Die Kraft der Ebbe

Anna Johannsen / Elke Bergsma
Kriminalroman
303 Seiten
erschienen im Edition M Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an NetGalley für das Rezensionsexemplar

Die Jagd auf den de Jong-Clan geht weiter

Klappentext:
Die dramatischen Ereignisse der letzten Wochen haben im Team um Lina Lübbers und Kea Siefken tiefe Spuren hinterlassen. Dennoch ist keine Atempause in Sicht, denn der niederländische de Jong-Clan operiert weiter und ist den Ermittlern immer einen Schritt voraus. Lina und Kea sind gezwungen, ihre Strategie zu ändern und in die Offensive zu gehen, wodurch nicht zuletzt der Undercover-Einsatz von Hauke Behrends zu einem unberechenbaren Risiko wird.

„Die Kraft der Ebbe“ ist der dritte und letzte Band der Lina Lübbers & Kea Siefken Trilogie von Anna Johannsen und Elke Bergsma.
Von Anna Johannsen habe ich schon viele spannende Krimis gelesen, die Trilogie ist das erste Werk, dass ich von Elke Bergsma lese. Ich war schon beim ersten Band neugierig wie die beiden Autorinnen zusammen harmonieren.

Die Charaktere der beiden Autorinnen gefallen mir gut. Besonders natürlich die beiden Kommissarinnen Kea Siefken und Lina Lübbers. Die beiden sind sehr verschieden und haben sich nach ersten Missstimmungen gut zusammengerauft.

Lina Lübbers ist eigentlich in Osnabrück tätig, in Aurich sollte sie nach einem Maulwurf fanden. Den hat sie mittlerweile ausfindig gemacht. Jetzt geht es noch darum den de Jong-Clan unschädlich zu machen. Ob Lina dann in Aurich bleibt oder nach Osnabrück zurückkehrt, wird sich zeigen.

In diesem Band geht es jetzt darum, den de Jong-Clan unschädlich zu machen und die Personen, die ganz ober in der Hierarchie stehen festzunehmen. Damit geht auch der Untercover-Einsatz von Hauke Behrend weiter, was nicht ungefährlich ist. Dank der guten Zusammenarbeit mit dem niederländischen Kollegen können bald erste Erfolge verbucht werden. Doch an die Hintermänner zukommen bleibt schwierig.

Die beiden Autorinnen erzählen die Geschichte aus der Ich-Perspektive der beiden Kommissarinnen. Dabei wechseln sich die Kapitel mit den Kommissarinnen ab. Aber keine Angst, man kommt nicht durcheinander. Die Kapitel sind mit dem Namen der Kommissarin überschrieben und man weiß immer, wo man zu Hause ist.
Ich habe mich schon im ersten Band schnell an die Ich-Perspektive gewönnt. Ich finde es sehr spannend die Charaktere so zu begleiten. Man bekommt alles hautnah mit, kann sich richtig in die Person hineinversetzten, kann spüren, was sie fühlen und lesen, was sie denken. Ich finde, es ist eine interessante Erfahrung einen Krimi mit dieser Perspektive zu lesen.

Die beiden Autorinnen harmonieren sehr gut zusammen. Man merkt beim Lesen nicht, dass zwei Personen an der Geschichte geschrieben haben.

Anna Johannsen und Elke Bergsma haben in diesem Krimi die Handlungsorte sehr gut beschrieben. Die Ermittlungen werden auch spannend geschildert und man fiebert richtig mit, ob es den Ermittlern gelingt den Clan zu zerschlagen.

„Die Kraft der Ebbe“ ist wieder ein spannender und unterhaltsamer Krimi.
Jetzt ist die Trilogie leider zu Ende gelesen. Ich bin mir aber sicher, die beiden Autorinnen werden ihre Leser*innen mit neuen, spannenden Kriminalromane verwöhnen.

Fuss. Aus. Ende

Petra Münzel-Kaiser
Kriminalroman
319 Seiten
erschienen im Kiener Verlag
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an Petra Münzel-Kaiser und den Kiener Verlag für das Rezensionsexemplar

Spannender Krimi aus dem Engadin

Zum Inhalt:
Auf dem smaragdgrün schimmernden Inn treibt eine Leiche. Das Opfer wurde geschächtet und die Teilnehmer an der jüdischen ultraorthodoxen Summerschool geraden sofort unter Verdacht.
Dr. O.A Weiss, eine ältere Dame weilt gerade mit ihrer Reisebegleitung Amalia Charlotta Meusele, Mali genannte in Scuol im Engadin. Kurzerhand nimmt sie sich dem Fall an. Ihre Reisebegleitung hat sich die Tage im Engadin eigentlich anders vorgestellt. Sie hat den Job bei Dr. Weiss als Reisebegleitung angenommen und jetzt steckt sie mitten in einem Kriminalfall.

„Fluss. Aus. Ende.“ Ist ein Kehrwasser-Krimi aus dem Engadin von Petra Münzel-Kaiser.

Die Geschichte ist in 5 Teile eingeteilt: Prolog, Fluss, Aus, Ende und Epilog.
Eine witzige Idee die Einteilungen und den Buchtitel gleich zu benennen.

Ich bin sehr schnell in die Geschichte eingetaucht.
Die Charaktere werden sehr gut beschrieben und sind zum Teil recht eigenwillig. Alle wirken richtig lebendig. Dr. O.A Weiss und Mali sind mit auf Anhieb sympathisch gewesen. Schon bei dem Vorstellungsgespräch von Mali bei Dr. Weiss haben sie mein Herz erobert. Mali muss in ihrer Stellung bei Dr. Weiss über sich hinauswachsen, was ihre Sicht auf viele Dinge verändert.

Auch die Handlungsorte werden sehr anschaulich beschrieben. Ich musste mir im Internet direkt den kleinen Ort Scuol ansehen. Da würde ich auch Urlaub machen so schön idyllisch wirkt der Ort. Man erfährt auch einiges über Scuol als Urlaubsort, als Kurort und vom Wassersport, der dort betrieben wird.

Der Fall ist spannend und nimmt einige Wendungen. Die Leser*innen werden mit Vorurteilen und Manipulation konfrontiert.

Der Schreibstil von Petra Münzel-Kaiser ist flüssig und gut verständlich. Die Geschichte hat mich schnell gefesselt und ich konnte das Buch kaum zur Seite legen.

„Fluss. Aus. Ende.“ ist ein spannender Krimi mit einem schönen Setting, den ich sehr gerne gelesen habe.



Die innere Führung

Lars Sommer
Kriminalroman
304 Seiten
erschienen bei Ars Vivendi
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an Lucas Fasnacht für das Rezensionsexemplar

Spannend und aktuell

Klappentext:
Nachdem auf der Hochzeit eines Elitesoldaten der Bundeswehr eine tödliche Bombe hochgeht, beginnt Kriminalhauptkommissar Erich Kleinrädl zu ermitteln. Während er und sein Team die Hochzeitsgäste vernehmen, stellt die Boulevardpresse ihre eigenen Vermutungen an: Hat Inka Minden, die Ex-Freundin des Bräutigams, etwas mit der Sache zu tun? Welche Rolle spielt der ehemalige Scharfschütze Jonathan von Holl, der über dem Gesetz zu stehen scheint? Das LKA beurteilt die Bombe als ein Werk von Fachleuten. Ein zweiter Anschlag erhöht den Druck auf Kleinrädl. War die Bundeswehr das eigentliche Ziel des Attentats? Die Lage wird immer unklarer. Steckt der Feind gar in den eigenen Reihen?

„Die innere Führung“ ist ein spannender Kriminalroman von Lars Sommer.
Hinter dem Pseudonym versteckt Lucas Fasnacht, von dem ich schon einige Bücher gelesen habe.

Der Kommissar Erich Kleinrädl vom Münchner Kriminalfachdezernat 1 ist nicht beliebt unter seinen Kollegen. Er ist auch ein kauziger Mensch, der die Menschen gerne vor den Kopf stößt.
Aber er ist ein guter Kriminalbeamter, sonst wäre er schon lange nicht mehr im Dienst.
Seine blutjunge Kollegin Kommissarin Schlanghain lässt sich vom Kleinrädel nicht abschrecken.
Die beiden bekommen es mit einem schweren Fall zu tun. Bei einer Hochzeit wurden Braut und Bräutigam Opfer eines Anschlages.

Die Opfer sind Hossam Said und seine Frau Clarissa Werker.
Hossam war beim Militär und auch viele der Hochzeitsgäste sind Angehörige des Militärs. So auch Clarissas Bruder Bastian, der bei dem Anschlag schwer verletzt wurde.
Einer der Verdächtigen ist der ehemalige Scharfschütze Jonathan von Holl.
Von Holl ist keine sympathische Person. Er ist sehr reich und ist Besitzer eine Firma, die in er Rüstungsindustrie tätig ist. Man hat das Gefühl, ihm sind die Menschen ringsum egal. Er kann sich mit seinem Geld alle kaufen. Dem Alkohol spricht er sehr zu. Beim Lesen spürt man aber, dass er ein Trauma hat, dass er mit seiner barschen Art und dem Alkohol zu unterdrücken versucht.
Hossam, Bastian und von Hohl sind Kameraden. Sie haben gelernt, für einander einzustehen. Sie würden alles für einander tun.
Dann gibt es da noch Inka Minden. Sie war die frühere Freundin von Hossam. Auch sie war Gast auf der Hochzeit. Inka Minden war Sportsoldatin und ist heute Jugendtherapeutin.
Als es einen 2. Anschlag gibt, sind sich die Ermittler sicher, der Täter kommt aus dem Kreis des Militärs.

Lars Sommer hat für seine Geschichte interessante Protagonisten gezeichnet. Keiner ist so richtig sympathisch, trotzdem ziehen die Charaktere mich in ihren Bann.
Gut verständlich bringt der Autor seinen Leser*innen die Strukturen des Militärs nahe. Auch stellt sich die Frage in der Geschichte, ob das Militär für den Erhalt des Friedens den überhaupt wichtig ist. Hier gehen die öffentlichen Meinungen auseinander. Auch die Frage, ob wir, die immer im Frieden leben durften, den nicht als zu selbstverständlich nehmen.
Interessant ist auch an Hand der Protagonisten zu erfahren, wie traumatisiert manch ein Soldat von einem Auslandseinsatz nach Hause kommt.

Mit seinem Kriminalroman „Die innere Führung“ hat Lars Sommer eine spannende Geschichte mit einem aktuellen Thema veröffentlicht, dass bei mir noch einige Zeit nachhallen wird.

Die Teigtascherl Intrige

Patrick Budgen
Kriminalroman
233 Seiten
erschienen bei edition a
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an edition a für das Rezensionsexemplar

Krimi mit Wiener Schmäh

Klappentext:
Zentralfriedhofsbestatter und Ex-Journalist Alexander Toth macht es sich in einem Sarg bequem, um zumindest kurzzeitig Ruhe zu finden. Da hört er einen Schrei. In einem Mausoleum findet Toth eine zu Tode erschrockene Frau. Die Urne ihres Mannes wurde gestohlen. An deren Stelle liegt ein Teigtascherl. Was hat es mit dem Toten zu tun, der ein bekannter Teigtascherl-Fabrikant war? Und dann taucht auch noch Sophie auf, Toths einstige große Liebe. Noch ehe Toth es verhindern kann, ist er wieder mittendrin in einem Fall voller skurriler Situationen, überraschender Wendungen und liebenswerter Charaktere, bei dem nur eines von Anfang an klar ist: Der Toth schläft nicht.

„Die Teigtascherl Intrige“ von Patrick Budgen ist der 2. Band der
Wiener Zentralfriedhofskrimi-Reihe.

Im Mittelpunkt steht Alexander Toth, ehemaliger Journalist, überall bekannt aus dem Fernsehen. Er will ein ruhigeres Leben führen und so hat er auf dem Wiener Zentralfriedhof eine Stelle als Bestatter angenommen.
Doch wird die neue Arbeit wirklich ruhiger? Sein erster Fall beweist das Gegenteil.
In diesem Buch wird er durch einen Schrei aufgeschreckt. In einem Mausoleum ist die Urne des Teigtascherl-Fabrikanten verschwunden.
Am Abend bekommt Toth auch noch Besuch von seiner Ex-Freundin Sophie, seine einst große Liebe.
Sie versucht Toth zu überreden dem Verschwinden der Urne nachzugehen. Was Toth bisher nicht wusste, der Teigtascherl-Fabrikant war Sophies Vater. An Toths Seite bei den Ermittlungen wie immer die Sargträgerin Marie-Theres, die mir etwas Eifersüchtig auf Sophie scheint.

Die Protagonisten sind teilweise skurril. Alexander Toth und seine Kollegin Marie-Theres gefallen mir gut. Durch die Neugier seiner Kollegin und Sophies Bitte angestachelt geht Alexander Toth dem Fall der verschwundenen Urne nach.
Es stellt sich heraus, dass die Urne sehr wertvoll ist.

Patrick Budgen erzählt den Krimi mit viel Humor. Seine Charaktere sind liebevoll gezeichnet und lebendig.
Toth und Marie-Theres habe ich im 1. Band schon liebgewonnen.

Interessant ist es mehr über den Wiener Zentralfriedhof zu erfahren, der zu den Wiener Sehenswürdigkeiten gehört. Wenn ich wieder einmal in Wien bin, muss ich mir den Friedhof unbedingt ansehen. Vor allem, der Teil, mit den Ehrengräbern scheint mir interessant. Ich habe bei diesem Band einige Male Herrn Google fragen müssen, den die Dinge, die der Autor über den Friedhof berichtet, kamen mir seiner Fantasie entsprungen vor. So schreibt der Autor zum Beispiel, dass man, wenn man ein Grab auf dem Friedhof besitzt, ein Beet mieten kann, auf dem man Gemüse anbaut. Oder das zur 150 Jahrfeier eine große Bühne auf dem Friedhof aufgebaut wurde und unter anderem Wolfgang Ambros sein Lied „Es lebe der Zentralfriedhof“ sang. Ob diese Dinge Fantasie oder Realität sind, verrate ich an dieser Stelle nicht.

Der Schreibstil von Patrick Budgen ist flüssig und gut verständlich. Den Wiener Schmäh, den er immer einfließen lässt, macht die Geschichte authentisch. Ich habe auch den 2. Band an einem Abend gelesen und mich gut unterhalten gefühlt. Immer wieder musste ich beim Lesen Schmunzeln.

Ich hoffe das es auch noch einen 3. Band geben wird.

Mord ist Familiensache

Evelyn James
Historischer Kriminalroman
erschienen bei DP Digital Publishers
4 von 5 Sternen

Vielen Dank an dp Digital Publishers für das Rezensionsexemplar

Spannender Historischer Kriminalroman

Klappentext:
Als Clara Fitzgerald der Einladung zur Hochzeit ihres Cousins Andrew folgt, ahnt sie nicht, dass sie mehr Privatdetektivin als Gast sein wird. Denn etwas an der bevorstehenden Trauung stimmt ganz und gar nicht. Nicht nur, dass weder der Bräutigam noch seine Familie Interesse an den bevorstehenden Feierlichkeiten zeigen, es taucht auch eine Frau auf, die behauptet, bereits mit Andrew verheiratet zu sein. Nicht lange nach ihrer Ankunft ist die vermeintliche erste Ehefrau tot, vergiftet, ebenso wie ein unliebsamer Onkel, den sowieso keiner dort haben wollte. Mit Andrew als dem Hauptverdächtigen und einem Giftmörder, der es auf die Hochzeitsgesellschaft abgesehen hat, muss Clara so schnell wie möglich die Geheimnisse der Familie lüften. Dabei braucht sie alle Hilfe, die sie kriegen kann und die Zeit läuft ihr davon.

„Mord ist Familiensache“ ist der 3. Band der Reihe „Ein Fall für Miss Fitzgerald“ von Evelyn James.
Für mich ist es der 1. Band der Reihe. Ich habe aber auch ohne Vorkenntnisse gut in die Geschichte reingefunden.

Die Charaktere gefallen mir sehr gut. Besonders Clara Fitzgerald, sie ist die erste Privatdetektivin im englischen Brighton.
Als sie zu einer Hochzeit eingeladen wird, ahnt sie nicht, dass sie als Detektivin tätig werden muss.

Die Geschichte fängt langsam an. Man lernt erst einmal die Personen kennen. Wie üblich sind das bei einer Hochzeit einige. Doch dann stellt sich heraus, dass der Bräutigam schon verheiratet ist. Plötzlich ist die erste Ehefrau tot. Und sie bleibt nicht das einzige Opfer.

Evelyn James beschreibt die Ermittlungen glaubhaft. Der Verdächtige ist der Ehemann.
Clara Fitzgerald versucht die Geheimnisse, die die Familie umgibt zu lüften.

Evelyn James hat einen angenehmen Schreibstil. Der Fall liest sich spannend und unterhaltsam. Die 1920er Jahre werden von der Autorin gut widergespiegelt.

„Mord ist Familiensache“ ist ein unterhaltsamer Krimi, den ich gerne gelesen habe.


Dunkle Schatten über der Camargue

Anna-Maria Aurel
Kriminalroman
erschienen im Piper Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an Anna-Maria Aurel und an den Piper Verlag für das Rezensionsexemplar

Ein spannender Provence-Krimi

Klappentext:
Die Stadt erwachte, das Licht eines hellen Sommertages lag über den Türmen von Arles. Die Tränen flossen über Felicitas’ Wangen. Neben ihr der Platz war leer. Nur Klaras Handtasche stand da. Klara existierte nicht mehr.

Zwei junge Frauen wurden vergewaltigt und erwürgt, ihre Leichen in abgelegene Tümpel mitten im Naturschutzgebiet geworfen. Die Gendarmen verdächtigen eine Gitano-Bande, die Einbrüche und zuweilen auch Raubüberfälle verübt, doch sie finden keine konkreten Beweise für die Schuld dieser Männer. Der junge Capitaine Mathieu Dubois der Kriminalpolizei Marseille kommt im Hochsommer in die Camargue, um bezüglich dieser beiden Morde zu ermitteln. Als eine junge deutsche Touristin verschwindet und ihre Leiche einige Tage später in der Rhône entdeckt wird, herrscht allgemeines Entsetzen. Dubois hegt sehr bald den Verdacht, dass der Täter alle seine Opfer persönlich kannte.

„Dunkle Schatten über der Camargue“ ist der zweite Band der Reihe „Capitaine Mathieu Dubois ermittelt“ von Anna-Maria Aurel.

Die Autorin entführt ihre Leser*innen wieder in die schöne und idyllische Provence.
Nur so idyllisch wird es in diesem Krimi natürlich nicht.
Capitaine Mathieu Dubois aus Marseille kommt in die Camargue um im Fall von zwei toten Frauen, die vergewaltigt und erwürgt wurden, zu ermitteln.
Es gibt zwar eine verdächtige Bande, doch Beweise gibt es keine.
Bis eine dritte Frauenleiche gefunden wird, sie treibt in der Rhône.

Mit ihrem neuen Krimi hält Anna-Maria Aurel ihre Leser*innen ganz schön in Atem.
Die Charaktere werden wie immer bei der Autorin richtig lebendig beschrieben. Besonders der junge Capitaine Mathieu Dubois gefällt mir gut als Ermittler.
Die Handlungsorte werden detailliert beschrieben und man kann sie sich gut vorstellen.
Der Schreibstil von Anna-Maria Aurel ist fesselnd und gut verständlich.
Die Spannung setzt in diesem Krimi recht schnell ein und hält sich bis zum Ende.
Es macht Freude, die Ermittlungen zu verfolgen und zu rätseln, wer der Täter sein könnte. Durch die eingebauten Wendungen macht die Autorin es ihren Leser*innen nicht einfach auf die Lösung zu kommen.

„Dunkle Schatten über der Camargue“ ist ein spannender Provence-Krimi.
Man kann die Bände auch gut einzeln lesen, da die Fälle ineinander abgeschlossen sind.
Ich freue mich jetzt schon auf den nächsten Fall mit dem sympathischen Capitaine Mathieu Dubois.


Die Holzpyjama Affäre

Patrick Budgen
Kriminalroman
203 Seiten
erschienen bei edition a
4 von 5 Sternen

Vielen Dank an edition a für das Rezensionsexemplar

Mörderjagd mit Wiener Schmäh

Klappentext:
TV-Journalist Alexander Toth hat genug von Dauerstress und Informationsüberflutung und will in seinem neuen Job am Wiener Zentralfriedhof zur Work-Life-Balance finden. Da fährt ein Auto vor der Bestattung Wien vor und auf der Rückbank sitzt ein Toter, mit dem manches nicht stimmt. Toth sieht nur noch eine Chance, seinen inneren Frieden zu finden: den Fall zu lösen.

„Die Holzpyjama Affäre“ von Patrick Budgen ist der erste Band der
Wiener Zentralfriedhofskrimi-Reihe.

Im Mittelpunkt steht Alexander Toth, ehemaliger Journalist, überall bekannt aus dem Fernsehen. Er will ein ruhigeres Leben führen und so hat er auf dem Wiener Zentralfriedhof eine Stelle als Bestatter angenommen.
Doch wird die neue Arbeit wirklich ruhiger? Als ein Toter auf der Rückbank eines Autos zum Friedhof gebracht wird und dann im Rollstuhl in der Leichenhalle sitzt, wittert Alexander Toth, dass da etwas nicht stimmen kann.
Zusammen mit seiner Kollegin, der Sargträgerin Marie-Theres beäugt er den Fall genauer.

Die Protagonisten sind teilweise skurril. Alexander Toth und seine Kollegin Marie-Theres gefallen mir gut. Durch die Neugier seiner Kollegin angestachelt geht Alexander Toth dem Fall mit dem Toten im Rollstuhl nach.
Dabei stößt er auf verdächtige Personen und auf ein spanisches Weihnachtslied.

Patrick Budgen erzählt den Krimi mit viel Humor. Man lernt die wichtigsten Charaktere erst einmal gut kennen. Nach und nach kommen dann immer mehr Verdächtige zu Tage. Auch der Tag der Beisetzung rückt näher und wenn der Tote erst einmal unter der Erde liegt, ist es für Alexander Toth zu spät den oder die Mörder*in zu überführen.

Interessant ist es über die Beisetzung in Wien mehr zu erfahren. Dort wird die Beerdigung direkt von der Bestattung Wien auf dem Friedhof organisiert. Dort sucht man Sarg oder Urne aus und plant die Beerdigungszeremonie.
Der Wiener Zentralfriedhof zählt auch zu den Wiener Sehenswürdigkeiten. Wenn ich wieder einmal in Wien bin, muss ich mir den Friedhof unbedingt ansehen. Vor allem, der Teil mit den Ehrengräber scheint mir interessant.

Der Schreibstil von Patrick Budgen ist flüssig und gut verständlich. Den Wiener Schmäh, den er immer einfließen lässt, macht die Geschichte authentisch. Ich habe den Krimi an einem Abend gelesen und mich gut unterhalten gefühlt. Immer wieder musste ich beim Lesen Schmunzeln.
Jetzt liegt der 2. Band „Die Teigtascherl-Intrige“ schon bereit und ich werden in den nächsten Tagen mit dem Lesen beginnen.

Nordlicht – Das kalte Grab

Anette Hinrichs
Kriminalroman
430 Seiten
erschienen im Blanvalet Verlag
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an das Bloggerportal und an den Blanvalet Verlag für das Rezensionsexemplar

Jeder Band ein Highlight

Klappentext:
Ein eiskalter Doppelmord erschüttert die Bewohner der dänischen Insel Als: In einem abgelegenen Haus werden die Leichen des deutschen Immobilieninvestors Konrad Dahlmann und seiner Frau aufgefunden. Blutüberströmt und an einen Heizkörper gefesselt. Ein schiefgegangener Raubüberfall oder steckt ein persönliches Motiv dahinter? Als eine weitere Leiche auftaucht, nimmt der Fall eine unerwartete Wendung und führt Vibeke Boisen und Rasmus Nyborg von der Sondereinheit GZ Padborg weit in die Vergangenheit in den Eiswinter 1978/79.

„Nordlicht – Das kalte Grab“ ist der 6. Band der spannenden Nordlicht-Reihe von Anette Hinrichs.
Das Ermittlerteam setzt sich aus deutschen und dänischen Ermittlern zusammen.
Die zwei leitenden Ermittler*innen gefallen mir sehr gut, ich mag Ermittler die ihre Ecken und Kanten haben.
So haben auch die Beiden eine bewegte Vergangenheit die sie mit sich herumtragen.

Vibeke Boisen, Teamleiterin bei der Mordkommission Flensburg auf der deutschen Seite.
Sie ist äußerst sympathisch, kann aber auch knallhart sein und hält sich immer strikt an die Regeln.
Sie leidet unter ihrer Vergangenheit. Ihre leibliche Mutter ist psychisch krank und Vibeke lebt immer mit der Angst die Krankheit geerbt zu haben.
Ihre Adoptiveltern liebt sie über alles. Ihr Adoptivvater war auch bei der Kripo in Flensburg und Vibeke ist in seine Fußstapfen getreten.

Rasmus Nyborg von der Kripo Esbjerg ist der dänische Ermittler.
Er liebt die legere, unkonventionelle Art und hält sich nicht immer an die Regeln. Es darf bei ihm schon einmal der „kleine Dienstweg“ sein.
Auch er schleppt so einigen Ballast aus seiner Vergangenheit mit sich herum.
Vor allem den Tod seines Sohnes kann er nicht überwinden.

Nach anfänglichen Schwierigkeiten verstehen sich Vibeke und Rasmus mittlerweile gut, wie auch das restliche Team der Soko Padborg.

Der Fall ist kompliziere. Die Ermittlungen gestalten sich schwierig.
Die Ermittler recherchieren im beruflichen Umfeld von Konrad Dahlmann. Er hatte wohl das Vorhaben in Sarup auf der Insel Als einige alte Höfe aufzukaufen, um da eine Feriensiedlung zu errichten. Wurde er deshalb Opfer eines Mordanschlags? Und warum wurde auch seine Ehefrau getötet?

Anette Hinrichs hat auch mit ihrem 6. Band wieder geliefert.
Die Autorin versteht es gut, ihre Protagonisten in Szene zu setzten und zu führen.
Ohne viel Vorgeplänkel baut sie schnell Spannung auf, die sie dann auch bis zum Ende aufrecht hält.
Dabei gibt es immer wieder neue Ansatzpunkte und Wendungen so, dass ich bis zum Ende keine Ahnung hatte, wer der Täter sein könnte. Dazu kommen immer wieder Rückblenden in den Eiswinter 1978/79. Die Menschen waren von der Umwelt abgeschnitten. Der Schnee lag meterhoch, es gab keinen Strom. Das diese Rückblenden etwas mit der Tat zu tun haben, ist den erfahrenen Leser*innen schnell klar. Nur was, das beleibt bis zum Ende offen.

Der Schreibstil von Anette Hinrichs ist klar, flüssig und gut verständlich.
Die Beschreibung der Handlungsorte ist sehr anschaulich, man hat schnell ein Bild vor Augen.

„Nordlicht – Das kalte Grab“ war wieder ein Lesegenuss mit viel Spannung.
Ich freue mich jetzt schon auf den 7. Band.


Wir finden Mörder

Richard Osman
Kriminalroman
420 Seiten
erschienen bei List (Ullstein Verlag)
Übersetzt aus Englischen von Sabine Roth und Elke Link
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Ullstein Verlag für das Rezensionsexemplar

Mörderjagd über den halben Erdball

Klappentext:
Steve Wheeler, pensionierter Polizist, heute Besitzer einer kleinen Detektei in einem kleinen südenglischen Dorf, liebt nichts so sehr wie Spaziergänge im Wald und ein kaltes Pint in einem warmen Pub. Alles hätte seinen gemächlichen Gang gehen können, würde er nicht eines Tages einen Anruf seiner Schwiegertochter erhalten. Sophie Wheeler, Teilzeit-Wellness-Guru, arbeitet als Personenschützerin für eine berühmte Thrillerautorin. Als eine Leiche auf dem karibischen Anwesen der Autorin gefunden und Sophies Arbeitgeberin des Mordes verdächtigt wird, beordert sie ihren widerwilligen Schwiegervater ans andere Ende der Welt, um die wirklichen Mörder des jungen Mannes zu finden. Da ist’s dann vorbei mit der ruheständlerischen Ruhe. Und zwar once and for all!

„Wir finden Mörder“ ist der erste Band einer neuen Krimi-Reihe von Richard Osman. Der Autor dürfe den meisten Krimifans durch seine humorvolle Reihe
„Der Donnerstagsmordclub“ bekannt sein.
Auf die neue Reihe war ich schon sehr gespannt.

Am Anfang habe ich etwas gebraucht um in die Geschichte einzutauchen. Jeder Abschnitt hat mit neuen Protagonisten angefangen. Es gibt sehr viel Personal, viele Namen. Aber nach einem Drittel des Buches fand ich mich gut zurecht und es wurde auch richtig spannend.
Die Hauptpersonen sind der pensionierte Polizist Steve Wheeler. Er ist verwitwet, unterhält sich aber regelmäßig mit seiner verstorbenen Frau. Er lebt in einem beschaulichen südenglischen Dorf, geht gerne ins Pub um Freude zu treffen und an den Quizabenden teilzunehmen.

Amy Wheeler ist Personenschützerin und Steves Schwiegertochter. Sie gerät unverhofft unter Mordverdacht und dazu will sie noch jemand töten.
Ihrem Chef bei Maximal Impact Solution kann Amy nicht mehr vertrauen, so ruft sie ihren Schwiegervater zur Hilfe.

Dann ist da noch die berühmte Thrillerautorin Rosie D’Antonio. Seit einer Morddrohung wird sie von Amy geschützt. Da Amy, Rosie nicht alleine lassen kann nimmt sie, sie einfach mit.
Rosie ist zwar schon älter aber gegen ein Abenteuer hat sie nie etwas einzuwenden.
Sie hat Geld, ein Privatjet und einen Hubschrauber und viele Kontakte. Zu dritt machen Rosie, Amy und Steve sich auf den Mörder und den Verfolger von Amy und Rosie zu finden.
Es beginnt eine Mörderjagd die von England und der Karibik über North Carolina bis nach Dubai führt.

Richard Osman hat für seinen neuen Kriminalroman viele skurrile Charaktere gezeichnet. Die Protagonisten werden gut beschrieben, die Hauptpersonen haben mich etwas an die Protagonisten aus „Der Donnerstagsmordclub“ erinnert. So hat die Thrillerautorin Rosie doch ähnliche Charaktereigenschaften wie Joyce. Das fand ich sehr gelungen. Auch seinen Humor setzt Richard Osman wieder gekonnt ein.
Der Autor erzählt die Story temporeich. Die Spannung steigert sich im Laufe des Buches.
Dabei ist sein Schreibstil flüssig und gut verständlich.

„Wir finden Mörder“ ist ein gelungener Start für die neue Krimireihe. Ich freue mich jetzt schon auf weitere Bände.

Der Metzger gräbt um

Thomas raab
Kriminalroman
277 Seiten
erschienen bei Haymon Krimi
Meine Bewertung:
4 von 5 Sternen

Vielen Dank an Haymon Krimi für das Rezensionsexemplar

Skurrile Charaktere und schwarzer Humor

Klappentext:

Danjela Djurkovic macht den Metzger zum Gärtner

Nachdem des Metzgers Existenz nicht nur sprichwörtlich in Schutt und Asche gelegt wurde, ist es für ihn und seine frisch angetraute Danjela Djurkovic an der Zeit, neu aufzublühen. Und wo könnte man den zweiten Frühling besser erleben als in einer Kleingartensiedlung? Dachte sich zumindest Danjela. Der Metzger, eher Stadtpflanze als Erdwühler, fühlt sich zwischen Beeten und Gartenzwergen zunächst reichlich unwohl. Doch viel Zeit, sich mit der vermeintlichen Idylle anzufreunden, bleibt ihm sowieso nicht.

Zählt das noch als Tiefenentspannung?

Denn anstatt slapstickwürdig über seinen Rechen, stolpert er, na no na ned – selbst im vermeintlichen Paradies übers Verbrechen. Und damit ist nicht etwa die Missachtung des Gebots zur Kompostierung von Pflanzenabfällen gemeint, sondern eher, dass die Witwe Wiskozil angesichts ihres feurigen besser, unausstehlichen Temperaments dann doch ein bisserl lang so mucksmäuschenstill im Whirlpool liegt.

„Der Metzger gräbt um“ ist der neue Band der „Metzger-Reihe“ von Thomas Raab.

Die Geschichte wird spannend und humorvoll erzählt.
Der Metzger ist kein richtiger Ermittler, sondern er gerät immer zufällig in einen Kriminalfall.
Nach dem seine Existenz in Schutt und Asche gelegt wurde, zieht er mit seiner frisch angetrauten Frau Danjela Djurkovic in eine Kleingartensiedlung. Was gibt es schöneres und romantischeres als mit dem Mann in all dem Grünen zu leben, denkt Danjela. Doch weit gefehlt, wo der Metzger ist, ist auch das Verbrechen.

Thomas Raab erzählt seine Geschichte mit viel schwarzem Humor. Dazu kommt noch der österreichische Dialekt, der das Buch perfekt macht. Die Leser*innen lernen die Gesetzte aus der Welt der Kleingartenkolonie kennen und wie die Kleingärtner darüber denken. Sie erleben einen hilflosen Metzger, der sich mit den vielen Gartengeräten so überhaupt nicht auskennt.
Der Fall und die Spannung setzten erst später in der Geschichte ein. Das gab mir die Gelegenheit mich erst einmal mit dem Metzger vertraut zu machen. Denn für mich ist es die erste Begegnung mit dem Metzger.

Die Charaktere sind gut beschrieben und zum Teil skurril. Die Kleingartensiedlung und die Menschen darin machen die Atmosphäre der Geschichte aus.
Der Schreibstil von Thomas Raab ist flüssig und gut verständlich. Die Spannung wird langsam aufgebaut.

„Der Metzger gräbt um“ ist ein Krimi der durch seine skurrilen Charaktere und durch seinen schwarzen Humor besticht.
Ich freue mich auf weitere Bände der Metzger-Reihe.