Er lügt

Rebecca Taylor McKay
Thriller
410 Seiten
Übersetzt aus dem Englischen von Silke Jellinghaus
erschienen bei Rowohlt Polaris
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Rowohlt Verlag für das Rezensionsexemplar

Geheimnisse wollen ans Licht

Zum Inhalt:
Rebecca Taylor McKay schickt ihre Leser*innen zurück in das Jahr 1961.
Die 22-jährige Clara Carmichael verbringt mit ihrem reichen und charmanten Ehemann Spencer die Flitterwochen an der Amalfiküste. Alles ist perfekt. Der Palazzo Rosso, in dem das Paar wohnt, bietet einen großartigen Ausblick. Das Meer ist türkisblau und liegt direkt zu ihren Füßen.
Clara wundert sich, dass ihr Mann Italienisch spricht und sie nichts davon weiß.
Als Clara und Spencer auf Vivian und Fred treffen, die am gleichen Ort ihren Urlaub verbringen, reagiert Spencer ungewohnt feindselig. Eine angespannte Atmosphäre spinnt sich um die zwei Paare.
Als Clara dann einen anonymen Zettel bekommt, auf dem steht „Er lügt“, ist klar, hier gibt es einige Geheimnisse, die ans Licht wollen.

„Er lügt“ ist ein spannender Psychothriller von Rebecca Taylor McKay.

Die Charaktere sind gut gezeichnet und man spürt schnell, dass sie einiges zu verbergen haben.

Clara wirkt zu Beginn der Geschichte noch etwas leichtgläubig. Das ändert sich aber schnell und sie wirkt selbstbewusst und entschlossen.

Spencer ist der perfekte Ehemann. Er ist fürsorglich und charmant. Doch sobald er sich nicht mehr ganz unter Kontrolle hat, fängt die Fassade an zu bröckeln.

Vivian und Fred, das zweite Ehepaar, das an der Amalfiküste den Urlaub verbringt, wirken auf den ersten Blick überaus sympathisch.
Doch zwischen Vivian und Spencer scheint etwas zu schwellen.

Die Autorin entführt die Leser*innen an die malerische Amalfiküste in Italien, genauer gesagt nach Positano und in das luxuriöse Hotel Palazzo Rosso.
Die Atmosphäre wechselt immer wieder zwischen Urlaubsfeeling, Sonne, Strand und Meer und einer beklemmenden Stimmung voller Misstrauen.

Rebecca Taylor McKay erzählt die Geschichte in einem ruhigen Tempo. Es bleibt genug Zeit, die schöne Landschaft zu bestaunen. Gekonnt spiegelt die Autorin die 1960er Jahre wider.
Der Schreibstil von Rebecca Taylor McKay ist flüssig und gut verständlich.
Durch die Perspektive aus Sicht von Clara kommt man ihr natürlich ganz nahe. Man kann ihre Gedanken lesen und stellt sich die gleiche Frage, die sich Clara stellt: „Wem kann man noch trauen?“

Rebecca Taylor McKay baut einige Wendungen in die Geschichte ein, was das Ganze noch spannender macht.

„Er lügt“ ist kein actiongeladener Hardcore-Thriller, sondern ein wunderbar atmosphärischer Psychothriller, der von leisen Tönen, psychologischer Tiefe und einem grandiosen Setting lebt.
Ich habe das Buch mit großer Freude gelesen.