Die Tiefe – Verblendet

Karen Sander
Thriller
327 Seiten
erschienen im Rowohlt Verlag
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Rowohlt Verlag für das Rezensionsexemplar

Unheimlich spannend

Klappentext:
Kriminalhauptkommissar Tom Engelhardt und sein Team haben einen Doppelmord auf dem Darß aufgeklärt, aber dem Unbekannten, der eine ganze Familie auf einer Segeljacht umgebracht hat, sind sie noch keinen Schritt näher gekommen.
Auch Kryptologin Mascha Krieger und ihr Bruder Holger haben den Mörder der jungen Ärztin aus Anklam noch nicht gefasst. Derweil ermittelt Kriminaloberkommissar Björn André aus Teterow in einem vermeintlichen Fall von Suizid. Eine junge Frau hat sich die Pulsadern aufgeschnitten, aber die Umstände sind merkwürdig. Björn stößt auf einen Brief, ganz ähnlich dem, den die Ärztin aus Anklam am Tag ihres Todes erhielt. Als auch auf dem Darß ein solcher Brief auftaucht, ist klar, dass alle Verbrechen zusammenhängen müssen. Eine große Soko unter Leitung von Tom Engelhardt wird gebildet.
Und es gibt auch schon einen Verdächtigen: Hagen Oltmanns, ein im Wald lebender Obdachloser, der nicht nur eine Kiste voller Waffen besitzt, sondern auch unter paranoider Schizophrenie leidet. Doch Oltmanns ist spurlos verschwunden.
Dann wird eine weitere Leiche gefunden. Und plötzlich drehen sich die Ermittlungen in eine völlig unerwartete Richtung.

„Die Tiefe – Verblendet“ ist der 8. Band der Reihe Engelhardt & Krieger ermitteln und gleichzeitig der 2. Band der neuen Staffel „Die Tiefe“.
Der 1. Band der neuen Staffel „Die Tiefe-Versunken war sehr spannend und der Mord an der Familie auf dem Segelboot wurde noch nicht aufgeklärt. Somit gehen die Ermittlungen in die 2. Runde.

Die Ermittler sind interessante Charaktere und gefallen mir gut.
Mascha Krieger ist Kryptologin beim LKA Schwerin. Sie wurde einmal in den Innendienst strafversetzt, da sie ihre Position für private Ermittlungen missbraucht hatte. Für den Innendienst ist Mascha allerdings eine zu gute Ermittlerin,

Tom Engelhardt ist Kriminalhauptkommissar und lebt in Sellnitz. Er hat einen fünfjährigen Sohn, seine Frau, die auch Polizistin war, ist bei einem Einsatz ums Leben gekommen. Nach dem Tod seiner Frau, hat Tom sich von Berlin an die Ostsee versetzten lassen. Hier wagte er einen Neuanfang.

Die beiden Ermittler arbeiten mit ihrem Team weiter an dem Fall der ermordeten Familie auf dem Segelboot. Auch bei dem Fall der toten Ärztin gibt es noch keine neuen Erkenntnisse. Und schon wieder eine tote Frau und bei ihr wird ein Brief gefunden, der Ähnlichkeiten zu dem Fund bei der toten Ärztin hat.

Die Story ist ziemlich komplex. Es sind mehrere Fälle die, die Ermittler bearbeiten müssen. Das lässt die Geschichte recht authentisch wirken, den im realen Leben hat die Polizei auch nicht immer einen Fall nach dem anderen zu bearbeiten.

Auch in diesem Band gibt es wieder verschiedene Handlungsstränge, Karen Sander hält mehrere Fäden in der Hand. Die Geschichte wird passend zu den verschiedenen Handlungssträngen auch aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Die Kapitel sind oft kurz und enden nicht selten mit einem Cliffhanger, bevor der Schauplatz wieder gewechselt wird. Das führt dazu, dass man immer weiterlesen muss, ich konnte das Buch nach kurzer Zeit nicht mehr zur Seite legen.
Dazu kommt noch der fesselnde Schreibstil von Karen Sander. Die Autorin baut schnell Spannung auf, die sie auch bis zum Ende und darüber hinaus aufrechterhält. Denn auch dieser Band endet mit einem Cliffhanger und jetzt heißt es warten, bis der nächste Band erscheint.

Der 3. Band dieser Staffel „Die Tiefe – Verloren“, soll dann auch schon im Mai erscheinen.

Ein Zuhause im Frühling

Julie Caplin
Roman
426 Seiten
erschienen im Rowohlt Verlag
Übersetzt aus dem Englischen von Christiane Steen
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Rowohlt Verlag für das Rezensionsexemplar

Ein Wohlfühlroman

Klappentext:
Die Londoner Illustratorin Ella braucht dringend eine Auszeit, von ihrem aufreibenden Großstadtleben, von ihrer On-Off-Beziehung und von ihrer künstlerischen Krise. Zum Glück kann sie für ein halbes Jahr das kleine Cottage ihrer verreisten Patentante in Wilsgrave hüten. Hier in der englischen Countryside versucht Ella zu sich zu finden.
Allerdings hat sie die Rechnung ohne die quirligen Dorfbewohner gemacht. Auch von einem vierbeinigen Mitbewohner im Cottage war nicht die Rede, aber die schwarze Labradorhündin Tess hält Ella ziemlich auf Trab. Und leider merkt der grummelige Dorftierarzt Devon sofort, dass sie eigentlich keine Ahnung von Hunden hat. Doch bei ausgiebigen Spaziergängen entdecken die beiden, dass sie mehr gemeinsam haben als erwartet.

„Ein Zuhause im Frühling“ ist der 1. Band der Country Escapes Reihe von Julie Caplin.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht Ella. Sie nimmt sich eine Auszeit und reist nach Wilsgrave, dort hütet sie für 6 Monate das Cottage ihrer Patentante.
Hier will Ella zur Ruhe kommen und zu sich selbst finden. Von der quirligen Labradorhündin hat Ella allerdings nichts gewusst. Sie kennt sich mit Hunden zwar nicht aus, aber so schwierig kann das nichts ein. Das spürt auch schnell der mürrische Dorftierarzt Devon. Ist Devon wirklich so mürrisch? Bei gemeinsamen Spaziergängen gibt Ella sich allerdings genauso mürrisch. Bis Devon und Ella sich nach einiger Zeit annähern. Auch die Hündin Tessa und Ella werden Freunde.

Julie Caplin spinnt das bekannte Muster, eine Protagonistin sucht eine Auszeit und in der neuen Umgebung jemanden kennen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten nähern sich die Personen an.
Die Autorin erzählt die Geschichte allerdings auf eine ganz bezaubernde Art und Weise.
Die Charaktere sind gut beschrieben und lebendig. Mir ist Ella schnell ans Herz gewachsen.
Auch Devon ist mir schnell sympathisch geworden, trotz seiner mürrischen Art.

Die Beschreibung des Handlungsort Wilsgrave ist gut gelungen. Ich konnte mir das Ort mit seinen quirligen Dorfbewohnern gut vorstellen.

Julie Caplin erzählt die Geschichte aus den Perspektiven von Ella und Devon im Wechsel. Dabei kommt man den Charakteren recht nahe und bekommt auch die stillen Gedanken mit.

Julie Caplin hat einen flüssigen und gut verständlichen Schreibstil.
Sie erzeugt eine schöne Atmosphäre, auch wenn Ella zu Beginn manchmal etwas traurig ist.

„Ein Zuhause im Frühling“ ist für mich ein echter Wohlfühlroman. Ich freue mich jetzt schon auf den 2. Band „Ein Wiedersehen im Sommer“ der schon im Mai erscheinen soll.

Die Farm der Mädchen

Hans Rosenfeldt
Thriller
492 Seiten
Übersetzt aus dem Schwedischen von Antje Rieck-Blankenburg und Maike Barth
erschienen im Rowohlt Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Rowohlt Verlag für das Rezensionsexemplar

Sehr spannend

Klappentext:
sind hochschwanger, die Verfolger ihnen dicht auf den Fersen.
Kurz darauf wird Polizistin Hannah Wester mit einem neuen Fall konfrontiert: Im Unterholz hat man ein totes Baby entdeckt, die Mutter ist verschwunden.
Hannah, die vor einem Jahr ihren Mann verloren hat und gerade erst im Dienst zurück ist, stürzt sich mit aller Energie in die Ermittlungen. Und sie stößt auf einen Fall, der über alles hinausgeht, was sie sich je hätte vorstellen können.

„Die Farm der Mädchen“ ist ein spannender Thriller von Hans Rosenfeldt. Ich habe schon einiges von dem Autor gelesen und war auf dieses Buch schon sehr gespannt.

Hannah Wester ist Polizistin und hat nach einer Auszeit gerade wieder ihren Dienst aufgenommen.
Gleich bekommt sie es mit einem schweren Fall zu tun. Ein totes Baby wird im Wald gefunden, von der Mutter erst einmal keine Spur.
In diesem Fall muss Hannah über sich selbst hinauswachsen.‘

Hans Rosenfeldt baut sehr schnell Spannung auf und hält diese auch über das gesamte Buch aufrecht.
Obwohl die Leserinnen bald mehr wissen als die Ermittler und die Zusammenhänge früher erkennen bleibt es spannend. Das ganze Ausmaß lernen auch die Leserinnen erst viel später kennen.

Die Charaktere sind gut gezeichnet. Die Polizistin Hannah Wester trägt so einige Probleme mit sich herum, die die Leser*innen im Laufe der Geschichte erfahren. Hannah hat ihren Mann verloren und deshalb eine Auszeit genommen. Vor Jahren hatte Hannah auch ihre Tochter verloren. Welch schweres Schicksal.
Ihr Vater ist dement und kommt oft sehr böse rüber. Das macht Hannahs Leben auch nicht gerade leichter.
So stürzt sie sich in diesen Fall, der sie von ihren eigenen Sorgen ablenkt.
Aber auch die anderen Charaktere sind facettenreich und interessant.

Wie immer beschreibt der Autor die Handlungsorte sehr anschaulich und atmosphärisch.

Der Schreibstil von Hans Rosenfeldt wist flüssig, gut verständlich und fesselnd.

„Die Farm der Mädchen“ ist wieder ein sehr spannender Thriller. Ich habe die knapp 500 Seiten an 2 Abenden gelesen.

This Story Might Save Your Life

Tiffanay Crum
Thriller
440 Seiten
erschienen im Rowohlt Verlag
Übersetzt aus dem Englischen von Susann Rehlein
Meine Bewertung:
4 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Rowohlt Verlag für das Rezensionsexemplar

Ruhige aber doch recht spannende Geschichte

Klappentext:
Was dich nicht umbringt, lässt dich überleben. Das ist das Motto des beliebten Podcasts von Joy und Benny mit Geschichten über Leben und Tod. Sie sind ein eingespieltes Team und als beste Freunde unzertrennlich. Doch eines Morgens ist Joy verschwunden, ihr Ehemann auch. Freiwillig ist sie nicht gegangen. Die Scherben im Badezimmer sprechen eine klare Sprache. Die Polizei nimmt Benny ins Visier, der selbst verzweifelt nach Joy sucht. Und obwohl er verdächtigt wird, sagt er den Ermittlern nichts, als er ein Manuskript findet. Denn Joys Memoiren offenbaren eine Wahrheit, die alles infrage stellt, was er zu wissen glaubte. Sie erzählen von gefährlichen Geheimnissen und einer großen Liebe und enden abrupt.

„This Story Might Save Your Life“ ist ein spannender Thriller von Tiffany Crum.

Joys und Benny sind beste Freunde. Zusammen betreiben sie sie den Podcast „This Story Might Save Your Life“. In diesem Podcast fordern sich die Beiden mit gefährlichen Situationen heraus. Einer stellt die Aufgabe und der andere muss überlegen, wie er aus dieser Situation wieder herausfindet.
Doch dann ist Joys plötzlich verschwunden und wie es aussieht auch ihr Mann. Die Wohnung sieht nicht so aus, als wären die Bewohner freiwillig gegangen.
Die Polizei verdächtigt Benny und Benny beginnt nach Joys zu suchen und stößt auf so manches Geheimnis.

Tiffany Crum hat interessante Charaktere ins Rennen geschickt.
Joys ist Grafikdesignerin und leidet unter Narkolepsie, das ist eine Störung im Schlaf-Wach-Rhythmus.
Benny nett und hilfsbereit. Sein Makel, er ist vorbestraft, was ihm sehr unangenehm ist.
Genau wie Joys ist er kreativ und lustig. So ist auch der Podcast der Beiden entstanden.

Tiffany Crum erzählt die Geschichte in einem recht ruhigen und unaufgeregten Ton und trotzdem erzeugt die Autorin reichlich Spannung, auch wenn die durch einige Längen, die die Geschichte zwischendurch aufweist, unterbrochen wird.

Die Geschichte wird aus der Perspektive von Benny erzählt. Zwischendurch gibt es immer wieder Auszüge aus einem Manuskript von Joys, das Benny findet und das aus Joys Vergangenheit erzählt. So lernen die Leserinnen eine Seite von Joys kennen, die man so nicht geahnt hätte. Als Leserin erfährt man so aber auch noch einiges über den Podcast und über die freundschaftliche Beziehung zwischen Joys und Benny.

Die Geschichte ist durch die Erzählung der Gegenwart und den Auszügen aus dem Manuskript von Joys recht abwechslungsreich.

Tiffany Crum hat einen angenehm zu lesenden und flüssigen Schreibstil.

„This Story Might Save Your Life“ ist ein Thriller, den ich gerne gelesen habe.

Die Tiefe – Versunken

Karen Sander
Thriller
348 Seiten
erschienen im Rowohlt Verlag
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Rowohlt Verlag für das Rezensionsexemplar

Unheimlich spannend

Klappentext:
Auf der Suche nach dem Wrack eines Wikingerschiffs entdecken Hobbytaucher vor der Küste ein gesunkenes Segelboot, unter Deck die Leichen einer Familie. Was zunächst nach einem tragischen Unglück aussieht, entpuppt sich rasch als grausames Verbrechen: Alle vier wurden erschossen. Kriminalhauptkommissar Tom Engelhardt bricht seinen Urlaub ab, um die Ermittlungen zu leiten.
In den nächsten Tagen und Wochen geschehen weitere Morde, doch die Taten hängen scheinbar nicht zusammen. Bis sich herausstellt, dass in allen Fällen rätselhafte anonyme Briefe an die Angehörigen geschickt wurden. Kryptologin Mascha Krieger entschlüsselt die Briefe und findet heraus, dass es um Rache geht. Doch es scheint keine Verbindung zwischen den Opfern zu geben, die Hinweise auf den Täter liefern könnte.
Tom und Mascha müssen alles geben, um diesen Fall zu lösen.

„Die Tiefe – Versunken“ ist der 7. Band der Reihe Engelhardt & Krieger ermitteln und gleichzeitig der 1. Band der neuen Staffel „Die Tiefe“.
Für mich ist es der 1. Band der Reihe und ich musste mich erst einmal mit den Ermittlern vertraut machen.

Mascha Krieger ist Kryptologin beim LKA Schwerin. Sie wurde einmal in den Innendienst strafversetzt, da sie ihre Position für private Ermittlungen missbraucht hatte. Für den Innendienst ist Mascha allerdings eine zu gute Ermittlerin,

Tom Engelhardt ist Kriminalhauptkommissar und lebt in Sellnitz. Er hat einen fünfjährigen Sohn, seine Frau, die auch Polizistin war, ist bei einem Einsatz ums Leben gekommen. Nach dem Tod seiner Frau, hat Tom sich von Berlin an die Ostsee versetzten lassen. Hier wagte er einen Neuanfang.

Die beiden Ermittler bekommen es gleich mit mehreren Morden zu tun. Eine schwere Lage, bei der dünnen Personaldecke. In einem gesunkenen Segelboot werden die Leichen einer Familie gefunden. Es mutet nach einem Unfall an, doch bei näherer Betrachtung stellt sich heraus, dass die Leichen erschossen wurden. Es tauchen immer wieder Tote auf, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben. Also müssen die Ermittler gleich in mehreren Tötungsdelikten ermitteln. Doch dann stellt sich heraus, dass die Angehörigen aller Opfer anonyme Briefe erhalten haben. Also doch alles derselbe Täter?

Die Story ist ziemlich komplex. Es gibt verschiedene Handlungsstränge, Karen Sander hält mehrere Fäden in der Hand. Die Geschichte wird passend zu den verschiedenen Handlungssträngen auch aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Die Kapitel sind oft kurz und enden nicht selten mit einem Cliffhanger, bevor der Schauplatz wieder gewechselt wird. Das führt dazu, dass man immer weiterlesen muss, ich konnte das Buch nach kurzer Zeit nicht mehr zur Seite legen.
Dazu kommt noch der fesselnde Schreibstil von Karen Sander. Die Autorin baut schnell Spannung auf, die sie auch bis zum Ende und darüber hinaus aufrechterhält. Denn es wird am Ende der Geschichte nicht alles aufgelöst.
Im 2. Band dieser Staffel „Die Tiefe – Verblendet“, der am 20. Februar 2026 erscheinen soll, geht es weiter. Ich fiebere dem Band jetzt schon entgegen.

Die Heilerin des Nordens

Ines Thorn
Historischer Roman
351 Seiten
erschienen im Rowohlt Verlag
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Rowohlt Verlag für das Rezensionsexemplar

Ein atmosphärischer Roman

Klappentext:
In der rauen Wildnis des Nordens wächst Miija als Tochter einer Schamanin auf. Schon als junges Mädchen zeigt sie eine außergewöhnliche Gabe, auf die Stimmen der Natur zu achten. Es steht bald außer Frage, dass sie die Nachfolge ihrer Mutter antreten wird. Eine Berufung, die großes Ansehen mit sich bringt, aber Miija auch zur Außenseiterin macht. Vor allem, als die traditionelle Welt der Sámi ins Wanken gerät. Der christliche Glaube und neue, moderne Methoden der Heilkunst brechen mit Macht in Miijas Welt ein. Dabei gerät sie nicht nur zwischen die Fronten zweier Glaubenswelten, sondern trifft auch einen Mann, der ihr Schicksal ändert.

„Die Heilerin des Nordens“ von Ines Thorn führt die Leser*innen nach Lappland ins 19. Jahrhundert.

Im Mittelpunkt steht Miija, sie ist die Tochter einer Ureinwohnerin und Schamanin. Auch Miija zeigt Interesse an der Natur. antreten. Miija kann der Stimme der Natur lauschen, sie versteht die Pflanzen und ihre Heilkräfte. Sie wird darauf vorbereitet, einmal die Nachfolge ihrer Mutter anzutreten. Doch die Welt dreht sich weiter und auch die Welt der Sami verändert sich.

Ines Thorn hat mich wieder einmal mit ihrem lebendigen Schreibstil begeistert. Ihre Charaktere sind liebenswert und lebendig. Es ist interessant, Miija von Kindheit an bis ins Erwachsenenalter zu begleiten. Mit Miija zusammen erfährt man als Leser*in viel über die Wirkung der Pflanzen. Miija verschmelzt manchmal richtig mit der Natur und mir kam es manchmal so vor, als ob Miija zwischen zwei Welten wandelt.
Miija gerät in der Geschichte aber auch in den Konflikt zwischen ihrer Heilkunst und der immer fortschrittlicher werdenden Medizin. Für die einen ist sie eine Heilerin, für die anderen eine Schamanin, an deren Kunst sie nicht glauben. So ist Miija manchmal hin- und her gerissen zwischen ihrem Glauben und ihren Zweifeln an ihre Heilkunst.
Auch das Leben der Samen an sich verändert sich. Die Zeit wird modernen und die Samen müssen um ihren Platz kämpfen.
Dabei gelingt Ines Thorn ein guter Mittelweg zwischen der Heilkunst der Natur und der modernen Medizin.

Ines Thorn erzählt sehr atmosphärisch. Gerade die Weite Lapplands mit der schneebedeckten Landschaft hatte ich schnell vor Augen.

Der Schreibstil von Ines Thorn ist wie immer flüssig, gut verständlich und vor allem fesselnd. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen, so wurde ich in die Geschichte hineingezogen.

„Die Heilerin des Nordens“ ist ein historischer Roman, der den Leser*innen die Kunst und das Leben der Samen näherbringt. Ich habe das Buch mit großer Freude gelesen.

Evil Grandma

Line Baugstø
Roman
255 Seiten
erschienen im Rowohlt Verlag
Übersetzt aus dem Norwegischen von Nora Pröfrock
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Rowohlt Verlag für das Rezensionsexemplar

Großmutter Widerwillen

Klappentext:
Als Mona erfährt, dass sie Großmutter wird, bricht sie nicht vor Freude in Tränen aus, sie bekommt eine mittelschwere Panikattacke. Kurz vor der Rente hat sie keine Lust, die letzten schönen Jahre mit der aufopferungsvollen Betreuung eines Enkelkinds zu verbringen, wie es ihr Sohn Thomas und seine Freundin Alma zweifellos erwarten. Als die werdenden Eltern wegen eines Wasserschadens für ein paar Wochen in Monas kleiner Wohnung unterkommen, beginnt die Situation zu eskalieren. Mona kocht und räumt für alle auf, während Thomas und Alma nur vor ihren Handys hängen. Mona muss raus! Mit ihrer besten Freundin Annemor verbringt sie ein Wochenende auf dem Land. Der Abend beginnt mit zu viel Wein und endet damit, dass Mona einen Instagram-Account hat: Evilgrandma65. Ein Spaß, der eine ungeahnt explosive Wirkung entfaltet …

„Evil Grandma“ von Line Baugstø ist die Geschichte einer werdenden Großmutter, die aber ganz andere Pläne hat.

Als Mona erfährt, dass sie Großmutter wird ist sie alles andere als begeistert. Sie steht kurz vor der Rente und hat eigentlich nicht vor ihr Rentendasein mit Kinderhüten zu verbringe. Als ihr Sohn Thomas mit seiner Freundin Alma für kurze Zeit bei ihr einziehen, verbringt sie viel Zeit, um für ihre „Gäste“ zu kochen und aufzuräumen. So geht das nicht weiter. Kurzendschlossen fährt sie mit ihrer Freundin Annemor über das Wochenende aufs Land.

Line Baugstø hat ihre Charaktere gut gezeichnet und lässt sie lebendig wirken. Auch wenn es schön ist, so ein kleines neues Leben in den Armen zu halten, kann ich Mona verstehen. Endlich kommt der ersehnte Ruhestand und man kann all die Dinge machen, die man schon lange machen möchte. Doch da wird sie als Babysitter eingeplant.
Mona ist mir schnell sympathisch gewesen. Sie ist eine Frau, die mit beiden Beinen im Leben steht und weiß, was sie will, oder nicht will. Auf ihrem Instagram-Account Evilgrandma65nimmt sie dann auch kein Blatt vor dem Mund. Das kommt nicht immer gut an.

Line Baugstø thematisiert in ihrem Roman das Thema Familie und deren Erwartungen. Aber auch das Thema Social Media nimmt seinen Platz in der Geschichte ein.

Dia Autorin erzählt die Geschichte recht realistisch. Ich konnte Mona gut verstehen aber habe auch Verständnis für ihren Sohn Thomas und für Alma. Finde aber auch, man kann es nicht als selbstverständlich einplanen, dass die Großmutter für die Kinderbetreuung da sein muss.

Line Baugstø erzählt die Geschichte mit viel Humor, ich musste oft schmunzeln. Dabei ist ihr Schreibstil flüssig und gut verständlich.
Ich konnte das Buch an 2 Abenden lesen.

„Evil Grandma“ ist ein unterhaltsamer Roman, nicht nur für werdende Großmütter.

Der Doktor und der liebe Mord

René Anour
Kriminalroman
379 Seiten
erschienen im Rowohlt Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Rowohlt Verlag für das Rezensionsexemplar

Mörder Widerwillen

Klappentext:
Oh nein. Wie kann man bitte aus Versehen zum Mörder werden? Aber genau das passiert dem schüchternen Tierarzt Severin Herr. Dabei wollte er seinen Chef nicht umbringen. Nicht wirklich, jedenfalls. Es war ein Unfall. Nur wird ihm das kein Mensch glauben. Denn sein Chef, allseits beliebter Medienstar und «Tierfreund der Nation», hat Spendengelder veruntreut und es Severin in die Schuhe geschoben. Jetzt muss Severin nicht nur den Mord vertuschen, sondern auch schnellstens an Geld kommen, um den zur Praxis gehörenden Gnadenhof zu retten. Von unerwarteter Seite kommt der Vorschlag, ins Auftragskillergeschäft einzusteigen. Ein sanfter Tierarzt als Mörder? Allein die Idee erscheint Severin absurd. Aber was tut man nicht alles für seine Tiere?

„Der Doktor und der liebe Mord“ ist ein Krimi mit Humor von René Anour.

Der Tierarzt Severin Herr arbeitet bei dem aus den Medien bekannten Professor Thalheim. Der Job wird schlecht bezahlt und der Chef, von dem er so viel lernen wollte, kaum zu sehen. Als der Professor dann mitten in eine Behandlung platzt und Severin die Unterschlagung von Spendengeldern unterschieben will, kommt es zu einem unfreiwilligen Mord an dem Professor.
Jetzt hat Severin ein Problem, er muss den Mord vertuschen und versuchen die Praxis und den Gnadenhof über Wasser zu halten. Geld für Tierfutter ist keins mehr da. Da hat die Putzhilfe Jedna die rettende Idee, Auftragsmorde!
Die Politikerin Isabell Aufwerther soll umgebracht werden, doch das will Severin erst einmal genau prüfen. Dann verliebt er sich in sein vermeidliches Opfer.

René Anour hat für diese Geschichte recht skurrile Charaktere erschaffen. Severin, die Putzfrau Jedna und ihr Neffe Tristan sind wirklich gut gelungen. Ich habe alle drei gleich ins Herz geschlossen.
Ich hatte schnell einen ersten Eindruck der drei Hauptpersonen gewonnen, aber nach und nach lernte ich sie richtig kennen und je mehr ich von ihnen erfuhrt desto sympathischer wurden sie mir.

Die Geschichte ist manchmal etwas schräg, aber auch spannend. Die Dialoge zwischen Severin, Jedna und Tristan sprühen vor Witz. Es macht Spaß, den Charakteren zu folgen.

René Anour hat einen angenehm zu lesenden Schreibstil. Die Geschichte ist humorvoll und spannend ohne viel Blutvergießen.

„Der Doktor und der liebe Mord“ ist ein spannendes und humorvolles Cosy-Crime, den ich gerne gelesen habe.

Das Internat

Hannah Richell
Thriller
459 Seiten
erschienen bei Rowohlt Polaris
Übersetzt aus den Englischen von Sabine Längsfeld
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Rowohlt Verlag für das Rezensionsexemplar

Spannend und düster

Klappentext:
Am Tag nach Halloween wird in den Wäldern von Thorncombe ein Mädchen tot aufgefunden, im weißen Kleid, mit einer schwarzen Vogelmaske und rätselhaften Worten, die ihr jemand auf Arme und Beine gekritzelt hat. Handelt es sich um einen Ritualmord? Oder eine Party, die eskaliert ist?
Detective Ben Chase beginnt zu ermitteln, und schon bald kommt ihm der Fall gefährlich nahe: Das Opfer ist eine Schülerin des städtischen Privatinternats, das auch seine Tochter besucht und an dem seine Ex-Frau Vertrauenslehrerin ist. Je weiter die Ermittlungen voranschreiten, desto mehr gerät auch die Familie Chase in Gefahr. Befindet sich der Täter innerhalb der Mauern der altehrwürdigen Schule? Eines ist klar: Niemand ist sicher, solange der Killer nicht gefasst wird.

„Das Internat“ ist ein spannender Thriller von Hannah Richell.

Eine Halloweenparty in einem Nobel-Internat die aus dem Ruder läuft. Ein Mädchen mit schwarzem Kleid und Vogelmaske liegt tot im Wald, an einem Turm. Arne und Beine mit seltsamen Zeichen bemalt.
Detective Ben Chase ermittelt in diesem Fall.

Hannah Richell startet die Geschichte gleich mitten im Geschehen und mit Spannung. Die düstere Atmosphäre passt zur Geschichte und zu Halloween. Der Handlungsort, der fiktiv ist wird gut beschrieben. Die Umgebung rund um Bath, sowie der um existieren aber wirklich.

Detective Ben Chase möchte den Fall so schnell wie möglich aufklären, da auch seine Familie betroffen ist. Seine Tochter ist ebenfalls Schülerin an dem Internat und auch seine EX-Frau ist dort Schulpsychologin. Der Detective versucht seiner Rolle als Ermittler gerecht zu werden, aber er ist auch ein Vater, der sich Sorgen um seine Tochter macht.

Es gibt viele Charaktere und sie sind recht unterschiedlich, einige sind mir schnell synaphisch gewesen und andere eher nicht.
Hannah Richell erzählt mit „Das Internat“ eine recht komplexe Geschichte. Es gibt viele Verdächtige aber auch immer wieder Wendungen, die meinen Verdacht zerschlagen haben.

Hannah Richell hat einen flüssigen, gut verständlichen und vor allem fesselnden Schreibstil. Ich habe das Buch recht schnell nicht mehr aus der Hand legen können.

„Das Internat“ ist ein spannender und mysteriöser Thriller den ich gerne gelesen habe.

Die Einladung – Mord nur für geladene Gäste

Kelly Mullen
Kriminalroman
396 Seiten
erschienen im Rowohlt Verlag
Übersetzt aus dem Englischen von Katharina Naumann
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Rowohlt Verlag für das Rezensionsexemplar

Kriminalroman nach Art von Agatha Christie

Zum Inhalt
Eigentlich möchte es die 76-jährige Rosemary McLane ruhig angehen lassen. Die Zeiten der Partys und der Hektik sind vorbei. Doch da flattert eine Einladung von ihrer reichen Nachbarin Jane, zu einer Cocktailparty auf Mackinac Island ins Haus. Absagen ist nicht möglich, da die Einladung mit einer Drohung versehen ist. Wenn Rosemary nicht erschein, kommt ihr Geheimnis ans Tageslicht. Also erscheint Rosemary mit ihrer Enkelin Addie auf der Party. Mit Rosemary haben sieben weitere Menschen eine Einladung erhalten und alle hüten ein Geheimnis. Als Rosemary und Addie in Janes Herrenhaus ankommen, wütet draußen ein Schneesturm. In Schrei klingt durchs Haus und die Gastgeberin wurde ermordet. Klar ist, der Mörder ist unter den Gästen.

„Die Einladung – Mord nur für geladene Gäste“ ist ein spannender Kriminalroman von Kelly Mullen.
Das Buch ist schön gestaltet, auf der Innenseite sind die Charaktere, mit einer kurzen Charakterisierung abgebildet.

Jane Ireland hat zur Cocktailparty geladen und lässt ein Nichterscheinen nicht gelten. Sie ist das Opfer.

Rosemary „Mimi“ MacLaine ist eine der Gäste. Dabei möchte sie doch nur ihre Ruhe. Hier muss sie allerdings zu einer Miss Marple mutieren.

Addie Paget ist den Enkeln von Rosemary. Sie hat das Online-Detektivspiels Murderscape entwickelt. Auf der Party ist sie genau am richtigen Ort, um Ermittlungen anzustellen.

Auch die anderen Gäste sind gut gezeichnet und bereichern die Geschichte.

Da der Tatort auf einer Insel liegt, kann die Polizei, wegen des anhaltenden Schneesturms nicht zum Tatort kommen. Jetzt heißt es Ruhe bewahren und abwarten. Doch das ist leicht gesagt.

Als Leser*in erfährt man einiges über die illustre Gästerunde. Auch das die Gastgeberin Jane ihre Tochter, mit deren Ehemann betrogen hat.
Mimi und Addi, die ungefähr im gleichen Alter sind, werden zu Hobbydetektivinnen á la Agatha Christies. Die Suche nach dem Täter und die Kombinationen, die sie anstellen, laufen wie in einem Film ab. Man hat schnell Bilder vor Augen.

Die Gäste haben alle ihr Geheimnis, das nicht ans Licht kommen soll. Aber haben auch der Koch oder das Zimmermädchen etwas zu verbergen?

Kelly Mullen erzählt die Geschichte spannend, aber auch mit etwas Humor. Der Krimi liest sich sehr angenehm und ist nicht so blutrünstig. Also auch gut für schwache Nerven.
Die Atmosphäre ist geheimnisvoll und durch den wütenden Schneesturm auch etwas düster.
Kelly Mullen hat einen angenehmen Schreibstil. Ich wurde richtig in die Geschichte reingezogen und habe das Buch an zwei Abenden gelesen.

„Die Einladung“ ist ein spannender und humorvoller Krimi nach guter alter Agatha Christie Zeit.