Tödliche Nachlese

Matthias Melich
Kriminalroman
311 Seiten
erschienen bei der tredition GmbH
3 von 5 Sternen

Konnte mich nicht überzeugen

Klappentext:
An einem kalten und nassen Novembermorgen liegt vor der Pfarrkirche des beschaulichen Weinortes Malsch eine mit Nadeln durchsiebte Puppe. Ist der schaurige Fund ein Überbleibsel der feuchtfröhlichen Karnevalseröffnung, die am Abend zuvor im Pfarrheim stattfand, oder steckt mehr dahinter? Gibt es in Malsch vielleicht Anhänger eines dunklen Voodoo-Kults, die nachts schwarze Messen rund um die Pfarrkirche zelebrieren? Oder hat die Puppe mit einer Mordserie zu tun, die die friedliche Wallfahrtsgemeinde im Kraichgau vor Jahren bis ins Mark erschütterte? Tobias Stetten ist sich anfangs sicher, dass dem grausigen Fund keine tiefere Bedeutung zukommt. Doch als ein Freund bei einem mysteriösen Autounfall ums Leben kommt und Tobias urplötzlich den heißen Atem eines rätselhaften Verfolgers im Nacken spürt, der den Familienvater sogar beim Golfen bedroht, wird Tobias klar, dass sein Leben an einem seidenen Faden hängt.

„Tödliche Nachlese“ ist ein Kriminalroman von Matthias Melich.

Vor der Kirche, in dem kleinen Weinort Malsch wird eine Puppe gefunden in der Nadeln steckten, wie bei einer Voodoo-Puppe.
Die Messnerin Frau Seefeld war völlig außer sich, sie hat die Puppe genau an der Stelle gefunden, an der sie vor vier Jahren die Leiche einer Frau gefunden hatte. Dieser Fall hat damals die Gemeinde erschüttert. Tobias Stetten der damals als Hobbyermittler mit in den Fall involviert war lässt die Puppe nicht los. Als dann auch noch ein Freund bei einem Autounfall ums Leben kommt, ist er sich sicher, der Täter von damals, der bei der Fahndung ums Leben kam soll gerächt werden.
Sein Freund Domonik, der bei der Polizei arbeitet glaubt am Anfang nicht, dass die Puoppe etwas mit dem alten Fall zu tun hat.

Die Geschichte wird aus Sicht von Tobias und aus Sicht von Dominik erzählt.
Tobias denkt viel über die Geschehnisse nach, dabei drehen sich seine Gedanken im Kreis. Nachts träumt er oft über das zuvor nachgedachte. Tobias spricht dann auch über seine Gedanken mit seinem Freund Dominik und auch der denkt über das Gesprochenen nach. So reitet man lange auf der Stelle. Man steckt in immer wiederkehrende Wiederholungen. Das hat meinen Lesefluss sehr beeinträchtigt.
Auch die Spannung kam nicht richtig auf.

Ich bin den Charakteren nicht nähergekommen, konnte mich nicht in sie hineindenken.

Matthias Melich hat bestimmt viel Herzblut in seine Geschichte gesteckt. Leider konnte er mich damit nicht erreichen. Ich bin mir aber sicher, dass es Leser*innen gibt denen die Geschichte gut gefällt.

Die dunkle Seite der Schokolade

Dina Casparis
Kriminalroman
391 Seiten
erschienen im Emons Verlag
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Emons Verlag für das Rezensionsexemplar

Die Welt der Schokolade

Klappentext:
Serafine Montalin nimmt einen Job als interne Ermittlerin im Schokoladenkonzern CacaoBest an, mit einem heimlichen Ziel: Sie will den Jahre zurückliegenden angeblichen Unfalltod ihres Vaters aufklären. Doch weitere verdächtige Machenschaften und der erbitterte Übernahmekampf um die Schokoladenfabrik Grison werden Serafine zum Verhängnis. Sie gerät zwischen die Fronten und stößt auf ein düsteres Kapitel in der Vergangenheit eines Schweizer Schokoladenherstellers, das sie selbst in den Abgrund reißen könnte.

„Die dunkle Seite der Schokolade“ ist ein Kriminalroman von Dina Casparis.

Im Mittelpunkt steht Serafine Montalin. Sie ist Lebensmittelchemikerin und Juristin und bekommt eine Stelle als interne Ermittlerin in einem großen Schokoladenkonzern. Allerdings hat sie einen Hintergedanken, sie möchte den einige Jahre zurückliegenden Unfalltod ihres Vaters aufklären.

Schon im Prolog stoßen die Leser*innen auf eine Leiche. Danach geht die Geschichte erst einmal in einem ruhigen Tempo weiter. Man hat Zeit, sich mit den Charakteren vertraut zu machen.

Dina Casparis hat für ihre Geschichte interessante Charaktere zum Leben erweckt. Besonders gerne mochte ich Serafine, die dem Unfalltod ihres Vaters nachgehen möchte. Doch bald schon lernt sie die dunkle Seite der Schokolade kennen, denn sie stößt auf Dinge, die in der Schokoladenindustrie geheim gehalten werden.

Zu Beginn steht nicht unbedingt der Krimiteil im Vordergrund, erst in der 2. Hälfte nimmt der Kriminalfall Fahrt auf und wird spannend.
Dafür hat Dina Casparis sehr viel Wissen über die Welt der Schokolade in die Geschichte eingeflochten. Man spürt, dass der Autorin von ihren Vorfahren her Schokolade im Blut liegt.
Ich fand diesen Teil der Geschichte interessant, mir ist beim Lesen das Wasser im Mund zusammengelaufen. Natürlich habe ich beim Lesen auch das eine oder andere Stück Schokolade genascht.

Dina Casparis verknüpft in dieser Geschichte einen Kriminalfall mit der Welt der Schokolade. Es geht um Geheimnisse und Machtkämpfe.
Dina Casparis‘ Schreibstil ist flüssig und gut verständlich. Die interessante wie auch spannende Geschichte wird immer wieder durch etwas gut pointierten Humor aufgelockert.

„Die dunkle Seite der Schokolade“ ist ein Kriminalroman, der Spannung und gute Unterhaltung bietet. Ich habe das Buch mit Freude gelesen.

Stille Wasser

Pia Wala
Kriminalroman
250 Seiten
erschienen im Verlag Federfrei
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an Pia Wala für das Rezensionsexemplar

Spannender Kriminalroman

Klappentext:
Endlich Frühling – doch die Idylle trügt. Anna Wagner freut sich auf einen ruhigen Reha-Aufenthalt im Waldviertel. Sie genießt ihre neue Beziehung und das beschauliche Leben in Gars am Kamp. Doch dann stolpert sie am Flussufer über die Leiche einer jungen Frau und plötzlich ist von Ruhe keine Rede mehr. Als kurz darauf ein weiteres Opfer auftaucht, wird klar: Jemand tötet gezielt und hat nicht vor, bald damit aufzuhören. Anna beginnt zu ermitteln und stößt auf ein düsteres Familiengeheimnis, das tief in tragische Kindheitserinnerungen reicht. Schon bald steckt die junge Bäckerin in ihrem bisher persönlichsten Fall, der nicht nur ihr Leben, sondern auch ihre Liebe bedroht.

„Stille Wasser“ ist der 3. Band der Anna Wagner Reihe von Pia Wala.
Die vorherigen beiden Bände kenne ich nicht, was aber auch nicht unbedingt nötig ist. Pia Wala holt ihre Leser*innen ab und versorgt sie mit den wichtigsten Informationen.

Anna Wagner genießt ihre Reha in Gars am Kamp. Dazu noch das herrliche Frühlingswetter und die Ruhe, was kann schöner sein.
Doch mit der Ruhe ist es vorbei, als Anna förmlich über eine Leiche stolpert.
Leider bleibt es nicht bei einem Opfer. Anna fängt an, Ermittlungen anzustellen, und gräbt ein Familiengeheimnis aus.

Pia Wala hat großartige Charaktere erschaffen und lässt sie auch richtig lebendig wirken.
Anna Wagner gefällt mir besonders gut. Sie ist neugierig und hinterfragt die Dinge, dabei kann sie ernst und aufmerksam sein, aber Anna besitzt auch Humor.

Das Setting strahlt Ruhe und Gemütlichkeit aus. Ich konnte mir den Kurort Gars am Kamp gut vorstellen. Doch mit dem Fund der Leiche schlägt die Stimmung schnell um. Ein Mörder treibt sein Unwesen in dem kleinen Ort. Ein Grund für Anna, sich mit dem Umfeld des Opfers zu beschäftigen.

Pia Wala kann aus dem Stegreif Spannung erzeugen. So wird eine anfangs ruhige Geschichte plötzlich zu einem temporeichen Krimi.

Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und gut verständlich. Die Geschichte hat mich schnell gefesselt und ich wollte nicht mehr aufhören zu lesen.
Mit eingebauten Wendungen hält die Autorin die Spannung bis zum Ende aufrecht.

„Stille Wasser“ ist ein spannender Krimi, den ich an einem Stück verschlungen habe.

Polarblut-Tödliches Leuchten

Tuva Brø
Kriminalroman
329 Seiten
erschienen im Gmeiner Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

ielen Dank an den Gmeiner Verlag für das Rezensionsexemplar.

Spannung aus Norwegen

Klappentext:
In der eisigen Dunkelheit von Tromsø erschüttert ein brutaler Mord die verschneite Idylle. Der erfolgreiche Tourismusunternehmer Glen Solberg wird vor seinem Haus tot aufgefunden, mit einem Kopfschuss aus nächster Nähe hingerichtet. Noch bevor Anta Thorsen und Hans Vigeland von der Polizei Tromsø Antworten finden können, geschieht ein zweiter Mord. Tief im Schnee, in einer abgelegenen Hütte, wird ein Mann in einen Hinterhalt gelockt und erstochen – ausgerechnet in einer Nacht, in der die Nordlichter besonders hell über den Himmel tanzen. Zwei Tote. Zwei Tatorte. Und es gibt nur stumme Zeugen: die Polarlichter.

„Polarblut – Tödliches Leuchten“ ist ein spannender Kriminalroman aus Norwegen von Tuva Brø.

Die Autorin nimmt ihre Leser*innen mit nach Norwegen, bis hin zum Polarkreis.
Hier geht die Sonne im Sommer nicht unter und im Winter ist es fast den ganzen Tag dunkel, dafür kann man immer wieder die herrlichen Polarlichter sehen.

Der Tourismusunternehmer Glen Solberg wird in ihrem Haus durch einen Kopfschuss ermordet. Anta Thorsen und Hans Vigeland von der Polizei Tromsø nehmen die Ermittlungen auf. Ihnen stehen die Polizisten Harald, Olav und Hedda zur Seite.
Bald schon gibt es einen zweiten Mord. Und die Ermittlungen laufen auf Hochtouren,
Doch die Ermittler haben es selten mit so brutalen Morden zu tun.

Tuva Brø erzählt die Geschichte mit viel Spannung. Die Atmosphäre ist durch die Dunkelheit im Winter recht düster. Einzig die Polarlichter bringen etwas Licht in die Dunkelheit.
Die Landschaft und die Polarlichter am Himmel werden von der Autorin anschaulich beschrieben.

Die Charaktere sind gut gezeichnet. Anta Thorsen und Hans Vigeland sind keine gesichtslosen Protagonisten, die Leser*innen lernen sie gut kennen und bekommen auch einen Einblick in ihr Privatleben.
Sie gefallen mir gut und haben viel Potenzial für weitere Fälle. Ich hoffe ja, dass es sich hierbei um den Auftakt einer Krimireihe handelt.

Tuva Brø hat einen flüssigen und gut verständlichen Schreibstil. Sie erzeugt Spannung, die sie auch über die gesamte Geschichte aufrechterhält.

„Polarblut – Tödliches Leuchten“ ist ein spannender Kriminalroman, der sich gut in die skandinavische Krimiwelt einreihen kann.

Mord ist die beste Beseitigung

Volker Klüpfel
Kriminalroman
341 Seiten
erschienen im Penguin Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Penguin Verlag für das Rezensionsexemplar

Humor trifft auf Spannung

Klappentext:

Wir unterbrechen das Programm für einen Reiseruf: Frau Gabriele Zorn, unterwegs mit einem blauen Audi in Richtung Süden, wird gebeten, sich sofort mit ihrem Ehemann in Verbindung zu setzen!«
Kaum hören Möchtegern-Schriftsteller Tommi und Putzfrau Svetlana den Reiseruf im Radio, rast die Gesuchte auch schon im Auto an ihrem Camper vorbei. Sofort heften sie sich an ihre Fersen und spüren den Wagen auf einem Rastplatz auf. Doch die Frau ist verschwunden. Natürlich wittert Svetlanas Spürnase sofort ein Verbrechen. Ehe Tommi sich’s versieht, stecken sie mitten in ihrem nächsten Kriminalfall. Dabei kommen sie nicht nur schier unglaublichen Verbrechen auf die Spur, sondern begeben sich auch tief in die Abgründe menschlicher Beziehungen. Als Tommi ein bisschen zu tief gräbt, gerät er plötzlich selbst in Lebensgefahr

„Mord ist die beste Beseitigung“ ist der 2. Band der humorvollen Krimireihe „Svetlana und Tommi ermitteln“ von Volker Klüpfel.
Der Autor ist wohl den meisten bekannt durch die kultige Krimireihe mit Kommissar Kluftinger, die er mit Michael Kobr schreibt. Hier jetzt der 2. Band seiner Solo-Reihe.

Dazu hat Volker Klüpfel die unterschiedlichsten Charaktere ins Rennen geschickt. Die ukrainische Putzfrau Svetlana ist einfach eine geniale Protagonistin.
Sie liebt russische Literatur und Sprichwörter. Ihr verdrehtes Deutsch wird so einmalig wiedergegeben, dass man immer wieder schmunzeln muss. Ich habe Svetlana gleich ins Herz geschlossen. Sie weiß auf alles eine Antwort und hat ein großes Herz.

Tommi ist ein Möchtegern-Schriftsteller. Nachdem er den Thriller, den er schreiben wollte, erst einmal zur Seite gelegt hat, möchte er sich jetzt im Genre Romantasy versuchen. Auch hier hat Thommi die haarsträubendsten Ideen.
Wegen einer Finanzflaute lebt er im Wohnwagen, den er von seinem Vater samt Putzfrau geerbt hat. Sein Vater ist in ein Altenheim gezogen und mischt da den Laden auf.
Tommi trauert immer noch seiner Freundin nach, die vorübergehende Auszeit dauert jetzt schon ein Jahr.

Zusammen mit Svetlana hört er einen Reiseruf und kurz darauf fährt er neben dem gesuchten PKW.
Als Svetlana und Tommi auf einen Parkplatz fahren, steht der Wagen der gesuchten Frau verlassen da. Von der Frau keine Spur.
Kurz darauf erscheint der Ehemann der vermissten Frau und bittet Tommi, nach der Frau zu suchen.

Bei seinem Krimi stellt Volker Klüpfel eindeutig den Humor in den Vordergrund. Man hat zu Beginn Zeit, sich wieder mit den Charakteren vertraut zu machen und die sind Volker Klüpfel auf einzigartige Weise gelungen. Das Miteinander zwischen Tommi und Svetlana ist freundschaftlich und herzlich. Svetlana ist zwar Tommis Putzfrau, aber ich würde sie eine Freundin nennen. Ohne sie wäre er doch manchmal völlig aufgeschmissen.
Nach einigen ruhigeren Kapiteln zieht der Autor das Tempo an und die Leser*innen sind genau wie die Charaktere mitten in einer Ermittlung.

Der Schreibstil von Volker Klüpfel ist flüssig und gut verständlich. Die Ermittlungen werden spannend und humorvoll geschildert.

Mir hat der 1. Band „Wenn Ende gut dann alles“ schon gut gefallen. Mit dem 2. Band „Mord ist die beste Beseitigung“ hat Volker Klüpfel noch einmal eine Schippe draufgelegt.

Giftige Blüten

Luca Ventura
Roman
352 Seiten
erschienen im Diogenes Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Diogenes Verlag für das Rezensionsexemplar

Spannender Capri-Krimi

Klappentext:
Die junge Lina Verde sucht an den rauen, steilen Hängen von Capri nach einer seltenen Orchidee. Kurz darauf findet Fischer Zeno ihren leblosen Körper. Er behauptet, Lina und er seien ein Paar gewesen, kennt aber nicht einmal ihre Adresse. Hat er sie getötet? Zeno ist ein notorischer Lügner, bei Touristinnen gibt er den Capri-Fischer zum Anfassen. Rizzi und Cirillo trauen ihm alles zu, doch ein Parfumeur bringt sie auf eine neue Spur. Hat Lina wirklich nur eine Blume gesucht?

„Giftige Blüten“ ist der 7. Capri-Krimi“ von Luca Ventura. Ich habe schon einige Bände der Reihe gelesen und war immer begeistert.

Lina ist als Praktikantin bei einer bekannten Parfümerie tätig. Im Parcours Astarita ist sie auf der Suche nach einer seltenen Orchidee. Hier wird sie auch von dem Fischer Zeno tot aufgefunden. Die Polizisten Rizzi und Cirillo übernehmen, die Ermittlungen. Die Behauptung von Zeno, dass er und Lina ein Paar waren glauben die Polizisten nicht. Denn Zeno ist als Lügner bekannt.

„Giftige Blüten“ ist ein spannender und anspruchsvoller Kriminalroman.
Luca Ventura führt seine Leser*innen in die Welt der Parfümeure. Man erfährt so einiges über die Herstellung eines Parfüms.
Wie immer beschreibt der Autor seine Handlungsorte sehr anschaulich. Egal ob die Hügel von Capri oder Neapel, wo die Geschichte auch hinführt.

Die Charaktere sind gut gezeichnet und wirken lebendig. Die beiden Ermittler sind schon aus einigen Bänden bekannt und mir sehr sympathisch. Immer wieder erfahren die Leser*nnen ein bisschen aus dem Privatleben der Polizisten, was mir gut gefällt und sie menschlicher erscheinen lässt.

Luca Ventura baut schnell Spannung auf und hält sie auch über die gesamte Geschichte aufrecht. Der Autor baut etliche Wendungen ein und es gibt immer wieder Spuren, die im Sande verlaufen. Das Mitraten hat Spaß gemacht, der wahre Täter war eine Überraschung, ich habe ihn nicht enttarnen können.

„Giftige Blüten“ ist ein spannender Krimi mit schönem Setting. Ich habe das Buch sehr gerne gelesen.

Zwischen Gut und Böse

Dora Heldt
Kriminalroman
354 Seiten
erschienen im dtv Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den dtv Verlag für das Rezensionsexemplar.

Ein Krimi, perfekt für den Urlaub

Klappentext:
Karl Sönnigsen hat Langeweile. Während seine Frau und all seine Freunde ihren Hobbys nachgehen, ist Karl hauptsächlich unzufrieden und misstrauisch!
Denn was treiben diese unerzogenen Jugendlichen, die hier reihenweise Ferien mit ihren reichen Eltern machen, eigentlich die ganze Zeit? Karl wittert überall das Verbrechen und meldet sich mit seinen Beobachtungen auch regelmäßig bei der Polizei. Doch die wollen von seinem Spürsinn nichts wissen. Schon gar nicht, als Karl einen kaltblütigen Mord meldet, an einem Schaf.
Doch er glaubt fest daran, dass hinter diesem Unfall viel mehr steckt. Und so gründet Karl Sönnigsen eine »Soko Schaf«. Was Karl jedoch nicht ahnt – das Schaf war erst der Anfang.

„Zwischen Gut und Böse“ von Dora Heldt ist der 3. und wohl auch der letzte Band, in dem Karl Sönnigsen ermittelt.

Karl Sönnigsen war Polizeichef auf Sylt, jetzt ist er Pensionär und kann sich mit seinem Ruhestand nicht abfinden. Seinem Nachfolger traut er nicht viel zu. So taucht Karl Sönnigsen ständig auf dem Revier auf, um eine Anzeige zu erstatten, der meist nicht nachgegangen wird.
Auch in diesem Fall zeigt Karl einen Mord an. Den Mord an einem Schaf. Es ist sicher das ein junger Mann aus reichem Haus das Schaf totgefahren hat. Auch hier wird er auf der Polizei nicht ernst genommen und somit wird die Soko Schaf ins Leben gerufen. Wie schon in den vorherigen Bänden besteht die Soko aus Karl, seinem Freund Onno und den zwei befreundeten Frauen Charlotte und Inge. Sie fangen an den jungen Mann mit einem gelben Auto, der Karl schon mehrmals flegelhaft aufgefallen ist ausfindig zu machen. Sie ahnen nicht, dass das tote Schaf der geringste Teil ihrer Ermittlungen darstellen wird.

Dora Heldt hat großartige Charaktere erschaffen. Die 4 Freunde sind ja schon bekannt und sehr sympathisch.
Aber auch die anderen Charaktere sind richtig lebendig. Da ist ein Hausmeister, der für einen Ferienhausvermittlung arbeitet und eine Reinigungskraft, die für dieselbe Firma arbeitet. Beide verdienen nebenher noch schwarz etwas dazu, was ihnen hier zum Verhängnis werden kann.

Dora Heldt erzählt die Geschichte spannend und mit viel Humor. Es macht Spaß den Protagonisten durch die Geschichte zu folgen.

Die Insel Sylt wird anschaulich beschrieben. Wie es auch im realen Leben ist, halten sich viele gutbetuchte dort in den Sommermonaten auf.

Der Schreibstil von Dora Heldt ist erfrischend locker und leicht. Die Spannung fehlt aber auch nicht in der Geschichte.

„Zwischen Gut und Böse“ ist der perfekte Krimi für den Urlaub. Ich habe das Buch mit großer Freude gelesen.

Schattenmädchen

Frida Skybäck
Kriminalroman
429 Seiten
erschienen im dtv Verlag
Übersetzt aus dem Schwedischen von Julia Gschwilm
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den dtv Verlag für das Rezensionsexemplar

Spannende Krimireihe aus Schweden

Klappentext:
An einem drückend heißen Sommerabend verschwindet die Studentin Isabelle Karlsson von der Party eines erfolgreichen Technologieunternehmens, gegründet von zwei ehemaligen Studenten der Universität Lund. Der charismatische CEO Martin Zenberg beteuert, weder er noch sein Unternehmen hätten irgendeine Verbindung zu der jungen Frau – doch ist er wirklich glaubwürdig?
Fredrika Storm und Henry Calment entdecken Parallelen zum Mord an der Studentin Petra Olsen, die sieben Jahre zuvor getötet wurde. Zwar gibt es einen verurteilten Täter, doch die damaligen Ermittlungen zeigen eklatante Mängel. Was ist wirklich mit den beiden Frauen passiert? Und wer profitiert bis heute von der offiziellen Wahrheit?

„Schattenmädchen“ ist der 3. Band der Krimireihe Fredrika Storm von Frida Skybäck.

Die Autorin hat interessante und facettenreiche Charaktere erdacht.
Das Ermittlerduo besteht aus Fredrika Storm und Henry Calmen.
Fredrika ist noch jung und hoch motiviert, als sie von Kopenhagen zurück in ihre Heimat kommt und die Stelle bei der Mordkommission in Lund antritt. Sie ist in der Gegend aufgewachsen und kennt Land und Leute.
Schon im ersten Band sind die beiden Ermittler zu einem guten Team zusammengewachsen.

Eine Studentin verschwindet spurlos. Sie wurde zuletzt auf einer Party der Firma BubbleBuy gesehen. Nur was ist danach passiert. Fredrika Storm und Henry Calment versuchen die letzten Tage der Studentin zu rekonstruieren. Dabei stoßen die Ermittler auf einen Fall, vor 7 Jahren verschwand auch eine Studentin. Allerdings wurde hier der Mörder gefunden und verurteilt. Bis zum Schluss behauptet der Verurteilte unschuldig zu sein, bis er Suizid begann.

Die Autorin hat einen flüssigen und gut verständlichen Schreibstil. Sie erzählt die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven, was das Ganze sehr facettenreich macht.
Frida Skybäck baut schnell Spannung auf und steigert diese, mit dem zurückliegenden Fall noch einmal.

Die Charaktere werden gut in die Geschichte eingeführt und sind sympathisch. Die Ermittler sind mir schon vom ersten Band gut bekannt. Wieder erfahren die Leser*innen einiges über das Privatleben der Ermittler.

„Schattenmädchen“ ist der 3. Band einer Reihe, man braucht aber nicht unbedingt Vorkenntnisse, um das Buch zu lesen.

„Schattenmädchen“ ist ein gelungener 3. Band, der auch wieder Lust auf mehr macht.

Heaven’s Gate

Daniel Faßbender
Kriminalroman
290 Seiten
erschienen im Diogenes Verlag
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Diogenes Verlag für das Rezensionsexemplar

Ermittlungen im Surfer-Paradies

Klappentext:
Nach Monaten des bittersüßen Nichtstuns auf der philippinischen Insel Surogao steht Caruso, ehemaliger deutscher Profisurfer und Privatdetektiv, tief in der Kreide. Da kommt die schöne Spanierin sehr gelegen, die ihn beauftragt, ihren verschwundenen Sohn wiederzufinden. Die Insel, ein Paradies für Wellenreiter und Touristen auf Selbstsuche, ist ein heißumkämpfter Umschlagplatz für Drogen. Schnell führen seine Ermittlungen Caruso in einen Abgrund aus Gewalt und Korruption und zu mehr als einem verlorenen Sohn.

„Heaven’s Gate“ von Daniel Faßbender führt die Leser*innen auf die philippinische Insel Surogao. Die Philippinen sind ein Handlungsort, der nicht oft in Büchern vorkommt und hat mich daher interessiert.

Im Mittelpunkt steht Caruso. Einst war er Profi-Surfer, jetzt versucht er sich als Privatdetektiv mehr schlecht als recht über Wasser zu halten.
Als Caruso dringend Geld braucht, kommt Ángel Guzmán Gaviria zu ihm. Ihr Sohn Juan ist verschwunden und Caruso soll ihn finden. Der philippinischen Polizei traut Ángel Guzmán Gaviria nicht zu, den Sohn zu finden. Die Bequemlichkeit der örtlichen Polizei, hat für Caruso seine Vorteile, es bringt ihm doch immer wieder einen Auftrag ein.
So macht er sich daran Juan zu finden. Dabei stößt er auf Korruption, Drogen und Alkohol. Unterstützung bekommt er durch den Hacker Yahoo.

Daniel Faßbender verbindet in seinem Kriminalroman das Parasitische der Insel Surogao, mit den Abgründen, die er entdeckt und natürlich mit Spannung.

Die Charaktere sind gut gezeichnet. Caruso ist ein Unikum, er frönt am liebsten dem Nichtstun, Surfen ist seine Leidenschaft, er kann sich aber auch in die Ermittlungen stürzen. Denn mit dem Geld, das er damit verdient, kann er wieder dem Nichtstun frönen.
Daniel Faßbender beschreibt den Handlungsort eindrucksvoll und gibt seinen Leser*innen auch tiefe Einblicke in das Surfen. Ich konnte das Meer rauschen hören und die Wellen vor meinem inneren Auge brechen sehen.

Die philippinische Polizei gibt in dieser Geschichte kein gutes Bild ab. Willkür und Faulheit zeichnen sie eher aus.

Der Autor lässt das Surfer Paradies sich mit den Ermittlungen abwechseln. So ist das Buch sehr kurzweilig, unterhaltsam und auch spannend.

„Heaven’s Gate“ habe ich gerne gelesen, ich würde mich freuen Caruso einmal wieder zutreffen.

Welengrab

Stefan Ahnhem
Kriminalroman
622 Seiten
erschienen im Ullstein Verlag
Übersetzt aus dem Schwedischen von Katrin Frey
Meine Bewertung:
5 von 5 Sternen

Vielen Dank an den Ullstein Verlag für das Rezensionsexemplar

Krimi mit reichlich Spannung

Klappentext:
n einem Spätsommerabend versinkt die Küste Schwedens plötzlich in völliger Dunkelheit. Kommissar Fabian Risk erlebt den Blackout von seinem Segelboot aus, gemeinsam mit seiner Tochter Matilda.

Zurück in Helsingborg werden Fabian Risk und seine Kollegen mit einer Reihe scheinbar unerklärlicher Fälle konfrontiert, die auf den rätselhaften Stromausfall folgen. Zeugen verhalten sich seltsam, und nichts will zusammenpassen.

Mitten in diesem Chaos meldet sich auch eine frühere Freundin von Fabian, ihre Tochter ist verschwunden.

Bei der Suche nach dem Mädchen findet Fabian Risk eine Verbindung zu dem Stromausfall. Doch was übersieht er?

„Wellengrab“ ist der 7. Band der „Fabian-Risk-Krimis“ von Stefan Ahnhem

Kommissar Fabian Risk ist mit seiner Tochter Matilda mit dem Segelboot unterwegs und kann vom Wasser aus den Stromausfall in Helsingborg beobachten.
Gleichzeitig mit dem Stromausfall passieren seltsame Dinge und Risk sieht sich einigen recht sonderbaren Fälle gegenüber stehen.
Risk und seine Kollegen untersuchen den Grund für den Stromausfall und die Folgen, wie zum Beispiel ein Banküberfall.
Dazu kommt noch, dass die Tochter einer Freundin vermisst wird.
Wie hängen die seltsamen Fälle, das vermisste Mädchen und der Stromausfall zusammen?

Stefan Ahnhem zieht hier alle Register in Punkto Spannung. Er zeigt in seiner Geschichte auf, wie brüchig doch unsere Demokratie ist und wie schnell sie infiltriert werden kann.

Der Autor hat seine Protagonisten gut gezeichnet. Fabian Risk und seine Kollegen sind mir schon länger bekannt und ich freue mich immer wieder sie wieder zutreffen.

Die Beschreibung der Handlungsorte ist auch in diesem Buch wieder gut gelungen.
Die Ermittlungen gehen schwer voran. Zeugen verhalten sich seltsam.

Stefan Ahnhem baut gleich zu Anfang Spannung auf und hält sie auch über dem gesamten Buch aufrecht.
Das Szenario, dass der Autor sich hier ausgedacht hat, kann schnell überall passieren. In unserer digitalen Welt ist eine Stadt oder sogar ein Land auf diese Art schnell lahmzulegen.

Der Schreibstil von Stefan Ahnhem ist wie immer flüssig, gut verständlich und fesselnd.
Die meist kurzen Kapitel enden oft mit einem Cliffhanger und so wird man dazu verführt immer weiterzulesen. Das Buch hat über 600 Seiten und ich habe es an 3 Abenden verschlungen.
„Wellengrab“ ist zwar der 7. Band der Risk Reihe kann aber unabhängig gelesen werden.

Mit „Wellengrab“ hat Stefan Ahnhem wieder einmal bewiesen, dass er einer der ganz großen Krimiautoren ist.