziergängen gibt Ella sich allerdings genauso mürrisch. Bis Devon und Ella sich nach einiger Zeit annähern. Auch die Hündin Tessa und Ella werden Freunde.

Julie Caplin spinnt das bekannte Muster, eine Protagonistin sucht eine Auszeit und in der neuen Umgebung jemanden kennen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten nähern sich die Personen an.
Die Autorin erzählt die Geschichte allerdings auf eine ganz bezaubernde Art und Weise.
Die Charaktere sind gut beschrieben und lebendig. Mir ist Ella schnell ans Herz gewachsen.
Auch Devon ist mir schnell sympathisch geworden, trotz seiner mürrischen Art.

Die Beschreibung des Handlungsort Wilsgrave ist gut gelungen. Ich konnte mir das Ort mit seinen quirligen Dorfbewohnern gut vorstellen.

Julie Caplin erzählt die Geschichte aus den Perspektiven von Ella und Devon im Wechsel. Dabei kommt man den Charakteren recht nahe und bekommt auch die stillen Gedanken mit.

Julie Caplin hat einen flüssigen und gut verständlichen Schreibstil.
Sie erzeugt eine schöne Atmosphäre, auch wenn Ella zu Beginn manchmal etwas traurig ist.

„Ein Zuhause im Frühling“ ist für mich ein echter Wohlfühlroman. Ich freue mich jetzt schon auf den 2. Band „Ein Wiedersehen im Sommer“ der schon im Mai erscheinen soll.

Die Farm der Mädchen

Hans Rosenfeldt
Thriller
492 Seiten
Übersetzt aus dem Schwedischen von Antje Rieck-Blankenburg und Maike Barth
erschienen im Rowohlt Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Rowohlt Verlag für das Rezensionsexemplar

Sehr spannend

Klappentext:
sind hochschwanger, die Verfolger ihnen dicht auf den Fersen.
Kurz darauf wird Polizistin Hannah Wester mit einem neuen Fall konfrontiert: Im Unterholz hat man ein totes Baby entdeckt, die Mutter ist verschwunden.
Hannah, die vor einem Jahr ihren Mann verloren hat und gerade erst im Dienst zurück ist, stürzt sich mit aller Energie in die Ermittlungen. Und sie stößt auf einen Fall, der über alles hinausgeht, was sie sich je hätte vorstellen können.

„Die Farm der Mädchen“ ist ein spannender Thriller von Hans Rosenfeldt. Ich habe schon einiges von dem Autor gelesen und war auf dieses Buch schon sehr gespannt.

Hannah Wester ist Polizistin und hat nach einer Auszeit gerade wieder ihren Dienst aufgenommen.
Gleich bekommt sie es mit einem schweren Fall zu tun. Ein totes Baby wird im Wald gefunden, von der Mutter erst einmal keine Spur.
In diesem Fall muss Hannah über sich selbst hinauswachsen.‘

Hans Rosenfeldt baut sehr schnell Spannung auf und hält diese auch über das gesamte Buch aufrecht.
Obwohl die Leserinnen bald mehr wissen als die Ermittler und die Zusammenhänge früher erkennen bleibt es spannend. Das ganze Ausmaß lernen auch die Leserinnen erst viel später kennen.

Die Charaktere sind gut gezeichnet. Die Polizistin Hannah Wester trägt so einige Probleme mit sich herum, die die Leser*innen im Laufe der Geschichte erfahren. Hannah hat ihren Mann verloren und deshalb eine Auszeit genommen. Vor Jahren hatte Hannah auch ihre Tochter verloren. Welch schweres Schicksal.
Ihr Vater ist dement und kommt oft sehr böse rüber. Das macht Hannahs Leben auch nicht gerade leichter.
So stürzt sie sich in diesen Fall, der sie von ihren eigenen Sorgen ablenkt.
Aber auch die anderen Charaktere sind facettenreich und interessant.

Wie immer beschreibt der Autor die Handlungsorte sehr anschaulich und atmosphärisch.

Der Schreibstil von Hans Rosenfeldt wist flüssig, gut verständlich und fesselnd.

„Die Farm der Mädchen“ ist wieder ein sehr spannender Thriller. Ich habe die knapp 500 Seiten an 2 Abenden gelesen.

This Story Might Save Your Life

Tiffanay Crum
Thriller
440 Seiten
erschienen im Rowohlt Verlag
Übersetzt aus dem Englischen von Susann Rehlein
Meine Bewertung:
4 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Rowohlt Verlag für das Rezensionsexemplar

Ruhige aber doch recht spannende Geschichte

Klappentext:
Was dich nicht umbringt, lässt dich überleben. Das ist das Motto des beliebten Podcasts von Joy und Benny mit Geschichten über Leben und Tod. Sie sind ein eingespieltes Team und als beste Freunde unzertrennlich. Doch eines Morgens ist Joy verschwunden, ihr Ehemann auch. Freiwillig ist sie nicht gegangen. Die Scherben im Badezimmer sprechen eine klare Sprache. Die Polizei nimmt Benny ins Visier, der selbst verzweifelt nach Joy sucht. Und obwohl er verdächtigt wird, sagt er den Ermittlern nichts, als er ein Manuskript findet. Denn Joys Memoiren offenbaren eine Wahrheit, die alles infrage stellt, was er zu wissen glaubte. Sie erzählen von gefährlichen Geheimnissen und einer großen Liebe und enden abrupt.

„This Story Might Save Your Life“ ist ein spannender Thriller von Tiffany Crum.

Joys und Benny sind beste Freunde. Zusammen betreiben sie sie den Podcast „This Story Might Save Your Life“. In diesem Podcast fordern sich die Beiden mit gefährlichen Situationen heraus. Einer stellt die Aufgabe und der andere muss überlegen, wie er aus dieser Situation wieder herausfindet.
Doch dann ist Joys plötzlich verschwunden und wie es aussieht auch ihr Mann. Die Wohnung sieht nicht so aus, als wären die Bewohner freiwillig gegangen.
Die Polizei verdächtigt Benny und Benny beginnt nach Joys zu suchen und stößt auf so manches Geheimnis.

Tiffany Crum hat interessante Charaktere ins Rennen geschickt.
Joys ist Grafikdesignerin und leidet unter Narkolepsie, das ist eine Störung im Schlaf-Wach-Rhythmus.
Benny nett und hilfsbereit. Sein Makel, er ist vorbestraft, was ihm sehr unangenehm ist.
Genau wie Joys ist er kreativ und lustig. So ist auch der Podcast der Beiden entstanden.

Tiffany Crum erzählt die Geschichte in einem recht ruhigen und unaufgeregten Ton und trotzdem erzeugt die Autorin reichlich Spannung, auch wenn die durch einige Längen, die die Geschichte zwischendurch aufweist, unterbrochen wird.

Die Geschichte wird aus der Perspektive von Benny erzählt. Zwischendurch gibt es immer wieder Auszüge aus einem Manuskript von Joys, das Benny findet und das aus Joys Vergangenheit erzählt. So lernen die Leserinnen eine Seite von Joys kennen, die man so nicht geahnt hätte. Als Leserin erfährt man so aber auch noch einiges über den Podcast und über die freundschaftliche Beziehung zwischen Joys und Benny.

Die Geschichte ist durch die Erzählung der Gegenwart und den Auszügen aus dem Manuskript von Joys recht abwechslungsreich.

Tiffany Crum hat einen angenehm zu lesenden und flüssigen Schreibstil.

„This Story Might Save Your Life“ ist ein Thriller, den ich gerne gelesen habe.

Die Tiefe – Versunken

Karen Sander
Thriller
348 Seiten
erschienen im Rowohlt Verlag
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Rowohlt Verlag für das Rezensionsexemplar

Unheimlich spannend

Klappentext:
Auf der Suche nach dem Wrack eines Wikingerschiffs entdecken Hobbytaucher vor der Küste ein gesunkenes Segelboot, unter Deck die Leichen einer Familie. Was zunächst nach einem tragischen Unglück aussieht, entpuppt sich rasch als grausames Verbrechen: Alle vier wurden erschossen. Kriminalhauptkommissar Tom Engelhardt bricht seinen Urlaub ab, um die Ermittlungen zu leiten.
In den nächsten Tagen und Wochen geschehen weitere Morde, doch die Taten hängen scheinbar nicht zusammen. Bis sich herausstellt, dass in allen Fällen rätselhafte anonyme Briefe an die Angehörigen geschickt wurden. Kryptologin Mascha Krieger entschlüsselt die Briefe und findet heraus, dass es um Rache geht. Doch es scheint keine Verbindung zwischen den Opfern zu geben, die Hinweise auf den Täter liefern könnte.
Tom und Mascha müssen alles geben, um diesen Fall zu lösen.

„Die Tiefe – Versunken“ ist der 7. Band der Reihe Engelhardt & Krieger ermitteln und gleichzeitig der 1. Band der neuen Staffel „Die Tiefe“.
Für mich ist es der 1. Band der Reihe und ich musste mich erst einmal mit den Ermittlern vertraut machen.

Mascha Krieger ist Kryptologin beim LKA Schwerin. Sie wurde einmal in den Innendienst strafversetzt, da sie ihre Position für private Ermittlungen missbraucht hatte. Für den Innendienst ist Mascha allerdings eine zu gute Ermittlerin,

Tom Engelhardt ist Kriminalhauptkommissar und lebt in Sellnitz. Er hat einen fünfjährigen Sohn, seine Frau, die auch Polizistin war, ist bei einem Einsatz ums Leben gekommen. Nach dem Tod seiner Frau, hat Tom sich von Berlin an die Ostsee versetzten lassen. Hier wagte er einen Neuanfang.

Die beiden Ermittler bekommen es gleich mit mehreren Morden zu tun. Eine schwere Lage, bei der dünnen Personaldecke. In einem gesunkenen Segelboot werden die Leichen einer Familie gefunden. Es mutet nach einem Unfall an, doch bei näherer Betrachtung stellt sich heraus, dass die Leichen erschossen wurden. Es tauchen immer wieder Tote auf, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben. Also müssen die Ermittler gleich in mehreren Tötungsdelikten ermitteln. Doch dann stellt sich heraus, dass die Angehörigen aller Opfer anonyme Briefe erhalten haben. Also doch alles derselbe Täter?

Die Story ist ziemlich komplex. Es gibt verschiedene Handlungsstränge, Karen Sander hält mehrere Fäden in der Hand. Die Geschichte wird passend zu den verschiedenen Handlungssträngen auch aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Die Kapitel sind oft kurz und enden nicht selten mit einem Cliffhanger, bevor der Schauplatz wieder gewechselt wird. Das führt dazu, dass man immer weiterlesen muss, ich konnte das Buch nach kurzer Zeit nicht mehr zur Seite legen.
Dazu kommt noch der fesselnde Schreibstil von Karen Sander. Die Autorin baut schnell Spannung auf, die sie auch bis zum Ende und darüber hinaus aufrechterhält. Denn es wird am Ende der Geschichte nicht alles aufgelöst.
Im 2. Band dieser Staffel „Die Tiefe – Verblendet“, der am 20. Februar 2026 erscheinen soll, geht es weiter. Ich fiebere dem Band jetzt schon entgegen.

Die Heilerin des Nordens

Ines Thorn
Historischer Roman
351 Seiten
erschienen im Rowohlt Verlag
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Rowohlt Verlag für das Rezensionsexemplar

Ein atmosphärischer Roman

Klappentext:
In der rauen Wildnis des Nordens wächst Miija als Tochter einer Schamanin auf. Schon als junges Mädchen zeigt sie eine außergewöhnliche Gabe, auf die Stimmen der Natur zu achten. Es steht bald außer Frage, dass sie die Nachfolge ihrer Mutter antreten wird. Eine Berufung, die großes Ansehen mit sich bringt, aber Miija auch zur Außenseiterin macht. Vor allem, als die traditionelle Welt der Sámi ins Wanken gerät. Der christliche Glaube und neue, moderne Methoden der Heilkunst brechen mit Macht in Miijas Welt ein. Dabei gerät sie nicht nur zwischen die Fronten zweier Glaubenswelten, sondern trifft auch einen Mann, der ihr Schicksal ändert.

„Die Heilerin des Nordens“ von Ines Thorn führt die Leser*innen nach Lappland ins 19. Jahrhundert.

Im Mittelpunkt steht Miija, sie ist die Tochter einer Ureinwohnerin und Schamanin. Auch Miija zeigt Interesse an der Natur. antreten. Miija kann der Stimme der Natur lauschen, sie versteht die Pflanzen und ihre Heilkräfte. Sie wird darauf vorbereitet, einmal die Nachfolge ihrer Mutter anzutreten. Doch die Welt dreht sich weiter und auch die Welt der Sami verändert sich.

Ines Thorn hat mich wieder einmal mit ihrem lebendigen Schreibstil begeistert. Ihre Charaktere sind liebenswert und lebendig. Es ist interessant, Miija von Kindheit an bis ins Erwachsenenalter zu begleiten. Mit Miija zusammen erfährt man als Leser*in viel über die Wirkung der Pflanzen. Miija verschmelzt manchmal richtig mit der Natur und mir kam es manchmal so vor, als ob Miija zwischen zwei Welten wandelt.
Miija gerät in der Geschichte aber auch in den Konflikt zwischen ihrer Heilkunst und der immer fortschrittlicher werdenden Medizin. Für die einen ist sie eine Heilerin, für die anderen eine Schamanin, an deren Kunst sie nicht glauben. So ist Miija manchmal hin- und her gerissen zwischen ihrem Glauben und ihren Zweifeln an ihre Heilkunst.
Auch das Leben der Samen an sich verändert sich. Die Zeit wird modernen und die Samen müssen um ihren Platz kämpfen.
Dabei gelingt Ines Thorn ein guter Mittelweg zwischen der Heilkunst der Natur und der modernen Medizin.

Ines Thorn erzählt sehr atmosphärisch. Gerade die Weite Lapplands mit der schneebedeckten Landschaft hatte ich schnell vor Augen.

Der Schreibstil von Ines Thorn ist wie immer flüssig, gut verständlich und vor allem fesselnd. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen, so wurde ich in die Geschichte hineingezogen.

„Die Heilerin des Nordens“ ist ein historischer Roman, der den Leser*innen die Kunst und das Leben der Samen näherbringt. Ich habe das Buch mit großer Freude gelesen.

Evil Grandma

Line Baugstø
Roman
255 Seiten
erschienen im Rowohlt Verlag
Übersetzt aus dem Norwegischen von Nora Pröfrock
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Rowohlt Verlag für das Rezensionsexemplar

Großmutter Widerwillen

Klappentext:
Als Mona erfährt, dass sie Großmutter wird, bricht sie nicht vor Freude in Tränen aus, sie bekommt eine mittelschwere Panikattacke. Kurz vor der Rente hat sie keine Lust, die letzten schönen Jahre mit der aufopferungsvollen Betreuung eines Enkelkinds zu verbringen, wie es ihr Sohn Thomas und seine Freundin Alma zweifellos erwarten. Als die werdenden Eltern wegen eines Wasserschadens für ein paar Wochen in Monas kleiner Wohnung unterkommen, beginnt die Situation zu eskalieren. Mona kocht und räumt für alle auf, während Thomas und Alma nur vor ihren Handys hängen. Mona muss raus! Mit ihrer besten Freundin Annemor verbringt sie ein Wochenende auf dem Land. Der Abend beginnt mit zu viel Wein und endet damit, dass Mona einen Instagram-Account hat: Evilgrandma65. Ein Spaß, der eine ungeahnt explosive Wirkung entfaltet …

„Evil Grandma“ von Line Baugstø ist die Geschichte einer werdenden Großmutter, die aber ganz andere Pläne hat.

Als Mona erfährt, dass sie Großmutter wird ist sie alles andere als begeistert. Sie steht kurz vor der Rente und hat eigentlich nicht vor ihr Rentendasein mit Kinderhüten zu verbringe. Als ihr Sohn Thomas mit seiner Freundin Alma für kurze Zeit bei ihr einziehen, verbringt sie viel Zeit, um für ihre „Gäste“ zu kochen und aufzuräumen. So geht das nicht weiter. Kurzendschlossen fährt sie mit ihrer Freundin Annemor über das Wochenende aufs Land.

Line Baugstø hat ihre Charaktere gut gezeichnet und lässt sie lebendig wirken. Auch wenn es schön ist, so ein kleines neues Leben in den Armen zu halten, kann ich Mona verstehen. Endlich kommt der ersehnte Ruhestand und man kann all die Dinge machen, die man schon lange machen möchte. Doch da wird sie als Babysitter eingeplant.
Mona ist mir schnell sympathisch gewesen. Sie ist eine Frau, die mit beiden Beinen im Leben steht und weiß, was sie will, oder nicht will. Auf ihrem Instagram-Account Evilgrandma65nimmt sie dann auch kein Blatt vor dem Mund. Das kommt nicht immer gut an.

Line Baugstø thematisiert in ihrem Roman das Thema Familie und deren Erwartungen. Aber auch das Thema Social Media nimmt seinen Platz in der Geschichte ein.

Dia Autorin erzählt die Geschichte recht realistisch. Ich konnte Mona gut verstehen aber habe auch Verständnis für ihren Sohn Thomas und für Alma. Finde aber auch, man kann es nicht als selbstverständlich einplanen, dass die Großmutter für die Kinderbetreuung da sein muss.

Line Baugstø erzählt die Geschichte mit viel Humor, ich musste oft schmunzeln. Dabei ist ihr Schreibstil flüssig und gut verständlich.
Ich konnte das Buch an 2 Abenden lesen.

„Evil Grandma“ ist ein unterhaltsamer Roman, nicht nur für werdende Großmütter.