Was wir von ihr wissen

Rebecca Fallon
Roman
363 Seiten
erschienen im Mare Verlag
Übersetzt aus dem amerikanischen Englisch von Juliane Zaubitzer
Meine Bewertung:
4 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Mare Verlag für das Rezensionsexemplar

Erinnerungen an die Mutter

Klappentext:
Als ihre Mutter Susan viel zu früh stirbt, sind die Zwillinge Viola und Sebastian noch zu jung, um ihre eigenen Erinnerungen an sie zu bewahren. Das gibt ihrem Vater Al eine unerwartete Möglichkeit: Susans Karriere als Star einer gefeierten TV-Serie in Los Angeles war ihm schon lange ein Dorn im Auge. Viel lieber als nur die Wochenenden mit ihr zu teilen, hätte er sie ganz in ihrer Mutterrolle im gemeinsamen Zuhause an der Ostküste aufgehen sehen. Überwältigt von ihrem Verlust, lässt Al alle Hinweise auf ihren Beruf aus dem Alltag der Zwillinge verschwinden. Doch die Welt hat Susan nicht vergessen, und als Viola und Sebastian an der Schwelle zum Erwachsenwerden auf die Spuren ihrer Berühmtheit stoßen, scheint nichts mehr gewiss: War Susan die Karriere wichtiger als ihre Kinder? Und was bedeutet es für Violas und Sebastians Träume, dass Susan die ihren bis zum Schluss verfolgt hat?

„Was wir von ihr wissen“ ist eine Familiengeschichte von Rebecca Fallon.

Susan und Al heiraten und bekommen Zwillinge. Al ist eher der ruhige Part in der Ehe, Susan dagegen ist lebhaft und auf dem Wege, ein TV-Star zu werden.
Leider stirbt Susan viel zu früh und Al ist mit den Zwillingen Viola und Sebastian alleine.
Den Kindern gegenüber verschweigt er den richtigen Beruf und die Bekanntheit der Mutter. Doch als die Kinder älter werden, entdecken sie die wahre Berufung ihrer Mutter und wollen herausfinden, wer sie wirklich war.

Rebecca Fallon hat großartige Charaktere ins Leben gerufen.
Susan und Al haben mir gut gefallen, obwohl sie so unterschiedlich sind. Ich konnte mich auch in beide gut hineinversetzen.
Susan wollte nach der Geburt der Zwillinge, wieder in ihren Beruf einsteigen. Das heißt allerdings kein ruhiges Familienleben, keinen Feierabend und kein Wochenende.
Al dagegen wollte ein ruhiges Familienleben, wollte Frau und Kinder um sich haben.
Nach Susans Tod, hat Al das Problem verdrängt und Susan vor den Kindern in einem ganz anderen Licht erscheinen lassen.
Auch Viola und Sebastian sind tolle Charaktere.
Auch in sie konnte ich mich gut hineinversetzen. Plötzlich entdecken sie, dass die Mutter eigentlich eine ganz andere Frau war, wie sie sie aus den Erzählungen des Vaters kennen.

Rebecca Fallon spiegelt die Konflikte, in denen die Protagonisten stehen, gut wider.
Die Autorin erzählt die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven, was den Leser*innen einen guten Einblick in das Leben der Charaktere gibt.
Die Geschichte springt auch in den Jahren nach vorne und nach hinten. So erlebt man beim Lesen die Zeit, als Susan Schauspielerin war, die Zeit der Krankheit und die Zeit nach ihrem Tod bis in die Gegenwart.

Rebecca Fallons Schreibstil ist flüssig und gut verständlich. Im Mittelteil weist die Geschichte allerdings ein paar Längen auf.

„Was wir von ihr wissen“ ist eine Familiengeschichte, die ich gerne gelesen habe.