Cartier – Der Traum von Diamanten

Sophie Villard
Historischer Roman
505 Seiten
erschienen im Penguin Verlag
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Penguin Verlag für das Rezensionsexemplar

Ein gelungener Start der Cartier-Saga

Klappentext:

Paris, 1910: Nach der geplatzten Verlobung mit einem französischen Adligen versucht sich Jeanne Toussaint als Näherin im zwielichtigen Montmartre über Wasser zu halten. Bis sie in einem Nachtclub den Juwelier Louis Cartier trifft, der gemeinsam mit seinen Brüdern Geschäfte in Paris, London und New York betreibt, in denen jeder, der etwas von sich hält, ein und aus geht. Louis erkennt sofort Jeannes untrügliches Gespür für Stil und ihr Talent. Aber nicht nur das: Er kann nicht leugnen, dass es sich mehr und mehr zu der charmanten und lebhaften jungen Frau hingezogen fühlt. Doch die dunklen Wolken, die sich über Europa zusammenbrauen, bringen mehr und mehr das Geschäft der Familie Cartier in Gefahr.

„Cartier – Der Traum von Diamanten“ ist der 1. Band der Cartier-Saga von Sophie Villard. Die Autorin hat mich schon mit ihren Romanen „Mademoiselle Eiffel und der Turm der Liebe“ und „Peggy Guggenheim und der Traum vom Glück“ begeistert. Auf die Cartier-Saga war ich sehr gespannt.
Das Buch ist wunderschön gestaltet. Das Cover funkelt, als wäre es mit Diamanten besetzt.

Die Leser*innen begleiten die Protagonisten von 1910 bis 1915.

Jeanne Toussaint liebt den Tango und so kreuzt sich ihr Weg mit dem von Louis Cartier.
Bei einem Gespräch spürt Louis das Talent Jeannes für Stil und bietet ihr eine Stelle bei Cartier an.
Die Juwelier-Familie Cartier ist bei jedem, der Rang und Namen hat bekannt.
So tauchen die Leser*innen ein in die Welt der Familie Cartier. Aber auch Jeanne Toussaint, die in Paris bei Cartier tätig ist begleiten die Leser*innen durch die Geschichte.

Sophie Villard erzählt die Geschichte der Familie Cartier sehr interessant. Vieles ist Fiktion, gibt den Leser*innen aber einen guten Eindruck, über die bekannte Familie.
So hat die Familie ein Geschäft in Paris, das Louis leitet und eins in London, das von Jacques geleitet wird.
Auch das Geschäft in der Fifth Avenue in New York lernen die Leser*innen kennen.
Die Geschäfte sind sehr elegant eingerichtet und bieten den Kunden verschiedene Salons wo sie ihre Auswahl treffen können. So bleibt ihr Intimsphäre eines jeden Kunden geschützt. In London gehört sogar das englische Königshaus zu den Kunden von Cartier.

Der historische Hintergrund der Geschichte ist sehr realistisch.
Die Leser*innen treffen einige bekannte Zeitgenossen der Cartiers.
So finden Coco Chanel, Marlene Dietrich, Wallis Simpson und einige mehr Erwähnung in der Geschichte.
Auch über die Konkurrenz der Cartiers zu Fabergé werden die Leser*innen einiges erfahren.

Wie von Sophie Villard gewohnt werden die Schauplätze sehr anschaulich beschrieben.
Sie wechseln zwischen Paris, London und New York, es gibt aber auch Abstecher nach St. Petersburg und Saint Tropez.

Mit ihrem fesselnden Schreibstil hat es Sophie Villard wieder geschafft mich ganz tief in die Geschichte eintauchen zu lassen.
Das Buch endet im Juni 1915. Der 1. Weltkrieg ist im Gange, wird aber nur kurz in der Geschichte angerissen.
Der 2. Band „Cartier. Der Glanz von Gold“ beginnt im Jahre 1918. Eine Leseprobe ist am Ende des 1. Bands angehängt.
Ich freue mich schon sehr und bin gespannt wie es weitergeht.

Der Eispalast – Die Kür ihres Lebens

Rena Rosenthal
Historischer Roman
485 Seiten
erschienen im Penguin Verlag
5 von 5 Sternen

Wunderschön erzählte Geschichte

London, Anfang 20. Jahrhundert: Eiskunstlauf ist Madges große Leidenschaft. Doch aufgrund eines fatalen Fehlers in der Vergangenheit ist es ihr lediglich erlaubt, ihre jüngeren Geschwister zu trainieren. Als sie die gleichaltrige Julianna kennenlernt, ist Madge völlig fasziniert von dem neuen Wiener Fahrstil, den diese ihr zeigt: eine Art Ballett auf dem Eis, so anmutig und fließend, dass es ihr den Atem raubt. Solch eine Kür wäre ihre Chance, doch noch an der anstehenden Weltmeisterschaft teilzunehmen. Und gleichzeitig endlich das Herz von Benedict – dem Star des Londoner Skating Clubs – zu erobern. Gemeinsam schmieden Madge und Julianna einen mutigen, aber riskanten Plan. Einen Plan, der nicht nur ihre Zukunft, sondern auch den Ruf ihrer gesamten Familie zerstören könnte.

„Der Eispalast-Die Kür ihres Lebens“ ist der 2. Band einer Trilogie von Rena Rosenthal. Die Autorin hat mich schon mit der Trilogie „Die Hofgärtnerin“ begeistert und ich war neugierig auf ihr neustes Werk. Den 1. Band der Trilogie habe ich dann auch verschlungen.

Die Geschichte wird in der Ich-Perspektive von Julianna und Madge erzählt.
In London treffen Julianna und Madge aufeinander.
Julianna habe ich im 1. Band schon ins Herz geschlossen. Jetzt ist sie in London um ihre Mutter zu suchen.
Madge kommt aus gutem Haus und hält an den Traditionen fest. Sie fühlt sich in ihrer Rolle als Frau wohl.
Mit Julianna und Madge, lässt Rena Rosenthal wieder zwei recht unterschiedliche Charaktere aufeinandertreffen.
Julianna kommt aus der Arbeiterschicht, Madge kommt aus besserem Haus. Julianna setzt sich für die Frauenbewegung ein und Madge verurteilt die Suffragettenbewegung.
Trotz allem freunden sich die beiden jungen Frauen an. Denn eins verbindet sie, das Eislaufen.

Die Charaktere sind liebevoll gezeichnet und haben mich ganz schnell in ihren Bann gezogen. Julianna und Madge sind zwei liebenswerte Frauen. Julianna hat mir manchmal leidgetan. Ihre Mutter ist nicht das, was man sich als Mutter wünscht.

Rena Rosenthal führt ihre Leser*innen in das historische London Anfang des 20. Jahrhunderts.
Bei der Beschreibung der Stadt hat man schnell Bilder im Kopf.
Der Schreibstil der Autorin ist sehr lebendig. Besonders die Abschnitte auf der Eisbahn, man spürt die Leidenschaft der Protagonisten für das Eislaufen. Die Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft in St. Petersburg war spannend beschrieben.

Das Buch ist aber nicht nur für Fans des Schlittschuhlaufens. Es ist ein historischer Roman mit Zeitkolorit und wunderschöner Beschreibung der Handlungsorte.
Zu all der Aufregung um das Eislaufen, darf auch ein bisschen Liebe nicht fehlen. Auch hier habe ich mitfiebert.

„Der Eispalast-Die Kür ihres Lebens“ ist eine wunderschöne Fortsetzung.
Jetzt warte ich auf den 3. und letzten Band.

London Winterglitzer

Cara Lindon
Roman
231 Seiten
erschienen by AIKA Consulting GmbH
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an Cara Lindon für das Rezensionsexemplar

Ein so schönes Wintermärchen

Klappentext:

Seitdem Thomas den Pub neben ihrem Tarot & Trödel-Laden übernommen hat, bekommen Lily und er sich ständig in die Haare. Thomas behauptet, dass Lilys Kater Hairy Grant seine Steaks stiehlt, was sie bestreitet.

Doch als das alljährliche Camden Vintage Weihnachtsfilmfestival in Gefahr ist, müssen die Streithähne sich zusammenraufen. Gemeinsam mit den anderen Bewohnern des Viertels kämpfen sie um ihre liebgewordene Tradition, und Lily und Thomas kommen sich näher. Doch ihre Vergangenheit macht es ihnen schwer, an die Liebe zu glauben. Wird es ein Weihnachtswunder für sie geben?

„London Winterglitzer“ von Cara Lindon ist ein Roman über die Maggi der Weihnachtszeit.

Cara Lindon entführt ihre Leser*innen nach London zur Weihnachtszeit.
Wieder einmal hat die Autorin tolle Protagonisten ins Leben gerufen.

Lily Archer hat den magischen Laden „Magic Sparkles“. Dort gibt es Drachen, Feen Tarotkarten und Kristalle. Bei ihren Kunden ist Lilly beliebt.
Manchmal ist sie etwas chaotisch was sie aber mit einem Lächeln wettmacht.
Lily ist Veganerin und sie liebt ihren Kater Hairy Grant.

Kater Hairy Grant kann Türen aufmachen.
So bricht er öfter mal aus der Wohnung aus. Hairy liebt genau wie Lilly gutes Essen. Bei dem Kater darf es aber Fleisch sein. Besonders mag er Steaks.

Thomas Gallagher hat erst vor kurzem das Pub „White Horse Inn“ übernommen.
Er ist gut strukturiert und liebt seine Ordnung. Er hat Humor und kreiert außergewöhnlich Cocktails.

Das sind die wichtigsten Charaktere in der Geschichte. Sie sind mir schnell ans Herz gewachsen. Aber auch die Nebenfiguren sind alle sympathisch. Ich habe die Charaktere gerne durch die Geschichte begleitet.

Was macht Kater Hairy wenn er zu Hause ausreißt. Er besucht Thomas im Pub und klaut ein Steak. Das findet Thomas gar nicht lustig, was zu Differenzen zwischen Lily und Thomas führt.
Als das Camden Vintage Weihnachtsfilmfestival abgesagt werden soll und somit eine alte und liebgewordene Tradition zu zerbrechen droht, legen Lily und Thomas ihre Differenzen beiseite und kämpfen für das Weihnachtsfilmfestival. Die Bewohner des gesamten Viertels tun sich zusammen, um für die alte Tradition zu kämpfen. Das schweißt zusammen, auch Lily und Thomas.

Was gibt es Schöneres, jetzt, wo die Tage kürzer werden und die Temperaturen zurückgehen, als sich anzukuscheln und ein romantisches Wintermärchen zu lesen.
Cara Lindon hat eine Geschichte zu Papier gebracht, die etwas magisches innehat.
Ich habe die wunderbaren Charaktere nur allzu gerne durch die Geschichte begleitet.
Der Handlungsort London in der Vorweihnachtszeit passt wunderbar zu der Geschichte.

Cara Lindon macht die Geschichte mit ihrem gewohnten lockeren und gut verständlichen Schreibstil zu einem Lesevergnügen.

„London Winterglitzer“ ist eine Geschichte über Freundschaft und Zusammenhalt. Mir hat das Buch große Freude bereitet.

Die Bibliothek der Hoffnung

Kate Thompson
Historischer Roman
478 Seiten
erschienen im Droemer Knaur Verlag
Übersetzt aus Englischen von Anja Schünemann
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Droemer Knaur Verlag für das Rezensionsexemplar

An dieser Geschichte kommt kein Buchliebhaber vorbei

Covertext:

London, 1944: In der stillgelegten U-Bahn-Station Bethnal Green suchen die Londoner Schutz vor den Fliegerbomben. Hier haben sie sich eine Art neues Leben aufgebaut, es gibt sogar ein Theater, einen Kindergarten und eine kleine Bibliothek.
Die hilfsbereite Clara Button und die rebellische Ruby Munroe haben unzählige Bücher vor den Bomben gerettet, jetzt schenken sie vor allem Frauen und Kindern Ablenkung, Wissen und Hoffnung. Doch je länger der Krieg dauert, desto härter wird die Entschlossenheit der Frauen, stark zu bleiben, auf die Probe gestellt denn es könnte die Leben derer kosten, die ihnen am nächsten stehen.

„Die Bibliothek der Hoffnung“ von Kate Thompson beruht auf einer wahren Geschichte.
Bücher spenden Trost, geben Hoffnung und Kraft, die Erfahrung hat bestimmt schon jede(r) Buchliebhaber.in einmal gemacht.
„Die Bibliothek der Hoffnung“ ist die Geschichte über eine kleine Bibliothek unter den Straßen Londons.

Im Mittelpunkt stehen die Protagonistinnen Clara und Ruby.
Beides sind Buchmenschen und retten, nach dem eine Bombe die öffentliche Leihbibliothek zerstört hat unzählige Bücher aus den Trümmern.
Clara ist verwitwet, ihr liegen Kinder besonders am Herzen.
Sie möchte mit den Geschichten die Kinder vom Kriegsgeschehen ablenken und ihnen Hoffnung geben.

Ruby ist ein aromatischer Type. Sie macht sich gerne hübsch und hat die Hoffnung auf die Liebe noch nicht aufgegeben.
Sie will vor allem den Frauen helfen sich mit den Geschichten in eine friedlicherer Welt zu träumen.

Die Bibliothek der Hoffnung hat ihren Platz in der stillgelegten U-Bahn-Station Bethnal Green gefunden.
Hier im U-Bahn Tunnel finden viele Menschen Schutz.
Sie haben sich ihre eigene Welt aufgebaut.
Außer der Bibliothek gibt es auch ein Café und sogar eine Tanzschule.
Der U-Bahn Tunnel wird zu einem Platz der Hoffnung, des Zusammenhalts und der Liebe.

Mit ihrem historischen Roman „Die Bibliothek der Hoffnung“ hat Kate Thompson eine sehr berührende Geschichte zu Papier gebracht.
Der Gedanke das die Geschichte auf einer wahren Begebenheit beruht, berührt mich sehr.
Die Autorin spiegelt die Kriegsjahre sehr realistisch wieder.
Ihre Protagonisten sind gut gezeichnet und richtig lebendig.
Man spürt mit wie viel Liebe und Begeisterung die Autorin für die Geschichte um die Bibliothek und der Parallelwelt im U-Bahn Tunnel recherchiert hat.
Kate Thompson erzählt die Geschichte in einem gut verständlichen und unterhaltsamen Schreibstil und gibt ihren Leser.innen dabei so viele Informationen mit auf den Weg.

Für mich ist „Die Bibliothek der Hoffnung“ eine Hommage auf die Bücher.
Eine Geschichte an der kein(e) Buchliebhaber.in vorbeikommt.