Bredouille

Martin Walker
Kriminalroman
368 Seiten
Übersetzt aus dem Englischen von Michael Windgassen
erschienen im Diogenes Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Diogenes Verlag für das Rezensionsexemplar

Guter Kriminalroman der sich von Mainstream abgrenzt

Klappentext:
An einem malerischen Aussichtspunkt über dem Vézère-Tal findet Bruno die Leiche von Monique, einer erfolgreichen Geschäftsfrau. Auf dem Beifahrersitz drei Abschiedsbriefe, der Fall scheint klar. Doch Bruno wird ein ungutes Gefühl nicht los. Gleichzeitig verbreiten sich in Saint-Denis heimtückische Gerüchte, und schon bald steht sein Posten auf dem Spiel. Trotz allem bleibt Bruno Bruno. Er lässt sich ein köstliches Essen in prickelnder weiblicher Gesellschaft nicht entgehen und macht sich daran herauszufinden, was wirklich mit Monique passiert ist.

„Bredouille“ ist der 18. Band der Reihe Bruno Chef De Police von Martin Walker.

Die erfolgreiche Geschäftsfrau Monique hat offensichtlich Selbstmord begangen. Sie wird in ihrem Auto gefunden, ein Abschiedsbrief auf dem Beifahrersitz. Für Bruno sieht das alles nicht so offensichtlich aus. Für ihn ergeben sich einige Fragen, warum hat Monique sich in ihrem Auto umgebracht? Warum auf einem Parkplatz? Dafür spricht, dass Monique erst kürzlich eine Fehlgeburt hatte und wahrscheinlich ihren Kinderwunsch begraben muss. Aber hat sie sich deshalb das Leben genommen?
Bruno hat Zweifel und muss dem nachgehen.

Dazu kommt noch, dass der Neffe eines Generals, ein junger Rekrut der Polizeiakademie, ins schlechte Licht gerückt ist. Das gilt es mit Vorsicht und Diplomatie zu untersuchen.

Bruno ist Chef De Police und ein interessanter Charakter. Ich habe ihn im Laufe der Reihe zu schätzen gelernt. Er hat eine schnelle Auffassungsgabe und löst seine Fälle immer mit Engagement und Intelligenz. Nebenbei ist er ein begnadeter Koch und es gibt in den Geschichten immer reichlich zu essen.
Um besser Nachdenken zu können, macht er gerne lange Spaziergänge, neben ihm sein Basset. Oder auch mal zwei Bassets und Laura, das Frauchen des anderen Hundes.
Da ist aber immer noch Florence, die fast Ehefrau von Bruno.

Bruno sitzt bei seinen Ermittlungen und auch privat zwischen zwei Stühlen, eine echte Bredouille.

Martin Walker hat hier wieder eine interessante und spannende Geschichte verfasst.
Die Leser*innen können sich auf Spannung, viel Lokalkolorit und gutes Essen freuen.

Martin Walker hat einen flüssigen, gut verständlichen und fesselnden Schreibstil.
Seine Charaktere sind gut gezeichnet und lebendig. Die Handlungsorte werden anschaulich beschrieben.

„Bredouille“ ist wieder ein spannender und authentischer Kriminalroman von Martin Walker.

Madame le Commissaire und die tödliche Rallye

Pierre Martin
Kriminalroman
370 Seiten
erschienen im Droemer Knaur Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Droemer Knaur Verlag für das Rezensionsexemplar

Roadtrip durch die Provence

Klappentext.
Madame le Commissaire Isabelle Bonnet hat eine heimliche Leidenschaft: Sie begeistert sich für Motoren. Das weiß auch ihr Chef und macht sie kurzerhand zur Personenschützerin für die Frau eines Ministers. Denn die will an einer Oldtimer-Rallye teilnehmen, obwohl sie eine Morddrohung erhalten hat. Der Mut der Frau gefällt Isabelle. Dass sie selbst auf dem Beifahrersitz Platz nehmen soll, findet sie dagegen weniger erfreulich, auch wenn es durch die schönsten Orte der Provence gehen wird.
Am mythischen Mont Ventoux wird es zum ersten Mal gefährlich: Die steile Straße eignet sich perfekt für einen Anschlag. Zwar kann Isabelle ihrer Schutzbefohlenen das Leben retten, doch ein anderer Fahrer hat nicht so viel Glück. Eine Verwechslung? Oder hat es mehr als ein Täter auf die Rallye-Teilnehmer abgesehen?

„Madame le Commissaire und die tödliche Rallye“ ist bereits der 13. Band der Reihe „Ein Fall für Isabelle Bonnet“ von Pierre Martin.

Isabelle Bonnet war ehemals Leiterin einer geheimen Antiterroreinheit. Nach einigen dramatischen Ereignissen leitet sie heute ein kleines Kommissariat im beschaulichen Fragolin.
Unterstellt ist sie allerdings nur dem Polizeichef und der beauftragt sie gerne mit komplizierten Specialfällen.
Isabelle Bonnet ist eigentlich eine nette Frau, aber sie kann auch knallhart sein.

Der Mitarbeiter von Isabelle ist Apollinaire. Er schätzt Isabelle sehr.
Er trägt gerne Uniform und ist mit Blaulicht unterwegs. Kennt viele Zitate aus Büchern, die er gerne heranzieht.
Manchmal hat man allerdings den Eindruck, er steht etwas auf dem Schlauch, aber letztlich zieht er meist die richtigen Schlüsse.

In diesem Band soll Isabelle als verdeckte Personenschützerin an einer Oldtimer-Rallye durch die Provence teilnehmen.
Isabelle liebt Oldtimer und schnelle Autos, leider muss sie bei der Rallye auf dem Beifahrersitz Platz nehmen.
Die zu schützende Person ist die Frau des Kulturministers. Auf sie wurde bei ihrer morgendlichen Joggingrunde geschossen.

Pierre Martin setzt wie gewohnt seine Charaktere gekonnt ein. Mir sind Isabelle Bonnet und Appolinaire ja schon lange bekannt und beide sind sehr sympathisch. Appolinaire bringt mich mit seinen Ideen immer wieder zum Staunen und zum Schmunzeln. Die beiden arbeiten aber sehr gut zusammen. Isabelle weiß, sie kann sich immer auf Appolinaire verlassen.
Während der Rallye muss Apolinaire im Kommissariat bleiben. Dort wird er mit Recherchearbeiten beauftragt.

Die Rallye geht durch die Provence, mit Stopps in kleinen Orten und an Sehenswürdigkeiten.
Somit beginnt die Geschichte ruhig und beschaulich. Erst nach der Hälfte der Rallye kommt eine Teilnehmerin ums Leben. Vergiftet! Für Isabelle stellt sich die Frage, sollte der Giftanschlag ihrer Klientin gegolten haben und es war eine Verwechslung.
Ab diesem Punkt setzt die Spannung ein. Das Böse kann überall lauern. Zu dem Personenschutz kommt noch eine Mordermittlung dazu, die Isabelle nicht ruhen lässt.

Auch in Isabelles Privatleben tut sich wieder etwas. Ihr gegenwärtiger Freund, der Schauspieler Morgan Dumas erholt sich gerade von einer Herzoperation. Ihr Freund Rouven hat sich auf seine Yacht zurückgezogen und betrauert den Tod seiner Verlobten. Bei einem Bombenanschlag auf seinen Privatjet sind sie und die Besatzung ums Leben gekommen.

Wie gewohnt setzt der Autor seinen Humor intelligent ein. Man muss schon manchmal richtig Schmunzeln.
Der Schreibstil von Pierre Martin ist flüssig und leicht verständlich. Die französischen Worte oder Sätze machen die Geschichte authentisch.
Mit entsprechender Beschreibung der Handlungsorte und der Kulinarik verdeutlicht der Autor das französische Lebensgefühl.

Auch der 13. Band der Madame le Commissaire Reihe war wieder ein großes Lesevergnügen und ich freue mich schon auf den nächsten Band.

Mordspiel

Ines Balkow
Horror
354 Seiten
erschienen bei ‎ Independently published
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an Ines Balkow für das Rezensionsexemplar

Humorvoller Cosy-Crime

Klappentext:
Ein harmloser Fotoauftrag beim örtlichen Fußballverein? Von wegen! Der junge Star des Teams fällt mitten im Spiel tot um. Plötzlich stehen geheimnisvolle Affären und Dopingverdacht im Raum. Als kurz darauf ein weiterer Spieler unter mysteriösen Umständen stirbt, ist klar: Ein Mörder geht um.
Mit viel Spürsinn, jeder Menge Witz und einem Hauch Chaos stürzen sich Giulietta und ihr bunt zusammengewürfeltes Team in den Fall. Werden sie den Mörder stellen?

„Mordspiel“ ist der 2. Band der Reihe „Giulietta ermittelt“ von Ines Balkow.

Giulietta ist Fotografin, bei einem ihrer letzten Aufträge bei einer Vernissage ist sie zur Hobbyermittlerin geworden.
Heute ist sie beim örtlichen Fußballverein, um Fotos der Spieler zu machen. Doch einer der Spieler fällt plötzlich tot um. Es steht ein Verdacht auf Dopping im Raum. Doch als ein zweiter Spieler stirbt, ist Giulietta klar, ein Mörder geht um.
Schnell ist Giuliettas Spürsinn geweckt. Unterstützung bei ihren Nachforschungen bekommt sie vom Chefredakteur Siedelmeyer, von ihrer besten Freundin Chiara und natürlich ist auch der mürrische Hauptkommissar Trotten an den Ermittlungen beteiligt.

Ines Balkow hat für ihre Krimireihe tolle Charaktere entwickelt. Giulietta gefällt mir sehr gut und ich finde es amüsant, wie sie wieder in einen Mordfall hineingezogen wird. Bei ihrer Spurensuche wird sie von ihrem Chefredakteur Siedelmeyer unterstützt.
Die beiden waren mir recht sympathisch, auch wenn es bei Siedelmeyer etwas länger gedauert hat. Guilietta ist ein bisschen chaotisch, kann aber schnell Schlüsse ziehen. Auch ihre Freundin Chiara unterstützt sie bei den Ermittlungen.

Ines Balkow baut mit dem Tod des Spielers schnell Spannung auf. Nach dem 2. Spieler, der ums Leben kommt, ist den Leser*innen klar, dass geht nicht mit rechten Dingen zu.
Das Rätselraten, wer der Täter ist, beginnt.
Ich hatte das Gefühl, Hauptkommissar Trotten würde lieber allein ermitteln. Er ist ein wenig mürrisch, hat mich aber oft zum Schmunzeln gebracht.

Der Schreibstil von Ines Balkow ist flüssig und gut verständlich. Mit ihrem Humor lockert sie die Geschichte immer wieder auf.

„Mordspiel“ ist ein spannender und humorvoller Krimi aus dem Fußballmilieu. Man muss allerdings kein Fußballfan sein, um den Krimi zu genießen.

Vermisst – Der Fall Lucas

Christine Brand
Kriminalroman
538 Seiten
erschienen bei Blanvalet
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Blanvalet Verlag für das Rezensionsexemplar

Spannende Cold Case Reihe

Klappentext:
Privatdetektivin Malou Löwenberg ahnt sofort, dass dieser Auftrag anders ist. Ihre Klientin Lana ist todkrank und hat nur noch einen Wunsch, bevor sie stirbt: Sie möchte ihren Bruder Lucas wiedersehen, der seit sechsundzwanzig Jahren als vermisst gilt. Doch der Auftrag hat einen Haken: Lucas will nicht gefunden werden, er verschwand, nachdem er zwei Mädchen ermordet hatte. Je länger Malou recherchiert, desto sicherer ist sie, dass Lucas noch weitere Frauen getötet hat. Eine Reise in eine zutiefst verstörende Vergangenheit beginnt, bis Malou plötzlich selbst zur Zielscheibe wird.

„Vermisst – Der Fall Lucas“ ist der 3. Band mit der sympathischen Privatdetektivin Malou Löwenberg von Christine Brand.

Die Ermittlerin Malou Löwenberg ist eine sympathische Protagonistin, auch wenn ihr Verhalten manchmal merkwürdig ist.
Ihre Vespa hört auf den Namen Bruna. Malou geht in ihrer Freizeit zu Beerdigungen von Verstorbenen, die sie gar nicht kannte und die keine Angehörigen mehr haben. Malou wurde als Baby in einem Korb vor die Tür eines Bestatters gestellt. Bis heute weiß sie nicht, wer ihre Eltern sind.

In diesem Band soll Malou den Bruder einer todkranken Frau finden. Im Sterbebett liegend äußert Lana den Wunsch, ihren Bruder Lucas noch einmal vor ihrem Tode sehen zu wollen.
Doch Lucas hält sich, seit er zwei Mädchen ermordet hat, im Verborgenen.
Für Malou ein aussichtsloser Kampf, den sie aber nicht so einfach aufgeben möchte.
Bei ihren Recherchen stellt sich Malou die Vermutung, dass nicht nur die zwei Mädchen Opfer von Lucas wurden.

Christine Brand schreibt ihre Geschichte sehr spannend. Einmal angefangen, konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Inspirieren lässt sich die Autorin gerne von wahren Begebenheiten.
Die Autorin spielt gekonnt mit den Emotionen der Charaktere und ihren Leser*innen.
Ihre Charaktere werden sehr lebensnah beschrieben. Ich habe Malou gerne bei ihrer Suche nach Lucas begleitet.

Christine Brand erzählt die Geschichte in einem ordentlichen Tempo, doch die Puzzleteile fügen sich nur langsam zusammen.
Die Autorin hat einen fesselnden und flüssigen Schreibstil. Manchmal kam ich kaum zum Luftholen, so hat mich die Story gepackt.

„Vermisst-Der Fall Lucas“ ist ein sehr spannender Kriminalroman und ich freue mich auf weitere Fälle mit Malou Löwenberg.

Teuflische Provence

Pierre Lagrange
Kriminalroman
297 Seiten
erschienen im S. Fischer Verlag
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den S. Fischer Verlag für das Rezensionsexemplar

Wie immer spannende Unterhaltung der Extraklasse

Klappentext:
An einem glutheißen provenzalischen Sommertag wird der Chorleiter des Klosters St. Gargas tot zwischen Lavendelsträuchern aufgefunden. Er wurde brutal zu Tode gefoltert. In seiner Hand findet man ein Blatt des ›Teufelsliedes‹, einer verbotenen alten Melodie, die in St. Gargas über Jahrhunderte unter Verschluss gehalten wurde. Ex-Commissaire Albin Leclerc ist klar: Die Lösung zu dem Fall liegt in dem Lied. Mit Hilfe der Handschriftenexpertin Camille Dumont versucht er, den geheimen Code der Musik zu entschlüsseln. Doch als weitere Morde geschehen, zeigt sich: Nichts ist, wie es scheint – und das bevorstehende Chorfestival könnte in einer Katastrophe enden.

„Teuflische Provence“ ist bereits der 14. Band der Reihe mit Commissaire Leclerc von Pierre Lagrange.

Der Autor lässt seine Leser*innen wieder in die Provence reisen.
Die Orte und die Liebe der Menschen zu ihrer Heimat beschreibt Pierre Lagrange wieder einmal sehr stimmungsvoll.

Die eigentlichen Ermittler sind die Polizisten Theroux und Castel. Sie sind mir aus den vorherigen Bänden gut bekannt und sehr sympathisch.
Theroux ist ein guter Ermittler, doch kommt es einem manchmal so vor, als stehe er auf der Leitung.
Es ist zum Schmunzeln, wenn die beiden genervt die Anrufe von Leclerc ignorieren und dieser immer wieder einen Weg findet, um an Informationen aus erster Hand zu kommen.

Leclerc sitzt, wie jeden Morgen, zusammen mit seinem Mops Tyson im Café von Matteo.
Hier kommen oft Streifenwagen vorbei und holen sich einen Kaffee. So erfährt Leclerc oft, was in der Umgebung passiert ist.
So auch heute, Leclerc erfährt von einem Mord im Kloster St. Gargas. Eigentlich war Leclerc schon lange nicht mehr in dem Kloster, was für eine Schande. Zusammen mit Tyson macht er sich auf den Weg zum Kloster. Wie üblich sind Theroux und Castel genervt den Ex-Commissaire wieder an einem Tatort zu sehen. Leclarc macht sich mit den Umständen vertraut und fängt seine eigenen Ermittlungen an.
So müssen die eigentlichen Ermittler wieder einmal feststellen, dass Leclerc ihnen um eine Nasenlänge voraus ist.

Pierre Lagrange erzählt die Geschichte spannend und mit etwas Humor.
Die Charaktere sind facettenreich und lebendig. Die Hauptcharaktere sind aus den vorherigen Bänden gut bekannt und mir schon lange ans Herz gewachsen.

„Teuflische Provence“ ist wieder ein gelungener Krimi. Ich freue mich jetzt schon auf Band 15.
Doch erst einmal startet eine neue Reihe von Pierre Lagrange „Madame Mort und der tote Onkel“ ist der 1. Band und erscheint am 07. Oktober 2026.
Aufmerksame Leser*innen kennen Madame Mort natürlich, es ist die Rechtsmedizinerin Dr. Berthe Saunier, die Leclerc immer mit Schokocroissants besticht. Ich freue mich schon auf das Buch.

Mord ist die beste Beseitigung

Volker Klüpfel
Kriminalroman
341 Seiten
erschienen im Penguin Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Penguin Verlag für das Rezensionsexemplar

Humor trifft auf Spannung

Klappentext:

Wir unterbrechen das Programm für einen Reiseruf: Frau Gabriele Zorn, unterwegs mit einem blauen Audi in Richtung Süden, wird gebeten, sich sofort mit ihrem Ehemann in Verbindung zu setzen!«
Kaum hören Möchtegern-Schriftsteller Tommi und Putzfrau Svetlana den Reiseruf im Radio, rast die Gesuchte auch schon im Auto an ihrem Camper vorbei. Sofort heften sie sich an ihre Fersen und spüren den Wagen auf einem Rastplatz auf. Doch die Frau ist verschwunden. Natürlich wittert Svetlanas Spürnase sofort ein Verbrechen. Ehe Tommi sich’s versieht, stecken sie mitten in ihrem nächsten Kriminalfall. Dabei kommen sie nicht nur schier unglaublichen Verbrechen auf die Spur, sondern begeben sich auch tief in die Abgründe menschlicher Beziehungen. Als Tommi ein bisschen zu tief gräbt, gerät er plötzlich selbst in Lebensgefahr

„Mord ist die beste Beseitigung“ ist der 2. Band der humorvollen Krimireihe „Svetlana und Tommi ermitteln“ von Volker Klüpfel.
Der Autor ist wohl den meisten bekannt durch die kultige Krimireihe mit Kommissar Kluftinger, die er mit Michael Kobr schreibt. Hier jetzt der 2. Band seiner Solo-Reihe.

Dazu hat Volker Klüpfel die unterschiedlichsten Charaktere ins Rennen geschickt. Die ukrainische Putzfrau Svetlana ist einfach eine geniale Protagonistin.
Sie liebt russische Literatur und Sprichwörter. Ihr verdrehtes Deutsch wird so einmalig wiedergegeben, dass man immer wieder schmunzeln muss. Ich habe Svetlana gleich ins Herz geschlossen. Sie weiß auf alles eine Antwort und hat ein großes Herz.

Tommi ist ein Möchtegern-Schriftsteller. Nachdem er den Thriller, den er schreiben wollte, erst einmal zur Seite gelegt hat, möchte er sich jetzt im Genre Romantasy versuchen. Auch hier hat Thommi die haarsträubendsten Ideen.
Wegen einer Finanzflaute lebt er im Wohnwagen, den er von seinem Vater samt Putzfrau geerbt hat. Sein Vater ist in ein Altenheim gezogen und mischt da den Laden auf.
Tommi trauert immer noch seiner Freundin nach, die vorübergehende Auszeit dauert jetzt schon ein Jahr.

Zusammen mit Svetlana hört er einen Reiseruf und kurz darauf fährt er neben dem gesuchten PKW.
Als Svetlana und Tommi auf einen Parkplatz fahren, steht der Wagen der gesuchten Frau verlassen da. Von der Frau keine Spur.
Kurz darauf erscheint der Ehemann der vermissten Frau und bittet Tommi, nach der Frau zu suchen.

Bei seinem Krimi stellt Volker Klüpfel eindeutig den Humor in den Vordergrund. Man hat zu Beginn Zeit, sich wieder mit den Charakteren vertraut zu machen und die sind Volker Klüpfel auf einzigartige Weise gelungen. Das Miteinander zwischen Tommi und Svetlana ist freundschaftlich und herzlich. Svetlana ist zwar Tommis Putzfrau, aber ich würde sie eine Freundin nennen. Ohne sie wäre er doch manchmal völlig aufgeschmissen.
Nach einigen ruhigeren Kapiteln zieht der Autor das Tempo an und die Leser*innen sind genau wie die Charaktere mitten in einer Ermittlung.

Der Schreibstil von Volker Klüpfel ist flüssig und gut verständlich. Die Ermittlungen werden spannend und humorvoll geschildert.

Mir hat der 1. Band „Wenn Ende gut dann alles“ schon gut gefallen. Mit dem 2. Band „Mord ist die beste Beseitigung“ hat Volker Klüpfel noch einmal eine Schippe draufgelegt.

Giftige Blüten

Luca Ventura
Roman
352 Seiten
erschienen im Diogenes Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Diogenes Verlag für das Rezensionsexemplar

Spannender Capri-Krimi

Klappentext:
Die junge Lina Verde sucht an den rauen, steilen Hängen von Capri nach einer seltenen Orchidee. Kurz darauf findet Fischer Zeno ihren leblosen Körper. Er behauptet, Lina und er seien ein Paar gewesen, kennt aber nicht einmal ihre Adresse. Hat er sie getötet? Zeno ist ein notorischer Lügner, bei Touristinnen gibt er den Capri-Fischer zum Anfassen. Rizzi und Cirillo trauen ihm alles zu, doch ein Parfumeur bringt sie auf eine neue Spur. Hat Lina wirklich nur eine Blume gesucht?

„Giftige Blüten“ ist der 7. Capri-Krimi“ von Luca Ventura. Ich habe schon einige Bände der Reihe gelesen und war immer begeistert.

Lina ist als Praktikantin bei einer bekannten Parfümerie tätig. Im Parcours Astarita ist sie auf der Suche nach einer seltenen Orchidee. Hier wird sie auch von dem Fischer Zeno tot aufgefunden. Die Polizisten Rizzi und Cirillo übernehmen, die Ermittlungen. Die Behauptung von Zeno, dass er und Lina ein Paar waren glauben die Polizisten nicht. Denn Zeno ist als Lügner bekannt.

„Giftige Blüten“ ist ein spannender und anspruchsvoller Kriminalroman.
Luca Ventura führt seine Leser*innen in die Welt der Parfümeure. Man erfährt so einiges über die Herstellung eines Parfüms.
Wie immer beschreibt der Autor seine Handlungsorte sehr anschaulich. Egal ob die Hügel von Capri oder Neapel, wo die Geschichte auch hinführt.

Die Charaktere sind gut gezeichnet und wirken lebendig. Die beiden Ermittler sind schon aus einigen Bänden bekannt und mir sehr sympathisch. Immer wieder erfahren die Leser*nnen ein bisschen aus dem Privatleben der Polizisten, was mir gut gefällt und sie menschlicher erscheinen lässt.

Luca Ventura baut schnell Spannung auf und hält sie auch über die gesamte Geschichte aufrecht. Der Autor baut etliche Wendungen ein und es gibt immer wieder Spuren, die im Sande verlaufen. Das Mitraten hat Spaß gemacht, der wahre Täter war eine Überraschung, ich habe ihn nicht enttarnen können.

„Giftige Blüten“ ist ein spannender Krimi mit schönem Setting. Ich habe das Buch sehr gerne gelesen.

La Commissarina und die Toten von Verona

Anna Vigneto
Kriminalroman
441 Seiten
erschienen im Ullstein Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an Anna Vigneto für das Rezensionsexemplar

Der ideale Urlaubskrimi

Klappentext:
Eine Woche im wunderschönen Verona und am Gardasee! Die Münchner Kunsthistorikerin Franka Köhler freut sich darauf, die Studentengruppe auf der Reise zu betreuen.
Doch dann entgeht der Professor, der die Gruppe leitet, nur knapp einem Giftanschlag.
Gibt es einen Zusammenhang mit dem mysteriösen Todesfall im berühmten »Haus der Julia« in Verona, in dem Kriminalkommissar Antonio Acero gleichzeitig ermittelt? Die Spur führt zum »Club di Giulietta«, der Liebesbriefe aus aller Welt beantwortet. Als eine weitere Person aus Frankas Gruppe erdolcht aufgefunden wird, spitzt sich die Lage zu und Franka selbst gerät ins Visier des Mörders.

„La Commissarina und die Toten von Verona“ ist der 2. Band der Reihe „La Commissarina von Anna Vigneto.

Die Autorin entführt ihre Leser*innen an den schönen Gardasee und nach Verona. Franka ist als Tourguide unterwegs und begleitet eine Schulklasse. Der Professor, der illustren Gruppe, entgeht nur knapp einem Giftanschlag.
Zur gleichen Zeit ermittelt Kriminalkommissar Antonio Acero in einem Todesfall, der sich im Haus der Julia zugetragen hat. Als auch noch eine Person aus Frankas Gruppe tot aufgefunden wird, kommt der Gedanke auf, dass die Todesfälle zusammenhängen könnten. Dann gerät Franka selbst in Gefahr.

Anna Vigneto baut in ihrem Krimi recht schnell Spannung auf und steigert sie bis zum Ende immer weiter. Die Charaktere sind gut beschrieben und Franka und der Commissario waren mir schon im 1. Band schnell sympathisch. Franka kommt eigentlich aus Deutschland und plant in Italien einen Neuanfang. Jetzt gerät sie wie schon im 1. Band in Mordermittlungen.
Auch der Handlungsort, die Stadt von Romeo und Julia, Verona wird schön beschrieben.
Trotz der Mordopfer und der Spannung schafft die Autorin es gut, dass das italienische Flair bei den Leser*innen ankommt. Da ich Italien liebe, hat sich bei mir schnell ein Urlaubsgefühl eingestellt.

Die Autorin hat einen flüssigen, gut verständlichen und fesselnden Schreibstil.

„La Commissarina und die Toten von Verona“ ist ein spannender Krimi, den ich mit Freude gelesen habe. Ich würde mir mehr davon wünschen.

Nordlicht – Das fremde Gesicht

Anette Hinrichs
Kriminalroman
477 Seiten
erschienen im Blanvalet Verlag
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an das Bloggerportal und an den Blanvalet Verlag für das Rezensionsexemplar

Grenzübergreifende Ermittlungen

Klappentext:
Eine schreckliche Mordserie zieht sich vom deutsch-dänischen Grenzland bis nach Kopenhagen: Ein Pferdezüchter im nordfriesischen Süderlügum wird aufgehängt im Stall entdeckt, ein Gastronom im dänischen Tøndern sitzt tot an einem gedeckten Tisch, in Kopenhagen treibt die Leiche eines Geschäftsmanns nackt im Hafenbecken. Alle Opfer sind qualvoll erstickt. In ihren zugeklebten Mündern findet sich ein Foto mit einem fremden Gesicht.
Was verbindet die Opfer und welches Motiv verfolgt der Mörder? Die Ermittler der Sondereinheit GZ Padborg stehen vor einem Rätsel. Der Druck wächst, als eine weitere Leiche auftaucht. Und ausgerechnet Rasmus Nyborg scheint nicht bei der Sache zu sein und bringt sich mit Nachforschungen zu einem ganz anderen Fall in Gefahr.

„Nordlicht – Das fremde Gesicht“ ist der 7. Band der spannenden Nordlicht-Reihe von Anette Hinrichs.
Das Ermittlerteam setzt sich aus deutschen und dänischen Ermittlern zusammen.
Die zwei leitenden Ermittler*innen gefallen mir sehr gut, ich mag Ermittler, die ihre Ecken und Kanten haben.
So haben auch die Beiden eine bewegte Vergangenheit, die sie mit sich herumtragen.
Vibeke Boisen, Teamleiterin bei der Mordkommission Flensburg auf der deutschen Seite. Sie ist äußerst sympathisch, kann aber auch knallhart sein und hält sich immer strikt an die Regeln. Sie leidet unter ihrer Vergangenheit. Ihre leibliche Mutter war psychisch krank und ist vor kurzem verstorben. Vibeke lebt immer mit der Angst die Krankheit geerbt zu haben.
Ihre Adoptiveltern liebt sie über alles. Ihr Adoptivvater war auch bei der Kripo in Flensburg und Vibeke ist in seine Fußstapfen getreten.

Rasmus Nyborg von der Kripo Esbjerg ist der dänische Ermittler.
Er liebt die legere, unkonventionelle Art und hält sich nicht immer an die Regeln. Es darf bei ihm schon einmal der „kleine Dienstweg“ sein.
Auch er schleppt so einigen Ballast aus seiner Vergangenheit mit sich herum. Vor allem den Tod seines Sohnes kann er nicht überwinden. Und das bringt ihn in diesem Band auch wieder in Gefahr.
Nach anfänglichen Schwierigkeiten verstehen sich Vibeke und Rasmus mittlerweile gut, wie auch das restliche Team der Soko Padborg.

Der Fall ist äußerst kompliziere. Zuerst taucht in Deutschland, genauer gesagt im nordfriesischen Süderlügum eine Leiche auf. Ein Pferdewirt wird im Stall erhängt aufgefunden. Alles spricht gegen einen Suizid. In seinem Mund wird ein Bild, von einem fremden Jungen gefunden.
Es dauert eine Weile, bis der Zusammenhang an einem Mord auf der dänischen Seite gezogen wird. Auch hier gab es einen Toten, bei dem ein Bild im Mundraum gefunden wurde.
Schnell wird die Sondereinheit GZ Padborg zusammengerufen. Trotz eifriger Ermittlungen bleibt es nicht bei den zwei Opfern.

Anette Hinrichs hat auch mit ihrem 7. Band wieder geliefert.
Die Autorin versteht es gut, ihre Protagonisten in Szene zu setzten und zu führen. Die Charaktere sind richtig lebendig und das Ermittlerteam sympathisch.

Ohne viel Vorgeplänkel baut die Autorin schnell Spannung auf, die sie dann auch bis zum Ende aufrecht hält.
Dabei gibt es immer wieder neue Ansatzpunkte und Wendungen so, dass ich bis zum Ende keine Ahnung hatte, wer der wahre Täter sein könnte. Dazu kommen immer wieder Rückblenden, in denen von Jugendlichen erzählt wird.

Anette Hinrichs hat einen klaren, flüssigen und gut verständlichen Schreibstil.
Die Beschreibung der Handlungsorte ist sehr anschaulich, man hat schnell ein Bild vor Augen.

„Nordlicht – Das fremde Gesicht“ war wieder ein Lesegenuss mit viel Spannung.
Ich freue mich jetzt schon auf den 8. Band.

Tödliches Déjà-Vu

Rene Anour
Kriminalroman
380 Seiten
erschienen im Heyne Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Heyne Verlag für das Rezensionsexemplar

Ein spannender Krimi mit interessanten Charakteren

Klappentext:
Die Provence, ein Land der Bienen: Doch Commissaire Louis Campanards Lavendelgarten wird kaum von ihnen besucht. Niemand kann das seltsame Verschwinden der Bienen erklären. Monique Gaillard, eine exzentrische Bioimkerin, kämpft um ihre Lieblinge. Immer wieder stört sie das öffentliche Leben in Grasse und ruft die Polizei hinaus auf ihren Hof, um die Schuldigen anzuzeigen. Beweise für ihre Anschuldigung hat sie keine, aber Campanard ist sprachlos, wie harmonisch sie mit ihren Bienen umgeht. Ohne Schutzkleidung lässt sie die Insekten auf sich sitzen und bekommt keinen einzigen Stich ab. Bis sie kurz darauf tot aufgefunden wird. Zu Tode gestochen von ihren eigenen Bienen. Ein seltsamer Zufall, der Campanard misstrauisch macht. Denn schon vor Jahrzehnten gab es in der Region einen mysteriösen Unfall mit Bienen und nun ein tödliches Déjà Vu.

„Tödliches Déjà Vu“ ist der3. Band der Krimireihe „Campanard ermittelt in der Provence“ von Rene Anour.

Der Autor entführt seine Leser*innen nach Südfrankreich, genauer in die Provence.
Blühender Lavendel, ein wahres Paradies, wäre da nicht die bedrohliche Stille. Wo sonst immer Bienen summten, ist jetzt, nichts! Auf dem Boden liegen tot Insekten. Was steckt hinter dem Bienensterben.
Die Imkerin Monique Gaillard will die Antwort darauf kennen. Sie verdächtigt ein nahegelegenes Werk, das Mittel zur Schädlingsbekämpfung herstellt.
Monique Gaillard macht durch exzentrische Aktionen darauf aufmerksam, Beweise hat sie allerdings nicht.
Doch dann wird sie tot aufgefunden. Die Todesursache Stiche von ihren Bienen.
Commissaire Louis Campanard geht zusammen mit Linda Delacours und Inspektor Olivier der Sache nach.

Die Charaktere hat man im 1. und 2. Band schon gut kennengelernt. Trotzdem hängt jedem der drei Ermittler noch etwas Geheimnisvolles an.

Commissaire Louis Campanard ist ein Bär von einem Mann mit einer sehr freundlichen Art. Sein Markenzeichen sind seine bunt bedruckten Hemden. Dass er einmal eine sehr schwere Zeit durchleben musste, erfährt man in den Büchern häppchenweise.
Im letzten Band hat man erfahren, dass er einmal im Kerker einer alten Festung inhaftiert war.
Nachdem Campanard seinen Polizeidienst wieder angetreten hat, machte er es sich zur Aufgabe den am Boden liegenden Inspektor Olivier wieder aufzubauen und in sein Team zu holen. Olivier litt an einer Krankheit, die ihn jeglicher Kraft beraubt hat. Jetzt hat er Angst einen Rückschlag zu bekommen. Denn er verliert immer mehr von seiner wiedergewonnenen Stärke.

Linda Delacours hat in Paris an einem KI gesteuerten Programm gearbeitet. Auch sie hat einen Schicksalsschlag erlebt, der mittlerweile etwas gelüftet wurde.

Die drei sind zu einem guten Team zusammengewachsen.
Der Fall mit dem das Projet Obscur betraut wird, ist der Tod von Monique Gaillard und das ominöse Bienensterben. Linda Delacours und Inspektor Olivier ermitteln verdeckt und geraten in große Gefahr.

Rene Anour hat für die Geschichte großartige Charaktere zum Leben erweckt.
Besonders das Ermittlerteam hat mich beeindruckt. Die drei sind mir seit dem ersten Band schon sehr ans Herz gewachsen.
In diesen drei Charakteren steckt sehr viel Potenzial und ich hoffe Rene Anour lässt sie weiterhin noch viele Fälle lösen.

Der Autor hat ein sehr großes Talent die Handlungsorte zu beschreiben. Die schönen Orte und Gärten in der Provence.

Rene Anour baut in seinem Krimi recht schnell Spannung auf und spannt den Spannungsbogen auch über die gesamte Geschichte.
Ich konnte das Buch oft gar nicht aus der Hand legen so rasant ging es voran. Zum Ende hin hat der Autor noch einmal alles an Spannung und Dramatik in die Geschichte hineingelegt was möglich war.
Der Schreibstil von Rene Anour ist flüssig, fesselnd und leicht verständlich.

„Tödliches Déjà Vu“ ist ein spannender Kriminalroman mit eine m wunderschönen Setting. Ich freue mich auf weitere Fälle mit dem interessanten und liebenswerten Ermittlerteam.